Mittwoch, Dezember 15, 2021

Fenomenul frontierist
























Montag, Dezember 06, 2021

Freundliche Fremdheit - Politeţe rezervată



Freundliche Fremdheit - Politeţe rezervată  


[3. Februar 1982. „Barbu“ analysiert die Texte aus der Zeitschrift „Neue Literatur“, Heft 12, 1981, von Eduard Schneider, Horst Samson, William Totok, Bettina Gros u.a. Auszug aus dem Bericht]

 

[3 februarie 1982. „Barbu“ analizează textele apărute în revista „Neue Literatur“, nr. 12, 1981, semnate de Eduard Schneider, Horst Samson, William Totok, Bettina Gros ş.a. Fragment din nota informativă]

 

Nr.I A/AI/ X-6/0094                                                                        Sursa „Barbu

Primit: Cpt. Adamescu I

Data: 03.02. 1982

 

Notă informativă[1]

 

În legătură cu nr. 12 al revistei „Neue Literatur“ sursa are de făcut următoarele completări la o notă anterioară: [2]

 

[...] Grupajul de poezii ale lui William Totok (pag. 31-35) stă tot sub semnul „Noii subiectivităţi". Eul liric este şocat de o serie de atitudini umane. Bunăoară în „Entsetzliche Freude“ („Bucurie groaznică“)[3] se spune: Fiecare îşi caută un colţ / pentru a se odihni / în genţile umplute pînă la refuz / străluceşte carnea cumpărată."

Poezia „Eindrücke“ („Impresii“)[4] este o înlănţuire de imagini neplăcute, ca şi cînd poetul ar sta într-un compartiment de tren. Atmosfera rece de afară se transmite şi lui. Îşi pune întrebarea cine va mai citi poeziile sale. Poezia se încheie cu imaginea unei mulţimi adunate într-o cameră, în care nimeni nu spune ceva.

Freundliche Fremdheit“ („Străinătate amabilă“)[5] poartă dedicaţia: „pentru Nina şi Wolf“, fără alte precizări. Interpretarea, că ar fi vorba de actriţa Nina Hagen şi de poetul Wolf Biermann, plecaţi din RDG, nu este exclusă. Scepticismul exprimat şi în această poezie, poate fi interpretat, în acest context, şi în mod politic. Totok afirmă că „este vorba de supravieţuire / eu înţeleg / dar toţi au fost înfrînţi / sau au fost păcăliţi.“ Unii încearcă să se ascundă în spatele divanului, cu speranţa că glontele acolo nu îi va ajunge.

Frica domneşte şi în poezia „Verwarnung“ („Avertisment“)[6], în timp ce în poezia „Du überquerst jeden Tag die Straße" („Tu treci în fiecare zi strada“)[7] atmosfera este creată de monotonia cotidianului, care la rîndul ei generează neliniştea, ceea ce face ca în final să se pună întrebarea: „de fapt, tu mai trăieşti".

                                          *

Sursa consideră că excesul de pesimism şi scepticism care se degajă din textele mai sus menţionate, ale diferiţilor poeţi şi scriitori, este exagerată şi lipsită (!) de temei. În acest sens, sursa este de părere, că cei care au alcătuit caietul nu au procedat întocmai corect prin abundenţa de texte de acest gen.

[...]

 ACNSAS, I 210845, vol. 2, ff. 248- 252, aici f. 251.

 



[1] Textul olograf cuprinde şapte pagini. Pagina 5, cu prezentarea textelor semnate de Bettina Gros, a fost extrasă pentru a fi „exploatată“ într-un alt dosar. Tot aşa şi pagina a 3-a cu analiza textelor lui Herta Müller, Cf. menţiunea olografă semnată de lt.col. Păduraru, f. 250, respectiv f. 251.

[2] Urmează traducerea şi interpretarea textelor lui Eduard Schneider, ff. 248-249v, şi cele ale lui Horst Samson, f. 250.

[3] Textul original:

Entsetzliche Freude

die Hitze bedeckt die Gesichter
wie Schimmel
irgendwo zwischen den Wolken versteckt
sitzt der Wind
und lacht sich eins ins Fäustchen
jeder sucht sich eine Ecke
um auszuruhen
in den vollgestopften Taschen
schimmert das erstandene Fleisch
in den Küchen
rülpsen die Töpfe
der Sommer ist wie schale Limonade
in die Häuser eingedrungen
eine Straßenbahn nach der anderen entgleist
in der Fantasie einiger Lyriker
[die anderen heucheln Optimismus – zensierte Zeile im Facla-Band, Anm. W.T.]
das Leben humpelt wie ein lahmer Hund
über den heißen Asphalt
es ist Sommer
es ist ein versengender Sommer
und alles schmort in entsetzlicher Freude

aus: Neue Literatur, 32. Jg., Heft 12, 1981, S. 31 und Freundliche Fremdheit, (Politeţe rezervată), Facla Verlag, Temeswar 1984, S. 13-14


O traducere în limba română: 

Bucurie cumplită

arşiţa năpădeşte feţele
ca mucegaiul
ascuns undeva printre nori
zace vîntul
şi se prăpădeşte de rîs
îşi caută fiecare un locşor
unde să-şi mai tragă sufletul
în genţi burduşite
licăreşte carnea de curînd
cumpărată
în bucătărie 
oalele sughit
vara s-a instalat în case
ca o limonadă stătută
tramvaile deraiază unul după altul
în imaginaţia unor poeţi 
alţii simulează optimismul [vers eliminat de cenzură în volumul de la Facla - W.T.]
viaţa şchioapătă ca un cîine schilod
pe asfaltul fierbinte
e vară
o vară dogoritoare
şi totul se frige-ntr-o bucurie
cumplită

Traducere de: Doina Paşca şi W. Totok 

(Orizont, nr. 30, 30.7.1982, p. 8) 

 

[4] Text original în germană:

Eindrücke

das Gespräch über den Hirten der sein Haus angezündet hatte
ließ mich aufhorchen
mehr kam aber nicht
ein Dorf nach dem anderen kroch vorbei
und im schmutzigen Zugabteil
musterten mich neugierige Augen
ich tat so als würde ich in meinem Verlaine lesen
die Verse blieben an meinen Augen hängen
draußen war so ein grüner Himmel
wie er nur in Gedichten vorkommt
die Kälte konnte ich nur ahnen
unter den schneeverdeckten Bauernhäusern gabs wohl auch Bewohner
der Bahnhof lag still im Talkessel
lautlos fuhren die Züge vorbei
ich sah nur die Riesenbetriebe
und die Losungen
hören konnte ich nur die heiseren Schreie der Fabriksirenen
und da soll ich noch Gedichte schreiben
wer wird sie denn eigentlich noch lesen
mein Haar war weiß vom Schnee
und wieder saß ich in einem Fahrzeug
der Weg schlängelte sich irgendwo hinauf
mürrisch blickte ich hinaus
und blieb allein mit meinen Empfindungen
ein zugefrorener Stausee
in der Herberge saß ich Freunden gegenüber
oder täuschte ich mich
schweigend erwartete ich irgendetwas
ich saß da mit meiner eigenen Fremdheit
wußte nicht was damit anzufangen
einer begann auf der Gitarre zu spielen
ein obszöner Text
der junge Mann hatte keine Sorgen
er sang drauflos in den Schneesturm
der Wind zerrte am Dach wie in einem Abenteuerroman
ein Rohr war geplatzt
die Wasserzufuhr gestoppt
ein unmerklicher Schauer durchfuhr die jungen Leute
sie rauchten eine Zigarette nach der anderen
Berichte über Verschollene
Schneegeschichten wurden zum besten gegeben
langsam wurden alle ernst
und schläfrig
ich sah den Vormittag an mir vorbeiziehn
eine angebundene Ziege
Neugierige
ein pyromanischer Hirte
draußen stürmte es
sogar die Angst wurde überflüssig
ich klammerte mich an das Schnarchen der Schlafenden
ich kombinierte wer weiß was
ich schlief ein mit dem Schnaps im Magen
und sah im Traum den grünen Poesiehimmel
ich berührte ihn mit den Fingern
er war kalt und naß wie Schnee
er war in mir und ich konnte ihm nicht entkommen
ich erwachte und hörte den Wind
eine Stimme neben mir stellte fest
daß es kalt sei
jemand begann kurz danach auf der Gitarre zu klimpern
ein Geburtstag am frühen Morgen
wir standen plötzlich zusammengedrängt im Zimmer
niemand sagte etwas
 

Neue Literatur, 32. Jg., Heft 12, 1981, S. 31-33

[5] Textul original în germană. A apărut ulterior şi în volumul, grav cenzurat, „Freundliche Fremdheit“ / „Politeţe rezervată“, Editura Facla, Timişoara, 1984, pp. 9-10.


Freundliche Fremdheit

für Nina und Wolf

 Genossen ihr seid tot
in meinem Kopf überlebten nur die Potemkinschen Dörfer
und eine freundliche Fremdheit zeigt überall
ihr Gesicht

was soll ich tun Genossen
wenn es noch irgendwo einen gibt
den es noch nicht erwischt hat
wo soll ich ihn suchen

wie lange kannst du mit der Schere im Kopf überleben
könntest du dir nicht wenigstens im Kopf
ein zwei fünf
meinetwegen auch hundert Vietnams schaffen
 

ja es geht ums überleben
ich begreife
und alle blieben auf der Strecke
oder ließen sich ganz einfach drankriegen

ach wie bequem du dirs machst
du würdest niemals gestehen
daß deine Waffen immer schon schartig waren

jeden Abend spielst du doch mit deinen Kindern
was erzählst du ihnen denn
gestutzte Erinnerungen

sie hören nur halb hin
meinst du
auf dem Fußboden verstreut
liegen die Spielwaffen

du versteckst dich hinter der Couch
glaubst du denn
daß dich die Kugel dort nicht erreicht

    aus: Neue Literatur, 32. Jg., Heft 12, 1981, S. 33-34 und Freundliche Fremdheit, Facla Verlag, Temeswar 1984, S. 9-10. 

[6] Textul original:

Verwarnung

 jede Sekunde ist ein ungeschriebenes Gedicht
ausgestattet mit beschädigten Erinnerungen
eine festgehakte Platte
die denselben Satz
wahnsinnig monoton ins Zimmer singt

der Dichter klappert seine letzten Sätze hin
am Rande der Erinnerungen zeigt sich
ein altes Cover:

 

die Stadt ist braun wie Leder
die Leute stumm wie Sand
dem Dichter bricht die Feder
das Schweigen heult im Land

 die Angst wächst immer höher
die Wörter sinken tief
die Dichter schreiben nichts mehr
die Sätze sind verbrannt

                    aus: Neue Literatur, 32. Jg., Heft 12, 1981, S. 34.

 

[7] Aici textul original în limba germană:

Du überquerst jeden Tag die Straße

 du überquerst die Straße
du überquerst jeden Tag die Straße
und kannst nichts dagegen tun
du begegnest denselben Gesichtern
und atmest dieselbe muffige Luft
die siehst die gleichen Wände
an den Wänden deines Zimmers
hängen immer dieselben Bilder
die Möbel sind genauso trostlos braun wie immer
vom Bildschirm spricht dieselbe Person zu dir
es ist dieselbe Person seit eh und je
du schlägst die Zeitung auf
du kennst die Sätze schon seit langem auswendig
du schläfst beunruhigt ein
traumlos löst die Nacht den Tag ab
du steckst dein Geld ein und gibst es wieder aus
du isst dasselbe schale Essen
du kaust Bissen um Bissen
dein Appetit ist völlig unsinnig
du sprichst nur das Nötigste
lebst du eigentlich noch

            aus: Neue Literatur, 32. Jg., Heft 12, 1981, S. 34-35.


O traducere în limba română: 

Treci strada în fiecare zi

treci strada
treci strada în fiecare zi
şi nu poţi să te împotriveşti
întîlneşti aceleaşi figuri
vezi aceiaşi pereţi
ai camerei tale
pe care atîrnă aceleaşi tablouri
mobila este tot atît de cafeniu-dezolantă
vocea cunoscută din totdeauna
deschizi ziarele
cazi într-un somn agitat
bagi banii în buzunar îi cheltuieşti
mesteci fiecare dumicat
apetitul tău e maşinal
vorbeşti cît este strict necesar
mai trăieşti

Traducere de: Doina Paşca şi W. Totok 
(Orizont, nr. 30, 30.7.1982, p. 8) 



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7. 12. 2021

Einzelheiten über die 1959 eingesetzte Tätigkeit von „Barbu“, der in verschiedenen Akten auch unter anderen Decknamen auftaucht, irgendwann als unzuverlässig eingestuft und von anderen inoffiziellen Mitarbeitern bespitzelt wird. Zeitweise wurde sein Telefon angezapft und seine Korrespondenz zensiert. 

1982 hat „Barbu“ ausführliche Berichte über die literarischen Arbeiten einiger Mitglieder des Temeswarer Adam-Müller-Guttenbrunn-Literaturkreises verfasst. Die Berichte befinden sich in den Akten (EDP oder DUI = Problemakten bzw. Operative Vorgänge, OV) einiger Autoren, die von der Securitate als besonders gefährlich eingestuft wurden. Aus den 1982 verfassten Berichten kann herausgelesen werden, dass „Barbu“ versucht hatte, keinen großen „Schaden“ anzurichten. Seinen letzten Führungsoffizieren, Ioan Adamescu und Lup Ţepelea kam er nur halbherzig entgegen. (Zu Adamescu siehe auch CNSAS, cadre sowie das gegen ihn eingeleitete Gerichtsverfahren. Hinweise auf die Karriere von Tepelea Lup können ebenfalls in der CNSAS-Datenbank zu den hauptamtlichen Securitateleuten eingesehen werden.) 

Johann Lippet hat in seinem Band  Das Leben einer Akte (2009) aus einem Bericht von „Barbu“, vom 14. Februar 1981,  zitiert, in dem er das Gedicht „Versuch einer Diagnose“ (aus der Neuen Literatur, Heft 12, 1980) begutachtet: 

In Nummer 12 vom Dezember 1980 der Zeitschrift „Neue Literatur“, die von  den Mitgliedern des Literaturkreises „Adam Müller- Guttenbrunn zusammengestellt wurde, befindet sich auf Seite 9 das folgende Gedicht von Johann Lippet. 
Es folgt die Übersetzung meines Gedichtes „Versuch einer Diagnose“ zu dem der Informant abschließend meint: Meines Erachtens ist dies ein pessimistisches Gedicht, das die Aufstellung nicht hätte eröffnen dürfen (nach einer kurzen Studie von N. Berwanger zur deutschen Literatur des Banats).
Die letzten drei Zeilen der Übersetzung sind unterstrichen, wahrscheinlich von Hauptmann Adamescu. Hier das Gedicht im Original. 
Neue Literatur 12/1980

                                 Versuch einer Diagnose

                                              I.
                 die antworten werden immer unsicherer
                 heute hat es sich ausgeschneit
                 meine gefühle werden unbeständiger
                 und meine ungeduld hat zugenommen
                 ich warte morgens nicht mehr in den haltestellen
                 auch meine gedichte
                 wachsen über ein paar zeilen nicht mehr hinaus

                                           II.
                die gespräche mit den freunden
                sind immer schwieriger in gang zu setzten
                zu viel nachdenken liegt in jedem satz
                zum verzweifeln
                braucht man weniger zeit als zur ahnung der freude
                hier irgendwo
                liegt unser schweigen begraben 

(Abschnitt aus: Johann Lippet, Das Leben einer Akte. Chronologie einer Bespitzelung, Wunderhorn, Heidelberg 2009, S. 55-56.)






Erstellt 6. 12. 2021 - Aktualisiert ". 24. 12. 2023, 17:30 h




Freitag, Juli 02, 2021

Ubi bene, ibi patria


Inhalt - Cuprins


Geschichtsfälschung durch Auslassung / Falsificarea istoriei prin omisiuni

2006. Die Banater Post, Nr. 20, 20. Oktober 2006, verschweigt den Namen der Publikation, in der die Rede von Ludwig Schwarz in deutscher Übersetzung erschienen ist / Ziarul Banater Post, nr. 20, din 20 octombrie 2006, trece sub tăcere numele publicaţiei în care a apărut prima dată cuvîntarea lui Ludwig Schwarz 

Postkommunistische Umformungen der jüngsten Geschichte / Distorsionări postcomuniste ale istoriei recente


Ubi bene, ibi patria - Operation „Scutul” in der rumäniendeutschen Literatur / Acţiunea „Scutul” reflectatǎ în literatura germanǎ din România

1983. Eine Rezension des Romans von Andreas A. Lillin: „Unsere teuren Anverwandten“, in dem u. a. die Auswanderung der Rumäniendeutschen thematisiert wird 

1986. Provokation - ein Gedicht von Hella Bara / „Provocare” - o poezie de Hella Bara 

18 februarie 1977. Consfătuirea pe ţară a unităţilor de control al oamenilor muncii. Cuvîntarea tovarăşului Nicolae Ceauşescu Neu! Nou! 

19. Februar 1977. Landesberatung über die Kontrolltätigkeit der Werktätigen. Rede des Genossen Nicolae Ceauşescu Neu! Nou! 

                        1857. Vasile Alecsandri: Moldova în 1857 Neu! Nou! 


15. August 1977. Eine als Leserbrief verpackte Reaktion der Siebenbürgischen Zeitung auf die Ceauşescu-Rede und das darin zitierte Gedicht von Alecsandri, der allerdings nicht als Verfasser genannt wird / Reacţie la cuvîntarea lui Ceauşescu a ziarului Siebenbürgische Zeitung sub forma unei scrisori în care e reprodusă poezia recitată de Ceauşescu, fără a se preciza că Alecsandri este autorul textului  Neu! Nou!  

1977. Friedrich Bömches (pictor): Ce se întîmplǎ dupǎ ce se sfîrşeşte basmul? / Was geschieht, nachdem das Märchen endet?

1977. George Ciorănescu, „Romanian campaigne against emigration of ethnic germans continues” (Campania românească împotriva emigrării etnicilor germani continuă / Fortsetzung der rumänischen Kampagne gegen die Auswanderung der Deutschen)

1975. Besuch von Hans Bergel in Rumänien / Vizita lui Hans Bergel în România  

1977.  Anton Breitenhofer: Wir haben nichts vergessen / Nu am uitat nimic

1977. Michael Schuster: Sich selbst entlarvt / Singuri s-au demascat

1977. Activitatea oficinelor de propagandă „Europa liberă“ şi „Radio libertatea“ este contrară principiilor dreptului internaţional, spiritului Actului final de la Helsinki 



1977. Plenara Consiliului oamenilor muncii de naţionalitate germană 





1977. Erweitertes Plenum des Rates der Werktätigen deutscher Nationalität. In Einheit und brüderlicher Verbundenheit für das Wohl des gemeinsamen Vaterlandes Bericht an das erweiterte Plenum des Rates der Werktätigen deutscher erstattet von Genossen Eduard Eisenburger 

1977.  Erweitertes Plenum des Rates der Werktätigen deutscher Nationalität in der Sozialistischen Republik Rumänien. Bekenntnis zur gemeinsamen Heimat. Aus den Ansprachen der Diskussionsteilnehmer: Hans Liebhardt, Maja Philippi, Georg Scherg, Franz Storch / Din cuvîntările unor participanţi la Plenara lărgită: Hans Liebhardt, Maja Philippi, Georg Scherg, Franz Storch 

1977. Christian Maurer: In numele dreptului de a hotărî drepturile noastre / Im Namen des Rechts unser eigenes Recht zu bestimmen

Verbot der Toponyme in den Sprachen der Minderheiten / Folosirea toponimelor în limba minorităților naționale interzisă 



1977. Georg Scherg: Das Stück ist nicht dasselbe / Nu e aceeaşi piesă

1977. Unsere Heimat ist hier in Rumänien / Patria noastra este aici, în România

1977. Günther Schuller: Auf gut deutsch heisst das bei uns: Gesinnungslumperei. So mausert sich ein Kämpe der unbedingten Emigration. Zitiert: „Wenn der Rabe singt... Klagelieder vom Starnberger See“ von Misch Kraft, d.i. Hans Bergel, aus der „Volkszeitung“ vom 17. Juli 1958 / Propagandă antimigraționistă intensificată în 1977 

1977.  Nikolaus Berwanger: Cîntăm România în limba comună a socialismului / Wir besingen Rumänien in der gemeinsamen Sprache des Sozialismus 

1977. Maßnahmenplan der Securitate zur Vorbereitung der Jahrestagung des Heidelberger „Arbeitskreises für Siebenbürgische Landeskunde“ in Hermannstadt, 1.-3. August 1977  /  Plan de măsuri privind contactarea, influenţarea şi prelucrarea unor persoane şi agenţi cu prilejul sesiunii anuale a „Cercului de studii transilvănene” care urma să aibă loc la Sibiu între 1 şi 3 august 1977 Neu! Nou! 

1978. „Virgil”, Redakteur der Karpatenrundschau reist in die Bundesrepublik / Cu ocazia unei călătorii în Occident, „Virgil”, redactor al săptămînalului „Karpatenrundschau” din Braşov, primeşte sarcina de a influenţa mai multe persoane şi cercuri din R. F. Germania 

1978. Würdigung des rumäniendeutschen „Artamanen” und Nazis Richard Langer / Nazistul german din România, Richard Langer omagiat  

1989. Nekrolog / necrolog: Richard Langer 

1943. Richard Langer, Unser Großeinsatz im totalen Krieg

1990. Würdigung des rumäniendeutschen Nazis, Securitateagenten und falschen Zahnarztes Helmut Roth, „Pascu”, „Theo 10”, „Alin” / Omagierea nazistului german din România, fals dentist şi agent al Securităţii,  Helmut Roth, „Pascu”, „Theo 10”, „Alin”   
 
2021. Nachtrag zur Online-Tagung – „Unter Beobachtung” - vom 23. & 24. September 2021. Unbekanntes zu Paul Philippi: Mitglied der von der Securitate gegründeten Organsation ACIER. / Adnotări după simpozionul-online, „Sub filaj”, 23 & 24 septembrie 2021, despre Paul Philippi, membru al organizaţiei ACIER, înfiinţată de Securitate 




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Geschichtsfälschung durch Auslassung / Falsificarea istoriei prin omisiuni

18. 12. 2021


2006. Die Banater Post, Nr. 20, 20. Oktober 2006, verschweigt den Namen der Publikation, in der die Rede von Ludwig Schwarz in deutscher Übersetzung erschienen ist. Es handelt sich um die Halbjahresschrift für südosteuropäische Geschichte und Politik, Heft 1, 1994, S. 62-67. Dort ist der Text unter folgendem Titel erschienen: Die Tabuisierung unseres Problems ist ein Fehler. Eine unbekannte Ansprache von Ludwig Schwarz [1981] / Ziarul Banater Post, nr. 20, din 20 octombrie 2006, trece sub tăcere numele publicaţiei în care a apărut prima dată cuvîntarea lui Ludwig Schwarz pe care urma s-o rostească în 1981 la conferinţa scriitorilor din Bucureşti. Este vorba despre revista noastră: Halbjahresschrift für südosteuropäische Geschichte und Politik, nr. 1, 1994, pp. 62-67. Textul original, în limba română, a apărut în revista Alergătorul de la Marathon, 4, 1989. 

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12. 6. 2021

Postat de Tóni Niculescu, FB, 12.6. 2021


Marta Sebestyen a postat - tot pe FB - lista celor "necunoscuţi": 

1870-1878:  Virányi István        1879-1881:  Kugler Mihály

1882-1888:  Egedy Lajos          1889-1890:  Hauda Nándor

1890-1893:  Krimszky Géza      1893-1911:  Losy Béla

1912-1918:  Asztalos Sándor    1941-1943:  Elekes András

1943-1945:  Mátis Bálint

Semnificativǎ este şi prezentarea minoritǎţilor naţionale în manualele şcolare! Zilele trecute am rǎsfoit manualele de istorie pentru clasa a VIII-a (limba de predare în românǎ, respectiv în germanǎ). Deocamdatǎ un singur exemplu, privitor la reforma agrarǎ din România Mare care a fost citat în aceastǎ postare - fragmenţelul poate fi citit aici

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11. 4. 2021

Postkommunistische Umformungen der jüngsten Geschichte 

Distorsionări postcomuniste ale istoriei recente



[27. Januar 1994. Nicolae Căpraru, bekannt im Banat als „Blumenmann”, der von Ausreisewilligen bis 1989 Bestechungsgelder annahm, um die Auswanderung zu beschleunigen, wurde 1994 von Erpressern entführt. Über das illegale Korruptionsgeschäft, in dem der Temeswarer Căpraru eine Schlüsselrolle spielte, ist nur wenig bekannt, weil alle Beteiligten beharrlich schweigen. Man weiß nicht, welche Vertreter der Behörden daran beteiligt waren und wieviele Personen Bestechungsgelder gezahlt haben. Auch in den Arbeiten, die zum Thema Auswanderung der Rumäniendeutschen in den letzten drei Jahrzehnten veröffentlicht wurden, wird dieses dunkle Kapitel nur gestreift oder auch ganz verschwiegen. Auf diese Weise entstand ein einseitiges und falsches Schwarzweißbild, in dem Täter zu Opfern hochstilisiert wurden.]


[27 ianuarie 1994. Nicolae Căpraru, cunoscut în Banat sub porecla populară „florarul” sau „grădinarul”, germ. „Blumenmann” sau „Gärtner”, care, pîna-n 1989, incasa sume importante de la germanii care doreau să emigreze, cu scopul de a li se accelera plecarea din ţară, a fost răpit, în 1994, de un grup de infractori. Prin şantaj, făptaşii au încercat prin acest act să obţină o sumă însemnată de bani, în schimbul eliberării „grădinarului”. Grupul a fost identificat şi arestat, iar „grădinarul”, atunci în vîrstă de 72 de ani, eliberat. Despre afacerile ilegale de corupţie - în care timişoreanul Căpraru a jucat un rol cheie - nu se cunosc prea multe detalii, pentru că toţi cei implicaţi preferă să tacă. Nu se ştie cine era implicat din partea autorităţilor sau cîte persoane au dat mită în schimbul primirii unui paşaport de plecare definitivă din România. În lucrările publicate în ultimii 30 de ani despre plecarea germanilor din România acest capitol negru a fost eludat sau amintit doar în treacăt. În acest fel s-a creat o imagine falsă, în alb-negru, în care unii făptaşi au fost transformaţi, într-un mod unilateral, în simple victime.]

Siehe auch / A se vedea şi: Die Securitateoperation „Scutul”, in: Halbjahresschrift - hjs-online, 22.05.2011


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Ubi bene, ibi patria - Operation „Scutul” in der rumäniendeutschen Literatur /  Acţiunea „Scutul” reflectatǎ în literatura germanǎ din România

Hella Bara, „Provokation”, in: KR, Nr. 35, 29. August 1986, S. 4/5

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[18. Juni 1983. Emmerich Reichrath: Wer hat den Schlüssel? Zu Andreas A. Lillins Roman „Unsere teuren Anverwandten“]

Wer hat den Schlüssel? 
Zu Andreas A. Lillins Roman „Unsere teuren Anverwandten“ 

Ich gestehe, dass ich bis auf einen nicht durchgehaltenen Versuch mit Die zehnte Muse (1962) kein, Buch von Andreas A. Lillin gelesen habe. Während ich mich durch das erste Drittel seines neuesten Romans mühte, wurde ich als einer, der früh gelernt hat, die Schuld nicht gleich beim Autor, sondern zuerst bei sich selbst zu suchen, den Verdacht nicht los, vielleicht darum nichts zu begreifen, weil mir die nötigen Vorkenntnisse fehlen. Nun, nachdem ich — unter erheblichen Anstrengungen (und ich bin ja nicht gar so verwöhnt) — das Buch zu Ende gelesen habe, weiss ich, dass ich die zwei Bände des Romans Jetzt, da das Korn gemahlen(1957) nicht unbedingt lesen muss. Und zwar nicht nur weil der Autor in einer Notiz Zur Entstehungsgeschichte versichert: „Der vorliegende Roman ist eigentlich keine organische Fortsetzung des Zweibänders“ (S. 355), sondern weil ich bei fortschreitender Lektüre gemerkt habe, dass meine Irritation nicht in dieser Art von fehlendem Vorwissen ihren Grund hat, sondern in kompositorischen und stilistischen Fehlleistungen, im Umgang des Autors mit seinem Stoff. 
Durch das Thema (banatschwäbische Zeitgeschichte) und seine Anlage ist das Buch einem Realismuskonzept verpflichtet, das sich vom Roman des kritischen bzw. bürgerlichen Realismus herleitet und dem Theoretiker des sozialistischen Realismus (für die deutsche Literatur genügt es, auf Lukacs zu verweisen) normativen Charakter verliehen haben. Es wurde in den fünfziger Jahren zum verbindlichen Romanmodell. Damals entstanden auch bei uns, in der rumänischen, in der rumänienungarischen aber auch in der einheimischen deutschen Literatur, breitangelegte sozial-historische Romanfresken. Von dieser allgemeinen Entwicklung ist auch Unsere teuren Anverwandten zumindest noch in der Anlage geprägt („Die zentrale Idee zu diesem Roman kam mir im Mittsommer 1961“, schreibt Lillin, S. 355), wenn auch die ausladende epische Schilderung während der Durchführung des Projekts durch so etwas wie einen Roman-Essay ersetzt wurde — übrigens nicht zum Vorteil des Buches. 
Denn bei aller formalen und schreibtechnischen Entwicklung der Gattung bleibt immer noch gültig, was schon Hegel als definitorisches Merkmal des Romans erkannt hat: „der Reichtum und die Vielseitigkeit der Interessen, Zustände, Charaktere, Lebensverhältnisse, der breite Hintergrund einer totalen Welt“. Diese Forderung realisiert sich „innerhalb der individuellen Begebenheit“ (Hegel), d. h. durch ausgeprägte Individuen in ihrem Verhältnis zum gesellschaftlichen Umfeld, durch die Gestaltung ihrer Entwicklungen und Konflikte als bewusst handelnde Figuren und/oder ihrer Gedankenwelt als Reflex der eine Epoche bestimmenden Ideen. Das setzt in jedem Falle Konkretion bis hin zur Körperlichkeit in der Personengestalturtg voraus und sinnlich fassbare Anschaulichkeit bei der Schilderung der Realien ihres Lebens, von der Beschaffenheit ihrer Kleidung bis zu den Determiniertheiten und Mechanismen ihres Denkens. Solche Totalität jedoch vermag Lillins Roman, obwohl er sie intendiert, nicht zu erreichen. 
Seine Personen bleiben trotz langer Tiraden ad lectores, die eben nur den Zweck haben, die Gestalt sich dem Leser mitteilen zu lassen, bis zuletzt Schemen. Man kann sie einzig nach ihren teilweise recht ungewöhnlichen Namen und nach ihren verwandtschaftlichen Beziehungen (denn es ist ein Familienroman) unterscheiden. Obwohl der Autor gut zwei Drittel des Buches dafür verwendet, immer neue Figuren einzuführen, über ihr Herkommen, ihre Lebensumstände, ihre Beschäftigungen im Laufe der Zeit zu berichten, habe ich keine konkrete Vorstellung von ihnen bekommen, kann ich mir keine einzige leibhaftig, als Person vorstellen. Das ist mir, soweit ich mich erinnern kann, noch bei keinem Roman widerfahren. Das gleiche gilt für die Topographie und die Beschaffenheit der Handlungsorte. Wie die Villa aussieht, in der das Familientreffen stattfindet, das den ganzen ersten Teil (der Autor nennt die drei Teile seines Romans „Bücher“) ausfüllt, kann ich nicht sagen, ich weiss nur, dass sie an einem See in Österreich liegt und einen Garten hat. Auch von Grossvatersdorf, dem oft erwähnten Stammsitz der Neitharts, erfährt man nur, dass man es sich irgendwo im Banater Flachland vorzustellen hat. 
Die Konturlosigkeit der Gestalten ist nicht auf ihre Unscheinbarkeit, ihre Bedeutungslosigkeit zurückzuführen, immerhin stehen rund 50 Jahre geschichtlicher Umbrüche im Hintergrund und die meisten Figuren waren Protagonisten dieser Geschichte: sie sind aus dem Banat oder anderen Gebieten der ehemaligen Donaumonarchie während des letzten Weltkriegs in den Westen gekommen, haben ihr hier liegendes Kapital auch nach dem Krieg günstig angelegt, sie haben den Zusammenbruch Nazideutschlands erlebt und erlitten, haben sich eine neue Identität geschaffen, teilweise ihre Berufe gewechselt, stehen mitten drin im Geschäftsleben. Mit einem Wort: da ist Leben, da sind Schicksale — und nichts davon nimmt Gestalt an, ab und zu konturiert sich eine kleine, nebensächliche Episode am Rande. Das rührt auch daher, dass zwischen den Figuren kaum für das Romangeschehen konstitutive Beziehungen hergestellt werden, alles scheint vorgegeben, und was der Autor zu sagen hat, wirkt wie aufgepfropft. 
Die Gespräche und Reflexionen der Protagonisten und auch die tagebuchartigen Aufzeichnungen des Theseus Höllriegel (die das „Zweite Buch“ des Romans ausfüllén) kreisen endlos um die Familiengeschichte und -Überlieferung, die mit der Geschichte des Banats von etwa 1918 herwärts eng verquickt ist. Aber nichts kommt zum Tragen, die erwähnten Ereignisse, die Mechanismen der Geschichte werden nicht einsichtiger, allenfalls erfährt man, was die eine Oder andere von Lillins Figuren dazu anzumerken hat. Das Irritierende dabei ist, dass das Buch als Schlüsselroman angelegt ist — nur fehlt der Schlüssel dazu. Mir zumindest fehlt er. Und wie viele gibt es schon unter uns, die die Details und die realen Protagonisten so kennen, wie sie der Autor als in Temeswar lebender und agierender Zeuge der Ereignisse, sagen wir, zwischen 1930 und 1960 erlebt hat? Denn noch verwirrender wirkt die offensichtlich polemische Haltung Lillins gegenüber einigen seiner Figuren. Das macht das Buch für Nichteingeweihte schlechthin unlesbar. 
Ein weiterer Grund zur Irritation und Konfusion liegt in der stockenden Erzählweise. Ständig kappt der Autor die dünnen Handlungsfäden, indem er ein Geschehen ankündigt, Interesse weckt, aber das Eintreten des Ereignisses durch zermürbende Abschweifungen endlos hinauszögert. Diese Art falscher Spannung findet sich sowohl im Detail, in den Episoden, wie im Ganzen. Der Autor täuscht langen Atem vor, im Grunde genommen täuscht er sich aber nur über die Dürftigkeit der Fabel hinweg. So kommt es auch, dass der Leser vorausgesetzt, er hält bis dahin durch — erst auf den letzten siebzig Seiten erfährt, worauf das Buch eigentlich zusteuert: nämlich auf „die Anwerbung der Banater Schwaben als Einsiedler in die Bundesrepublik an Stelle der Fremdarbeiter“ (S. 319). Darüber, wie dieses Vorhaben unter dem Namen „Familienzusammenführung“ (S. 265) zu bewerkstelligen ist, halten diese Ehemaligen, die „lange vor dem 'Endsieg’ ihre Heimat, das Banat, verlassen haben“ (Klappentext) eine Konferenz ab, auf der die entsprechende Strategie und auch die dazugehörige Motivation („Wir haben ein Recht, unsere Deutschen heimzuholen!“, S. 265) ausgeklügelt wird. Aber selbst bei einem Buch, das „ein Roman (ist) und ausschliesslich als solcher gelesen zu werden (wünscht)“ — so Lillin in der Notiz zur Entstehungsgeschichte (S. 356) —, kommt die Reduzierung eines so dramatischen Problems, das uns alle angeht, weil es eine Existenzfrage ist, auf diesen einen Aspekt (andere werden höchstens stichworthaft angedeutet) zumindest einer Trivialisierung gleich. 
Das ganze Buch ist ein überdimensionierter Prolog zu dem knappen Geschehen, das sich auf den letzten Seiten abzeichnet. Es besteht in der Hauptsache aus wenig ergiebigen Ausführungen über die Romangestalten, aus Anmerkungen und Allerweltweisheiten zur Zeitgeschichte und aus schöngeistigen Exkursen (um einen Grund für seine Abschweifungen in die Gefilde der Musik, Literatur und Malerei zu heben, wobei grosse Namen und Zitate in mindestens fünf Sprachen nur so herumschwirren, hat der Autor einige seiner Figuren mit musischen Interessen ausgestattet). Vorgetragen wird das alles in einem steten und stets unmotivierten Wechsel der Erzählperspektive von den Gestalten und vom autarken Erzähler, ohne dass sich daraus ein Wechsel des Blickwinkels ergibt. Um auf den Stil näher einzugehen, fehlt hier der Raum (dazu müssten längere Passagen abgeschrieben und kommentiert werden). Nur so viel sei noch angemerkt: Es ist keinerlei Beziehung zwischen den Romangestalten und ihrer Sprache, kein Unterschied zwischen Autoren- und Figurensprache auszumachen — überall der gleiche, leicht preziöse (gelegentlich mit ausgefallenen Fremdwörtern durchsetzte) Jargon, immer die gleichen holprigen und gedrechselten Sätze, mal in expressionistisch anmutendem Staccato, mal verschnörkelt.

Emmerich Reichrath 
Andreas A. Lillin: „Unsere teuren Anverwandten“, Kriterion Verlag Bukarest, 1983, 362 Seiten, 23 Lei 

NW, 35. Jg., Nr. 10595, 18. Juni 1983 , S. 3


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Pe fruntea voastră moartea să scrie:
Duşmani ai ţării! Cruzi vinzători!“

[18 februarie 1977. Consfătuirea pe ţară a unităţilor de control al oamenilor muncii. Cuvîntarea tovarăşului Nicolae Ceauşescu]  

Ieri şi-a început lucrările CONSFĂTUIREA PE ŢARĂ A UNITĂŢILOR DE CONTROL AL OAMENILOR MUNCII - expresie a democratismului profund al societăţii noastre, a participării directe a oamenilor muncii la exercitarea puterii de stat, pentru mai buna gospodărire a avuţiei socialiste şi perfecţionarea întregii activităţi economico-sociale 

CUVÎNTAREA TOVARĂŞULUI NICOLAE CEAUŞESCU

(Fragment)

[...]
Acordăm o mare atenţie înfăptuirii în viaţă a documentelor adoptate la Helsinki cu privire la securitatea şi colaborarea în Europa. În acest sens considerăm că trebuie să fie pregătită cît mai bine reuniunea din acest an de la Belgrad, care trebuie să constituie nu numai un prilej de bilanţ a ceea ce s-a făcut, ci să stabilească noi măsuri pentru înfăptuirea în viaţă a acestor documente, pentru realizarea unei largi colaborări, pentru întărirea securităţii şi păcii în Europa şi în întreaga lume. 

Din păcate, trebuie să spunem că de la conferinţă şi pînă acum prea mult nu s-a realizat. În ultima vreme, unele cercuri încearcă să denatureze spiritul documentelor de la Helsinki, să le dea interpretări unilaterale, ignorînd — voit sau nevoit — problemele esenţiale ale securităţii europene, cum sînt: dezvoltarea relaţiilor economice libere de orice bariere şi îngrădiri artificiale, lupta împotriva fenomenelor grave determinate de criza economică, de inegalitatea socială, de inegalitatea în relaţiile dintre ţări, consecinţele cursei înarmărilor asupra maselor largi populare, dezangajarea militară a continentului, intensificarea relaţiilor culturale pentru mai bună cunoaştere reciprocă şi întărirea încrederii internaţionale. In schimb, aceste cercuri organizează adevărate campanii, încercînd să ascundă realităţile, să distragă preocuparea popoarelor de la problemele vitale din Europa şi din întreaga lume. Unii sînt preocupaţi de a încuraja pe toate căile racolarea unor specialişti pentru a-şi asigura pe această cale forţă de muncă calificată ieftină. După datele Organizaţiei Naţiunilor Unite, din ţările în curs de dezvoltare au fost racolaţi în ultimii ani sute de mii de specialişti, în timp ce în aceste ţări subdezvoltarea se adînceşte, desigur în primul rînd ca rezultat al politicii imperialiste, colonialiste, dar şi ca un rezultat al lipsei de cadre calificate. Într-o serie de ţări occidentale se observă o reactivizare a unor cercuri neofasciste care se străduiesc să recruteze în slujba lor elemente declasate, foşti membri ai unor organizaţii de extremă dreaptă, folosindu-le pentru a învenina atmosfera politică internaţională, pentru a submina înfăptuirea obiectivelor stabilite ia Helsinki, cursul destinderii şi colaborării.

Desigur, oricînd şi oriunde pot fi găsiţi şi asemenea oameni care nu vor să respecte normele elementare de convieţuire socială, aspirînd să trăiască fără muncă, din expediente, din acte de trădare — fiind gata să-şi trădeze chiar şi propriul popor. Se mai găsesc, de asemenea, şi unii care tînjesc după privilegiile pe care le-au avut în trecut, după vremurile care au apus pentru totdeauna în ţara noastră. Este evident că ei nu ne produc nici o preocupare. Este însă cel puţin straniu să constaţi că asemenea oameni certaţi cu legile, cu societatea, care şi-au trădat ţara, sînt puşi să propovăduiască principii umanitare, dispunînd pentru aceste acţiuni „umanitare“ de un larg arsenal de mijloace de propagandă şi primind pentru, aceasta sume frumuşele în valută forte.

Asemenea acţiuni menite să provoace învrăjbire între popoare, să tulbure climatul politic internaţional amintesc de vechile practici ale fascismului, care, după cum se ştie, a adus mult rău naţiunilor europene şi lumii întregi. Este evident că realizarea securităţii europene presupune în primul rînd lupta hotărîtă împotriva oricăror recidive ale politicii de învrăjbire, a naţionalismului şovin, a revanşismului, a încercărilor de a propaga ura între naţiuni şi rase. Se pare că unii oameni politici nu înţeleg acest fapt şi fac, din păcate, jocul unor asemenea cercuri, repetînd greşelile din trecut, ignorînd lecţiile drastice ale istoriei.

În ce ne priveşte — vreau să fiu bine înţeles şi să se înţeleagă de către toată lumea — vom face totul pentru a asigura poporului nostru pacea, liniştea necesară realizării Programului elaborat de Congresul al XI-lea, înfăptuirii societăţii comuniste! Vom face totul pentru a apăra independenţa şi suveranitatea patriei noastre socialiste! (Aplauze puternice ; urale ; se scandează „Ceauşescu—P.C.R.!"). Trebuie să fie bine înţeles că România doreşte colaborarea cu toate statele, fără deosebire de orînduire socială, dar nu va admite nimănui, sub nici o formă, să se amestece în treburile sale interne! (Aplauze puternice, urale). Să se înţeleagă bine că asuprirea socială şi naţională a fost lichidată pentru totdeauna în România, că clasele capitaliste, asupritorii au fost desfiinţaţi pentru totdeauna, că niciodată pe pămîntul românesc nu vom mai admite asuprirea omului de către om, sub nici o formă! (Urale; se scandează „Ceauşescu şi poporul!“). Aşa cum trebuie bine înţeles faptul că puterea politică se află în mîinile clasei muncitoare în alianţă cu ţărănimea, cu intelectualitatea, în mîinile oamenilor muncii, fără deosebire de naţionalitate, care o exercită în formele democratice cele mai diverse, participînd activ la conducerea societăţii. Răspunderea noastră este de a întări această putere, de a dezvolta continuu democraţia socialistă, participarea activă şi conştientă a poporului la făurirea vieţii sale libere. Nu este loc însă, şi nu va fi loc, pentru nici un fel de altă „participare“, pentru nici o altă „democraţie“ în România, decit democraţia clasei muncitoare, a poporului care construieşte socialismul şi comunismul! (Aplauze puternice, urale ; se scandează „Ceauşescu — P.C.R. !“).

Regretăm că se găsesc oameni politici, din păcate chiar şi guverne, care sprijină elemente declasate, trădătoare de ţară, punîndu-le la dispoziţie mijloace şi posturi de radio pentru a acţiona împotriva hotărîrilor de la Helsinki, împotriva destinderii, păcii şi colaborării în Europa. Sperăm că cei în cauză vor înţelege că, prin aceasta, dăunează chiar intereselor propriilor lor popoare, că, vrînd sau nevrînd, aduc prejudicii păcii şi colaborării internaţionale.

Noi ne pronunţăm ferm pentru colaborare cu toate statele pe baza principiilor amintite. Celor care cad pradă propagandei cercurilor reacţionare, care doresc să plece din ţară — le-am mai spus şi menţionez şi acum: întotdeauna, în orice condiţii, noi i-am dezaprobat pe acei care, dintr-un motiv sau altul, doresc să-şi părăsească ţara pentru a găsi în altă parte un loc mai cald. Am dat însă şi dăm dovadă de înţelegere faţă de ei, în măsura în care, ajunşi in străinătate, nu se antrenează în activitate potrivnică ţării. Am pornit şi pornim de la faptul că problemele ce trebuie soluţionate într-o ţară, greutăţile de învins se rezolvă nu fugind, ci punind umărul, unind eforturile tuturor pentru a înlătura lipsurile, pentru a înfăptui în comun o viaţă mai bună pentru toată lumea. Aici este locul tuturor celor care vor, într-adevăr, să contribuie la făurirea unei vieţi mai bune şi mai fericite pentru ei şi pentru întregul lor popor! (Aplauze puternice.; urale prelungite; se scandează „Ceauşescu şi poporul!“).

Nu întîmplător în poporul nostru se spunea că:

„Fie pîinea cît de rea, tot mai bine-n ţara mea“.

Dar celor care îşi trădează ţara, o defăimează în fel şi chip — indiferent unde se găsesc ei — pentru a fi pe placul stăpînilor lor, pentru a primi o sumă mai mare de arginţi ca Iuda, le reamintesc cu acest prilej versurile marelui nostru poet patriot Vasile Alecsandri(*). Desigur, el le-a scris în alte împrejurări, dar cred că se potrivesc şi astăzi:

„Voi, care însuţi cu-a voastre mîne 
Mormîntul ţării l-aţi pregătit, 
Ş-aţi muşcat mîna ce vă dă pîne, 
Ş-aţi rănit sînul ce v-a iubit!

Voi, care ţării plătiţi cu ură 
Cînd ea vă cheamă, dragii săi fii, 
Uitînd Dreptate, Lege, Natură, 
Uitînd că însuţi aveţi copii,

Blăstemul ţării tunînd să cadă 
Pe capul vostru nelegiuit! 
Blăstem şi ură !... Lumea să vadă, 
Cît rău în lume aţi făptuit!

Fie-vă viaţa neagră, amară!
Copii să n-aveţi de sărutat!
Să n-aveţi nume, să n-aveţi ţară, 
Aici să n-aveţi loc de-ngropat!

Şi cînd pe calea de vecinicie,
Veţi pleca sarbezi, tremurători,
Pe fruntea voastră moartea să scrie:
Duşmani ai ţării! Cruzi vinzători!“ 

(Aplauze puternice, prelungite).

Să facem totul pentru a uni forţele creatoare ale poporului nostru în înfăptuirea programului de dezvoltare economică şi socială a ţării! (Aplauze puternice; se scandează „Ceauşescu şi poporul!“).

Aşa cum am menţionat — doresc să fiu bine înţeles — deşi nu aprobăm, privim cu înţelegere pe cei care ajunşi în străinătate nu se dedau la acţiuni de defăimare a ţării. Dar nu vom manifesta nici o înţelegere faţă de aceia care se pun în slujba duşmanilor ţării, care-şi ponegresc poporul, fraţii, părinţii. Aceştia încetează — aşa cum a spus Vasile Alecsandri acum un secol şi ceva în urmă — de a mai fi consideraţi fii ai patriei noastre, se pun ei înşişi în afara neamului. (Aplauze puternice, prelungite).

[...]

Scînteia, anul XLVI, nr. 10730, 18 februarie 1977, pp. 1, 2, 3.

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„soll eure Stirn die Inschrift tragen: 
Verräter, Feind dem Vaterland!“


[19. Februar 1977. Landesberatung über die Kontrolltätigkeit der Werktätigen. Rede des Genossen Nicolae Ceauşescu]

Landesberatung über die Kontrolltätigkeit der Werktätigen. Rede des Genossen Nicolae Ceauşescu

(Auszug) 

[...] Grosse Aufmerksamkeit widmen wir der Verwirklichung der Bestimmungen der in Helsinki gebilligten Dokumente über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa. In diesem Sinne erachten wir, dass das diesjährige Treffen in Belgrad möglichst gut vorbereitet werden muss, das nicht nur Gelegenheit für eine Bilanz alles Geleisteten bieten muss, sondern auch neue Massnahmen zur Durchführung der Bestimmungen in diesen Dokumenten festlegen soll, für die Erzielung einer breiten Zusammenarbeit, die Festigung der Sicherheit und des Friedens in Europa und in der ganzen Welt.

Bedauerlicherweise müssen wir sagen, dass seit der Konferenz bis jetzt nicht allzu viel realisiert wurde. In jüngster Zeit versuchen einige Kreise, den Geist der Dokumente von Helsinki zu entstellen, sie einseitig auszulegen, indem sie — gewollt oder ungewollt — die wesentlichen Fragen der europäischen Sicherheit ignorieren wie: die Entwicklung von Wirtschaftsbeziehungen, die von allen künstlichen Schranken und Begrenzungen frei sind, den Kampf gegen die durch die Wirtschaftskrise, die soziale Ungleichheit, die Ungleichheit in den zwischenstaatlichen Beziehungen verursachten schwerwiegenden Erscheinungen, die Auswirkungen des Wettrüstens auf die breiten Volksmassen, das militärische Desengagement auf dem Kontinent, die Intensivierung der Kulturbeziehungen zwecks besseren gegenseitigen Kennenlernens und Festigung des internationalen Vertrauens. Dafür organisieren diese Kreise wahre Kampagnen, indem sie versuchen, die realen Gegebenheiten zu verbergen, die Völker äbzulenken, sich mit den vitalen Problemen in Europa und in der ganzen Welt zu beschäftigen. Einige sind damit beschäftigt, die Abwerbung von Fachleuten auf allen Wegen zu ermutigen, um sich auf diesem Weg billige qualifizierte Arbeitskraft zu sichern. Mach Angaben der Organisation der Vereinten Nationen wurden Während der letzten Jahre in den Entwicklungsländern Hunderttausende Fachleute abgeworben, während sich in diesen Ländern die Unterentwicklung vertieft, selbstverständlich in erster Linie als Ergebnis der imperialistischen, kolonialistischen Politik, aber auch infolge des Mangels an Fachkräften. In einer Reihe westlicher Länder ist eine Wiederbelebung neofaschistischer Kreise zu beobachten, die danach trachten, deklassierte Elemente für ihre Dienste anzuwerben, ehemalige Mitglieder rechtsextremistischer Organisationen, die sie benützen, um die internationale politische Atmosphäre zu vergiften, und die Verwirklichung der in Helsinki festgelegten Zielsetzungen, den Kurs auf Entspannung und Entwicklung zu untergraben.

Freilich kann man jederzeit und allerorts auch solche Menschen finden, die die elementaren Normen gesellschaftlichen Zusammenlebens nicht respektieren wollen, die danach trachten, ohne Arbeit, durch Kniffe, durch Akte des Verrats zu leben, und bereit sind, selbst ihr eigenes Volk zu verraten. Auch finden-sich noch einige, die den Privilegien nachtrauern, die sie einst besassen, den Zeiten, die in unserem Land für immer vorbei sind. Es liegt auf der Hand, dass sie bei uns keinerlei Besorgnis erregen. Zumindest seltsam ist es jedoch festzustellen, dass solche Menschen, die mit den Gesetzen, mit der Gesellschaft auf Kriegsfuss stehen, die ihr Land verrieten, veranlasst werden, humanitäre Grundsätze zu verkünden, und für diese „humanitären“ Aktionen über ein umfassendes Arsenal von Propagandamitteln verfügen sowie dafür hübsche Summen in harter Währung beziehen.

Solche Aktionen, dazu bestimmt, die Völker zu entzweien und die, internationale politische Atmosphäre zu stören, erinnern an die alten Praktiken des Faschismus, der bekanntlich viel Unheil über die europäischen Nationen und die ganze Welt brachte. Es ist offenkundig, dass die Erzielung der europäischen Sicherheit in erster Linie den entschlossenen Kampf gegen alle Rückfälle in die Politik der Entzweiung voraussetzt, in die Politik des chauvinistischen Nationalismus, des Revanchismus, der Versuche, Hass zwischen Nationen und Rassen zu verbreiten. Anscheinend verstehen einige Politiker diese Tatsache nicht und spielen bedauerlicherweise solchen Kreisen in die Hände, indem sie die Fehler der Vergangenheit wiederholen und die drastischen Lehren der Geschichte missachten. 

Was uns anbelangt — ich möchte gut verstanden und von allen verstanden werden —, werden wir alles daransetzen, unserem Volk Frieden und die notwendige Ruhe für die Verwirklichung des vom XI. Parteitag ausgearbeiteten Programms zu gewährleisten, für den Aufbau der kommunistischen Gesellschaft! Wir werden alles daransetzen, die Unabhängigkeit und Souveränität unseres sozialistischen Vaterlandes zu schützen! (Starker Beifall; Hochrufe; im Sprechchor wird gerufen „Ceauşescu — RKP!“) Es muss gut verstanden werden, dass Rumänien Zusammenarbeit mit allen Staaten, ohne Unterschied der Gesellschaftsordnung, wünscht, aber niemandem unter irgendeiner Form gestatten wird, sich in seine inneren Angelegenheiten einzumischen! (Starker Beifall, Hochrufe.) Es soll gut verstanden werden, dass die soziale und nationale Unterdrückung in Rumänien für immer beseitigt wurde, dass die kapitalistischen Klassen, die Unterdrücker für immer abgeschafft wurden, dass wir auf rumänischem Boden niemals mehr in irgendeiner Form die Unterdrückung des Menschen durch den Menschen zulassen werden. (Hochrufe; im Sprechchor wird gerufen „Ceauşescu und das Volk!“) Wie man auch die Tatsache gut verstehen muss, dass sich die politische Macht in den Händen der Arbeiterklasse im Bündnis mit der Bauernschaft, mit den Intellektuellen befindet, in den Händen der Werktätigen, ohne Unterschied der Nationalität, die sie in den verschiedensten demokratischen Formen ausüben, indem sie aktiv an der Leitung der Gesellschaft teilnehmen. Unsere Verantwortung erfordert es, diese Macht zu festigen, die sozialistische Demokratie, die tatkräftige und bewusste Teilnahme des Volkes an der Gestaltung seines freien Lebens unablässig zu entwickeln. Es gibt jedoch in Rumänien keinen Platz und wird keinen Platz geben für irgendeine andere „Teilnahme“, für irgendeine andere „Demokratie“ als die Demokratie der Arbeiterklasse, des Volkes, das den Sozialismus und Kommunismus aufbaut! (Starker Beifall; Hochrufe; im Sprechchor wird gerufen „Ceauşescu — RKP !“)

Wir bedauern, dass sich Politiker und leider sogar Regierungen finden, die deklassierte, ländesverräterische Elemente unterstützen, ihnen Mittel und Rundfunksender zur Verfügung stellen, um gegen die Beschlüsse von Helsinki vorzugehen, gegen Entspannung, Frieden und Zusammenarbeit in Europa. Wir hoffen, die Betreffenden werden einsehen, dass sie dadurch selbst den Interessen ihrer eigenen Völker schaden, dass sie, gewollt oder ungewollt, den Frieden und die internationale Zusammenarbeit beeinträchtigen.

Wir erklären uns entschlossen für Zusammenarbeit mit allen Staaten aufgrund der erwähnten Prinzipien. Denjenigen, die der Propaganda reaktionärer Kreise zum Opfer fallen, die das Land zu verlassen wünschen, haben wir bereits gesagt, und ich erwähne es auch jetzt: Immer, unter allen Bedingungen, haben wir diejenigen missbilligt, die aus dem einen oder dem anderen Grund ihr Land zu verlassen wünschen, um anderwärtig einen wärmeren Platz zu finden. Wir bewiesen und beweisen jedoch Verständnis für sie, in dem, Masse, als sie, im Ausland angekommen, sich nicht zu einer dem Lande feindlichen Tätigkeit hergeben. Nach wie vor gehen wir von der Tatsache aus, dass die Probleme, die in einem Land gelöst werden müssen, die Schwierigkeiten, die es zu beseitigen gilt, nicht überwunden werden, indem man ausreisst, sondern indem man mit Hand anlegt, seine Bemühungen mit denen aller vereinigt, um die Mängel zu beseitigen, um gemeinsam ein besseres Leben für alle zu schaffen. Hier ist der Platz für all diejenigen, die in Wirklichkeit zur Schaffung eines besseren und glücklicheren Lebens für sich und für ihr ganzes Volk beitragen wollen! (Starker Beifall; langanhaltende Hochrufe; im Sprechchor wird gerufen „Ceauşescu und das Volk!“)

Nicht zufällig hat unser Volk ein Sprichwort, das besagt:

„Mag das Brot noch so karg sein — in der Heimat ist es besser.“

Doch jene, die ihr Land verraten, es auf jede Weise verleumden, — ganz gleich, wo sie sich befinden mögen —, um ihren Herren und Gebietern zu Gefallen zu sein, um wie Judas mehr Silberlinge zu kriegen, erinnere ich bei dieser Gelegenheit an die Verse unseres grossen patriotischen Dichters Vasile Alecsandri(*). Freilich schrieb er sie unter anderen Verhältnissen, doch treffen sie, wie ich glaube, auch heute zu:

Ihr, die ihr grabt mit eignen Händen 
dem Vaterland das Grab bewusst, 
die Hand beisst, die euch Brot will spenden, 
verwundet die geliebte Brust!

Ihr, die ihr seid von Hass besessen, 
wenn euch das hand mit Liebe labt, 
die ihr Gesetz, Natur vergessen, 
und dass ihr selber Kinder habt,

der Fluch des Vaterlandes falle 
mit Donnerschlag auf euer Haupt!
Nur Fluch und, Hass, dass sehen alle, 
welch Frevel ihr euch habt erlaubt.

Und finster, bitter sei das Leben, 
und kinderlos sollt bleiben ihr,
für euch soll's keinen Namen geben 
und keinen Platz zum Grabe hier.

Wenn ihr mit Zittern und mit Zagen 
euch habt zum letzten Weg gewandt, 
soll eure Stirn die Inschrift tragen: 
Verräter, Feind dem Vaterland!

(Starker langanhaltender Beifall.)

Tun wir alles, um die Schaffenskräfte unseres Volkes bei der Durchführung des Programms zur ökonomischen und sozialen Entwicklung des Landes zusammenzuschliessen! (Starker Beifall; im Sprechchor wird gerufen „Ceauşescu und das Volk!“)

Wie ich bereits erwähnt habe — ich möchte gut verstanden werden—, bringen wir jenen, die, im Ausland angekommen, sich zu keinen Verleumdungsaktionen gegen das Land hergeben, Verständnis entgegen, obwohl wir sie nicht billigen. Wir werden jedoch keinerlei Verständnis, für diejenigen bezeigen, die sich in den Dienst der Landesfeinde stellen, die ihr Volk, ihre Brüder, ihre Eltern anschwärzen. Diese werden nicht mehr — wie das Vasile Alecsandri vor mehr als einem Jahrhundert sagte — als Söhne unseres Vaterlandes betrachtet, sie stellen sich selbst ausserhalb des Volkes. (Starker, langanhaltender Beifall.)
[...]

NW, 29.Jg., Nr. 8635, 19. Februar 1977, S. 1, 2 und 3 (hier S. 3).

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(*)

[1857. Vasile Alecsandri: Moldova în 1857]


Moldova în 1857

Vasile Alecsandri

Scumpă Moldovă! ţară de jale!
Ah! în ce stare tu ai ajuns!
Lasă-mă-a plânge rănile tale,
Căci pân-în suflet mă simt pătruns!

Tu, ce eşti bună, dulce, iubită,
Tu, ce eşti fiica lui Dumnezeu,
Cum te loveşte soarta cumplită!
Cum te îneacă amarul greu!

Lupii, şi corbii, şi vulpi străine
Fac a lor hrană din corpul tău,
Şi tu, Moldovă, plăteşti cu bine
La toţi aceia care-ţi fac rău!

O! cât de crunte ş-otrăvitoare
Sunt pentru tine a lor muşcări,
Când ei cu buze sfâşietoare
Răspund l-ale tale dulci sărutări!

Dar mult mai aprig trebuie să fie
Chinul ce suferi, amarul chin,
Când vezi chiar fiii-ţi cu duşmănie
Rupându-ţi sânul de amor plin!

Mamă duioasă, tristă,-n cădere,
Cu agonie mâinile-ţi frângi,
Şi nu-ţi rămâne nici o putere,
Nici glas, la lume ca să te plângi!

Când ridici fruntea, jos în ţărână
O-mpinge, o calcă duşman picior!
Când ridici glasul, o cruntă mână
Îi curmă-ndată geamătu-n zbor!

Dar cât va bate inima-n mine,
Eu în veghere la luptă-oi sta,
Şi, cu tărie, eu pentru tine
În faţa lumii voi protesta!

Pentru coroana-ţi de suverană,
Pentru-al tău nume şi al tău drept
Eu înfrunta-voi hidra duşmană
Ş-un scut ţi-oi face din al meu piept!

Voi zice ţie: Mamă-ntristată!
Prinde la suflet învietor,
Căci tu scăpa-vei de munci odată
Şi-i avea parte de viitor!

Las să te prade hoţii în taină,
Să urle lupii în urma ta.
Lasă-i să rupă mândra ta haină...
Haină mai mândră tu vei purta!

În zadar răii vor în orbire
Cereasca lege a-mpotrivi.
Cerul voieşte a ta mărire,
Şi tu, Moldovă, mare vei fi!

În zadar cearcă ei să ridice
Un zid pe Milcov, despărţitor.
Cădea-va zidul, şi tu, ferice,
Vei fi unită cu a ta sor.

Căci tot se află în Românie
Inimi aprinse de-un sacru dor,
Ce vor românul ca să re-nvie
Mare, puternic, ca dorul lor!

E scrisă-n ceruri sfânta Unire!
E scrisă-n inimi cu foc ceresc!
O! Românie! l-a ta mărire
Lucrează braţul dumnezeiesc!

Voi zice, zice până la moarte
Celor ce-s duşmani neîmpăcaţi:
O! voi, unelte de rele soarte
Pentru românii ce vă sunt fraţi!

Voi, care înşivă cu-a voastre mâine
Mormântul ţării l-aţi pregătit,
Ş-aţi muşcat mâna ce vă dă pâine,
Şi-aţi rănit sânul ce v-a iubit!

Voi, care ţării plătiţi cu ură
Când ea vă cheamă dragii săi fii,
Uitând Dreptate, Lege, Natură,
Uitând că înşivă aveţi copii,

Blestemul ţării tunând să cadă
Pe capul vostru nelegiuit!
Blestem şi ură!... Lumea să vadă
Cât rău în lume aţi făptuit!

Fie-vă viaţa neagră, amară!
Copii să n-aveţi de sărutat!
Să n-aveţi nume, să n-aveţi ţară,
Aici să n-aveţi loc de-ngropat!

Şi când pe calea de vecinicie
Veţi pleca sarbezi, tremurători,
Pe fruntea voastră moartea să scrie:
Duşmani ai ţării! Cruzi vânzători!

Iaşi, 1857

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[15. August 1977. Eine als Leserbrief verpackte Reaktion der Siebenbürgischen Zeitung auf die Ceauşescu-Rede und das darin zitierte Gedicht von Alecsandri, der allerdings nicht als Verfasser genannt wird / Reacţie la cuvîntarea lui Ceauşescu a ziarului Siebenbürgische Zeitung sub forma unei scrisori în care e reprodusă poezia recitată de Ceauşescu, fără a se preciza că Alecsandri este autorul textului]

Dokument nicht zu überbietender Selbstentlarvung: 
Auswanderungswilligen Deutschen wird „Donnerschlag auf euer Haupt“ angedroht 

(S. Z.) - Während der in der ersten Hälfte dieses Jahres in den deutschsprachigen Zeitungen Rumäniens ebenso wie in der rumänischen Presse veranstaltenden Kampagne gegen die auswanderungswilligen und ausgewanderten Deutschen aus Siebenbürgen und dem Banat erschien in der Tageszeitung „Neuer Weg"/Bukarest u. a. das unten wiedergegebene Gedicht. „Der Fluch des Vaterlandes“, heißt es darin, „falle mit Donnerschlag“ auf das Haupt aller Ausgewanderten und Auswanderungswilligen. „Finster, bitter sei das Leben, und kinderlos sollt bleiben ihr“, ruft der — ungenannte — Autor all denen zu, die sich — auf Korb III der Helsinki-Schlußakte, auf die Abmachung über die physische Freizügigkeit, auf den auch von der Regierung in Bukarest unterzeichneten internationalen Pakt über die bürgerlichen und politischen Rechte gestützt— um die Ausreise aus Rumänien bemühen.

Das Gedicht — inhaltlich eine primitive Ungeheuerlichkeit, sprachlich eine Anhäufung von Fehlern — ist das Zeugnis einer Selbstentlarvung; wären unsere Landsleute von ihrem rumänischen Vaterland tatsächlich so sehr „mit Liehe gelabt“, wie es in dem Gedicht heißt, würden sie mit Sicherheit nicht auswandern wollen. Hier das „Gedicht“:

„Ihr, die ihr grabt mit eignen Händen
dem Vaterland das Grab bewußt,
die Hand beißt, die euch. Brot will spenden,
verwundet die geliebte Brust!

Ihr, die ihr seid von Haß besessen,
wenn euch das Land mit Liebe labt,
die ihr Gesetz, Natur vergessen
und daß ihr selber Kinder habt.
 
Der Fluch des Vaterlandes falle
mit Donnerschlag auf euer Haupt,
und Fluch und Haß, das sehen alle,
welch Frevel ihr euch habt erlaubt.

Und finster, bitter sei das Leben,
und kinderlos sollt bleiben ihr,
für euch soll's keinen Namen geben
und keinen Platz zum Grabe hier.

Wenn ihr mit Zittern und mit Zagen
euch habt zum letzten Weg gewandt,
soll eure Stirn die Inschrift tragen:
Verräter, Feind dem Vaterland!“

Dieser gereimten Verfluchung stellen wir aus der Fülle zum Teil verzweifelter Briefe, die uns — trotz der Bedrohung durch die Zensur — immer wieder erreichen, hier nur einen gegenüber.

Der „An die Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen“ gerichtete Brief wurde aus einer Gemeinde in Siebenbürgen geschrieben; er erreichte uns auf dem üblichen Postweg. Aus verständlichen Gründen geben wir weder Name noch Anschrift der Absenderin an; beide sind der Redaktion und — wie in allen ähnlichen Fällen — der Bundesgeschäftsführung bekannt, wo die Originale aufliegen. 

„Wie Sie ja bestimmt wissen, wird zur Zeit sehr viel Propaganda hier gemacht im Fernsehen und in den Zeitungen, und vorläufig haben wir fast keine Chancen, wegzukommen, aber deswegen wollen wir die Hoffnung nicht aufgeben. Es darf einfach nicht wahr sein, daß wir nicht zu unserer Mutter können, nur weil die Behörden von hier es so wollen. Sie sagen uns: das sei keine Familienzusammenführung, meine Familie wäre mein Mann und mein Sohn, wir hätten nichts mit unseren Eltern. Also wenn man einmal selbständig ist, darf man nicht mehr zu den Eltern, und andererseits, die Eltern dürfen keine Hilfe seitens der Kinder erwarten, die sie großgezogen haben? Finden Sie das richtig?

Viele von uns werden ständig gerufen und verhört, gezwungen, Aussagen zu machen, die gar nicht freiwillig gemacht werden, nur damit die Behörden ein Alibi haben: Es will ja keiner weg!

Ich kann auch einige meiner Mitbürger verstehen, wenn sie bleiben wollen, da sie ja Familie und Verwandte hier haben; aber deshalb brauchen sie doch nicht vorlaut zu sein und für uns alle zu sprechen. Jeder muß für sich selbst sprechen, denn niemand kennt ja die Gefühle des anderen. Niemand weiß, was das heißt, eine Mutter nur einmal im Jahr zu sehen und den Rest der Zeit in ständigem Warten zu verbringen.

Es geht uns ja den Verhältnissen entsprechend gut hier; aber warum soll man fast ein Leben lang im Warten verbringen, wenn da Abhilfe geschaffen werden kann. Gewiß, mein Mann hat seine Eltern auch hier, aber wenn wir einmal da oben (in Deutschland; Anmerkung der Redaktion) wären, könnten wir sie ja so oft wie möglich besuchen, ich aber darf von hier meine Mutter nie besuchen.

Es kann aber leicht passieren, daß meine Mutter eines Tages vielleicht nicht mehr kommen kann, und dann soll ich sie nie wieder sehen? Können Sie fühlen, was das für mich bedeutet?

Es sind nicht die materiellen Vorteile, die uns verlocken (wie immer geschrieben wird), sondern es ist einzig und allein diese menschliche Frage. Aber das können wir diesen Herren hier nicht klar machen. Wenn es dort so schlecht ist, warum läßt man uns nicht fahren? Es ist ja unser Nachteil, wenn es uns dort nicht gut geht. Von dort können wir jederzeit zurückkommen, hier aber sind wir eingesperrt, lebendig begraben, von hier kann niemand mehr so leicht hinaus. Wenigstens jetzt sind die Hoffnungen am Nullpunkt. Dennoch geben wir nicht auf, wir hoffen, daß Sie sich auch weiterhin für uns einsetzen, besser gesagt für diejenigen, die kommen wollen, und ich glaube da im Namen vieler zu sprechen, die nicht den Mut aufbringen, zu sprechen oder Ihnen zu schreiben. Die anderen, die nicht kommen wollen, mögen doch hierbleiben. Es zwingt uns ja niemand zum Auswandem, dagegen zwingt man uns, die wir wegwollen, zum Hierbleiben, das tut uns weh. 

Wir haben keine Freiheit hier, wir sind die Vögel im Käfig. Auch dürfen wir nicht sprechen, was wir in Wirklichkeit denken, denn sonst würde es schlimm für uns ausfallen.

Unsere große Hoffnung ist jetzt noch die Konferenz in Belgrad. Wenn auch dort nichts Entscheidendes zu unseren Gunsten beschlossen wird, dann sind wir verloren.

Bitte, machen Sie doch alles Mögliche, was nur zu machen ist! Bitte, machen Sie doch unseren Behörden verständlich, was uns zum Auswandern bewegt. Ich hoffe sehr, daß ich mich nicht umsonst an Sie gewandt habe und daß Sie sich für uns einsetzen werden, auch wenn Ihnen noch manche schreiben, Sie mögen uns doch in Ruhe lassen (gemeint sind die in der deutschsprachigen Presse Rumäniens veröffentlichten Artikel gegen Persönlichkeiten der Siebenbürger Sachsen in der Bundesrepublik Deutschland, die sich für die auswanderungswilligen Landsleute öffentlich einsetzen; die Redaktion). Das kann derjenige, der das sagte — in einem Artikel des „Neuen Weg“ — nur für sich sagen, nicht auch für mich!
Mit herzlichen Grüßen
Ihre
...“

SbZ, 27. Jg., Ausgabe 13, 15. August 1977, S. 5

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Friedrich Bömches (pictor), „Ce se întîmplǎ dupǎ ce se sfîrşeşte basmul? (Was geschieht, nachdem das Märchen endet?), in: Scînteia, 13.4. 1977

(cf. Friedrich Bömches, in: Kunst-Kultur 3 – Artă-cultură 3)

9. Mai 1977: George Ciorănescu, „Romanian campaigne against emigration of ethnic germans continues” (Campania românească împotriva emigrării etnicilor germani continuă / Fortsetzung der rumänischen Kampagne gegen die Auswanderung der Deutschen), Radio Europa Liberă, 9 mai 1977, in: Florica Dobre / Florian Banu / Luminiţa Banu / Laura Stancu, Acţiunea »Recuperarea«. Securitatea şi emigrarea germanilor din România (1962-1989), (Die Operation „Wiedergewinnung“. Die Securitate und die Auswanderung der Rumäniendeutschen 1962-1989), Editura Enciclopedică, Bucureşti, 2011, S. 200-206. 

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[15. März 1975. Die „Siebenbürgische Zeitung” informiert ihre Leser über einen Besuch von Hans Bergel in Rumänien, der in der ersten Hälfte des Monats Februar auf Einladung der Gesellschaft „România” stattgefunden hatte.]

[15 martie 1975. Ziarul „Siebenbürgische Zeitung” îşi informează cititorii despre o vizită a lui Hans Bergel în România care, la invitaţia societăţii „România”, a avut loc în prima jumătate a lunii februarie.]

SbZ, 25. Jg., Nr. 4, 15.3. 1975, S. 1.



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[5. April 1977. Anton Breitenhofer: Wir haben nichts vergessen]

[5 aprilie 1977. Anton Breitenhofer: Nu am uitat nimic]

Wir haben nichts vergessen 

Anton Breitenhofer

Voller Entrüstung habe ich erfahren, dass der Rundfunksender, der sich selbst als „Freies Europa“ bezeichnet, unter dem Vorwand einer Hilfsaktion für die Erdbebengeschädigten in Rumänien eine Bande von Legionären, angeführt von dem Mörder Vasile Boldeanu, an die Oberfläche geholt hat. Sie geben vor, die „Gemeinschaft der Rumänen in Frankreich“ zu sein. 
In einer der jüngsten Ausgaben des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ war in einem Artikel unter dem Titel „Neuer Kalter Krieg im Äther?“ zu lesen, dass „die vom amerikanischen Geheimdienst CIA 1951 am Münchner Englischen Garten gebauten Funkhäuser erklärtermassen zur Hauptaufgabe (hatten): 'den Vormarsch des Weltkommunismus zu stoppen’“. Gegen die sozialistischen Länder wurden in den Redaktionen dieses Senders Faschisten und Reaktionäre der übelsten Sorte versammelt, die das Vaterland, das sie verraten haben und aus dem sie vor dem Zorn des eigenen Volkes fliehen mussten, in den Dreck ziehen und verunglimpfen. 
Seit mehr als 25 Jahren erfindet und verbreitet dieses Zentrum der Diversion und Spionage, das mit dem Geld der Steuerzahler aus den USA aufrechterhalten wird, die schmutzigsten Lügen und Verleumdungen über unser Vaterland. Jetzt sind sie sogar so weit gegangen, schamlos einen Boldeanu zu reaktivieren, der seinerzeit eine führende Position in der Eisernen Garde hatte und für die während der Legionärsrebellion begangenen Verbrechen zum Tode verurteilt wurde. Es ist offensichtlich, dass hinter diesen neuen Umtrieben weitverzweigte und einflussreiche reaktionäre und neofaschistische Kreise stecken, die eine ernste Gefahr für den Frieden und die Zusammenarbeit der Völker Europas und der ganzen Welt darstellen. 
Unverständlich für mich wie für viele ehrliche Menschen, und das nicht nur in Rumänien, bleibt die Tatsache, dass dieser Rundfunksender sein schmutziges Geschäft ungehindert auf dem Territorium der Bundesrepublik Deutschland entfalten kann, ein Land, zu dem Rumänien diplomatische Beziehungen unterhält und mil dem es auf wirtschaftlichem und kulturell-wissenschaftlichem Gebiet zusammenarbeitet, ein Land, in dem seit mehreren Jahren die Sozialdemokratische Partei Regierungspartei ist. Sollten die Sozialisten in der BRD so rasch ihre eigenen tragischen Erfahrungen mit dem Faschismus vergessen haben? Als einer, der seit seiner frühesten Jugend in der antifaschistischen Bewegung Rumäniens tätig war, weiss ich genau, dass in meinem Vaterlande die Arbeiterklasse, alle Bürger ohne Unterschied der Nationalität dieses schreckliche Kapitel der Geschichte nicht vergessen haben. 

NW, 29. Jg., Nr. 8673, 5. April 1977, S. 1 

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[1977. Michael Schuster: Sich selbst entlarvt]

[1977. Michael Schuster: Singuri s-au demascat]

Sich selbst entlarvt

Michael Schuster

Jetzt also — falls es noch eines Beweises in diesem Sinne bedurft hätte — haben sie sich selbst entlarvt, die Herren vom Rundfunksender, der sich selbst „Freies Europa“ nennt. Seit Jahr und Tag verbreitet diese Brutstätte ultrareaktionärer Propaganda, wo allerhand zwielichtige Elemente, Vaterlandsverräter und erklärte Feinde des Fortschrittsstrebens unseres Volkes Unterschlupf fanden, seit Jahr und Tag verbreitet dieser Sender, der vom amerikanischen Geheimdienst organisiert wurde, Lügen über die unverkennbaren Leistungen unseres ganzen Volkes. Was war auch anderes zu erwarten von einer Gruppe von Verrätern, Renegaten und Feinden des Vaterlandes!
Jetzt aber haben sich diese Leute, die nicht nur einmal so taten, als ob ihnen am Schicksal dieses Landes, für das sie nur Feindschaft übrig hatten, etwas gelegen wäre, jetzt haben sie sich selbst entlarvt. Indem sie die Lage ausnutzten, die durch das Erdbeben entstanden ist, und indem sie die heldenhafte Arbeit unseres ganzen Volkes für die Beseitigung der Erdbebenfolgen und das unerschütterliche Voranschreiten auf dem Wege des Sozialismus verhöhnten, haben sich die Herren von jenem Rundfunksender zu einem Akt massloser Provokation verstiegen. In diesen Tagen, wo uns aus aller Welt aufrichtige Beweise menschlicher Solidarität erreichten, hat „Freies Europa“ die Nachricht verbreitet, dass eine „Gemeinschaft der Rumänen in Frankreich“ eine Hilfsaktion für die Erdbebengeschädigten in Rumänien starten wolle. Und sie hatten die Unverfrorenheit, eine Gruppe von Leuten traurigen Andenkens, geschart um einen gewissen Vasile Boldeanu, den wir sehr wohl als verruchten Mörder aus der Zeit der Rebellion der Legionäre kennen, als Vertreter der Rumänen in Frankreich auszugeben.
Was zu viel ist, ist zu viel. Alle Bürger unseres Vaterlandes, ganz gleich welcher Nationalität, wussten die Hilfe zu schätzen, die uns in diesen Tagen erreicht hat, von zahlreichen Staaten, internationalen Organisationen und vielen Freunden unseres Landes, einschliesslich Menschen, die hier geboren wurden und im Ausland leben, aber diese gemeine Provokation weisen wir entschieden zurück.
Immerhin haben jene, die diese Herausforderung ausgeheckt und publik gemacht haben, selbst dafür gesorgt, dass alle Welt erfährt, wer sie sind. Sollte es noch einen Naivling gegeben haben, der nicht wusste, wer hinter besagtem Rundfunksender steckt, so ist es jetzt auch für ihn offenbar, dass es die reaktionärsten Kreise sind, deren Umtriebe in krassem Widerspruch stehen zur Sache des Friedens und der internationalen Zusammenarbeit.

NW, 29. Jg., Nr. 8673, 5. April 1977, S. 1 

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[1977. Activitatea oficinelor de propagandă „Europa liberă“ şi „Radio libertatea“ este contrară principiilor dreptului internaţional, spiritului Actului final de la Helsinki. Concluziile unui studiu întocmit de un jurist vest-german]

Activitatea oficinelor de propagandă „Europa liberă“ şi „Radio libertatea“ este contrară principiilor dreptului internaţional, spiritului Actului final de la Helsinki
Concluziile unui studiu întocmit de un jurist vest-german 

Juristul vest-german dr. Emil Hofmann, într-o lucrare intitulată „Despre incompatibilitatea activităţii posturilor de radio „Europa liberă" şi „Libertatea" cu normele dreptului internaţional“, pe care a pregătit-o şi a trimis-o guvernelor statelor participante la Conferinţa pentru securitate şi cooperare în Europa, relevă că existenţa şi funcţionarea celor două staţii de radio sunt ilegale. 

Dr. Hofmann menţionează că, din punctul de vedere al dreptului internaţional, răspunderea revine guvernelor S.U.A. şi R.F.G., dat fiind că cele două posturi de emisie funcţionează cu aprobarea evidentă şi cu sprijinul unor organisme de stat din aceste ţări. Dar responsabilitatea celor două guverne menţionate nu se limitează la aceasta, precizează dr. Hofmann. Chiar dacă implicate ar fi numai organisme private, în virtutea normelor în vigoare ale dreptului internaţional, statele trebuie să împiedice orice activitate a unor persoane morale sau fizice, naţionale sau străine, care contravine angajamentelor lor internaţionale. 
In studiul său, dr. Hofmann semnalează în primul rînd două violări flagrante ale normelor dreptului internaţional. Prima constă în faptul că cele două posturi nu emit decît pentru ţări străine, în limba ţărilor respective, cu scopul evident de a exercita din exterior o acţiune de propagandă, de a defăima condiţiile sociale şi politice din aceste state, de a submina încrederea populaţiei din aceste ţări faţă de ordinea socială şi de stat şi faţă de politica guvernelor lor legale, inclusiv în sfera informării interne. Cea de-a doua este că staţiile respective funcţionează cu concursul unor cetăţeni sau foşti cetăţeni ai ţărilor vizate, recrutaţi de către serviciile de spionaj străine sau care întreţin contacte cu ele. 
Din acest motiv, conchide dr. Hofmann, existenţa şi activitatea posturilor de radio „Europa liberă“ şi „Libertatea“ contravin principiilor admise ale dreptului internaţional în vigoare, în primul rînd principiului neamestecului în treburile interne ale statelor, stipulat de articolul 2 al Cartei O.N.U., dispoziţiilor Declaraţiei asupra principiilor dreptului internaţional privind relaţiile de prietenia şi cooperare, dintre state, adoptată in 1970 de către Adunarea Generală a O.N.U., precum şi spiritului şi literei Actului final al conferinţei de la Helsinki. 

Scînteia, anul XLVI Nr. 10769, 5 aprilie 1977, p. 6

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[5 aprilie 1977. Plenara Consiliului oamenilor muncii de naţionalitate germană] 
[5. April 1977. Plenum des Rates der Werktätigen deutscher Nationalität]

Plenara Consiliului oamenilor muncii de naţionalitate germană

În raportul prezentat de tovarăşul Eduard Eisenburger, preşedintele Consiliului oamenilor muncii de naţionalitate germană, se spune: Expunerea magistrală prezentată de tovarăşul Nicolae Ceauşescu la şedinţa comună a Comitetului Central al P.C.R.. Marii Adunări Naţionale, Consiliului Suprem al Dezvoltării Economice şi Sociale şi activului central de partid şi de stat reprezintă un document programatic de excepţională importanţă teoretică şi practică, care înfăţişează cuprinzător imaginea patriei în împrejurările tragice prin care a trecut, o analiză profund ştiinţifică, într-o viziune unitară, a stadiului atins în dezvoltarea economico-socială a ţării, stabilind orientările fundamentale ale activităţii viitoare a partidului şi statului, a întregului popor. Alături de toţi cetăţenii patriei, oamenii muncii de naţionalitate germană îşi reafirmă şi în aceste momente deosebite întreaga lor adeziune la politica partidului, hotîrirea lor fermă de a contribui cu întreaga lor capacitate la transpunerea în viaţă a sarcinilor cuprinse în expunerea tovarăşului Nicolae Ceauşescu. 
In continuare, după ce a evidenţiat marea bătălie dusă de poporul român, sub conducerea partidului său comunist, pentru înlăturarea urmărilor distrugătorului cutremur, vorbitorul a subliniat: Oamenii, muncii de naţionalitate germană îşi exprimă, împreună cu întregul popor, admiraţia şi recunoştinţa faţă de Partidul Comunist Român, faţă de conducerea sa, personal faţă de secretarul său general, tovarăşul Nicolae Ceauşescu, care a condus masele în această uriaşă luptă pentru salvarea vieţilor omeneşti, limitarea efectelor distrugătoare ale seismului, pentru regăsirea ritmului normal de viaţă, reintrarea ei pe făgaşul obişnuit. În aceste împrejurări deosebite, întregul popor, toţi oamenii muncii, fără deosebire de naţionalitate, strîns uniţi în jurul partidului, al secretarului său general, au oferit lumii întregi un mare exemplu de omenie, solidaritate, demnitate şi curaj, înalte virtuţi morale şi patriotice, exprimate în efortul general, deseori chiar supraomenesc, în eroismul de care au dat dovadă. 
În continuare, vorbitorul a făcut o largă trecere în revistă a istoricelor succese obţinute de oamenii muncii români, maghiari, germani şi de alta naţionalităţi în ampla activitate de îndeplinire a sarcinilor trasate da Congresul al XI-lea, relevînd dinamismul, dezvoltarea armonioasă şi multilaterală a tuturor ramurilor economiei naţionale, a tuturor judeţelor şi localităţilor patriei, de ridicare continuă a nivelului de trai al celor ce muncesc. Oamenii muncii de naţionalitate germană sînt ferm hotăriţi să depună în continuare toate eforturile, împreună cu întregul popor, pentru înfăptuirea Programului partidului de edificare a societăţii socialiste multilateral dezvoltate şi înaintare a României spre comunism.
În continuare, vorbitorul a relevat sentimentele de adîncă satisfacţie şi deplină aprobare ale oamenilor muncii de naţionalitate germană, ale întregului nostru popor, faţă de consecvenţa cu care partidul şi statul nostru, în frunte cu tovarăşul Nicolae Ceauşescu, pledează şi acţionează pe plan internaţional pentru transpunerea în viaţă a prevederilor documentelor de la Helsinki, pentru înfăptuirea securităţii şi colaborării pe continentul european, pentru instaurarea unui climat de colaborare, prietenie, destindere şi pace, pentru o lume mai dreapta şi mai bună. 
Subliniind principialitatea consecventă, spiritul creator demonstrat de Partidul Comunist Roman în rezolvarea problemei naţionale, vorbitorul a relevat marele rol pe care l-a avut şi îl are personal tovarăşul Nicolae Ceauşescu în crearea tuturor condiţiilor care să asigure populaţiei de naţionalitate germană un loc demn în marea familie a României socialiste. Vorbitorul a arătat că soluţionarea în spirit democratic, pas cu pas, a acestor probleme a întărit încrederea populaţiei germane în politica partidului şi a statului nostru socialist. In continuare, vorbitorul a spus: Există, în străinătate, cercuri reacţionare care încearcă să interpreteze implicarea masivă a populaţiei germane în viaţa social-politică a ţării, conlucrarea ei, în spiritul celei mai desavirşite unităţi, cu poporul român, integrarea noastră din ce în ce mai puternică în efortul comun de construire a societăţii socialiste multilateral dezvoltate şi înaintare spre comunism, drept o formă de dezintegrare a propriei noastre fizionomii naţionale, drept un fenomen de asimilare treptată. Adevărul este că tocmai datorită unui asemenea climat de democraţie reală în plină acţiune, noi, germanii din Romania, nu numai ca sîntem şi mai aproape, mai uniţi cu naţiunea română, cu naţionalităţile alături de care ne-a aşezat istoria în urmă cu secole, dar ne putem păstra şi dezvolta nestingherit şi fiinţa noastră etnică, identitatea noastră naţională. Partidul şi statul au asigurat atît baza materială, cît şi întregul sistem de instituţii cultural-educative necesare dezvoltării naţionalităţilor conlocuitoare. De exemplu, dispunem de aproape 100 de unităţi şi secţii şcolare şi preşcolare, frecventate de peste 60.000 copii, instruite de circa 3.000 cadre didactice. La reţeaua de învăţămînt în limba maternă se adaugă ziarele, programele de radio şi televiziune, editurile, teatrele de stat, instituţiile ştiinţifice şi de cultură, sistemul extrem de cuprinzător al activităţii cultural-educative de masă, care, toate, concură la educaţia în limba maternă, la păstrarea şi cultivarea tradiţiilor naţionale, în ultimă instanţă la menţinerea şi înflorirea naţionalităţii conlocuitoare germane. Cu atît mai revoltătoare — a arătat vorbitorul — este practica tot mai manifestă a unor cercuri din Germania occidentală, printre care un loc de seamă îl ocupă conducerile şi presa unor organizaţii de emigranţi saşi şi şvabi, precum şi elemente fasciste notorii, care încearcă să instige o parte a populaţiei germane din România să-şi părăsească patria. Multă vreme aceste cercuri au bătut monedă pe tema reîntregirii familiilor, problemă generată, după cum se ştie, de războiul declanşat de Hitler. Înrolarea în armata germană, de evacuarea forţată de către armatele hitleriste a zeci de mii de oameni din ţara lor. Dat fiind că în România problema reîntregirii familiilor a fost practic rezolvată cu mult înainte de Conferinţa general-europeană, în spiritul cel mai umanitar posibil, trădătorii de patrie si de comunitate care se află în rîndul Landsmannschafturilor şi al altor cercuri politice reacţionare de extremă dreaptă şi de tip fascist s-au văzut nevoiţi să recurgă la alte tertipuri pentru activitatea lor murdară. Faţă de instigarea la emigrare a acestei populaţii, fiecare om de bună credinţă trebuie să recunoască, cercurile amintite mai sus urmăresc, în fond, desfiinţarea unei comunităţi naţionala de sine stătătoare. Totodată, a arătat vorbitorul, se urmăreşte racolarea unei forţe de muncă temeinic pregătite pe contul statului român şi care cunoaşte limba germană. Consiliul oamenilor muncii de naţionalitate germană din România, presa de limbă germană au primit în ultima vreme numeroase scrisori, în care muncitori, ţărani, intelectuali cer cu hotărîre să se pună capăt emigrării din rîndul acestei populaţii. 
Iată de ce salutăm cu toată căldura poziţia secretarului general al partidului în această problemă. Ca cetăţeni ai Republicii Socialiste România — singura noastră patrie — considerăm aceste practici drept un amestec nepermis în treburile interne ale statului nostru suveran, o încălcare grosolană a principiilor de drept internaţional, o încercare de a lovi, de a perturba viaţa economică şi social-politică a României socialiste. Puterea de stat, conform prevederilor constituţionale, are obligaţia de a apăra şi ocroti naţionalităţile conlocuitoare, integritatea lor etnică, ceea ce implică şi combaterea tendinţelor de emigrare pe toate căile. 
Constatăm cu satisfacţie că cea mai mare parte a populaţiei germane nu a dat ascultare încercărilor de instigare, văzîndu-şi liniştit de munca sa pentru bunăstarea sa şi a întregii ţări. 
După ce s-a referit la sarcinile importante ce revin în continuare consiliului, raportorul a încheiat: 
Asigurăm conducerea partidului şi statului, personal pe tovarăşul Nicolae Ceauşescu, că nu vom precupeţi nici un efort pentru a ne aduce o contribuţie şi mai susţinută la mobilizarea oamenilor muncii de naţionalitate germană la înfăptuirea neabătută, împreună cu întregul popor, a hotărîrilor adoptate de şedinţa comună a Comitetului Central al P.C.R., Marii Adunări Nationale şi Consiliului Suprem al Dezvoltării Economice şi Sociale, că vom face totul pentru a contribui în mod activ şi conştient ca patria noastră scumpă, Republica Socialistă România, să devină tot mai prosperă şi înfloritoare. 
Luînd cuvîntul în Plenara Consiliului oamenilor muncii de naţionalitate germană, vorbitorii şi-au manifestat deplina adeziune la politica internă şi externă a partidului şi statului nostru, strălucit exprimată în magistrala expunere cu caracter programatic a tovarăşului Nicolae Ceauşescu — impresionantă sinteză a măreţului proces de reconstrucţie şi dezvoltare a patriei noastre, care înscrie anul 1977 în cronica României nu numai ca un an greu încercat, ci şi ca un moment de maximă importanţă în înfăptuirea obiectivelor partidului, în mersul nostru neabătut spre comunism. 

[...]

Un loc important în cadrul lucrărilor plenarei l-a ocupat reliefarea condiţiilor optime de care se bucură naţionalităţile conlocuitoare, deplina egalitate în drepturi, posibilităţilor lor de afirmare nestingherită, pentru manifestarea deplină în viaţa socială a tuturor cetăţenilor, fără deosebire de naţionalitate, pentru participarea lor activă la edificarea noii vieţi, la conducerea societăţii. Relevind aceste roade ale politicii ştiinţifice, marxist-leniniste, a P.C.R. în problema naţională, Georg Scherg, Ştefania Funk şi alţi vorbitori au arătat că în România s-au asigurat în mod real deplina egalitate în drepturi a tuturor cetăţenilor, indiferent de naţionalitate, condiţii de muncă creatoare în sfera producţiei de bunuri materiale şi în toate domeniile de activitate, posibilitatea afirmării plenare a spiritualităţii etnice, a folosirii neîngrădite a limbii materne. S-a amintit, astfel, larga dezvoltare a reţelei de şcoli de toate gradele, cu predare în limba maternă, paralel cu existenţa a numeroase instituţii şi formaţii cultural-artistice care îşi aduc necontenit contribuţia la îmbogăţirea patrimoniului artistic naţional. „Se cuvine ca şi la această plenară, spunea Heinrich Sitzler, să mulţumesc conducerii partidului, personal tovarăşului Nicolae Ceauşescu, pentru modul consecvent de realizare a politicii naţionale a partidului, pentru grija şi atenţia deosebită manifestate faţă de naţionalităţile conlocuitoare“. Hans Liebhardt a reliefat „cadrul prielnic spiritual şi material creat dezvoltării culturii în ţara noastră, din care face parte şi cultura de limbă germană. Asistăm la un proces de unificare a forţelor şi a capacităţilor — fie că este vorba de saşi, de şvabi sau de alte grupări constituite istoric şi etnografic — ceea ce este unul din fenomenele de îmbogăţire spirituală, de impuls şi de elanuri“. 
După ce a exprimat în cuvinte calde întreaga recunoştinţă pentru felul in care Partidul Comunist Român, secretarul său general, tovarăşul Nicolae Ceauşescu, a readus tara la cursul ei normal după distrugătorul cutremur, scriitorul Franz Storch a spus : „Urmăresc felul în care plaiurile mele natale se înscriu în spaţiul României şi în timpul socialist, deoarece ţin la acest spaţiu şi la acest timp. Pentru că pentru mine cuvintul patrie nu se lasă redus la un „Lippenbekenntnis“, adică la o declaraţie făcută din vîrful buzelor, aşa după cum îşi închipuie unii care ne îndeamnă să părăsim meridianele geografice şi sociale în care ne-am născut, ne-am format şi ne-am croit drum spre calitatea de om. În cuvîntul patrie se împletesc şi lupta străbunilor pentru pîine, şi cea împotriva morţii, aşa cum reiese ea din limpezimea crudă a veacurilor, din paginile îngălbenite ala cronicii convieţuirii“. 
Ca şi alţi vorbitori, Adolf Hedrich, Nikolaus Berwanger, Hans Welmuth[sic] Schneider au demascat falsele lozinci umanitare cu care propaganda ostilă socialismului încearcă să facă prozeliţi, ademenind cu mirajul societăţii de consum pe cei care preferă un mod de viaţă uşor, care aleargă după himere, care nu înţeleg că aventura părăsirii patriei înseamnă trădare faţă de rude, prieteni, faţă de moşii şi strămoşii lor, care au trudit pe aceste pămînturi pentru ca ei, urmaşii lor de azi, să se înalţe tot mai sus pe treptele progresului, care n-au înteles că pe pămînt străin îi pîndesc umilinţa, privaţiunile, traumele psihice. 

Scînteia, anul XLVI, Nr. 10769, 5 aprilie 1977, p. 4

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[5. April 1977. Erweitertes Plenum des Rates der Werktätigen deutscher Nationalität. In Einheit und brüderlicher Verbundenheit für das Wohl des gemeinsamen Vaterlandes Bericht an das erweiterte Plenum des Rates der Werktätigen deutscher erstattet von Genossen Eduard Eisenburger]

[5 aprilie 1977. Plenara lărgită a Consiliului oamenilor muncii de naţionalitate germană]

Erweitertes Plenum des Rates der Werktätigen deutscher Nationalität 

Gestern vormittag begannen im Palais der Republik die Arbeiten des erweiterten Plenums des Rates der Werktätigen deutscher Nationalität in der Sozialistischen Republik Rumänien. Auf der Tagesordnungstand die Erörterung der Aufgaben, die dem Rat aus den Beschlüssen der gemeinsamen Sitzung des Zentralkomitees der Rumänischen Kommunistischen Partei, der Grossen Nationalversammlung, des Obersten Rates für ökonomische und Soziale Entwicklung und des zentralen Partei- und Staatsaktivs, aus der umfassenden und wegweisenden Darlegung zufallen, die Genosse Nicolae Ceauşescu bei dieser Gelegenheit gehalten hat. 

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Zu Beginn der Tagung legte Genosse Eduard Eisenburger, Vorsitzender des Rates der Werktätigen deutscher Nationalität in der Sozialistischen Republik Rumänien, einen Bericht vor. Um 14 Uhr nahmen die Arbeiten des erweiterten Plenums ihren Fortgang. Im Präsidium nahmen Platz die Genossen: Ilie Verdeţ, Mitglied des Politischen Exekutivkomitees, Sekretär des Zentralkomitees der RKP, Eduard Eisenburger, Mitglied des Zentralkomitees der RKP, Mitglied des Staatsrates der Sozialistischen Republik Rumänien und Vorsitzender des Rates der Werktätigen deutscher Nationalität, Richard Winter, Stellvertretendes Mitglied des Politischen Exekutivkomitees des ZK der RKP, Erster Sekretär des Kreisparteikomitees Sibiu, Stellvertretender Vorsitzender des Rates der Werktätigen deutscher Nationalität, Anton Breitenhofer, Mitglied des Zentralkomitees der RKP, Stellvertretender Vorsitzender des Rates der Werktätigen deutscher Nationalität, und Adalbert Millitz, Sekretär des Rates der Werktätigen deutscher Nationalität. Anwesend waren desgleichen Funktionäre des ZK der RKP und der Regierung, Vertreter der Zentralpresse. Bei Redaktionsschluss dauerten die Arbeiten des Plenums an. Am Morgen des gleichen Tages hatte eine Sitzung des Büros des Rates stattgefunden, auf der der Bericht an das erweiterte Plenum des Rates der Werktätigen deutscher Nationalität erörtert und einstimmig gebilligt worden ist. 

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In Einheit und brüderlicher Verbundenheit für das Wohl des gemeinsamen Vaterlandes Bericht an das erweiterte Plenum des Rates der Werktätigen deutscher erstattet von Genossen Eduard Eisenburger




NW, 29. Jg., Nr. 8673, 5. April 1977, S. 1 Fortsetzung: S. 3: Bericht an das erweiterte Plenum des Rates der Werktätigen deutscher Nationalität 

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[6. April 1977. Erweitertes Plenum des Rates der Werktätigen deutscher Nationalität in der Sozialistischen Republik Rumänien. Bekenntnis zur gemeinsamen Heimat. Aus den Ansprachen der Diskussionsteilnehmer: Hans Liebhardt, Maja Philippi, Georg Scherg, Franz Storch]

[6 aprilie 1977. Din cuvîntările unor participanţi la Plenara lărgită: Hans Liebhardt, Maja Philippi, Georg Scherg, Franz Storch]


Erweitertes Plenum des Rates der Werktätigen deutscher Nationalität in der Sozialistischen Republik Rumänien Bekenntnis zur gemeinsamen Heimat 

Wie wir bereits berichteten, tagte am Montag im Palais der Republik das erweiterte Plenum des Rates der Werktätigen deutscher Nationalität in der Sozialistischen Republik Rumänien. Auf der Tagesordnung stand die Erörterung der Aufgaben, die dem Rat aus den Beschlüssen der gemeinsamen Sitzung des Zentralkomitees der Rumänischen Kommunistischen Partei, der Grossen Nationalversammlung, des Obersten Rates für ökonomische und Soziale Entwicklung und des zentralen Partei- und Staatsaktivs, aus der umfassenden und wegweisenden Darlegung zufallen, die Genosse Nicolae Ceauşescu bei dieser Gelegenheit gehalten hat, ein Dokument von ausserordentlicher theoretischer und praktischer Bedeutung, das als ein Tätigkeitsprogramm der Partei und des Staates, des ganzen Volkes gebilligt worden ist, um in kürzester Zeit die Erdbebenfolgen zu beseitigen, die Planbestimmungen für 1977 und die Vorhaben des gesamten Fünfjahrplans vorbildlich zu erfüllen, alle vom XI. Parteitag der RKP festgelegten Zielsetzungen zu verwirklichen sowohl im Bereich der Innenpolitik wie auch in dem der Aussenbeziehungen. Im zweiten Teil der Tagung fanden die Diskussionen statt. Es ergriffen das Wort: Heinrich Sitzler, Sekretär des Stadtparteikomitees Sibiu, Vorsitzender des Kreisrats Sibiu der Werktätigen deutscher Nationalität; Adolf Hedrich, Bautechniker beim Staatlichen Landwirtschaftsbetrieb Zagăr, Kreis Mureş; Josef Kraus, Bergarbeiter bei der Zeche Petrila, Kreis Hunedoara, Nikolaus Berwanger, Vorsitzender des Kreisrats Temesch der Werktätigen deutscher Nationalität, Chefredakteur der „Neuen Banater Zeitung“; Josef Bartl, Sekretär des Kreisrats Sathmar der Werktätigen deutscher Nationalität; Hans Liebhardt, stellvertretender Chefredakteur der Sendungen in ungarischer und deutscher Sprache des Rumänischen Rundfunks und Fernsehens; Ferdinand Hayer, stellvertretender Vorsitzender des Kreisrats Arad der Werktätigen deutscher Nationalität, Redakteur der „Neuen Banater Zeitung“; Maja Philippi, Verdiente Professorin, Braşov; Georg Scherg, Schriftsteller, Dozent der Philologischen Fakultät Sibiu; Hans Wellmann, Professor am Josef-Haltrich-Lyzeum Schässburg; Nikolaus Pilly, Vorsitzender des Kreisrats Hunedoara der Werktätigen deutscher Nationalität, Sektorenleiter im Vietoria-Werk Kalan; Samuel Beer, stellvertretender Direktor des Pädagogischen Lyzeums Sibiu; Susanna Heiss, Lektor am Hochschulinstitut Tg. Mureş; Johann Litschel, Schlosser in der „Automecanica“ Mediasch; Alfons Leili, Meister beim Baubetrieb des Kreises Sathmar; Ştefania Funk, Funktionärin des Kreisrate Temesch der Gewerkschaften; Franz Storch, Mitglied im Büro des Schriftstellerverbandes, Chefredakteur der Zeitschrift „Volk und Kultur“; Adolf Kristoff, Held der Sozialistischen Arbeit, Farmleiter beim Staatlichen Landwirtschaftsbetrieb Mediasch; Josef Waninger, Gruppenleiter im Maschinenbaubetrieb Reschitza; Margarete Kraus, Stellvertretendes Mitglied des ZK der RKP, Abgeordnete der Grossen Nationalversammlung, Sekretär des Stadtparteikomitees und Bürgermeister von Codlea, Kreis Braşov, und Hans Helmuth Schneider, Vorsitzender des Kreisrats Alba der Werktätigen deutscher Nationalität, Professor am Lyzeum von Sebeş. Zum Abschluss der Arbeiten des erweiterten Plenums des Rates der Werktätigen deutscher Nationalität ergriff Genosse Ilie Verdeţ, Mitglied des Politischen Exekutivkomitees, Sekretär des ZK der RKP, das Wort. In einer Atmosphäre starker Begeisterung richteten die Anwesenden ein Telegramm an das ZK der RKP, anden Generalsekretär der Partei, Genossen NICOLAE CEAUŞESCU.  

[...]

[Dachzeile: Aus den Ansprachen der Diskussionsteilnehmer]



„Ich möchte mich eingangs“, sagte der Schriftsteller Hans Liebhardt, „auf den in geistiger und materieller Hinsicht günstigen Rahmen beziehen, der für die Entwicklung der Kultur in unserem Land geschaffen wurde, einschliesslich für die Entwicklung der Kultur in deutscher Sprache. Die Rundfunk- und Fernsehprogramme in deutscher Sprache, mit deren Realisierung ich mich unmittelbar beschäftige, gehören zu den beredtesten Beispielen der Nationalitätenpolitik der Partei. Bekanntlich senden Radio Bukarest und Radio Temesvár täglich je eine Stunde in deutscher Sprache, insgesamt also zwei Stunden pro Tag. Die wöchentliche Fernsehsendung verfügt über ein Komplexprogramm von jeweils 105 Minuten.“ Der Redner betonte sodann, dass alle diese Programme nicht nur von Journalisten gemacht werden, sondern dass zu ihrer Realisierung ein breiter Kreis von Mitarbeitern aus allen Teilen des Landes und aus allen Bereichen der gesellschaftlichen Praxis beiträgt. Sie werden so zu einem Ergebnis der Arbeit der gesamten Bevölkerung, an die wir uns richten und deren Leben und Existenz wir widerspiegeln, sagte der Redner. Die deutsche mitwohnende Nationalität hat in den letzten Jahren ebenso wie die rumänische Nation und die anderen mitwohnenden Nationalitäten eine Reihe neuer Qualitäten und Merkmale erworben, sie hat eine neue Stufe in ihrer jahrhundertealten Geschichte erreicht. „Dieser Prozess der Vereinheitlichung der Kräfte und Kapazitäten — sei es nun bei den Sachsen, bei den Schwaben, den Reschitzaern, den Sathmarern, den Berglanddeutschen oder anderen in historischer und ethnographischer Hinsicht entstandenen Gruppen, ist eine der erfreulichsten Erscheinungen, die uns geistig bereichert, uns neuen Ansporn und Elan gibt. Ich habe darauf hingewiesen, dass unsere Programme durch die Mitarbeit zahlreicher Menschen Zustandekommen, dass dabei sehr viele Mitarbeiter zu Worte kommen. Der Abgang mancher von ihnen hat uns geschmerzt. In vielen Fällen habe ich diesen Abgang als eine mir persönlich angetane Schmach empfunden, denn er bedeutete zugleich die Unterbrechung geistiger Beziehungen, das Aufgeben von Hoffnungen, die Nichterfüllung einer Verpflichtung, die wir gemeinsam mit dem rumänischen Volk und den mitwohnenden Nationalitäten hin [sic]. Dieses Konzept muss alle auf dem Boden Rumäniens geschaffenen Werte, sowohl in rumänischer, deutscher und ungarischer Sprache umfassen, wie das auch bei grossen Persönlichkeiten wie Adolf Meschendörfer und Adam Müller-Guttenbrunn zum Ausdruck kam. „Nur wenn es uns gelingt“, sagte der Redner abschliessend, „die neuen Bedingungen, über die wir hier verfügen, zu erklären und bekannt zu machen, wird man auch die Tatsache verstehen, dass unsere Zukunft nur hier, in unserer sozialistischen Gesellschaft, gesichert ist und nicht anderswo.“ 

[...]

[Maja Philippi]

Prof. Maja Philippi, die 30 Jahre lang Geschichte unterrichtete, ging auf die erzieherische Bedeutung dieses Fachs ein. „Die Geschichte“, sagte sie, „ist eine Kraft, die uns nicht nur hilft, die Vergangenheit zu kennen, sondern auch die Fragen der Gegenwart zu verstehen und zu lösen, so dass sie unser Vertrauen in die Zukunft stärkt. Die Völker, die keine Geschichte haben, können auch keine Zukunft haben. Die Völker jedoch, die keine Zukunft mehr haben wollen, vergessen ihre Geschichte. Wir wollen unsere Geschichte nicht vergessen, wir wollen noch eine Zukunft haben.“ 
Die Rednerin bezog sich sodann kurz auf die Geschichte der Siebenbürger Sachsen, die vor 800 Jahren ihre Heimat aus sozialen Gründen verlassen haben, um hier in Siebenbürgen eine neue Heimat zu finden, in der sie freier leben und arbeiten konnten. So begann das Zusammenleben des rumänischen Volkes mit der sächsischen Bevölkerung, das bis in unsere Tage reicht, ein Zusammenleben, das nicht zur Verschmelzung dieser zwei verschiedenen ethnischen Elemente führte, jedoch zu einer starken gegenseitigen Beeinflussung. „Wir müssen hervorheben“, sagte die Rednerin, „dass die sächsische Bevölkerung nicht irgendein Teilchen des grossen deutschen Volkes ist, sie hat sich als ethnische Einheit in diesem Land im Laufe mehrerer Jahrhunderte unter den vielzähligen Einflüssen dieses Landes gebildet und ist in ihrer Existenz auch heute an dieses Land gebunden. Wenn die Emigranten in der Bundesrepublik Deutschland und ihre Organisationen, die Landsmannschaften, heute den Anspruch erheben, sie seien die wahren Siebenbürger Sachsen, und wenn sie sich das Recht herausnehmen, im Namen aller Sachsen zu sprechen, antworten wir ihnen: Wie kann sich jemand Siebenbürger Sachse nennen, der nicht mehr in Siebenbürgen lebt und auch gar nicht hier leben will? Die wahren Siebenbürger Sachsen sind jene, die hier leben, die hier leben und arbeiten wollen für das Erblühen und die Entwicklung ihrer wahren Heimat. Und keiner ausserhalb der Landesgrenzen hat das Recht, in unserem Namen zu sprechen und sich in unsere Angelegenheiten einzumischen. Die Siebenbürger Sachsen haben seit ihrer Einwanderung gemeinsam mit dem rumänischen Volk den Boden ihrer neuen Heimat bebaut, sie haben das Handwerk und den Handel entwickelt, sie haben geschichtliche Kunstdenkmäler errichtet, die heute noch eine Zierde unseres Landes sind. Doch vor allem haben sie in der Verteidigung dieses Landes gemeinsam mit dem rumänischen Volk und der ungarischen Bevölkerung Grosses geleistet. Durch diese gemeinsame Arbeit und durch diesen gemeinsamen Kampf“, betonte die Rednerin, „haben wir uns das Recht erworben, dieses Land unser Heimatland zu nennen. Es gehört uns, so wie auch wir ihm gehören. Es gibt eine innere seelische Beziehung zwischen uns und diesem Land, die sich entlang der Geschichte gebildet hat. Würden wir jetzt dieses Land verlassen, um irgendwelchen Versprechen und Aufforderungen Folge zu leisten, und in eine unsvöllig fremde Umwelt ziehen, dann, würden wir unsere Identität verlieren, wir würden unsere gemeinschaftliche, aber auch unsere individuelle Persönlichkeit einbüssen. Viele von jenen, die unser Land verlassen wollen, tun dies in der Hoffnung, dort eine neue Heimat zu finden. Sie erfahren dort zu spät, dass es nur, eine einzige Heimat gibt. Wenn wir auf diese Heimat durch unsere Arbeit und unseren Kampf ein begründetes Recht haben, so muss auch gesagt werden“, unterstrich die Rednerin, „dass wir diesem Vaterland gegenüber auch eine Verantwortung tragen. Es gibt kein Recht ohne Pflicht Und unsere Pflicht ist, für dieses Land zu arbeiten und uns dafür einzusetzen, wie wir das im Laufe unserer ganzen Geschichte gemacht haben. Uns mit ihm zu identifizieren, sowohl in den schönen Augenblicken, wie wir sie oft in der gemeinsamen Arbeit für den sozialistischen Aufbau erleben, als auch in den schweren Augenblicken, wie wir sie beispielsweise in den ersten Jahren nach dem zweiten Weltkrieg oder kürzlich durch die grossen Naturkatastrophen, die Überschwemmungen in den vergangenen Jahren oder das fürchterliche Erdbeben in diesem Jahr hervorgerufen, erlebt haben. Obwohl wir jetzt noch viele Schwierigkeiten zu überwinden haben, hegen wir die Überzeugung, dass wir als Ergebnis unserer gemeinsamen Arbeit die schönen Augenblicke der Verwirklichung der Gesellschaft von morgen erleben werden." Die Rednerin bezog sich sodann auf die Rede des Genossen Nicolae Ceauşescu auf der Beratung der Kader im Bereich der Gesellschaftswissenschaften und des politischen Unterrichts im Oktober 1976 und zeigte in diesem Zusammenhang, dass der Beitrag der mitwohnenden Nationalitäten zu der Entwicklung Rumäniens mitunter in der populärwissenschaftlichen Literatur, in einigen Fremden- und Museumsführern, gelegentlich auch in Schulbüchern nicht erwähnt oder nicht entsprechend gewürdigt wird. Dadurch wird nicht nur den Fremden, die unser Land besuchen, sondern auch den nicht in Siebenbürgen lebenden Rumänen ein falsches Bild geboten. Abschliessend ging die Rednerin auf aktuelle Fragen ein, die im Sinne der gerechten Nationalitätenpolitik unserer Partei und unseres Staates noch gelöst werden müssen. 


Ausgehend von den Möglichkeiten der deutschen Bevölkerung, in allen Bereichen des Lebens ihre Muttersprache frei und ungehindert zu gebrauchen, in ihrer Muttersprache unterrichtet zu werden und zu lehren, Theatervorstellungen in ihrer Muttersprache zu besuchen, deutsche Bücher, Zeitungen und Zeitschriften zu lesen und ihr eigenes geistiges und kulturelles Leben frei zu entfalten, sowie von den verleumderischen Behauptungen, die ausländische Kreise darüber verbreiten, bot Georg Scherg, Schriftsteller, Dozent an der Philologischen Fakultät Sibiu, ein einprägsames und eindrucksvolles Bild des weiten geistigen Raumes, der durch die tatsächliche Gewährleistung der in der Verfassung verankerten Gleichberechtigung aller Menschen des Vaterlandes geschaffen worden ist. „Wir folgen unserem Gewissen, wenn wir unsere Pflicht erfüllen gegenüber unserer Heimaterde, und das enthebt uns der Worte“, sagte der Redner. „Das enthebt uns jedoch nicht auch der Pflicht, allen eine Warnung zu erteilen, die sich versucht fühlen, verhängnisvollen Verheissungen Glauben zu schenken. Manche Zeitgenossen mögen glauben, dass es möglich ist, sich eine Fahrkarte zu kaufen, in einem Land anzukommen, dort zu essen, zu schlafen, zu trinken und so zu leben, als ob sich nichts geändert hätte. Sie denken jedoch nicht daran, denn diese Erfahrung machen sie erst später, dass keine Fahrkarte, keine Bahn, kein Flugzeug und kein Schiff sie tatsächlich in ein fremdes Land bringen können. Denn wir selbst, unser Körper, unsere Seele, unsere Art zu denken und zu fühlen, kann in Wirklichkeit nie in einem fremden Land ankommen, welches immer es auch sei. Unsere Kleider freilich, unsere Glieder, unsere Muskeln, unser Aussehen können dort angelangen, nicht aber unsere Denkkraft, nicht unsere Herzwelt und nicht die Jahrhunderte, die unsere Väter und Vorväter auf der Heimaterde verlebt haben. Ein jedes fremdes Land wird nichts anderes von uns in Anspruch nehmen als unseren physischen Apparat und nicht in Betracht ziehen, was wir gewesen sind und was wir sein möchten. Jedes fremde Land will uns in etwas völlig anderes verwandeln und fragt uns nicht, ob wir wollen oder nicht wollen. Es ändert uns. Es ändert uns nach aussen hin, beginnend mit der Kleidung schon, doch nicht im Inneren, nicht unsere Herzen. Jedes Land ist, so sagt ein Dichter, wie ein Theaterstück, das seine Rollen verteilt, und das Stück, das man in seinem Vaterland gespielt hat, ist nicht das gleiche wie anderswo. Wir wollen nicht und wir können nicht andere dazu zwingen, unsere Überzeugungen zu teilen. Es ist jedoch unsere Pflicht sie zu warnen, sich in kein Abenteuer einzulassen und sich bewusst zu sein dieser Gefahr der Verfremdung und Entwurzelung und zu wissen, was sie verlieren.“ 


„Heute abend um 21.23 Uhr ist es genau ein Monat seit der Erdbebenkatastrophe vom 4. März. Genau ein Monat seit jenen höllischen 40 Sekunden, in denen jeder von uns sich allein gefühlt hat, ohne Möglichkeit, sich gegen den Tod zu wehren“, sagte der Schriftsteller Franz Storch. „Erst das Hupen der ersten Lastkraftwagen, das Dröhnen der ersten Bagger haben uns aus der Betäubung und aus dem Grauen geweckt und uns in einfacher, doch grossartiger Weise verstehen lassen, dass der riesigen Kraft der Zerstörung, deren Energie mit der von zehn Atombomben gleichgesetzt werden konnte, eine andere Kraft entgegengestellt wurde, die ebenfalls millionenfach stärker ist als die eines jeden einzelnen von uns, und zwar die moralische Kraft der Gemeinschaft des sozialistischen Rumänien. Ich möchte auch hier von dieser Tribüne aus die Anerkennung und den ehrlichen Dank zum Ausdruck bringen für die Art, in der die Rumänische Kommunistische Partei, die in ihre Führung gewählten Genossen und in erster Linie der Generalsekretär, Genosse Nicolae Ceauşescu, es verstanden haben, alles aufzubieten und zu organisieren, um die Hauptstadt aus dem Kollaps des Augenblicks herauszuführen und das Herz von Bukarest wieder normal schlagen zu lassen.“ Der Redner beschäftigte sich sodann mit den augenblicklichen Hilfeleistungen aus dem ganzen Land für die erdbebenbetroffenen Gebiete, mit der Solidarität, die man in diesen Augenblicken überall verzeichnen konnte. 
„Deshalb, Genossen, kann man das Wort Heimat nicht nur als ein Lippenbekenntnis ansehen, lässt es sich nicht nur darauf beschränken, wie einige sich wohl einbilden, die uns auffordern wollen, die geographischen und sozialen Breitengrade zu verlassen, in denen wir geboren wurden, in denen wir uns formten, in denen wir uns den Weg zur Menschlichkeit bahnten. Das Wort Vaterland schliesst auch den Kampf der Vorfahren um Brot und gegen den Tod mit ein. In dem Wort Vaterland sind auch die von Menschenhand geschaffenen Landschaften enthalten, angefangen mit den Mauern alter Burgen und bis hin zu den Silhouetten der modernen Werke, die von Menschen verschiedener Muttersprache errichtet wurden, von Menschen, die sich aber eines gemeinsamen Ausdrucks bedienen, die ein gemeinsames Ideal haben — und zwar, dieses Land schöner zu gestalten. Und diese Menschen fühlen das Land als einen Teil ihres eigenen Wesens. Wir sagen — mit gutem Recht — nicht selten, dass die Dörfer, Städte und Kreise, in denen wir leben und arbeiten, auch unsere Prägung aufweisen. Ebenso wahr ist es aber auch, dass die Natur und vor allem das von Menschenhand Geschaffene sich auch unserem Inneren aufprägt, der Art zu denken, zu fühlen und die Welt zu verstehen. So gesehen, sind die Begriffe Heimat und Vaterland Bezugssysteme unserer Verankerung in Zeit und Raum.“ 
Der Redner beschäftigte sich sodann mit mehreren Fragen der deutschen Bevölkerung des Landes. Er ging dabei auf die Tätigkeit des Kulturhauses Friedrich Schiller in Bukarest und auf die Publikation „Novum“ ein, die Gedichte junger Autoren veröffentlicht. Ausserdem beschäftigte er sich näher mit Fragen der Tätigkeit des Kreisrats Arad der Werktätigen deutscher Nationalität. Einen längeren Teil seiner Rede widmete er einigen Fragen der Volkskunst und des kunstgewerblichen Schaffens. Er sagte zum Abschluss: „Von der Tatsache ausgehend, dass die Geschichte selbst die Geschicke der Menschen eines Territoriums, auf dem sie leben, eng verbunden hat, ausgehend von der Tatsache, dass im Laufe der Jahrhunderte des Zusammenlebens die Rumänen und die mitwohnenden Nationalitäten ihre Kräfte im Kampf um soziale Rechtlichkeit und um das Recht des Menschen, frei zu leben, nicht nur einmal vereint haben, hat die Sozialistische Republik Rumänien diese natürliche Brüderlichkeit in den Rang einer Staatspolitik erhoben und der Toleranz, die oftmals auch in der Vergangenheit nicht gefehlt hat, auch die materiellen, moralischen und politischen Garantien hinzugefügt, damit die Artikel der Landesverfassung zu Realitäten des Alltags werden. Die Nationalitätenfrage wurde in prinzipieller, gerechter und fairer Weise angegangen, und ihre Lösung ist ein Bestandteil der sozialistischen Revolution. Niemand sieht darin ein Geschenk. So kommt es, dass im Worte Vaterland, im Worte Heimat, sich alle drei Zeiten, die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft, wiederfinden. Wir suchen und finden den Sinn des Lebens nur in dieser Realität und keinesfalls in den jämmerlichen Versuchen, aus einer einheitlichen Bevölkerung eine wandernde Bevölkerung zu machen, eine Völkerwanderung im 20. Jahrhundert.“ 


NW, 29. Jg., Nr. 8674, 6. April 1977, S. 3 und 4

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[7. April 1977. Christian Maurer: In numele dreptului de a hotărî drepturile noastre] 

[7 aprilie 1977Christian Maurer: Im Namen des Rechts unser eigenes Recht zu bestimmen] 

In numele dreptului de a hotărî drepturile noastre 

Christian Maurer
actor, Teatrul de Stat din Sibiu 

De la o vreme asistăm indignaţi la elaborarea unei metamorfoze ciudate, prin care cineva „acolo sus“, în Occident, încearcă să schimbe spiritul de la Helsinki într-o stafie a „drepturilor omului“. Totodată, aceste drepturi sunt declarate ca fiind un monopol occidental, un tezaur din care, chipurile, ar curge libertatea, omenia şi fericirea deopotrivă. în numele acestui monopol se fac promisiuni, se instigă la emigrare, se încearcă — marea cu degetul — chiar şi presiuni. Denaturările şi afirmaţiile false sunt acolo la ordinea zilei, calomnia face casă bună cu... drepturile omului! 
Viaţa poporului nostru, munca harnicilor fii ai României socialiste, participarea lor directă, nemijlocită la rezolvarea problemelor pe care le ridică dezvoltarea continuă a economiei socialiste, perfecţionarea întregii vieţi sociale arată elocvent ce se Întreprinde la noi pentru asigurarea. In practică, nu in vorbe, a drepturilor omului. Acestea se văd in răspunderea activă, lucidă, constructivă faţă de treburile obştii, ale întregii societăţi, în dreptul de a critica ceea ce este retrograd şi se opune progresului, de a-şi spune părerea în forurile democratice, de a face propuneri de perfecţionare a muncii în toate domeniile. 
Nu de mult, ţara noastră a fost lovită de o calamitate naturală de proporţii catastrofale. Judeţele neafectate fizic şi-au înzecit eforturile pentru ca locurile pustiite de seism să renască în frumuseţe trainică. Braşovul, Banatul, Sibiul, Mureşul ş.a., s-au înscris in impresionanta coloană a solidarităţii poporului român, înzecindu-şi eforturile spre a reduce pagubele, pentru a pune repede la loc ce s-a distrus. 
Falnice gospodării ţărăneşti, clădite prin truda a zeci de generaţii pentru zeci de generaţii viitoare, aici, pe pămîntul ţării noastre dragi, realizările, istoria şi luptele contra asupririi, lupte purtate laolaltă cu românii, maghiarii, cu celelalte naţionalităţi cu care convieţuim — toate acestea sunt vechi de opt veacuri. Cum le-am părăsi tocmai acum, cind vedem cu ochii şi trăim visul de libertate al moşilor şi strămoşilor noştri?! Orbirea, prostia, ademenirea criminală i-au împins pe unii să-şi trădeze ţara. Stafia „drepturilor omului“, emiţînd pretenţia cinică de a reprezenta ea însăşi spiritul de la Helsinki, vrea să dezbine familii, să semene nelinişte, declară, cu o cinică neruşinare, încheiată „misiunea naţionalităţii germane din România“. 
La aceste atitudini provocatoare, răspunsul Partidului Comunist Român, răspunsul statului nostru, rostit de secretarul general al partidului, de preşedintele ţării, sună calm, demn şi răspicat: nu permitem. Este propriul nostru răspuns. In numele istoriei noastre comune. In care trăieşte neştirbită conştiinţa celei mai curate tradiţii umaniste, în numele prezentului şi al viitorului nostru. România şi-a îndeplinit de mult obligaţiile pe planul reîntregirii familiilor. Încercările de a instiga cetăţeni români la emigrare le considerăm un amestec în treburile noastre interne. Carnavalul pornit „acolo sus“ îşi va stinge lampioanele înșelătoare. Este necesar să nu-i lăsăm să-si împrăştie calomniile. Vocea dominantă a tristului său vacarm n-a fost altceva decît strigătul de ajutor al organizatorilor săi, ei înşişi transfugi şi emigranţi. Domnii organizatori ar dori să ne vadă împărtăşind singurătatea lor, ghetou-ul lor sufletesc. De aceea, ne cheamă, ne strigă, ne fură. De unul singur, pocherul nu face plăcere, chiar şi în cel mai elegant cazine. Cauţi a doua, a treia, a patra „mînă“. Sâ fie şi mînă de lucru pentru stăpînul localului, desigur! Iar cine intră in joc nu ştie că miza e mare şi pierderile definitive: casa părintească, prietenii, patria. 
Noi n-o să intrăm în joc. Şi dacă unii totuşi au făcut-o, seduşi de zîmbetul stafiei „libertăţii totale“ — noi, cetăţenii români de naţionalitate germană, vom sti să ne bucurăm de libertatea noastră socialistă, exprimată în drepturi şi obligaţii egale pentru toţi cetăţenii ţării, vom sti să ne bucurăm de munca noastră plină de responsabilităţi faţă de naţiunea noastră socialistă, faţă de copiii noştri, vom pune întotdeauna fiinţa vie a patriei mai presus de orice. 

Scînteia, anul XLVI, nr. 10771, 7 aprilie 1977, p. 1


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[8. April 1977. Georg Scherg: Das Stück ist nicht dasselbe]

[8 aprilie 1977.  Georg Scherg: Nu e aceeaşi piesă]

Das Stück ist nicht dasselbe 

Georg Scherg 

Vor einigen Tagen kam mir die Äusserung eines gewesenen Landsmanns zu Ohren, der in einem Interview — ich weiss nicht für welche ausländische Zeitung — erklärt haben soll, die deutsche Sprache werde in unserer Heimat nur noch in der Vertraulichkeit der Familie gesprochen. Ich muss freilich zugeben, dass der von mir gebrauchte Ausdruck im Wortlaut viel drastischer und respektloser klingt: in Küche und Schlafzimmer. Aber nicht die wörtliche Formulierung interessiert uns. Der Sinn und die Absicht dieser Äusserung sind es, die uns angehen und die wir einerseits geradezu verleumderisch, zugleich aber auch eine Beleidigung unser aller nennen müssen. Da ich aber glaube, dass es nicht unsere Aufgabe ist, sie zu widerlegen, weil wir über eine solche absichtlich falsche Aussage erhaben sind, richte ich meine Gedanken umso mehr auf unsere wirkliche Lage, wie auch darauf, was wir, als Erzieher - und Vertreter der Kultur in unserem Vaterland, der Sozialistischen Republik Rumänien, für eine Stellung einnehmen — in einem Land, in dem wir selbstverständlich als Minderheit anderer Volkszugehörigkeit nicht allein leben, umgeben von Rumänen, Ungarn und anderen Nationalitäten, aber auch keineswegs in jener Isolierung oder Absonderung, wie der Urheber einer solch falschen Behauptung zu verstehen geben möchte. 
Ohne im einzelnen auf die Verfassung, auf das Parteiprogramm und auf die Nationalitätenfrage wie auch auf die Dokumente einzugehen, die sich auf deren praktische Lösung beziehen, kann ich nicht darüber hinwegsehen, dass Rumänien nach dem zweiten Weltkrieg seine deutsche Minderheit nicht ausgewiesen hat. Ich kann nicht darüber hinwegsehen, dass ich als Lehrer seit Beginn meiner erzieherischen Tätigkeit im Jahre 1948 nur an Schulen mit deutscher Unterrichtssprache gearbeitet habe und dass diese zugleich die Muttersprache der Schüler und meine eigene war und ist. Ich kann nicht darüber hinwegsehen, dass an den Hochschulen, an denen ich tätig war und noch bin, in Klausenburg und Sibiu, aber auch noch an drei anderen Hochschulen im Lande deutsche Sprache und Literatur Studienhauptfach ist für künftige Deutschlehrer an Schulen, in denen in der Muttersprache unterrichtet wird. Ich kann nicht darüber hinwegsehen, dass die beiden Staatstheater in Temesvar und Sibiu einen ausschliesslich deutschsprachigen Spielplan für ihre deutschen Zuschauer haben, und ich kann auch die Tatsache nicht übersehen, dass es deutsche Zeitungen und Zeitschriften gibt und dass die deutschen Abteilungen der Verlage für Leser deutscher Sprache Bücher in beträchtlichen Auflagen publizieren. Ich kann nicht umhin, mir die natürliche und elementare Frage zu stellen: Wen unterrichte ich an der Hochschule in deutscher Sprache? Wessen Literatur erforsche ich als Wissenschaftler im Hinblick auf eine geplante Geschichte der deutschen Literatur in Rumänien? Für wen schreibe ich als Schriftsteller deutscher Volkszugehörigkeit in der Sozialistischen Republik Rumänien zur Zeit meinen neunten Roman und für wen habe ich die ersten acht geschrieben, wer hat sie gekauft und gelesen? 
Nein, nein, wir haben es nicht nötig, die erwähnte Verleumdung zu entkräften. Die Tatsachen selbst entkräften sie, wir müssen es nicht mit Worten tun. Unser Gewissen und das Beispiel, das wir mit der Erfüllung unserer Pflichten geben, die wir dem Heimatboden gegenüber haben, entheben uns der Beteuerung. Dies enthebt uns freilich nicht der Verpflichtung, alle zu warnen, die sich versucht fühlen, anderen Aufforderungen und Entfremdungsbestrebungen nachzugeben. Viele Menschen unserer Zeit, schreibt ein deutscher Dichter, glauben, sie lösen eine Fahrkarte, kommen in ein Land, essen, schlafen, trinken dort und leben, als hätte sich gar nichts geändert. Sie denken aber nicht — und diese Erfahrung machen sie erst mit der Zeit: Keine Fahrkarte, kein Zug, kein Flugzeug oder Schiff führt wirklich in ein anderes Land. Wir selbst, unser Körper, unsere Seele, unsere Art zu fühlen und zu denken, nichts von uns gelangt wirklich in ein fremdes Land, welches es auch wäre. Natürlich, unsere Kleidung, unsere Glieder, Muskeln und äusserliche Erscheinung „kommt in fremden Ländern an, aber nicht unsere Denkkraft, nicht unsere Herzwelt“, nicht die Jahrhunderte „von heimatlichem Vorleben“. Jedes neue Land benützt unseren körperlichen Apparat und beachtet nicht, was wir waren, und nicht, was wir sein wollen. Jedes neue Land will uns vollständig zu etwas Neuem umwandeln, und es fragt uns nicht, ob wir dabei mittun wollen oder nicht - es verwandelt uns. Es verwandelt das, was von uns an der fremden Küste angekommen ist, zuerst die Kleider... aber niemals die Herzwelt in uns. Jedes Land ist wie ein Theaterstück, das seine Rollen austeiit, „und das Stück, das in der Heimat spielt, ist nicht dasselbe“, das anderswo gespielt wird. 
Wir wollen und können niemanden zwingen, unsere Überzeugungen zu teilen, aber es ist unsere Pflicht, ihn zu warnen, dass er sich des Abenteuers bewusst werde wie auch der Gefahr der Entfremdung und der Entwurzelung — dass er sich dessen bewusst werde, was er aufs Spiel setzt und verliert.  


NW, 29. Jg., Nr. 8676, 8. April 1977, S. 1 und 3.
Die Woche, 10. Jg., Nr. 486, 8. April 1977, S. 1 und 4

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[8. April 1977. Unsere Heimat ist hier in Rumänien]

[8 aprilie 1977. Patria noastra este aici, în România]

Unsere Heimat ist hier in Rumänien 

Montag fanden im Bukarester Palais der Republik die Arbeiten des erweiterten Plenums des Rates der Werktätigen deutscher Nationalität in der Sozialistischen Republik Rumänien statt. Auf der Tagesordnung stand die Erörterung der Aufgaben, die dem Rat aus den Beschlüssen der gemeinsamen Sitzung des ZK der RKP, der Grossen Nationalversammlung und des Obersten Rates für ökonomische und soziale Entwicklung und aus der umfassenden und wegweisenden Darlegung zufallen, die Genosse Nicolae Ceauşescu bei dieser Gelegenheit gehalten hat. Zu Beginn der Tagung legte Genosse Eduard Eisenburger, Vorsitzender des Rates, einen Bericht vor. Im zweiten Teil der Sitzung fanden Diskussionen statt. Zum Abschluss ergriff Genosse Ilie Verdet, Mitglied des Politischen Exekutivkomitees, Sekretär des ZK der RKP, das Wort. In einer Atmosphäre starker Begeisterung richteten die Anwesenden ein Telegramm an das ZK der RKP, an den Generalsekretär der Partei, Genossen Nicolae Ceauşescu. 

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Man weiss das: In einer Familie muss sich einer auf den anderen verlassen können. Meinungsverschiedenheiten müssen ausdiskutiert werden. Fehler müssen verziehen werden. Man muss Verständnis füreinander haben. Und es muss Liebe sein: zwischen Mann und Frau, zwischen Eltern und Kindern, zwischen den Geschwistern. Kurzum, keine Familie kann bestehen, so sie nicht einig ist. 
Das gilt gleichermassen auch für grössere Gemeinschaften: Auch ein Volk kann nicht bestehen, wenn die Menschen, die es ausmachen, nicht eines Sinnes sind. Wir sind ein einiges Volk. Es wurde vor Tagen, Wochen uns in schmerzhaftester Weise wieder ins Bewusstsein gerufen. Lassen wir einen Unbeteiligten sprechen: „Was während dieser schweren Tage in Bukarest in die Augen sprang“, schrieb der Korrespondent der „Frankfurter Allgemeinen“, „war nicht nur die ruhige, zielbewusste und wirksame Organisation der Rettungs- und Räumungsarbeiten, sondern auch das Schliessen der Reihen und der direkte Dialog ... — ein echter, nicht ein künstlicher Patriotismus.“ 
Wir haben daran erinnert, weil es Leute gibt — einige wenige leben unter uns, andere aber nicht mehr und wiederum andere haben gar nie hier gelebt —, die das Vergessen haben oder nicht wahrhaben wollen oder nicht gerne sehen. Es ist von diesen in unsere Gemeinschaft — die der Sachsen, Schwaben, Zipser, Sathmarschwaben usw., der Rumäniendeutschen also — eine Unruhe hereingetragen worden, die schon manchen unserer Mitbürger nicht nur seine Pflichten gegenüber der Heimat, sondern auch seine Rechte, die er in Rumänien besass, hat vergessen lassen, und andere soweit verwirrt hat, dass sie sich im Geiste schon die Koffer packen sehen. 
Einmal bereits haben Sachsen und Schwaben die Koffer gepackt: am Ende und nach Ende des Zweiten Weltkriegs — unter Zwang. Sie bezahlten damit die Fehler anderer, die diese zum angeblichen Wohle auch der sogenannten Volksdeutschen begangen hatten. 
Aber zwingt sie heute jemand dazu? Nein, denn sie sind angesehene Arbeiter, Ingenieure, Landwirte, Lehrer, Wissenschaftler und Künstler. Gibt es keine Arbeit für sie? Es gibt, mehr als genug. 
Haben sie keine staatsbürgerlichen und politischen Rechte? Sie haben alle, die auch die Rumänen haben, einschliesslich das Recht, wichtige Ämter zu bekleiden. Sie sind, beginnend mit den Betriebs und Gemeindeparteikomitees bis zum Zentralkomitee der Partei und dessen Exekutivkomitee, und von den Gemeindevolksräten bis zur Grossen Nationalversammlung und dem Staatsrat, in allen wichtigen politischen und staatlichen Körperschaften vertreten; desgleichen haben sie leitende Funktionen in Industrie und Landwirtschalt inne. 
Können die Deutschen in Rumänien sich geistig und künstlerisch nicht äussern? Sie können es. Der Staat subventioniert sieben Publikationen in deutscher Sprache, acht Verlage veröffentlichen Bücher in deutscher Sprache, zwei Sprechtheater spielen in deutscher Sprache. Allein in unserem Kreis gibt es 73 deutsche Theatergruppen, 16 Chöre, 27 Singgruppen, 31 Tanzgruppen, 37 Blaskapellen mit insgesamt 3750 mitwirkenden Laienkünstlern. 
Oder laufen die sächsischen und schwäbischen Kinder vielleicht Gefahr, ihre Muttersprache zu verlernen? Auch nicht. Im ganzen Land stellen annähernd 700 Bildungsanstalten den deutschen Kindern zur Verfügung, und allein in unserem Kreis gibt es 120 Kindergärten, 112 Grundschulen und 11 Lyzeen mit deutschsprachigen Abteilungen, an denen 1361 deutsche Lehrkräfte unterrichten. 
Ist also unsere, der Deutschen Existenz in Rumänien so perspektivlos, wie man das ab und zu zu hören bekommt? Wenn sie es nicht ist, was ist es dann, das einige unserer Mitbürger dazu bringt, ihr Bündel zu schnüren und Haus und Hof, Verwandte und Freunde im Stich zu lassen? Manche verlockt das Abenteuer, manche verlockt das höhere Einkommen, das sie andernort haben werden. Aber sind Geld und Auto und dergleichen die einzigen Dinge, die das Leben lebenswert machen? 
Andere wiederum sprechen von Familienzusammenführung. Das ist ein schon seriöseres Argument, und es, verdient, näher betrachtet zu werden. Die Familienzusammenführung ist eine Folgeerscheinung des Zweiten Weltkriegs. Hunderte sächsischer und schwäbischer Familien sind damals durch Zwangsevakuierung und Deportation auseinandergerissen worden; ein Teil blieb in der alten Heimat oder kehrte wieder zurück, ein anderer wurde andernorts ansässig, vor allem jn der jetzigen Bundesrepublik Deutschland. Es sind mittlerweile mehr als dreissig Jahre vergangen, in denen der grösste Teil der realen Fälle von Familienzusammenführung günstig erledigt werden konnte. Wie Genosse Nicolae Ceauşescu kürzlich sagte, „hat Rumänien solche Angelegenheiten lange vor der Gesamteuropäischen Konferenz von Helsinki und der Annahme der Schlussakte im Geiste der höchsten Menschlichkeit, die unsere Gesellschaft kennzeichnet, gelöst, und wird auch in Zukunft für die Lösung dieser Probleme gemäss seiner traditionellen humanistischen Politik wirken“. 
In letzter Zeit wurde die Frage der Familienzusammenführung von einigen Kreisen in Westeuropa hochgespielt. Es sollte uns dabei aber klar sein, dass es ihnen nicht wirklich um die Zusammenführung getrennter Familien geht — dann ist das noch Familienzusammenführung, wenn beispielsweise eine mehrköpfige Familie zu ihrer alleinstehenden Tante fährt? Dabei werden mehr Familien zerstört als vereint —, sondern dass es ihnen vielmehr darum geht, durch Schleichwerbung und Flüsterpropaganda uns — einzeln, dann zu mehreren und schliesslich alle — zur Auswanderung zu bewegen. Gesetzt den Fall, wir täten es, was würde geschehen? Wir würden unsere 800jährige Vergangenheit aufgeben, unsere Geschichte und all ihre Zeugnisse, und mit ihnen unsere Zukunft. Denn ein Volk, das keine Geschichte hat, kann auch keine Zukunft haben; ein Volk aber, das keine Zukunft mehr haben will, vergisst seine Geschichte, sagte unlängst eine bekannte sächsische Historikerin. Wir würden unsere Heimat aufgeben, die wir uns rechtens erworben haben durch unser Hiersein, durch unsere Arbeit und unseren Kampf. Wir würden alles aufgeben, was wir — als Kollektivität und als Individuen — im Laufe der Jahre geschaffen haben. Wir würden unsere Rechte aufgeben, die wir hier haben und die uns die Daseinsperspektive geben, und wir würden von unseren Pflichten desertieren, die wir hier haben, und die Hoffnungen enttäuschen, die hier in uns gesetzt wurden. Wir würden unsere Freunde aufgeben, und sie würden uus vergessen. Wir würden uns selbst verraten, indem wir uns aufgeben als ethnische Einheit, wir würden in die Fremde gehen, um Fremde unter Fremden zu werden. 
Wer will das alles? Kaum einer unter uns, der das will. Und dennoch gibt es einige Leute, die uns in das Land holen möchten, in dem sie jetzt ansässig sind, denn wir wären dort sprachkundige, gute und disziplinierte Arbeitskräfte. Sie sagen, wir hätten keine Mission mehr hier, die sei längst abgeschlossen. Wir haben früher unseren Beitrag geleistet zum kulturellen und zivilisatorischen Fortschritt auf dieser Erde, zusammen mit den Rumänen, den Ungarn und den anderen Bevölkerungen, und dies ist unsere Aufgabe auch heute. (Nur wer noch in den Kategorien des Goldenen Freibriefe denkt, wird meinen, wir könnten oder dürften sie heute nicht mehr erfüllen.) Ja, wir hatten und haben auch noch eine andere Aufgabe, Präsident Nicolae Ceauşescu nannte sie: Er sprach von der rumänischen Bevölkerung, die im Laufe der Zeit in Ungarn, Serbien, Bulgarien, Russland ansässig geworden ist, und von den Ungarn, Serben, Deutschen, die in Rumänien leben, und sagte, es müsste diese Tatsache zur „Annäherung und Entwicklung der freundschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den Völkern“ beitragen. Doch wie das, wenn man unsere Mitbürger, uns, von aussen zu betören versucht, auszuwandern? Wenn man uns am liebsten alle auf dem grossen Treck sähe? Die Schlussakte von Helsinki enthält kein einziges Wort, welches die Liquidation einer Volksgemeinschaft rechtfertigen könnte, wohl aber gibt es dazu Kapitel, die den Schutz der Minderheiten betreffen — in denen allerdings im wesentlichen nichts anderes steht als in der rumänischen Verfassung auch, und als das, was bei uns nicht schon längst Wirklichkeit wäre. 
Abgesehen davon, dass einige Leute unter Berufung auf den sogenannten Geist von Helsinki mit Freizügigkeit bezeichnen, was eigentlich wider diesen Geist ist, betrachtet der rumänische Staat diese Aufwiegelungsversuche als ein unfreundliches Verhalten und eine Einmischung in seine inneren Angelegenheiten, da sie letzten Endes die innerstaatliche Desorganisation verfolgen. Lassen wir uns nicht irremachen! Tun wir alle unsere Pflicht hier, so wie die meisten von uns es bisher getan haben und es weiter zu tun entschlossen sind, auch dann, wenn es uns nicht immer leicht fällt. Bekennen wir uns zu unseren Schwierigkeiten, denn nur so können wir sie meistern. Und vor allem: Freuen wir uns an unseren Leistungen, mit allen unseren Mitbürgern, denn sie brauchen uns und wir brauchen sie!  

Die Woche, 10. Jg., Nr. 486, 8. April 1977, S. 1 und 4 

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[24. April 1977. Günther Schuller: Auf gut deutsch heisst das bei uns: Gesinnungslumperei. So mausert sich ein Kämpe der unbedingten Emigration. Zitiert: „Wenn der Rabe singt... Klagelieder vom Starnberger See“ von Misch Kraft, d.i. Hans Bergel, aus der „Volkszeitung“ vom 17. Juli 1958]

[24 aprilie 1977. Propagandă antimigraționistă intensificată în 1977. Articol semnat de Günther Schuller, din Brașov, în ziarul central de limbă germană din București, Neuer Weg]


Auf gut deutsch heisst das bei uns: Gesinnungslumperei. So mausert sich ein Kämpe der unbedingten Emigration

Lieber Genosse Chefredakteur! 

Beim Suchen nach einem Gedenkartikel über meinen Vater, den Architekten Albert Schuller, stiess ich in der „Volkszeitung“ auf beiliegenden forschen Aufsatz: „Wenn der Rabe singt“, der mich derart frappierte, dass ich nicht umhin kann, ihn an Sie weiterzuleiten. Sein Verfasser ist niemand anders als der heutige Chefredakteur des Blattes der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in der Bundesrepublik Deuschland, Hans Bergei, der, als er noch in Rumänien lebte, seine Artikel auch mit dem Pseudonym Misch Kraft zeichnete. Das dürfte auch Ihnen bekannt sein und das können Ihnen die Kollegen von der „Karpatenrundschau“, wie die „Volkszeitung“ heute heisst, bestätigen. Man sollte den Artikel Ihren Lesern nicht vorenthalten. 

Wenn der Rabe singt... 
Klagelieder vom Starnberger See 

Humor ist eine köstliche Gabe — man kann sich damit die Wolken seines Alltags in goldenen Rändern verbrämen; und wer es versteht, Humor mit der Feder festzuhalten und zu veröffentlichen, ist gut dran, denn er kann damit Geld verdienen. 
Ein derartig begabter Mensch braucht nur durch ein paar Jährchen die alten Chroniken zu durchstöbern, muss allerdings auch in so mancher Stammtischrunde geduldig die Mitternacht abwarten können, um von den weingelösten Zungen weiteres Material zu erhalten, kann dann aber eines schönen Tages mit Genugtuung feststellen, dass seine etwa mit „Kuriosa“ betitelte Mappe voll ist gleich der Butte eines Winzers, der Lese gehalten hat. 
Nun heisse es, vorsichtig zu keltern, das Ganze in Flaschen sorgfältig abzuziehen, diese mit einer treffenden Vignette zu versehn, auf der beispielsweise „Flausen und Flunkereien“ geschrieben sein kann — und das Buch ist fertig. 
Dass zwar der hier gereichte Wein nach Fechsung, Lage und Jahrgang verschieden sei, aber doch zu einer einzigen Sorte gehöre, nämlich zu der des Autors, dass aber der Verfasser beileibe nicht das Verdienst für sich beanspruche, die Sonne geschaffen zu haben, unter der solcher Saft gedeihe, sondern nur Winzer und Kellermeister sei und sein wolle — das alles geht aus dem Vorwort des „singenden Vogels“ hervor, der als bekannter Ästhet der Würze des derben Volkes — von den Siebenbürger Sachsen ist die Rede — „schon manchen sänftigenden Zucker und die Milch der frommen Denkungsart beigequirlt“ hat; womit gleichzeitig die Qualifizierung als l’art pour l’art Poet unter Beweis gestellt und die Verantwortung für die moralische und ethische Kehrseite auf elegante Art dem lieben Gott zugeschoben wäre. 
Man schreibt das Jahr 1940, und das Buch erscheint: „Flausen und Flunkereien“ von Heinrich Zillich, und zufällig fällt es in diesen Tagen jemandem in die Hände, nicht zufällig aber steht da eine Geschichte, die wir einmal ganz unvoreingenommen lesen wollen: das ist das Geschichtchen von dem Manne, der in Schässburg lebte und Blechnagel hiess. Dieser hatte so viele Kinder, dass er sie manchmal auf der Strasse nicht wiedererkannte! „Indessen wurde bei diesem Blechnagel oft genug das Futter knapp, und da geschah es, dass Blechnagel vor dem Abendessen mit heiterem Gesicht mehrere Scheidemünzen zwischen den Fingern in die Höhe hielt und ausrief: .Kinder, wer heute nichts isst, kriegt einen Kreuzer!’ Und die Buben und Mädel, denen das Kupferstück in die Augen stach, denn es war eine kleine Tüte Bonbons wert, liessen sich die Kreuzerchen in die schmutzigen Hände drücken und stiegen ungeatzt ins Bett. Am Morgen aber knurrte ihnen der Magen, sie streckten wimmernd vor Hunger die Beine aus der Decke, und seht, da stand schon der besorgte und hilfsbereite Vater und rief: ,Kinder, das Leben ist teuer! Wer ein Frühstück haben will, muss einen Kreuzer zahlen!’“ 
Köstlich!... und die Kinderchen stiegen ungeatzt ins Bett!“ Welche stilistische Feinheit! „Und am Morgen wieder wimmern sie vor Hunger...!“ Hat dieser Zillich Humor! Wie rücksichtsvoll, dass er mit „sänftigendem Zucker“ den Gestank der feuchten Kellerwohnung überdeckt, wie geschmeidig er über die zerfetzten Unterhosen und die rachitischen Wirbelsäulen der Kinder hinweggekommen ist! Freilich, in welches Fahrwasser wäre dies Fläuschen getrieben worden, wenn der „Dichter“ begonnen hätte, über die sorgendurchwachten Nächte Blechnagels, über seine verzweifelte Hilflosigkeit zu sprechen. Oder wenn er gar Bezug genommen hätte auf Dinge, die eine gewisse Gesellschaftsklasse angingen oder gar die ganze Menschheit. Doch das passiert diesem Kellermeister nicht! Immer noch sitzt er an den elegisch flüsternden Wellen des Starnberger Sees, gedenkt mit Wehmut der vergangenen Zeiten und weissagt, dass die Sachsen in Siebenbürgen keine hochstehenden dichterischen Leistungen hervorbringen und auch in Zukunft keine mehr hervorbringen werden. Bewundernd geben wir dem Scharfblick des Kellermeisters recht: solche Leistungen, wie die Geschichte vom Vater Blechnagel, werden hier ganz bestimmt niemals wieder hervorgebracht werden. 
Aus dem Kellermeister ist unterdessen ein bekannter Museumsdirektor geworden, der brav und pünktlich jedes Jahr seine Operettensachsen in Hinterpuffing — Verzeihung: in Dinkelsbühl zackig aufmarschieren lässt und sich im Fenster eines noch nicht wackligen Fachwerkhauses als „singender Vogel“ mit schwarzweiss-rotem Gefieder aufplustert. Da er aber schliesslich kein Blechnagel werden will — ist doch sogar einer seiner letzten Rheinweine, sein „Grünk“, auf die Antiquariatsliste seines Verlags gesetzt worden — musste er sich einen neuen Job suchen: darum Dinkelsbühl, Operettensachsen, Landsmannschaft und all der stutzerhafte Plunder. Wir fragen die Siebenbürger Sachsen hier wie dort: wes Geistes Kind kann der Autor jenes Blechnagel-Fläuschens schon sein? Haben solche „singende Vögel“ in unserer Vergangenheit nicht schon genug Unheil angerichtet? Wir hier in Siebenbürgen jedenfalls wollen nichts mehr mit ihnen zu schaffen haben. Und immer weniger auch wollen die Wirtschaftswunderblechnagels von drüben mit ihnen zu tun haben. Misch Kraft (Aus „Volkszeitung“, 17. Juli 1958) 

So also schrieb im Jahre 1958 unser guter Misch Kraft, alias Hans Bergei, heute auch noch stellvertretender Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in der Bundesrepublik Deutschland und Mitarbeiter der von Heinrich Zillich redigierten „Südostdeutschen Vierteljahresblätter“. Auch Hans Bergei gibt sich also dem Wahn hin, wenn man über 1000 Kilometer zwischen sich und seine gute alte Heimat legt, seinem falschen Ehrgeiz fröhnend, mit journalistischen Eskapaden in der neuen, entgegengesetzten Windrichtung munter segeln zu können. 
Denn siehe da, nun hat auch unser Hans Bergei „einen neuen Job“ gefunden, in „Hinterpuffing — Verzeihung: Dinkelsbühl“ bei den „Operettensachsen", bei der Landsmannschaft, und „all dem stutzerhaften Plunder“ (Ich zitiere Hans Bergei), von wo er jetzt seine Hetztiraden in Umlauf zu bringen versucht und der Auflösung der Gemeinschaft der deutschen Bevölkerung unseres Landes das Wort redet. 
So was heisst bei uns auf gut deutsch: Gesinnungslumperei. Und als das ist zu werten, was Bergei geschrieben und in der letzten Zeit auch als „Politiker“ getan hat, seit er jene besagten über 1000 Kilometer zwischen sich und seine Heimat gelegt hat. 
Architekt Günther Schuller 

NW, 29. Jg., Nr. 8690, 24. April 1977, S. 4

Cf. detalii suplimentare despre Günther Schuller / Zu Günther Schuller siehe auch: Din vremurile războiului rece (II) / (Geschichten aus dem Kalten Krieg), in: Halbjahresschrift - hjs-online, 30. April 2014

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[26. April 1977. Nikolaus Berwanger: Wir besingen Rumänien in der gemeinsamen Sprache des Sozialismus]

[26 aprilie 1977. Nikolaus Berwanger: Cîntăm România în limba comună a socialismului]

Cîntăm România în limba comună a socialismului

Amplă şi rodnică participare a oamenilor de cultură, a întregii populaţii germane la viaţa spirituală a patriei 

Nikolaus Berwanger

Ca în toate zonele ţării, şi in judeţul Timiş Festivalul naţional „Cîntarea României“ a cuprins mase largi de oameni ai muncii — români, germani, maghiari, sîrbi şi de alte naţionalităţi — a îmbogăţit şi a diversificat viaţa spirituală a tuturor localităţilor, antrenîrid totodată pe cei ce muncesc la realizarea măreţelor sarcini economice, politice, şi sociale puse de partid în faţa întregului nostru popor. S-a dovedit că organizarea şi desfăşurarea acestui festival, ţinîndu-se cont în toate fazele lui de specificul locuitorilor acestor meleaguri ale ţării noastre, au determinat o îmbogăţire a întregii mişcări artistice, imprimîndu-i permanenţă şi complexitate, ducînd la apariţia unor genuri artistice noi şi reactivarea altora în număr mare. Formaţiile prezente în concurs au dovedit o maturizare a calităţii artistice şi de interpretare, o îmbunătăţire a conţinutului programelor, indiferent de limba în care s-a recitat sau s-a cîntat.
Subliniez că între scriitorii bănăţeni, indiferent de limba în care scriu, a existat şi cu această ocazie o rodnică colaborare. Ei au luat parte deopotrivă la multe seri literare şi, întîlniri cu cititori, citind din operele lor fie în limba română, fie în diferite limbi.
Aceeaşi atmosferă a existat şi pe scenele caselor de cultură, ale cluburilor muncitoreşti, căminelor culturale şi în sălile de expoziţii. Numai la etapa de masă a Festivalului „Cîntarea României“ au luat parte în judeţul Timiş peşte o mie de formaţii, cuprinzînd circa 16.000 de artişti amatori. In cadrul şcolilor şi liceelor au participat peste 1.500 de formaţii de diferite genuri şi cercuri, precum şi 50 de formaţii ale centrului universitar. Dintre acestea, 165 au fost formaţii germane, ale căror programe în limba maternă sau participarea lor la diferite activităţi culturale mixte s-au bucurat de un succes deosebit.
Cîteva amănunte despre formaţiile culturale ale pionierilor şi uteciştilor din şcolile şi secţiile cu limbă de predare germană. Ele au participat la toate fazele Festivalului naţional „Cîntarea României“, prezentîndu-se cu programe bine pregătite şi de un înalt nivel artistic şi educativ. Elevii de naţionalitate germană au apărut pe scenă la diferite faze cu recitări, montaje literare, patriotice şi revoluţionare, cu dansuri populare şvăbeşti, coruri şi formaţii instrumentale. Apreciate au fost dansurile populare, multe din ele cu elemente tematice bazate pe obiceiuri vechi ale germanilor din Banat. S-au apreciat atît nivelul coregrafic al echipelor de dans, cît, şi strădania de a se prezenta cu porturi specifice localităţilor respective, porturi originale. Trebuie subliniat în acest context faptul că pentru Festivalul „Cîntarea României“ numeroase licee din Timişoara au pregătit şi dansuri populare germane, bucurîndu-se de mare succes.
La începutul lunii mai, Teatrul german de stat din Timişoara va prezenta in faţa publicului piesa „Mathias Thill“, o nouă lucrare dramatică a scriitorului Ludwig Schwarz. Această premieră absolută — a 175-a din istoria de un sfert de veac a primei scene germane din România! — va avea o dublă semnificaţie: pe de o parte, fiindcă autorul a dedicat lucrarea răscoalei ţărăneşti din 1907, iar pe de altă parte, întrucit colectivul teatrului va participa cu „Mathias Thill“ la Festivalul naţional „Cîntarea României“, manifestare care a stîrnit şi în rîndurile oamenilor de artă şi cultură din Banat o rar întîlnită efervescenţă creatoare. Despre piesa lui, Ludwig Schwarz îmi spunea într-o recentă discuţie: „Cu Mathias Thill m-am întîlnit in nişte însemnări din trecutul comunei mele natale, Peciul Nou. Am aflat, printre altele, că acest Thill a murit în anul 1825, după ce a fost ales de 12 ori primar, că a fost un om luminat, care a luptat fără rezerve şi fără să se gîndească la repercusiunile pe care le va avea de suportat. Un exemplu semnificativ: atunci cînd nişte speculanţi aristocraţi au vrut, prin diverse manevre mirşave, să pună mîna pe pămîntul ţăranilor, Thill reuşeşte să ajungă la Viena, obţine chiar o audienţă la împărat şi ţăranii din Peciul Nou sînt repuşi in drepturile lor. Reuşita acestui act curajos se datorează şi sprijinului la fel de curajos din partea ţăranului român Petru Simeon“.
Fapte istorice stau deci la baza piesei lui Ludwig Schwarz şi pe fondul acestor evenimente autorul încearcă şi reuşeşte să trateze cauza comună a ţăranilor din Banat, fără deosebire de naţionalitate, lupta lor de veacuri pentru dreptate socială şi progres.
Trebuie spus, de altfel, că viaţa literară este aici caracterizată printr-o ancorare adîncă şi multiplă în prezentul nostru socialist, prin abordarea trecutului istoric al poporului, a luptei comune pentru libertate şi progres, dusă cot la cot de români, germani, maghiari şi sîrbi. Nu ne apropiem însă de teme din trecut doar de dragul de a face istorie, ci pentru ca omul să înţeleagă mai bine prezentul şi viitorul la a cărui modelare este un participant activ. Dacă facem bilanţul vieţii literare din ultimii cinci ani, constatăm că ea atinge un punct culminant prin apariţia în luna aprilie a volumului masiv de studii asupra istoriei culturii din vestul României, semnat de Franz Liebhard şi intitulat în mod semnificativ „Banater Mosaik“ (Mozaic bănăţean). Se poate afirma cu certitudine că niciodată viaţa spirituală a germanilor din această parte a ţării noastre nu a fost atit de bogată. In perioada amintită au apărut, printre altele, 15 volume de proză şi versuri ale scriitorilor germani din judeţul Timiş. Autorii de expresie germană din Timişoara au fost prezenţi în numeroase antologii de proză şi poezie, iar Teatrul de stat în limba germană a prezentat în numai cinci ani tot atîtea lucrări dramatice ale unor autori timişoreni. Piesa politică a lui Hans Kehrer „Pîinea nebunilor“ (acţiunea ei se petrece în septembrie 1944 într-un mic orăşel de graniţă din Banat) a fost distinsă eu premiul Uniunii Scriitorilor şi transmisă, în traducere română, la emisiunea teatrul la microfon.
O activitate rodnică a desfăşurat scriitoarea Erika Scharf, tălmăcind deopotrivă din română şi maghiară romane (Mihail Sadoveanu, Marin Preda), cît şi piese de teatru, pe cînd cunoscutul traducător Zoltán Franyó a publicat în limba germană traduceri din opera lui Eminescu, din lirica Greciei antice şi din lirica universală. A apărut de asemenea într-o ediţie bilingvă româno-germană o selecţie din poezia lui Anghel Dumbrăveanu, tradusă de Irene Mokka şi Horst Fassel. Numeroase din lucrările menţionate au fost dezbătute parţial sau integrai în cenaclul literar „Adam Müller-Guttenbrunn“, în cadrul căruia au fost organizate în perioada 1972-1977 peste 50 de şedinţe de lucru. La şezătorile literare organizate cu cititorii în cadrul Festivalului „Cîntarea României“ au fost prezenţi de fiecare dată 200 pînă la 400 de persoane, generind prin prezenţa lor o puternică emulaţie educativ-artistică, specifică, de altfel, întregii activităţi din patria noastră comună, România socialistă.

Scînteia, anul XLVI, nr. 10787, 26 aprilie 1977, pp. 1; 2.


Articolul lui Nikolaus Berwanger a fost publicat în contextul campaniei de propagandă contra plecării germanilor din România. De remarcat ar fi faptul că Berwanger - care scria şi poezii - a evitat să-l nominalizeze pe Nicolae Ceauşescu. În aproape toate textele apărute în cursul campaniei, declanşată în primăvara anului 1977, apar trimiteri la şeful de partid şi de stat, elogiat pentru politica sa exemplară privind tratarea minorităţilor. De amintit ar mai fi că în perioada amintită s-au înăsprit tendinţele de omogenizare naţională, ceea ce se reflectă şi în interdicţia folosirii denumirilor geografice în limbile „naţionalităţilor conlocuitoare”. Astfel, s-a interzis, de exemplu, scrierea în germană a numelui Bukarest. În loc de Bukarest trebuia să apară pe prima pagină a ziarului central „Neuer Weg” – care a apărut în capitala României - toponimul scris în română: Bucureşti.  - W.T. 

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[24 iunie 1977. Plan de măsuri privind contactarea, influenţarea şi prelucrarea unor persoane şi agenţi cu prilejul sesiunii anuale a „Cercului de studii transilvănene” care urma să aibă loc la Sibiu între 1 şi 3 august 1977. Organizarea sesiunii în România avea ca scop promovarea imaginii pozitive a regimului şi a politicii ceauşiste în domeniul emigrării. Reprezentanţi de frunte ai „Cercului” din Heidelberg susţineau politica restrictivă a lui Ceauşescu în legătură cu emigrarea germanilor din România, fiind de părere că rămînerea minorităţii în ţară prezintă o garanţie pentru supravieţuirea culturii, tradiţiilor şi instituţiilor religioase ale etniei. Agenţii „Vancea” şi „Ene” au jucat în acest context un rol de seamă. Tot aşa şi colaboratorii „Gruber”, „Kinn” şi „Rosario”. „Vancea” şi „Ene” urmau să fie primiţi de însuşi Nicolae Ceauşescu, „în scopul sporirii prestigiului şi autorităţii acestora în faţa membrilor organizaţiilor pe care le conduc”. Agenţii „Ion Ştefan”, „X-16”, „Aldea”, „Marta”, „Penu” şi „Keller” erau îndrumaţi să culeagă date despre persoanele care vor veni la Sibiu şi să-i influenţeze în acţiunile lor de „promovare” a „intereselor R. S. România în ţările unde îşi desfăşoară activitatea.” 

[24. Juni 1977. Maßnahmenplan der Securitate zur Vorbereitung der Jahrestagung des Heidelberger „Arbeitskreises für Siebenbürgische Landeskunde“ in Hermannstadt, 1.-3. August 1977. Die Tagung fand erstmals in Rumänien statt und war als eine indirekte Billigung der Emigrationspolitik Ceauşescus gedacht und sollte gleichzeitig auch der Imagepflege des Regimes dienen. Mehrere beteiligte Einflussagenten waren Spitzenfunktionäre des „Arbeitskreises“. Bezüglich der Auswanderung der Rumäniendeutschen vertraten sie die gleiche Meinung wie das Regime. Ihr Wirken konzentrierte sich auf die Verhinderung und Erschwerung des Exodus, da sie die Auffassung vertraten, dass nur die Präsenz der deutschen Minderheit in Rumänien, eine Garantie für das Überleben der ethnischen und religiösen Traditionen und Institutionen gewährleisten würde. Maßgeblich beteiligt an den von der Securitate entworfenen und koordinierten Beeinflussungsmaßnahmen waren die Agenten „Vancea” und „Ene”.]

ACNSAS, SIE 36753, vol. 2, ff. 53-53v (aici: f. 53)



ACNSAS, SIE 36753, vol. 2, ff. 53-53v (aici: f. 53)


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[15. August 1978. „Virgil”, Redakteur der in Kronstadt erscheinenden Wochenschrift „Karpatenrundschau”, Securitatemitarbeiter seit 1975, erhält anlässlich einer Auslandsreise den Auftrag, bestimmte Personen und Kreise in der Bundesrepublik zu beeinflussen und gleichzeitig auch bestimmte Informationen zu sammeln]

[15 august 1978. Cu ocazia unei călătorii în Occident, „Virgil”, redactor al săptămînalului „Karpatenrundschau” din Braşov, colaborator al Securităţii din 1975, primeşte sarcina de a influenţa mai multe persoane şi cercuri din R. F. Germania şi de a culege anumite informaţii.] 



ACNSAS, D 13381, vol. 11, ff. 385-386
(Geschwärzt von / anonimizat de: Halbjahresschrift - hjs-online.)



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[15. September 1978. Würdigung des rumäniendeutschen „Artamanen” Richard Langer (geb. 23.9. 1903 - gest. 21.9. 1989) , in der SbZ anlässlich seines 75. Geburtstags, wobei die Hervorhebung der Teilnahme dieses Nazis an der so genannten „Fallschirmaktion” unterschwellig als bewundernswerte Heldentat verstanden werden könnte. Über sein Engagement in der völkischen Artamanenbewegung siehe: Johann Böhm, „Die Artamanen in Siebenbürgen“ (II), in: Halbjahresschrift für südosteuropäische Geschichte und Politik, 16. Jg., Nr. 2, 2004, S. 60-70.] 

[15 septembrie 1978. Nazistul şi activistul naţionalist din cadrul mişcării artamanilor, Richard Langer, n. 23.9. 1903, omagiat în SbZ cu prilejul împlinirii vîrstei de 75 de ani. Langer a făcut parte din grupul paraşutiştilor nazişti şi legionari care a încercat să organizeze în spatele frontului rezistenţa armată contra sovieticilor - după răsturnarea dictaturii fasciste a lui Antonescu, la 23 august 1944.]

SbZ, Folge 14, 15. 9. 1978, S. 5.






[15. November 1989. Nekrolog Richard Langer]

[15 noiembrie 1989. Necrolog Richard Langer]

SbZ, Folge 18, 15. 11. 1989, S. 4

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[1943: Richard Langer, Unser Großeinsatz im totalen Krieg]




SodT, So, 14. Februar 1943 S. 1-2



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[30. Juni 1990. Würdigung von Helmut Roth, geb. 4.6. 1920 in Deutschtekes / Ticuşu, anlässlich seines 70. Geburtstages. Roth beteiligte sich Ende 1944 Anfang 1945 zusammen mit mehreren rumäniendeutschen Nazis – Willi Depner, Gerhard Albrich, Andreas Schmidt, Walter May, Richard Langer, Horst Witting, Sepp Komanschek, Matz Stein, Hans Bloser, Georg Kühn, Oswald Schuster u.a. - sowie faschistischen Legionären an der so genannten „Fallschirmaktion” hinter der Frontlinie. Roth wanderte 1970 aus und arbeitete danach als Zahnarzt ohne Diplom in Drabenderhöhe und gleichzeitig als Auslandsagent der Securitate unter den Decknamen „Pascu”, „Theo 10”, „Alin”. „Die Praxis im Haus Nösner Land 31 wird von Zahnarzt Helmut Roth, einem Siebenbürger aus Mediasch, geführt. Roth ist seit 18 Jahren Zahnarzt und kam nach seiner Aussiedlung aus Siebenbürgen vor zwei Jahren auf Empfehlung von Arbeits- und Sozialminister Werner Figgen nach Drabenderhöhe. Die Niederlassung des Zahnarztes wurde insbesondere durch die Unterstützung und Mithilfe der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen, der Oberbergischen GmbH und der Spadaka Drabenderhöhe möglich”, berichtete die SbZ 1974 - cf. „Drabenderhöhe”, in: SbZ, 15.10. 1974, S. 4. 1988 wurde Roth Vorsitzender der Sektion Karpaten des Deutschen Alpenvereins (DAV). In dieser Eigenschaft beteiligte er sich 1990 in der rumänischen Botschaft in Bonn an den Feierlichkeiten anlässlich des rumänischen Nationalfeiertags – cf. SbZ, „Rumänen feierten Staatsfeiertag”, in: SbZ, 15.12. 1990, S. 2.  Den Vorsitz gab er 1994 auf, Günter Volkmer, der Zweite Vorsitzende, übernahm die geschäftsführenden
Aufgaben – cf. SbZ, 31.3. 1994, S. 13. Siehe auch: Kurt Franchy, „Verzicht zu Gunsten des Hilfskomitees. Zahnarzt Helmut Roth (80) überlässt dem HIKO seine Geburtstagsgeschenke”, in: SbZ, 31.7. 2000, S. 14. Zu Roth u.a. Fallschirmspringern siehe u.a. ACNSAS, SIE 2732, vol. 7, Bl. 163.]

[30 iunie 1990. Omagierea lui Helmut Roth, n. 4. 6. 1920 in Ticuşu, în apropiere de Braşov, cu ocazia împlinirii vîrstei de 70 de ani. După 23 august 1944, Roth a fost paraşutat alături de nazişti germani şi legionari români în spatele frontului cu scopul de a organiza acţiuni de sabotaj şi de rezistenţă. Roth a emigrat în 1970 în RFG unde a lucrat ca dentist fără diplomă şi ca agent al Securităţii, purtînd mai multe nume conspirative: „Pascu”, „Theo 10”, „Alin”.]

SbZ, 30.6. 1990, S. 9


















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Nazişti, deveniţi agenţi ai serviciilor secrete estice (2). Cazul Helmut Roth, fost nazist din România, agent al Securităţii care îi confecţionează o falsă diplomă de dentist, trimis în Germania, RFE, 21.7. 2023


Nachtrag zur Online-Tagung vom 23. & 24. September 2021

Vertriebenenorganisationen und -funktionäre im Blick der sozialistischen Staaten des östlichen Europas (1949–1989)

Hervorzuheben wäre der Beitrag von Virgiliu Ţârău, der die Akte von Paul Philippi („Walter”, dosar personal 5353) auswertete und weniger oder kaum bekannte Aspekte zur Biografie des ehemaligen Vorsitzenden des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien (DFDR) vorstellte. 


Powerpointpräsentation von Virgiliu Ţârău (Auszüge)

Zu den von den kommunistischen Behörden im Westen gegründeten Organisationen und Vereinen, in denen Philippi mitgewirkt hatte, wäre auch die Internationale Kulturvereingung der rumänischen Ethnie (Asociaţia Culturală Internaţională a Etniei Române – ACIER) zu erwähnen. Sie war ein Produkt der Geheimpolizei Securitate. 
Die Vereinigung entstand am 6. September 1983 in Wien, im Zusammenhang mit einer unter dem völkisch-protochronistischen Titel, „Die Rumänen – die Verteidiger Europas“, von der Securitate eingefädelten Tagung. 
Dem Exekutivbüro der ACIER gehörte auch der rumäniendeutsche Historiker Adolf Armbruster an, dessen Arbeiten die umstrittene, unter Ceauşescu kanonisierte Kontinuitätstheorie untermauerten. Ebenso weitere, als rumänienfreundliche Influencer eingestufte Personen wie: Constantin Michael Titus, Nicholas Nagy Talavera, Dinu Adameşteanu, Corneliu Dima-Drăgan (als Generalsekretär), die Spionin Antoanetta Northaux (Antoaneta Manole, „Teodorescu“, „Tony“). Im Hintergrund unterstützte diese  Organisation der in Italien lebende Multimillionär, „Thrakologe“ und Ion-Antonescu-Verehrer, Iosif Constantin Drăgan.  Die von ihm im Westen finanzierten Publikationen spielten eine Schlüsselrolle in der Verbreitung eines positiven Rumänienbildes.
Angesprochen auf eventuelle Kontakte zur Securitate, erklärte Paul Philippi 2013 in einem ADZ-Interview: 

Hannelore BaierGemunkelt wurde – und auch lanciert – dass Ihre Rückkehr ins Land durch eine Verpflichtungserklärung Ihrerseits bei einem rumänischen Sicherheitsdienst ermöglicht wurde.

Paul Philippi: Auch diese Vermutung kann man begreifen und nicht behindern. Freie Erfindung steht jedem offen. Andere haben das Gegenteil vermutet: Ich sei als westlicher Spion eingeschleust worden. Beides ist unzutreffend. Vielleicht sollten Sie Stefan Sienerth bitten, sich meine Securitate-Akten vorzunehmen, so lang ich noch am Leben bin. 

„Theologe, um Dorfpfarrer zu werden. ADZ-Interview mit dem Theologen, Historiker und Politiker Prof. Dr. Dr. h.c. Paul Philippi“ (II), ADZ, 12.12. 2013 

ACNSAS, R 137794, vol. 1, Bl. 40


PS: Einige Hinweise auf die nachrichtendienstliche Mitwirkung des ehemaligen Kurators der Evangelischen Kirche aus Kronstadt/Braşov, Otmar Richter (1908-1987), 

(ab März 1957 aktiv unter den Decknamen „Dima Nicolae“, „N. Dima“ „Dumitrescu“, „Dumitrescu Victor“ – hier während einer Geheimaktion, getarnt als uniformierter Securitateoffizier)

 im Rahmen mehrerer erfolgreicher Operationen,

in: „Dumitrescu“ & „Breban“ unterwegs als Einflussagenten / „Dumitrescu“ & „Breban“ în misiuni de intoxicare - ca agenţi de influenţă, Halbjahresschrift-hjs-online, 16.3. 2011.  

Siehe auch / a se mai vedea:




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Erstellt 2. 7. 2021 - Aktualisiert ". 21. 1. 2024, 11:20 h