Blut-und-Boden-Ideologie in den Werken von Vintilă Horia, Albert Wass, Heinrich Zillich, József Nyírő u.a.
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Doctrina estetică a „sîngelui şi gliei” în operele lui Vintilă Horia, Albert Wass, Heinrich Zillich, József Nyírő ş.a.
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III. Teil - Partea a III-a
„Unora dintre ideologi[i fascişti] li se părea absolut clară necesitatea înlocuirii vechii teze umaniste despre om ca măsură a tuturor lucrurilor prin teza că măsura tuturor lucrurilor este naţiunea.” – Hermann István (estetician, 1973)
„Führer-ul nu cunoaşte decît luptă, trudă şi grijă. Noi vrem să-i luăm din povară partea, pe care i-o putem lua” / „Der Führer kennt nur Kampf, Arbeit und Sorge. Wir wollen ihm den Teil abnehmen, den wir ihm abnehmen können.“– Heinrich Zillich (völkischer Schriftsteller - scriitor nazist)
„Da aber keine Staatskunst der Welt die erdräumlichen Verhältnisse des Gebietes außer acht lassen kann, in welchem das Volk lebt, so wird hieraus ersichtlich, daß die Begriffe „Blut“ und „Boden“ zum entscheidenden Grundgedanken des Nationalsozialismus werden.” -
R. Walther Darré (Reichsbauernführer, Reichs- und Preußischer Minister für Ernährung und Landwirtschaft und Reichsleiter der NSDAP), Blut und Boden, ein Grundgedanke des Nationalsozialismus (1936)
„Siebenbürgen ist alter Kulturboden, dessen ausgeformtes Geistesleben alle geistigen Ausstrahlungen des Mutterlandes auffängt und sich organisch einverleibt. Zwischen der Versuchung, sich in der Enge einer Heimatkunst zu bescheiden, und der Gefahr, in den Leerlauf einer übernommenen und nicht bodenverwurzelten Bildungsdichtung hineinzugeraten, entsteht hier eine Kunst, die zugleich dichterische Ausdeutung siebenbürgischen Daseins und Mitschwingen im Rhythmus gesamtdeutscher Entwicklung sein will.“ - Harald Krasser, „Vorwort“, in: Herman Roth / Harald Krasser: Herz der Heimat. Herausgegeben von der Deutschen Buchgilde in Rumänien. Vorwort von Harald Krasser, Verlag von Krafft & Drotleff, Hermannstadt 1935, S. 1-11 (hier, S. 3)
„Nur die Völker bleiben, so will es das Blut. Immer nur gutes Blut…“ - Rudolf Hollinger (1942)
Blut und Boden 3 - Sînge şi glie 3
(*) Erwin Neustädter (1897-1992), von 1941 bis 1944 Chef der NS-Schrifttumskammer der Deutschen Volksgruppe in Rumänien, Mitglied der NSDAP. Verfasser der völkischen Romane: Der Jüngling im Panzer (1938) und Mohn im Ährenfeld (1943, 1974). 1944 zusammen mit anderen NS-Amtswaltern in Tg. Jiu interniert. 1962 zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, im Januar 1963 entlassen, 1969 rehabilitiert.
(*) Erwin Neustädter (1897-1992), între anii 1941 şi 1944 şeful organiziţiei naziste a scriitorilor din Grupul Etnic German (Schrifttumskammer der Deutschen Volksgruppe in Rumänien), membru al Partidului Naţional-Socialist Muncitoresc German (NSDAP). Autorul unor romane cu tendinţă naţionalistă: Der Jüngling im Panzer (1938) şi Mohn im Ährenfeld (1943, 1974). Internat, în 1944, în lagărul de la Tîrgu Jiu, împreună cu alţi nazişti. În 1962, condamnat politic la trei ani de închisoare, eliberat din detenţie în ianuarie 1963, reabilitat în 1969.




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| ACNSAS, I 666264, vol 1, ff. 31-36 |
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| Bernhard Capesius (*), „Înţelegerea germano-română datorită literaturii de astăzi”, în: Chemarea vremii, anul XIV, seria a II-a, nr. 21, 24 octombrie 1940, p. 7. |
Deutsch-rumänische Verständigung durch die Dichtung von heute ¹)
Bernhard Capesius
Mehr als jemals früher wird heute im deutschen Volk auch Kunst und Dichtung bewusst in den Kreis der Mittel aufgenommen, die zur staatlichen und völkischen Gesinnung hinführen sollen. Keine Zeit hat so viele Dichterpreise von öffentlichen Stellen verliehen, niemals noch wurde Dichtung so sehr nach dem gewertet, was sie an nationalem Gehalt birgt. Gewiss geschieht das heute auch in bewusstem Gegensatz zu einer kurz vorher abgelaufenen Zeit, in der die Kunst von jeder Bindung frei als absoluter Selbstwert angesehen wurde – wobei freilich eben diese Bindungslosigkeit ein verhängnisvoller Ausdruck des ganzen Zeitgeistes war, also auch eine starke Abhängigkeit von Zeitströmungen bedeutete, nur ohne dass man sich ihrer bewusst wurde.
Die Dichtung ist also in dasjenige eingebaut, was man heute in
Deutschland « Politik » im weitesten Sinn nennt, nämlich die Ausrichtung des
ganzen Menschen auf die grossen Ziele des ganzen gemeinsamen Volkstums. Aber
man vergisst dabei auch nicht die sogenannte « Aussenpolitik », d. h. das
Bestreben, dies sein eigenes Volkstum anderen Volkstümern gegenüber zu Ansehen
zu bringen und Verständnis dafür zu wecken. Sollte es ein Zufall sein, dass zum
erstenmal auf einer Olympiade gerade auf der im dritten Reich abgehaltenen auch
ein künstlerischer Wettbewerb aller Nationen stattfand? Wir glauben, dass es
ganz den grundlegenden Anschauungen des Nationalsozialismus entsprach, wenn man
sich bemühte, die geistig-künstlerischen Leistungen neben den körperlichen auch
dort heranzuziehen, wo nicht der einzelne Wettbewerber für sich, sondern jeder
zugleich als Vertreter seines Volkstums in die Schranken trat. So ist die
deutsche Dichtung von heute hervorgewachsen aus einer starken Bindung an
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Seite 61
Blut und Boden, aber sie kann als solche auch zugleich ein Weg sein, um bei andern Völkern für das Wesenhafte des Deutschen Verständnis zu wecken. Ja, sie ist in vieler Hinsicht der beste Weg dazu.
Ebenso steht es natürlich umgekehrt. Das heutige Deutschland
hat durch zahllose Einzelheiten bewiesen, dass es durchaus « weltoffen » ist.
Nicht nur, dass es seine verschiedensten technischen, kulturellen und vor allem
sozialen Einrichtungen gern den Ausländern zeigt, sondern es ist auch nach wie
vor bereit, dasjenige vom Ausland kennen zu lernen, was ihm an diesem wesen-
und werthaft erscheint. So hat auch in der literarischen Tätigkeit die
Übersetzung aus fremden Sprachen keineswegs aufgehört. Es steht mir leider
keinerlei Übersicht nach dieser Richtung zur Verfügung, sodass ich über
Aufsteigen oder Absteigen der Zahl der Übersetzungen seit 1933 nichts sagen
kann. Zweifellos ist freilich die Auswahl des Übersetzten strenger geworden.
Auch hier wird Gewicht darauf gelegt, dass das Fremde bodenständig und
eigenwertig sei.
Wir sind uns also im Klaren darüber, dass die heutige
Dichtung als ein Mittel zur Verständigung zwischen zwei Völkern durchaus
möglich, ja noch viel geeigneter ist als die frühere, weil sie nicht einer
internationalen farblosen Zwischenwelt entstammt, sondern wirklich Volk und
Volk einander gegenüberstellt. Welche Möglichkeiten ergeben sich nun in dieser
Hinsicht zwischen dem deutschen und dem rumänischen Volk und was ist davon
bereits verwirklicht worden?
Es gibt für diese gegenseitige Verständigung drei
Möglichkeiten:
- Die
Lektüre der gegenseitigen Werke im Original.
- Die
Übernahme von Stoffen aus dem fremden Volksleben in die eigene Dichtung.
- Die
gegenseitige Übersetzung werthafter, volksnaher, bodengebundener Dichtung.
Die einfachste und weiter kaum zu untersuchende Art ist
natürlich die erste: Lektüre deutscher Werke durch Rumänen, Lektüre rumänischer
Werke durch Deutsche. Diese letztere kommt freilich fast nur für solche, die
als Deutsche in Rumänien leben und das Rumänische beherrschen, in Frage. Es
fehlt mir jede Unterlage dafür, festzustellen, wie weit von dieser Möglichkeit
auf beiden Seiten Gebrauch gemacht wird, obwohl es nicht uninteressant wäre,
diesbezügliche Vergleiche aufzustellen. Besonders die erste Frage lässt sich
kaum beantworten: Lesen viele Rumänen deutsche Bücher und insbesondere solche
der heutigen deutschen Dichtung? Die Lager der grossen Buchhandlungen in
Bukarest müssten eine Bejahung dieser Frage als richtig
Seite 62
erscheinen lassen, wenn man nicht wüsste, dass eben auch in
Bukarest sehr viele Deutsche als Kundschaft in Frage kommen. Und sieht man die
Art der vorhandenen Bücher an, so muss man feststellen, dass doch noch die
nicht völkisch ausgerichtete Literatur bei weitem überwiegt.
Andererseits glaube ich bestimmt sagen zu können, dass von
Deutschen noch viel zu wenig rumänische Bücher gelesen werden. — Gewiss kennt
heute jeder Deutsche in Rumänien, der die Mittelschule durchgemacht hat, nicht
nur die grossen Dichter aus eigener Lektüre, sondern hat Proben auch aus den
bedeutendsten lebenden Schriftstellern kennengelernt. Aber trotzdem — oder
vielleicht gerade darum? — werden sich nur wenige nach der Schulzeit zu
geistiger Erholung und seelischer Erbauung den vielen wertvollen Erzeugnissen
rumänischer Dichter zuwenden. Das ist aber bedauerlich, denn wie uns ein sehr
aufschlussreicher Aufsatz im letzten Heft der «Revista Germaniștilor» ¹) von
Adolf Heltmann belehrt, ist ja gerade die rumänische Dichtung fast immer enge
mit dem Boden verbunden geblieben.
Wo gibt es nun in der heutigen Dichtung Bücher, die
deutsches Leben in rumänischer, rumänisches Leben in deutscher Sprache
wiedergeben? Auf den zweiten Teil der Frage können wir wohl gleich mit einem
glatten « Nirgends » antworten. Mir ist nicht bekannt, dass eine rumänische
Dichtung sich deutsches Leben, sei es hier bei uns, sei es anderswo zum
Gegenstand genommen hätte. Gewiss wird in manchen Büchern, insbesondere
solchen, die während des Krieges spielen, auf einzelne Deutsche Bezug genommen
und somit auch deutsches Wesen gestreift. Aber damit ist jedenfalls noch nichts
getan, um auf dem Wege der Dichtung deutsches Wesen um seinetwillen dem Rumänen
näher zu bringen.
Bei der zweiten Art fliessen die Quellen schon reichlicher,
wir müssen aber von vorneherein zwei Gruppen scharf trennen: die einheimischen
deutschen Dichtungen und die ausländischen.
Unsere heimische deutsche Dichtung der Gegenwart hat mit
ihrem Durchstossen in den grossdeutschen Raum auch rumänisches Leben als Stoff
in die grosse Leserschaft deutscher Bücher hineingetragen. Es ist freilich so,
dass dieser Stoff gleichzeitig auch fast überall als Spannungsmoment dient, da
durch die Darstellung des deutschen Selbstbehauptungskampfes ja diese Dichtung
erst zu der im Reich als « volkhaft » anerkannten wurde. So zeigt die heimische
deutsche
¹) VI, 3 (1937).
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Dichtung selten den Rumänen als solchen, vielmehr mit in
seiner schicksalhaften Bedeutung für den Deutschen.
Am liebevollsten hat sich des Rumänen wohl Emil Witting
in seinem « Hirtenfeuer » angenommen, in jenem Roman, der zum grössten Teil in
der Gebirgswelt der rumänischen Hirten spielt, wobei freilich als Hauptheld ein
sächsischer Intellektueller den zusammenhaltenden Mittelpunkt bildet. Schade,
dass dieses Buch wegen einiger unleugbarer Schwächen nicht auch den Weg ins
Reich gefunden hat. Es gibt in einzelnen Landschafts- aber auch menschlichen
Charakterschilderungen sehr lebendige Bilder von der ganzen Eigenart dieser
Welt, sodass es in hervorragender Weise zum Verständnis für die
Lebensbedingungen des Rumänentums hinführt. Gerade der Kampf gegen den
jüdischen Waldausbeuter, den der letzte Teil behandelt, müsste im neuen
Deutschland auf viel Teilnahme stossen. Auch bei Heinrich Zillich tritt
das Rumänentum als einer der drei formenden Volksfaktoren Siebenbürgens im
ganzen sympatisch und als Bundesgenosse der Sachsen in der ungarischen Zeit
auf. Insbesondere sein Roman « Zwischen Grenzen und Zeiten » gibt diesen Dingen
betont Ausdruck. Aber auch in kleineren Erzählungen, wie z. B. « Die drei
Freunde » ist für ihn das an den gleichen Boden gebundene verschiedene Volkstum
Gegenstand positiver Lösungen.
Stärker betont die Spannungen Wittstock, dessen Roman
« Bruder, nimm die Brüder mit... » ja als ein Hauptthema den erfolglosen
volkspolitischen Kampf der Sachsen gegen die Agrarreform behandelt. Aber
innerhalb des niemals geleugneten Gegensatzes gibt er menschlich
ausserordentlich anziehende Schilderungen verschiedener rumänischer Typen, die
alle in der Eigengesetzlichkeit ihres Wesens doch wieder versöhnend wirken. Am
wenigsten hat Meschendörfer auch das Rumänentum in den Kreis seiner
Schilderungen einbezogen — ihm handelt es sich ausschliesslich um das
innervölkische Schicksal der Sachsen, als dessen Bedrohung das Rumänentum nicht
irgendwie individuell gestaltet, sondern nur als eine unwiderstehliche
Naturgewalt erscheint.
Im letzten Jahr sind in den Veröffentlichungen von Karl
von Möller ²) und Margarete Sindel-Alberti wieder neue Darstellungen
des Rumänentums hervorgetreten. Besonders sind die Erzählungen der letzteren im
Band « Aus Gottes Bilderbuch » in diesem Zusammenhang wertvoll, weil eine von
ihnen ein ausschliesslich rumänisches Thema, eine
¹) «Grenzen wandern» Roman.
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andere aber gerade das Zusammentreffen rumänischer und deutscher Erbmasse im Sohn einer rumänischen Bäuerin und eines deutschen Soldaten in sehr feiner Art behandelt. In allen diesen Werken zeigt sich das Bestreben unserer heimischen deutschen Dichtung, das Dasein und Sosein unserer rumänischen Mitbürger dem Verständnis heimischer und anderer deutscher Leser nahe zu bringen.
Noch viel eindeutiger tritt uns diese Absicht in einigen
Schöpfungen entgegen, die von ausländischen deutschen Dichtern dem Rumänentum
gewidmet sind. Hierher gehört nicht Hans Carossas « Rumänisches Tagebuch », das
einen irreführenden Titel trägt. Er hat rumänischen Boden überhaupt nicht
betreten, sondern nur gegen rumänische Truppen in Siebenbürgen gekämpft, und
was er gibt, sind ganz allgemein menschliche kriegspsychologische
Beobachtungen. Dagegen hat ein, künstlerisch leider sehr viel minderwertiger,
aus Österreich stammender Schriftsteller, namens Ernst Wurm, sich in
zwei umfangreichen Romanen ausschliesslich der Darstellung rumänischen
Volkslebens gewidmet. « Solange die Erde steht... » spielt in der Walachei u.
zw. teils auf dem Land an der Dâmbovița, teils in Bukarest. Das Thema des
Romans ist der Gegensatz von Stadt und Land und die demoralisierende Gefahr,
die durch die Zivilisation dem naturgebundenen Bauerntum droht. Der zweite
Roman, « Der Held vom Nedea » stellt uns in einem Tal des Retezat den Gebirgsbauern
im Kampf gegen die Industrialisierung durch Volksfremde dar. In dem Blick des
vom Ausland Kommenden ist reichlich viel Romantik drinnen und statt wirklichen
Erdgeruchs spüren wir immer eine gewisse künstliche Luft durch die Blätter
dieser Bücher wehen — aber auch hier zeigt es sich, dass deutsche
Gegenwartsdichtung auch fremdes Volkstum vom Blickpunkt des « Blut und Bodens »
aus auffasst und der Darstellung für würdig erachtet.
Als Sonderfall muss hier doch auch der grosse Roman von Oskar
Walter Cisek, « Der Strom ohne Ende » gestreift werden. Die deutsche Kritik
hat dies Werk mit den höchsten Lobsprüchen begrüsst und zweifellos verdient sie
Ciseks hochentwickelte Darstellungskunst in vollem Masse. Er hat eine Welt
lebendig gemacht, die mit allen ihren Einzelheiten jedem im Gedächtnis bleibt,
der das Buch gelesen hat. Er hat mit virtuosem Können Gestalten geschaffen,
deren menschlicher Wert teilweise denen der grossen Russen nahekommt. Aber die
deutsche Kritik irrt, wenn sie in ihm den volksnahen Gestalter eines werthaften
naturverbundenen Volkslebens sieht. Sie lässt sich durch die Fremdartigkeit
dieser Menschen verleiten, in ihnen ein Gebiet zu sehen, das
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erschlossen zu haben Dank verdiene. Aber in der Tat sind diese im Donaudelta lebenden Lipowaner — auch in Ciseks Darstellung — ein verkümmerter, geschichts- und traditionsloser Menschenschlag, der sich im alltäglichen niedern Arbeiten und Geniessen erschöpft. Im Sinne dessen, was man in Deutschland wirklich « volkhafte » Dichtung heisst, kommt der Roman nicht in Frage. Auch zur rumänisch-deutschen Verständigung wird er nichts beitragen, denn es ist eigentlich bloss Zufall, dass der Schauplatz in Rumänien liegt — vom rumänischen Volkstum ist darin nichts, aber auch garnichts zu spüren.
Die wichtigste Rolle für eine gegenseitige Verständigung der
Völker untereinander durch die Dichtung spielen nun freilich doch die
Übersetzungen. Welch ungeheurer Schatz an Kulturgütern hat sich durch
Jahrtausende hindurch von Volk zu Volk vererbt und ist immer wieder für eine
neue Kulturepoche erst durch die Übersetzung wirklich zum Besitz aller
geworden! Wäre uns Deutschen der religiöse Schatz der Bibel zu eigen geworden
ohne Luthers Bibelübersetzung? Hätte unser klassisches Zeitalters jene Blüte
erreichen können, wenn nicht die Homerübersetzung von Voss die ganze Schicht
der Gebildeten für diesen Geist vorbereitet hätte? Und ist nicht die nordische
Dichtung von Ibsen bis Hamsun und die russische von Puschkin bis Dostojewski
allein durch die Übersetzung zu einem ungeheuer starken Faktor auch für die
deutsche Dichtung geworden?
Fragen wir uns nun, was an rumänischer und deutscher
Dichtung von heute übersetzt worden ist. Die Ausbeute ist recht gering.
Zunächst aus dem Rumänischen ins Deutsche. An sich wird ja nicht so wenig
übersetzt. Man staunt, dass in Kürschners Literaturlexikon von 1930 ¹) nicht
weniger als 31 lebende Übersetzer aus dem Rumänischen aufgeführt werden,
worunter noch dazu alle Übersetzer rumänischer Staatsbürgerschaft, ausser
Orendi-Hommenau, fehlen. Einige von den angeführten Übersetzern sind uns
bekannt, teilweise sind es Juden rumänischer Herkunft, meistens sind es nur
Namen, und es lässt sich auch fast von keinem feststellen, was er eigentlich
übersetzt hat. Das beweist, dass es Zeitungs- und Zeitschriftenbeiträge sind,
aber keine Buchausgaben. Nur von Alfred Klug werden Übersetzungen
einiger Novellen von Cezar Petrescu und Gherasim namentlich angegeben.
Zahlreiche Übersetzungen von Lyrik und Novellen — unter andern Verfassern wären
hier Brătescu-Voinești, Goga und Pillat zu nennen — hat im Laufe der Jahre die
« Revista Germaniștilor » gebracht; dass
¹) Sp. 1565/66.
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damit aber ein grosser Kreis von Lesern vertraut gemacht
worden wäre, kann man bei der Natur dieser Zeitschrift nicht annehmen. Ebenso
hat der « Klingsor » schöne Proben wertvoller Lyrik in der Übersetzung H.
Krassers beigetragen. Von Albert Flachs liegt ein Bändchen « Ausgewählte
Gedichte » von Tutoveanu vor (Bârlad 1934). Versuche sind mit grösseren Romanen
gemacht worden. Im Manuskript liegen vor Rebreanus « Jon » und desselben
Verfassers « Pădurea Spânzuraților », aber bisher hat sich dafür kein Verleger
gefunden. Bekannt ist das Missgeschick mit Sadoveanus « Baltagul ». Nach
sorgfältiger Auswahl auf den Rat massgebender rumänischer Stellen hat ein
führender deutscher Verlag die Übersetzung dieses repräsentativen Romanes, die
auch hervorragend gelungen war, herausgebracht — da wird wegen der politischen
und weltanschaulichen Haltung des Verfassers die Verbreitung in Deutschland als
unerwünscht angesehen! Mit ein Beweis dafür, dass heute auch der Dichtung eben
eine Rolle in der weltanschaulich-politischen Erziehung zugemessen wird.
Am weitesten gewirkt hat vielleicht noch das rumänische
Drama: freilich nicht mit seinen repräsentativsten Stücken von heute, sondern
mehr mit bühnewirksamen wie die von Sân-Giorgiu (« Der Held des Tages » und «
Madam Sevastitza ») und Ciprian (« Omul cu mârțoaga »). Doch auch Lucian Blagas
« Meșterul Manole » ist in deutscher Übersetzung gespielt worden.
Übersehen wir diese paar Nennungen, die allerdings gewiss
nicht vollständig sind, so müssen wir feststellen, dass es an einer
zielbewussten Übersetzertätigkeit und deren Förderung noch vollkommen fehlt.
Noch immer greift fast jeder neue Übersetzer auf Eminescu zurück, als ob es
nichts anderes gebe. Und dabei ist Eminescu doch bereits in der von der
rumänischen Akademie preisgekrönten, also gewissermassen endgültigen deutschen
Fassung Konrad Richters vorhanden. Und trotzdem kann es vorkommen, dass z. B. im
neuesten Märzheft der vornehmen « Revista Fundațiilor Regale » wieder 6
Gedichte Eminescus in unmöglicher Übersetzung eines Mannes [Laurenţiu Tomoiagă:
„Eminescu în versiune germană“, S. 541 ff. – Anm. W.T.] , der nicht einmal gut
deutsch kann, aufgetischt werden. Es ist wirklich ein überzeugendes Anzeichen
dafür, dass wir hier noch sehr im Argen stecken.
Und nun die Gegenseite! Auch von Rumänen wird viel aus dem
Deutschen übersetzt, viel mehr als wir es ahnen. Denn es ist meist Lyrik und
sie erscheint natürlich in den verstreutesten Zeitungen und Zeitschriften,
deren man oft nicht ansichtig wird. Aber was wird übersetzt? Es sind erster
Linie die Klassiker u. zw. hier wieder Goethe.
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An Goethe will jeder zuerst seine Kraft erproben. Wir haben eine sehr ausführliche kritische Bibliographie dieser Übersetzungen von Jon Gherghel — ebenso über Schiller und Heine ¹). Dieser letztere wird sogar jetzt noch gern übersetzt. Dagegen fehlt die Gegenwartsdichtung fast ganz. Sudermann war einer der letzten, der dem rumänischen Publikum in grösserem Ausmass vorgeführt wurde ²). Schon Hauptmann ist fast unbekannt geblieben. Zu seinem 70. Geburtstag war « Rose Bernd » zur Aufführung am Bukarester Nationaltheater in Aussicht genommen und auch bereits übersetzt worden. Die Aufführung kam nicht zustande, weil man meinte, Milieu und Konflikte seien dem hiesigen Publikum zu fremd. An dramatischen Werken der Nachkriegszeit ist im letzten Jahrzehnt auf den Bukarester Bühnen kaum ein ernstes Stück gespielt worden, ausser etwa « Königin Elisabeth » und das war vom Juden Theodor Tagger.
An erzählender Literatur war es bezeichnender Weise
Remarques « Im Westen nichts Neues » und Gläsers « Jahrgang 1902 », die als
pazifistische Werke Gnade vor den Augen der Verleger fanden. Allerdings ist
auch Ernst Jüngers « In Stahlgewittern » vor zwei Jahren in Übersetzung
erschienen. Aber die grossen volkhaften Romane von E. E. Dwinger, Hans Grimm,
Ernst Wiechert, Gustav Frenssen, Kolbenheyer usw. harren noch der Übersetzer.
Ebenso ist es bisher unterlassen worden, etwa die heimischen deutschen Dichter
dem rumänischen Publikum in Übersetzungen zugänglich zu machen, was zweifellos
auch ein wertvolles Mittel gegenseitiger Verständigung wäre. Nun könnte man
sagen, dass eine Übersetzung aus dem Deutschen nicht notwendig sei, da doch der
literarisch interessierte Rumäne meistens deutsch könne und daher das Original
lese. Aber warum werden dann doch Emil Ludwig und Stefan Zweig, Thomas Mann und
Jakob Wassermann übersetzt und dazu teilweise in einem Verlag herausgegeben,
der auf rumänischer Seite nationale Schriftsteller führt?
Nur in der Lyrik haben wir einige Ansätze, um auch das neue
deutsche Antlitz zu übertragen. So bringt Pillat in seiner neuesten Sammlung «
Din poezia germană » zahlreiche Gedichte von Stefan George, dann aber auch von
Carossa und Binding und in der « Revista Germaniștilor » den « Kornet » von
Rilke. Virgil Tempeanu hat auch
¹) Vergl. « Revista Germaniștilor » III, 2. u. 3, IV 3, V 2
(über Goethe), IV 1 (über Schiller), VI 1 (über Heine) und « Goethe în
Literatura română » (Schriften der rumänischen Akademie, 1931, Seria III. Tom.
V, Mem. 8).
²) Vergl. I. E. Torouțiu, « Hermann Sudermann în literatura românească ».
București, 1930.
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einiges von Nietzsches Lyrik übersetzt. In den vielen Zeitungen und Zeitschriften, die auch Lyrik bringen, mag gewiss noch allerhand verstreut sein, das nicht bekannt ist, es fehlen aber wohl die Lyriker ganz, die heute als Verfasser von völkischen Marsch- oder Chorliedern an vorderster Stelle der Preisgekrönten stehen, wie E.W. Möller, Gerhard Schumann, H. Anacker usw. Dass sich an den grössten lebenden deutschen Lyriker, Josef Weinheber, noch keiner gewagt haben dürfte, ist dagegen niemandem zu verargen.
Wenn ich mein Thema stellte « Rumänisch-Deutsche
Verständigung durch die Dichtung von heute », so war ich mir von vorneherein
bewusst, dass ich mehr als von schon Vorhandenem von solchem sprechen würde,
was noch nicht vorhanden ist. Aber unser « Rumänisch-deutsches Kulturinstitut »
ist ja auch keine Akademie, in der wissenschaftlich registriert und zensiert
werden soll, sondern wir wollen dynamisch eingreifen in das augenblicklich sich
wieder in unheimlichem Tempo entwickelnde Geschehen. Wir wollen mit dem Pulsschlag
unserer Zeit mitfühlen und wollen ihm auf dem Gebiet, das uns offen steht, eine
Richtung geben, in der wir für unser beiderseitiges Volkstum das Heil sehen. Es
ist gerade hier auf dem angeschnittenen Gebiet noch sehr viel zu tun, wenn man
wirklich von Verständigung soll reden können.
Es könnte dem « Rumänisch-deutschen Kulturinstitut » ein
überaus segensreicher Erfolg beschieden werden, wenn es ihm gelänge, sowohl auf
rumänischer wie auch auf deutscher Seite Voraussetzungen dafür zu schaffen,
dass staatliche Stellen, sowie Verleger und Buchhändler sich bewusst in den
Dienst der Sache stellten, für Originale und Übersetzungen einen möglichst
weiten gegenseitigen Leserkreis zu schaffen. Alle die wertvollen Kräfte, die in
volkhafter Dichtung von heute aus dem jeweiligen Blut und Boden hervorbrechen,
müssten zu gegenseitiger Achtung, Wertschätzung und Freundschaft führen, woraus
erst das wahre Verständnis aller Kulturnationen von Europa für einander
erwachsen kann, woraus aber vor allem unser gemeinsames Vaterland Rumänien den
grössten Nutzen ziehen würde.
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Bernhard Capesius: Deutsch-rumänische Verständigung durch die Dichtung von heute, in: Revista germaniştilor români, anul VII, nr. 1, 1938, S. 61-69.
(*) Bernhard Capesius (1889-1981), scriitor german din Ardeal, lingvist şi profesor universitar, care a folosit ca pseudonim numele de Karl Bernhard. Fiica lui Capesius Roswith Capesius (1929-1984) a fost, iniţial, căsătorită cu poetul Oskar Pastior (1927-2006) şi apoi cu Hans Liebhardt (1934-2017). În perioada nazismului a publicat scrieri relativ moderate şi nu a fost unul dintre activiştii zeloşi. Însă, simpatii pentru doctrina literară a Sîngelui şi Gliei se regăsesc şi în scrierile sale. Elocvent pentru atitudinea ideologică şi gusturile sale literare este şi articolul său din ziarul antisemit şi profascist al lui Ion Sîn-Giorgiu, „Chemarea vremii”, în care recomandă traducerea în limba română a autorilor care în Germania nazistă dominau viaţa literară. Pe Josef Weinheber (1892-1945), de pildă, îl consideră drept cel mai important poet german în viaţă. De acest calificativ elogios s-a bucurat Weinheber şi din partea birocraţiei culturale naziste. Acest poet pro-nazist şi colaborator al revistei „Die Neue Literatur” (condusă de Will Vesper, 1882-1962, membru NSDAP, apropiat al lui Zillich) s-a bucurat de o apreciere deosebită în rîndurile scriitorilor naţionalişti şi nazişti germani din România. Weinheber a întreţinut legături cu Heinrich Zillich (1898-1988), iar, pînă-n 1944, versuri semnate de el fuseseră publicate, deseori, în presa germană din România. Prin intermediul lui Zillich şi altor autori germani din România au încercat chiar şi scriitori evrei de limbă germană ca Alfred Margul-Sperber (1898-1967) sau Moses Rosenkranz (1904-2003) să-şi plaseze textele în reviste dirijate de oameni ca Vesper sau Weinheber sau în diverse alte publicaţii din Germania acelor ani. Asta în ciuda faptului că Weinheber lansase campanii de denigrare contra unor autori şi intelectuali care nu erau pe linie sau care nu aparţineau „rasei ariene”. Poetul austriac exilat, Theodor Kramer (1897-1957) i-a dedicat lui Weinheber poezia polemică „Recviem pentru un fascist” („Requiem für einen Faschisten”). Deşi Zillich i-a dezvăluit lui Margul-Sperber convingerile sale antisemite într-o scrisoare brutală şi agresivă, din 1932, acesta nu a întrerupt legăturile cu fondatorul revistei „Klingsor”. În această scrisoare, (publicată integral aici), Zillich îi scria lui Margul-Sperber: „Ich glaube nämlich nicht, dass sich der Jude, wohl aber dass sich der Deutsche wandelt - zu sich zurück.” (În traducere aproximativă: „Nu cred că evreul se schimbă, dar cred că se schimbă germanul – regăsindu-se”).Pe lista recomandărilor din articolul lui Capesius se mai află şi scriitorul nazist Gustav Frenssen (în text greşeală de tipar: Trenssen în loc de Frenssen), 1863-1945, care s-a pronunţat pentru eliminarea evreilor din viaţa socială şi culturală a Germaniei şi care a pledat pentru eutanasie. Celălalt de pe lista lui Capesius este Edwin Erich Dwinger (1898–1981), un prototip al literaturii rasiste, membru NSDAP şi SS; după război a fost arestat pentru scurtă vreme, trecut apoi prin procesul de denazificare, fiind calificat ulterior doar ca un mărunt colaborator (Mitläufer). Cele mai cunoscute scrieri, semnate de Dwinger, sînt: „Zwischen Weiß und Rot. Die russische Tragödie 1919–1920” (Între alb şi roşu. Tragedia rusă 1919-1920), din 1930, „Der Tod in Polen. Die volksdeutsche Passion”, (Moartea în Polonia. Patimile etnicilor germani), din 1940. După război a activat în cercurile politice revizioniste şi asociaţii literare ultraconservatoare şi revanşard-naţionaliste. Următorul autor propus de Capesius a fost Hans Grimm (1875-1959) care prin titlul romanului său „Volk ohne Raum” (Popor fără spaţiu), din 1926, a furnizat naziştilor sloganul de luptă pentru politica lor expansionistă de cucerire a estului european. Între scriitorii preferaţi de Hitler se aflau Grimm şi Karl May. Grimm îi place, de altfel, şi lui Hans Bergel care îi dedică mai multe pasaje în jurnalul său, publicat în anul 2014 („Notizen eines Ruhelosen. Tagesaufzeichnungen 1995 bis 2000” - Note ale unui neliniştit. Însemnări zilnice din 1995 pînă-n 2000). Deşi nu era membru al partidului NSDAP, Grimm s-a bucurat de aprecierea aparatului nazist de propagandă culturală asemenea lui Börries Freiherr von Münchhausen (1874-1945), Ernst Jünger (1895-1998), Hans Friedrich Blunck (1888-1961) şi Erwin Guido Kolbenheyer (1878-1962, scriitor rasist cu concepţii pronunţat socialdarwiniste şi autor al trilogiei „Paracelsus”, 1917, 1922, 1926, membru NSDAP – inclus şi el pe lista recomandărilor ale lui Capesius). După război, Grimm a continuat să organizeze întîlnirile de la Lippoldsberg, iniţiate în 1934. După moartea sa, întîlnirile au continuat, fiind organizate de fiica sa, Holle Grimm (1918-2009), cunoscută ca o figură importantă a scenei extremiste de dreapta din Germania şi fondatoare a organizaţiei revizioniste, „Gesellschaft für freie Publizistik” (Societate pentru publicistică liberă). La întîlnirile din Lippoldsberg a participat şi Heinrich Zillich.Dintre poeţii reprezentativi ai celui de-al III-lea Reich, propuşi de a fi traduşi în limba română, apreciaţi de Bernhard Capesius, se află Gerhard Schumann (1911-1995) şi Heinrich Anacker (1901-1972), amîndoi autori reprezentativi pentru literatura patetică a cultului personalităţii al lui Hitler. (Pentru alte detalii biografice, cf. Bernhard Capesius - Buchstabe C, in: Klaus Popa: Völkisches Lexikon Südosteuropa. Deutschsprachige Wissenschaftler, Kulturschaffende und Politiker aus, in und über Südosteuropa bis 1945 und darüber hinaus Unter besonderer Berücksichtigung der Rumäniendeutschen
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| SodT, 29. April 1942 S. 5 |
(*) Ernst [Emil] Gamillscheg (1887-1971), 1929 Korrespondierendes Mitglied der Rumänischen Akademie, 1939 ausgezeichnet von Hitler, 1941 Ehrenmitglied der Rumänischen Schriftstellergesellschaft, von 1940 bis 1944 Direktor des Deutschen Wissenschaftlichen Instituts in Bukarest, „Schutzengel” der faschistischen rumänischen Exilregierung aus Wien unter Horia Sima („Profesorul Ernst Gamillscheg a fost îngerul păzitor al guvernului de la Viena” - Horia Sima), nach 1946 Hochschullehrer an der Universität in Tübingen. (In einem von der Universität Innsbruck erstellten Personalbogen wurde die Nazivergangenheit Gamillschegs völlig ausgeblendet. Auch die Universität Tübingen veröffentlicht nur spärliche biografische Angaben als eine Art Bildunterschrift, die ebenfalls keinerlei Hinweise auf die NS-Karriere des Professors enthält.) Gammillscheg ist der Verfasser mehrerer völkisch angehauchter Schriften und ein Verfechter der rumänischen Kontinuitätstheorie; im August 1963 nahm erals offizieller Gast der Sommerschule in Sinaia an Veranstaltungen im kommunistischen Rumänien teil. In der 1942 von Dr. Walter Hoffmann verfassten populärwissenschaftlichen Propagandaschrift, Rumänien von heute, werden Gamillschegs Verdienste als Romanist hervorgehoben. Gamillscheg stellt fest, schreibt Hoffmann, „dass die Kontinuität der Rumänen im heutigen Königreich - also in dem Gebiet vor den Abtretungen - 'weniger eine Kontinuität der Rasse als eine solche des Geistes sei'.” (Hoffmann, a.a.O., S. 34.)
(*) Romanistul nazist Ernst [Emil] Gamillscheg (1887-1971), 1929 membru corespondent al Academiei Române, decorat în 1939 de către Hitler, membru de onoare al Societăţii Scriitorilor Români în 1941; între anii 1940-1944 director al Institutului German pentru Ştiinţă din Bucureşti, „îngerul păzitor al guvernului de la Viena” condus de liderul legionar Horia Sima, după 1946 profesor universitar la Tübingen. Autorul mai multor scrieri cu tentă „poporală” (echivalentul pentru „völkisch” - în traducerea lui Dumitru Stăniloae), susţinător al teoriei continuităţii, în august 1963 invitat oficial al României comuniste la şcoala de vară de la Sinaia.
Asuzug aus den Erinnerungen von Horia Sima /Fragmente din memoriile lui Horia Sima: „Cam la două săptămâni de la instalarea noastră la Hotel Imperial, am avut surpriza şi bucuria să revăd pe Profesorul Ernst Gamillscheg, Directorul Institutului German din Bucureşti, pe care-l cunoscusem în timpul guvernării noastre. Locuia în acelaşi hotel şi mi-a comunicat că este însărcinat de Ribbentrop să ne asiste în relaţiile noastre cu acest Minister. Gamillscheg era profesor de filologie romanică, vorbea perfect româneşte, încât orice dorinţă a noastră o putea traduce imediat şi transmite fără întârziere forurilor competente. Profesorul n-a fost numai un funcţionar conştiincios, ci şi un om de suflet. Ca Director al Institutului German din Bucureşti, şi-a dat seama de atmosfera tulbure ce domnea în jurul Mareşalului Antonescu şi a făcut rapoartele cuvenite, prevăzând catastrofa din România. Dar avertismentele sale nu au fost luate în consideraţie, ca atâtea altele, venite din alte părţi. A avut norocul să fie surprins de evenimente pe pământ german, încât n-a împărtăşit tragica soartă a celorlalţi funcţionari ai Legaţiei germane de la Bucureşti de a fi arestaţi de trupe româneşti şi predaţi apoi Ruşilor. Profesorul Ernst Gamillscheg a fost îngerul păzitor al guvernului de la Viena. A susţinut întotdeauna demersurile noastre pe lângă instanţele germane nu numai cu o corectitudine exemplară, dar şi cu o convingere nezdruncinată. Traducerea în germană a memoriilor destinate Ministerului de Externe nu numai că era impecabilă, dar Profesorul mai adăuga şi comentariile lui, făcând anumite recomandaţii favorabile nouă.” - Horia Sima, Guvernul Naţional Român de la Viena (Die nationale rumänische Regierung aus Wien), Editura Mişcării Legionare, Madrid, 1993. Ediţia a II-a, Editura Gordian, Timişoara, 1998 (ed. el. p. 13.) [4 până în 8 Ianuarie 1945:] „Actul de omagiu adus Întemeietorului Mişcării Legionare a fost organizat în comun de Institutul Român de la Berlin şi Secţia Culturală a Ministerului de Externe German, de sub conducerea Profesorului [Franz Alfred] Six. Institutul Român de la Berlin a fost creat de Profesorul Sextil Puşcariu, în toamna anului 1940, în timpul guvernării noastre. Profesorul Puşcariu a devenit Preşedintele Institutului, iar ca Director al Institutului a fost numit Grigore Manoilescu. În momentul prăbuşirii frontului din România, Profesorul Sextil Puşcariu a fost prins de evenimente în ţară şi atunci Guvernul de la Viena a numit în fruntea Institutului de la Berlin pe Profesorul Gheorghe Cârsteanu. Din iniţiativa acestuia, bucurându-se de colaborarea Ministerului de Externe German, s-a realizat la Berlin această măreaţă manifestaţie, destinată să exalte valorile naţionalismului european, într-un moment critic al războiului.” (p. 83)„Festivitatea Codreanu a avut loc în Beethovensaal, în centrul Berlinului. Printr-un miracol, nici această clădire nu fusese atinsă de bombe. Era intactă. Teatrul era decorat în verde. Era plin până la ultimul loc, atât jos la parter cât şi în lojile dimprejur. Cuvântările omagiale au fost rostite de Profesorul Ernst Gamillscheg şi de Grigore Manoilescu, Ministrul Propagandei. În continuare, Filarmonica din Berlin, sub conducerea maestrului [Wilhelm] Furtwängler a executat Simfonia Codreanu, opera compozitorului Bălan, de origine macedo-română. Festivalul s-a încheiat cu executarea Simfoniei Eroica a lui Beethoven.Între participanţi s-a remarcat un numeros grup de personalităţi ale vieţii publice germane a Celui De-al Treilea Reich. În primul rând, Subsecretarul de Stat de la Cancelaria Reichului, Rudolf Meissner, apoi Subsecretarul de Stat de la Externe, [Gustav Adolf] Steengracht[von Moyland]. Între cei prezenţi, mai erau Profesorul Dr. [Franz Alfred] Six, şeful secţiei culturale din Ministerul de Externe, apoi Consilierii Rühle, Schmidt şi Dr. Böhm, înalţi funcţionari din Wilhelmsstrasse. Din partea armatei germane au participat numeroşi ofiţeri de rang superior, între care ne-am bucurat de prezenţa Maiorului Wehnert, şeful regimentului 1. În afară de miniştri români de la Viena, au luat parte la serbare în Beethovenhalle personalul de la Institutul Român, în frunte cu actualul preşedinte, Profesorul Cârsteanu, apoi numerosul grup de legionari din Berlin, între care se aflau şi Dr. Iosif Dumitru împreună cu Dr. Alexandru Randa. Seara a avut loc o masă de gală în casa de oaspeţi a Führerului. Au participat notabilităţile germane care au onorat comemorarea cu prezenţa lor, Meissner, Dr. Six, Profesorul Gamillscheg şi alţi înalţi funcţionari ai Ministerului de Externe, detaşaţi primirii noastre. Din partea Românilor au fost la masă toţi miniştri români şi toţi reprezentanţii noştri la Berlin, concentraţi în jurul Institutului.” (Sima, op. cit., p. 84.) - [Alle Hervorhebungen / sublinieri: William Totok.] Für weitere Einzelheiten über die Tätigkeit Gamillschegs siehe: / Pentru alte detalii despre activitatea lui Gamillscheg vezi: Lucian Nastasă-Kovács / Irina Matei, Cultură şi propagandă. Institutul Român din Berlin (1940-1945), (Kultur und Propaganda. Das rumänische Kulturinstitut aus Berlin, 1940-1945), Editura Mega, Cluj-Napoca, 2018.
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| SodZ, 7. Februar, 1942, S. 5 |
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| VB, 56. Jg., 11. Mai 1943, S. 2 |
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„Die Juden ergriffen auch freudig die Gelegenheit, ihre übelklingenden Namen los zu werden; die Namensmadjarisierung wurde bald eine der beliebtesten und bequemsten Formen jüdischer Tarnungsbestrebungen. Die auf diese Art dem Ghetto entkommenen Juden blieben zwar auch weiterhin das was sie waren, nämlich Juden: sie hatten sich aber eine entscheidende Voraussetzung zur wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Aushöhlung des Wirtsvolkes geschaffen. Sie fanden bald angesehene Männer, die öffentlich für das Judentum eintraten und ihre Mitwelt von der Befangenheit gegenüber den Juden befreien wollten: am ehesten erreichten sie dies, wenn es gelang, die harmlosen Bürger vom 'selbstlosen Patriotismus' der Juden zu überzeugen.“
„Es kam zu Ausschreitungen gegen die Juden. Der noch nicht vollständig verdorbene politische Instinkt der Bürger ahnte die Gefahren, die ihnen drohten, wenn es dem Judentum gelänge, in den reichlich unklaren Zuständen der Revolution politische Stellungen zu erwerben. Sie fordern daher, daß den Juden keine politischen Rechte verliehen werden, verlangten die Ausweisung aller Juden, die keine Wohnbewilligung hatten und bestanden auf Beseitigung des jüdischen Opferaltars. Der damalige Bürgermeister, Preyer, meint, die Leute hätten die Worte Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit nicht verstanden. Es gelang schließlich die Bürger zu beschwichtigen und die Juden kamen ‚glücklicher hier, als anderwärts’, „mit dem Schrecken davon’ (Preyer).”
„Maßnahmen gegen die Juden wurden nur selten ergriffen, in Fällen, wo es sich als dringend notwendig erwies, diese Rasse, die den Lebensraum der übrigen Nationalitäten oft gefährlich bedrohte, in die Schranken des ihr eingeräumten Lebensbereiches zurückzuweisen. Viel häufiger aber konnte man - von einer verschwommenen Gleichheits-Brüderlichkeits-Dusesei geleitet - sich nicht aufraffen, ihnen entschieden entgegenzutreten. Man erlag vielfach der vom Judentum plamäßig betriebenen Propagierung liberalistischer Ideen. Der Jude konnte so seinen unheilvollen Einfluß geltend machen und vor allem auch unserer Volksgruppe durch die Neutralisierung und Verwässerung des deutschen Bürgertums bedeutenden Schaden zufügen.“ (S. 7)
„Dem Madjarentum brachte die scheinbare Assimilationsbereitschaft der Juden auch keinen Nutzen: das Judentum brachte alle Gebiete des wirtschaftlichen Lebens in seinen Machtkreis und zwang schließlich den ganzen Staat unter das Joch seiner Geldwirtschaft.“
„Die Lösung der Judenfrage wird gegenwärtig selbst in solchen Ländern begonnen, wo man vor Jahren noch kaum daran zu denken wagte: sie wird auch bei uns ebensowenig wie in anderen Teilen Europas, nicht ausbleiben. Deutschlands Sieg ist die Gewähr dafür. Die Lösung dieses brennenden Problems hat mit angeblichem Judenhaß nichts zu tun; reinliche Scheidung (oder Ausscheidung) wird erstrebt; es soll verhindert werden, daß das Judentum in unser Leben eindringt, unser wirtschaftliches und kulturelles Leben zersetzt, sich in Angelegenheiten einmengt, die in unseren und nur in unseren Bereich gehören.“
„Bukarest, 27. NovemberDas Wegräumen der Betondecke, unter der die Gebeine Codreanus und seiner Schicksalsgefährten liegen, dauerte die ganze Nacht und den Vormittags an. An der Südseite wurden einige Leichen bereits festgestellt. Langsam kommen die Füße, dann der Rücken und erst später der Kopf der Toten zum Vorschein. Auch in der Mitte des Massengrabes liegen Leichen. An der Nordseite wurde ein blauer Arbeiterkittel, ein Paar Tennisschuhe und ein Überwurf zu Tage gefördert. Die Anwesenden erkennen sie als Kleidungsstücke des ermordeten Legionärs Ion Trandafir.Prof. Codreanu, der Vater des Capitans, die Familienmitglieder der Ermordeten, sowie zahlreiche führende Persönlichkeiten der Legionärsbewegung verlassen den Platz keinen Augenblick.”
(*) Johann (Hans) Wolf (geb. 12. Juni 1905 in Bozen – gest. 24. Februar 1982 in Temeswar) studierte 1925-26 in Marburg a. d. L. und war Mitglied der Deutschen Burse. Das war eine 1920 auf Betreiben von Johann Wilhelm Mannhardt (1883-1969), in Marburg geschaffene Einrichtung, die an das „Institut für das Grenz- und Auslanddeutschtum“ angeschlossen war. Mannhardt war ab 1933 NSDAP-Mitglied. In seiner Dissertation beschäftigte er sich 1925 mit dem Faschismus. Eine von Anton Schwob verfasste biografische Notiz enthält nur spärliche Hinweise auf die Tätigkeit Mannhardts während der Nazizeit. Von 1930-34 studierte Hans Wolf Pädagogik, Psychologie und Mathematik an der Wiener Universität. Laut Petri, verfasste er auf Anregung von Josef Kallbrunner (1881-1951), einem Wiener Historiker und NS-Spezialisten für die so genannte „Judenfrage”, seine Dissertation über das Banater Schulwesen 1770-1800 und promovierte 1936 bei Richard Meister (1881-1964). Obwohl deutschnational eingestellt war Meister ein Gegner des Anschlusses Österreichs an das Deutsche Reich; nach dem 2. Weltkrieg war er Rektor der Wiener Universität.Von 1934 bis 1944 war Wolf im deutschen Lehrwesen Rumäniens tätig. Von 1941-1944 unterrichtete er Philosophie an der gleichgeschalteten Temeswarer Prin-Eugen-Schule (der früheren Banatia). Von im Januar 1945 bis im September 1946 war er zur so genannten Aufbauarbeit in die Sowjetunion deportiert worden. Nach seiner aus Krankheitsgründen erfolgten, vorzeitigen Rückkehr arbeitete er erneut im Lehrwesen, 1947-48 an der Notre-Dame-Klosterschule und dem Piaristengymnasium in Temeswar, danach am späteren Lenaugymnasium. Von 1949 bis 1957 unterrichtete er zudem Psychologie, Pädagogik und Mathematik an der Pädagogischen Schule in Temeswar und wurde 1957 Assistent an der Germanistikfakultät. Ein Jahr später wurde er Dozent und war weiterhin an der Temeswarer Germanistikfakultät tätig. Ab 1955 war er auch Schulinspektor für die Deutschlehrer in der Banater Region. Von 1953 bis 1973 gehörte er dem künstlerischen Beirat des Temeswarer Deutschen Staatstheaters (DSTT) an und veröffentlichte in der deutschsprachigen Zentral- und Lokalpresse Theaterchroniken sowie verschiedene kulturpolitische Aufsätze und Artikel. In den 1950er Jahren verfasste er mehrere Deutschlehrbücher für die Unterstufen, später auch Hochschulvorlesungen. Nach seinem Tod, kam im Bukarester Kriterion Verlag die 2. erweiterte Auflage seiner 1975 publizierten Studie, „Banater deutsche Mundartenkunde” (21987) heraus.Seine frühere publizistische Tätigkeit im Sinne der NS-Ideologie wurde ihm während des Stalinismus nicht zum Verhängnis.Seine antisemitische Artikelreihe „Zur Geschichte der Juden im Banat”, aus der BDZ, ist 1940 als eigenständige Buchpublikation erschienen. Laut BDZ vom 3. Dezember 1940 unter dem Titel „Die Judenfrage im Banat”, laut Petri: „Zur Geschichte der Juden im Banat 1716-1867” (in der Reihe: Banater Blätter Nr. 18).Diese Buchveröffentlichung konnte von uns nicht eingesehen werden. Sie nahm auf jeden Fall innerhalb einer im Dezember 1940 in Temeswar organisierten Ausstellung einen Sonderplatz ein und wurde von Anton Valentin, dem Direktor der Prinz-Eugen-Schule und NS-Gaukulturwalter, dem „Banater Heimatschrifttum” zugerechnet - BDZ, 3. Dezember 1940, S. 2, siehe weiter unten (**).Im Unterschied zu anderen NS-Belasteten rumäniendeutschen Intellektuellen schien Johann [Hans] Wolf sich in der Nachkriegszeit ziemlich rasch an die neuen Gegebenheiten angepasst zu haben und war nicht direkten Repressionen ausgesetzt.Die Integration in den stalinistischen Kulturbetrieb der 1950er Jahre wurde ihm allerdings von vielen seiner früheren Gesinnungsgenossen Übel genommen. Hans Reb, der zusammen mit Hans Weresch von den Arisierungen jüdischen Eigentums profitiert hatte und Mitinhaber des in Café Wien umbenannten Temeswarer Nobellokals Lloyd geworden war, warf Johann Wolf vor, seinen Theaterchroniken eine marxistische Ausrichtung gegeben zu haben. In einem Bericht den der inoffizielle Mitarbeiter „Mayer Iosif” am 22. Mai 1958 einem seiner Führungsoffiziere, Securitateleutnant Buită Mihalache, übergeben hatte, hieß es dazu:Reb „a povestit că s-a întîlnit odată la staţia de tramvai cu profesorul IOAN WOLF. Acesta scrie din cînd în cînd în ziarul ‚NEUER WEG’ articole în legătură cu reprezentarea pieselor de teatru la Teatrul german din Timişoara şi le interpretează în sensul marxist. – REB IOAN a făcut lui WOLF IOAN cu această ocazie reproşuri şi l-a întrebat cum poate să facă el aşa ceva, REB IOAN a răspuns că el a avut în această chestiune o discuţie foarte violentă cu WOLF IOAN. În concluzie REB IOAN a spus că el n-ar scrie astfel de articole în ziare. – Sursa este de părere că REB IOAN a vrut să arate cu aceasta atitudinea sa reacţionară faţă de regimul nostru de Democraţie Populară” (cf. ACNSAS, I 1057099, vol. 1, Bl. 261-262).
(**) Anton Valentin, geb. 26. Februar 1898 in Neuarad, gest. 16. Dezember 1967 in Sigmaringen/ Südwürttemberg, NS-Gaukulturamtswalter, 1942 Direktor der gleichgeschalteten Prinz-Eugen-Schule (vormals Banatia) in Temeswar, 13 Jahre lang Vorsitzender der Banater Landsmannschaft in der Bundesrepublik Deutschland (27. Juni 1953 bis zum 18. Juni 1966).In einer seiner kriegstreiberischen Reden, gehalten 1940 anlässlich einer Buchausstellung in Temeswar und veröffentlicht in der BDZ vom 4. Dezember 1940, S. 2, sagte Valentin:„Der totale Krieg eines Volkes aber bedeutet, daß jeder von uns durch seine Auswirkungen berührt wird, und die Tatsache, daß nicht die Heere, sondern die Völker gegeneinader stehen, bedeutet, daß der Krieg nicht nur an der Front, sondern auch in der Heimat, überall dort, wo Deutsche leben, entschieden wird.[...]Das deutsche Schrifttum aber war von je im Leben unseres Volkes eine der Quellen, aus denen die Kräfte der Seele am reichsten und reinlichsten strömten. So bedeutet der Hinweis auf das Buchschaffen unserer Zeit keineswegs einen Verzicht auf die Teilnahme am Geschehen unserer Zeit, denn jenes beziehungslose Schrifttum, daß es nicht nötig zu haben schien, nach dem zu fragen, was um es herum geschieht, ist für uns Deutsche schon längst kein Problem mehr. Dagegen dürfen wir heute unsere Blicke richten auf eine Dichtung, die ihre eigentliche und wesentliche Kraft empfängt aus der engen Verbindung ihrer Träger und Schöpfer mit dem Leben und vor allem mit dem Schicksal des Volkes.Gefahrvolle Höhepunkte des Volksschicksals aber sind immer kriegerische Auseinandersetzungen, in denen es früher mindestens stets um wesentliche Entscheidungen für die Zukunft, heute aber um Sein oder Nichtsein geht. Und uns Deutschen im Auslande ist es vom Schicksal auferlegt, um dieses Sein oder Nichtsein, im nationalen Verstande, täglich zu ringen. Gewiß hängt unser Schicksal ab vom Ausgange des Krieges und wir zweifeln und zweifelten keinen Augenblick an dem Sieg der deutschen Waffen.Aber wir müssen uns heute wie morgen dessen gewiß sein, daß wir als deutsche Vorposten im Südosten unsere Stellung durch unsere eigene Kraft behaupten werden müssen. Das Vertrauen des Führers hat uns erneut auf den Posten gestellt. Das bedeutet für uns die Verpflichtung, hier auf dem Boden Sachwalter deutschen Wesens, deutscher Kraft zu sein.Wir haben ein junges Volksbewußtsein, der gewaltige Umbruch durch den Nationalsozialismus hat bei uns letzthin auch hartnäckigste Magyaronen wachgerüttelt und in ihnen die Stimme des Blutes erweckt. Wir freuen uns über ihre Heimfindung. -[...]Unsere Buchausstellung soll in bescheidenem Rahmen das deutsche geistige Geschehen unserer Zeit als mitentscheidende Waffe vermitteln. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das Werk des Führers in seiner einmaligen, überragenden, geschichtlichen Bedeutung. Sie finden neben Abteilungen, die das große Geschehen unserer Zeit behandeln, eine Ausstellung von Büchern der legionären Bewegung, wir wollen dabei in ehrfurchtvoller Bewunderung der Helden gedenken, die für die Idee eines neuen Europa ihr Leben opfern mußten.Sie finden auch eine Abteilung mit unserem Banater Heimatschrifttum. Ich darf in dem Zusammenhang hier zugleich den Dichter des Donaudeutschtums Karl von Möller begrüßen und ihm von dieser Stelle unseren Dank für sein reiches Schaffen und auch die Hoffnung aussprechen, daß es ihm beschieden sein werde, unser Volk mit weiteren Büchern zu beschenken.“In einem ungezeichneten Bericht, „Feierstunde des deutschen Buches. Gaukulturwalter Prof. Valentin: 'Durch Vertrauen des Führers auch weiterhin Vorposten im Südosten' - Karl von Möller liest aus seinen Werken“, in: BDZ, 3. Dezember 1940, S. 2-3, heißt es im Stil nationalsozialistischer Publizistik:„Als die Neuerscheinung unseres Banater deutschen Schrifttums im Jahre 1940 konnte der Gaukulturwalter aufzählen: Junge Banater Dichtung, herausgegeben von der Kreisleitung der NAF-Temeschburg, Gedichte von Hilde Martini-Striegl, von Heinrich Erk. Szenen von Heinrich Erk, Rumänische Lieder von Hans Diplich. Die 5 Bücher sind in der Reihe „Banater Blätter“ erschienen. „Furche im Acker“. Eine Auslese deutschen Schrifttums der Gegenwart. Herausgegeben vom Gaukulturamt, Banat. „Heißsporne“. Eine Erzählung von Karl v. Möller, (Reihe: Soldaten, Kameraden. Zentralverlag der NSDAP). „Deutsches Schicksal im Banat“. Ein Rückblick auf die deutsche Siedlungsgeschichte des Banates von Karl v. Möller. (Reihe: Südost, Luser-Verlag. Wien). „Das Korsett der Marquise“. Eine Erzählung von Karl v. Möller. (Reihe Soldaten Kameraden. Zentralverlag der NSDAP). „Das Banat. Ein deutsches Siedlungsgebiet im Donauraum“, von Hans Herschaft. (Verlag Grenze und Ausland, Berlin). „Franz Ferch. Ein Banater Maler“. Von Robert Reiter. Herausgegeben vom Gaukulturamt, Banat. Die Judenfrage im Banat. Von Dr. Hans Wolff. Das Banat. Von Nikolaus Hans Hockl.“Zu Valentin siehe auch die Würdigungen, in denen seine NS-Tätigkeit verharmlost wird: Michael Stocker, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Banater Schwaben, „Anton Valentin bleibt unvergessen“ [8 Seiten Sonderbeilage, Dachzeile: „Zum zehnjährigen Todestag von Anton Valentin“], in: Banater Post, 22. Jg., Nr. 12, 15. Dezember 1977, S. I;Kaspar Hügel, „Der Volkstumskämpfer und Kulturpolitiker Anton Valentin“, ebenda, S. II;Herta Tietz, „Ein Leben für die Banater Schwaben“, ebenda, S. III-IV;Matthias Weber, „Mensch und Vorgesetzter“, ebenda, S. V;Anton Karl, „Der Kampf um die Ersatzeinheitswerte“, ebenda, S. V-VI;Dr. Anton Peter Petri, „Anton Valentin und die Monatshefte“, ebenda, S. VI;„Bibliographie“, Zusammengestellt von Heidi Valentin, ebenda, S. VII-VIII;
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| Banater Deutsche Zeitung, 22. Jg., Nr. 267, 24. November 1940, S. 11. |
Zitat aus obigem BDZ-Artikel: Nachstehend wird die Liste der jüdischen Ärzte veröffentlicht. Sie zeigt, wie verjudet der Ärzteberuf in unserem Komitat war. Nicht weniger als 104 jüdische Ärzte gibt es allein in unserem Komitat, die von nun an nur mehr ihre kranken Artgenossen behandeln dürfen.
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| BDZ, 22. Jg., Nr. 268, 26. November 1940, S. 8 |
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| SodT, 23. Jg., Freitag, 29. Juni 1941, S. 16 |
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| Banater Deutsche Zeitung, 23. Jg., 14. Januar 1941, S. 9 |
(*) Einer der Profiteure, ist der BDZ zu entnehmen, war der Legionär Duiliu Sfinţescu, umschwärmt im November 1992 von der rechtsradikalen, neolegionaristischen Zeitung Mişcarea, dem Organ der Partei von Marian Munteanu, Bewegung für Rumänien. (Weitere Einzelheiten: Völkische Rückfälle – Recidive rasiste, hjs-online, 5.10. 2016.)
(*) Unul dintre profitorii românizării, precum se poate citi în cotidianul BDZ, a fost legionarul Duiliu Sfinţescu, elogiat în Mişcarea, din noiembrie 1992, publicaţia partidului neolegionar Mişcarea pentru România, sub conducerea lui Marian Munteanu. (Cf. Völkische Rückfälle – Recidive rasiste, hjs-online, 5.10. 2016.)
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| „Anspruch auf enteignete jüdische Häuser. Aufruf des Generalverwalters”, SodT, 7. Februar, 1942 S. 5 |
(*) Annie Schmidt-Endres (1903-1977), verfaßte Lyrik, Prosa (Erzählungen, Romane, Novellen) und Theaterstücke. Veröffentlichungen, Romane: Neue Wege (1938), Novellen: Die Dittlingerin (1936); Lyrik: Land in Licht und Leid. Gedichte und Balladen (1957), Bevor die Nacht sich senkt (1963).
(**) Bruno Kremling (geb. 1889, 12.09, Weißkirchen/ serb. [jug.] Banat - gest. 1962, 10.11. Heidelberg). Befreundet mit dem Naziautor Karl von Möller (1886-1943). Verfasser von Gedichten und Prosa. Mit roten Rosen (1923), ein Sonettenkranz. Festschrift anläßlich der 225jährigen Wiederkehr der Schlacht bei Peterwardein am 5. August 1716: Prinz Eugen von Savoyen (1941).
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| Rudolf Hollinger, „Heimat”, in: Martha Petri, Donauschwäbisches Dichterbuch, Adolf Luser Verlag, Wien-Leipzig 1939, S. 91. |
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[25. Dezember 1940. Seine „Erinnerungen an Galizien” aus dem 1. Weltkrieg schließt Karl von Möller (*) mit einem Lobgesang auf den Blitzkrieg gegen Polen ab und vergleicht Hitler mit Napoleon: „Wir hatten es furchtbar schwer; gottlob, daß das Genie des Führers seit 1933 so vorsorgte, daß die Truppen in Polen nahezu fliegen konnten und sich ein Blitzkrieg abspielte, der auch zur Zeit des großen Blitzgenerals aus Corsika seinesgleichen nicht hatte.” Auszug.]
[25 decembrie 1940. Scriitorul nazist bănăţean, Karl von Möller (*), îşi încheie „Amintirile din Galiţia”, din Primul Război Mondial, cu laude aduse armatei germane care într-un „război fulger” – Blitzkrieg – a reuşit să ocupe Polonia, elogiindu-l pe „genialul” Führer pe care-l compară cu Napoleon. Fragment, finalul textului.]
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| Karl von Möller, „Erinnerungen an Galizien”, in: Banater Deutsche Zeitung, 22. Jg., Nr. 292, 25. Dezember 1940, S. 25. |
(*) Karl von Möller (1886-1943), österreichischischer Rittmeister, der nach dem 1. Weltkrieg ins Banat übersiedelte. Er veröffentlichte Anfang der 20er Jahre bereits ultranationalistische Schriften; er gehört zu den Wegbereitern des Faschismus im Banat, erster Banater Gauleiter (1932). Als „Verfechter des völkischen Antisemitismus” gab er in Temeswar die Hetzgazette Der Stürmer heraus. Veröffentlichungen, Romane: Die Werschetzer Tat (1936), Grenzen wandern (1937), Die Salpeterer (1938), Der Savoyer (1939). In seiner frühfaschistischen zweibändigen Studie, Wie die schwäbischen Gemeinden entstanden sind (Temeswar 1923-24), äußerte Möller bereits 1924 offen seine chauvinistischen Ideen und Vorstellungen, indem er das „germanische Rassenelement” (Bd. 2, S. 22) des deutschen Übermenschen in den Vordergrund seiner historischen Ausführungen rückte.
Anlässlich des Todes von Karl von Möller, würdigte 1943 Gebietskulturwalter und Parteigenosse Prof Dr. Rudolf Hollinger (1910-1997) das dichterische Werk des Verstorbenen und bezeichnete ihn als einen „Wortführer des Südostdeutschtums“. Im Einklang mit der lokalen NS-Kulturpolitik verglich er von Möller mit Adam Müller-Guttenbrunn (1852-1923), denn beide sahen „ihre Lebensaufgabe darin, an den Höhepunkten deutscher Geschichte anzuknüpfen und an ihnen den Maßstab für die notvolle Gegenwart zu gewinnen“. Der „Held“ von Möller - so der Temeswarer Kulturbonze der DViR - „ist in das Reich des höheren deutschen Genius heimgekehrt, sein Irdisches ist aus, dem Geiste aber blieb die reinere Wirkung.“ „Wir stammeln nur Dank, und wenn wir in die Worte des bitteren Abschieds das Gelöbnis flechten, daß der Dahingegangene im Geiste immer an unserer Spitze wandeln wird, so entledigen wir uns einer hohen Pflicht wie Lebende, Überlebende bei den Toten immer in der Schuld stehen, und also ist er im hohen Sinne unserer harten Tage auch unsterblich, weil der beste Teil seines Lebens uns allen, seinem deutschen Volk gehört.“ („Geistiger Wortführer des Südostdeutschtums“, in: SodT, 70. [25.] Jg., 24. Februar 1943, S. 3). Gebietsleiterstellvertreter Hauptabteilungsleiter Pg. Hans Beller (1896-1955) bezeichnete den ersten Gauleiter des Banats und Herausgeber der antisemitischen Hetzgazette „Der Stürmer“ bei der Beerdigungsfeier in Hatzfeld als einen „kompromisslosen Pangermanen“ und „Fahnenträger der Deutschtumsbewegung im Vorkriegsungarn“. „Als die Idee des Nationalsozialismus allmählich auch in unserer engeren Heimat Fuß zu fassen begann“, sagte Beller, „meldete sich Karl von Möller abermals zum Kampf. Er, der damals schon 55jährige, tritt jetzt mit dem selben Feuereifer wie vor 13 Jahren, als er den Weg zu den Pangermanen fand, in Wort und Schrift für die Ideen Adolf Hitlers in die Schranken. Er schafft die erste Zelle der nationalsozialistischen Bewegung im Banat, und zwar in der Gemeinde Hatzfeld. Er gründet den 'Stürmer' und wird von Fritz Fabritius zum ersten Banater Gauleiter der nationalsozialistischen Erneuerungsbewegung ernannt.(„Abschied vom politischen Kämpfer“, ebenda. Über den Würdigungen von Beller und Hollinger steht die Dachzeile: „Karl von Möllers letzter Weg. Trauer unserer Volksgruppe um den Kämpfer und Dichter“). In einem Nekrolog, der am 23. Februar 1943 im gleichgeschalteten Volksgruppenorgan des Banats veröffentlicht wurde, hieß es: „Er fand auch frühzeitig den Weg zum Gedankengut Adolf Hitlers und sein stets reger, nach neuen Wegen und neuen Möglichkeiten für die deutsche Wiedergeburt suchender Geist erkannte im Nationalsozialismus diejenige treibende Kraft, in der die Voraussetzungen für die Gesundung des deutschen Volkes lagen.“ („Karl von Möller“, in: SodT, 7. [25.] Jg., 23. Februar 1943, S. 3.) - Vgl. auch Eintrag zu: Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart, Literatur, Film, Theater und Kunst, Bd. 7, herausgegeben von Wolfgang Benz, Verlag De Gruyter Saur, Berlin / München / Boston 2014. In der angegebenen - verlinkten - Seite Suchfunktion Stg+F aktivieren, Stichwort eingeben und den Abschnitt finden. Bild-Links in neuem Tab öffnen, dann durch Klicken auf die rechte Maustaste vergrößern.
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[1942: Gründung des Instituts zur Erforschung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben in Hermannstadt / Sibiu]
[1942. Înfiinţarea Institutului pentru Studierea Influenţei Evreieşti asupra Vieţii Bisericeşti Germane, la Sibiu]
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| Neues Verhältnis zwischen Kirche und Volk. Gründung des Instituts zur Erforschung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben [in Hermannstadt /Sibiu], in: Südostdeutsche Tageszeitung, 69.(24.) Jg., 17. März 1942, S. 3 (Ausgabe Banat) |
PS. In der Ausgabe für Siebenbürgen der SodT, vom 15. März 1942, Folge 61, S. 3, richteten die Gründungsmitglieder des Instituts an Andreas Schmidt eine Zuschrift, in der es u.a. heißt:
"Die zur Gründung der Arbeitsgemeinschaft des 'Instituts zur Erforschung des jüdischen Einflusse auf das deutsche kirchliche Leben' versammelten Volksgenossen - Pfarrer und Nichtpfarrer - entbieten Ihnen ihren Gruß. In einer Zeit, da im Zeichen des Nationalsozialismus die Grundlagen einer neuen großen Zukunft für das deutsche Volk gelegt werden, gehen wir daran, auch das Verhältnis der Kirche zum Volk neu zu gestalten. Das Ziel der Entjudung in Lehre und Leben soll unsere ernste und gewissenhafte Aufgabe sein. So wollen wir mit allen unseren Kräften mitbauen an dem Dom der deutschen Gemeinschaft, indem wir uns in unwandelbarer Treue und Liebe zu unserem Führer Adolf Hitler, Ihnen und damit der Volksgruppenführung zur Verfügung stellen. Heil Hitler!" Es unterzeichnen alle Gründungmitglieder(*) , die auch in dem obigen Zeitungsausschnitt erwähnt werden. (zit. aus, Klaus Popa, Hg., Akten um die deutsche Volksgruppe in Rumänien. 1937-1945. Eine Auswahl, Peter Lang Verlag, Frankfurt a. Main, 2005, S. 324-325)
(*) In einzelnen Pressebeiträgen, die in den Publikationen der Landsmannschaft erschienen sind und in denen einzelne Namen der Gründungsmitgliedern des Instituts erwähnt werden, fehlen jegliche Hinweise auf deren Mitwirkung in der evident antisemitischen Organisation, die der evangelischen Kirche und deren damaligen Bischof Wilhelm Staedel (1890-1971) nahestand. In einem 2011 veröffentlichten tabellarischen Beitrag mit Hinweisen auf Gedenktage, die an mehrere siebenbürgisch-sächsische Persönlichkeiten erinneren sollten, wurde auch Walther Scheiner erwähnt. Hier im Wortlaut der Hinweis auf den 25. Todestag Scheiners: „25. von Walther Scheiner, Lehrer, Pfarrer, Historiker, Sprachwissenschaftler, Volksliedforscher, 20. Dezember 1986 in Gundelsheim am Neckar“. (Vgl. „Wichtige Gedenktage 2011“, in: SbZ, Folge 2 vom 31. Januar 2011, S. 5.)
Bereits in einem von Ernst Schneider verfassten Nekrolog, betitelt: „Dr. Walther Scheiner“ wurde die politische Vergangenheit des antisemitischen Pfarrers total ausgeblendet, seine Nachriegsbiografie verbogen und lakonisch als eine Art Verfolgungsgeschichte nachgezeichnet: „Vorübergehende Anstellungen im Pfarrdienst in Marktscheiken 1944-1945, als Französischlehrer in Heltau 1946-1948, als Angestellter bei der Staatsfarm in Heltau von 1948-1955 überbrückten die Wirren der Nachkriegszeit. 1955 dann die Berufung in die Pfarrei von Haschagen.
Zusammen mit seiner Frau war er darauf bedacht, Sorge zu tragen für die Hilfesuchenden und Bedrängten, für die am Rande angesiedelten und vergessenen Menschen.“ (Vgl. Ernst Schneider, „Dr. Walther Scheiner“, in: SbZ, Folge 1 vom 15. Januar 1987, S. 8.)
Auch für Hans Lienert, ein weiteres Mitglied des nationalsozialistischen Hermannstädter „Instituts zur Erforschung des jüdischen Einflusse auf das deutsche kirchliche Leben“ finden Nachkriegsverfasser von Würdigungen bestimmter, politisch kompromittierter Persönlichkeiten nur lobende Worte. Mit keinem Sterbenswörtchen wird an dessen Engagement für den Nationalsozialismus erinnert. In einer von Carl Gorvin verfassten, eindimensionalen Würdigung wird Lienert als produktiver Autor von Werken dargestellt, die „bis heute ein Spiegel unserer völkischen Gemeinschaft, unseres Lebens und unserer Art geblieben“ sind. Die Verwendung des belasteten Begriffes „völkisch“, entlehnt aus dem Spracharsenal dessen, was Victor Klemperer „Lingua Tertii Imperii“ nannte, ist mehr als ein einfaches Indiz für die weltanschauliche Haltung des Verfassers dieser Eloge auf Hans Lienert aus dem Jahr 1985. (Vgl. Carl Gorvin, „Hans Lienert (1885-1954)“, in: SbZ, Folge 18 vom 15. November 1985, S. 5.) Diese Haltung bestätigt, einen Zustand, den Adorno bereits 1959 folgendermaßen beschrieben hatte: „Ich betrachte das Nachleben des Nationalsozialismus in der Demokratie als potentiell bedrohlicher denn das Nachleben faschistischer Tendenzen gegen die Demokratie.“ (Vgl., Theodor W. Adorno, „Was bedeutet: Aufarbeitung der Vergangenheit“, in: Gesammelte Schriften 10.2. Kulturkritik und Gesellschaft II: Eingriffe. Stichworte. Anhang von Theodor W. Adorno, Suhrkamp, Frankfurt/Main 1977, S. 555-572.)
Cf. Despre încercările de „deziudaizare” a creștinismului cu 80 de ani în urmă, RFE, 8.5. 2019
[1941/1942: Antisemitismus und Nazipropaganda im Banat / Antisemitism și propagandă nazistă în Banat]
| An den Rand geschrieben. Juden, 'ran an den Schnee!, in: SodT, 21. Januar 1941, S. 4; "Soldatengruß an Temeschburg", in: SodT, 4. Februar 1942, S. 6 |
[29 aprilie 1943. Walter Schlandt, şeful Asociaţiei muzicale din cadrul Grupului Etnic German din România, „Jidovimea şi aroganţa acesteia în muzică”]
"Die zersetzenden Einflüsse, die aber von diesen Kräften ausgingen, sind auch bis zum heutigen Tag noch nicht unschädlich gemacht worden und erfordern unsere ganze Abwehr. (...) Die Entartungserscheinungen, die uns auf dem Gebiet der bildenden Kunst mit Negerfratzen anblicken und in der Musik die reinen Klänge einer edelnden Kunst in Geräuschmusik verwandelt haben, sind nicht nur als Auswüchse zu betrachten, sondern geben die Grundhaltung an, die wir der Kunst gegenüber eingenommen haben." - Walter Schlandt
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| Walter Schlandt, Geschäftsführer der Musikkammer, "Das Judentum und seine Ueberheblichkeit in der Musik", in: SodT, 70. (25.) Jg., 29. April 1943, S. 5 |
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[1940. Ungarischer Irredentismus und nationalistische Propaganda]
[1940. Iredentism şi naţionalism maghiar]















Dr. Andreas Fall, Ungarns Recht auf Siebenbürgen,
Veröffentlichungen des Instituts für Minderheitenrecht
an der kgl. ungarischen Péter-Pázmány-Universität
unter Leitung von Prof. Dr. Béla Kénze, Reihe 1, Zahl 2, Budapest 1940.
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[1941. In seiner rassistischen Schrift, „Ihr wahres Gesicht. Ein rot-weiß-grüner Kulturfilm aus Madjarien”, in der Viktor Orendi-Hommenau (*) anführt, „die Ofenpester Herrschaften demaskieren” zu wollen, schlägt er radikale völkische Töne an, lobt Adolf Hitler als den „Befreier Europas und der europäischen Gesittung überhaupt”, erklärt, weshalb die Ungarn keine Arier sind (wie Deutsche oder Rumänen, die „alle miteinander zur großen heiligen Volksgemeinschaft der Arier gehören”) und kein „Kulturvolk” sein können, weil in ihren Adern „mongolisches Blut” fließt (S. 27-28). Auszüge] [1941. În scrierea sa rasistă „Ihr wahres Gesicht. Ein rot-weiß-grüner Kulturfilm aus Madjarien” / Chipul lor adevărat. Un film roşu-alb-verde din Maghiaria, Viktor Orendi-Hommenau (*) încearcă să demonstreze neapartenenţa maghiarilor la „rasa superioară ariană” - pentru că în venele lor curge „sînge mongol”, îl laudă pe Adolf Hitler ca „eliberatorul Europei” şi susţine că maghiarii nu reprezintă un „popor cultural” ca şi germanii şi românii care aparţin „comunităţii sfinte a arienilor”. Fragmente]
(*) Viktor Orendi-Hommenau (1870-1954), ab 1909 Herausgeber der Banater Zeitschrift Von der Heide, in der auch Franz Xaver Kappus (1883-1966) mit einigen Beiträgen vertreten war. / Editorul unei reviste bănăţene, în care a publicat şi Franz Xaver Kappus.
Rumänien warf Ungarn „völkischen Imperialismus” vor, praktizierte jedoch nach 1918 eine ähnliche völkische Politik wie das Nachbarland
„Imperialism rasist”
[1941. Contrapropagandă antimaghiară română]
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| G. I. Brătianu, Die geschichtliche Mission Ungarns (Misiunea istorică a Ungariei), Die Dacia-Bücher – Kleine Schriften, Bukarest 1941. |









![Dr. Hans Wolf: „Judenfrage in unserem Siedlungsraum schon vor Jahrhunderten. Zersetzung des deutschen Bürgertums - Trotz aller Beschränkungen drang das Judentum immer weiter vor - Sonderrechtliche Regelungen im Jahre 1776“ [Dachzeile „Zur Geschichte der Juden im Banat“], in: Banater Deutsche Zeitung, 22. Jg., Nr. 267, 24. November 1940, S. 8-9.](https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEiD2Lh22-beWUSaGM9EZ3n6a2UzneAGAcBuwcLdQrJWJMfmfxORLMq5qduhUySqNbtXVRuBLazXCC_WWciQkq6iuZuWxOKs8fPMYp43bNCVgz9EF4_hzwwegJYuhf2V5XIDizurMV5WkmCL/s640/Wolf+Judenfrage+1%252C+BDZ%252C+24-11-40%252C+S+8-9.jpg)















![Neues Verhältnis zwischen Kirche und Volk. Gründung des Instituts zur Erforschung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben [in Hermannstadt /Sibiu], in: Südostdeutsche Tageszeitung, 69.(24.) Jg., 17. März 1942, S. 3 (Ausgabe Banat)](https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEjUj_ABJ9RqxVvzPcFD58UnAyJwvPsyshr-RNEOXusH7FxTJCbVcdSBmnkQlgfSWoebd1CJI3om2lqlJaP2ap0u8zHIVSeZh02b8XlseNFSTQPPnTX3_Lzj1yi7awWXKzVE1DysNHAh0adP/s640/J%25C3%25BCdischer+Einfluss+Kirche+SodT+17-3-42%252C+S+3.jpg)









































