Dienstag, Juni 02, 2026

Vergessene Nazis - Naziști uitați



Vergessene Nazis - Naziști uitați

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Bruno (Hillebrandt) Skrehunetz (1898-1978)

Fritz Poppenberger (1904-1992)


Antisemitische Hetze in der Czernowitzer Deutschen Tagespost - Instigare antisemită în Czernowitzer Deutsche Tagespost

[3. November 1937. Der Fackelläufer von Burdujeni]

[
5. November 1937. Cato: Der Fackelläufer von Burdujeni – 2]

                                [17. Oktober 1937. Alfred Margul-Sperber: Oktoberfrühe]

                                [24. Oktober 1937. Alfred Margul-Sperber: Traumflucht]

[10. November 1937. Alfred Margul-Sperber: Zur Abwehr einer Anflegelung]


 

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Bruno (Hillebrandt) Skrehunetz (1898-1978)

Fritz Poppenberger (1904-1992)

Fritz Poppenberger, Mitherausgeber und Schriftleiter der Czernowitzer Deutschen Tagespost, unterzeichnete viele seiner Beiträge mit dem Pseudonym „Cato“ (vgl. In der Sprache der Mörder, S. 120).



Czernowitzer Deutsche Tagespost. Allgemeine deutsche Volkszeitung - Tagblatt des Bukowiner Deutschtums, 14. Jg., Nr. 4128, 17. Dezember 1937.


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Antisemitische Hetze in der Czernowitzer Deutschen Tagespost - Instigare antisemită în Czernowitzer Deutsche Tagespost

 

Die beiden Artikel (Der Fackelläufer von Burdujeni) sind im November 1937 in der Czernowitzer Deutschen Tagespost, dem zentralen Sprachrohr der nationalsozialistisch ausgerichteten Bewegung der Rumäniendeutschen in der Bukowina, erschienen. Unter dem Pseudonym „Cato“ (in Anlehnung an den Namen des römischen Geschichtsschreibers, bekannt auch unter dem Namen: Cato der Zensor) wurde hier gezielte antisemitische Denunziation betrieben.

Das Angriffsziel von „Cato“ ist Alfred Margul-Sperber (1898–1967), einer der bekanntesten deutschsprachigen jüdischen Dichter aus der Bukowina. Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete er unter anderem als Redakteur für das liberale Czernowitzer Morgenblatt. Später verdiente er seinen Lebensunterhalt zeitweise in einem Export-Schlachthaus im rumänischen Burdujeni – ein Umstand, den der Verfasser der Artikel hämisch ausschlachtet.

Sperber hatte tatsächlich den Nazidichtern Josef Weinheber, einem österreichischen Lyriker, und Ludwig Friedrich Barthel Gedichte gewidmet und versucht in literarischen Publikationen im nationalsozialistischen Deutschland zu publizieren. Aber auch in der von dem Antisemiten Heinrich Zillich in Kronstadt/Braşov herausgegebenen Zeitschrift Klingsor.

Die Tagespost deutet diese Widmungen als „Anbiederung“ und nutzt Barthels völkische Literaturansichten, um Sperber das Recht auf die deutsche Sprache abzusprechen.

Das im ersten Artikel abgedruckte Gedicht von Margul-Sperber ist eine hochgradig symbolische, düstere Vision und eine kritische Auseinandersetzung mit der Situation im Dritten Reich und der Inszenierung während der Olympiade von 1936. Die Olympiade thematisierte Sperber übrigens auch in seinem viel zitierten Gedicht: „Der Neger Jessy Owens erläuft den Olympiarekord“ (cf. Ins Leere gesprochen, S. 78. Der Text ist in einigen Gedichtbänden unter verschiedenen Namen publiziert worden. „Ein Neger bringt olympischen Lorbeer für die USA“, in: Sperber, Alfred-Margul: Ausgewählte Gedichte, hg. von Alfred Kittner und Dieter Schlesak, Literaturverlag, Bukarest 1968, 156-157.„Ein Neger erringt den Olympiarekor  für die USA“, in: Sperber, Alfred-Margul: Mit offenen Augen. Gedichte für die Jugend, Jugendverlag, Bukarest 1956, S. 132-133). 

In seinem „Fackelläufer“ (Ins Leere gesprochen, S. 76-77) setzt er die olympische Fackel als Metapher ein, um den Reichstagsbrand und Hitlers Kriegspläne sichtbar zu machen. Während das NS-Regime den Brandstifter Marinus van der Lubbe als kommunistischen Einzeltäter (oder Werkzeug) darstellte, deutet Sperbers Gedicht den Brand als ein unaufhaltsames, gespenstisches Verhängnis, das über Deutschland zieht – befohlen von einem „Unsichtbaren, dem man [...] stumm gehorchen muß“ (eine klare Anspielung auf Adolf Hitler und die NS-Führung als wahre Profiteure des Brandes).

Die Artikel verfolgen eine perfide Doppelstrategie, die typisch für die nationalsozialistische und antisemitische Presse jener Jahre war.

Dem jüdischen Dichter Alfred Margul-Sperber wird das Recht abgesprochen, sich in deutscher Sprache auszudrücken oder Teil der deutschen Literaturgeschichte zu sein (daher der Vergleich mit einem „Straßenköter“). 

Mit ähnlichen Argumenten wurden auch andere deutsch-jüdische Autoren beschuldigt, die deutsche Sprache missbraucht zu haben, um das deutsche Volk anzugreifen. Gleichzeitig wurde ihnen vorgehalten, sie seien außerstande, die geistige Dimension des Deutschtums zu begreifen. Ein beliebtes Ziel solcher anti-semitischer Vorwürfe war vor allem Heinrich Heine (cf. Gemeinsame Front auch im Geistigen; Bernhard Capesius: Deutsch-rumänische Verständigung durch die Dichtung von heute, 1938 und 1940). 

Die Artikel von „Cato“ verweisen explizit darauf, dass Sperber noch in deutschen Standardwerken (Kürschners Deutscher Literatur-Kalender) und Anthologien geführt wird. Der Satz, dass es „Sache zuständiger Stellen im Reiche sein [wird], diese Maskeraden aufzuklären“, ist ein direkter Aufruf an die Reichsschrifttumskammer in Berlin, Margul-Sperber im Deutschen Reich auf die „schwarze Liste“ zu setzen.

Margul-Sperber reagiert mit einem polemischen Gegenangriff im Czernowitzer Morgenblatt, in dem er  „Cato“ als notorischen Alkoholiker  und Lügner beschreibt. 

 

În noiembrie 1937, publicația pro-nazistă a minorităţii germane din Bucovina, Czernowitzer Deutsche Tagespost, a lansat un atac antisemit împotriva scriitorului germano-evreu, Alfred Margul-Sperber. Articolele au fost semnate cu pseudonimul „Cato”. Autorul a exploatat situația profesională a lui Sperber și a folosit teorii rasiste şi antisemite pentru a-i contesta dreptul de a folosi limba germană, cerînd intervenția autorităţilor naziste din Berlin pentru a-i interzice orice acces la publicaţii literare.

Pe data de 10 noiembrie 1937 Margul-Sperber reacţionează şi publică un răspuns polemic în ziarul Czernowitzer Morgenblatt în care îl descrie pe „Cato“ (alias Fritz Poppenberger, redactorul principal al ziarului Czernowitzer Deutsche Tagespost) în culori stridente ca alcoolic iresponsabil şi mincinos.

În articolul său, Alfred Margul-Sperber respinge, așijderea, toate calomniile și acuzația de plagiat aduse de Poppenberger.

Wiesner, Herbert / Wichner, Ernest (Hrsg.): In der Sprache der Mörder. Eine Literatur aus Czernowitz, Bukowina, Literaturhaus Berlin 1993


Sperber, Alfred-Margul: Ins Leere gesprochen. Ausgewählte Gedichte. 1914-1966. Herausgegeben und mit einem Nachwort von Peter Motzan, Rimbaud, Aachen 2002
Hausleitner, Mariana: Bukowina. Eine europäische Vielvölkerregion. Herausgegeben vom Deutschen Kulturforum östliches Europa. Potsdamer Bibliothek östliches Europa – Geschichte, Potsdam 2026




 [3. November 1937. Der Fackelläufer von Burdujeni]

Der Fackelläufer von Burdujeni

„Der Rausch der hohen Feste muß verwehn,
doch ob den Glanz auch ganz Vergessen bleiche,
in fernster Zeit noch wird ein Raunen gehn
vom Läufer durch die Nacht der sieben Reiche.

Der Greis in späten Tagen noch erzählt
den Enkeln, die am Ofen schauernd lauschen,
wie er dem Wanderer, der den Weg verfehlt,
vorübersauste wie ein Sturmeslauschen:

Nicht Jener, der die Opferflamme trug
vom griechischen Altar zum fernen Norden
ein Läufer ohne Kopf, ein bleicher Spuk
der Nacht, gespenstisch aus dem Nichts geworden!

Sein Lauf ging unaufhaltsam durch das Land,
der blutige Stumpf auf seinem Nacken glühte
noch röter durch das Dunkel, als der Brand
der Fackel, die in seiner Hand versprühte.

Und wo er weilte, barst die Flamme schon:
die Bauern, die aus ihren Hütten traten,
sahn starr vor Schrecken rings die Wälder lohn,
und wie ein breites Flammenmeer die Saaten.

Weit hinter ihm wies riesig in das Land
durch schwarze Nacht den Weg, den er genommen,
ein weißes Schwehlen wie ein Schlangenband,
doch endlich schien er an ein Ziel gekommen.

Er stand im Dunkel einer großen Stadt,
die wie ein Tier im Schlaf sich keuchend regte,
und vor ihm lag das Haus, in dem der Rat
der Männer jenes Lands zu tagen pflegte.

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Bei späten Enkeln wird die Sage gehn,
wie er dort stand, im ersten Schein der Frühe,
der Läufer ohne Kopf, ein Graun zu sehn,
Und starr die Fackell hob, und sie mit Mühe

- wie einer, den ein schwerer Auftrag zwang -
in jenes Hauses Halle warf, und harrte,
bis sieghaft eine Riesenflamme sprang
aus dem Gebälk und in den Himmel starrte.

Und daß er dann den Arm erhob zum Gruß
an einen Unsichtbaren, dem man immer,
selbst in der Ferne, stumm gehorchen muß
und wie ein Rauch zerging im Morgenschimmer.“

Dieses Gedicht veröffentlichte Herr Alfred Margul-Sperber, gew. Redakteur des hiesigen jüdischen (und selbstverständlich deutschfeindlichen) „Morgenblattes“, dzt. Angestellter des Schlachthauses Burdujeni, in der Nr. 340 des hiesigen jüdischen Greuelhetzblattes „Tagblatt“ vom 27. September 1936 unter der Überschrift „Der Fackelläufer“. Anregung zu seinem Hetzgedicht gaben ihm, wie leicht zu erkennen, die Berliner Olympiade, der Reichstagsbrand, der verbrecherische Brandstifter van der Lubbe und sein Haß gegen das heutige Deutsche Reich. Das alles bleibt ihm unbenommen, möge er sich im Geiste und im Worte zu einem Verbrecher wie van der Lubbe bekennen, wenn es Herrn Alfred Margul-Sperber zu ihm zieht.

Nun hindert Herrn Sperber andererseits sein Haß nicht daran, sich dessen zu rühmen, daß seine Dichtungen im Nazibarbarenland Anerkennung fänden, und er versteht es auch in glänzender, geschickter Tarnung, mal anders zu sein und anders zu dichten, nur um in Zeitschriften des Dritten Reiches Eingang zu finden und dort gedruckt zu werden. So finden wir seinen Namen in dem kürzlich erschienenen „Kürschners Deutschenliteratur-Kalender 1937/38“ verzeichnet, der angeblich bereits judenrein sein soll und am allerwenigsten Greuelhetzern wie einem Margul-Sperber offenstehen dürfte. Aber der vielseitige Herr Sperber bringt noch mehr zustande. So finden wir einige Gedichte von ihm in einer Sammlung „junger deutscher Dichtung jenseits der Grenzen“, veröffentlicht im Septemberheft 1935 der in Hamburg erscheinenden Schriftenreihe „Das Gedicht“, Blätter für deutsche Dichtung. (Es wird auch Sache zuständiger Stellen im Reiche sein, diese Maskeraden aufzuklären und dafür zu sorgen, daß der Wiederholung solcher empörender Betrügereien ein Riegel vorgeschoben werde.)

Liest man Sperbers Gedicht „Der Fackelläufer“, so könnte man unter Berücksichtigung der Umwelt, in der er seinen Beruf im Schweineschlachthaus von Burdujeni ausüben muß, vielleicht noch annehmen, er sei beim Dichten von einem Schweineblutrausch erfaßt worden. Aber derselbe Herr Sperber kann seinen Lubbeschen fackelläuferischen Blutrausch auch ablegen und mit kühler Berechnung etwa ein Gedicht „Traumflucht“ („Tagblatt“ vom 24. Oktober 1937) einem Ludwig Friedrich Barthel widmen, oder ein anderes Gedicht „Oktoberfrühe “ („Tagblatt“ vom 17. Oktober 1937) dem Dichter Josef Weinheber als Widmung versetzen. Diese Anbiederung trägt dann schon einmal ihre Früchte, mag sie Herr Sperber denken. „Der Fackelläufer“ ist gut für Burdujeni, er ist gut für Cernăuți und die Juden in der ganzen Bucovina. Eine Widmung für Barthel und Josef Weinheber zeitigt aber in „Kürschners Deutschen Literatur-Kalender“ und in Sammlungen „junger deutscher Dichter jenseits der Grenzen“ im Dritten Reich Erfolge!

Josef Weinheber, erst im Vorjahr mit dem Münchener Mozartpreis ausgezeichnet, ist einer der nationalsten deutschen Dichter der Gegenwart und der denkbar stärkste Gegenpol des ihn besingenden Margul-Sperber. Er steht im Lager jener, die Sperber durch seinen kopflosen Fackelläufer verbrennen lassen will. Dasselbe gilt noch mehr für Ludwig Friedrich Barthel (nicht zu verwechseln mit dem Literaturhistoriker Adolf Bartels), der auch in seinem geistigen Schaffen ein verschworener Vorkämpfer des Nationalsozialismus ist. Das alles schützt sie aber nicht davor, von einem Margul-Sperber angedichtet zu werden. Großzügig setzt er sich über seinen Fackelläufer hinweg und dichtet - „Kürschners Literaturkalender“ usw. vor Augen - für Weinheber und Barthlel drauflos. (Dazu kann man nur sagen, daß die Säule aus edlem Marmor vor dem Portal eines vornehmen Hauses auch nichts dagegen tun kann, wenn vorbeilaufende Straßenköter vor ihr ein Bein heben...)

Solchen Edelknaben der Feder wie Sperber, für die sein blutiger Fackelläufer ohne Kopf fürwahr ein Symbol ist, gibt der von Margul- Sperber angedichtete Barthel selbst eine den Nagel auf den Kopf treffende Antwort. Wir führen aus einem Beitrag Ludwig Friedrich Barthels „Der Dichter in seiner Zeit“ im Almanach des Verlags Eugen Diederichs für das Jahr 1936 an:

„Bemüht, ein Ewiges zu offenbaren, ist er (der Dichter; Anm. d. Tgp.) durch das Mittel des Wortes an seine Zeit, an sein Volk ... gebunden.“

„Hölderlin wird keinem Franzosen - er deutsche sich denn ein und das hieße nicht nur unsere Sprache erlernen — aufrichtig nahekommen, wie es nur einen Faust gibt, den deutschen.“

„Der Dichter aber muß es von vornherein wissen, daß er als Deutscher allein unter Deutschen, als Grieche allein unter Griechen seine legitime Heimat haben kann, und diese Schicksalsverflochtenheit treibt ihn vollends hinein in das Erlebnis und in die Wirklichkeit seines Volkes.“

„Man will nicht Dichter seiner Zeit, seines Staates und seines Volkes werden, sondern man ist und wird das durch das Geblüt und Erlebnis, wie etwa Geblüt und Erlebnis den Dichter der Landschaft oder der Liebe bestimmen.“

„Wir leben nun einmal in einer kämpferischen Anspannung und nicht in einem Zustand seligen Besitzes. Unsere Freiheit atmet darum knapp. Sie wird um so natürlicher und gelassener atmen, je weiter die innere Durchbildung des neuen Staates voranschreitet und je eher das in einen Willen und eine Meinung zusammengeschworene Deutschland sich jeder fremden Bedrohung Herr weiß.“

„Es wird aber der Dichter unserer Zeit durch nichts so sehr aufgerufen, wie Durch den neuen Willen zum Ewigen, wie ihn der Staat und die Bewegung dartun und wie ihn der Führer gerade auch dem künstlerischen Gestalten des Dritten Reiches zur Richtschnur gibt.“     

*

Wir denken, daß, diese Ohrfeigen für Herrn Sperber genügen. Sie sind umso wirksamer und er muß sie umso mehr schweigend hinnehmen, als sie ihm von einem Mann versetzt werden, dem er selbst verehrungsvoll ein Gedicht widmete. (Ein zweiter Aufsatz folgt.)

Czernowitzer Deutsche Tagespost, 14. Jg., Nr. 4090, 3. November 1937, S. 2.

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[5. November 1937. Cato: Der Fackelläufer von Burdujeni – 2]

Der Fackelläufer von Burdujeni

2.

Herr Margul-Sperber und seinesgleichen — es gibt nämlich noch verschiedene „Sperbers“ in der Bucovina - mögen wirklich begabte Dichter sein oder nicht: das wollen wir nicht untersuchen und es ist uns gleichgültig. Wogegen wir uns wenden, ist das Streben dieser Leute, einerseits das heutige Deutschland und das Deutschtum zu besudeln und sich andererseits demselben Deutschland und dem deutschen Volke aufzudrängen, wie gewisse Tierchen dem im Bette schlummernden Menschen. Wogegen wir uns wenden, ist die Überheblichkeit, mit der diese dichtenden Zeitgenossen sich dabei gegenseitig beweihräuchern, ohne die Wahrheit des alten Sprichwortes zu beachten, das da sagt, daß eigenes Lob stinkt.

Wenn man die in unserer Stadt erscheinenden jüdischen Blätter einige Zeit regelmäßig und aufmerksam verfolgt, wird man draufkommen, nach welchem System diese dichtenden, Fackelläufer „ohne Kopf“ arbeiten. Da veröffentlicht der Dichter A einen Artikel, in dem er die Dichtkunst seines dichtenden Geistesgenossen B preist. Eine Woche später erhält man einen Artikel des Dichters B vorgesetzt, der ein Loblied auf das dichterische Schaffen des Herrn C beinhaltet. Und wieder nach einigen Tagen schließt der Dichter C den Reigen, indem er dem Zeitungsleser Lob und Preis für die Gedichte des Dichtens A darbietet. Der naive und kritiklose Zeitungsleser, d. h. die große Masse, führt sich diese Lobgesänge zu Gemüte und schwört darauf, denn es sind ja Dichter, also geaichte Kenner, die dem oder jenem Kollegen solche Urteile spenden. Daß dieses Lob unter Lobenden und Gelobten im Kreise herumwandert und auf diese Weise eine Art Rückversicherung in der Familie darstellt, entgeht dem kritiklosen Zeitungsleser.

Genau so arbeiteten auch die aus östlichen, kaftangesegneten Gefilden in das Deutsche Reich zugewanderten Dichter, Schriftsteller und Journalisten im Nachkriegsdeutschland im großen Maßstabe, so machten sie sich gegenseitig groß und so ließen sie nur ihresgleichen aufkommen, das hochbegabte, bodenständige deutsche Schrifttum durch Totschweigen unterdrückend. Dieses System des Lobens im Kreise, das an eine sich in den eigenen Schwanz beißende Schlange (Symbol der Freimaurerei!) erinnert, hatte im Nachkriegsdeutschland zur Folge, daß dem deutschen Volke eine ihm völlig wesensfremde, nicht bodenständige „Dichtkunst“ aufgezwungen wurde, die unwesentlich zur moralischen Zersetzung und politischen Verknechtung der Nation beitrug.

Im Reiche sind dem Judentum heute solche Methoden Gott sei Dank verschlossen. Mit echt orientalischer Findigkeit werden sie dafür von dichtenden Juden im Ausland angewandt; um aber auch im Reiche gedruckt und gelesen zu werden, wandte man sich — wie Herr Margul-Sperber — dem System der sogenannten „Mastdarmtouristik“ zu. In dem vorigen Artikel (siehe „D. Tgp.“ Nr. 4090 vom 3. d. M.) wurde gezeigt, wie dies gemacht wird: einmal veröffentlicht man ein Gedicht „Der Fackelläufer“, in dem man das ganze Dritte Reich in Brand setzt. Einige Zeit später veröffentlicht man im selben Blatt Gedichte, die man speichelleckerisch deutschen Dichtern widmet, die durch und durch Nationalsozialisten sind. Fürwahr, eine Rekordleistung an Rückgratlosigkeit und „Mastdarmtouristik“, die Herr Margul-Sperber zustandegebracht hat.

Daß diese Dichter auch andere Leistungen vollbringen können; daß man beispielsweise in ihren Gedichten Worte wie „Aufbruch“ und andere Ausdrücke nationalsozialistischer Prägung findet; daß Margul-Sperber z. B. unlängst ein Gedicht veröffentlichte, das einem vor langen Jahren von Max Dauthendey geschriebenen Gedicht, na, sagen wir sehr stark nachempfunden ist und dieselbe Überschrift („Die schwarze Sonne“) wie dieses hat — über all das und ähnliche Kleinigkeiten sei hier ohne Kleinlichkeit hinweggegangen. Interessanter ist die Frage, was der letzte Sinn der Betätigung einer solchen Gesinnung in der Dichtkunst ist. Ist es nur Eitelkeit, ist es Geltungsdrang? Vielleicht gibt darauf ein Artikel Antwort, der unlängst — sonderbarer Zufall! — ausgerechnet neben einer Gedichtübertragung Sperbers in einem hiesigen jüdischen Blatt zu lesen war,

In diesem Artikel wurde der Hoffnung Ausdruck gegeben, „daß der Nationalsozialismus doch noch eine weniger radikale Lösung des anscheinend unlösbaren Problems finden würde, denn eine Mischung mit jüdischem Blut könnte außerordentlich wertvoll sein“. Also darum geht es letzten Endes! Man erhält Fußtritte — und will dennoch „mischen“. Man will in beispielloser Überheblichkeit ein Volk beglücken, das von diesem Glück nichts wissen will und es Gott sei Dank abgeschüttelt hat. Warum diese beharrliche Aufdringlichkeit, wie sie bei keinem anderen Volke zu finden ist? Findet man beispielsweise Deutsche, die unbedingt dem jüdischen Volke in Palästina ihre Geistesprodukte in hebräischer Sprache aufdrängen wollen? Oder kann man sich Polen vorstellen, die unbedingt das deutsche Geistesleben bereichern, oder Ungarn, die das rumänische Volk und das rumänische Schrifttum mit rumänisch geschriebenen Gedichten beglücken wollen? Gewiß nicht. Diese Sucht des Beglückens und des „Mischens“ findet man nur bei einem Volke der Welt, und alle Völker empfinden sie immer mehr als freches Aufdrängen ungebetener Gäste und Schmarotzer. Uns so ist es auch zu verstehen, daß die Abwehr, fälschlich auch „Antisemitismus” genannt, immer stärker wird, so wie man sich gegen eine zunehmende Warzenplage nur durch Anwendung größerer Mengen immer schärferen Insektenpulvers wehren kann.

Cato

Czernowitzer Deutsche Tagespost, 14. Jg., Nr. 4092, 5. November 1937, S. 4.


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[17. Oktober 1937. Alfred Margul-Sperber: Oktoberfrühe]


Oktoberfrühe

Alfred Margul-Sperber


                    für Josef Weinheber


Tritt aus dem gärenden Wald,
trinke das duftende Licht!
Purpurne Röte umstrahlt
flackernd dir Stirn und Gesicht.


Siehe, im Osten entfacht
feurige Meiler der Tag,
Wolken am Rande der Nacht
glühn wie die Rosen im Hag.


Schon sind die Wölbungen hell
wie ein erleuchtetes Tor;
aber aus innerstem Quell
dunkelt noch Frühlicht empor.


Wie einst am Morgen der Welt
leer und zum erstenmal schön,
atmet im Herbstschlaf das Feld
goldenen Rauch zu den Höhn.


Selig in Flammen getränkt
steht der entblätterte Wald:
der sich so edel verschenkt,
bleibt als die reine Gestalt.


Schlinge das bronzene Laub
reich dir um Schläfen und Haar!
Eh' es verweht in den Staub,
keltre das alternde Jahr!

Tagblatt, 3. Jg., Nr. 656, 17. Oktober 1937, S. 3.


[24. Oktober 1937. Alfred Margul-Sperber: Traumflucht]

Traumflucht

Alfred Margul-Sperber

                    für Ludwig Friedrich Barthel

Ich fühlte mich wieder im Winde – im Winde, und nicht mehr im Leide,
ich hing als ein funkelnder Tropfen vor Tag an den Blättern der Weide.

Wie uferlos weh war der Abschied von allem, was lange mich quälte,
wie schwer ich mich nur und wie zögernd aus allem Vergangenen schälte!

Nun kühlte mich sanft das Vergessen, nun war mir so leicht und so leise,
ich wiegte mich zärtlich im Aufbruch zu einer unendlichen Reise.

Ich spürte das Duften der Heimkehr, ich konnte die leuchtenden Auen
und Wälder von ferne im Schimmer der Morgenröte erschauen.

Ich war durch alle die Jahre so weit in die Irre gegangen –
noch wollte ein letztes Erinnern nach mir aus der Dunkelheit langen.

Da ahnt' ich das Nahen der Sonne, und bebend, als ob ich entflöhe,
zerfloß ich beim Flammen des Aufgangs als schimmernder Rauch in die Höhe.


Tagblatt, 3. Jg., Nr. 662, 24. Oktober 1937, S. 3.

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[10. November 1937. Alfred Margul-Sperber: Zur Abwehr einer Anflegelung]

 

Zur Abwehr einer Anflegelung

Alfred Margul-Sperber

In der „Tagespost“ vom 3. und 5. November also in zwei Folgen, veröffentlicht Cato einen Angriff gegen mich, der das Ungeheuerlichste, Beispielloseste und Schäbigste an perfider Ehreabschneiderei, verleumderischen Fälschungen und lügnerischen Unterstellungen vorstellt, das mir je unter die Augen gekommen ist. Mit der Gesinnungslosigkeit der angewendeten Methode hält der ordinäre Tonfall gleichen Schritt. Es ist der Tonfall des Wirtshauses, wenn alle Hemmungen gelöst sind und der Radau beginnt. Cato vergleicht mich mit einem beinehebenden Straßenköter, nennt meine Veröffentlichung von Gedichten in einer deutschen Zeitschrift „empörende Betrügereien“ und zeiht mich der „Rückgratlosigkeit und Mastdarmtouristik“. Man wird in der Folge sehen, weshalb. Also Cato heißt der Kavalier, diese nicht nur als Charakterbild, sondern auch in späten Nachtstunden leiblich schwankende Gestalt, die sich solches gegen mich leistet! Wer anders könnte es sein? Wem sonst käme der Einfall, ich hätte ein Gedicht im „Schweineblutrausch“ geschrieben, als einem, der wähnt, Gedichte würden, ebenso wie seine Zeitungsartikel, vornehmlich im Rausch geschrieben? Wem anders stünde der Vergleich mit einem beinehebenden Straßenköter so fix zu Gebote, als einem, der, an und für sich Träger eines in der Regel nur als Hundenamen verwendeten Pseudonyms, sich einmal in aller Öffentlichkeit, in einem menschenerfüllten Saale, in der durch jenen Vergleich angedeuteten Verrichtung gefallen hat, wobei er nicht einmal das Bein zu heben brauchte? Cato hat nun, ein für alle Male, die Schonung verwirkt, die ich ihm, ganz unverständlicher Weise, seit Jahren angedeihen lasse. Er ist von mir unlängst auf das nachdrücklichste verwarnt worden, sich ja nicht wieder an meinem Privatleben zu vergreifen. Habeat sibi!

Cato ist nicht nur in seinem publizistischen Leben ein rüder Polemiker. In Cernăuți erfreut er sich des Leumunds, in besonders angeregter Stimmung lebhaft mit Flaschen und Bierkrügeln um sich zu werfen. Nun gehört das allerdings zu den Dingen seiner privaten Lebenshaltung. Aber ein Trinker ist solange Privatmensch, als er nicht gemeingefährlich wird. Ist er das einmal, dann wird seine Leidenschaft unfehlbar Gegenstand des öffentlichen Interesses. Insbesondere bei einem Manne, der durch seine publizistische Tätigkeit Einfluß auf die Gestaltung des öffentlichen Lebens nimmt, hat die Öffentlichkeit ein Recht zu wissen, ob er nüchtern ist, wenn er die Feder in die Hand nimmt. Denn das Unheil, das ein benebeltes Gehirn stiften kann, wenn es sich in Druckerschwärze umsetzt, läßt alle Möglichkeiten eines gewöhnlichen alkoholischen Exzesses weit hinter sich. Wenn in einem Blatte, dessen Schriftleiter im Rufe des Gewohnheitstrinkers steht, unausgesetzt, hemmungs- und skrupellos mit den niedrigsten Mitteln gegen eine andere Nation gehetzt wird, dann muß man sich schon fragen, ob ein solches Blatt nicht gerade diese seine spezifische „Richtung“ den schädlichen Auswirkungen des Alkohols verdankt. Ich bin hier bei einem Punkte angelangt, wo ich den mehr oder minder wichtigen persönlichen Anlaß, der zu meinen Betrachtungen geführt hat, weit hinter mir lassen muß. Es ist eine Frage von brennendstem öffentlichen Interesse, die ich da anschneide. Das Pressegesetz bietet leider keine Handhabe gegen einen solchen publizistischen Uebelstand. Es schreibt zwar neuestens vor, daß Hauptschriftleiter akademisch gebildet sein müssen, aber es sieht nirgends die Unvereinbarkeit von geistigen Getränken und geistigen Berufen, wie der Journalismus einer ist, vor. —

Im Schenkenzwielicht also, in einer alkoholdunstgeschwängerten Atmosphäre, ist über mich von Cato ein „literarisches Gericht“ gehalten worden. Es sieht auch ganz darnach aus: die gegen mich ins Treffen geführten Argumente sind Rülpse, die Anwürfe Stänkereien. Wer kann unter solchen Umständen erwarten, daß ich mich ernsthaft mit den Details, die er vorbringt, befassen werde? Wer was über mich lügt, glaubt ihm ohnehin kein Mensch. Wer wird die hirnrissige Logik seiner Beweisführung ernstnehmen, die da faselt, oder besser gesagt: fuselt, ich hätte im Oktober 1937 zwei deutschen Dichtern Gedichte gewidmet, um im September 1936 in einer deutschen Zeitschrift gedruckt zu werden? Er hat die Stirn, ein Gedicht von mir, in welchem die Gestalt des von einem deutschen Reichsgerichte wegen kommunistischer Brandstiftung abgeurteilten und hingerichteten Van der Lubbe als zeitloses Symbol des mordbrennerischen Amoklaufs einer irren Welt gespenstisch beschworen wird, abzudrucken und hinterdrein zu behaupten, es sei ein „Hetzgedicht“, inspiriert von „Haß gegen das heutige Deutsche Reich“. Wer glaubt ihm das, wenn er das Gedicht gelesen hat? Das Gleiche ließe sich ebensogut von Schillers „Kampf mit dem Drachen“ behaupten! Wer kann das Lachen unterdrücken bei seiner Behauptung, ich bekennte mich zu zeitgenössischen deutschen nationalen Dichtern ausgerechnet in Cernăuțier jüdischen Zeitungen — die Cato als Greuelhetzblätter bezeichnet — zu dem Zwecke, um mich bei diesen nationalen Dichtern Liebkind zu machen! Wer wird es erst darauf ankommen lassen, daß er seine Lüge, ich habe ein Gedicht von Max Dauthendey „na, sagen wir: sehr stark nachempfunden“, unter Beweis stelle, und nicht sofort vermuten, daß er mein Gedicht doppelt gesehen hat? Wer weiß nicht, daß das Wort „Aufbruch“, dessen Verwendung Cato den Juden verwehren will, weil es nach ihm ein „Ausdruck nationalsozialistischer Prägung“ sein soll, in seiner heutigen Bedeutung schon 1914 von dem Adolf Bartels zufolge jüdischen, in Frankreich gefallenen Dichter Ernst Stadler als Buchtitel verwendet worden ist? Wer liest Catos Quasselei von der „Mischung“, mit der er mich, es ist gar nicht abzusehen, warum, in Zusammenhang bringt, ohne sofort zwangsläufig zu denken, daß ihm dabei verschwommen ein Cocktail vorgeschwebt haben muß? Aber wer bringt es überhaupt zustande, diese denkwürdigen zwei Catoartikel gegen mich ganz zu Ende zu lesen, ohne daß ihm dabei übel wird?

Denn, um es geradeheraus zu sagen: sie riechen nicht überall nach Alkohol, es ist manchmal auch der säuerliche Geruch des Katzenjammers zu spüren, in dem Cato, aus irgend einem dumpfen Grollen der Verärgerung über mich, die Inspiration zu seinem Husarenritt gekommen sein dürfte. Wenn er meine Antwort liest, und nicht gerade einen Rausch hat, wird er sich fein bescheiden und in Zukunft [hüten], mit mir wieder anzubinden. Denn das nächste Mal würde es viel schlimmer kommen. Hat er aber einen sitzen und es ist gerade ein Bierkrügel in seiner greifbaren Nähe, dann wird halt ein Unschuldiger daran glauben müssen.

Einen Unfug muß er aber sofort abstellen: sich weiterhin Cato zu nennen. Das geht schon darum nicht, weil jener Cato Censorius bekanntlich ein sehr sittenstrenger Mann gewesen ist. Wenn ihm aber dieses Pseudonym durch den jahrelangen Gebrauch so sehr ans Herz gewachsen ist, daß er sich davon nicht zu trennen vermag, dann soll er sich wenigstens, zur „reinlichen Scheidung“ von seinem römischen Namensvetter, von Stund' an: Cato Schikorius nennen.

Czernowitzer Morgenblatt, 20. Jg., Nr. 5737, 10. November 1937, S. 5.







+++ Top +++

 



Erstellt: 2. 6. 2026 - Aktualisiert: 15. 6. 2026, 10:55 h







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Donnerstag, Januar 01, 2026

News 2026


16. 6. 2026

Hellmut Seiler (* 19.4. 1953 -  † 16. 6. 2026)

Heute Vormittag ist der Schriftsteller Hellmut Seiler nach kurzer schwerer Krankheit verstorben.


Scriitorul Hellmut Seiler a murit în această dimineață.


Hellmut Seiler mit Texten in der NBZ-Beilage, Wortmeldungen '82, vom 16. Juni 1982

HELLMUT SEILER 

heimkehr 

wir sind jetzt so weit 
mit keiner wimper mehr zu zucken 
sind wir doch noch 
mit einem blauen auge davongekommen 
müssen wir auch dies zudrücken keine sorge 
wir kommen schon an: 
uns wird heimgeleuchtet 


drückeberger

            (für Rolf auf seine gegenteilige gesinnung) 

kaum auszudenken wie sie 
voller überdruss 
trübsinnig 
der muschel die rosa 
rote brille aufsetzen 
sich geradewegs draufhocken 
zu ihrer sichtlichen erleichterung 

das schaffen sie grad noch!







***

Vergessene Texte - Texte uitate  


14.6. 2026

Mioriţa

[25. Oktober 1925. Robert Reiter: Das Lämmchen. Dachzeile: Dichtung und Welt]



Das Lämmchen 

(Rumänisches Volkslied)

Vom Gebirgsgefilde
Kamen in das milde
Tal drei Lämmerherden,
Kamen aus Gottes Gärten.
Mit den Lämmerherden
Kamen auch drei Hirten.
Einer war aus Moldau,
Einer Ungureaner,
Einer war Vrantschaner.
Jener Ungureaner
Hielt mit dem Vrantschaner
Rat in einemfort,
Denn an dunklem Ort,
Wenn die Sonne gesunken,
Blumen den Tau getrunken,
Reichen Moldauer Hirten
Wollten sie erwürgen.
Schöner war seine Herde,
Hatt’ auch kluge Pferde,
Lämmer hatt’ er runde,
Starke, treue Hunde.
Aber ein weichgelocktes
Lämmchen trauert, nichts lockt es,
Frißt nichts seit drei Tagen,
Blöckt als wollt’ es was sagen,
Rührt das Gras nicht an.
— Lämmchen, lockiges Tier,
Rotgöschchen, teuer mir,
Frißt nichts seit drei Tagen,
Willst mir stets was sagen!
Ist dir’s Gras zu trocken,
Lämmchen mit weichen Locken,
Oder bist du krank?
— Herr, mein guter Herr,
Treib die Herde gleich
In das schwarze Gesträuch.
Grün sind dort die Matten,
Kühl ist auch der Schatten.
Herre, aus gutem Grund
Wähl dir einen Hund,
Stärkeren als die andern,
Treu mit dir zu wandern;
Wenn die Sonne gesunken,
Blumen den Tau getrunken,
Ungureaner und Vrantschaner
Wollen dich ermorden!
— Lämmchen, zu Wunder geworden,
Lämmchen mit langer Woll’,
Wenn ich sterben werde
In dem Gras der Erde,
Sage dem Vrantschaner,
Sag dem Ungureaner,
Will mein Grab gegraben
In der Hürde haben,
Bei den Lämmerlein
Will ich immer sein.
Bei den treuen Hunden:
So will ich liegen unten.
Sprich mit ihnen deswegen.
Aber aufs Grab mir legen
Sollst eine Flöte von Holz,
Süß ist das Lied und stolz!
Eine Flöte von Knochen,
Schluchzt wie ein Herz gebrochen!
Eine Flöte von Flieder,
Feurig sind die Lieder!
Wenn die Winde gehn,
Durch die Flöten wehn,
Werden meine kleinen
Lämmer mich beweinen,
Bittere Tränen weinen!
Aber von dem Mord
Sage ja kein Wort,
Sag, ich wurde getraut
Mit der himmlischen Braut,
Einem Königsmädel:
Sage ihnen allen,
Sternlein ist gefallen
Bei dem Hochzeitsfeste,
Unsre Hochzeitsgäste
Waren Platanen und Fichten,
Unsern Kranz, den lichten,
Hielten Sonne und Mond,
Berge die Priester waren,
Vögel, singende Scharen,
Kamen aus Himmelsferne.
Fackeln waren die Sterne!
Sollte aber kommen
Her mit guten, frommen
Augen ein Mütterlein,
Das von Wolle ein’
Gürtel sich gewebt
Und vor Tränen bebt:
„Lämmchen, sag, wer kannte,
Lämmchen, hierzulande
Meinen Hirtensohn?
Feiner wie’s Ringlein war er,
Edelstein, ein rarer,
Seine Wangen waren
Wie der Milch ihr Schaum,
Schnurrbärtchen, glaubte man, wäre
Eine Weizenähre,
Flatternd das schöne Haar
Rabengefieder war
Und die Augen genau
Brombeerblau“ ...
Lämmchen, mein treues, erbarmen
Sollst du dich der armen,
Sag ihr alles klar,
Sag ihr, ich wurde getraut
Mit der fürstlichen Braut
In paradiesischem Garten.
Lämmchen, teures Lämmchen,
Mütterlein darf’s nicht wissen,
Daß ein Stern hat müssen
Fallen beim Hochzeitsfeste,
Daß die Hochzeitsgäste
Waren Platanen und Fichten,
Berge die Priester waren,
Vögel, singende Scharen,
Kamen aus Himmelsferne,
Fackeln waren die Sterne!

Uebertragung von Robert Reiter.

Prager Presse, 5. Jg., Nr. 292, 25. Oktober 1925 („Dichtung und Welt”. Beilage zur „Prager Presse”, Nr. 43, 1925), S. I. 

*

[5. Januar 1928. Franz Xaver Kappus: „Die Gartenlaube“ im Banat. Dachzeile: Was „Die Gartenlaube“ meiner Kindheit war]




„Die Gartenlaube“ im Banat

Von Franz Xaver Kappus

Anno 1892 war's — da sagte mein guter, heute bald achtzigjähriger Vater: „Wir werden die ‚Gartenlaube‘ nicht aufgeben.“ Das war nun bei Gott kein großes, schicksalsentscheidendes Wort, aber ich hellhöriger Knirps freute mich unbändig darüber. Mit allen Mitteln wurde damals meine ehedem deutsche Geburtsstadt Temesvar madjarisiert, und das bedeutete innerhalb und außerhalb der Schule harten Zwang für mich. „Gartenlaube“ hingegen — darin lag der Inbegriff trotziger Selbstbestimmung. Das trug über die rot-weiß-grünen Grenzpfähle des ungarischen Vaterlandes hinaus, das lockte, überraschte und beglückte und war jede Woche ein neuer Akkord aus der Welt der Erwachsenen, nach der mein heißes Knabenherz ungeduldig pochte.
Kein Wunder, daß ich schaute und las, las und schaute. Zu herrlich war ja auch, was sich in den Heften mit den anheimelnden gelben Umschlägen alles fand. Erst hatten es mir die Reproduktionen bekannter Meister und die zierlichen Randleisten und Schlußstücke angetan. Stunde um Stunde verbrachte ich damit, meine Lieblingsstücke mit Stift und Pauspapier nachzuzeichnen, wollte ich doch damals dereinst ein schrecklich berühmter Maler werden. Wie viele meiner Altersgenossen mochten gleich mir erste künstlerische Anregungen aus jenen sauber bedruckten Blättern empfangen haben? Aber schon ging mir auch der Sinn für die belehrenden und unterhaltenden Aufsätze auf, die die „Gartenlaube“ in reicher Fülle brachte. Da öffneten sich Ausblicke in fremde Erdteile, da entschleierten Meeresgrund und gestirnter Himmel ihre Wunder, da langte die Technik in die Möglichkeiten der Zukunft hinein. Und dann — die Gedichte, Geschichten, Novellen und Romane . . . Noch heute danke ich's meinen Eltern, daß sie dem später Zwölf- und Dreizehnjährigen niemals zu lesen verwehrten, was er wollte. Denn ob „verstanden“ oder nicht: diese Novellen und Romane setzten meine Einbildungskraft ebenso gewaltig in Schwung wie die Aufsätze mit strengem Wirklichkeitsgehalt. Ohne daß ich es merkte, formten sich aus dem vielgestaltigen Lesestoff, den die „Gartenlaube“ bot, die ersten Umrisse eines Weltbildes in mir, tatsachennah auf der einen und romantisch bewegt auf der anderen Seite. So verstand es sich beinahe von selbst, daß ich selber zur Feder griff und in meine kindlich ungelenken Gedichte und Geschichten verwob, was mir die geliebten gelben Hefte an exakter Weisheit, erdichteten Geschehnissen und holden Phantastereien vermittelt hatten.
Und so wurde vielleicht auch zu der Mischung von lebensechter Wirklichkeit und abenteuerlicher Besonderheit, die meine späteren wirklichen Bücher kennzeichnet, der allererste Anstoß gegeben.
Viele Jahre sind darüber hinwegegangen. Aber der warme, befruchtende Klang, der die „Gartenlaube“ meiner Kindheit war, wird auch jetzt immer wieder lebendig, wenn der Weg mich dann und wann in meine Geburtsstadt führt. Indessen ist Temesvar mit dem halben schwäbischen Banat Rumänien zugefallen — doch im Hause meiner nun greisen Eltern hat sich kaum etwas geändert. Da stehen die lieben, alten Möbel von einst, da grüßen dieselben vertrauten Bilder aus ihren verblaßten Rahmen, und da wuchten übereinandergeschichtet die gebundenen Jahrgänge der „Gartenlaube“ auf dem Bücherregal. Nicht selten ereignet es sich da in einem Augenblick des Schweigens, daß eines von uns nach den braunen, goldverzierten Bänden greift und die zerlesenen Blätter sachte zu wenden beginnt, leise lächelnd, ohne ein Wort, mit nickendem Atemholen dann und wann. Und da weiß ich es und fühle es deutlicher als jemals: Was immer man auch in die Seele des Kindes hineingeheimnist — immer sind es die gradlinigen, einfachen und artgegebenen Eindrücke erster Jugendzeit, die als stärkste Kräfte am Lebenswerk eines Menschen bauen.

Die Gartenlaube, Nr. 1, 5. Januar 1928, S. 23.

Anm. Das Heft enthält mehrere Beiträge, die dem 75. Geburtstag des 1853 von Ernst Keil in Leipzig gegründeten „Illustrierten Familienblatts“ gewidmet sind. Siehe dazu auch die unter der Dachzeile „Fünfundsiebzig Jahre“ abgedruckten Texte. Mehr zu Kappus hier, hier  und hier

*

19. 5. 2026

[4. März 1938. Alfred Margul-Sperber: Der Gelbe]

Alfred Margul-Sperber

Der Gelbe

            für Lotar Rădăceanu *)

Gelb ist das Maiskorn, das man auf unseren Feldern fechst.
Gelb ist die arme Scholle, auf der das Brot uns wächst.
Gelb ist der reife Kürbis im leeren Sommerland;
und unser Totengräber ward nur der „Gelbe“ genannt.

Sein Haar war dünn und flächsern, sein Antlitz fahl und fremd,
er trug den Lehm der Gräber ewig auf Kleidern und Hemd,
er hopste den Leichenzügen mit der scheppernden Büchse voran,
und plärrte mit den Weibern, wenn die Bestattung begann.

Und war die Zeit gekommen, daß man den Toten barg,
so schaufelte er wie besessen die Erde über den Sarg.
Dann zog er linkisch die Mütze und murmelte allerlei;
die Leute gaben ihm reichlich, es war auch Segen dabei.

Er strolchte zwischen den Gräbern herum den langen Tag,
oft hörten die Hirten am Hügel, wie er zu den Toten sprach;
und Tage gab's, wo er jedem schon aus dem Wege wich —
war er ein Narr? Ein Behexter? Die Bauern bekreuzten sich.

Er ging bei Morgengrauen und kam erst spät nach Haus.
Bei seinem Weibe gingen die Männer ein und aus.
Wie sollte sie auch anders? Er kam und aß wie ein Tier,
und sprach kein Wort und lag dann wie ein Klumpen Erde bei ihr.

Einst kam er zeitig nach Hause, da fand er mancherlei:
stand Essen auf dem Tische und Schnaps war auch dabei,
sein Weib saß breit bei Tische und Einer war bei ihr:
das war der gestrenge Herr Förster vom herrschaftlichen Revier.

Der fuhr aus seinem Dusel und schrie: „Du Dreckgesicht,
was machst du große Augen, erkennst du mich denn nicht?
Wir feiern heute Hochzeit, du bist der Ehrengast,
jetzt friß und trink und zeige, daß du Manieren hast!“

Der Gelbe nahm die Flasche und trank sie bis zum Grund;
es lag ein schiefes Lächeln um seinen breiten Mund.
Doch jener gröhlte: „Weiter! Wo bleibt der Tanz beim Fest?
Ein schöner Gast mir, der sich zum Tanz erst bitten läßt!

He, streck' die faulen Knochen!“ Der hob das Bein und sprang
und hopste einen Tanzschritt, so gut er ihm gelang,
und walzte durch die Stube und wirbelte herum —
im Bett die Beiden wälzten und lachten sich fast krumm.

Und immer wilder raste sein Tanz mit Sprung und Lauf,
er schlug sich auf die Schenkel und stampfte dröhnend auf.
Die Beiden dort im Bette, die lachten längst nicht mehr,
sie lagen schon erschlagen vom Rausch und schnarchten schwer.

Die Stunden krochen wie Spinnen um seinen grausen Tanz,
schon dämmerte in den Fenstern der fahle Morgenglanz.
Die Lampe am Ofen blakte und ging auf einmal aus —
da hielt er plötzlich inne und lauschte durch das Haus.

Er lauschte zum Bette hinüber, dort war es seltsam still,
und plötzlich war er wie Einer, der sich besinnen will —
er legte den Finger zum Munde und sprach in den Morgen hinein:
„Pst, die sind nun gestorben und müssen begraben sein!“

Auf seinem Rücken trug er sie schwer zur Türe hinaus
und bettete sie behutsam auf's spärliche Gras vor dem Haus,
und schleppte aus dem Gerümpel der Scheuer den Schubkarren hervor,
und lud sie darauf querüber und führte sie aus dem Tor.

Sie waren aus ihrem Rausche noch immer nicht erwacht:
stark war das Poltern des Karrens, doch stärker des Schnapses Macht.
Im kühlen Frühwind blähten sich prall die Hemden auf,
und durch die Morgenstille kreischte das Rad im Lauf.

Weit war der Weg zum Friedhof, und seine Last war schwer,
doch lustig hopste der Gelbe hinter dem Karren her.
Das war ein feines Begräbnis in morgenfrischer Zeit!
Nur daß die scheppernde Büchse hier fehlte, tat ihm fast leid.

Und noch der steile Hügel: dann war das Ziel erreicht.
Droben am Morgenhimmel zogen die Wolken so leicht.
Vor einem halbgeschaufelten Grabe machte er Halt —
o, das Gesicht seines Weibes, wie war das heut häßlich und alt!

Zu unterst kam der gestrenge Herr, der ihn tanzen hieß,
er beugte sich tief in die Grube, eh' er ihn fallen ließ;
und etwas höher gebettet, folgte das Weib ihm nach:
so wußte er sie in der Nähe, wenn er mit den Toten sprach.

Er stand und holte Atem, und murmelte allerlei,
und plärrte eine Weise als Totenlitanei;

Cernăuţi Morgenblatt. Gazeta dimineţii, Anul 22, Nr. 6096, 4 martie 1938, p. 6. [Ursprünglicher Zeitungsname: Czernowitzer Morgenblatt; erscheint aufgrund der 1938 eingeführten, nationalistischen Sprachgesetze unter dem rumänisierten Namen: Cernăuţi Morgenblatt/Gazeta dimineţii. Weitere Beispiele in: Blut und Boden 4 - Sînge şi glie 4. ].

Eine vollständige Fassung des Gedichtes, jedoch ohne die Widmung, veröffentlichte Margul-Sperber in dem Band: Alfred Margul-Sperber: Aus der Vorgeschichte. Mythen, Mären, Moritaten, Literaturverlag, Bukarest 1966, S. 149-155.

*) Lothar (oder Lotar) Rădăceanu (Lothar Würtzler bzw. Würzel oder Wurzer; 1899–1955) war ein in der Bukowina, in Radautz (Rădăuți), geborener rumäniendeutscher Politiker, Journalist, Literaturkritiker und sozialdemokratischer Theoretiker. Er veröffentlichte in den avantgardistischen Blättern der Czernowitzer Literaturszene und in internationalen, sozialdemokratischen Publikationen. In Bukarest gehörte er zu den führenden Köpfen der Sozialdemokratischen Partei. Nach dem Sturz des faschistischen Antonescu-Regimes, am 23. August 1944, bekleidete er wichtige Partei- und Regierungsämter. Er war Arbeitsminister (1944–1952) und zeitweise Bildungsminister (1947–1948). Als Vertreter des linken Flügels der Sozialdemokraten plädierte er für den Zusammenschluss seiner Partei mit der Kommunistischen Partei. Aus der Zwangsfusion entstand 1948 die Rumänische Arbeiterpartei (RAP) - Partidul Muncitoresc Român - PMR. Rădăceanu war Mitglied des Politbüros und des Zentralkomitees der RAP sowie Parlamentsabgeordneter. Gleichzeitig lehrte er als Professor an der Universität Bukarest und war Mitglied der Rumänischen Akademie. Er starb 1955 während einer offiziellen Auslandsreise in Helsinki.

*

11.5. 2026

În urmă cu 125 de ani s-a născut poeta Rose Ausländer

Vor 125 Jahren wurde Rose Ausländer geboren

(ROSE AUSLÄNDER, CERNĂUŢI/ CZERNOWITZ, 11. 5. 1901-DÜSSELDORF, 3. 1. 1988)







[5. Dezember 1937. Alfred Margul-Sperber: Auf der Brücke]

Auf der Brücke 

          Für Rose Ausländer

Sang die Nixe zu dem müden Manne,  
den zum Wasser seine Not getrieben:  
„Kannst du nicht die schöne Erde lieben,  
sag, warum entfliehst du ihrem Banne?  

Aus der bunten Tausendfalt des Lebens  
willst du in den trüben Schein der Feuchte,  
daß der blaue Tag dir nicht mehr leuchte?  
Suchst den Frieden, und du suchst vergebens!  

Ach, vom Dämmerlicht in unsren Reichen  
welkt dein Leib, und deine Augen sterben,  
nie wird dich ein warmer Arm umwerben,  
nie ein heller Laut dein Ohr erreichen!  

Sieh, dem Wasser ist nicht Hast gegeben,  
nur die Erde weiß von Ruh’ und Schweigen!  
Wasser rauschen, fallen oder steigen,  
und wir bangen oft nach eurem Leben!  

Nur als Abbild ahnen wir von ferne  
weiße Wolken duftgeschwellt und leise,  
große Vögel auf der Wanderreise,  
und den holden Glanz der tausend Sterne!  

Wenn der Lenz die Erde hält umfangen  
und sie glühend küßt, daß sie erblühe,  
dampfen Wälder in den Brand der Frühe  
und der Tag hat rosenrote Wangen!  

Wie wir uns nach euren Nächten sehnen!  
Wenn im Wiesental die Nebel brauen,  
muß euch schimmernder der Mond erblauen,  
und sein Licht tropft langsamer als Tränen!  

Sahst du nie die Nixe bleich im Sande,  
wenn vor Nacht die schwarzen Schleier sinken,  
sehnsuchtsvoll dem späten Fischer winken,  
der die Netze einsam flickt am Strande?  

Ach, sie liegt und trinkt in langen Zügen  
bittern Duft der fernen Tannenwälder  
und den Grillenlaut der dunklen Felder,  
und der Menschenstimmen stilles Trügen . . .  

Wie wir dieses starre Wasser hassen,  
wenn die Stimme lockt der starken Rufer!  
Fandst du niemals weißen Schaum am Ufer?  
Nixen sterben, die ihr Reich verlassen! . . .“  

Also sang das Wasserweib im Schweben  
auf der Flut, und der dort dunkel lehnte  
an die Brücke und den Tod ersehnte,  
faßte sich und ging zurück ins Leben.

Alfred Margul-Sperber

CMB, 20. Jg.,  Nr. 5779, 5. Dezember 1937, S. 6.

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Neue Bücher - Cărţi noi 

22.5. 2026

Hausleitner, Mariana: Bukowina. Eine europäische Vielvölkerregion. Herausgegeben vom Deutschen Kulturforum östliches Europa. Potsdamer Bibliothek östliches Europa – Geschichte, Potsdam 2026. 
Siehe auch: Neue Bücher

#



2. 6. 2026

Aktualisiert und ergänzt - Actualizat și completat 


Hermann Schlandt und die Kronstädter Zeitung / Hermann Schlandt şi ziarul Kronstädter Zeitung

Siehe laufende Zahl 13 in der Liste mit den als Kriegsverbrecher beschuldigten Personen

A se vedea poziția 13 din tabelul cu persoanele învinuite de crime de război. Neu!Nou!  

24. Juni 1941. Andreas Schmidt: Aufruf - An die Deutsche Volksgruppe in Rumänien / 24 iunie 1941. Andreas Schmidt: Chemare – Către Grupul Etnic German din România

26. März 1946. Haftbefehl erlassen vom Hauptankläger des Volksgerichtshofes aus Klausenburg, Eugen Man / 26 martie 1946. Mandat de arestare emis de acuzorul public şef al Tribunalului Poporului din Cluj, Eugen Man



"Mediascher Zeitung", "Arader Zeitung"

Siehe laufende Zahl 20 in der Liste mit den als Kriegsverbrecher beschuldigten Personen
A se vedea poziția 20 din tabelul cu persoanele învinuite de crime de război.

11. April 1941. Otto Ließ: Der Osten im Aufbau / 11 aprilie 1941.  Otto Ließ: Estul în reconstrucție

#

17.4. 2026

Aktualisiert und ergänzt - Actualizat și completat 




1939. Gerda Mieß: Heimkehr

3. Dezember 1943. Gemeinsame Front auch im Geistigen / 3 decembrie 1943. Front comun și în plan spiritual  

Bernhard Capesius: Deutsch-rumänische Verständigung durch die Dichtung von heute, 1938 und 1940



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30.4. 2026

Răzvan Filip, Bianca Felseghi: „Palantir de România”. Trecutul neolegionar al antreprenorului care vinde „AI suveran” pentru SRI, SPP și MApN, PressONE, 29.4. 2026




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29. 4. 2026

Un „grup de intelectuali clujeni” și „despăducherea României”

Clarificări necesare

 

Aflăm din presa locală că „intelectualii clujeni se opun eliminării numelui lui Octavian Goga din spațiul public” (https://ziarulfaclia.ro/un-atentat-la-identitatea-nationala-intelectualii-clujeni-se-opun-eliminarii-numelui-lui-octavian-goga-din-spatiul-public/).

Câteva clarificări sunt necesare:

   În Declarația de la Cluj se afirmă că „a pedepsi un astfel de om ni se pare o greșeală impardonabilă, pe care nici ideologii sovietizării nu au comis-o”. În fapt, protestul  își propune să salveze construcția memoriei publice a poetului Octavian Goga, materializată prin busturi, denumiri de străzi, instituții publice etc. Altminteri pe Goga nu îl mai poate nimeni pedepsi sau salva, el este decedat de 88 de ani.

Dar, cu rațiune și bun simț, să ne întoarcem la realitatea zilelor noastre. În decembrie 2025 a fost promulgată de președintele țării legea care modifică OUG nr. 31/2002. Între altele, art. 5 a fost completat și sună astfel: „Fapta persoanei de a promova, în public, cultul persoanelor vinovate de săvârșirea unor infracțiuni de genocid, contra umanității și de război, al persoanelor care au făcut parte din conducerea organizațiilor fasciste, legionare, rasiste sau xenofobe, precum și fapta de a promova, în public, idei, concepții sau doctrine fasciste, legionare, rasiste sau xenofobe, în sensul art. 2 lit. a), se pedepsesc cu închisoare de la 3 luni la 3 ani sau amendă și interzicerea unor drepturi”. Mai pe înțelesul celor de la Cluj, a promova în spațiul public memoria unor persoane care, într-un moment sau altul al vieții lor, s-au încadrat într-una din situațiile prevăzute la art. 5, reprezintă o faptă penală, deci interzisă.

Or, Octavian Goga a înființat alături de A.C. Cuza, în 1935, Partidul Național Creștin rămânând președintele lui până la moarte. Partidul Național Creștin a fost un partid de extremă dreaptă, fascist, xenofob și antisemit. Emblema partidului era tricolorul cu zvastica în mijloc, iar sloganul acestuia a fost „România a românilor”! În campania electorală din 1937 afișele antisemite au constituit suport de campanie electorală. În ianuarie 1938, poetul și-a pus apostila de Prim Ministru pe Decretul-lege nr. 169 privind revizuirea cetățeniei. A fost prima lege a Holocaustului din România, în urma căreia o treime dintre evreii din România au rămas fără protecția statului. În mai 1938, pentru a-i marca poziția de lider al PNC, sicriul lui Octavian Goga a fost însoțit de o coroană în formă de zvastică. Tot Octavian Goga a fost personajul pe care a mizat Alfred Rosenberg, ideologul german al național-socialismului, pentru a-l influența pe Carol al II lea să orienteze politica externă spre Germania nazistă.

De asemenea, guvernul Goga a dat ordonanțe privind, între altele: interzicerea ziarelor redactate şi conduse de jurnaliști evrei, excluderea evreilor din administrația publică, eliminarea evreilor de la vânzarea produselor aflate sub monopol de stat, expulzarea rabinilor care nu erau cetățeni români şi interzicerea predării religiei evreiești în școlile de stat etc.

„Grupul de intelectuali din jurul revistei «Orașul» și filiala clujeană a asociației ASTRA”, semnatarii „declarației comune de protest” operează, deliberat, cu confuzii. Ei afirmă, aseptizat și omisiv, că PNC a fost un simplu partid „de dreapta”. În realitate, PNC a fost un partid de extremă dreaptă, structural nazistxenofob și antisemit. O. Goga a fost un lider pro-nazist. Încercarea de normalizare a identității ideologice a PNC și a liderului acestuia este o acțiune de denaturare a istoriei și un atentat la ordinea democratică. Falsificarea istoriei, astăzi, nu mai este un act inocent.

„Grupului de intelectuali” din Cluj le-am reaminti câteva fragmente din gândirea intelectualului pe care-l venerează:

-        „Germania, după război a fost socotită ca un stat bolnav, și pe ea au năvălit paraziții, și cu toate că această țară nu avea decât 600.000 jidani, nu mai putea rezista, căci ei țineau în mână, comerțul și finanțele și ceea ce era mai grav, era faptul de a fi pătruns în sufletul german cu scrisul lor. S-a socotit ca un act de barbarie arderea cărților – produse jidovești – la Berlin. Faptul trebuie socotit ca un simbol al distrugerii produselor cerebrale jidănești. Noi, acum am dat drumul acestor jidani să năvălească în țara noastră și sunt acum în țară, aproape două milioane, față de 14 milioane de români. Tot ce năzuim noi, tot ce vrem și tot ce creem, ei distrug. Suntem insultați, scuipați, batjocoriți de toți străinii ce vin aci, în Târgoviștea străveche, și-și schimbă numele cu acelea ale marilor noștri Basarabi” (...) „Munca noastră românească, se va desăvârși prin legiferări în sensul vederilor programului partidului Național-Creștin. Atunci când am spus că voim a scoate din țara 500.000 de jidani, am înțeles să ușurez țara noastră. Când vom închide gazetele jidănești, vom avea garanția că nu se va mai difuza otrava jidănească (Congresul organizației național creștine din jud. Dâmbovița, Târgoviște, 6 noiembrie 1937);

-        „Sunt două categorii de vrăjmași: streinii, ca tendințe centrifugale nemărturisite, elemente parazitare și partidele politice, care cred că au luat în arendă țara. S-a spus că suntem hitleriști sau fasciști. Nu-i o rușine dacă am fi, dar nu suntem. Ne-au acuzat că ne-am dus la Nuernberg. Eu am fost la Roma și la Berlin, am vorbit cu Mussolini și cu Fuehrer-ul, mă felicit că am văzut organizarea sentimentului patriotic și regret că nu v-am putut duce pe voi tinerii la Nuernberg să vedeți cum defilează batalioanele de asalt” (O. Goga, București, Clubul central al PNC, 2 octombrie 1935);

-         „Noi, generația războiului de acum 20 de ani, am făcut o țară mare și puternică. Dar țara nu e încă dezrobită. E mult putregai care trebuie dat deoparte și străinul, jidanul și-a înfipt ghearele în trupul națiunei și îi suge vlaga. Vrem să despăduchem România, să o facem curată!” (O. Goga, Vaslui, decembrie 1937).

Orice persoană de-a lungul vieții, publice și/sau private, joacă mai multe roluri. Postmortem aceste roluri se reașează, nu în funcție de timp și spațiu, ci în strânsă legătură cu principiile etice și civice democrate. Prin urmare, un lider politic antisemit și fascizant, care s-a aflat la cârma țării și a fost responsabil pentru marginalizarea sau excluderea socială a unor cetățeni români, nu are ce căuta în spațiul public. Acesta este panteonul civismului si eticii democrate. Așa a decis Parlamentul democrat al României.

În încheiere, menționăm un aspect banal pentru o societate civică și democrată. Promovarea publică, prin orice mijloace, ca modele salvatoare, valori, idei, principii, reprezentări memoriale din arsenalul iliberalismului, fascismului, legionarismului, antisemitismului, rasismului sau discriminării de orice fel, înseamnă subminarea democrației, bazată pe principiile libertății, demnității și solidarității umane.

Dar nu vă încruntați, dragi clujeni. Legea nu cenzurează studiul operei literare sau publicistice a lui O. Goga. Validarea, însă, a omului politic Goga, prin monumente de for public, este o acțiune pe care ordinea democratică din România, construită pe memoria celor două totalitarisme, o consideră ilegală și intolerabilă. Democrația are două mari calități care dau speranța în mai bine fiecăruia dintre noi: (1) nimeni nu e mai presus de lege și (2) spiritul critic este substanța spiritului civic.

 

 

Gidó Attila

Ingrid Baltag

Ana Bărbulescu

Dalia Báthory

Alexandru Berceanu

Andreea Ionescu-Berechet

Cristian Iacob Bogdan

Ștefan Bosomitu

Cătălin Botoșineanu

Horia Bozdoghina

Mihai Burcea

Ovidiu Buruiană

Daniel Buti

Igor Cașu

Marius Cazan

Mihai Chiper

Adrian Cioflâncă

Eugen Ciurtin

Emanuel Copilaș

Andrei Cusco

Dennis Deletant

Oana Demetriade

Mihai Demetriade

Dorin Dobrincu

Alina Dragolea

Nicolae Drăgușin

Alexandru Florian

Călin Goina

Armand Goșu

Zoltán Györke 

Georg Herbstritt

Valentina Iancu

Radu Ioanid

Florea Ioncioaia

Fatma Ilmaz

Ruxandra Ivan

Alexandru László

Marius Lazăr

Daniela Maci

Mihai Maci

Petre Matei

Vlad Mercori

Oana Mihalache

Silviu Miloiu

Alexandru Muraru

Andrei Muraru

Lucian Nastasă-Kovács

Ciprian Necula

Adrian Niculescu

Alina Pavelescu

Claudiu Pădurean

Brîndușa Palade

Vlad Pașca

Cristian Pîrvulescu

Alina Popescu

Maria Roth

Liviu Rotman

Oliver Schmitt

Lavinia Stan

Flavius Solomon

Daniel Stejerean

Carmen Stratone

Svetlana Suveică

Virgiliu Țârău

Mircea Toma

Zoltán Tibori-Szabó

William Totok

Ottmar Trașcă

Cristian Vasile

Smaranda Vultur


Țara noastră, 5 ianuarie 1938



***



9. 3. 2026

Timişoara refuză să îndepărteze numele unor fascişti din spaţiul public

Temeswar weigert sich, die Umbennung von Straßennamen vorzunehmen und beharrt auf der öffentlichen Ehrung von Faschisten, Rassisten, Antisemiten und Kriegsverbrechern 

Refuz sau tergiversare? În pofida legislaţiei care interzice omagierea unor rasişti, fascişti şi criminali de război în spaţiul public, municipiul Timişoara încă nu a schimbat numele unor străzi. Într-o petiţie, lansată pe 23 mai 2023, semnatarii au solicitat autorităţilor locale „renunțarea la omagierea în spațiul public din oraș a unor persoane care prin activitatea lor antidemocratică și contrară principiilor toleranței au contribuit la răspândirea unor concepții și practici politice în contradicție cu imaginea unui oraș multicultural și multietnic”. Cererea de îndepărtarea din spaţiul public a denumirilor unor străzi care poartă numele unor persoane care, în trecut, au activat în organizaţii extremiste de dreapta sau au publicat scrieri rasiste şi antisemite, ca Octavian Goga, Nicolae Paulescu, Petre Ţuţea, Spiru Blănaru şi Nicolae Ilieşiu, practic a fost ignorată. Tot aşa şi solicitarea legată de îndepărtarea unei inscripţii cu versurile poetului legionar, Radu Gyr.

Şi atenţionarea autorităţilor timişorene de către Institutul Naţional pentru Studierea Holocaustului din România – Elie Wiesel (INSHR-EW) a rămas fără ecou. Un ultim răspuns la solicitarea INSHR-EW de a schimba denumirile unor străzi din Timişoara a sosit pe data de 6 martie 2026, semnat de Instituţia arhitectului şef al Municipiului Timişoara în care se spune textual:

„Referitor la cererea dumneavoastră cu nr. MTM2025-41566, prin care ne solicitați inițierea demersurilor legale pentru înlăturarea, de pe raza Municipiului Timișoara a formelor de cult public dedicate unor persoane care nu reprezintă modele civice democrate: Radu Gyr, Nicolae Paulescu, Petre Țuțea, Spiru Blănaru, Nicolae Ilieșiu, vă aducem la cunoștință că solicitarea a fost analizată de către Comisia de Atribuire sau Schimbare de Denumiri la Străzi, Parcuri, Piețe, etc.

În urma întrunirii Comisiei, ce a avut loc în data de 28.11.2025, s-a hotărât amânarea luării unei decizii până la o nouă convocare, în vederea continuării dezbaterilor asupra acestor propuneri.”

Alte detalii: News 2023, News 2024 şi News 2025

Presa locală din Timișoara (Tion, 11.3. 2026)  a anunțat că în perioada următoare se va da aprobarea legată de denumiri pentru 23 de străzi din oraș.  Intre acestea se află și Strada „Maria Dogaru”  (care va fi extinsă). Strada poartă numele unei legionare. 

Facebook, 16.4. 2026



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17. 2. 2026



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26. 1. 2026

Ziua de naştere a lui Ceauşescu sărbătorită în urmă cu 40 de ani în presa românească – 26 ianuarie 1986

Geburtstag Ceauşescus gefeiert vor 40 Jahren in der rumänischen Presse – 26. Januar 1986


Poezii din perioada Ceauşescu – 1965-1989 - Gedichte aus der Ceauşescu-Zeit

Buchet de cîntece şi flori 

Hans Liebhardt

— 26 ianuarie — 

Împletit-am mirtul veşnic verde
Cu trandafirii plaiurilor transilvănene
Şi ale Cîmpiei Banatului flori albastre
Însemnul preţuirii noastre 

Urăm din inimă, solemn: 
MULŢI ANI! în limba românească — mamă,
ÉLJEN! şi LANG SOLL ER LEBEN!
În maghiară şi în germană 

Corurile reunite în sărbătoare
Răsună la această aniversare
Scump dar de cîntece şi flori
Cununi de stele şi de aurori. 

Versiune în româneşte de Irimie Străuţ

Scînteia Tineretului, anul 41, nr. 11091, 28 ianuarie 1985, p. 4. 

Textul a apărut sub titlul "Flori la aniversare" şi în România liberă, anul 43, nr. 12513, 26 ianuarie 1985, p. 4. 

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Simbol al luptei şi al omeniei

Hans Liebhardt

Toate anotimpurile şi-au dăruit florile
Intîmpinînd cu parfumul lor zorile
Vestind aşteptata sărbătoare
A conducătorului partidului.
Alesul ţării, al poporului

„La mulţi ani!“ răsună în româneşte,
„Éljen!“ şi „Lang soll er leben!“
Maghiarul şi germanul rostind
În graiul din străbuni, matern

Şi toţi au în gînd pe Fiul României
Simbol al Luptei şi al Omeniei
Al Patriei iubit preşedinte
Care ne conduce ferm înainte
Spre un viitor luminos de aur
Al Comunismului nepreţuit tezaur.

In româneşte de Irimie Străuţ

Contemporanul, nr. 5, 25 ianuarie 1985, p. 2.

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Ein Begriff

Franz Liebhard

Ceauşescu, Partei und Vaterland — 
umschlungen vom innigsten Herzensband
des Volkes auf diesem dakischen Boden,
gehärtet von Kämpfen, Leiden und Roden,
erfüllt vom Lichte der hellsten Lehren,
alles, was dienlich dem Leben zu mehren,
das Samenkorn des Glückes zu bauen,
kraftvoll in die Zukunft zu schauen
unter des Rufes Hoheitsbrand: 
Ceauşescu, Partei und Vaterland.

Neue Literatur, 29. Jg., Heft 1, 1978 S. 3. 

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Ceauşescu! Patria! Partidul!

Franz Liebhard

Ceauşescu! Patria! Partidul!
Din adîncul inimii fierbinţi 
sună-n patru zări, nestăvilitul 
glas al marii noastre nâzuinţi.

În lumina care nu apune, 
sub un steag ce-a biruit furtuni, 
vestitor ne e de vremuri bune 
pe pâmîntul dacilor străbuni.

Şi în freamăt auriu de spice 
şi în murmur proaşpăt de izvor 
e rostit de un popor ferice 
ce-şi clădeşte-un falnic viitor,

ale cărui porţi străluminate 
de pe-acum în lături se deschid 
sub ecoul glasurilor toate:
Ceauşescu! Patrie! Partid!

Versiune românească de Victor Tulbure

România liberă, anul XLII, Nr. 12381, 22 august 1984, p. 6.

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Partid

Ana Blandiana

Candoarea mi-a-nflorit în ochi definitiv
Întîiul plîns în curtea şcolii sub castani,
Cînd clasa mea primea cravata roşie festiv,
Şi sufeream respinsă grav de colectiv
Că nu-mplinisem încă nouă ani.

Candoarea mi-a crescut de-atuncea dureros,
Cu brațul ridicat deasupra frunții mult,
Simbolizînd că viața-mi fi-va socotită mai prejos
Decît tulburătorul luptelor tumult,
Că niciodată n-o să mă separ orgolios.
De imnul colectiv şi luminos.

Candoarea scrijelată de mîna ta lucid
În ochii mei, dramatic deschişi spre mîna ta,
Oricîte mîluri s-ar sedimenta,
Nu-mi vor putea-o şterge. Candoarea ca un rid
Va măsura maturitatea mea, Partid.

România literară, anul 5, nr. 30, 20 iulie, 1972, p. 16.

#

Laudă ție

Ivo Muncian

Laudă ție, om revoluționar în gând,
cutezător în faptă
Dorințelor noastre aevea, aidoma năzuințelor
noastre, laudă!
Milioane de oameni înfrățiți întru sentimente
și gînduri
Astăzi urarea ți-o adresează, milioane pe
plaiuri carpatine.
Laudă ție, conducător al națiunii libere și
prospere,
Care, pe-al anilor noian, zămislești
magistrale comuniste,
Ieșirea falnică a pămîntului mioritic în largul
talazurilor fericirii, laudă!
Această țară, spațiu al viselor tale,
Niciodată îngenunchiată sub povara
pustiului,
Această țară îți aduce, îți va aduce drept
omagiu
Iubirea în pîine și sare-ntruchipată, această
țară.
Clarvăzător în gând și faptă, comunist și în
vise,
Urarea ne-o primește, urarea arzîndă în
iubire!
Fiii neamului, din care seva-ți tragi întru
veșnicie,
Esență a dăinuirii milenare,
Rostesc astăzi de pe treapta existenței tale
Imnuri de culoarea stelelor nobile
Cîntece ciorchine de aroma devenirii
comuniste a patriei –
Iubire supremă în orice limbă-am fi învățat
abecedarul!
Rodnici și fără seamăn fie-ți anii ce urmează,
ție,
Chintesență a zborului nostru vertical, ție,
Chezășie a edificării României ce mîndră
Străluci-va
În comunista eră!

România literară, anul 21, nr. 5, 28 ianuarie 1988, p. 6.

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Omul si opera

Virgil Teodorescu

Arhitectura ţării se vede de oriunde
Şi liniile-i suple ţîşnesc de pretutindeni: 
Constructorii sínt harnici şi sint sprinteni, 
Mişcarea nu încape în spaţiile scunde.

In mare şi in cerul senin, arhitectura 
Îşi oglindeşte chipul în zilele de aur,
Işi oglindeşte chipul şi principalul faur, 
Cel care-i dă durata şi măsura.

Şi noi a căror viaţă a fost să fie 
Să-şi aibă împlinirea in anii de avînt 
Îi proslăvim în faptă şi-n cuvînt 
Vizionara, ampla ctitorie.

Căci anii ce-au trecut suind la deal,
Au încrustat în inimă şi cuget
Metopa cutezanţei şi a muncii fără preget
Ce-l urcă pe supremul iubirii piedestal.

România literară, anul 13, nr. 14, 3 aprilie 1980, p. 1. 
(Număr dedicat: Patriei, Partidului, Preşedintelui ţării)


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15. 1. 2026

Eminescu și hermeneutica CNSAS

Material nesemnat, fără trimiterile la surse (cotele pentru identificarea și eventuala verificarea independentă a documentelor și facsimilelor citate, respectiv postate).

Lipsa totală a criticii față de interpretarea poeziei naționaliste "Doina" a lui Eminescu de către scriitori moldoveni, prezenți la simpozionul 100 de ani de la moartea lui Eminescu, din 1989.

În ce măsură regimul de la București susținea naționalismul, incorporat în ideologia etnocentristă a partidului, în structurile securității, în învățământ și alte instituții statele este eludat.

De remarcat ar fi limbajul autorului anonim al postării.

Citez doar un pasaj dintr-un document, din 14.7.1989, care ar fi fost folositor pentru contextualizarea momentului.

14.7.1989

Notă 

U.M. 0500 București 

[...]

Situaţia internă actuală din U.R.S.S. a permis o mobilizare a forțelor liberale din R.S.S. Moldovenească, în frunte cu cele scriitoricești. Scriitorii controlează o instituție obstească, Uniunea Scriitorilor, şi tutelează Cenaclul Alexei Mateevici (cu audiență la adolescenți și tineri), precum și revistele Uniunii Scriitorilor, având influență și asupra unei părți a presei. Mai există Frontul Popular, care, deşi condus de scriitori, este în curs de autonomizare, ca organizație independentă. Dezideratele acestei mişcări sunt de ordin social, economic, cultural și politic. Se dorește ca toți moldovenii (românii) să aibă de lucru în R.S.S. Moldovenească şi să se oprească, în același timp, intrarea în republică a elementelor străine etnic, care ocupă printr-o politică veche un loc privilegiat. Se mai cer: alfabet latin, limbă unică de stat moldovenească, comunicarea liberă a creației culturale românești în R.S.S. Moldovenească și invers. Din punct de vedere economic, năzuiesc să se gospodărească singuri, să înceteze subordonarea întreprinderilor către verigile centrale, dezvoltarea cooperării economice cu România au cel puțin contracte preferențiale.

Din punct de vedere politic, cer ca R.S.S. Moldovenească să reintre în granițele din anul 1918, adică să-i fie restituite Bucovina și Bugeacul (partea de sud a Basarabiei). Manifestă o rezervă ascunsă față de cadrele care provin din fosta republică moldovenească de peste Nistru, pe care le numesc şantişti.

Intelectualii din Chişinău apreciază la circa 5 milioane numărul românilor moldoveni din U.R.S.S., adică din R.S.S. Moldovenească, Bucovina și Buceag, ca și de dincolo de Nistru, până în Siberia. Chişinăul - cu peste 700 000 de locuitori este considerat al doilea oraș românesc ca număr de locuitori.

Au ştiinţă şi ţin legătura cu românii din Maramureşul istoric, din Ucraina subcarpatică, dedicați comertului, afacerilor, vorbitori încă de limba română, dar în curs de ucrainizare. Fenomenul slavizării este susţinut printr-o politică dură, opresivă, mai ales în Bucovina și cu Fenal Moldovei istorice. Deşi în R.S.S. Moldovenească rusa este limba de stat, implicit limba de școală, influența rusă manifestându-se prin intonație și împrumuturile lexicale. [...] 

D, 11180, v. 4, ff. 98-100

Document în care Ceaușescu citează din poezia naționalistă a lui Eminescu, „Doina

Preţuind toate popoarele şi valorile create de ele, Eminescu i-a urît pe cei care s-au rupt de popor şi s-au pus în slujba străinilor. Neîndurătoare, dar profund îndreptăţite, izvorite din cel mai curat patriotism, răsună versurile sale din „Doina”: „Cine-a îndrăgit străinii / Mînca-i-ar inima cîinii, / Mînca-i-ar casa pustia, / Și neamul nemernicia!”

Scînteia tineretului, 14 iunie 1989, p. 1

Botschaft des Genossen Nicolae Ceaușescu, Generalsekretär der Rumänischen Kommunistischen Partei, Präsident der Sozialistischen Republik Rumänien anlässlich des Ehrensymposions „Mihai Eminescu“ 

Telegramm an Genossen Nicolae Ceaușescu, Generalsekretär der Rumänischen Kommunistischen Partei, Präsident der Sozialistischen Republik Rumänien seitens der Teilnehmer am Ehrensymposion zur Hundertjahr-Feier „Mihai Eminescu

Eminescu schätzte alle Völker und die von ihnen geschaffenen Werte, er hasste jedoch alle diejenigen, die sich vom Volk losgerissen und in den Dienst von Landfremden gestellt haben. Unerbittlich, jedoch in höchstem Masse berechtigt, einem tiefempfundenen Patriotismus entsprungen, klingen die Verse aus seinem Gedicht „Doina”: „Wer den Fremdlingen frönt, / Des Herz sei Hunden zum Frass vergönnt, / Das Haus soll ihm zur Wüste werden / Und gleich Schuften sein Geschlecht verderben!”
 




Neuer Weg, 41.Jg., Nr. 12453, 15. Juni 1989, S. 1 und 5

A se vedea şi:

25.8. 1876. Mihai Eminescu vs. Karl Emil Franzos
31. 1. 1904. Karl Emil Franzos: Todesanzeige & Nekrolog / Ferpar & necrolog, in: Neue Freie Presse, 31. 1. 1904, pp. 30, 32-33
15. 7 1893. Karl Emil Franzos: Biographisches Vorwort zu seinem Roman, Der Pojaz / Prefaţă autobiografică în romanul său, Der Pojaz (Paiaţa) 
1.9. 2020. William Totok: Eminescu, Franzos şi Moses Rosen, RFI, 1.9. 2020
29.8. 1878. „Verjudete Literatur” / „literatură jidovită”;

în: Blut und Boden 5 - Sînge şi glie 5 


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  • Blut und Boden 5 - Sînge şi glie 5 (Mihai Eminescu vs. Karl Emil Franzos, Adam Müller-Guttenbrunn - 1903, Otto Alscher, Der Alldeutsche Verband in Belgrad / Uniunea pan-germană la Belgrad - 1941, etc.)
  • Linke und Securitate 3 – Stînga şi Securitatea 3  (Nikolaus Berwanger, „Lucian”, Mircea Vaida, etc.)
  • News 2020 

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  • Linke und Securitate 2 – Stînga şi Securitatea 2 (Nikolaus Berwanger, „Voicu”, „Claudia”, „Hans Roth” - critic muzical , membru fondator al FDGR/ Musikkritiker, Gründungsmitglied des DFDR)
  • Kunst-Kultur 2 – Artă-cultură 2 (UAP, Florin Medeleţ, Francisc Kiraly, ACIER, Frieder Schuller, Paul Celan, „Matei“ - Alexander Ternovits etc.)
  • Linke und Securitate – Stînga şi Securitatea (Lupta, Traian Novac, Zoltán Franyó, Georg Hromadka, Erich Wayand, Ștefan Foriș, Constantin Titel Petrescu, Iosif Jumanca, Eftimie Gherman - „Laurenţiu”, Vladimir Krasnosselski, Duiliu Vinogradski - „Vladimir”, „Luca”, Gheorghe Cristescu-Plăpumaru, Adrian Dimitriu, Mira Moscovici, Constantin Avramescu, Mircea Iscru Stănescu, Sergiu Cunescu etc.)
  • News 2019 

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  • Kunst-Kultur – Artă-cultură (
  • Helga Reiter, Neue Literatur 1981, Emmerich Reichrath, Mihai Isbăşescu, 
  • Arnold Hauser, Georg Maurer etc.)
  • Securitate vs. Securitate  (Tito-Rajk-Kostov, Dobrivoi Stanoiev, Vidosa Nedici, Sava Bugarschi, Nicolae Ighişan, Scânteia - 1950, Neagu Cosma etc.)
  • Die Schere - Foarfeca (III)   
  • News 2018 
  • Blut und Boden 4 - Sînge şi glie 4 (Heinrich Zillich, Adolf Bartels,  Alfred Pomarius, Carol II vs. Toponyme, Dumitru Stăniloae etc.)
  • Blut und Boden 3 - Sînge şi glie 3 - Erwin Neustädter (1897-1992); Bernhard Capesius (1889-1981); Ernst [Emil] Gamillscheg (1887-1971); Johann [Hans] Wolf (1905–1982); Anton Valentin (1898-1967); Annie Schmidt-Endres (1903-1977); Bruno Kremling (1889-1962); Karl von Möller (1886-1943); Viktor Orendi-Hommenau (1870-1954; Hans Beller (1896-1955); Hans-Wolfram Hockl (1912-1998); Hans Diplich (1909-1990); Josef Gabriel d.J. (1907-1947); Gerda Mieß (1896-1954); Peter Barth (1898–1984); Richard Oschanitzky (1901-1971), Walter Schlandt; Andreas Fall; G. I. Brătianu; 

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    ▼  27. März 2009:  Johann Böhm: Bischofsvikar Friedrich Müller als Widerständler? - August Georg Kenstler, Herausgeber der Monatsschrift „Blut und Boden“  (Anhang: 1. Zum Verständnis der politischen Gruppen (Parteien) der deutschen Volksgruppe in Rumänien von 1922 bis zum 23. August 1944    2. Organisationsplan der NSDAP der DViR Ende 1943. Tabelle mit den Unterorganisationen der NSDAP der DViR)
    ▼  27. März 2009Urme pierdute, urme regăsite






    Erstellt: 31. 12. 2025 - Aktualisiert: 16. 6. 2026, 13:00 h