Donnerstag, Januar 01, 2026

News 2026

11.10. 2026


„Wir werden wie im Märchen sterben“

Streiflichter zur Temeswarer Literaturszene: die „Aktionsgruppe Banat“ (1972-1975) und der „Adam Müller-Guttenbrunn“-Literaturkreis in der Zeitspanne 1977-1984

Von Johann Lippet

Es war einmal. So beginnen bekanntlich Märchen. Es begab sich. Auch dieser Eingangsatz, gehobene Ausdrucksweise, ist bei Märchen üblich. Märchen gehen in der Regel gut aus, das Gute siegt über das Böse. Oder anders ausgedrückt: Das Gute obsiegt.

Wovon ich erzählen will, ging nicht gut aus. Damit man mir aber nicht unterstellt, ich würde Märchen erzählen, möchte ich Ihnen eine Geschichte erzählen. Es ist die Geschichte von Jugendlichen, die sich Anfang der Siebzigerjahre des 20. Jahrhunderts in Rumänien anschickten Schriftsteller zu werden. Unter welchen sozial-politischen Umständen dies geschah, dürfte bekannt sein, und welche Rolle die „Neue Banater Zeitung“ (NBZ) und die „Neue Literatur“ (NL) dabei spielten, ist dokumentiert[1].

Eine Vielzahl von Magister- und Doktorarbeiten sind nach 1989 zum Thema rumäniendeutsche Literatur mit Schwerpunkt Banater Autoren erschienen. Wir wollen den abgesteckten Zeitraum (1972-1984) nicht unter literaturkritischen und literaturtheoretischen Aspekten beschreiben, sondern Geschichten erzählen, die einen Eindruck von der Lebendigkeit der Temeswarer deutschen Literaturszene vermitteln sollen und von den Gefahren, denen die darin Agierenden ausgesetzt waren.

Erzählen heißt, in die Vergangenheit zurückgehen unter Mithilfe einer Wortkrücke: damals. Und wer damals sagt, ist gedanklich schon in der Vergangenheit angekommen, an einem Zeitpunkt, der für ihn relevant werden sollte.

Es war 1966. Mit meinem Jahrgang, 1951, und dem Schuljahr 1966/67 wurde die deutsche Abteilung des Lyzeums in der Kleinstadt Großsanktnikolaus gegründet und Klassenzug um Klassenzug ausgebaut. Der Zufall wollte es, dass hier ein paar Schüler mit Interesse an Literatur aufeinander trafen. Und für diese Jugendlichen war ihre Deutschlehrerin Dorothea Götz ein Segen, weil die sie für Literatur begeistern konnte, sie in ihren ersten literarischen Versuchen bestärkte, die in der hektographierten Schülerzeitschrift des Lyzeums „Căutări“ (Wegsuche) erschienen.

Auf das Konto unserer Deutschlehrerin gehen auch Theateraufführungen: „Die Räuber“ von Friedrich Schiller in einer gekürzten Fassung, „Der zerbrochene Krug“ von Heinrich Kleist in einer für Laienspieler eingerichteten Fassung, die Dramatisierung der Novelle von Gottfried Keller „Kleider machen Leute“. Mit diesen Aufführungen gastierten wir in den Banater Dörfern, woher der Großteil der Schüler kam, aus meiner Klasse stammten von den ursprünglich 32 Schülern bloß vier aus Großsanktnikolaus. Diese Theateraufführungen, bei denen ich mitmachte, und der Ausflug, den wir vom Erlös mit einem Reisebus durch Siebenbürgen und bis zu den Klöstern in der Moldau unternahmen, waren für mich bleibende Erlebnisse.

Diese Abschweifung musste sein, weil sie einfach dazugehört, und sie verdeutlicht, was außerhalb eines Schulalltags, mit dem Schüler in der Erinnerung meistens Unangenehmes verbinden, noch so geschah, waren Lehrer da, die ihre Schüler für etwas begeistern konnten. Apropos Begeisterung: Aus meiner Klasse sollten fünf Absolventen Germanistik studieren.

In dieser Schule trafen sich: Werner Kremm, Jahrgang 1951 aus Großsanktnikolaus, Johann Lippet, Jahrgang 1951 aus Wiseschdia, William Totok, Jahrgang 1951 aus Komlosch, Richard Wagner, Jahrgang 1952 aus Perjamosch und Anton Sterbling, Jahrgang 1953 aus Großsanktnikolaus. Was sie verband, war ihr Interesse an Literatur, das über den Schulalltag hinausreichte. Durch dieses Interesse entstanden, wie das nun mal so ist, freundschaftliche Beziehungen: man tauschte Bücher aus, zu denen man irgendwie gekommen war und die es im Buchhandel nicht gab, diskutierte darüber, besuchte sich in den Sommerferien, die bekanntlich drei Monate dauerten, oder schrieb sich Briefe, denen man erste eigene literarische Versuche beilegte.

Und mit Einrichtung von Schüler-Sonderseiten und -beilagen für die deutschsprachigen Lyzeen des Banats in der NBZ erreichten ab 1969 neben Berichten, Stellungnahmen zu einem Thema, Diskussionsbeiträgen auch literarische Gehversuche die Öffentlichkeit. So meldeten sich auch zu Wort: Rolf Bossert, Jahrgang 1952 aus Reschitza, Ernest Wichner, Jahrgang 1952 aus Guttenbrunn, Gerhard Ortinau, Jahrgang 1953 aus Sackelhausen, die beiden waren Schüler des „Lenau“-Lyzeums in Temeswar, und Albert Bohn, Jahrgang 1955 aus Neu-Arad.

Diese Jugendlichen werden als literarische Solidargemeinschaft unter dem Namen „Aktionsgruppe Banat“ im rumäniendeutschen Literaturbetrieb für Furore sorgen, ihre Texte werden bei den konservativen, sich der literarischen Tradition verpflichtet fühlenden älteren Schriftstellern auf Ablehnung stoßen, die Leser unter ihren Landsleuten werden sich vor den Kopf gestoßen fühlen, und sie werden ins Visier des Geheimdienstes Securitate geraten. Dies einmal schon vorweg und eine Präzisierung: die Securitate überwachte im Besonderen alles, was man gemeinhin als kulturelle Einrichtungen bezeichnet, Universität, Schulen, Verlage, Theater, Zeitungen, Literaturkreise, die der mitwohnenden Nationalitäten, wie das offiziell hieß, im Speziellen.

Außer Anton Sterbling[2] werden die oben Genannten alle Germanistik studieren, Rolf Bossert jedoch nicht in Temeswar, sondern in Bukarest, und er wird sich deshalb scherzhaft als „korrespondierendes Mitglied“ bezeichnen. In alphabetischer Reihenfolge, ein demokratisches Prinzip, werden Mitglieder der Gruppe bei Auftritten lesen, und es wird gängig werden, sie in dieser Reihenfolge zu nennen: Albert Bohn, Rolf Bossert, Werner Kremm, Johann Lippet, Gerhard Ortinau, Anton Sterbling, William Totok, Richard Wagner[3], Ernest Wichner.

Die Flut an literarischen Zeugnissen, vorwiegend an Gedichten, die in den Schülerbeilagen und der Studentenbeilage „Universitas“ erschienen – es entstand der Eindruck, ein Großteil der Lyzeaner und Studenten hätten sich dem Dichten verschrieben –, blieb im kleinen Literaturbetrieb des Landes nicht unbemerkt. Zwischen dem 21. und 28. Oktober 1970 unternahmen Redakteure der NL, Paul Schuster[4], Gerhardt Csejka, Anemone Latzina, Helga Reiter, eine Rundreise durch die deutschsprachigen Lyzeen des Banats. Von Schulleitern nur widerwillig geduldet und zum Entsetzen von anwesenden Lehrkräften, diskutierten die Redakteure mit den Schülern über den Schulalltag, Probleme von Jugendlichen, über Popmusik wurde geredet, moderne Kunst und Literatur, Schüler stellten eigene literarische Versuche vor. Daraufhin erschien die NL 2/1971 als Schüler-Sondernummer. Zu diesem Zeitpunkt studierten Werner Kremm und ich bereits, William Totok, der mit uns das Lyzeum absolviert hatte, sollte sein Studium erst 1973 aufnehmen können[5].

Zwischen 1970 und 1972 veröffentlichten die späteren Mitglieder der „Aktionsgruppe Banat“, die nicht alle in der NBZ debütiert hatten, Albert Bohn in der „Karpaten-Rundschau“, Richard Wagner in „Neuer Weg“, nun zunehmend auch in der NL sowie in der angesehenen dreisprachigen (rumänisch, ungarisch, deutsch) Studentenzeitschrift aus Klausenburg „Echinox“.[6]

1972 war ein ereignisreiches Jahr. Der in Temeswar gegründeten Facla Verlag veröffentlichte die von Eduard Schneider herausgegebene Anthologie junger Lyrik aus dem Banat „Wortmeldungen“, die 22 Autoren umfasst, wobei sich jung im Untertitel nicht unbedingt auf das Alter aller Autoren bezieht, die sind zwischen 1941 und 1955 geboren, der größte Teil jedoch sind Schüler und Studenten oder waren es bis dahin, jedenfalls ist es für alle Autoren die erste Veröffentlichung in Buchform und es ist eines der ersten Bücher in deutscher Sprache des Verlags. Von den Mitgliedern der späteren „Aktionsgruppe“ sind Rolf Bossert und Werner Kremm in „Wortmeldungen“ nicht vertreten, von den Autoren, die in der rumäniendeutschen Literatur noch eine Rolle spielen sollten, Herta Müller.

Am 2.04.1972 veröffentlichte die „Universitas“-Beilage der NBZ ein vom Kulturredakteur Eduard Schneider moderiertes Rundtischgespräch „Am Anfang war das Gespräch“ (Erstmalige Diskussion junger Autoren/Standpunkte und Standorte). Der redaktionellen Fassung ist eine Einleitung von Richard Wagner vorangestellt, von späteren Mitgliedern der Aktionsgruppe beteiligten sich Werner Kremm, Johann Lippet, Gerhard Ortinau, Anton Sterbling und William Totok an dem Gespräch. Die Überschrift zu dieser Diskussion, „Am Anfang war das Gespräch“, ist nicht unbescheiden, denn die Assoziation liegt auf der Hand: „Am Anfang war das Wort...“ Dieses Gespräch ist sozusagen die Geburtsurkunde der „Aktionsgruppe“, mögen die darin geäußerten politischen und literarisch-ästhetischen Standpunkte im Nachhinein auch vordergründig und verkürzt erscheinen. Zu bedenken wäre auch das Alter der Diskutanten und ihre Unerfahrenheit, ein Gespräch zu einem Thema zu führen. Jedenfalls war die Diskussion für die genannten Autoren eine Einübung für zahllose andere im privaten Umfeld der späteren Jahre, wenn es zu Themen wie Politik und Literatur richtig zur Sache ging.

In der nächsten Ausgabe der „Universitas“, einen Monat darauf, erschienen Stellungnahmen zu dieser Diskussionsrunde, so etwas hatte es in einem deutschen Presseorgan in Rumänien bis dahin nicht gegeben. Unter anderem äußerte sich auch Horst Weber, Redakteur bei „Die Woche“ aus Hermannstadt, sein Beitrag trug die Überschrift „Aktionsgruppe“. Darin heißt es, dass „vielleicht aus dieser Diskussionsgruppe eine Aktionsgruppe junger Schriftsteller“ werden könnte. Diese Bezeichnung machten sich die jungen Autoren zu eigen, fügten die Spezifikation Banat hinzu, so erhielt die Gruppe junger Autoren ihren Namen: „Aktionsgruppe Banat“.

Im Herbst 1972, mit Beginn des Studienjahres 1972/1973, wurde der Literaturkreis „Universitas“ im Rahmen des Studentenkulturhauses, gegründet 1971, mit neuen Vorhaben eröffnet, er stand weiterhin unter der Leitung von Richard Wagner. Und noch im selben Jahr präsentierten sich in der NL 11/1972 Mitglieder des Literaturkreises, die als Schüler debütiert hatten und inzwischen einzeln durch Veröffentlichungen in Erscheinung getreten waren, der literarischen Öffentlichkeit in einer Aufstellung unter der Überschrift: „Übungen für Gleichgültige“. In der von Anton Sterbling verfassten Einleitung an den Leser heißt es unter anderem: „Ihr werdet herausfinden, daß hier vieles nicht steht, was ihr denkt. Ihr werdet unzufrieden sein, daß die Autoren euch viele kritischen Gedanken vorweggenommen haben. Ihr werdet die Texte ablehnen, ihr werdet darüber lächeln, ihr werdet sie loben, ihr werdet nichts darüber sagen können.“

In der NL 7/1973 kam es zu einer zweiten Aufstellung mit der ebenfalls programmatischen Überschrift „Welt ins Haus“ (Neue Texte aus dem Banat), das Signet „Aktionsgruppe Banat“ fiel auch diesmal der Zensur zum Opfer. Mit „Aktionsgruppe Banat – Wir Wegbereiter“ in der NL 4/1974 erschien die umfangreichste Aufstellung, 31 Seiten, und in ihr sind die neun Autoren vertreten, die das Phänomen „Aktionsgruppe Banat“ ausmachten.[7] Eine sich konstituierende Gruppe entwickelt eine Eigendynamik, bei der das Gefühl der Zugehörigkeit sowie die gegenseitige Anerkennung eine zentrale Rolle spielen, wie man aus soziologischen Untersuchungen weiß, die solche Gruppenmodelle beschreiben und zu ergründen versuchen. Von der „Aktionsgruppe“ kann verkürzt behauptet werden: Es gehörte schließlich dazu, wer in den vorwiegend privaten Runden mitdiskutieren, sich durch die Qualität seiner literarischen Texte, die eine engagierte Haltung vertraten, ausweisen konnte und wer bereit war, beim literarischen Husarenritt mitzumachen, der auch mit persönlichen Risiken verbunden war. Seit ihrem Debüt 1969/1970 hatten sich diese Autoren in puncto literarisches Rüstzeug erstaunlich viel angeeignet und sich kein geringeres Ziel gesetzt als die Erneuerung der rumäniendeutschen Literatur, geschult an der Lyrik von Brecht, der Wiener Gruppe, an moderner Lyrik und Prosa überhaupt. Sie verstanden sich als Avantgarde, als solche war der Bruch mit der einheimischen literarischen Tradition Programm, und es gab für sie keine Tabuthemen, als Zweifler war ihre Haltung der Vergangenheit und der gelebten Tradition der Elterngeneration, der Realität gegenüber, in der sie aufwuchsen, eine kritische.

Die Hinterfragung von Geschichte, der rumäniendeutschen im Besonderen, dazu gehörte auch die Problematik der Auswanderung nach Deutschland, die Hinterfragung des gelebten Alltags mit seinen politischen, sozialen, kulturellen Implikationen, die Hinterfragung der eigenen schriftstellerischen Arbeit, wird in späteren Einzelveröffentlichungen dieser Autoren an Gewicht gewinnen, diese Thematik beschäftigt sie aber bereits in diesen Textaufstellungen.

Der Aufstellung „Aktionsgruppe Banat – Wir Wegbereiter“, sie ist die eigentliche und repräsentative der Gruppe, ist ein Text der Wiener Gruppe, Konrad Bayer, Gerhard Rühm, Oswald Wiener, mit dem Titel „wir wegbereiter“ vorangestellt. In seinem Begleitessay meint der Redakteur und Literaturkritiker Gerhardt Csejka, der sich gemeinsam mit der Redakteurin und Lyrikerin Anemone Latzina (1942-1993) für das Erscheinen der drei Aufstellungen stark gemacht hatte: „Daß Nüchternheit und Phantasie einander nicht ausschließen, erweist sich an den Texten der Aktionsgruppe nicht zum erstenmal, aber es ist gut, daß auch sie es beweisen. Ebenso wie es längst ein Gemeinplatz ist, daß ästhetische Information nicht allein, ja nicht einmal am besten durch das syntaktisch konventionell organisierte Zeichensystem der Sprache vermittelt wird und daß demzufolge auch die ,Texte‘, denen mit herkömmlichen Begriffen der Literaturwissenschaft wie Lyrik, Prosa, Parabel, Beschreibung, Schilderung, Vergleich, Metapher usw. nicht beizukommen ist, durchaus Literatur sein können – Bedingung nach wie vor, hier wie dort: ästhetische Qualität.“ Und in Voraussicht auf den Skandal, den diese Aufstellung auslösen wird und Bezug nehmend auf den Text der Wiener Gruppe heißt es abschließend: „Und wenn die Aktionsgruppen-Autoren sich halb im Ernst, halb im Spaß ,wire (nicht wir und nicht wirre, oder sowohl als auch) Wegbereiter‘ nennen, schreitend ,zu den Gipfeln die wir noch nicht sehen‘, doch der Vernunft vertrauend, dann sollten wir ihnen wohl Kredit einräumen, aber auch dadurch zur Seite stehen, daß wir mit unserer aufrichtigen Meinung nicht hinterm Berg halten und die Feder oder das Wort ergreifen, wenn sie es von uns erwarten.“

Die Nummer der Zeitschrift eröffnet, das war schon aberwitzig, mit einem von der Redaktion verfassten Text, eine Seite, zur Wahl von Nicolae Ceauşescu in das Amt des Präsidenten der Sozialistischen Republik Rumänien, darauf folgt die Aufstellung „Aktionsgruppe Banat - Wire Wegbereiter“. Und zur Ahnung von Gerhardt Csejka sei bemerkt: Informanten werden im Auftrag der Securitate zur Feder greifen, für die allein schon die Konstituierung einer Gruppe eine Ungeheuerlichkeit war, und es wird zur ersten groß angelegten Überprüfung der Autoren kommen, ein umfangreiches Sündenregister der potentiellen Staatsfeinde wird angelegt werden, im Herbst 1975, nach zusätzlicher Bespitzelung und Überwachung, wird die Securitate zuschlagen. Davon wird noch zu erzählen sein.

In den Literaturzirkeln der deutschsprachigen Lyzeen des Banats kam es nach Erscheinen des Rundtischgesprächs „Am Anfang war das Gespräch“ und den Aufstellungen in der NL zu Lesungen mit den jungen Autoren, Lesungen fanden bis 1975 auch in Bukarest und in Klausenburg statt. Als modern und engagiert zugleich verstanden sich diese Autoren, engagiert im Sinne von Sicheinmischen. Mit dem offiziell propagierten Begriff von Engagement, Lob der Partei und der sozialistischen Errungenschaften, wollten sie sich nicht gemein machen lassen. Um das klarzustellen, wurde in der Gruppe ein Text verfasst, der bei gemeinsamen Lesungen, auf Rollen aufgeteilt, vorgetragen wurde. Dieser kollektive Text sollte als Motto der Aufstellung in der NL 4/1974 stehen, wurde aber von der Zensur gestrichen. Auch weil es der einzige kollektive Text ist, sei er an dieser Stelle zitiert.



Engagement



bist engagiert

ja

bin engagiert

ja ja

sehr engagiert



bist auch engagiert

ja

bin auch engagiert

sehr engagiert

ja ja



will aber nicht mehr engagiert sein

bin schon zu lange engagiert gewesen



will auch nicht mehr engagiert sein

bin auch schon zu lange engagiert gewesen



ja

mit dir da

mit dir auch

bin nicht mehr engagiert ja

bin nicht mehr engagiert auch

ja ja

ja ja auch



doch wer einmal engagiert war

der wird engagiert bleiben immer

ja



ja ja



Im Sommer 1974 lud Richard Wagner die „Aktionsgruppe“ an die Marosch nach Perjamosch ein, wer dazugehörte, stand mit Erscheinen der NL 4/1974 fest. In bescheiden eingerichteten Wochenendhäuschen wurde Quartier bezogen, man las einander vor, diskutierte darüber, nahm nach hitzigen Diskussionen ein Bad im Fluss, es wurden Zukunftspläne geschmiedet und Musik gehört, natürlich Rockmusik. Rockmusik spielte schon während der Zeit im Lyzeum für einige von uns eine wichtige Rolle, vermittelte sie uns doch ein Gefühl von Rebellion und Freiheit. Ich erinnere mich, daß Kollegen aus meiner Klasse und ich diese Art von Musik unserer Klassenlehrerin Dorothea Götz schmackhaft machen wollten, ohne Erfolg.

Die Generation unserer Eltern stand auf Blechmusik, hörte Schlager, mit Vorliebe, bis der Empfang nicht mehr möglich war, „Autofahrer unterwegs“ von Radio Wien, die Schlagerhitparade von Europawelle Saar, moderiert von Dieter Thomas Heck, wir dagegen hörten die Musiksendungen „Metronom“ von Radio „Europa Liberă“ und „Minimax“ von Radio Belgrad, welche die Charts der Pop- und Rockmusik aus aller Welt spielten. Und natürlich die politischen Sendungen von Radio „Europa liberă“, die für viele Bürger Rumäniens zum Tagesprogramm wurden.

Die Zusammenkunft in Perjamosch, die einzige dieser Art, ist durch Fotos dokumentiert.[8] Eines der Fotos zeigt die Köpfe von sechs Mitgliedern der „Aktionsgruppe“ (Bossert, Kremm, Lippet, Sterbling, Totok, Wagner), die aus dem Wasser der Marosch ragen. Diesem einzigen Foto zur „Aktionsgruppe“ gaben wir nach den Ereignissen von 1975 den Titel „Die Aktionsgruppe hält sich über Wasser“, es hat inzwischen Karriere gemacht.

1974 gab es im Rahmen der Temeswarer Schriftstellervereinigung den „Adam Müller-Guttenbrunn“-Literaturkreis, dessen Vorsitzender Nikolaus Berwanger (1935-1989) war, Chefredakteur der NBZ, und es gab den „Universitas“-Literaturkreis im Rahmen des Studentenkulturhauses, von Richard Wagner geleitet, es war sozusagen der hauseigene Kreis der „Aktionsgruppe“, den überwiegend Studenten der Germanistik besuchten. Bis dahin war es zu Lesungen einzelner Mitglieder der „Aktionsgruppe“ im „Adam Müller-Guttenbrunnd“-Literaturkreis gekommen. Bei diesen Gelegenheiten offenbarten sich die unterschiedlichen Vorstellungen von Literatur, aber trotz der zwiespältigen Haltung Berwangers den jungen Autoren gegenüber veröffentlichte die NBZ Aufstellungen mit Texten dieser Autoren.

Die NBZ bot auch dem „Arbeitskreis 74“ ein Forum. Dieser kurzlebige Kreis an der Universität war als Gegenentwurf zum „Universitas“-Literaturkreis der „Aktionsgruppe“ ins Leben gerufen worden, dazu bekannte er sich ausdrücklich, denn sein Programm sei es, keines zu haben, ließ der Kreis in der NBZ vom 20.01.1974 verlauten.[9]

Ein kleiner Literaturbetrieb neigt auch zu Exzessen. Unter diesem Aspekt ist wohl das Vorhaben der Gründung eines Autorenkreises für Dramatik am Deutschen Staatstheater Temeswar und für Hörspielautoren bei Radio Temeswar einzuordnen, zu Lesungen in diesen beiden Genres kam es im „Adam Müller-Guttenbrunn“-Literaturkreis.

An dieser Stelle sollte die Theatergruppe des Studentenkulturhauses nicht unerwähnt bleiben, da sie sich durch die Auswahl der Stücke und durch die Inszenierungen, welche die Möglichkeiten von Laienschauspielern voll ausschöpften, als Gegenentwurf zu den Inszenierungen des Deutschen Staatstheaters verstand. Ich spielte in Brechts „Der kaukasische Kreidekreis“ mit, in „Romulus der Große“ und „Der Meteor“ von Dürrenmatt, als Werner Kremm die Leitung der Theatergruppe übernahm in „Der König und die Tänzerin“, die Bearbeitung eines altindischen Schauspiels nach Kalidasa, von Lion Feuchtwanger. Kremm erstellte 1974 auch eine Montage aus Texten von Autoren der „Aktionsgruppe“ (Lippet, Ortinau, Totok, Wagner, Wichner), die mit Studenten der Germanistik inszeniert, auf dem Festival für Studententheater zur Aufführung kam, dann auch im Foyer des Theaters. Die Montage trug den Titel: Wir (wir freuen uns sie in unserer mitte begrüßen zu können.)

Einen Text, in der Montage aufgeteilt, will ich zitieren. Er stammt aus dem Band „Klartext“ (Ein Gedichtbuch) von Richard Wagner, 1973 im Albatros Verlag Bukarest erschienen, zu einem Zeitpunkt, als es für andere 21jährige zu einem Band noch nicht gereicht hätte.



Orakel

meinen kollegen den dichtern



wir werden wie im märchen sterben

unsere särge werden mit den gedichten

geschmückt sein die wir dem

vaterland gewidmet haben

dahinter wird die trauernde schar

der leser gehen



während des leichenschmauses werden sie

über die gedichte diskutieren

die wir unseren freundinnen gewidmet haben

und kurz vor mitternacht

beim nachhausegehen

werden sie uns vermissen



dann werden wir noch einmal

aus den gräbern steigen

und zur allgemeinen freude

eine hymne an die nacht dichten



Weder Richard Wagner noch seine Freunde aus der „Aktionsgruppe“ haben jemals dem Vaterland ein Gedicht gewidmet, der Text thematisiert die Grenzen, mit der sich Dichtung abfinden muss, ist aber gleichzeitig ein Credo in die Macht der Poesie, der Text bekennt sich zum Dichter als Außenseiter, als Romantiker, verdeutlicht durch die Anspielung auf Novalis. Als Zeichen ihrer Verbundenheit werden sich in späteren Veröffentlichungen die Mitglieder der Gruppe gegenseitig Gedichte widmen.

Am 17. Mai 1975 fand im Studentenkulturhaus Temeswar die Jubiläumsfeier der „Aktionsgruppe Banat“ statt, drei Jahre seit ihrer Grundsteinlegung wurden gefeiert, eine ungewöhnliche Zahl für ein Jubiläum. In einem Land, in dem die Partei- und Staatsführung jeden sich bietenden Anlaß nutzte, um sich in runden Jubiläen selbst zu feiern, hatte diese Feier einen persiflierenden Zug. Aus Passagen bis dahin erschienener Texte, aus Stichwörtern und Titeln erstellten die Mitglieder der Gruppe eine Montage. Sie wurde, mit Musik untermalt, auf Tonband aufgezeichnet, Sprecher waren Mitglieder der Gruppe sowie Kommilitonen, und trug den Titel „von allen seiten stürmisch begrüßt“.

Zu der von der Presse angekündigten Feier waren unsere „Sympathisanten“, Studenten und Schüler erschienen, von der NBZ[10] Eduard Schneider, von Radio Temeswar Franz Binder, von der NL aus Bukarest war Gerhardt Csejka angereist, von der „Karpaten-Rundschau“ aus Kronstadt Bernd Kolf. Die Montage wurde abgespielt, Mitglieder der „Aktionsgruppe“ (Bossert, Ortinau, Totok, Wagner) lasen neue Texte, Sterbling den Essay „aktionsgruppe – oder ähnlich so“, Eugen Elui trug Folksongs vor, Gerhardt Csejka verlas eine Grußbotschaft von Annemone Latzina, die 1971 den Gedichtband „Was man heute noch dichten kann“ veröffentlicht hatte und die von der „Aktionsgruppe“ zu ihrer „Muse“ erklärt worden war.

Auch über diese öffentliche Feier und die anschließende private in Gerhard Ortinaus Wohnung waren die Genossen vom Dienst bestens informiert, wie sich herausstellen sollte, als ab 2007 die Mitglieder der „Aktionsgruppe“ ihre Securitate-Akten einsehen konnten. Die Beschattung und Bespitzelung im Laufe der Jahre war uns nicht verborgen geblieben, nur das Ausmaß und die Perfidie, mit der eine Vielzahl von Informanten in vorauseilendem Gehorsam berichteten, ist erschreckend. Die Bespitzelung wird sich im Laufe der nächsten Jahre fortsetzen und intensivieren, auch im Rahmen des „AMG“-Literaturkreises. Davon wird noch die Rede sein.

Die Securitate aus Temeswar, die sich nach Erscheinen der Aufstellung „Aktionsgruppe Banat – Wire Wegbereiter“ in NL 4/1974 von ihren Vorgesetzten aus Bukarest den Vorwurf hatte gefallen lassen müssen, die Akten belegen es, die jungen Autoren nicht wachsam genug im Auge behalten zu haben, legte sich nun richtig ins Zeug. Informanten aus Temeswar wurden gezielt angesetzt, lieferten Berichte, verfassten Analysen, Hochschullehrer Expertisen, Berichte und Einschätzungen von Bukarester Informanten ließ man sich zuschicken, um die in den Augen der Securitate subversive Tätigkeit der Gruppe zu dokumentieren, deren Mitglieder auch weiterhin in Zeitungen und der NL veröffentlichten. Mit der provokanten Jubiläumsfeier war für die Securitate aus Bukarest und Temeswar das Fass übergelaufen, und man wartete nur noch auf eine Gelegenheit, um zuzuschlagen.

Am 11.10.1975 wurden Ortinau, Totok, Wagner und der Redakteur der NL Gerhardt Csejka, der in Temeswar zu Besuch war, auf der Fahrt in einem PKW nach Komlosch, dem Geburtsort von Totok und an der jugoslawischen Grenze gelegen, unter dem Vorwand der Republikflucht von Grenzern verhaftet und nach Temeswar ins Gefängnis gebracht, wo sie von Securitate Offizieren verhört wurden, denn es ging ja nicht um die ihnen unterstellte Straftat, sondern um Literatur. Während ihrer einwöchigen Haftzeit wurden die Autoren mit ihren Texten, die ins Rumänische übersetzt vorlagen, konfrontiert und ihnen wurde klar, dass sich die Securitate in den Verhören auf Aussagen aus Berichten von Informanten und auf sogenannte literarische Expertisen, die sie in Auftrag gegeben hatte, stützte. Und während der Haftzeit wurden bei Totok und Ortinau Hausdurchsuchungen gemacht, Bücher, Manuskripte und Briefe beschlagnahmt. Bei Totok hatte man bereits im Juni und Juli im Zusammenhang mit einem fragwürdigen Strafverfahren gegen dessen Bruder Hausdurchsuchungen gemacht und Sachen des Autors mitgehen lassen.

Die unter Zugzwang stehende Securitate hatte mit der Verhaftung von gleich drei Autoren voreilig gehandelt, und es war zu befürchten, dass der Fall im Ausland Wellen schlagen könnte, hatte doch auch Rumänien gut zwei Monate davor, die Schlussakte der KSZE von Helsinki unterzeichnet. Auf Veranlassung hoher Parteifunktionäre, u.a. kam Bert Miliz, als Sekretär im ZK der RKP zuständig für die deutsche Minderheit, nach Temeswar, wurden die vier Inhaftierten auf freien Fuß gesetzt. In den darauf folgenden Wochen wurden Ortinau und Totok dennoch wiederholt beim Sitz der Temeswarer Securitate verhört und mit der Anschuldigung, antisozialistische Propaganda betrieben zu haben, konfrontiert. Am 18.11.1975 wurde Totok erneut verhaftet und während seiner acht Monate dauernden Untersuchungshaft wurde eben an diesem Vorwurf gestrickt. Da der Fall das Interesse der internationalen Medien geweckt hatte und zu eskalieren drohte, wurde Totok schließlich aus der Untersuchungshaft entlassen.

Das alles musste, wenn auch in großen Zügen, erwähnt werden, soll ein Bild von der deutschen literarischen Szene aus dem Temeswar jener Jahre vermittelt werden. Die Securitate hatte ihr Ziel erreicht, die „Aktionsgruppe Banat“[11] zerschlagen, darüber hinaus hatte sie Misstrauen und Angst gesät, und das war weitaus bedrückender.

Und nun zum weiteren Lebensverlauf von deren Mitgliedern, denn auch das gehört zu unserer Geschichte. 1974 hatten Kremm und ich das Studium der Germanistik absolviert und waren Deutschlehrer geworden, ich in Temeswar, Kremm[12] in Bokscha, Sterbling und Wichner waren 1975 in die Bundesrepublik übersiedelt, Albert Bohn wurde 1975 Student der Germanistik, zog sich aus dem literarischen Leben weitgehend zurück, übersiedelte Jahre später ebenfalls in die Bundesrepublik, Totok konnte nach seiner Haftentlassung unter großen Schwierigkeiten 1977 sein Studium wieder aufnehmen, Wagner absolvierte 1975 und wurde Deutschlehrer in Hunedoara, Bossert, unser „korrespondierendes“ Mitglied, absolvierte ebenfalls 1975 und wurde Deutschlehrer in Buşteni, Ortinau, dessen Prosaband „die verteidigung des kugelblitzes“ infolge der Ereignisse erst 1976 in einer von der Zensur wesentlich gekürzten Fassung[13] erscheinen konnte, wurde 1977 von der Hochschule relegiert und wanderte 1980 in die Bundesrepublik aus. Und hier hatten 1976 Mitglieder der „Aktionsgruppe Banat“ ihren ersten Auftritt. Die renommierte Literaturzeitschrift „Akzente“, Heft 6/1976, veröffentlichte durch Vermittlung von Anton Sterbling und Ernest Wichner, den ehemaligen Mitgliedern der Gruppe, eine Aufstellung, in der Bohn, Lippet, Ortinau, Totok, Wichner und Wagner vertreten waren.

Trotz der Ereignisse von 1975 konnten und wollten es einige von uns nicht lassen. Und als Nikolaus Berwanger ehemaligen Mitgliedern der „Aktionsgruppe“ den Vorschlag machte, im „Adam Müller-Guttenbrunn“-Literaturkreis wieder zu lesen, war das die Chance, erneut an die Öffentlichkeit treten zu können.[14] Das Verhältnis Berwangers zur „Aktionsgruppe“ war nicht immer das beste. Der Hauptdissens ist auf die Vorstellung von Literatur zurückzuführen. Berwanger, der bis dahin vorwiegend Mundartgedichte veröffentlicht hatte, war ein Verfechter und Förderer dieser Art von Lyrik, für die „Aktionsgruppe“ war die Thematik vieler dieser Gedichte ein Rückfall in Provinzialismus und Beliebigkeit, in Bezug auf die sich zeitgenössisch gerierenden fiel das Urteil noch viel härter aus: schlechte Gedichte in Mundart verpackt. Es war nicht so, das die „Aktionsgruppe“ Dialektlyrik generell ablehnte, Vertreter der literarischen Moderne hatten unter Beweis gestellt, welche thematische und gestalterische Möglichkeiten der Dialekt bot. Was ich damit meine, sei an einem der wenigen Dialektgedichte von Rolf Bossert veranschaulicht, in dem Sprachwitz, Ironie und kritische Haltung Hand in Hand gehen.



reschitza. ein dialektgedicht



mir eß ma

gemihs aus nei-arad

krumpirn vun die pema

kukuruz vun di oltenija



mit mach me

lokomotiven fir die arader waggena

furnikulars firn semenik

turbinan firs aisani tur



pai uns fließt

raki vun ibarall

stahl fir alli

und ti bersawa noch imma ten peag nunda

Doch kehren wir zur neu entstandenen Lage zurück, zum „Adam Müller-Guttenbrunn“-Literaturkreis und damit implizit zur NBZ. Die war Februar 1968 aus „Die Wahrheit“ hervorgegangen und Nikolaus Berwanger ihr Chefredakteur geworden. Und aus dem „Nikolaus Lenau“-Literaturkreis war der „Adam Müller Guttenbrunn“-Literaturkreis hervorgegangen. Wie es um den „Nikolaus Lenau“-Literaturkreis bestellt war in Verbindung mit der bangen Frage um seine Zukunft, verdeutlicht wohl am besten die Überschrift eines Artikels, der am 16.06.1968 in der NBZ erschien: „Lenaukreis – stirb und werde. Im Herbst wieder deutscher Literaturkreis in Temeswar?“ Im Herbst, am 22.10.1968, erschien in der NBZ ein ausführlicher Artikel über die Eröffnung der Saison des deutschsprachigen Literaturkreises, 20.10.1968, der sich neue Ziele gesetzt hatte und in „Adam Müller-Guttenbrunn“ umbenannt wurde. Ab 1970, als auch junge Autoren im Literaturkreis zu lesen begannen, wird sich die bange Frage nach dessen Zukunft so nicht mehr stellen. Und die NBZ wird in „Kulturbote“ und auf den nun neu hinzukommenden Sonderseiten „Wortmeldungen“ und „Kulturblatt“ den Banater Autoren, und nicht nur diesen, breite Publikationsmöglichkeiten bieten, für eine Lokalzeitung einmalig.

Berwanger war ein Macher, und er hatte eine Ambition: Temeswar sollte durch den „Adam Müller-Guttenbrunn“-Literaturkreis zum Zentrum der rumäniendeutschen Literatur werden. Noch 1975 hatte er in dem Mundartgedicht „glaashausschwowe“ gegen die „Aktionsgruppe“ eine Attacke geritten, mit den bei Wodka und Zigaretten Diskutierenden, Realitätsfremden, sich der Tradition Verweigernden und somit ihre Wurzeln Negierenden waren indirekt die Mitglieder der Gruppe gemeint. Nun war Berwanger bereit, seinen Dissens mit der „Aktionsgruppe“ zu begraben, und er war gewillt den noch verbliebenen Mitgliedern der Gruppe und anderen jungen Autoren, die im Literaturkreis auf sich aufmerksam gemacht hatten, Mitspracherecht einzuräumen. Die Autoren wurden in den darauffolgenden Jahren in die Leitung des Literaturkreises gewählt, Berwanger aber hielt als Vorsitzender des Kreises die Fäden weiterhin in der Hand.

Im Literaturkreis bildete sich um Richard Wagner eine Gruppe von Autoren, die sich über gemeinsame literarische Vorstellungen hinaus auch freundschaftlich verbunden fühlten, das waren neben Totok und mir, von der ehemaligen „Aktionsgruppe“, Herta Müller, Horst Samson und Helmuth Frauendorfer.

Die Lesungen im Literaturkreis, darüber berichtete die NBZ und veröffentlichte Leseproben, wurden zu einem festen Bestandteil des kulturellen Lebens von Temeswar. Es lasen nicht nur Banater Autoren, sondern auch Autoren aus Siebenbürgen und Bukarest, Autoren aus der DDR, sogar Autoren aus der Bundesrepublik, die auf Einladung des Goethe-Instituts aus Bukarest auf Lesereise in Rumänien waren. Die Saison des Literaturkreises begann Oktober/November und erstreckte sich bis Juni/Juli, die Zusammenkünfte fanden zweimal im Monat statt, in der Regel an einem Donnerstag. Die Manuskripte, aus denen gelesen wurde, waren keiner Vorzensur unterworfen, so dass es, was die Thematik betraf, an der Zivilcourage jedes Autors lag, was er las. Der wurde in der Regel von einem Kollegen vorgestellt, der eine Einführung zum Autor und dessen Manuskript machte. Zu ästhetischen Aspekten gab es nach den Lesungen oft kontroverse Diskussionen, die jungen Autoren nahmen sich, auch wenn einer von ihnen las, kein Blatt vor den Mund. Der Literaturkreis hatte innerhalb kürzester Zeit an Gewicht gewonnen, er war außerdem der einzige deutschsprachige Literaturkreis des Landes, der eine kontinuierliche Tätigkeit aufzuweisen hatte, und er war zum Treffpunkt für Schüler und Studenten geworden, die hier ihre ersten literarischen Versuche vorstellten, vorerst mal in Lesungen zu Beginn oder am Ende der Saison, bis einige von ihnen dann eigene Lesungen bestritten. Bei diesen Lesungen zu Saisonbeginn oder -ende musste man sich im Unterschied zu eigentlichen Lesungen nicht vormerken lassen, es konnten kurze Texte vorgestellt werden. Diese Gelegenheit nutzten auch Teilnehmer an den Sitzungen des Literaturkreises, für die eine Lesung nicht in Frage gekommen wäre, um etwas aus ihren Gelegenheitsproduktionen vorzulesen.

Es gab auch Lesungen zu Themen, u. a. zu Dorf, Umwelt, die Texte dieser Gruppenlesungen konnten nur teilweise in der NBZ veröffentlicht werden, die zum Thema „Wir Rumäniendeutschen – 1981“ schon gar nicht, aber Berwanger ließ sich was einfallen. Er, der taktierte, Möglichkeiten auszuschöpfen wusste, konnte auch ein Hasardeur sein. Auf einem kleinen Kopierer, den die Redaktion als Geschenk aus Deutschland erhalten hatte, wurden diese Texten nebst Nachrichten aus dem Kreis zum „AMG-Info“ vervielfältigt. Davon allerdings gab es nur wenige Exemplare und nur einige Vertrauensleute erhielten eines, die Angelegenheit war Berwanger dann doch zu heiß geworden[15].

Auf Initiative der Leitung des Literaturkreises brachte die „Neue Literatur“ zwei Nummern, 12/1980 und 12/1981, heraus, die ausschließlich Beiträge von Mitgliedern des Literaturkreises enthielt. Gedichte, Prosa, Buchrezensionen, literaturhistorische und volkskundliche Aufsätze, hiermit hatte der AMG-Kreis die Hauptstadt Bukarest erobert.

Unter dem Titel „im brennpunkt stehn“ erschien 1979 das erste Jahrbuch des Literaturkreises, 1982 „Pflastersteine“, das zweite und letzte. In einer Anmerkung der Herausgeber, Nikolaus Berwanger, Eduard Schneider, Horst Samson, heißt es, dass das Typoskript bereits 1980 in der Druckerei lag, ein indirekter Hinweis, dass das Erscheinen des Jahrbuchs verhindert worden war. Um diesen Hinweis abzumildern, wird hinzugefügt, dass infolge der Verzögerung nun auch Beiträge der jüngsten Mitglieder des Kreises ins Jahrbuch aufgenommen werden konnten. Doch mit dem Erscheinen gab es neuen Ärger. Das Jahrbuch kam erst nach einem Jahr in den Buchhandel, denn Anstoß erregte nun der von Walter Andreas Kirchner gestaltete Umschlag. Inmitten der braunen, parallel verlaufenden Streifen, die an ein Gitter erinnern, ist ein Sonnenmotiv mit Protuberanzen platziert. Ob die Sonne in ihrem Aufgang oder nicht doch in ihrem Untergang dargestellt wird, war die Frage. Diese im Rückblick anekdotisch anmutende Geschichte verdeutlicht, mit welchen Schwierigkeiten schon wegen eines Umschlags das Erscheinen eines Buches verbunden war, von den inhaltlichen Eingriffen der Zensur ganz zu schweigen.

Apropos Buchumschläge. Der Kriterion Verlag aus Bukarest gab ab 1980 eine neue Buchreihe heraus, die Kriterion-Hefte, in der junge Autoren veröffentlichten. Die von Edmund Höfer unter Verwendung von Fotografien gestalteten Umschläge wurden als provokativ eingestuft, der Reihe wurde ein neues, einheitliches Layout mit einem graphischen Motiv verpasst. Ab 1982 betreute Rolf Bossert einige dieser Kriterion-Hefte als Lektor, wurde aber 1984 entlassen, da er seine Ausreise beantragt hatte.

Zur Zensur einige Bemerkungen. Die sogenannte Pressedirektion, zuständig auch für Verlage, ging 1977 in einer anderen Behörde auf, dem Rat für Kultur und sozialistische Erziehung, nun zuständig für die gesamte Kultur des Landes. Dieser Rat hatte seine entsprechenden lokalen Untergliederungen, die Kreisräte für Kultur und sozialistische Erziehung, und war direkt dem ZK der Partei unterstellt. Dadurch war der Druck auf die Verlage gewachsen, was de facto eine Verschärfung der Zensur bedeutete. Dass dennoch Bücher erschienen, die sich kritisch mit der Wirklichkeit auseinandersetzten, mag für einen Außenstehenden bestimmt schwer nachvollziehbar sein, nicht aber für jemanden, der in einer Diktatur lebte und deren Mechanismen kannte.

Doch zurück zum Literaturkreis. Der unternahm, von Nikolaus Berwanger organisiert, nicht nur Lesungen in Städten des Banats, sondern auch in Dörfern. Die Lesung in meinem Heimatdorf Wiseschdia, ohne Bus- und Bahnanbindung, 179 Häuser, 350 Einwohner, ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Im vollbesetzten Saal des Kulturheimes, die Leute waren gekommen, weil auch einer von ihnen dabei war, las ich aus dem Manuskript des Poems „biographie. ein muster“, das nach mehr als zwei Jahren beim Verlag 1980 erscheinen sollte, die Passagen, welche die Deportation nach Russland und in den Bărăgan zum Inhalt haben. Als ich Schluchzen hörte, die Leute weinen sah, war ich zutiefst verstört, damit hatte ich nicht gerechnet, gleichzeitig verdeutlichten mir diese Reaktionen, welche Wirkung Literatur haben kann.

Am 22. Mai 1980 veröffentlichte ich in der NBZ eine Geschichte, die den Umgang einer Dorfgemeinschaft mit einem Behinderten thematisierte, und bekam nun zu spüren, was Literatur noch auslösen kann: Beschimpfung.

Das Paradebeispiel eines solchen Verhaltens ist die Reaktion auf Herta Müllers Prosatext „Das schwäbische Bad“, der die Banater Schwaben in Aufruhr versetzte. Für manchen ist dieser Text der Nobelpreisträgerin für Literatur noch heute ein Stein des Anstoßes. Der Prosatext erschien am 7. Juni 1981 in der NBZ, fand Eingang in ihren Debütband „Niederungen“ und umfasst eine Seite. Richard Wagner hatte 1979 Hans Kehrer (1913-2009), der ihm in einem Artikel in der NBZ vorgeworfen hatte, parteiische Literaturkritik zu betreiben, in seiner Replik, ebenfalls in der NBZ, als einen Vertreter der Samtschlappenliteratur bezeichnet auch in Anspielung auf dessen Auftritte als Schauspieler am Deutschen Staatstheater in der Rolle des Vetter Matz vun Hopsenitz. Hätte dieser Vetter Matz „Das schwäbische Bad“ in Mundart auf einer Dorfbühne vorgetragen, ich bin überzeugt, die Leute hätten sich auf die Schenkel geklopft und sich kaputt gelacht.

Erst durch die Veröffentlichung in der NBZ, die ihre Abonnenten auch im kleinsten Dorf des Banats hatte, erlangten dergleichen Texte eine Breitenwirkung, denn wer las in Wiseschdia oder Nitzydorf schon die „Neue Literatur“. Inwiefern die Bücher ein Wirkung hatten, bleibe bei einer Auflage von 200-800 Exemplaren dahingestellt, obwohl behauptet wird, dass die Auflagen im Verhältnis zur Zahl der potentiellen Leser nicht zu klein gewesen wären.

In der Zeitspanne 1977-1984 erschienen Lyrik- und Prosabände, welche die rumäniendeutsche Literatur prägen sollten, die meiner oben erwähnten Weggefährten aus dem AMG-Kreis, Rolf Bossert gehört dazu, waren und sind mir wichtig. Ich lese noch heute darin, aus ihnen wehen mir jene Jahre entgegen, ich erinnere mich an Umstände, die Auslöser für den einen oder anderen Text gewesen sein könnten, aus den Widmungen dieser Bücher erreichen mich Botschaften, die Bände stehen, alphabetisch geordnet, in meinem Bücherregal.

Rolf Bossert:

siebensachen, gedichte, Kriterion Verlag, Bukarest 1979

neuntöter, gedichte, Dacia Verlag, Klausenburg 1984

Helmuth Frauendorfer:

Am Rand einer Hochzeit, Kriterion Verlag, Bukarest 1984

Herta Müller:

Niederungen, Prosa, Kriterion Verlag, Bukarest 1982

Drückender Tango, Prosa, Kriterion Verlag, Bukarest 1984

Horst Samson:

tiefflug, gedichte, Dacia Verlag, Klausenburg 1981

reibfläche, gedichte, Kriterion Verlag, Bukarest 1982

lebraum, gedichte, Dacia Verlag, Bukarest 1985

William Totok:

die vergesellschaftung der gefühle, gedichte, Kriterion Verlag, Bukarest 1980

Freundliche Fremdheit, Gedichte, Facla Verlag, Temeswar 1984

Richard Wagner:

die invasion der uhren, gedichte, Kriterion Verlag, Bukarest 1977

Der Anfang einer Geschichte, Prosa, Dacia Verlag, Klausenburg 1980

Hotel California 1 (Der Tag der mit einer Wunde begann), Gedichte, Kriterion Verlag, Bukarest 1980

Hotel California 2 (als schliefe der planet), Gedichte, Kriterion Verlag, Bukarest 1981[16]

Gegenlicht, Gedichte, Facla Verlag, Temeswar, 1981

das auge des feuilletons, Geschichten und Notizen, Dacia Verlag, Klausenburg 1984

Und vielleicht entstand das 1983 geschriebene Gedicht von Rolf Bossert aus dem Band „neuntöter“, in dem unsere Befindlichkeit poetisiert wird, nach einer Runde im Biergarten, als er uns in Temeswar besuchte.

Gartenlokal



Wir sitzen in Städten im Osten.

Man macht Poesie.

Und während die Schreibfedern rosten,

Erklärt sich der Krug zum Genie.



Ich liebe die Herbstzeitlose,

Das tut ihr so gut.

Ich trag den April in der Hose,

Den September unter dem Hut.



Mein Auge kullert im Winde.

Die Wimper fällt um.

Ich rede für Taube und Blinde

So um die Dinge herum.



Von diesem poetischen Höhenflug zurück zum Literaturbetrieb und zum „Adam Müller-Guttenbrunn“ Literaturpreis. Dieser Literaturpreis, einmalig im Literaturbetrieb Rumäniens, wäre ohne das Durchsetzungsvermögen, die taktischen Winkelzüge, die Funktionen im politischen Apparat, im Journalisten- und Schriftstellerverband des Nikolaus Berwanger nicht möglich gewesen, denn er wurde nicht von einem offiziellen Gremium verliehen, sondern von den Mitgliedern des Literaturkreises. Der hatte sich eine Satzung gegeben und in der war das Procedere festgelegt. Jeder, der einen Beitrag entrichtete, Berufstätige 100 Lei, Studenten und Schüler 50 Lei, war Mitglied des Literaturkreises und am Ende der Saison dazu berechtigt in geheimer Abstimmung an der Wahl der Preisträger teilzunehmen. Die wurden aus den Autoren, die in der Saison gelesen, selbst den Beitrag entrichtet hatten und sich zur Wahl stellten, ermittelt. Der Leiter des Kreises und dessen Stellvertreter durften für den Preis nicht kandidieren, anfangs auch Autoren nicht, die Mitglieder des Schriftstellerverbandes waren, da der Preis ursprünglich als Förderpreis gedacht war.

Aus den Beiträgen wurde der Preis gestiftet und die Feier finanziert, das Essen und die Getränke, für deren Beschaffung Berwanger seine Beziehungen spielen ließ. Den Preisträgern wurden neben dem Preisgeld Urkunden überreicht, die dank der Beziehungen von Berwanger zur Temeswarer Druckerei gedruckt werden konnten.[17] Auf den Preisträger wurde eine Laudatio gehalten, der hielt eine Dankesrede. Laudatio und Dankesrede wurden in der NBZ veröffentlicht. Ich kann die Lektüre dieser Texte nur empfehlen. Eine Auswahl daraus sowie die literarischer Texte aus „Kulturbote“, „Literaturblatt“, „Wortmeldungen“[18] und anderer Veröffentlichungen in der NBZ von Autoren aus dem AMG-Literaturkreis könnten ein umfangreiches Lesebuch ergeben, das den Stellenwert der deutschsprachigen Temeswarer Literaturszene eindrucksvoll vor Augen führen würde.

Der Preis des Kreises wurde zum ersten Male 1980 verliehen, war von 34 Personen gestiftet, ab 1981 kam ein Nachwuchspreis hinzu, da hatte sich die Anzahl der Stifter auf 71 erhöht, 1982 waren es 80, 1983 waren es 100, 1984 hatten 74 Personen den Preis finanziert.

Und dies waren die Preisträger bis1984. 1980 Franz Schleich (Lyrik), Johann Lippet (Prosa); 1981 Herta Müller (Prosa), Eduard Schneider (Lyrik), Brigitte Röhrich (Debütpreis Lyrik); 1982 Horst Samson (Lyrik), Helmuth Frauendorfer (Lyrik), Bettina Gross (Debütpreis für Lyrik); 1983 Rolf Bossert (Lyrik), Johann Lippet (Lyrik), Jakob Mihăilescu (Debütpreis Prosa); 1984 Joachim Wittstock (Prosa), Hellmut Seiler (Lyrik), Emilie Bicskey (Debütpreis Lyrik). Mit der Preisverleihung an Joachim Wittstock, Hellmut Seiler und Jakob Mihăilescu, die aus Siebenbürgen stammten, hatte ein Banater Literaturkreis ein bis dahin fremdes Territorium erobert.

In Bezug auf den Namensgeber dieses Preises will ich noch einmal Rolf Bossert zitieren, der es in seiner Dankesrede 1983 auf den Punkt brachte: „Über Adam Müller-Guttenbrunn, dessen Name der mir verliehene Literaturpreis trägt, habe ich nicht gesprochen. So manches trennt mich von diesem Schriftsteller. Hätte es aber ihn und seinesgleichen nicht gegeben, so könnte ich jetzt vermutlich nicht vor Ihnen, vor Euch stehen und zu Ihnen, zu Euch in der Sprache sprechen, in der ich denken gelernt habe.“

Weil bei der Aufzählung der Preisträger ein Name gefallen ist, der von Franz Schleich, muss ich es auch gleich loswerden. Er gehörte, wie sich nun herausstellte, zu den eifrigsten und übelsten inoffiziellen Mitarbeitern der Securitate, er denunzierte nicht nur die Schriftsteller aus dem AMG-Kreis, sondern auch die NBZ, deren Redakteur er war, erachtete es als seine Pflicht auf kritische Artikel hinzuweisen, die er kommentierte.[19]

AMG-Literaturkreis, AMG-Literaturpreise, vor allem die in dieser Zeit erschienen Bücher, das hörte sich doch nicht schlecht an, das war doch was! War es auch, in einem Land, in dem dies alles gegen den Willen der Obrigkeit durchgesetzt werden musste, in deren Auftrag die Securitate den Schnüfflerdienst leistete.

Der Securitate war der AMG-Kreis ein Dorn im Auge, hier tummelten sich in ihrem Verständnis Verfasser staatsfeindlicher Literatur, einige von ihnen alte Bekanntschaften aus den Siebzigerjahren. Zu den besonders schlimmen Verunglimpfern der sozialistischen Gesellschaftsordnung liefen „Operative Vorgänge“: in Dossiers wurden die Berichte von Informanten gesammelt, die auf sie angesetzt waren, ihre Briefe wurden geöffnet und kopiert oder beschlagnahmt, ihre Telefone wurden abgehört, ihre Wohnungen verwanzt. So wurden die Dossiers immer dicker und zur Akte.[20]

Der AMG-Kreis war für die Securitate ein gefundenes Fressen, besser hätte sie an Informationen gar nicht kommen können, denn die Informanten innerhalb des Literaturkreises lieferten ihr laufend und brühwarm die Berichte über die Lesungen und Diskussionen. In der Nacht vom 28. auf de 29. Dezember 1982 wurde der Raum, in dem die Lesungen stattfanden, verwanzt, die Informanten blieben aber weiterhin die wichtigste Informationsquelle, lieferten sie doch Einschätzungen zu dem Gelesenen.

Es war üblich geworden, im AMG-Kreis Originaltonbandaufnahmen von deutschen Schriftstellern und Liedermachern, über das Goethe-Institut aus Bukarest beschafft, abzuspielen, bei einer der Zusammenkünfte sollte es Wolf Biermann sein. Horst Samson, seit 1977 Redakteur bei der NBZ und Sekretär des Literaturkreises, teilte auch der Redaktion von „Neuer Weg“ in Temeswar das Programm der Lesung mit, wies darauf hin, in der Nachricht den Namen des aus der DDR ausgebürgerten Liedermachers nicht zu erwähnen. Doch der Name erschien. Und was nun folgte, kommt wie das Drehbuch eines Actionfilms daher.

Das Kreisparteikomitee, von der Securitate informiert, untersagte das Abspielen der Lieder, zudem wurde das Gerücht gestreut, die DDR-Botschaft habe protestiert. Und nun hatte die Securitate einen Anlass, gegen Samson vorzugehen, indirekt gegen den Literaturkreis, durch eine „Kombination“, wie das im Jargon der Securitate hieß, gleichzeitig an ein Manuskript von Totok zu gelangen, das sich in der Wohnung von Samson in Aufbewahrung befand. Anfang 1982 war es Berwanger gelungen, Totok durch einen Trick als Redakteur bei der NBZ anzustellen, er war laut Organigramm Übersetzer, wofür es keiner Genehmigung des Kreisparteikomitees bedurfte. Totok, dem es unter schwierigen Bedingungen gelungen war, sein Studium wieder aufzunehmen, war nach dessen Abschluss Lehrer in Triebswetter geworden. Bei seinem Umzug nach Temeswar ging Totok auf die angebotene Hilfe von Franz Schleich ein, der in seinem PKW einige Sachen von ihm mitnahm, darunter auch Manuskripte. Auf dem Weg nach Temeswar fotografierte der Informant den Essay mit dem Titel „Projekt einer intellektuellen Exterminierung“ und lieferte die Fotokopien, mit einem Bericht versehen, der Securitate ab[21]. Nun war die wohl in Besitz des abgelichteten Manuskripts, durch ein Vorgehen gegen Totok aber hätte sie eine ihrer wertvollsten Quellen dekonspiriert, und deshalb wartete sie auf eine günstige Gelegenheit.

Die war nun durch Biermann gegeben. Am 14.05.1982 fanden bei Samson und Totok Hausdurchsuchungen statt. Bei Samson wurde das Tonband mit den Biermannliedern beschlagnahmt, von noch größerem Interesse waren natürlich die Bücher und Manuskripte des Autors. Die Durchsuchung war abgeschlossen, das Beschlagnahmte protokolliert, die Schnüffler, schon im Weggehen begriffen, interessierte plötzlich eine Schachtel, die in einer Ecke des Zimmers stand. Auf die Frage, was das für eine Schachtel sei, erklärte Samson, dass sie Totok gehöre, woraufhin die Schachtel mitgenommen wurde. Diese wie Zufall aussehende Entdeckung der Securitate war ein Trick, um keinen Verdacht aufkommen zu lassen, denn im Unterschied zu Samson wusste sie genau, was sich in der Schachtel befand, die Totok von Schleich abgeholt und bei Samson deponiert hatte, außerdem hatte der Informant in einem Bericht an seine Auftraggeber den Platz der Schachtel nach einem Besuch bei Samson genau beschrieben.

Samson und Totok wurden beim Sitz der Temeswarer Securitate verhört, es bahnte sich Schlimmes an. Durch sein forsches Auftreten bei der Securitate gelang es Berwanger, die beiden noch am selben Abend freizubekommen, sie mussten sich aber in den darauffolgenden Tagen erneuten Verhören stellen. Bei einer Krisensitzung in Berwangers Büro, an der Horst Samson, Richard Wagner, Herta Müller und ich teilnahmen und zu der wie zufällig auch Franz Schleich stieß, wurde über das strategische Verhalten in der brenzligen Situation beraten. Darüber berichtete der Informant Schleich natürlich seinen Auftraggebern. Berwanger, dem die Securitate das Manuskript von Totok ausgehändigt und der es gelesen hatte, war klar, dass Totok Gefängnis drohte, sollte man ihm nachweisen können, dass er das Manuskript anderen zum Lesen gegeben hatte, denn das war eine Straftat. Da zu befürchten war, dass die Securitate massiv nun auch gegen andere Autoren des Kreises vorgehen würde, wurde vereinbart, Manuskripte in Sicherheit zu bringen und jüngere Autoren vor bevorstehenden Kontaktaufnahmen und Einschüchterungsversuchen seitens der Securitate zu warnen. Wie sich nun herausgestellt hat, waren einige von ihnen damals bereits in ihren Dienst getreten.

In dem ausführlichen Abschlussbericht zu dieser großangelegten Aktion der Temeswarer Securitate nach Bukarest, dazu gehört auch die Expertise der beschlagnahmten und als feindselig eingestuften Gedichte von Samson und Totok, wird mit Bedauern festgestellt, dass trotz intensiver Verhöre Totok nicht nachgewiesen werden konnte, das als staatsfeindlich eingestufte Manuskript anderen Personen zum Lesen gegeben zu haben, dass auch durch Überprüfung zusätzlicher Informationen der Beweis nicht erbracht werden konnte. Man versicherte den Vorgesetzten aus Bukarest, am Fall dranzubleiben und neue Beweise zu sammeln.

Totok hatte das Manuskript tatsächlich niemand zum Lesen gegeben, und Samson wusste auch nichts von dessen Existenz in jener Schachtel. In einem Bericht über die Einstellung des „Operativen Vorgangs“ zu Samson nach seiner Auswanderung 1987 wird noch einmal dessen Sündenregister aufgelistet und auf die Erfolge in der Bekämpfung des feindseligen Elements hingewiesen, und die Securitate rühmt sich, dass es ihr gelungen sei, das Misstrauen der anderen Autoren Samson gegenüber zu wecken, indem sie in der Angelegenheit mit Totoks Manuskript das Gerücht verbreiten ließ, sie habe von Samson den Tipp erhalten.

Diese Aktion habe ich so ausführlich beschrieben, weil sie veranschaulicht, mit welchen ausgeklügelten Strategien die Securitate zu Werke ging, wird gelegentlich doch behauptet, sie sei unprofessionell gewesen, habe schlampig gearbeitet. Und diese Aktion ist ein Beweis dafür, dass durch das Vorgehen gegen einzelne Autoren indirekt der AMG-Kreis gesprengt werden sollte.

Der verlieh dennoch auch 1982 seine Preise, und man hatte beschlossen, weiterzumachen. Richard Wagner, der in der Saison 1981/1982 den Kreis geleitet hatte, gab den Vorsitz wieder an Berwanger ab. Von dessen Scharmützeln mit dem Kreisparteikomitee und der Securitate mal abgesehen, verlief alles wieder normal, will heißen, dass die Securitate nun noch intensiver einzelne Autoren überwachte, sich zu ihren Veröffentlichungen Berichte liefern ließ und in weitaus größerem Umfang als bisher Übersetzungen. In dieser Hinsicht kann behauptet werden, dass die Securitate eine Vorreiterrolle spielte: Sie ließ die deutsche Literatur aus Rumänien übersetzen. Und ein Dilemma bereitete ihr immer mehr Kopfzerbrechen: Man konnte sich nicht erklären, warum diese Autoren noch immer keine Ausreiseanträge gestellt hatten.

Trotz persönlicher Eitelkeiten und Konkurrenzdenkens war es bisher zu keinen länger andauernden Zerwürfnissen zwischen den Autoren innerhalb des Literaturkreises gekommen. Dann aber kam die Bulhardt-Affäre.

Franz Johannes Bulhardt (1914-1998), Parteidichter und Strippenzieher, gehörte zu jener Sorte von Schreiberlingen aus den Fünfzigerjahren, die im Schriftstellerverband weiterhin Einfluss hatten und nun versuchten, ihr Image aufzupolieren. Bulhardt, der als Autor in der rumäniendeutschen Literatur keine Rolle spielte, wollte das durch den AMG-Kreis. Bei der Eröffnungssitzung des Kreises für die Saison 1983/1984 teilte Berwanger mit, dass Bulhardt durch die Entrichtung jenes Beitrags nun Mitglied des Kreises sei und auch zu lesen gedenke. Es kam zum Eklat, da Richard Wagner, stellvertretender Vorsitzender des Kreises, sich gegen eine Mitgliedschaft von Bulhardt verwehrte und Berwanger vorwarf, sich an eine Abmachung zwischen ihnen nicht gehalten zu haben. Laut Statut war jeder, der seinen Beitrag entrichtet hatte, Mitglied. Bei der Verabschiedung dieses an sich demokratischen Prinzips war wohl niemand davon ausgegangen, dass ein Bulhardt es ausnützen würde. Das Argument, ihm die Leviten zu lesen, sollte er es wagen, im Literaturkreis aufzutreten, ließ Richard Wagner nicht gelten. Er trat von seinem Amt als stellvertretender Vorsitzender zurück, war zudem über Samson, Totok und mich verärgert, weil wir eben dieses Argument vertraten.

Was die Securitate nicht geschafft hatte, hatte der Bulhardt geschafft, die Spaltung der maßgebenden Autoren des Literaturkreises, denn infolge dieses Dissens kam Wagner nicht mehr zu den Lesungen des Kreise, ihm sollten sich Herta Müller und Helmuth Frauendorfer anschließen.

Was letztendlich Berwanger dazu bewogen haben könnte, Bulhardt in den AMG-Kreis holen zu wollen, zu einer Lesung kam es nicht, blieb sein Geheimnis. Seine Position im Machtapparat, vorwiegend im regionalen, war zu dem Zeitpunkt schon erheblich geschwächt, hinzu kam, dass sein Sohn von einer Reise in die Bundesrepublik nicht mehr zurückgekehrt war. Und in dieser Lage musste er nun seine Tätigkeit als Chefredakteur der Zeitung, als Vorsitzender des AMG-Kreises gegen die zunehmenden Vorwürfe und Zurechtweisungen seitens des Kreisparteikomitees verteidigen, dessen Mitglied er war. An dessen Spitze agierten von der Zentralmacht aus Bukarest delegierte Kader, die zudem mit dem Banat nichts am Hut hatten. Mit solchen Typen konnte sich ein Berwanger nicht arrangieren. Sein ärgster Widersacher war Eugen Florescu, der Propagandasekretär des Kreisparteikomitees und in dieser Funktion für die Kultur zuständig. Florescu war einer der Ideologen des rumänischen Protokronismus, die sich in der Beweisführung der Einmaligkeit und gleichzeitig der Vorreiterrolle der rumänischen Wissenschaft und Kultur in der europäischen Geschichte verstiegen. Die Attacken der Vertreter dieser Auffassung richteten sich gegen die europäische Kultur der Moderne, gegen alles was nicht autochthon war, wie das hieß. Ihre politisch-ideologische Entsprechung fand diese Auffassung in der Propagierung der Idee von der Homogenisierung der Nation, laut der die nationalen Minderheiten im rumänischen Volk aufgehen und somit ihre kulturelle Identität verlieren sollten.

Vor seiner Reise in den Westen, von der er nicht mehr zurückkehren sollte, wurde Berwanger zum Ersten Sekretär des Kreisparteikomitees, Cornel Pacoste, zitiert. Die Securitate hatte die brandneue Dokumentation geliefert: seine Gedichtaufstellung in der NL 12/1983, seine Äußerungen zu Florescu und anderen sogenannten rumänischen Kulturträgern, die er als Nationalisten beschimpft hatte. Die Rüge, die ihm seitens des Kreisparteikomitees erteilt wurde, war für ihn ein deutliches Zeichen: er war zum Abschuss freigegeben. Wie nun aus seiner Akte ersichtlich wurde, stand er seit den Sechzigerjahre unter Beobachtung.

Kurz nach Berwangers Abreise holte die Securitate zur Zerschlagung der deutschsprachigen Temeswarer Literaturszene aus, als Opfer hatte sie sich Helmuth Frauendorfer auserkoren. Bereits als Schüler des „Lenau“-Lyzeums hatte die Securitate versucht, Frauendorfer als Spitzel anzuheuern. Er offenbarte sich Richard Wagner und William Totok, die informierten Berwanger, der erwirkte, dass die Securitate in ihrem Vorhaben ausgebremst wurde. Durch die Dekonspirierung wäre Frauendorfer zudem als Spitzel unbrauchbar gewesen, galt deren geheime Tätigkeit doch als oberstes Prinzip. Als Redakteur der deutschen Seite der Temeswarer Studentenzeitschrift „Forum studenţesc“, in der er Interviews und Texte von Autoren aus dem AMG-Kreis veröffentlichte, geriet Frauendorfer erneut in Schwierigkeiten, ebenso als Leiter der deutschen Studententheatergruppe, mit der er eine Montage aus Texten seiner Schriftstellerfreunde, „Heuduftend liegen die Felder vor uns“, inszeniert hatte sowie das Stück von Peter Weiss „Wie dem Herrn Mockinpott das Leiden ausgetrieben wurde“, eine Parabel über die Zerstörung des Individuums durch ein autoritäres Regime.

Helmuth Frauendorfer, der sein Studium beendet hatte und dessen Debütband erschienen war, wurde Ende Juli Anfangs August 1984 insgesamt fünfmal von der Securitate verhört, man wollte ihn zwingen, Erklärungen zu unterschreiben, die besagten, dass er staatsfeindliche Texte verfasst habe, dass er darin von Mitgliedern des AMG-Kreises bestärkt worden wäre. In dieser Situation war Solidarität mit unserem Kollegen angesagt, persönliche Zerwürfnisse spielten keine Rolle mehr. Damit hatte die Securitate nicht gerechnet, die über die Spaltung der Autorengruppe bestens informiert war. Wir, das waren Helmuth Frauendorfer, Herta Müller, Johann Lippet, Horst Samson, William Totok, Richard Wagner, Balthasar Waitz, verfassten ein Protestschreiben an das Kreisparteikomitee, eine Kopie ging an den Schriftstellerverband. Es war, dessen waren wir uns bewusst, eine offene Konfrontation mit der Macht. Auch dass es nichts bringen würde, war uns bewusst, wir wollten aber wenigstens klarstellen, dass wir nicht gewillt waren, die Übergriffe der Macht stillschweigend hinzunehmen.

Wer war die Macht? Die offizielle, sichtbare Macht war die Partei, die für sie geheim tätige die Securitate. Das war das Machtgefüge. Indem wir gegen die Securitate protestierten, richtete sich unser Protest indirekt gegen ihren Dienstherrn, der ihre Tätigkeit legitimierte, war sie doch Garant für seinen Machterhalt. Wir richteten unseren Protestbrief an den höchsten Vertreter der Macht im Kreis Temesch, an den Ersten Sekretär des Kreisparteikomitees, Cornel Pacoste, es war eine taktische Vorgehensweise. Wir protestierten in dem Schreiben gegen die Übergriffe der Securitate im Falle Frauendorfer, zählten auf, was alles im Laufe der Jahre passiert war, werteten das als Übergriffe einer Behörde, die doch der Partei unterstellt sei, auf den politischen Aspekt dieser Übergriffe eingehend, stuften wir sie als Verletzung der Rechte der Minderheiten ein, als Schriftsteller sprachen wir der Securitate jedwedes Recht einer Beurteilung unseres schriftstellerischen Tätigkeit ab, verwiesen darauf, dass es der Literaturkritik vorbehalten sei, ein Werturteil abzugeben. Die leise Drohung am Schluss des Protestbriefes, uns an die höchste Stelle zu wenden, sollte uns eine Audienz verweigert werden, gehörte zur Taktik von Eingaben. Um Herta Müllers Reise in die Bundesrepublik zur Entgegennahme des „Aspekte“- Literaturpreises für den Prosaband „Niederungen“, der auch bei Rotbuch erschienen war, nicht zu gefährden, warteten wir mit dem Absenden des Protestschreibens, bis sie abgereist war.

Die Audienz, die wir verlangt hatten, ließ auf sich warten. Die Zeit nutzte man beim Kreisparteikomitee, um sich über uns durch die Securitate auf den neuesten Stand der Dinge bringen zu lassen und in Hinblick auf die Audienz eine Dokumentation anzulegen. Auch wir hatten uns zurechtgelegt, was noch alles zur Sprache kommen sollte und worauf im Schreiben aus taktischen Gründen nicht ausführlich eingegangen worden war, Horst Samson hatte sich Notizen gemacht, da er unser Sprecher sein sollte.

Am 12. Oktober 1984 war es dann soweit, wir, Herta Müller war aus Deutschland noch nicht zurückgekehrt, waren zum Kreisparteikomitee bestellt. Dort ließ man uns auf dem Korridor warten, wir wollten schon weggehen, als endlich Florescu in Begleitung von Oberst Cristescu, stellvertretender Chef der Temeswarer Securitate, erschien. Anghel Dumbrǎveanu, Vorsitzender der Temeswarer Schriftstellervereinigung, hatte auch antanzen müssen, verhielt sich aber während der Auseinandersetzung neutral.

Wieso wir eigentlich dieses Schreiben verfasst hätten, als Gruppe. Damit fing es an. Florescu zitierte, in Rumänisch, Auszüge aus von uns veröffentlichten Texten, stufte sie als zweideutig ein, Aussagen aus Totoks beschlagnahmtem Essay als eindeutige Verleumdung der sozialistischen Gesellschaftsordnung. Ein Ansturm von Beschimpfungen und Drohungen, wir versuchten unsere literarischen Texte mit literaturkritischen Argumenten zu verteidigen.

Dann ging es gar nicht mehr um den Fall Frauendorfer und um Literatur, sondern um grundlegende kulturelle Belange. Die deutsche Schauspielklasse an der Bukarester Theaterhochschule war aufgelöst worden, die deutsche Fernsehsendung war auf eine halbe Stunde reduziert worden, der Facla Verlag in Temeswar veröffentlichte nur noch drei deutschsprachige Titel pro Jahr, die deutsche Seite der Studentenzeitschrift aus Temeswar war eingestellt worden, die deutschsprachige Sendung des Studentenfunks ebenfalls, an der Germanistik in Temeswar unterrichteten Lehrkräfte, die des Deutschen nicht mächtig waren, in den Lehrbüchern für Geschichte fand die deutsche Bevölkerung des Landes nur in ein paar Zeilen Erwähnung.

Der stellvertretende Chef der Securitate hatte die kurzen Pausen, die der Propagandasekretär während seiner Anklage gemacht hatte, immer wieder genutzt, um auf die Richtigkeit der Vorgehensweise gegen uns hinzuweisen. Als diese kulturellen Belange, als Fragen formuliert, vorgebracht worden waren, platzte ihm der Kragen und er meinte, warum der Genosse Sekretär denn mit uns seine wertvolle Zeit vergeude, ginge es nach ihm, würde er uns erschießen, woraufhin Florescu den Cristescu zur Räson rief und mit der offiziellen Parteilinie konterte: die Rechte und Freiheiten der mitwohnenden deutschen Nationalität seien garantiert, die Möglichkeiten der Selbstverwirklichung stünden jedem offen. Vielleicht wusste er zu dem Zeitpunkt, Oktober 1984, bereits, was 1985 kommen würde: der kulturelle Kahlschlag.

Als das Problem Reiseverbot angesprochen wurde, selbst Reisen in die sogenannten sozialistischen Bruderländer waren uns nicht genehmigt worden, Wagner und Samson hatten Einladungen in die Bundesrepublik erhalten und nicht fahren dürfen, hatte man sogleich einen Trumpf in der Hand: Herta Müller. Dass man sich mit einer Sendeanstalt wie dem ZDF nicht hatte anlegen wollen, war uns natürlich klar. Bevor wir entlassen wurden, gab man uns Ratschläge mit auf den Weg, verbunden mit einer Drohung: Sollten wir das Verfassen von tendenziösen und interpretierbaren Schriften nicht unterlassen, hätten wir mit Strafverfahren zu rechnen.

Bei jener denkwürdigen Audienz waren noch zwei wichtige Probleme zur Sprache gekommen: dass es für deutsche Schriftsteller immer schwieriger geworden war, in den Schriftstellerverband aufgenommen zu werden, dass im AMG-Kreis keine westdeutschen Schriftsteller mehr lesen durften, obwohl das Jahre davor noch möglich war, als u. a. Friedrich Christian Delius und Ingeborg Drewitz im AMG-Kreis gelesen hatten. Die Aufnahme eines Schriftstellers in den Verband hing nun, hatte er als Voraussetzung zwei Buchveröffentlichungen vorzuweisen, von der Genehmigung des jeweiligen Kreisparteikomitees ab, eine zusätzliche Hürde. Die Mitgliedschaft im Verband war für einen Schriftsteller nicht unwichtig, weil sie ihm den Status eines Freiberuflers verlieh, er nicht direkt wegen parasitären Lebenswandels belangt werden konnte wie jeder andere Bürger auch, der keiner sogenannten geregelten Arbeit nachging. In der Zeit bis zu unseres Audienz war es zu einem zusätzlichen Eklat gekommen, da Florescu die Lesung des westdeutschen Autors Günter Herburger im AMG-Kreis untersagt hatte. Horst Samson hatte daraufhin in seiner Funktion als Sekretär des AMG-Kreises, Berwanger war in der Bundesrepublik, von wo er nicht mehr zurückkehren sollte, die anderen Mitglieder aus der Leitung, Totok, Schneider, mich und Franz Liebhard (1899-1989) als Ehrenvorsitzender zu einer Krisensitzung zusammengerufen. Auf der wurde einstimmig der Rücktritt der Leitung beschlossen, was de facto einer Auflösung des AMG-Kreises gleichkam.

Auch damit hatte man, wie mit dem Protestbrief, nicht gerechnet. Und infolge der Ereignisse in den letzten Monaten des Jahres 1984 zogen Herta Müller, William Totok und ich unsere Anträge zur Aufnahme in den Schriftstellerverband zurück. Die Bemühungen der Temeswarer Schriftstellervereinigung, den AMG-Kreis auf Anweisung des Kreisparteikomitees mit einer neuen Leitung wieder zu eröffnen, blieben ohne Erfolg. Der Kreis nahm seine Tätigkeit erst in der Saison 1985/1986 wieder auf. Samson, Totok und ich nahmen an den Zusammenkünften nicht mehr teil, Wagner, Müller und Frauendorfer hatten den Literaturkreis ja schon ein Jahr zuvor verlassen.

Auf Anweisung des Kreisparteikomitees durften bei Radio Temeswar, der in rumänischer, ungarischer und deutscher Sprache sendete, unsere Namen nicht mehr erwähnt werden, die lokale Presse durfte nichts mehr von uns veröffentlichen. Die Anordnung mit dem Radio lief sowieso ins Leere, da bei den Kurznachrichten aus dem Bereich Kultur, mehr gab es nicht, auch vorher unsere Namen kaum Erwähnung gefunden hatten, die rumänische und ungarische Lokalpresse hatte für die deutschsprachige Literatur nie besonderes Interesse gezeigt, auch die Kultur- und Literaturzeitschrift in rumänischer Sprache „Orizont“ nicht. Die Verfügung mit dem Radio sollte sich von selbst erledigen, denn die lokalen Radiosender wurden im Zuge des kulturellen Kahlschlags 1985 aufgelöst, ebenso die deutsche und ungarische Abteilung des Facla Verlages, mit der Reduzierung des Fernsehprogramms auf zwei Stunden die deutsche Sendung, auch die NBZ erschien wegen Papierknappheit nur noch als Doppelblatt.

Unser endgültiger Abtritt von der Bühne der rumäniendeutschen Literatur erfolgte mit der Stellung unserer Ausreiseanträge, unsere Namen in der Geschichte der rumäniendeutschen Literatur waren getilgt, eine seit jeher gängige Methode autoritärer Regime, ab 1984 hatte man uns sowieso nur noch die Rollen von Statisten zugebilligt.

Welche Auswüchse mit der Tilgung von Namen verbunden waren, sei an einem Beispiel veranschaulicht. Emmerich Reichrath (1941-2006), Chef für das Ressort Kultur der Tageszeitung „Neuer Weg“ und verdienstvoller Literatur- und Theaterkritiker, gab 1977 im Kriterion Verlag Bukarest unter dem Titel „Reflexe“ eine Sammlung von Rezensionen zu Büchern rumäniendeutscher Autoren heraus, die in der Zeitspanne 1968-1974 erschienen waren, 1984 folgte im Dacia Verlag Klausenburg der zweite Band von „Reflexe“, der Rezensionen aus der Zeitspanne 1975-1983 beinhaltet. Von den oben erwähnten Autoren, die in diesem Zeitraum Bücher veröffentlicht hatten, fehlen Rolf Bossert und ich, obwohl unsere Namen im Vorwort des Herausgebers und in Beiträgen, die zur rumäniendeutschen Literatur in der Presse erschienen und in den Band aufgenommen worden waren, Erwähnung finden. Der Herausgeber schenkte mir ein Exemplar des Buches und schrieb in seiner Widmung: „Einem, der aus ‚rein objektiven‘ Gründen in diesem Buch nicht entsprechend vorkommt.“

Was war passiert? Wegen Stellung des Ausreiseantrages durfte Rolf Bossert als Autor in dem Sammelband nicht mehr auftauchen, und weil eine Rezension von ihm zu meinem Buch „biographie. ein muster“ vorgesehen war, fiel auch die dieser Maßnahme zum Opfer. Die bibliographischen Daten zu den Autoren im Anhang des Buches wurden noch vor der Drucklegung, die Genehmigung wurde am 30.11.1984 erteilt, aktualisiert, so dass auch Titel der Bücher vermerkt sind, die bis November 1984 erschienen waren. Mein zweites Buch, der Gedichtband „so wars im mai so ist es“, war Frühjahr 1984 erschienen, doch ich war nun mal rausgeflogen. Wenn sich also jemand über die rumäniendeutsche Literatur anhand des bio-bibliographischen Anhangs von „Reflexe“ (II) kundig machen wollte, würde er feststellen, dass es Rolf Bossert und mich in der rumäniendeutschen Literatur eigentlich gar nicht gibt.

Zur Tilgung von Namen noch zwei Beispiele. Richard Wagner und Horst Samson, die Mitglieder des Schriftstellerverbandes waren, wurden nach Stellung ihrer Ausreiseanträge rausgeschmissen, man teilte es ihnen aber nicht persönlich mit, sie erfuhren es über Dritte.

Rolf Bossert war Dezember 1985 ausgewandert, von den Schikanen durch die Securitate psychisch zermürbt, nahm er sich im Februar 1986 das Leben. Wir, seine Freunde aus Temeswar, gaben im Anzeigenbüro der Lokalpresse eine Todesanzeige auf, die in der NBZ erscheinen sollte, sie durfte nicht veröffentlicht werden.

Zum Schluss muss ich noch eines loswerden. Kommen die oben genannten Autoren im Rückblick unter Landsleuten ins Gespräch, wird gelegentlich behauptet, sie seien privilegiert gewesen. Dann frage ich mich: War Rolf Bossert, der seine drei Pflichtjahre als Lehrer absaß, dann jahrelang darum kämpfen musste, um einen Job beim Verlag zu kriegen, privilegiert, war es Richard Wagner, der ebenfalls seine Pflichtjahre absaß, dann Korrespondent für das Banat der „Karpaten-Rundschau“ wurde, von wo er 1983 gefeuert wurde, war Herta Müller privilegiert, die nach einem kurzfristigen Ausflug ins Lehrwesen eine Versetzung erwirkte, Übersetzerin im Betrieb „Tehnometal“ in Temeswar wurde, von wo sie wegen ihrer Weigerung, Spitzel der Securitate zu werden, gefeuert wurde, sich dann als Lehrerin in Vertretung durchschlug, war William Totok privilegiert, der seit seiner Lyzeumszeit ins Visier der Securitate geraten war, nach den Verhaftungen im Herbst 1975 von der Hochschule flog, acht Monate in Untersuchungshaft saß, sein Studium wieder aufnehmen konnte, seine drei Pflichtjahre als Lehrer absaß, zur NBZ wechselte, von wo er, unser Protestbrief war der Anlass, rausflog? Waren Samson, Frauendorfer und ich privilegiert?

Und wer behauptet, die Literaturpreise, die diesen Autoren durch den Jugendverband und den Schriftstellerverband verliehen wurden, seien der Beweis, sie wären Hätschelkinder und Vorzeigeautoren des Regimes gewesen, der kennt die Mechanismen eines totalitären Regimes nicht oder redet wider besseres Wissen oder hat die in Rumänien erschienenen Bücher dieser Autoren nicht gelesen.

Die erste Aufstellung Banater Autoren in NL 11/1972 mit dem Titel „Übungen für Gleichgültige“ wird mit einem Text von Richard Wagner eröffnet. Er trägt den Titel „Porträt eines rumäniendeutschen Lyrikers“, der Text ist der kürzeste der rumäniendeutschen Literatur und besteht aus zwei Wörtern: „er schreibt“.

Als Schlusssatz bietet sich der eines Märchens geradezu an: Und wenn er nicht gestorben ist, schreibt er noch heute.

Anmerkung: Vortrag anlässlich der internationalen Tagung „40 Jahre, Aktionsgruppe Banat, Akteure und Texte – Mitstreiter und Begleiter“, 26.-28. April 2012, in Temeswar.


[1]   William Totok: Die Zwänge der Erinnerung, Hamburg 1988; Ernest Wichner (Hrsg.): Ein Pronomen ist verhaftet worden, Frankfurt/Main 1991; Eduard Schneider: Die Neue Banater Zeitung (Temeswar) und ihr Beitrag zur Förderung der literarischen Nachwuchsgeneration (1969-1975), in: Benachrichtigen und vermitteln, IKGS Verlag, München 207, S. 315-392; Anton Sterbling: Am Anfang war das Gespräch, Hamburg 2008.

[2] Im Herbst 1970 unternahm Anton Sterbling einen Fluchtversuch, konnte nach seiner Haftentlassung im Fernstudium, in rumänischer Sprache, seinen Lyzeumsabschluss machen, schaffte aber wegen des aktenkundigen Fluchtversuchs die Aufnahmeprüfung an der Germanistik in Temeswar nicht. Um der drohenden Einberufung zum Militär zu entgehen, nahm er ein Studium, Betriebsingenieur, der Elektrotechnik in Reschitza auf. In „Spiegelungen“ 1/2006 äußerte er sich in dem Beitrag „Flucht als Provokation?“ zum ersten Male zu den Umständen seines Fluchtversuchs. 

[3]   Richard Wagner war der unangefochtene Leader der Gruppe, belesen, wortgewandt und präzise argumentierend in Diskussionen, der kreativ produktivste, und er verstand sich von Anfang an als Schriftsteller.

[4]   Paul Schuster, dem umtriebigen und populärsten rumäniendeutschen Schriftsteller jener Jahre, zu dem die Securitate eine umfangreiche Akte angelegt hatte, ist es zweifellos zu verdanken, dass es zu dieser Rundreise kam und das Schüler-Sonderheft der NL erschien. Nachdem es einige ehemalige Mitglieder der „Aktionsgruppe“ nach ihrer Ausreise in die Bundesrepublik zu literarischem Ansehen bzw. zu beruflichen Erfolgen gebracht hatten, tauchte in diversen Publikationen die Behauptung auf, die damals jungen Autoren seien über Jahre von Paul Schuster gefördert worden, und sogar der Vorwurf war zu hören, sie hätten sich dafür nicht erkenntlich gezeigt. Was die Behauptung der Förderung betrifft, sei darauf hingewiesen, dass Paul Schuster ab Ende 1971 bereits in West- Berlin lebte und es die „Aktionsgruppe Banat“ noch gar nicht gab.

[5]   Wegen Briefen an „Europa liberă“ geriet Totok ins Visier der Securitate, man hatte den Verfasser der anonym abgeschickten Briefe anhand seiner Handschrift in dessen Abiturarbeiten identifiziert. Totok schaffte die Aufnahmeprüfung an die Germanistik in Temeswar nicht, wurde zum Militärdienst einberufen, nach dessen Ableistung kurz vor dem Termin zur Aufnahmeprüfung 1972 aber mobilisiert, um sich der Prüfung nicht stellen zu können.

[6]   Deren Redakteur Werner Söllner wird der Securitate Hinweise zur „Aktionsgruppe Banat“ liefern, indem er in Berichten auf Anspielungen zu politischen Aspekten in veröffentlichten Texten hinweist und auf den tendenziösen Charakter von Texten, die ihm zur Veröffentlichung in der Zeitschrift zugeschickt wurden.

[7]   In dieser Aufstellung ist wohl auch Balthasar Waitz mit einem Text vertreten, er hat sich der Gruppe aber nie zugehörig gefühlt, wie andere auch, die in den beiden ersten Aufstellungen vertreten sind.

[8]  Sie wurden von „Neuer Weg“-Redakteur Walter Konschitzky gemacht, der nach seiner Aussiedlung Kulturreferent der Landsmannschaft der Banater Schwaben wurde. Ob es tatsächlich Zufall war, dass er damals an der Marosch auftauchte, bleibt dahingestellt, jedenfalls tauchen unter dem Decknamen „Sorin“ in den Securitate-Akten Banater Autoren Berichte auf, die Konschitzky zuzuordnen sind.

[9]  Das wäre soweit ja auch in Ordnung gewesen, hätte der Sprecher dieses Arbeitskreises, Peter Grosz, nicht eine wichtige Rolle im Programm der Securitate gespielt, in deren Auftrag die „Aktionsgruppe“ mit krimineller Energie bespitzelt und William Totok und Gerhard Ortinau, deren Freundschaft er sich erschlichen hatte, ganz übel mitgespielt. Er war nach Deutschland ausgewandert und hatte wie die meisten IM der Securitate im rumäniendeutschen Literaturbetrieb, deren Tätigkeit nach 2007 ans Licht kam, anfangs geleugnet, später sich herauszureden versucht, obwohl er, wie andere auch, Geld für seine Dienste erhalten hatte. Peter Grosz, Deutschlehrer im Beamtenverhältnis, drohte nicht nur ein Rauswurf aus dem Lehrwesen, sondern auch der Verlust seiner Pension. Das zuständige Ministerium in Rheinland-Pfalz ließ Ende August 2011 verlauten, man habe die Untersuchungen zum Fall eingestellt und Peter Grosz in den Vorruhestand versetzt.

[10]  Die titelte am 23.05.1975: „Schreibende junge Jubilare. Aktionsgruppe Banat feierte dreijähriges Bestehen im Studentenkulturhaus“.

[11] Die Bezeichnung war daraufhin jahrelang tabu, ab 1980 tauchte in den bio-bibliographischen Angaben der Hinweis auf: Gehörte zu jener Gruppe von Autoren, die unter dem Namen „Aktionsgruppe Banat“ bekannt wurden. 

[12] Bei seinen literarischen Versuchen aus der Studentenzeit sollte es bleiben, er wurde nach den drei Pflichtjahren im Lehrwesen Redakteur für den Kreis Karasch-Severin der Zeitung „Neuer Weg“, ich 1978 Dramaturg am Deutschen Staatstheater Temeswar.

[13] Die Jahresangabe 1975 auf dem Buchdeckel ist versehentlich unkorrigiert geblieben.

[14] Zu dieser Übereinkunft kamen Richard Wagner und Gerhard Ortinau mit Berwanger nach einer Lesung von Herta Müller im AMG-Literaturkreis.

[15] Es war jedenfalls der Versuch einer Veröffentlichung ohne Genehmigung, und das war laut Gesetz eine Straftat. Dieses Gesetz wurde 1984 durch ein Dekret verschärft, laut dem die Besitzer von Schreibmaschinen verpflichtet wurden, diese registrieren zu lassen und jährlich ein Schriftprobe abzuliefern, anhand derer Verfasser von eventuellen Flugblättern identifiziert werden sollten.

[16] „Hotel California“ sollte ursprünglich 1980 in einem Band erscheinen, es gab, wie das euphemistisch immer hieß, Schwierigkeiten, so dass der Verlag nur einen Teil des ursprünglichen Manuskripts druckte. Dann war es plötzlich möglich geworden, den anderen Teil des Manuskripts zu veröffentlichen, auch das gab es in einem staatlich kontrollierten Verlagswesen, die Chronologie der Texte aber, von wesentlicher Bedeutung für das ursprüngliche Konzept des Bandes, stimmte nicht mehr. Es ist eine der zahlreichen abstrusen Geschichten von Zensur in Rumänien.

[17] Auf den Urkunden sind weder das Komitee für Kultur und sozialistische Erziehung noch die Schriftstellervereinigung Temeswar genannt. Der Temeswarer Literaturkreis „Adam Müller-Guttenbrunn“ fungiert als Verleiher des Preises, die Namen der Stifter sind aufgeführt, die Urkunden vom Vorsitzenden der Jury und vom Leiter des Literaturkreises bzw. dem Sekretär  unterschrieben. 

[18] In Anlehnung an die Anthologie „Wortmeldungen“ (1972) erschienen, von William Totok redigiert, ab 1982 unter dieser Überschrift und mit der Jahreszahl versehen Sonderseiten mit Texten von Mitgliedern des AMG-Kreises, die erste Sonderseite („Wortmeldungen '82“) wurde am 17.02.1982 veröffentlicht.

[19] Und was Horst Weber betrifft, der durch seinen Leserbrief zum Namensgeber der „Aktionsgruppe“ wurde, sei bemerkt: Er räumte 2010 in der „Hermannstädter Zeitung“ seine Mitarbeit mit der Securitate ein, und wieder war es ein Leserbrief. 

[20] Meine habe ich in dem 2009 erschienenen Buch „Das Leben einer Akte“ dokumentiert, meine Schriftstellerkollegen haben sich in Printmedien, im Radio und Fernsehen zu diesem Thema geäußert und Stellung bezogen, William Totok veröffentlicht in seinem hjs-bolgspot laufend neue Dokumente zum Thema Securitate im Internet. Und was das alles auslöste, einschließlich Gerichtsverfahren, in denen Täter, die nun in Deutschland leben, versuchen, ihren Opfern den Mund zu verbieten, dürfte bekannt sein.

[21] In dem Bericht übrigens bedauert der Informant, dass er nicht das ganze Manuskript ablichten konnte, da ihm der Film ausgegangen sei.


Aus: Halbjahresschrift für südosteuropäische Geschichte, Literatur und Politik,  24. Jg.,  Nr. 1-2 / 2012,  S. 143-165

#


9. 10. 2026

Johann Lippet 

              versuch ein gefühl zu beschreiben
                                    meinen freunden

was soll ich von euch halten freunde
weil das misstrauen sich noch nicht breit gemacht hat
zwischen uns
über einen normalzustand zu reden
wäre abwegig
darüber sind wir uns einig
wie soll ich es also benennen
                       beschreiben
                       verteidigen
mein unbehagen
und wenn schon
wie soll ich es nicht nennen
              nicht beschreiben
              nicht verteidigen
mein unbehagen
und wenn schon
wie soll ich es umbenennen
              umschreiben
mein unbehagen

NBZ, 31. 12. 1978

#

5. 10. 2026

Johann Lippet gestorben

* 12. Januar 1951 - † 5. Oktober 2026

Nach einem schweren Leiden ist der Schriftsteller Johann Lippet, Gründungsmitglied der Aktionsgruppe Banat, verstorben. 

A murit scriitorul Johann Lippet, fost membru al Grupului de Acţiune Banat.

Gânduri la lectura unei poezii din anii '50

pentru Johann Lippet

 

 

îmi surprind
propria copilărie pe scena unui cămin cultural
sub cele patru tablouri uriașe ale clasicilor
ce priveau sever în sală
descopăr
zâmbetul obosit al unui muncitor fruntaș
șantierele supraaglomerate
stâlpii gri de înaltă tensiune
toți caii transformați în salam

aud urlând mașinile
care se opresc în fața caselor țărănești
și știu despre ce aveai voie să vorbești
în lungile seri de iarnă
când vecinii se refugiau unii la alții
tresărind la fiecare zgomot
conversațiile încremeneau în lumina pâlpâitoare a lămpii cu petrol
din priviri pândea frica fără cuvinte

 seara
ferestrele se închideau ermetic
speranțele dispăreau în bruiajul
din radio

fiecare mișcare era studiată
muncitorul stahanovist – modelul absolut –
vorbea în versuri de manual
stăteam pe scenă
mestecam cuvintele
un strung nu văzusem niciodată

din satul vecin
soseau veștile cu pepenii
țăranii își lăudau marfa în șoaptă
dispăreau fără zgomot
și doar mirosul de bălegar proaspăt
plutea o vreme în aer

stăteam pe scenă
cu capetele dedesubt
sala vorbea cu voce tare
înjurături într-o limbă străină

în noaptea aceea preotul dispăruse
pe ușa bisericii cineva a desenat o svastică

mă bâlbâiam
nu mi-am adus aminte de ultima strofă
vocea învăţătorului din spatele meu
se pierdea în larmă
oamenii nu ascultau
așteptau dansul
poezia mi s-a oprit în gât
un semn din cap
și scena era gata pentru următorul

 pe mine mă înghiți gaura neagră
din care sclipeau ochii învăţătorului
nu mai spunea nimic
dincolo de cortină miros de urină
acasă aburea supa grasă de duminică
în manualul meu muncitorii construiau
o hidrocentrală după alta

în grădina cu flori stăteau Timur şi băieţii săi
au pus ochii pe cărțile bunicii
pe toţi îi iubeam
și m-am bizuit pe un deznodământ fericit

În românește de William Totok și Liviu Antonesei
Timpul, nr. 3 (43), 2026, p. 10.


Gedanken beim Lesen eines Gedichtes aus den 50-er Jahren

                                                                                             Für Johann Lippet

ich ertappe
meine eigene Kindheit
auf der Bühne eines Kulterheims

unter den vier überlebensgroßen Bildern
der streng in den Saal blickenden Klassiker
ich entdecke
das müde Lächeln eines Bestarbeiters
die überbevölkerten Baustellen
die grauen Hochspannungsmasten
all die zu Salami verarbeiteten Pferde
ich höre die heulenden Autos
vor den Bauernhäusern halten
und weiß worüber man sprechen durfte
an den langen kalten Winterabenden
als die Nachbarn zueinanderflüchteten
bei jedem Geräusch zusammenzuckten
die Gespräche erstarrten im flackerndem Petroleumlicht
aus den Blicken lugte die sprachlose Angst
abends
wurden die Fenster dicht verschlossen

die Hoffnungen verschwanden im Störlärm
der aus dem Rundfunk kam

jede Bewegung war einstudiert
der Stachanowarbeiter - das absolute Vorbild -
sprach in Lesebuchversen
ich stand auf der Bühne
zerkaute die Wörter
eine Drehbank hatte ich noch nie gesehen

aus dem Nachbardorf
kamen die Nachrichten mit den Melonen
die Bauern priesen nur halblaut ihre Ware
geräuschlos verschwanden sie
und nur der Geruch von frischem Mist
schwebte noch eine Weile in der Luft

ich stand auf der Bühne
mit den Köpfen unter mir
lautes Sprechen
Schimpfen in einer fremden Sprache
in jener Nacht war der Pfarrer verschwunden
auf die Kirchentür hatte jemand ein Hakenkreuz geschmiert
ich stotterte
die letzte Strophe wollte mir nicht mehr einfallen
die Stimme des Lehrers hinter meinem Rücken
ging unter im Lärm
die Leute hörten nicht zu
sie warteten auf den Tanz
das Gedicht blieb mir in der Kehle stecken
ein Kopfnicken
und die Bühne stand bereit für den Nächsten
mich verschluckte das dunkle Loch
aus dem die Augen des Lehrers hervorblitzten
er sagte nichts mehr
hinter dem Vorhang roch es nach Pisse

zu Hause dampfte die fettige Sonntagssuppe
in meinem Lesebuch erbauten die Arbeiter
ein Wasserkraftwerk nach dem anderen
im Blumengarten stand Timur
er hatte es auf Großmutters Bücher abgesehen
ich liebte sie beide
und baute auf einen glücklichen Ausgang

William Totok

*

7.9. 2026

Landtagswahl Sachsen-Anhalt • Das vorläufige amtliche Ergebnis

AfD 43,8 % (+23,0)
CDU 17,2 % (−19,9)
SPD 9,3 % (+0,9)
GRÜNE 8,9 % (+3,0)
LINKE 8,6 % (−2,4)
BSW 5,3 % (+5,3)
FDP 2,6 % (−3,8)
Sonstige 4,3 % (−6,0)

Alegerile din Saxonia-Anhalt şi propaganda antifasciştilor de catifea din spaţiul lingvistic românesc

Antifasciştii de catifea din România se întrec în a vorbi despre pericolul AfD, dar uită că ceea ce spune acest partid naţionalist-autoritar face parte din repertoriul celor mai multe formaţiuni care populează scena politică românească – şi care propovăduiesc ceea ce preşedintele Nicuşor Dan numeşte „naţionalism sănătos“.

Comentatorii l-au descoperit brusc şi pe Hans-Thomas Tillschneider, care precizează în biografia sa oficială că s-a născut în 1978 în Temeschburg (folosind în mod ostentativ denumirea germană a oraşului Timişoara din perioada nazismului, evitînd astfel toponimul Temeswar). Cu o oarecare indulgenţă şi un ton de înţelegere pentru presupusa victimă a regimului ceauşist, se aminteşte în diverse locuri că, din cauza dictaturii naţional-comuniste, familia lui Tillschneider a părăsit România la începutul anilor 1980. Se reia, de asemenea, fără indicarea sursei, informaţia că tatăl lui Tillschneider ar fi fost preşedintele unui colhoz (în România nu existau colhozuri, ci în anii 1980 doar CAP-uri şi IAS-uri) şi că acesta l-ar fi mituit pe un securist cu o jumătate de porc. În semn de mulţumire pentru acest bacşiş, ofiţerul ar fi facilitat fuga clandestină a familiei în Iugoslavia.

Încercînd să aflu ce se ascunde în spatele acestei naraţiuni care circulă pe YouTube şi pe diverse canale media, am dat doar de un veterinar Tillschneider care a fost şeful unei ferme de vaci din cadrul unui IAS (Întreprindere Agricolă de Stat) dintr-o localitate din apropierea frontierei cu Iugoslavia (nu voi menţiona aici nici numele localităţii şi nici numele întreg al şefului de fermă).

Analiştii români, transformaţi brusc în militanţi anti-AfD, trec sub tăcere că actualul ideolog al partidului AfD este un admirator al ortodoxiei, la curent cu tezele sfîntului Dumitru Stăniloae despre naţiune, creştinism şi poporalism. (Cuvîntul „poporalism“ este o traducere din germană a termenului völkisch, folosit de Stăniloae, popularizat şi prezentat în Germania de neobositul prieten al lui Teodosie, Jürgen Henkel, în volumul: Dumitru Stăniloae. Leben-Werk-Theologie, 2017)

Tillschneider este de aceeaşi părere ca mulţi teologi ortodocşi, susţinînd că singura salvare a lumii „decadente“ şi a Occidentului nihilist, globalist, sorosist, progresist, neo-marxist etc. vine din partea ortodoxiei. Iată un singur citat din teoriile lui Tillschneider**,** care seamănă cu cele ale lui Dumitru Stăniloae, care scria: „Ortodoxia este singura înfăţişetoare autentică a cerului pe pămînt.”:

„Este suficient să participi la o slujbă românească, sîrbă, rusă sau la orice altă slujbă ortodoxă pentru a observa cît de puternic și pașnic este împletită identitatea românească, sârbă sau rusă cu credința. Prin relativizarea națională a universalismului catolic, bisericile ortodoxe par să fi devenit imune la răspîndirea acelor evoluții negative simbolizate astăzi de steagul curcubeu. Credința și națiunea se susțin reciproc. O națiune înrădăcinată în credință nu poate fi dezrădăcinată sau dizolvată, iar o credință înrădăcinată în națiune este dublu protejată împotriva ateismului și nihilismului. Ambele converg în instituția familiei tradiționale, care este esențială atît pentru supraviețuirea poporului, cît și pentru adevărata credință." (Facebook, 6.9. 2026). 


***

1914/1915. Organische Bestimmungen über Feldbordells resp. Feldpuffs. Entwurf 
1983. Anemone Latzina: Siebenbürgische Elegie 1983
22 februarie 1973. „Walter“: Notă informativă
19 noiembrie 1993. In Memoriam Anemone Latzina
1987. Claudia Schute: Die Gedanken sind frei - wer kann sie erraten? Neu! Nou!
1987. Claudia Schute: Gândurile sunt libere - cine le poate ghici? Neu! Nou!
25. Oktober 1925. Robert Reiter: Das Lämmchen (Miorița) 
5. Januar 1928. Franz Xaver Kappus: „Die Gartenlaube“ im Banat
1. Januar 1929. Alfred Margul-Sperber: Europa 1929. Fragment aus „Die Überfahrt“ Neu! Nou!
4. März 1939. Alfred Margul-Sperber: Der Gelbe
5. Dezember 1937. Alfred Margul-Sperber: Auf der Brücke. Für Rose Ausländer
23. Mai 1937. Itzik Manger: Mit stillem Schritt. Übertragung von Alfred Margul-Sperber Neu! Nou! 
25. Juli 1937. Alfred Kittner: Gute Stimme. Dank für Alfred Margul-Sperber Neu! Nou!
22. August 1968. Paul Schuster: Mit Wort und Tat Neu! Nou! 



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28. 6. 2026

85 Jahre seit dem Pogrom in Jassy – 85 de ani de la pogromul din Iaşi

27.-30. 6. 1941

 

Während des Pogroms wurden über 13.000 Juden ermordet und misshandelt. Die Darstellung des Pogroms 1941 in der gleichgeschalteten Tagespresse und später in den kommunistischen Medien dokumentieren wir hier anhand einiger bezeichnender Beispiele aus den Zeitungen: Ecoul, Dacia, Südostdeutsche Tageszeitung, Porunca Vremii, Arader Zeitung, Kronstädter Zeitung, Neue Banater Zeitung u.a.

În timpul pogromului de la Iași au fost uciși și maltratați peste 13.000 de evrei. Articole din presa vremii şi din perioada comunistă reflectă felul cum a fost perceput şi descris pogromul de-a lungul deceniilor în: Ecoul, Dacia, Südostdeutsche Tageszeitung, Porunca Vremii, Arader Zeitung, Kronstädter Zeitung, Neue Banater Zeitung ş.a.

 

[1. Juli 1941. Jüdisch-bolschewistische Terrorakte. Untertitel: Jassier Juden und Bolschewiken schossen auf deutsche und rumänische Soldaten. Fünfhundert Juden sofort hingerichtet – Aufruf an die Bevölkerung des Landes]

[2 iulie 1941. La Iaşi au fost împuşcaţi 500 evrei comunişti cari au tras în trupele româno-germane. Subtitlu: Cine nu va denunţa pe spioni şi alţi duşmani ai Ţării va fi împuşcat împreună cu întreaga familie]

[2. Juli 1941. Schärfstes Vorgehen gegen die Feinde der Menschheit. 500 jüdische Kommunisten in Jassy hingerichtet]

[2 iulie 1941. Ilie Rădulescu: Comuniştii jidani din România agenţii Moscovei. Subtitlu: Jidanii din România puşi în gardă de coreligionarii lor din Rusia asupra invaziei bolşevice. Ofensiva hoardelor comuniste urma să se deslănţue între 15 şi 20 Iulie. „Fiţi gata, pregătiţi-vă să asigurăm biruinţa revoluţiei noastre“. Supratitlu: Senzaţionala demascare a anarhismului iudaic]

[4. Juli 1941. Russische Agitatoren auf rumänischem Gebiet mittels Fallschirmen abgesetzt. In Jasi wurden 500 Terroristen erschossen]

[4 iulie 1941. Nicolae Ilieşiu: O nouă cruciadă]

[5. Juli 1941. Unter der Lupe Eine jüdische Legion?]

[28. Juni 1981. William Marin: Der Jassyer Pogrom]
[
28 iunie 1981. William Marin: Pogromul de la Iași]

  

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[1. Juli 1941. Jüdisch-bolschewistische Terrorakte. Untertitel: Jassier Juden und Bolschewiken schossen auf deutsche und rumänische Soldaten. Fünfhundert Juden sofort hingerichtet – Aufruf an die Bevölkerung des Landes]

Jüdisch-bolschewistische Terrorakte

Jassier Juden und Bolschewiken schossen auf deutsche und rumänische Soldaten

Fünfhundert Juden sofort hingerichtet – Aufruf an die Bevölkerung des Landes

Der Bukarester Rundfunk gab heute in den Mittagsstunden nachstehende amtliche Verlautbarung durch:

Die Sowjets unternehmen alles, um hinter der kämpfenden Front im Lande Unruhen und Sabotageakte anzuzetteln. Dieser Tage wurden aus Flugzeugen bolschewistische Agenten und Spione abgesetzt, von denen ein Teil gefangengenommen werden konnte. Die übrigen setzten sich mit jüdisch-kommunistischen Elementen und im Lande schon länger tätigen bolschewistischen Agenten in Verbindung und schritten mit diesen an ihr verbrecherisches Werk.

In Jasi haben bolschewistische Agenten und Judäokommunisten aus Häusern auf Soldaten der deutschen Wehrmacht und der rumänischen Armee geschossen. Als Vergeltung wurden 500 jüdisch-kommunistische Täter auf der Stelle hingerichtet.

Es ergeht der Aufruf an die Bevölkerung des Landes dort, wo bolschewistische Agenten auftauchen, den Behörden unverzüglich Meldung zu erstatten. Wer dies versäumt, wird als Komplize angesehen. In Zukunft werden ähnliche Fälle, wie die von Jasi mit der sofortigen Hinrichtung der Beteiligten samt ihrer Familie geahndet.

Südostdeutsche Tageszeitung, 68. (23.) Jg., Nr. 84, 1. Juli 1941, S. 3 (Ausgabe Banat).

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[2 iulie 1941. La Iaşi au fost împuşcaţi 500 evrei comunişti cari au tras în trupele româno-germane. Subtitlu: Cine nu va denunţa pe spioni şi alţi duşmani ai Ţării va fi împuşcat împreună cu întreaga familie]

La Iaşi au fost împuşcaţi 500 evrei comunişti cari au tras în trupele româno-germane

Cine nu va denunţa pe spioni şi alţi duşmani ai Ţării va fi împuşcat împreună cu întreaga familie

BUCUREŞTI, 1. (Rador.) — Comunicat oficial:

Sovietele urmăresc pe toate căile să producă acte de sabotaj, de desordine şi de agresiune în spatele frontului.

In acest scop, lansează din avion, cu paraşutele, spioni şi agenţi terorişti, cari iau contactul cu agenţii rezidenţi din ţară şi cu populaţia iudeo-comunistă pentru a organiza împreună acte de agresiune.

Câţiva din aceşti agenţi au fost prinşi iar actele de agresiune încercate au fost sancţionate.

La Iaşi au fost executaţi 500 de iudeo-comunişti care trăseseră focuri de armă din case asupra soldaţilor germani şi români. Toate încercările ce se vor mai face de a turbura liniştea şi ordinea, vor fi reprimate pe loc fără cruţare.

Populaţia are datoria de a divulga imediat autorităţilor locale pe toţi cei suspecţi şi pe toţi străinii, apăruţi de curând în localitate.

Cine nu divulgă la timp pe aceşti turburători ai ordinei şi siguranţei vor fi executaţi împreună cu toată familia.

Ecoul, anul 17, nr. 2294, 2 iulie 1941, p.3 (Arad)

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[2. Juli 1941. Schärfstes Vorgehen gegen die Feinde der Menschheit. 500 jüdische Kommunisten in Jassy hingerichtet]

 


Schärfstes Vorgehen gegen die Feinde der Menschheit

500 jüdische Kommunisten in Jassy hingerichtet

Bukarest, 30. Juni. (Rador). Rador veröffentlicht eine Verlautbarung, derzufolge die Sowjets mit allen Mitteln versuchen, durch Sabotageakte Unordnung zu erzeugen und Angriffe im Rücken der Front vorzubereiten. Zu diesem Zwecke setzten sie Fallschirmjäger ein, die Spione und terroristischen Agenten sind und die dann in Verbindung mit jüdischen kommunistischen Kreisen treten, um Angriffe jedweder Art durchzuführen. Einige dieser Agenten wurden schon aufgegriffen, und ihre Handlungen im Keime erstickt. In Jassy wurden 500 jüdische Kommunisten, die auf deutsche und rumänische Soldaten aus den Häusern geschossen hatten, hingerichtet. Alle Versuche, dieser Art die Ordnung und Ruhe zu stören, werden ohne Mitleid unterdrückt werden. Die Bevölkerung hat die Pflicht, den Behörden alle Fremden zu melden, die erst seit kurzem in den Ortschaften weilen. Wer diese Meldungen unterläßt, stellt sich auf Seite der Terroristen, vergeht sich gegen die Ordnung und Sicherheit des Landes und wird mit seiner ganzen Familie hingerichtet werden.

Kronstädter Zeitung, 105. Jg., Nr. 145, 2. Juli 1941, S. 3.

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[2 iulie 1941. Ilie Rădulescu: Comuniştii jidani din România agenţii Moscovei. Subtitlu: Jidanii din România puşi în gardă de coreligionarii lor din Rusia asupra invaziei bolşevice. Ofensiva hoardelor comuniste urma să se deslănţue între 15 şi 20 Iulie. „Fiţi gata, pregătiţi-vă să asigurăm biruinţa revoluţiei noastre“. Supratitlu: Senzaţionala demascare a anarhismului iudaic]

SENZAŢIONALA DEMASCARE A ANARHISMULUI JUDAIC

— Jidanii din România puşi în gardă de coreligionarii lor din Rusia asupra invaziei bolşevice. Ofensiva hoardelor comuniste urma să se deslănţue între 15 şi 20 Iulie. „Fiţi gata, pregătiţi-vă să asigurăm biruinţa revoluţiei noastre“ —

COMUNIŞTII JIDANI DIN ROMÂNIA AGENŢII MOSCOVEI

Sunt aproape zece ani decând nu ostenim să tragem toate semnalele de alarmă asupra primejdiei comuniste şi să mobilizăm conştiinţa şi reacţiunea Românismului împotriva celei mai îngrozitoare calamităţi a veacului: BOLŞEVISMUL.

De sute de ori am spus, în aceste coloane, că între comunism şi judaism există o afinitate structurală, că bolşevismul este fratele siamez al jidovismului, că anarhia sovietică este legată de Izrael, cum e omul de umbra sa. Şi am dovedit, cu atâtea mărturii impresionante că, dacă e un fapt pertinentamente exact că majoritatea comuniştilor sunt jidani, apoi este şi mai adevărat că nu există jidan — fie el şi plutocrat — care să nu fie agent al Moscovei incendiare.

Toate atentatele ce s’au pus la cale, în ultimii douăzeci de ani, împotriva Statului Român şi ordinei sale constituite au fost opera eminentă a jidanilor comunişti. În piaţa teatrului ca şi la Senat, pe valea Jiului sau la Tatar-Bunar, în sfârşit oriunde a fost vorba de o recrudescenţă comunistă, iniţiativa loviturii şi realizarea ei dinamitardă au purtat indelebil pecetea ticăloşiei lui Izrael. Dela steagurile roşii arborate, la 1919, pe clădirile instituţiilor publice şi până la ultima înscenare a Anei Pauker, Moscova şi-a recrutat agenţii revoluţiei ei dintre jidani. Elementul insurgent al României, vulcanul tuturor dezordinelor şi rebeliunilor din ţara noastră, l-au constituit permanent evreii.

Repulsia noastră împotriva judaismului nu izvora numai din jalea mizeriei pe care Izrael, cu speculaţia lui sălbatecă, o întindea dealungul şi dealatul ţării, ci din evidenţa aservirii jidanilor din România la ţelurile revoluţiei mondiale bolşevice. Iar această aservire nu ne rezulta numai din faptul că pretutindeni, în toate răbufnirile comuniste, Izrael era invariabil prezent, ci din înseşi mărturisirile evreilor, cari proclamau identitatea lor ideologică şi spirituală cu bolşevismul, sortit să deschidă căile supremaţiei izraelite în lume. Karl Marx fusese un nou profet ca altădată Moise, iar comunismul o nouă religie ebraică, menită să robească popoarele lumii şi să le aducă, printr’o baie de sânge, sub sceptrul dominaţiei judaice pe întreaga planetă.

In măsura în care am putut, dela 1939 încoace, de când raţiuni de politică externă au dictat scrisului nostru antibolşevic o excesivă rezervă, n’am lipsit să strecurăm, în paginile acestui ziar, toate îngrijorările asupra primejdiei comuniste. Era limpede pentru toată lumea, că tâlharii dela Moscova îşi recrutau, la noi, agenţii revoluţiei comuniste, pe care urmau s’o provoace, revoluţie internă la adăpostul căreea aveau să dea ordin hoardelor armate asiatice să înainteze, „spre a dezrobi România şi pe tovarăşii lor încătuşaţi, din jugul dictaturii fasciste“. Şi tot atât de evident era că lumea interlopă infamă şi trădătoare, din rândurile căreea bolşevicii îşi alegeau uneltele mizerabile, o constituia exclusiv „poporul ales“ al lui Izrael, vermina abjectă pe care Românismul, în larga lui toleranţă, o obloşise pe pământul sfânt al Patriei.

Mişelia jidanilor faţă de ţara care le acordase o ospitalitate aşa de generoasă? Dar ce altceva mai mult decât bucuria frenetică şi cu steagurile roşii larg desfăşurate, ce altceva mai ofensator decât sărbătoarea cu care jidovii din Basarabia întâmpinaseră intrarea bestiilor bolşevice în Basarabia, în vreme ce nu însoţiseră decât cu fulgere de ură şi gloanţe, scumpa noastră oştire în retragere, — ar fi putut să ne mărturisească mai revoltător starea de spirit criminală a lui Izrael, fraternizarea lui cu viperele dela Moscova, duşmănia sa faţă de această Românie pe care o despuiaşe vreme de aproape un veac?

Când noi, încă din primăvara acestui an, am cerut insistent internarea tuturor jidanilor în lagăre, n’am făcut-o dintr’un simplu capriciu antisemit, ci din poruncile de apărare ale Neamului împotriva acţiunii nefaste a jidanilor-comunişti din România. Foarte multe scrisori venite de peste Prut, trimese de jidovii de-acolo coreligionarilor şi tovarăşilor lor de anarhie din România, certificau prezenţa Moscovei la noi şi existenţa unei agitaţii criminale bolşevice, pusă la cale, alimentată şi organizată de evreimea „noastră“.

Dintre multele mesagii pe care le-am văzut, unul din Chişinău, adresat, la 20 Aprilie 1941, unui jidan Friedman din calea Văcăreşti 120 sau 220 — scrisoare pe care am socotit-o la vreme drept o farsă, fiindcă nu ne puteam închipui că un conţinut aşa de grav putea să circule cu atâta uşurinţă, scrisoare care, totuşi, în lumina întâmplărilor de azi ne apare perfect verosimilă — avea următorul cuprins:

„DRAGĂ IANCULE,

Nu trebuie să disperaţi. Criza din afacerile noastre este foarte scurtă. Gândim noi la ea, la leacul ei, şi lucrăm să-i punem capăt. Cel mai târziu la jumătate de Iulie, atunci când toţi se vor gândi mai puţin, se va întâmpla ceeace aşteptăm cu toţii pentru bunul mers al speranţelor noastre.

Ne vom vedea atunci. Capitalurile pe care le rulăm sunt foarte importante şi nimic nu va împiedeca reuşita lor în toate afacerile noastre din toate părţile. Sunt aşa de sigur că vom câştiga, cum ştiu că tu ai acelaş gând cu mine.

Important este altceva: ca şi voi să nu dezarmaţi şi să nu lăsaţi să se piardă toată munca de până acum.

Noi de aici contăm foarte mult pe ajutorul vostru, pe acţiunea, pe devotamentul şi pe sforţarea familiei noastre. Fiindcă trebuie să găsim la venirea noastră acolo începutul pe care vom clădi afacerile noastre şi vom spori puterea noastră.

La revedere, deci, în cel mult trei luni. Salutări la toţi.

SAUL“

Aşa dar, e limpede. Ocolind o rostire răspicată a planurilor sale criminale, jidovul din Chişinău invită pe fraţii săi dela Bucureşti să nu desnădăjduiască. Va fi de foarte scurtă durată „criza din afacerile noastre“, adică reacţiunea antisemită din România. Cel mai târziu în trei luni, adică până la 20 Iulie, invazia comunistă („ceeace aşteptăm pentru triumful speranţelor noastre“) trebuie să se producă. „Ne vom vedea atunci“ — asigură ji...

(Continuare în pag. 3-a)

danul de peste Prut. „Capitalurile — adică forţele sovietice — pe care le rulăm sunt foarte importante“. Nimic nu le va putea împiedeca succesul, în toate părţile, adică pretutindeni de unde jidanii au fost înlăturaţi în Europa. „Voi însă să nu dezarmaţi, să înteţiţi agitaţia comunistă, fiindcă noi contăm pe voi, pe sforţarea familiei noastre“, a lui Izrael, fără îndoială.

Jidanii din România erau armata internă cu care hoardele bolşevice invadatoare trebuiau să-şi dea mâna, constituiau fermentul anarhiei care urma să se dezlănţuie în interior, spre a ne slăbi orice forţă de rezistenţă împotriva duşmanului. Atacaţi din front de către bolşevici şi loviţi pe la spate de mişelia judaică, România autentică trebuia să se prăbuşească, spre a face loc unei Republici sovietice răstignită de către bestiile judeo-comuniste.

Că-i aşa, că, adică, nu ne-am înşelat nici ieri când demascam primejdia fraternizării anarhiste a jidanilor din România cu stăpânii lor dela Moscova, şi că nu exagerăm nici azi când afirmăm că aceiaşi jidani „români“ sunt auxiliarii duşmanilor de peste graniţă — ne-o confirmă însuşi comunicatul oficial de ieri care constată că actele de sabotaj, din spatele frontului, sunt întreprinse de bolşevici cu concursul agenţilor lor din ţară şi cu sprijinul populaţiei judeo-comuniste, hrănită din sudoarea muncii româneşti.

Executarea, în consecinţă, a 500 de spioni judeo-comunişti şi de unelte ale celei mai infame trădări, este un act legitim de apărare a Neamului, este o poruncă sacră a victoriei noastre de arme. Generalul Antonescu este şi de data aceasta, cu hotărîrea sa implacabilă de a pedepsi mişelia iudaică, interpretul credincios al simţirii şi revoltei naţionale împotriva ticăloşilor vânzători de ţară.

Ce dovedeşte, însă, reacţiunea promptă a generalului, care-i, fără îndoială, inima cea mai generoasă, sufletul cel mai fierbinte pentru toate legile umanităţii? Clar: îndrăzneala jidovilor a trecut toate marginile inconştienţei şi ale crimei.

In satele pe care le-au invadat în jurul Capitalei şi de teama bombardamentelor, jidanii au dezlănţuit propaganda defetistă între săteni, îndemnându-i să asculte emisiunile în limba română ale posturilor inamice dela Moscova şi dela Londra.

Pretutindeni Izrael este la lucru împotriva ţării, care-l oblăduieşte şi-l apără cu sângele fiilor ei.

Am întreba, repetând cele ce scriam alaltăeri: De ce întârziem cu internarea jidanilor în lagărele de muncă? De ce toată vermina oraşelor, de ce liota iudaică din cafenelele Dudeştilor şi Văcăreştilor, de ce toţi agenţii dinamitarzi ai liniştei şi siguranţei aşezărilor noastre urbane nu sunt adunaţi cu sbilţul şi făcuţi inofensivi în ţarcurile câmpurilor de concentrare şi de muncă? De ce-am îngădui jidanilor să se răsfeţe în satele din jurul Bucureştilor, în contact cu sângele curat al ţărănimii noastre şi cu obiceiurile ei provoslavnice? De ce nu i-am trimete în ghettouri?

Revărsarea obraznică, a celei mai criminale vrăjmăşii iudaice, dela Iaşi, nu pledează oare imperativ pentru imediata încarcerare a jidanilor în lagărele de muncă?

Dr. ILIE RĂDULESCU

Porunca Vremii, anul 10, nr. 1971, 2 iulie 1941, pp. 1 şi 3.

CINCI SUTE judeo-comunişti EXECUTAŢI la IAŞI

COMUNICAT

SOVIETELE URMARESC PE TOATE CAILE SA PRODUCA ACTE DE SABOTAJ, DE DEZORDINE ŞI DE AGRESIUNE, IN SPATELE FRONTULUI.

IN ACEST SCOP, LANSEAZA DIN AVION — CU PARAŞUTELE — SPIONI ŞI AGENŢI TERORIŞTI, CARI IAU CONTACTUL CU AGENŢII REZIDENŢI DIN ŢARA ŞI CU POPULAŢIA IUDEO-COMUNISTA, PENTRU A ORGANIZA IMPREUNA ACTE DE AGRESIUNE.

CAŢIVA DIN ACEŞTI AGENŢI AU FOST PRINŞI, IAR ACTELE DE AGRESIUNE INCERCATE AU FOST SANCTIONATE.

LA IAŞI AU FOST EXECUTAŢI 500 IUDEO-COMUNIŞTI CARE TRASESERA FOCURI DE ARMA DIN CASA ASUPRA SOLDAŢILOR GERMANI ŞI ROMÂNI.

TOATE INCERCARILE CE SE VOR MAI FACE DE A TURBURA LINIŞTEA ŞI ORDINEA, VOR FI REPRIMATE PE LOC, FARA CRUŢARE.

POPULAŢIA PAŞNICA ARE DATORIA DE A DIVULGA IMEDIAT AUTORITAŢILOR LOCALE, PE TOŢI CEI SUSPECŢI ŞI PE TOŢI STRAINII, APARUŢI DE CURAND IN LOCALITATE. CINE NU DIVULGA LA TIMP PE ACEŞTI TURBURATORI AI ORDINEI ŞI SIGURANŢEI, VOR FI EXECUTAŢI IMPREUNA CU TOATA FAMILIA LOR.

Porunca Vremii, anul 10, nr. 1971, 2 iulie 1941, p. 3.

 

Anmerkung: Übersetzung der Dachzeile, des Titels und Untertitels: „SENSATIONELLE ENTLARVUNG DES JÜDISCHEN ANARCHISMUS / — Die Juden in Rumänien wurden von ihren Glaubensgenossen aus Russland vor der bolschewistischen Invasion gewarnt. Die Offensive der kommunistischen Horden sollte zwischen dem 15. und 20. Juli losbrechen. „Seid bereit, bereitet euch vor, damit wir den Sieg unserer Revolution sichern“ — / DIE JÜDISCHEN KOMMUNISTEN IN RUMÄNIEN SIND DIE AGENTEN MOSKAUS”

Der antisemitische Text stammt aus der Feder des nach dem Krieg verurteilten Kriegsverbrechers Ilie Rădulescu und ist in der rumänischen Zeitung Porunca Vremii erschienen. Er dokumentiert nicht nur die staatlich gelenkte, radikale antisemitische Propaganda des faschistischen Antonescu-Regimes unmittelbar nach dem Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion (Unternehmen Barbarossa), sondern auch die Einstellung des Verfassers, der sämtliche Propagandaregister bedient: Die Verschwörungstheorie vom „Jüdischen Bolschewismus“, die historische Sündenbock-Zuweisung, die Rechtfertigung des Pogroms von Iași, die radikalen Forderungen nach Masseninternierung aller Juden in Konzentrations- und Arbeitslagern sowie deren Einweisung in Ghettos. Ähnliche Forderungen formulierte auch die Südostdeutsche Tageszeitung.

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 [4. Juli 1941. Russische Agitatoren auf rumänischem Gebiet mittels Fallschirmen abgesetzt. In Jasi wurden 500 Terroristen erschossen]

Russische Agitatoren auf rumänischem Gebiet mittels Fallschirmen abgesetzt

In Jasi wurden 500 Terroristen erschossen

Bukarest. (RB) Der Bukarester Sender gab durch Sondermeldung bekannt, daß sowjetrussische Agitatoren mittels Fallschirmen durch Sowjet-Flugzeuge auf rumänisches Gebiet abgesetzt werden, um im Rücken der Armee Sabotage- und Terrorakte im Vereine mit hiesigen Kommunisten durchzuführen. An verschiedenen Orten wurden derartige Personen bereits festgenommen.

In Jasi, wo aus Wohnungen auf deutsch-rumänisches Militär von jüdisch-kommunistischen Agitatoren geschossen wurde, sind 500 Personen hingerichtet worden.

In Hinkunft werden jene Personen, denen der Aufenthaltsort von Agitatoren bekannt ist und diesen nicht sofort anmelden, oder an Sabotage- und Terrorakten teilnehmen, samt ihren Familien hingerichtet.

Arader Zeitung, 4. Juli 1941 S. 3.

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[4 iulie 1941. Nicolae Ilieşiu: O nouă cruciadă]

[O] nouă cruciadă

[Sosi]se anul o mie şi Europa se ve-[dea a]meninţată de păgânismul asiatic. [Imperi]ul bizantin, se svârcoleşte în con-[vulsii]le ultimelor secole. Purpura im-[perială] roasă de intrigile bizantine, de [lupte] religioase şi de mulţimea bar-[barilor] năvălitori, — se întunecă din zi [în zi]. Creştinismul, cultura europeană [se aflau în] grea răspântie.

[Atunci] se nasc cruciadele, cari au răs-[scolit] Europa, peste 200 ani. Freamătul [mistic] străbate toate neamurile Euro-[pei. Toţi] într'un gând se ridică pentru [salva]rea culturii creştine.

[Au] mers astfel milioane de oameni [spre d]eşerturile Asiei, murind pentru creşti-[nism] cu strigătul ultim: Isuse.

[Păgâ]nismul se întinde, sdrobind im-[periul] bizantin şi ameninţând Europa [întrea]gă.

[Dar] iată că în drumul pârjolului pă-[gân] se ridică armata lui Mircea — [Domnul] Ţării Româneşti. Îl opreşte la [Dună]re. Astfel se naşte, contra distru-[gători]lor de civilizaţie, — înălţătoarea [epocă] a veacului al 14, cu luptele dela [Câmpia] Mierlei, Rovine, Nicopole. Ar-[matele] lui Sigismund împăratul ger-[man] şi ale lui Mircea domnitorul ro-[mân] opresc pe turci şi apără Europa [de pie]ire.

[Au t]recut de atunci secole. Antihristul [a] ridicat iar veninosu-i cap. De peste [24 ani] biserica creştină din Rusia, e [urâtă], mai rău decât în timpul lui [Nero]. Legăturile familiei destrămate, [feme]ea retrogradată la stare de pri-[mă]vire, tot ce e sfânt şi nobil batjo-[corit]. Ignoranţa şi prostia preamărite [şi ri]dicate la rangul de dogme conducă-[toare].

[Din] astfel de cloacă, a răspândit mires-[me o]trăvitoare timp de 24 ani, asupra [Euro]pei europene.

[Dar a] sosit timpul de-a dispare. Contra [acestui] cuib de infecţie s'a pornit o nouă [crucia]dă, în asentimentul şi participarea [între]gii lumi civilizate europene.

[Şi] acum, caşi cu secole în urmă, în [frunte]a cruciadei e poporul german sub [condu]cerea marelui Führer, şi cel ro-[mân] sub conducerea providenţialului [Gener]al I. Antonescu. Frăţia de arme [germa]no-română, salvează din nou Eu-[ropa] de pericolul anarhiei.

[Prin] distrugerea bolşevismului rusesc, [se ex]tirpează din lume cuibul care alimen-[tează] anar[hia] şi desordinea. Iată pentru ce [la a]ceastă sfântă cruciadă, iau parte [toate] popoarele Europei. Spania pregă-[teşte] un corp de voluntari falangişti, [Italia] recrutează tineri cari de bună [voie vor] lupta contra bolşevicilor, ar-[mata slo]vacă a trecut frontiera pentru [a lupta] alături de armata Reichului, ţă-[rile] baltice scăpate de tirania rusească, [tri]mit fiii la sfânta cruciadă, emi-[granţi]i ruşi se constitue în detaşamente [de volu]ntari. Iar Italia, — care a sân-[gerat] în lupta contra bolşevismului şi [a scris] pagini de glorie dărâmând hi-[dra masonică] în luptele din Spania, — [e o] parte activă contra teroarei bol-[şevice].

[E un] războiu sfânt, o cruciadă la ca-[re iau] parte aproape toate popoarele [creş]tine din Europa.

[Sunt]em mândri, că armata şi poporul [român], şi acum ca şi altădată îşi are rol-[ul prin]cipal, întru apărarea culturii euro-[pene] contra distrugătorilor de neam, [biseri]că şi familie.

Nicolae Ilieşu

Dacia, anul III, nr. 66, 4 iulie 1941, p. 1.

 

Anmerkung. Aufgrund der starken Krümmung, Unschärfe und des abgeschnittenen linken Randes in der Kopie des Artikels von Ilieşiu wurden in der Transkription einige Wortanfänge und Buchstaben rekonstruiert bzw. in eckige Klammern gesetzt. Eine Straße in Temeswar trägt den Namen des Verfassers. Der Text ist in der antisemitischen und antibolschewistischen Propagandasprache („neuer Kreuzzug“) zur Rechtfertigung des Krieges gegen die Sowjetunion und der Stigmatisierung der Juden als bolschewistische Agenten, vaterlandslose Internationalisten und Feinde des rumänischen Volkes verfasst.

 

Adnotare. Deoarece copia articolului lui Ilieşiu din ziarul care a apărut sub egida „Astrei bănăţene“, la Timişoara, este deterioratată, iar unele cuvinte nu pot fi descifrate, am reconstituit textul. Părţile aproape ilizibile au fost puse între paranteze drepte. O stradă din Timişoara poartă numele autorului acestui text.

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[5. Juli 1941. Unter der Lupe. Eine jüdische Legion?]

Unter der Lupe

Eine jüdische Legion?

„Eine jüdische Legion gegen die Kommunisten“. Diese Gedanken-Mißgeburt, die in den Spalten des hiesigen rumänischen Blattes „Vestul“ gastliche Aufnahme fand, entstammt dem talmudistischen Nebelgehirn eines Juden, der sich Henri Bernstein nennt und sich als „Vertreter der Juden im Banat“ bezeichnet. Eine Heerschar Jehovas im vollen Pajeschschmuck will der Jude, wie aus seinem Schreiben an die Schriftleitung des Blattes hervorgeht, General Antonescu anbieten, die an der Front gegen die Kommunisten eingesetzt werden soll. Man weiß eigentlich nicht, über was man erstaunter sein soll: über den geharnischten Juden und seine Unverfrorenheit, in die Reihen der Kämpfer gegen den jüdischen Bolschewismus ausgerechnet seine Rassegenossen einzuschmuggeln, über die Naivität des Blattes, das der Verzapfung dieses üblen semitischen Gehirnsaftes bereitwillig Raum gewährt. Dem Juden Henri Bernstein muß sehr viel daran liegen, einer jüdischen Legion den Weg ins Kampfgebiet zu ebnen. Man merkt es an der raffinierten Anstrengung, dem Mißtrauen, das er in seine Kalkulation von vornherein einstellte, die Spitze dadurch zu nehmen, daß er von der „großen Masse immoralischer Elemente im Judentum“ spricht, die durch ihren „Charakter“ (wo ist da auch nur noch eine Spur von Charakter?!) zur „Notwendigkeit eines antisemitischen Kreuzzuges“ beigetragen hätten. Er täuscht Empörung vor über den verbrecherischen Ueberfall jüdischer Bolschewisten auf deutsche und rumänische Soldaten in Jassy und fordert die Ausrottung aller Kommunisten, die es im Schoße des Judentums gibt! Nach allen diesen unschuldtriefenden Beteuerungen, denen nur eine völlige Instinktlosigkeit in der Frage semitischer Hinterhältigkeit Glauben schenken kann, wartet unser Henri mit seinem Projekt einer jüdischen Legion auf. Nachdem die Armee von den Juden gesäubert worden ist, wird dieser Versuch unternommen, um die kämpfende Front vielleicht doch mit jüdischen Zersetzern spicken zu können. Zu allen Zeiten und in allen Ländern sah das Judentum seine Mission darin, die nationale Kraft der Völker auszuhöhlen. Diese Möglichkeit ist ein für allemal vorbei. Damit wird sich auch Henri Bernstein, der Rumänien mit einer antikkommunistisch getarnten jüdischen Zersetzungslegion beschenken möchte, abfinden müssen. Seinem Tätigkeitsdrang und dem Tatendurst seiner Rassegenossen kann aber abgeholfen werden. Statt einer alttestamentarischen Heerschar neuzeitliche Arbeitskolonnen mit Schaufel, Spaten und Spitzhacke — das ist die geeignetste Form, den Ueberschuß jüdischer Energien einmal auch für das Land nutzbar zu machen. Unser Henri wird bald das Privileg haben, in einer solchen Kolonne doppelt so viel zu arbeiten als jeder andere.

Südostdeutsche Tageszeitung, 68. (23.) Jg., Nr. 88, 5. Juli 1941, S. 4 (Ausgabe Banat).

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[28. Juni 1981. William Marin: Der Jassyer Pogrom]

[28 iunie 1981. William Marin: Pogromul de la Iași]

 

Der Jassyer Pogrom

EIN DUNKLES BLATT IN DER GESCHICHTE / Von Dr. William Marin

Es war an einem Sonntag vor vierzig Jahren, am 29. Juni 1941, als in Jassy eine deutsche Militäreinheit, unterstützt von einzelnen rumänischen Soldaten sowie von Zivilisten mit faschistischen Überzeugungen, zumeist Mitglieder der Eisernen Garde, ein Massaker gegen wehrlose Juden entfesselte. Der Jassyer Pogrom hatte den Tod Tausender unschuldiger Menschen zur Folge. Später, beim Nürnberger Kriegsverbrecherprozess, gestand Sturmbannführer Heinz Ohlendorf, der das Einsatzkommando D befehligt hatte, seine persönliche Verantwortung für den Tod von 90 000 Opfern, darunter auch die vom Juni 1941 in Jassy.

Der Jassyer Pogrom ist eines der vielen Gemetzel, die die Faschisten im Laufe des zweiten Weltkrieges gegen Juden verübten. Die Nazis sind verantwortlich für den Tod von 12 Millionen Menschen, die in Konzentrationslagern umkamen. Die Hälfte der Opfer waren Juden.

Die Geschichte der Verfolgungen gegen dieses Volk ist eigenartig und gleichzeitig einmalig. Besiegt von den Römern, wurde Israel, ein kleines Volk, vor ungefähr 2000 Jahren aus seiner Heimat vertrieben und gleichsam wie Spreu „vom Winde verweht“ unter alle Völker der Erde. Es hat aber nie aufgehört, seine kulturelle und nationale Eigenart zu bewahren. Der bekannte englische Historiker Arnold Toynbee kommentierte diese Tatsache mit den Worten: „Wie für ein langes Leben, so leben die Juden weiter — das gleiche, eigentümliche Volk — heute noch, lange Jahrhunderte, nachdem die Phönizier und die Philister ihre Identität verloren haben, ihre alten syrischen Nachbarn sind in den Schmelztiegel geraten und neu geprägt worden, mit neuen Bildern und Aufschriften, während Israel sich diesem Prozess gegenüber als unempfindlich erwiesen hat...“

Wie erklärt sich aber der furchtbare Leidensweg der Juden, der Hass, mit dem sie gleich nach der Zerstörung ihres Staates noch im Altertum verfolgt wurden? Schon vor 2000 Jahren verfasste der jüdische Gelehrte Josephus Flavius gegen die Verleumdungen des Griechen Appion eine Streitschrift. Die giftigen Angriffe des Griechen gründeten auf der Tatsache, dass die Juden als einziges unter den von Alexander dem Grossen unterworfenen Völkern sich nicht hellenisieren liess. Ebenso weigerten sie sich auch den römischen Göttern zu dienen, obwohl die christliche Religion in Israel ins Leben gerufen wurde und die meisten Apostel Juden waren, blieb das Volk seiner alten Religion treu. Gegen die Juden wurde die ungerechtfertigte Anschuldigung der „Christusmörder“ formuliert und nachher eine hasserfüllte christliche Straftheologie entwickelt. So entstand der blutrünstige christliche Antisemitismus. Im ganzen Mittelalter sah man im Hassen und Töten der „Christusmörder“ ein gottgefälliges Werk. Insbesondere die Kreuzfahrer, die in den „heiligen Krieg“ zogen, verübten unzählige Massaker gegen die Juden. Tausende und Tausende von Juden wurden auf den Scheiterhaufen der Inquisition verbrannt, weil sie nicht bereit waren, sich zu bekehren. Nach zuverlässigen Schätzungen von Historikern wurden vom frühen Mittelalter bis zum Jahre 1932 mehr als sieben Millionen Juden in Europa getötet.

Der moderne faschistische Antisemitismus ist nur eine Fortsetzung des von der Kirche jahrhundertelang verbreiteten Judenhasses. Diese tief eingewurzelten Vorurteile nutzten Hitler, Horthy, Antonescu, Horia Sima und andere Faschistenführer für ihre politischen Zwecke.

Obwohl auch in Rumänien ultrareaktionäre Politiker, wie der Jassyer Professor A. C. Cuza und sein Jünger Corneliu Zelea Codreanu (der später die „Eiserne Garde“ gründete) den Antisemitismus mit allen Mitteln propagierten, konnten sie dennoch das Volk nie für eine Ausrottung der Juden gewinnen. Als die Mitglieder der „Eisernen Garde“ im Januar 1941 in Bukarest ein Pogrom organisierten, wurde diese Ruchlosigkeit von der öffentlichen Meinung scharf verurteilt. Auch während des Pogroms in Jassy gab es viele Solidaritätsbekundungen seitens der rumänischen Bevölkerung den verfolgten Juden gegenüber. Als dann im Laufe des Jahres 1942 die Nazis unter der Führung von Adolf Eichmann die massenhafte Ausrottung der Juden durch Vergasung in den Konzentrationslagern begannen, unterstützte Rumänien diese Tätigkeit nicht. Im Laufe des Monats August 1942 beklagte sich Eichmann, „dass die rumänische Seite ihm Schwierigkeiten bereitet.“ Anfangs verzögerte Antonescu die Deportierung der rumänischen Juden nach Polen in die Todeslager, und erklärte nachher klipp und klar, dass er gegen eine solche Lösung sei. Die Deportierung hätte mit den Temeswärer und Arader Juden im September 1942 beginnen sollen, aber kein einziger Zug mit rumänischen Juden ging nach Polen ab. Statt solch einer unmenschlichen „Lösung“ sprach sich General Antonescu für die Aussiedlung der Juden nach Palästina aus. Diese Aktion begann trotz Hitlers Einwände noch im Laufe des Jahres 1942 und wurde in den nächsten Jahren fortgesetzt. Auch viele polnische, ungarische, slowakische Juden konnten damals durch Rumänien nach Palästina auswandern und so ihr Leben retten.

Als 1943 der Aussenminister des Dritten Reiches Joachim von Ribbentrop beim rumänischen Vizepräsidenten der Regierung, Mihai Antonescu, vorstellig wurde und verlangte, Rumänien solle die Auswanderung der Juden nach Palästina nicht erlauben, um die Araber nicht zu beunruhigen, antwortete ihm dieser: „Ich habe schon Herren von Killinger (der deutsche Gesandte in Bukarest — W. M.) gesagt, dass die rumänische Regierung die Juden nicht tötet und nicht gewillt ist, das jüdische Problem durch Ausrottung zu lösen; dass es für die Aussiedlung sei, und ich bitte Herrn von Ribbentrop, wenn er die Gefühle der Araber berücksichtigt, so soll er auch die der Rumänen in Betracht ziehen“ (zitiert nach A. Kareţki, M. Covaci, Zile însângerate la Iaşi, 28-30 iunie 1941, Editura politică, Bukarest, 1978, S. 110).

Auf diese Weise konnten in Rumänien die meisten Juden die finstere faschistische Diktatur überleben. Die humanen Gefühle des rumänischen Volkes waren stärker als der sture Fanatismus der Nazis und der Eisengardisten.

Der Sieg der antifaschistischen und antiimperialistischen Revolution der sozialen und nationalen Befreiung am 23. August 1944 brachte für das rumänische Volk und die mitwohnenden Nationalitäten eine neue Epoche. Das nationale Problem wurde auf demokratischer Basis gelöst, durch den Weg zum Sozialismus wurden Ausbeutung und Diskrimination ein Ende bereitet. Heute leben alle Bürger unserer Heimat brüderlich zusammen, jeder respektiert die nationale Eigenart des anderen. Nationalismus und Antisemitismus werden im sozialistischen Rumänien nicht geduldet, sondern bekämpft.

NBZ, XXV. Jg. Nr. 5771, 28. Juni 1981, S. 4.

 

Pogromul de la Iași

O PAGINĂ NEAGRĂ ÎN ISTORIE / De Dr. William Marin

 

Se întâmpla într-o duminică de acum patruzeci de ani, pe 29 iunie 1941, când o unitate militară germană din Iași, sprijinită de câțiva soldați români, precum și de civili cu convingeri fasciste, majoritatea membri ai Gărzii de Fier, a declanșat un masacru împotriva evreilor lipsiți de apărare. Pogromul de la Iași a avut ca urmare moartea a mii de oameni nevinovați. Mai târziu, în timpul Procesului Crimelor de Război de la Nürnberg, Sturmbannführer-ul Heinz Ohlendorf, care comandase Einsatzkommando D, și-a recunoscut responsabilitatea personală pentru moartea a 90.000 de victime, inclusiv a celor din iunie 1941 de la Iași.

Pogromul de la Iași este unul dintre multele masacre pe care fasciștii le-au comis împotriva evreilor în cursul Celui de-al Doilea Război Mondial. Naziștii sunt responsabili pentru moartea a 12 milioane de oameni care au pierit în lagărele de concentrare. Jumătate dintre victime au fost evrei.

Istoria persecuțiilor împotriva acestui popor este aparte și, în același timp, unică. Înfrânt de romani, Israelul, un popor mic, a fost alungat din patria sa în urmă cu aproximativ 2000 de ani și împrăștiat ca pleava „luată de vânt” printre toate popoarele pământului. Cu toate acestea, nu a încetat niciodată să își păstreze identitatea culturală și națională. Cunoscutul istoric englez Arnold Toynbee a comentat acest fapt prin cuvintele: „Ca pentru o viață lungă, așa trăiesc evreii mai departe — același popor deosebit — și astăzi, la multe secole după ce fenicienii și filistenii și-au pierdut identitatea, vechii lor vecini sirieni au intrat în creuzet și au fost reformulați, cu noi imagini și inscripții, în timp ce Israelul s-a dovedit a fi imun în fața acestui proces...”

Cum se explică însă drumul teribil de suferință al evreilor, ura cu care au fost persecutați încă din antichitate, imediat după distrugerea statului lor? Deja în urmă cu 2000 de ani, învățatul evreu Josephus Flavius a redactat o scriere polemică împotriva calomniilor grecului Apion. Atacurile veninoase ale grecului se bazau pe faptul că evreii au fost singurii, dintre popoarele supuse de Alexandru cel Mare, care nu s-au lăsat elenizați. De asemenea, ei au refuzat să se închine zeilor romani; deși religia creștină a luat ființă în Israel și majoritatea apostolilor au fost evrei, poporul a rămas fidel vechii sale religii. Împotriva evreilor a fost formulată acuzația nedreaptă de „ucigași ai lui Cristos”, iar ulterior s-a dezvoltat o teologie penală creștină plină de ură. Astfel a luat naștere antisemitismul creștin sângeros. În tot Evul Mediu, urârea și uciderea „ucigașilor lui Cristos” erau privite ca o fapta plăcută lui Dumnezeu. În special cruciații, care porniseră în „războiul sfânt”, au comis nenumărate masacre împotriva evreilor. Mii și mii de evrei au fost arși pe rugurile Inchiziției pentru că nu erau pregătiți să se convertească. Conform unor estimări de încredere ale istoricilor, din Evul Mediu timpuriu și până în anul 1932, peste șapte milioane de evrei au fost uciși în Europa.

Antisemitismul fascist modern este doar o continuare a urii împotriva evreilor, propagată timp de secole de către Biserică. Aceste prejudecăți adânc înrădăcinate au fost folosite de Hitler, Horthy, Antonescu, Horia Sima și alți lideri fasciști în scopurile lor politice.

Deși și în România politicieni ultrareacționari, precum profesorul ieșean A. C. Cuza și discipolul său Corneliu Zelea Codreanu (cel care a fondat mai târziu „Garda de Fier”), au propagat antisemitismul prin toate mijloacele, ei nu au reușit totuși niciodată să câștige poporul pentru o exterminare a evreilor. Atunci când membrii „Gărzii de Fier” au organizat un pogrom la București în ianuarie 1941, această ticăloșie a fost condamnată cu fermitate de opinia publică. De asemenea, în timpul pogromului de la Iași, au existat multe manifestări de solidaritate din partea populației române față de evreii persecutați. Când, în cursul anului 1942, naziștii, sub conducerea lui Adolf Eichmann, au început exterminarea în masă a evreilor prin gazare în lagărele de concentrare, România nu a sprijinit această activitate. În cursul lunii august 1942, Eichmann se plângea „că partea română îi creează dificultăți”. La început, Antonescu a amânat deportarea evreilor români în Polonia, în lagărele morții, iar ulterior a declarat clar și răspicat că se opune unei astfel de soluții. Deportarea ar fi trebuit să înceapă cu evreii din Timișoara și Arad în septembrie 1942, însă niciun tren cu evrei români nu a plecat spre Polonia. În locul unei asemenea „soluții” inumane, generalul Antonescu s-a pronunțat pentru emigrarea evreilor în Palestina. Această acțiune a început, în ciuda obiecțiilor lui Hitler, încă în cursul anului 1942 și a continuat în următorii ani. De asemenea, mulți evrei polonezi, unguri și slovaci au putut emigra atunci prin România către Palestina, salvându-și astfel viața.

Când, în 1943, ministrul de externe al Celui de-al Treilea Reich, Joachim von Ribbentrop, s-a prezentat la vicepreședintele guvernului român, Mihai Antonescu, și a cerut ca România să nu permită emigrarea evreilor în Palestina pentru a nu-i îngrijora pe arabi, acesta din urmă i-a răspuns: „I-am spus deja domnului von Killinger (trimisul german la București — W. M.) că guvernul român nu îi ucide pe evrei și nu este dispus să rezolve problema evreiască prin exterminare; că este în favoarea emigrării și îl rog pe domnul von Ribbentrop, dacă ține cont de sentimentele arabilor, să le ia în considerare și pe cele ale românilor” (citat după A. Kareţki, M. Covaci, Zile însângerate la Iaşi, 28-30 iunie 1941, Editura Politică, București, 1978, p. 110).

În acest fel, majoritatea evreilor din România au putut supraviețui obscurei dictaturi fasciste. Sentimentele umane ale poporului român au fost mai puternice decât fanatismul rigid al naziștilor și al gardiștilor.

Victoria revoluției antifasciste și antiimperialiste de eliberare socială și națională de la 23 august 1944 a adus o nouă epocă pentru poporul român și naționalitățile conlocuitoare. Problema națională a fost rezolvată pe o bază democratică, iar prin calea către socialism s-a pus capăt exploatării și discriminării. Astăzi, toți cetățenii patriei noastre trăiesc în frăție, fiecare respectând specificul național al celuilalt. Naționalismul și antisemitismul nu sunt tolerate în România socialistă, ci sunt combătute.

Neue Banater Zeitung, anul XXV, nr. 5771, 28 iunie 1981, p. 4.


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 (Notă: Textul – într-o traducere automată - reflectă perspectiva istoriografică oficială din România perioadei naţional-comunist-ceauşiste).

 

 

Weitere Beiträge / Alte articole despre pogrom

80 Jahre seit dem Pogrom von Jassy / 80 de ani de la Pogromul din Iaşi: in: Halbjahresschrift – hjs-online, News 2021

 

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Vergessene Texte - Texte uitate 


1914/1915. Organische Bestimmungen über Feldbordells resp. Feldpuffs. Entwurf 
1983. Anemone Latzina: Siebenbürgische Elegie 1983
22 februarie 1973. „Walter“: Notă informativă
19 noiembrie 1993. In Memoriam Anemone Latzina
1987. Claudia Schute: Die Gedanken sind frei - wer kann sie erraten? / Claudia Schute: Gândurile sunt libere - cine le poate ghici?
25. Oktober 1925. Robert Reiter: Das Lämmchen
5. Januar 1928. Franz Xaver Kappus: „Die Gartenlaube“ im Banat
4. März 1939. Alfred Margul-Sperber: Der Gelbe
5. Dezember 1937. Alfred Margul-Sperber: Auf der Brücke. Für Rose Ausländer
23. Mai 1937. Itzik Manger: Mit stillem Schritt. Übertragung von Alfred Margul-Sperber 
25. Juli 1937. Alfred Kittner: Gute Stimme. Dank für Alfred Margul-Sperber


8.8. 2026

Organische Bestimmungen über Feldbordells resp. Feldpuffs. Entwurf

[Ein satirisches Dokument aus der Zeit des Ersten Weltkriegs, entstanden wahrscheinlich um 1914/1915. Abschrift des gedruckten undatierten Textes. Quelle: Privatbesitz.]

 



[Seite 1]

Db V-A

: ORGANISCHE :
BESTIMMUNGEN
über Feldbordells resp. Feldpuffs

ENTWURF


[Seite 2]

Db V-A (Entwurf).

Organische Bestimmungen

über die Aufstellung der Betriebs- und militärischen -Leitung, Unterstellung und Verwaltung von Mobilen Feld- und Reservefreudenhäusern (Feldbordels resp. Feldpuffs).

1. Benennung. Die Feld- und Reservefreudenhäuser bilden einen integrierenden Bestandteil der Armee im Felde. Sie werden je nach ihrer Einteilung Feldpuff Nr. ... oder Reservepuff Nr. ... benannt.

2. Zweck. Sie bezwecken die sexuelle Erleichterung der präsenten Offiziere und Mannschaften, sowie die sexuelle Aufklärung und tunlichste Einschränkung homosexueller Ausschreitungen und onanistischer Umtriebe.

3. Einteilung. Bei jedem Infanterie- und Kavallerietruppendivisionskommando wird je ein Feldpuff (I. F. P. bzw. K. F. P.) eingeteilt. Die Reservepuffs (R. P.) werden je nach Bedarf vom K. M. im Wege des A. E. K. (E. K.) einzelnen wichtigen Etappenstationen, Festungen, festen Plätzen usw. zugewiesen. Sanitätsanstalten welche Rote-Kreuzschwestern im Stande haben, erhalten keine Feldpuffs zugewiesen, da erwiesenermaßen die dort befindlichen Angehörigen der bewaffneten Macht in der Lage sind, sich mit rechts- oder linkshändigen Frauenspersonen zu versehen, außerdem würde die Dienstfreudigkeit des weiblichen Pflegepersonals bei den genannten Anstalten in erschreckender Weise nachlassen, was unbedingt vermieden werden muß.


[Seite 3]

4. Zusammensetzung und Gliederung. Die Feldpuffs gliedern sich in Stabssektionen und soviel Brigadesektionen als das Korps (die Truppendivision) Brigaden hat, ferner in eine Trainsektion. Die Sektionen umfassen den lokalen Verhältnissen entsprechend eine Anzahl von Untersektionen. Die Stabssektion hat die dem Divisionskommando direkt unterstellten Abteilungen und Unterabteilungen (Dions.-, Kav.-, Pionier- oder Sappeurkommandos) fallweise mit Untersektionen zu dotieren. Eine Untersektion besteht grundsätzlich aus 5 Offiziersmädchen und 20 Mannschaftshuren (Schützengrabenmenscher). Zur Fortbringung der Frauenspersonen dienen 4 Stück K. M., 86 Zirkuspersonenwagen, für Mitschaffung des Zubehörs ein Feldpuffwagen M. 914 außerdem eine Fahrküche mit eingekühltem Schaumwein.

5. Dienst- und Kommandoverhältnisse. Die oberste Leitung der Feldpuffanstalten obliegt dem Chef des Feldpuffwesens für die ges. bewaffnete Macht; er ist ein Hilfsorgan des K. M. (5. Rangklasse) und führt den Titel Hofrat. Beim A. E. K. (E. K.) ist dessen Stellvertreter Feldpuffoberinspektor (6. Rangklasse), bei der A. K. und A. E. K. sind je ein Feldpuffinspektor (7. und 8. Rangklasse) mit einem zugehörigen Stabe eingeteilt. Ihm sind die Sektionsleiter (Feldpuffoffiziale 10. Rangklasse) oder Feldpuffakzessisten 11. Rangklasse) direkt unterstellt. Die Untersektionen werden von in keine Rangklasse eingeteilten Gagisten (Hurentreibern 1. u. 2. Klasse) und Stabshurentreibern befehligt. Als Hilfsorgan steht ihnen eine den Titel Madame führende Hurenmutter zur Seite. Die Feldpuffbeamten bilden einen eigenen Status der Militärbeamten. Sie können in Ermangelung solcher durch Offiziere aller Standesgruppen, die ihre Im-


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potenz amtlich nachweisen können, ersetzt werden. Uniformierung wird mit dem nächsten M. V. B. normiert, bis dahin schwarze Armbinde mit Gummieinfassung.

6. Betrieb. Als Grundsatz hat zu gelten, daß ein Offiziersmädchen innerhalb 24 Stunden durchschnittlich 6, eine Mannschaftshure 12mal zur Ausgabe behufs Füllung an die Bezugsberechtigten zu gelangen hat. Hiernach beteilt der Truppenchefarzt im Sinne der vom Divisions-Sanitätschef zu erfassenden Instruktionen die Befriedigungerheischenden Militärpersonen mit Beschälzetteln, diese sind für Offiziere in blauer, für Mannschaftspersonen in roter Farbe gehalten. Offiziersaspiranten sind Offizieren gleichzustellen. Damit die Mobilität der Feldpuffs nicht leide, muß getrachtet werden, diese Anstalten möglichst kompendiös zu gestalten. Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit für die einzelnen, im Interesse eines klaglosen Funktionierens die persönlichen Ansprüche auf ein der allgemeinen Wohlfahrt gewidmetes Minimum zu reduzieren.

Für Offiziere hat der Grundsatz zu gelten: Subaltern-Offiziere wöchentlich 4 Beschälzettel, Hauptleute (Rittmeister) wöchentlich 2, Stabsoffiziere wöchentlich 1, Generale monatlich 1. Diese Zahlen, die besonders für die höheren Chargen die großzügigste Hochschätzung verraten, bilden jedoch ein Maximum und sind nur in unumgänglich notwendigen Fällen voll zu beanspruchen. Für Mannschaftspersonen können keine allgemeine Frequenzgrenzen aufgestellt werden und muß mit den vorhandenen Mitteln ein Auslangen gefunden werden. (Leben vom Lande.)

Die einzelnen Sektionen und Untersektionen werden durch den Feldpuffdirektor nach Einholung der bezüglichen (vom Sanitätschef zu er-


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lassenden) Weisungen, der taktischen Gliederung der Truppen entsprechend, den einzelnen Gruppen zugewiesen und zudirigiert. Die Gruppen veranlassen die Etablierung, worauf der Betrieb zu eröffnen ist, der entsprechend durch Militärärzte für Offiziere und Mannschaften getrennt zu ermitteln und sicherstellen zu lassen ist. Das Entleihen des weiblichen Personals ist lediglich nur Militärgeistlichen gestattet, alle übrigen Militärpersonen sind auf Frequenz der Amtslokale beschränkt.

Während der Dienstverrichtung (außerehelicher Kriegsbegattungsakt) haben Gespräche militärischen Inhaltes unbedingt zu unterbleiben. Dawiderhandelnde sind von einer weiteren Frequenz aller Anstalten des Feldpuffwesens ein für allemal auszuschließen. Beschälzettel sind durch die Benützer der Madame zu übergeben, worauf die Zuweisung der Frauenspersonen erfolgt. Beschälzettel sind im Dienstwege gesammelt am 10. 20. und letzten eines jeden Monates dem Divisionssanitätschef einzusenden, der sie zu statistischen Zwecken zu verwenden hat. Die zulässige Benützungsdauer wird für Mannschaftspersonen mit 15 Minuten, für Offiziere mit 30 Minuten, für Stabsoffiziere mit 60 Minuten und für Generale mit 120 Minuten normiert. Bei Benützung ist das hechtgraue Feldpräservativ, M. 14/15, Marke „Hindenburg-Hötzendorf“ unzerreisbar, zu benützen. Hiefür ist der Madame der Betrag von 20,3 Heller einzuhändigen. Eine Wiederbenützung ohne vorhergegangene Desinfektion ist strengstens untersagt. Diese Feldausrüstungsgegenstände sind vielmehr der Madame zu übergeben, welche die Desinfektion und klaglose Konservierung dieser Ausrüstungsgegenstände zu überwachen hat. Bemerkt wird, daß infolge des übermäßig starken


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Verbrauches der genannten Marke und der derzeitigen Unmöglichkeit, einen ähnlichen Artikel aus Paris zu erhalten, größte Sparsamkeit geboten erscheint, da sonst der Nachschub dieses Artikels, welcher auch im Hinterlande einer erhöhten Nachfrage unterliegt, bald überhaupt unmöglich werden könnte.

7. Weibliches Personal. Das weibliche Personal gliedert sich in drei Gruppen: a) Offiziersmädchen, b) Mannschaftshuren 1. und 2. Klasse. Letztere haben auch die Bezeichnung Schützengrabenmenscher. Das Vorrücken aus der Kategorie b) in die Kategorie a) ist ausgeschlossen. Die Standesergänzung, sowie die erste Dotierung erfolgt durch Zuweisung der weiblichen Personen von der Hurenassentkommission aus dem Hinterlande. (In jedem Territorialbereiche eine ambulante Kommission.)

Die assentierten Frauenspersonen werden mit der Widmung für eine der drei Kategorien von der Assentkommission nach Weisung des Chefs des Feldpuffwesens für die gesamte bewaffnete Macht den Mobilen- und Reserveanstalten zugeschoben. Sich für die Kategorie a) infolge der Abnützung nicht mehr eignende Individuen werden in die Kategorie b) übersetzt. Die Kategorie b) ist ausschließlich für Soldaten ohne Chargengrad bestimmt, und soll sich im weiteren Kriegsverlaufe nur aus der Kategorie a) ergänzen.

Den Militärgeistlichen ist es gestattet, das weibliche Personal der Gruppe a) immer – ausnahmsweise der Gruppe b) – zu benützen, und dürfen sie auch zur Dienstverrichtung die Frauenpersonen in ihre Wohnung nehmen. Eignet sich ein Schützengrabenmensch auch für diesen Zweck nicht mehr, so ist es mit dem verkehrten Kaiserbrande auf der linken Hinterbacke


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zu versehen und bei nächster Gelegenheit ausgiebig angesteckt dem Feinde zu übergeben.

Adjustierung und Ausrüstung. Für das weibliche Personal wird eine hechtgraue Marschadjustierung im Schnitte der für die Pflegerin vom Roten Kreuze bestehenden Uniform normiert. Als Armband ist jedoch ein schwarzes Band (8 Zentimeter breit mit 1.5 breiter Gummiborte) zu tragen. Als Unterwäsche wird bestimmt: Normalwäsche mit verlängerter Tragdauer, System Professor Dr. Jäger, Kategorie a) feinste Qualität, lange Strümpfe und zwar Kategorie a) schwarze Halbseide, b) rote Baumwolle, Strumpfbänder in gleicher Farbe. Bei Ausübung der Dienstfunktionen dürfen Monturen ganz oder teilweise abgelegt werden, hiebei ist mit Schonung vorzugehen.

Als besonderes Abzeichen werden normiert, rote Lampasse auf den schwarzen Strümpfen für solche Angehörige der Kategorie a), welche vermöge ihrer Vorbildung, (Frequentierung der Hochakademie Wien I., Bäckerstraße 6), imstande sind, selbst auf Generale mit ausflußgebendem Einfluß zu wirken.

Diese Bestimmungen sind vorläufig nur provisorisch und keineswegs als erschöpft zu betrachten. In allen Fällen, die hier nicht vorgesehen sind, ist im eigenen Wirkungskreise nach bestem Wissen und Können vorzugehen.

Detailbestimmungen enthält das in kürzester Zeit erscheinende Feldpuffreglement (D. b. 5–88 al, 2. und 3. Teil).


Anmerkungen

Historische Einordnung: Satire statt Militärbefehl

Bei dem Dokument handelt es sich nicht um eine echte militärische Dienstvorschrift, sondern um ein satirisches Dokument (eine Parodie) aus der Zeit des Ersten Weltkriegs, wahrscheinlich um 1914/1915.

Obwohl die Armeen des Deutschen Kaiserreiches und Österreich-Ungarns (k. u. k. Armee) im Ersten Weltkrieg tatsächlich regulierte Feldbordelle betrieben, um Geschlechtskrankheiten zu kontrollieren, entlarvt sich dieser „Entwurf“ durch absurde, humoristische und groteske Details als ziviler oder soldatischer Humor:

·                     Absurde Logistik: Die Erwähnung von „86 Zirkuspersonenwagen“ oder einer „Fahrküche mit eingekühltem Schaumwein“ ist reiner Nonsens.

·                     Militärische Unmöglichkeiten: Dass Offiziere den Posten eines „Hurentreibers“ übernehmen dürfen, wenn sie ihre „Impotenz amtlich nachweisen können“, parodiert den preußisch-österreichischen Bürokratismus.

·                     Groteske Grausamkeit: Der Befehl am Ende, nicht mehr „taugliche“ Frauen mit einem „verkehrten Kaiserbrande auf der linken Hinterbacke zu versehen“ und sie „ausgiebig angesteckt dem Feinde zu übergeben“, ist schwarzer Humor, der die Brutalität und den Zynismus der damaligen Kriegführung auf die Spitze treibt.

Die sprachlichen Details (wie die Währung „Heller“ und der Verweis auf Wien) legen nahe, dass die Satire aus Österreich-Ungarn stammt.


Erläuterung der Abkürzungen

Der Text nutzt die damals typische, exzessive Abkürzungswut des Militärs, um maximale Authentizität vorzutäuschen:

·                     Db V-A: Vorgetäuschtes Aktenzeichen oder Bezeichnung einer Dienstbuch-Kategorie (z. B. Dienstbuch Nummer V-A).

·                     resp. / bzw.: respektive (oder vielmehr) / beziehungsweise.

·                     I. F. P. / K. F. P. / R. P.: Infanterie-Feldpuff / Kavallerie-Feldpuff / Reservepuff.

·                     K. M.: Kriegsministerium (entweder das k.u.k. Kriegsministerium in Wien oder das preußische Kriegsministerium).

·                     A. E. K. / E. K.: Armee-Etappenkommando / Etappenkommando (zuständig für die Logistik und Versorgung hinter der Frontlinie).

·                     A. K.: Armeekorps (ein großer militärischer Großverband).

·                     Dions.-: Divisions- (z. B. Divisionskommando).

·                     Kav.-: Kavallerie-.

·                     M. 914 / M. 14/15: Modell 1914 bzw. Modell 1914/15 (standardisierte militärische Jahresbezeichnungen für Ausrüstungsgegenstände).

·                     M. V. B.: Militär-Verordnungsblatt (das offizielle Publikationsorgan für neue Befehle und Uniformvorschriften).

·                     1. u. 2. Klasse: Erste und zweite Klasse.


Erläuterung historischer Begriffe

·                     Heller: Die kleinste Währungseinheit in der österreichischen Reichshälfte (Cisleithanien) von Österreich-Ungarn ab 1892 (100 Heller = 1 Krone). Das bestätigt den österreichischen Ursprung des Textes.

·                     Hofrat: Ein hoher, prestigeträchtiger Beamten-Ehrentitel, besonders typisch für die Habsburgermonarchie. Im Text satirisch dem „Chef des Feldpuffwesens“ verliehen.

·                     Gagisten: Eine im alten Österreich übliche Bezeichnung für Militärbeamte oder Offiziere, die ein fixes Gehalt (die „Gage“) bezogen.

·                     Beschälzettel: Ein extrem derber Begriff, abgeleitet vom „Beschälen“ (dem Decken von Stuten durch den Zuchthengst in der Pferdezucht). Hier als amtlicher Bezugsschein für den Bordellbesuch parodiert.

·                     Schützengrabenmenscher: „Mensch“ (Plural hier Menscher) war im süddeutschen und österreichischen Raum ein abwertender Begriff für eine Magd, ein leichtfertiges Mädchen oder eine Prostituierte.

·                     Hurenassentkommission: Eine Parodie auf die militärische Assentkommission (die offizielle Kommission zur Tauglichkeitsprüfung und Musterung von Rekruten).

·                     Militärgeistliche: Feldkapläne bzw. Armeepfarrer. Dass ausgerechnet ihnen das „Entleihen des weiblichen Personals [...] in ihre Wohnung“ gestattet wird, ist eine direkte antiklerikale Spitze der Satire.

·                     Hechtgrau: Die offizielle, bläulich-graue Uniformfarbe der k.u.k. Armee bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs.

·                     Marke „Hindenburg-Hötzendorf“: Eine satirische Zusammensetzung aus den Namen der beiden damals bekanntesten Generäle der Mittelmächte: Paul von Hindenburg (deutscher Generalfeldmarschall) und Franz Conrad von Hötzendorf (Chef des Generalstabs der k.u.k. Armee). Sie als „unzerreißbare Marke“ für Kondome zu verewigen, war purer Spott.

·                     System Professor Dr. Jäger: Eine Anspielung auf Gustav Jäger (1832–1917), ein bekannter deutscher Naturwissenschaftler, der eine „Woll-Regime“-Unterwäsche erfand. Diese galt im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert als gesundheitsfördernd und war im Militär sehr populär.

·                     Lampasse: Breite farbige Streifen auf den Uniformhosen von Generalen und Stabsoffizieren. Hier absurd auf die Strümpfe der Prostituierten übertragen.

·                     Hochakademie Wien I., Bäckerstraße 6: Eine fiktive oder ironisch gemeinte Adresse im 1. Wiener Gemeindebezirk. Die Bäckerstraße liegt im alten Universitätsviertel Wiens – die Parodie impliziert, dass diese Frauen eine „höhere Bildung“ besitzen, um auf Generale Einfluss zu nehmen.

·                     Kaiserbrand: Ein Brandeisen oder Stempel mit dem kaiserlichen Monogramm oder Wappen (wurde eigentlich zur Markierung von Armeepferden genutzt).

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4. 7. 2026

[1983. Anemone Latzina: Siebenbürgische Elegie 1983]

 Siebenbürgische Elegie 1983

Anemone Latzina

Anders rauschen die Brunnen, anders rinnt hier die Zeit.
Früh faßt den staunenden Knaben Schauder der Ewigkeit,
der freund: 8 münchen 50, linus-funke-weg 20
Wohlvermauert in Grüften modert der Väter Gebein,
Zögernd nur schlagen die Uhren, zögernd bröckelt der Stein.
die freundin: 8011 Vaterstetten/baldham, rotwandstraße 19
Siehst du das Wappen am Tore? Längst verwelkte die Hand.
Völker kamen und gingen, selbst ihr Name entschwand.
der vater: innerstädtischer friedhof, kronstadt
Aber der fromme Bauer sät in den Totenschrein,
Schneidet aus ihm sein Korn, keltert aus ihm seinen Wein.
der bruder: 8192 geretsried, steiner ring 173
Anders schmeckt hier der Märzwind, anders der Duft vom Heu,
Anders klingt hier das Wort von Liebe und ewiger Treu.
der bruder: 7500 karlsruhe, nikolaus-lenau-straße 5
Roter Mond, vieler Nächte einziggeliebter Freund,
Bleichte die Stirne dem Jüngling, die der Mittag gebräunt.
die mutter: 7500 karlsruhe, lange straße 90
Reifte ihn wie der gewaltige Tod mit betäubendem Ruch,
Wie in grünlichem Dämmer Eichbaum mit weisem Spruch.
die mutter: 7500 karlsruhe, lange straße 90
Ehern wie die Gestirne zogen die Jahre herauf,
Ach, schon ist es September. Langsam neigt sich der Lauf.
die mutter: 7500 karlsruhe, lange straße 90

Neue Literatur, 34. Jg., Nr. 6, 1983, S. 13-14.

[22 februarie 1973. „Walter“: Notă informativă]

 

  • Sursa: „WALTER“
  • Lt. Herța Gh.
  • nr. 18067/0031
  • 22.II.1973
  • casa „MARA“

NOTA INFORMATIVA

Cu privire la ANEMONE LATZINA, poetă și redactoare a revistei “Neue Literatur“ din București, sursa vă relatează următoarele:

Sus-numita a publicat în 1971 (sau 1972 în primăvară) un volum de poezii, obținînd cu acesta premiul de debut al Uniunii Scriitorilor.

Sus-numita a împărțit (după apariția volumului în librării) cîteva exemplare cu dedicații. Dedicația aceasta am văzut-o și eu (se află la FRANZ HODJAK și PETER MOTZAN). La finele volumului se află atașate o anexă (scrisă de mînă de către autoare), care conține poeziile ce nu au fost incluse în volum, fiind respinse de direcția presei.

Printre acestea se află și o poezie din a cărui conținut reiese clar regretul autoarei că trăiește în RSR. (titlul poeziei fiind: König Drosselbart). Despre aceste poezii am vorbit cu FRANZ HODJAK, care a fost de părere că nu e echitabil să se scrie așa ceva și - concret - s-a exprimat clar împotriva poeziilor „de sertar“.

P.S. Referitor la poezia König Drosselbart (Regele Drosselbart) vă relatez că este inspirată dintr-o variantă germană cu titlu diferit al basmului popular „Motanul încălțat“, în care este vorba despre un sărac, care datorită motanului a trebuit să spună că este bogat (până la urmă devine) pentru a se putea căsători cu fiica regelui, de care se îndrăgostise. Poezia scrisă pe cele două volume are doar 3 strofe, care traduse (din memorie) sună în felul următor:

  1. „Al cui este câmpul acesta atât de minunat? (întreabă regele)
    Câmpul acesta este al regelui Stat (răspund țăranii întrebați)
    (In germană primele două versuri rimează între ele în fiecare dintre cele 3 strofe).
    Vai, sărmana de mine, orfana de mine,
    Dacă m-aș fi măritat cu regele Stat
    Acest câmp atât de minunat ar fi și al meu. (comentează prințesa)“

 

- 2 –


2        2. „Al cui este zăpada aceasta atât de minunată?
Această zăpadă este a regelui C.A.P.
(In germană C.A.P. prescurtează L.P.G., rimând cu „zăpadă“ = SCHNEE)
Vai, sărmane de mine, orfane de mine,
Dacă m-aș fi măritat cu regele C.A.P.
Această zăpadă ar fi și a mea.

3       3. A cui este politica aceasta atît de înțeleaptă?
Această politică atît de înțeleaptă este a regelui Republică.
Vai, sărmane de mine, orfane de mine,
M-am măritat cu regele Republică,
Și-acum această politică atît de înțeleaptă
Este și a mea“.

De la PETER MOTZAN am aflat că toate poeziile incluse în anexe volumelor dedicate au fost trimise la Direcția Presei pentru a fi publicate, cu excepția celei de sus. Aceasta a fost inclusă în manuscrisul predat de către autoare în vederea tipăririi la redacția germană a Editurii Dacia, însă a fost respinsă de către FRANZ HODJAK. Celelalte cu conținut dubios, interpretativ, au fost trimise de la Cluj la Direcția Presei, care a mai respins câteva (cca. 10-12).

Sursa crede că sus-numita a mai dat asemenea exemplare cu anexe menționată la prieteni și colegi din București, printre care aș aminti GERHARDT CSETKA (redactor la „Neue Literatur“), HANS LIEBHART (televiziune), JANOS SZÁSZ (soțul sus-numitei, scriitor și secretar al Uniunii Scriitorilor), ELISABETH AXMANN (redactoare la revista „Neue Literatur“), deoarece cu aceste persoane este în relații tot atît de bune, ca și cu FRANZ HODJAK și PETER MOTZAN.

Pe prima pagină a acestei anexe, care conține toate poeziile nepublicate, și care a anexat-o la sfîrșitul volumelor cu dedicație, sus-numita menționează: „Următoarele poezii n-au putut fi incluse în volumul de față din motive obiective“.

WALTER

N.O. Aspectele semnalate sînt deosebit de interesante, sursa le-a aflat de la FRANZ HODJAK și PETER MOTZAN, cu care este în bune relații.

./.

- 3 –

Măsuri: Propun trimiterea unei copii la I.M. București pt. exploatare, însă ținîndu-se cont că cei care au volumele respective nu sînt sursele noastre și sursa este singura persoană de la Cluj, care le-a observat.
Sursa va căuta să citească și celelalte poezii nepublicate, pentru a fi cunoscute de organele noastre.

Nota se va prezenta conducerii profesionale.

Subinspector
Lt. Herța Gh.

O copie a notei se va înainta la Dir. I-a. București.

lt. col. Matei T.

24.II.1973

Materialul este bun. Să urmărim reacția celor care cunosc conținutul poeziilor. Credem că ar trebui acționat pe linie de editură deoarece s-au încălcat normele legate, atașîndu-se volumului texte pt. care nu există aprobare. Să se înainteze materialul pers. tov. Lt. col. Dumitru Marin.

Mr. Oprea Fl.

dact. R.I.
2 ex./nrd. 721/474

ACNSAS, I 128810, vol. 1, ff. 44-46. 

Anmerkung. Das maschinengeschriebene Dokument vom Februar 1973 ist ein Bericht des inoffiziellen Securitatemitarbeiters „WALTER“ und betrifft die rumäniendeutsche Lyrikerin Anemone Latzina (* 17. Februar 1942 in Kronstadt -  † 18. November 1993 in Bukarest), Redakteurin der Zeitschrift Neue Literatur in Bukarest. Sie wurde kurz zuvor mit dem Preis des Schriftstellerverbandes für ihren Debütband Was man heute so dichten kann (Dacia Verlag, Klausenburg 1971) ausgezeichnet.
Der Informant berichtet, dass Latzina einigen Vertrauenspersonen (darunter Franz Hodjak und Peter Motzan) handgeschriebene Anhänge zu ihrem Gedichtband geschenkt hat. Diese Anhänge enthielten Gedichte, die von der staatlichen Pressezensur verboten worden waren. Eines dieser Gedichte (König Drosselbart) parodierte das Märchen „Der gestiefelte Kater“, um offene Kritik am kommunistischen Regime (dem „König Staat“, den Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften /LPG  und der „Republik“) zu üben. Es ist davon auszugehen, dass auch andere Intellektuelle in Bukarest (darunter auch ihr Ehemann, der rumänienungarische Schriftsteller János Szász) solche regimekritische Texte erhalten haben.
Um ähnliche Vorgänge zu unterbinden, schlug der zuständige Securitateoffizier aus Klausenburg einige Maßnahmen vor, z.B. eine Kopie des Berichts zur weiteren Auswertung nach Bukarest zu schicken und „Walter“ zu beauftragen, weitere derartige Texte zu lesen und die Securitate darüber zu informieren. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass der Bericht operativ wertvolle Informationen enthält. Die Reaktionen des Umfelds der Autorin seien vorsichtig zu überwachen.  

Adnotare. Nota de faţă este un document dactilografiat, din februarie 1973, şi a fost furnizată Securităţii de sursa „WALTER”. Materialul o vizează pe poeta de limbă germană Anemone Latzina (* 17 februarie 1942 la Braşov -  † 18 noiembrie 1993 în Bucureşti), redactoare la revista Neue Literatur din București, care fusese distinsă cu premiul Uniunii Scriitorilor pentru volumel ei de debut, Was man heute so dichten kann / Ce se tot poate scrie astăzi (Editura Dacia, Cluj, 1971).

Sursa informează că Latzina a oferit unor persoane de încredere (printre care Franz Hodjak și Peter Motzan) exemplare ale volumului său însoțite de o anexă manuscrisă. Aceasta conținea poezii respinse de Direcția Presei (adică de cenzură). Una dintre poezii (König Drosselbart) este o parodie a basmului „Motanul încălțat” şi este o critică nevoalată a regimului din România („regele Stat”, colectivizarea/C.A.P. și „regele Republică”). Se insinuiază că și alți intelectuali din București (inclusiv soțul ei, scriitorul de limbă maghiară János Szász) au primit aceste texte de „sertar”. Pentru a contracara astfel de acţiuni, Securitatea din Cluj propune cîteva măsuri.

Trimiterea unei copii a notei la București pentru exploatare.

Instructajul sursei de a citi și alte poezii nepublicate pentru a fi cunoscute de organele de Securitate.

Materialul furnizat este calificat drept valoros din punct de vedere operativ.

 

 [19 noiembrie 1993. William Totok: In Memoriam Anemone Latzina]

In Memoriam Anemone Latzina

La București a încetat din viață cunoscuta poetă de limbă germană, Anemone Latzina (1942–1993).

„Iată deci și țara unde trăiesc / Iată și oamenii. // Iarba e verde. / Zăpada e albă. / Cerul înalt. / Poporul participă. // Iată deci oamenii. / Oamenii din țara unde trăiesc. //“

Aceste versuri laconice le-a scris poeta Anemone Latzina în anul 1970. Ele au apărut mai întîi în revista „Neue Literatur“, apoi în unicul său volum apărut la București în anul 1971, intitulat: „Was man heute so dichten kann“ (Ce se tot poate scrie astăzi). Autoarea acestor versuri laconice și amare a murit în urma unui tragic accident într-un București amorțit de ger. În ultimii ani, Anemone Latzina a suferit de o boală incurabilă care practic a imobilizat-o. Într-o încercare supraomenească, ea totuși a înfruntat acest destin, părăsindu-și casa. Această ieșire i-a devenit fatală.

Anemone Latzina s-a născut la 17 februarie 1942 la Brașov. După terminarea studiilor liceale, lucrează doi ani ca secretară, apoi urmează cursurile Facultății de Limbi Germanice de la București. După absolvirea facultății, în anul 1967, activează ca documentaristă la revista „Lumea“. Începând cu anul 1969 pînă în prezent a făcut parte din nucleul redacțional al revistei „Neue Literatur“, revistă care, în momentul de față, este editată la Frankfurt și București de către Gerhardt Csejka, coleg de generație cu poeta Anemone Latzina.

Pe la mijlocul anilor '60, versurile percutante ale acestei voci unice în peisajul de atunci al literaturii germane din România au îndeplinit mai mult decît simple repere lirice pentru generația tînără de scriitori care au debutat în anii '70. Mentorul „Grupului de Acțiune Banat“ (Aktionsgruppe Banat), poetul Richard Wagner, a numit-o pe Anemone Latzina într-o discuție la masa rotundă, publicată în anul 1972, drept „muza“ tinerei generații de poeți.

Între poezia Anemonei Latzina și experimentele literare nonconformiste ale autorilor contestatari din „Grupul de Acțiune Banat“, Securitatea a „detectat“ mai mult decît simple afinități elective. În timpul prigoanei din anul 1975, cînd poliția politică a luat măsuri radicale pentru „lichidarea“ grupului de autori din Banat, cu prilejul unor percheziții, Securitatea a confiscat și poeziile Anemonei Latzina citite în cadrul unui cenaclu din Timișoara. Poeziile critice la adresa sistemului politic existent, incriminate atunci, n-au apărut niciodată în România. Solidarizarea soților Anemone Latzina și János Szász cu membrii persecutați ai „Grupului de Acțiune“ s-a soldat cu alte neplăceri și cu o tăcere resemnată. Poeta n-a mai publicat în anii următori aproape nimic. Din cînd în cînd mai apăreau, pe ici, pe colo, versuri amare, versuri ciuntite de cenzura necruțătoare a regimului ceaușist.

„Da, recunosc, / e mai bine. / E apă din belșug, / se crapă mai greu de sete. / Nu mai visezi mașini doar și călătorii, / ce era strîmb e drept și unde nu era nimic mai e cîte ceva. / Viitorul însă nu mai e ce-a fost. / Durerea de mai an să fi avut vreun rost? //“

În 1992 îi apare primul volum selectiv la o editură din Berlin: „Tagebuchtage“ (Zile de jurnal). Volumul o impune în spațiul german ca o voce inedită a liricii contemporane. Anemone Latzina s-a decis după căderea regimului ceaușist să rămînă în țară. Mai toți scriitorii germani din România au ales în ultimul deceniu calea exilului. Acum a amuțit la București, într-un noiembrie cenușiu și trist, una dintre cele mai autentice voci ale literaturii germane din România.

În anul 1972, Anemone Latzina scria: „Ferestre n-am spart niciodată / nici hoitul cum miroase n-am mirosit vreodată. // (...) / La capătul lui cinci n-am ajuns niciodată / nici micile iluzii nu mi-am ucis vreodată. // (...) N-am tras cu pușca-n mîțe vreodată / nici bogății n-am cunoscut vreodată. // Dinăuntru nu m-am văzut niciodată / și probabil nici n-am să mă sinucid vreodată. // P.S. (Cîndva, mai mult ca sigur, cînd voi fi decedat / Textul poate fi redus și modificat.)“

(Toate citatele au fost traduse de Ioan Mușlea – Vînt potrivit pînă la tare. Zece tineri poeți germani din România, București, 1982)

Deutsche Welle, 19 noiembrie 1993.

#

[1987. Claudia Schute: Die Gedanken sind frei - wer kann sie erraten?]

[1987. Claudia Schute: Gândurile sunt libere - cine le poate ghici?]

 

 

DIE GEDANKEN SIND FREI – WER KANN SIE ERRATEN?

 

WAS ABER, WENN MAN SICH ARTIKULIEREN WILL UND MUSS, UND DAS VENTIL KUNST, ODER GENAUER GESAGT, LITERATUR HEISST, UND SICH DAS GANZE AUCH NOCH IN EINEM POLITISCHEN KLIMA ABSPIELT, DAS FORMLICH STRANGULIERT? NICHT UMSONST SIND ES IN TOTALITÄREN REGIMEN BESONDERS INTELLEKTUELLE, DENEN DIE LUFT AUSGEHT, UND KÜNSTLER, DIE SCHLIESSLICH – MEIST NACH EINEM GANZ PERSÖNLICHEN KRIEG – DAS FELD RÄUMEN UND EMIGRIEREN. EINER VON IHNEN IST DER SCHRIFTSTELLER WILLIAM TOTOK, DER IM LETZTEN MÄRZ AUS DEM BANAT IN DIE BUNDESREPUBLIK GEKOMMEN IST UND DAMIT EINEN RUMÄNIENDEUTSCHEN LITERATEN-EXODUS MIT PROMINENTEN NAMEN WIE HERTA MÜLLER, RICHARD WAGNER, ROLF BOSSERT U.A. FORTSETZTE, DESSEN ENDE NOCH NICHT ABZUSEHEN IST.

 

EIN BERICHT VON CLAUDIA SCHUTE

[Foto]

William Totok, exil-rumänischer Literat, seit März in Deutschland

1 Spalte:

Aufgrund koketter politischer Eigenwilligkeiten wurde und wird Rumänien in westlichen Medien immer wieder gerne als unkonformistischer Exot innerhalb des Ostblocks gesehen, was den trügerischen Schluß nahelegt, so schlimm könne es dort im Vergleich zu den sowjetkursangepassten Bruderstaaten doch gar nicht sein. Eine Interpretation, die Insidern wie William Totok geradezu zynisch anmutet, ist doch gerade Rumänien seinen Worten zufolge beispiellose Wirklichkeit eines feudalistisch pervertierten Sozialismus, einer „absolut antihumanistischen Politik gegen das Individuum“. Und auch was die rund 250 000 Menschen umfassende deutsche Minderheit angeht, kann die Realität nicht halten, was der Schein suggeriert: Das einzige Ostblock-Land, das seine „deutschen nicht vertrieben hat, drängt „mit

2. Spalte:

verstärktem Chauvinismus“ seit längerem schon ganz massiv auf Assimilierung; ein Volksgruppenrecht, das kulturelles Überleben garantieren könnte, existiert nicht. Starke Auswanderungstendenzen, forciert auch von Seiten der Bundesrepublik durch das Bezahlen eines „Kopfgeldes“, läßt den Exitus derer prognostizieren, die bleiben und verändern wollen. Totok ist ein solcher gewesen. Obwohl es politisch genug Gründe gab, zog es ihn eigentlich nicht in den „goldenen Westen“, und schon gar nicht aus wirtschaftlichen Erwägungen. Vor die Quasi-Alternative „Gefängnis oder Ausreise“ gestellt, ist er, genau genommen, gegangen worden.

Sein Lebenslauf liest sich ähnlich wie die unzähliger anderer Dissidenten: Angefangen hat es bei ihm 1972 durch Mitbegründung des mißliebigen Auto-

3. Spalte:

renzirkels „Aktionsgruppe Banat“. Man will gegen das Regime anschreiben, es mit „sogenannter linker Ideologie, also mit der Sprache des Systems unterhöhlen“. Auf Illusion folgt Ohnmacht, die Gruppe wird aufgelöst, für Totok gibt es wegen einiger Gedichte neun Monate politische Untersuchungshaft, anschließend – nach Freilassung auch auf Druck westlicher Medien hin – zwei Jahre Publikationsverbot. Darauf folgt dann vorübergehend eine ruhigere Zeit, in welcher der Romanist und Germanist sein Studium beendet und als Redakteur der deutschsprachigen „Neuen Banater Zeitung“ in Temeswar zu arbeiten beginnt. Ruhiger bis zur Mitunterzeichnung eines Beschwerdebriefs an die Partei, in dem auch die Methoden des Staatssicherheitsdienstes angeklagt werden. Die fristlose Kündigung weht

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1.Spalte – nächste Seite:

ins Haus, man vermißt bei ihm „ein ausgeprägtes ethisch-professionelles Bewußtsein“ und Engagement „für die Förderung des revolutionären Geistes im sozialen Leben“. Wieder Publikationsverbot, im Zuge der „Alternative“, die keine ist, 1986 ein Ausreiseantrag, ein Jahr später schließlich die Emigration in die Bundesrepublik.

Dieses Wechselbad von Aufbegehren, Ohnmacht und Angst spiegelt sich in den Gedichten Totoks atmosphärisch wider, und die Verarbeitung des Erlebten wird ihn auch hier weiter be-

2. Spalte nächste Seite:

schäftigen, zumal seine Ausreise ja eigentlich nicht euphorische Entscheidung für das vermeintliche West-Paradies war und die Familie noch „drüben“ ist. Das allein schon macht eine Akklimatisierung schwer. Das Gefühl der Entwurzelung, fehlende Orientierungspunkte, vielleicht auch nächtliche Drohanrufe der Deutschlandabteilung der rumänischen Geheimpolizei, wovon andere Exilierte berichten, führten bei Rolf Bossert, einem Freund Totoks, zu dem Entschluß, sich im Februar letzten Jahres in Frankfurt aus dem Fenster zu stürzen.

Mit der hiesigen Banater Landsmannschaft gibt es keine Berührungspunkte, denn die macht dem Literaten seinen Linkskurs und das Sich-Einlassen auf das Regime durch den Versuch der Reform von innen zum Vorwurf. Und Totok seinerseits: „Die Köpfe sind in

3. Spalte, nächste Seite:

erster Linie Nazis und Stalinisten. Mit diesen Leuten will ich nichts zu tun haben!“

Was wird er also hier anfangen? Zunächst einmal von Berlin nach Mainz umziehen, zumal ihm die Großstadt an der Nahtstelle von Ost und West, wo es paradoxerweise so viele Emigranten hinzieht, „ziemlich unübersichtlich erscheint“, während Mainz ihn etwas an seine Heimat Temeswar erinnert, und dort mit dem ebenfalls rumäniendeutschen Schriftsteller Peter Grosz ein Bekannter und Freund lebt. Der

4. Spalte, nächste Seite:

war es auch, der Totok beim Start half, indem er dessen Gedichte – heimlich – beim Literaturwettbewerb um den Darmstädter Leonce-und-Lena-Preis einreichte.

Die Jury attestierte dem Neuankömmling, „Erfahrungen aus dem Alltag eines totalitären Staates in einer genauen und selbständigen Sprache eindringlich zu vermitteln“ und gab ihm ein Förderstipendium.

Zunächst will der 36jährige einen Teil seiner noch in Rumänien entstandenen Gedichte in der Mainzer Edition „Treibholz“ veröffentlichen. Für den Herbst ist eine Lesereise geplant. Langfristig aber will er seinen literarischen Blick „durch die Erfahrungen in Rumänien geschärft“, auch auf die hiesigen Verhältnisse werfen, zwar „natürlich mit anderen Mitteln“, wie er einräumt, aber keineswegs „durch eine rosarote Brille“.

[Texte rechts]]

 

WAHRNEHMUNG

 

NICHT ALLES, WISSEN WIR.

MITUNTER WÄCHST DIE STADT

SO WEIT ÜBER UNSERE AUGEN,

DASS WIR BLOSS MEINEN,

IN DEM BETON LIEGE

EINE VERSTECKTE ANSPIELUNG.

DAS GROSSE SCHLOSS

BEWACHT UNSERE LIPPEN.

 

JAHRESZEITEN

 

ES IST SO WEIT,

HINTER DEINEN AUGEN

RASSELN DIE WÄRTER

MIT DEN SCHLÜSSELN.

ES GIBT NICHTS MEHR

ZU VERPASSEN.

DEN BÄUMEN BRECHEN DIE

ÄSTE UNTER DEM SCHNEE,

IN DEN SCHEUNEN ISTS RUHIG.

DEINE AUGEN

SIND JETZT ZWEI

AUSGEBRANNTE GLÜHBIRNEN

PETROLEUM FLIESST

IN DEN SAND.

ABDRUCK MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG DER EDITION TREIBHOLZ, MAINZ

 

Coupé, Nr. 6-7, 1987, S. 101-102.

GÂNDURILE SUNT LIBERE – CINE LE POATE GHICI?

 

DAR CE NE FACEM ATUNCI CÂND CINEVA VREA ȘI TREBUIE SĂ SE EXPRIME, IAR SUPAPA ESTE ARTA SAU, MAI EXACT, LITERATURA, IAR TOATE ACESTEA SE DESFĂȘOARĂ ÎNTR-UN CLIMAT POLITIC CARE PUR ȘI SIMPLU STRANGULEAZĂ? NU DEGEABA ÎN REGIMURILE TOTALITARE ÎN SPECIAL INTELECTUALII RĂMÂN FĂRĂ AER, IAR ARTIȘTII – DE CELE MAI MULTE ORI DUPĂ UN RĂZBOI FOARTE PERSONAL – PĂRĂSESC TERENUL ȘI EMIGREAZĂ. UNUL DINTRE ACEȘTIA ESTE SCRIITORUL WILLIAM TOTOK, CARE A SOSIT ÎN REPUBLICA FEDERALĂ ÎN MARTIE ANUL TRECUT DIN BANAT, CONTINUÂND ASTFEL UN EXOD AL LITERAȚILOR GERMANI DIN ROMÂNIA, CU NUME PROMINENTE PRECUM HERTA MÜLLER, RICHARD WAGNER, ROLF BOSSERT ȘI ALȚII, AL CĂRUI SFÂRȘIT NU SE POATE ÎNCĂ PREVEDEA.

 

[Caseta din dreapta sus]

UN RAPORT DE CLAUDIA SCHUTE

[Caseta foto]

William Totok, scriitor exilat din România, din luna martie în Germania

[Textul pe coloane]

Coloana 1:

Din cauza unor excentricități politice cochete, România a fost și este privită adesea în mass-media vestice ca un exotic neconformist în cadrul blocului estic, ceea ce sugerează concluzia înșelătoare că situația de acolo, în comparație cu statele frățești aliniate la cursul sovietic, nu ar fi chiar atât de rea. O interpretare care unor oameni din interior, precum William Totok, le pare de-a dreptul cinică, deoarece, conform cuvintelor sale, tocmai România este realitatea fără precedent a unui socialism pervertit feudalist, a unei „politici absolut antiumaniste împotriva individului”. Și chiar și în ceea ce privește minoritatea germană, care numără în jur de 250.000 de oameni, realitatea nu poate susține ceea ce sugerează aparențele: singura țară din blocul estic care nu i-a alungat pe „germanii săi” presează „cu...

Coloana 2:

...un șovinism sporit” de mai mult timp și în mod masiv spre asimilare; un drept de grup etnic care ar putea garanta supraviețuirea culturală nu există. Tendințele puternice de emigrare, accelerate și din partea Republicii Federale prin plata unei „taxe pe cap de locuitor” (răscumpărare), permit prognozarea exodului celor care rămân și vor să schimbe ceva. Totok a fost unul dintre aceștia. Deși existau destule motive politice, el nu a fost atras inițial de „Vestul de aur” și în niciun caz din considerente economice. Pus în fața cvasi-alternativei „închisoare sau plecare”, el a fost, mai exact spus, determinat să plece.

Biografia sa se citește la fel ca cea a nenumăraților alți dizidenți: a început în 1972 prin cofondarea cercului de autori indezirabili „Aktionsgruppe Banat” (Grupul de Acțiune Banat). Se dorea scrierea împotriva regimului, subminarea acestuia cu o „așa-numită ideologie de stânga, adică folosind limbajul sistemului”. După iluzie urmează neputința, grupul este dizolvat, iar Totok este arestat preventiv pe motive politice timp de nouă luni din cauza câtorva poezii, urmată – după eliberare, și ca urmare a presiunii presei occidentale – de o interdicție de publicare timp de doi ani. Urmează apoi o perioadă temporar mai liniștită, în care specialistul în filologie romanică și germanică își termină studiile și începe să lucreze ca redactor la ziarul de limbă germană „Neue Banater Zeitung” din Timișoara. Mai liniștită până la cosemnarea unei scrisori de protest adresate partidului, în care erau acuzate și metodele serviciului de securitate al statului (Securitatea). Concedierea fără preaviz îi este trimisă...

------------------------------

[Textul pe coloane din partea stângă (continuare)]

 

Coloana 1:

...la domiciliu, reproșându-i-se lipsa „unei conștiințe etico-profesionale pronunțate” și a unui angajament „pentru promovarea spiritului revoluționar în viața socială”. Din nou interdicție de publicare, urmată, în lipsa unei alte soluții reale, de o cerere de emigrare în 1986, iar un an mai târziu, în cele din urmă, de emigrarea în Republica Federală.

Acest duș scoțian de revoltă, neputință și frică se reflectă atmosferic în poeziile lui Totok, iar procesarea celor trăite îl va preocupa și aici în continuare...

Coloana 2:

...mai ales că plecarea sa nu a fost o decizie euforică pentru un presupus paradis vestic, iar familia se află încă „dincolo”. Doar acest fapt face aclimatizarea dificilă. Sentimentul dezrădăcinării, lipsa unor puncte de orientare, poate și apelurile telefonice de amenințare nocturne din partea departamentului pentru Germania al poliției secrete române, despre care relatează alți exilați, l-au condus pe Rolf Bossert, un prieten de-al lui Totok, la decizia de a se arunca pe fereastră în Frankfurt, în luna februarie a anului trecut.

Cu asociația locală a șvabilor bănățeni (Landsmannschaft) nu există puncte de contact, deoarece aceștia îi reproșează scriitorului orientarea sa de stânga și implicarea în regim prin încercarea de reformare din interior. Iar Totok, la rândul său, afirmă: „Conducătorii sunt în...

Coloana 3:

...primul rând naziști și staliniști. Cu acești oameni nu vreau să am nimic de-a face!”

Ce va face el aici, așadar? Mai întâi se va muta de la Berlin la Mainz, mai ales că marea metropolă aflată la joncțiunea dintre Est și Vest, unde paradoxal sunt atrași atât de mulți emigranți, îi pare „destul de confuză”, în timp ce Mainz îi amintește puțin de orașul său natal, Timișoara, și unde trăiește un cunoscut și prieten, scriitorul german din România Peter Grosz.

Coloana 4:

Acesta a fost și cel care l-a ajutat pe Totok la început, trimițându-i – în secret – poeziile la concursul literar pentru premiul „Leonce și Lena” din Darmstadt.

Juriul a atestat că noul sosit reușește „să transmită cu pregnanță experiențele din viața de zi cu zi a unui stat totalitar, într-un limbaj precis și independent” și i-a acordat o bursă de încurajare.

Pentru început, bărbatul în vârstă de 36 de ani dorește să publice o parte din poeziile sale scrise încă în România în ediția „Treibholz” din Mainz. Pentru toamnă este planificat un turneu de lecturi publice. Pe termen lung însă, el dorește să își îndrepte privirea literară, „ascuțită de experiențele din România”, și asupra realităților de aici, deși „desigur cu alte mijloace”, după cum recunoaște, dar în niciun caz „prin ochelari roz”.

 

[Texte din partea dreaptă (Poezii)]

 

PERCEPȚIE

 

NU ȘTIM TOTUL.

UNEORI ORAȘUL CREȘTE

ATÂT DE MULT PESTE OCHII NOȘTRI,

ÎNCÂT DOAR NI SE PARE

CĂ ÎN BETON S-AR ASCUNDE

O ALUZIE TĂINUITĂ.

MARELE CASTEL

NE PĂZEȘTE BUZELE.

 

 

ANOTIMPURI

 

A SOSIT MOMENTUL,

ÎN SPATELE OCHILOR TĂI

PAZNICII ZDRĂNGĂNIE

CHEILE.

NU MAI ESTE NIMIC

DE PIERDUT.

COPACILOR LI SE FRÂNG

CRENGILE SUB ZĂPADĂ,

ÎN HAMBARE ESTE LINIȘTE.

OCHII TĂI

SUNT ACUM DOUĂ

BECURI ARSE.

PETROLUL CURGE

ÎN NISIP.

REPRODUS CU AMABILUL ACORD AL EDITURII TREIBHOLZ, MAINZ

 (Traducere automată)

Coupé, Nr. 6-7, 1987, pp. 101-102.

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14.6. 2026

Mioriţa

[25. Oktober 1925. Robert Reiter: Das Lämmchen. Dachzeile: Dichtung und Welt]



Das Lämmchen 

(Rumänisches Volkslied)

Vom Gebirgsgefilde
Kamen in das milde
Tal drei Lämmerherden,
Kamen aus Gottes Gärten.
Mit den Lämmerherden
Kamen auch drei Hirten.
Einer war aus Moldau,
Einer Ungureaner,
Einer war Vrantschaner.
Jener Ungureaner
Hielt mit dem Vrantschaner
Rat in einemfort,
Denn an dunklem Ort,
Wenn die Sonne gesunken,
Blumen den Tau getrunken,
Reichen Moldauer Hirten
Wollten sie erwürgen.
Schöner war seine Herde,
Hatt’ auch kluge Pferde,
Lämmer hatt’ er runde,
Starke, treue Hunde.
Aber ein weichgelocktes
Lämmchen trauert, nichts lockt es,
Frißt nichts seit drei Tagen,
Blöckt als wollt’ es was sagen,
Rührt das Gras nicht an.
— Lämmchen, lockiges Tier,
Rotgöschchen, teuer mir,
Frißt nichts seit drei Tagen,
Willst mir stets was sagen!
Ist dir’s Gras zu trocken,
Lämmchen mit weichen Locken,
Oder bist du krank?
— Herr, mein guter Herr,
Treib die Herde gleich
In das schwarze Gesträuch.
Grün sind dort die Matten,
Kühl ist auch der Schatten.
Herre, aus gutem Grund
Wähl dir einen Hund,
Stärkeren als die andern,
Treu mit dir zu wandern;
Wenn die Sonne gesunken,
Blumen den Tau getrunken,
Ungureaner und Vrantschaner
Wollen dich ermorden!
— Lämmchen, zu Wunder geworden,
Lämmchen mit langer Woll’,
Wenn ich sterben werde
In dem Gras der Erde,
Sage dem Vrantschaner,
Sag dem Ungureaner,
Will mein Grab gegraben
In der Hürde haben,
Bei den Lämmerlein
Will ich immer sein.
Bei den treuen Hunden:
So will ich liegen unten.
Sprich mit ihnen deswegen.
Aber aufs Grab mir legen
Sollst eine Flöte von Holz,
Süß ist das Lied und stolz!
Eine Flöte von Knochen,
Schluchzt wie ein Herz gebrochen!
Eine Flöte von Flieder,
Feurig sind die Lieder!
Wenn die Winde gehn,
Durch die Flöten wehn,
Werden meine kleinen
Lämmer mich beweinen,
Bittere Tränen weinen!
Aber von dem Mord
Sage ja kein Wort,
Sag, ich wurde getraut
Mit der himmlischen Braut,
Einem Königsmädel:
Sage ihnen allen,
Sternlein ist gefallen
Bei dem Hochzeitsfeste,
Unsre Hochzeitsgäste
Waren Platanen und Fichten,
Unsern Kranz, den lichten,
Hielten Sonne und Mond,
Berge die Priester waren,
Vögel, singende Scharen,
Kamen aus Himmelsferne.
Fackeln waren die Sterne!
Sollte aber kommen
Her mit guten, frommen
Augen ein Mütterlein,
Das von Wolle ein’
Gürtel sich gewebt
Und vor Tränen bebt:
„Lämmchen, sag, wer kannte,
Lämmchen, hierzulande
Meinen Hirtensohn?
Feiner wie’s Ringlein war er,
Edelstein, ein rarer,
Seine Wangen waren
Wie der Milch ihr Schaum,
Schnurrbärtchen, glaubte man, wäre
Eine Weizenähre,
Flatternd das schöne Haar
Rabengefieder war
Und die Augen genau
Brombeerblau“ ...
Lämmchen, mein treues, erbarmen
Sollst du dich der armen,
Sag ihr alles klar,
Sag ihr, ich wurde getraut
Mit der fürstlichen Braut
In paradiesischem Garten.
Lämmchen, teures Lämmchen,
Mütterlein darf’s nicht wissen,
Daß ein Stern hat müssen
Fallen beim Hochzeitsfeste,
Daß die Hochzeitsgäste
Waren Platanen und Fichten,
Berge die Priester waren,
Vögel, singende Scharen,
Kamen aus Himmelsferne,
Fackeln waren die Sterne!

Uebertragung von Robert Reiter.

Prager Presse, 5. Jg., Nr. 292, 25. Oktober 1925 („Dichtung und Welt”. Beilage zur „Prager Presse”, Nr. 43, 1925), S. I. 

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[5. Januar 1928. Franz Xaver Kappus: „Die Gartenlaube“ im Banat. Dachzeile: Was „Die Gartenlaube“ meiner Kindheit war]




„Die Gartenlaube“ im Banat

Von Franz Xaver Kappus

Anno 1892 war's — da sagte mein guter, heute bald achtzigjähriger Vater: „Wir werden die ‚Gartenlaube‘ nicht aufgeben.“ Das war nun bei Gott kein großes, schicksalsentscheidendes Wort, aber ich hellhöriger Knirps freute mich unbändig darüber. Mit allen Mitteln wurde damals meine ehedem deutsche Geburtsstadt Temesvar madjarisiert, und das bedeutete innerhalb und außerhalb der Schule harten Zwang für mich. „Gartenlaube“ hingegen — darin lag der Inbegriff trotziger Selbstbestimmung. Das trug über die rot-weiß-grünen Grenzpfähle des ungarischen Vaterlandes hinaus, das lockte, überraschte und beglückte und war jede Woche ein neuer Akkord aus der Welt der Erwachsenen, nach der mein heißes Knabenherz ungeduldig pochte.
Kein Wunder, daß ich schaute und las, las und schaute. Zu herrlich war ja auch, was sich in den Heften mit den anheimelnden gelben Umschlägen alles fand. Erst hatten es mir die Reproduktionen bekannter Meister und die zierlichen Randleisten und Schlußstücke angetan. Stunde um Stunde verbrachte ich damit, meine Lieblingsstücke mit Stift und Pauspapier nachzuzeichnen, wollte ich doch damals dereinst ein schrecklich berühmter Maler werden. Wie viele meiner Altersgenossen mochten gleich mir erste künstlerische Anregungen aus jenen sauber bedruckten Blättern empfangen haben? Aber schon ging mir auch der Sinn für die belehrenden und unterhaltenden Aufsätze auf, die die „Gartenlaube“ in reicher Fülle brachte. Da öffneten sich Ausblicke in fremde Erdteile, da entschleierten Meeresgrund und gestirnter Himmel ihre Wunder, da langte die Technik in die Möglichkeiten der Zukunft hinein. Und dann — die Gedichte, Geschichten, Novellen und Romane . . . Noch heute danke ich's meinen Eltern, daß sie dem später Zwölf- und Dreizehnjährigen niemals zu lesen verwehrten, was er wollte. Denn ob „verstanden“ oder nicht: diese Novellen und Romane setzten meine Einbildungskraft ebenso gewaltig in Schwung wie die Aufsätze mit strengem Wirklichkeitsgehalt. Ohne daß ich es merkte, formten sich aus dem vielgestaltigen Lesestoff, den die „Gartenlaube“ bot, die ersten Umrisse eines Weltbildes in mir, tatsachennah auf der einen und romantisch bewegt auf der anderen Seite. So verstand es sich beinahe von selbst, daß ich selber zur Feder griff und in meine kindlich ungelenken Gedichte und Geschichten verwob, was mir die geliebten gelben Hefte an exakter Weisheit, erdichteten Geschehnissen und holden Phantastereien vermittelt hatten.
Und so wurde vielleicht auch zu der Mischung von lebensechter Wirklichkeit und abenteuerlicher Besonderheit, die meine späteren wirklichen Bücher kennzeichnet, der allererste Anstoß gegeben.
Viele Jahre sind darüber hinwegegangen. Aber der warme, befruchtende Klang, der die „Gartenlaube“ meiner Kindheit war, wird auch jetzt immer wieder lebendig, wenn der Weg mich dann und wann in meine Geburtsstadt führt. Indessen ist Temesvar mit dem halben schwäbischen Banat Rumänien zugefallen — doch im Hause meiner nun greisen Eltern hat sich kaum etwas geändert. Da stehen die lieben, alten Möbel von einst, da grüßen dieselben vertrauten Bilder aus ihren verblaßten Rahmen, und da wuchten übereinandergeschichtet die gebundenen Jahrgänge der „Gartenlaube“ auf dem Bücherregal. Nicht selten ereignet es sich da in einem Augenblick des Schweigens, daß eines von uns nach den braunen, goldverzierten Bänden greift und die zerlesenen Blätter sachte zu wenden beginnt, leise lächelnd, ohne ein Wort, mit nickendem Atemholen dann und wann. Und da weiß ich es und fühle es deutlicher als jemals: Was immer man auch in die Seele des Kindes hineingeheimnist — immer sind es die gradlinigen, einfachen und artgegebenen Eindrücke erster Jugendzeit, die als stärkste Kräfte am Lebenswerk eines Menschen bauen.

Die Gartenlaube, Nr. 1, 5. Januar 1928, S. 23.

Anm. Das Heft enthält mehrere Beiträge, die dem 75. Geburtstag des 1853 von Ernst Keil in Leipzig gegründeten „Illustrierten Familienblatts“ gewidmet sind. Siehe dazu auch die unter der Dachzeile „Fünfundsiebzig Jahre“ abgedruckten Texte. Mehr zu Kappus hier, hier  und hier. 

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[1. Januar 1929. Alfred Margul-Sperber: Europa 1929. Fragment aus „Die Überfahrt“]

Europa 1929

Fragment aus „Die Überfahrt“

Von Alfred Margul-Sperber (Czernowitz).

Dunkel, dunkel das Meer,
sternlos die Nacht;
von fernher
schwoll schwebend, schwer, wie Schluchzen, ein Gesang,
ein klagender Gesang, und tönte lang
und tönte sanft und sacht.
Anhub die Klage, trüb erscholl die Klage,
Europa, um den Glanz deiner vergangenen Tage.

Ich schluchze aus den bleichen Mondteichen Europas,
dir, bleiches Stiefkind Europa, schluchze ich zu!
Ich schluchze aus den verrosteten Wäldern Europas,
aus dem zerbröckelnden Gold der Kathedralen,
aus den Wahnsinnsschreien erstickter Symphonien,
aus den glanzlosen Augen deiner Kinder in Abendstraßen,
aus deinen Theatern, Fabriken und Irrenhäusern
röchle ich deinen Todesschrei, Europa!
Europa, auf deinen Leib schneite schwarzer Schnee,
du hast es verlernt, über den Regenbogen zu weinen!
Deine Bäume marschieren verkrüppelt in graden Alleen,
deine Kinder sagen kein Nachtgebet mehr;
der weiße Leib deiner Frauen ist ein gefallenes Wertpapier!

Du treibst ziellos ohne Glauben und Ideale:
wo ist die weiße Gnade deines Nazareners,
der goldene Atem deiner Revolutionen?
Europa, strahlendes Kind des Dilluviums,
unter deinem verwehenden Himmel
fröstelt die Decke eines neuen Glazials!
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - 
Ich lag in jener bangen Nacht in einsamer Kajüte
und da geschah es:
mein Leib wuchs hinaus durch die Wände und Gänge des Schiffes
und durch die ungeheure Nacht des Meeres
zurück in deinen Leib, Europa!
Mein Fuß wurzelte in allen verwesenden Füßen deiner Friedhöfe,
aus meinem Munde quoll das schwarze Blut deiner Verwesung!
Unter dem gefrorenen Lächeln der Kassiopeia
ward mein Leib zu deinem Leib, Europa!
Ich lag in wächserner Abgeschiedenheit
mondsüchtig gebannt vom erbarmungslosen Nachthimmel.
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Dunkel, dunkel das Meer
sternbesät die Nacht.
Horch, von fernher
scholl schwebend, süß, wie Tröstung, ein Gesang,
ein jubelnder Gesang, ein Lobgesang!
Anhub Gesang wie Jauchzen und Lobpreisung,
Europa, deines künftigen Ruhms Wegweisung:

Durch die Nacht meiner Verwesung
träumte ich den ungebrochenen Ungestüm deiner Jünglinge,
den weißen Aufschwung deiner Aeroplane,
- wunderbare, große Vögel im grenzenlosen Azur! -
den ungeahnten Glanz künftiger Architekturen,
rollende Urwälder, die in deine Bahnhöfe einfahren!
Ich träumte von Wirbelstürmen des Lichts, die über dir toben werden.
Ich sah deinen künftigen Gott mit vesuvischem Atem durch deine Städte schreiten
seine Liebe wie Feuerregen auf dich tosen, Europa!
Ich sah ungeheure Bacchanale der Verbrüderung,
Niagarafälle des Blutes, in Hingabe vergossen!
der Rhythmus deiner neuen Liebe durchzuckte mich elektrisch,
der ungeheure Jubel deiner Stimme rang auf aus mir, unerhörter Laut!

Aus der ungeheuren Nacht dieser letzten Verzweiflung
schrie ich auf für dich, Europa, in die neue Zeit!!!!

Vorwärts, 30. Jg., Nr. 1, 1. Januar 1929, S. 4. (Organ der Sozialdemokratischen Partei Rumäniens)


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19. 5. 2026

[4. März 1939. Alfred Margul-Sperber: Der Gelbe]

Alfred Margul-Sperber

Der Gelbe

            für Lotar Rădăceanu *)

Gelb ist das Maiskorn, das man auf unseren Feldern fechst.
Gelb ist die arme Scholle, auf der das Brot uns wächst.
Gelb ist der reife Kürbis im leeren Sommerland;
und unser Totengräber ward nur der „Gelbe“ genannt.

Sein Haar war dünn und flächsern, sein Antlitz fahl und fremd,
er trug den Lehm der Gräber ewig auf Kleidern und Hemd,
er hopste den Leichenzügen mit der scheppernden Büchse voran,
und plärrte mit den Weibern, wenn die Bestattung begann.

Und war die Zeit gekommen, daß man den Toten barg,
so schaufelte er wie besessen die Erde über den Sarg.
Dann zog er linkisch die Mütze und murmelte allerlei;
die Leute gaben ihm reichlich, es war auch Segen dabei.

Er strolchte zwischen den Gräbern herum den langen Tag,
oft hörten die Hirten am Hügel, wie er zu den Toten sprach;
und Tage gab's, wo er jedem schon aus dem Wege wich —
war er ein Narr? Ein Behexter? Die Bauern bekreuzten sich.

Er ging bei Morgengrauen und kam erst spät nach Haus.
Bei seinem Weibe gingen die Männer ein und aus.
Wie sollte sie auch anders? Er kam und aß wie ein Tier,
und sprach kein Wort und lag dann wie ein Klumpen Erde bei ihr.

Einst kam er zeitig nach Hause, da fand er mancherlei:
stand Essen auf dem Tische und Schnaps war auch dabei,
sein Weib saß breit bei Tische und Einer war bei ihr:
das war der gestrenge Herr Förster vom herrschaftlichen Revier.

Der fuhr aus seinem Dusel und schrie: „Du Dreckgesicht,
was machst du große Augen, erkennst du mich denn nicht?
Wir feiern heute Hochzeit, du bist der Ehrengast,
jetzt friß und trink und zeige, daß du Manieren hast!“

Der Gelbe nahm die Flasche und trank sie bis zum Grund;
es lag ein schiefes Lächeln um seinen breiten Mund.
Doch jener gröhlte: „Weiter! Wo bleibt der Tanz beim Fest?
Ein schöner Gast mir, der sich zum Tanz erst bitten läßt!

He, streck' die faulen Knochen!“ Der hob das Bein und sprang
und hopste einen Tanzschritt, so gut er ihm gelang,
und walzte durch die Stube und wirbelte herum —
im Bett die Beiden wälzten und lachten sich fast krumm.

Und immer wilder raste sein Tanz mit Sprung und Lauf,
er schlug sich auf die Schenkel und stampfte dröhnend auf.
Die Beiden dort im Bette, die lachten längst nicht mehr,
sie lagen schon erschlagen vom Rausch und schnarchten schwer.

Die Stunden krochen wie Spinnen um seinen grausen Tanz,
schon dämmerte in den Fenstern der fahle Morgenglanz.
Die Lampe am Ofen blakte und ging auf einmal aus —
da hielt er plötzlich inne und lauschte durch das Haus.

Er lauschte zum Bette hinüber, dort war es seltsam still,
und plötzlich war er wie Einer, der sich besinnen will —
er legte den Finger zum Munde und sprach in den Morgen hinein:
„Pst, die sind nun gestorben und müssen begraben sein!“

Auf seinem Rücken trug er sie schwer zur Türe hinaus
und bettete sie behutsam auf's spärliche Gras vor dem Haus,
und schleppte aus dem Gerümpel der Scheuer den Schubkarren hervor,
und lud sie darauf querüber und führte sie aus dem Tor.

Sie waren aus ihrem Rausche noch immer nicht erwacht:
stark war das Poltern des Karrens, doch stärker des Schnapses Macht.
Im kühlen Frühwind blähten sich prall die Hemden auf,
und durch die Morgenstille kreischte das Rad im Lauf.

Weit war der Weg zum Friedhof, und seine Last war schwer,
doch lustig hopste der Gelbe hinter dem Karren her.
Das war ein feines Begräbnis in morgenfrischer Zeit!
Nur daß die scheppernde Büchse hier fehlte, tat ihm fast leid.

Und noch der steile Hügel: dann war das Ziel erreicht.
Droben am Morgenhimmel zogen die Wolken so leicht.
Vor einem halbgeschaufelten Grabe machte er Halt —
o, das Gesicht seines Weibes, wie war das heut häßlich und alt!

Zu unterst kam der gestrenge Herr, der ihn tanzen hieß,
er beugte sich tief in die Grube, eh' er ihn fallen ließ;
und etwas höher gebettet, folgte das Weib ihm nach:
so wußte er sie in der Nähe, wenn er mit den Toten sprach.

Er stand und holte Atem, und murmelte allerlei,
und plärrte eine Weise als Totenlitanei;
[Dann kam ihm das alte Grauen, das ihm nie Ruhe gab,
Und er schaufelte wie ein Besessner die gelbe Erde ins Grab.

Und zwischen den fallenden Schollen, als er so werkend stand,
Siehe, da hob aus der Erde sich eine weiße Hand.
Da ließ er den Spaten sinken und sah verwundert hin:
„Ei, blühn auf dem Grab schon Blumen, bevor ich zu Ende bin?

Er steckte den schwarzen Spaten tief in den gelben Grund:
Es lag ein schiefes Lächeln um seinen breiten Mund.
Dann zog er verlegen die Mütze und hielt sie hin vor sich stumm
Und sah sich mit leeren Augen bettelnd im Kreise um.]

Cernăuţi Morgenblatt. Gazeta dimineţii, Anul 22, Nr. 6096, 4 martie 1939, p. 6. [Ursprünglicher Zeitungsname: Czernowitzer Morgenblatt; erscheint aufgrund der 1938 eingeführten, nationalistischen Sprachgesetze unter dem rumänisierten Namen: Cernăuţi Morgenblatt/Gazeta dimineţii. Weitere Beispiele in: Blut und Boden 4 - Sînge şi glie 4. ].

Eine vollständige Fassung des Gedichtes, jedoch ohne die Widmung, veröffentlichte Margul-Sperber in dem Band: Alfred Margul-Sperber: Aus der Vorgeschichte. Mythen, Mären, Moritaten, Literaturverlag, Bukarest 1966, S. 149-155. Die fehlenden Zeilen aus der im Morgenblatt veröffentlichten Fassung fügen wir in eckigen Klammern hinzu. 

*) Lothar (oder Lotar) Rădăceanu (Lothar Würtzler bzw. Würzel oder Wurzer; 1899–1955) war ein in der Bukowina, in Radautz (Rădăuți), geborener rumäniendeutscher Politiker, Journalist, Literaturkritiker und sozialdemokratischer Theoretiker. Er veröffentlichte in den avantgardistischen Blättern der Czernowitzer Literaturszene und in internationalen, sozialdemokratischen Publikationen. In Bukarest gehörte er zu den führenden Köpfen der Sozialdemokratischen Partei. Nach dem Sturz des faschistischen Antonescu-Regimes, am 23. August 1944, bekleidete er wichtige Partei- und Regierungsämter. Er war Arbeitsminister (1944–1952) und zeitweise Bildungsminister (1947–1948). Als Vertreter des linken Flügels der Sozialdemokraten plädierte er für den Zusammenschluss seiner Partei mit der Kommunistischen Partei. Aus der Zwangsfusion entstand 1948 die Rumänische Arbeiterpartei (RAP) - Partidul Muncitoresc Român - PMR. Rădăceanu war Mitglied des Politbüros und des Zentralkomitees der RAP sowie Parlamentsabgeordneter. Gleichzeitig lehrte er als Professor an der Universität Bukarest und war Mitglied der Rumänischen Akademie. Er starb 1955 während einer offiziellen Auslandsreise in Helsinki.

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11.5. 2026

În urmă cu 125 de ani s-a născut poeta Rose Ausländer

Vor 125 Jahren wurde Rose Ausländer geboren

(ROSE AUSLÄNDER, CERNĂUŢI/ CZERNOWITZ, 11. 5. 1901-DÜSSELDORF, 3. 1. 1988)







[5. Dezember 1937. Alfred Margul-Sperber: Auf der Brücke]

Auf der Brücke 

          Für Rose Ausländer

Sang die Nixe zu dem müden Manne,  
den zum Wasser seine Not getrieben:  
„Kannst du nicht die schöne Erde lieben,  
sag, warum entfliehst du ihrem Banne?  

Aus der bunten Tausendfalt des Lebens  
willst du in den trüben Schein der Feuchte,  
daß der blaue Tag dir nicht mehr leuchte?  
Suchst den Frieden, und du suchst vergebens!  

Ach, vom Dämmerlicht in unsren Reichen  
welkt dein Leib, und deine Augen sterben,  
nie wird dich ein warmer Arm umwerben,  
nie ein heller Laut dein Ohr erreichen!  

Sieh, dem Wasser ist nicht Hast gegeben,  
nur die Erde weiß von Ruh’ und Schweigen!  
Wasser rauschen, fallen oder steigen,  
und wir bangen oft nach eurem Leben!  

Nur als Abbild ahnen wir von ferne  
weiße Wolken duftgeschwellt und leise,  
große Vögel auf der Wanderreise,  
und den holden Glanz der tausend Sterne!  

Wenn der Lenz die Erde hält umfangen  
und sie glühend küßt, daß sie erblühe,  
dampfen Wälder in den Brand der Frühe  
und der Tag hat rosenrote Wangen!  

Wie wir uns nach euren Nächten sehnen!  
Wenn im Wiesental die Nebel brauen,  
muß euch schimmernder der Mond erblauen,  
und sein Licht tropft langsamer als Tränen!  

Sahst du nie die Nixe bleich im Sande,  
wenn vor Nacht die schwarzen Schleier sinken,  
sehnsuchtsvoll dem späten Fischer winken,  
der die Netze einsam flickt am Strande?  

Ach, sie liegt und trinkt in langen Zügen  
bittern Duft der fernen Tannenwälder  
und den Grillenlaut der dunklen Felder,  
und der Menschenstimmen stilles Trügen . . .  

Wie wir dieses starre Wasser hassen,  
wenn die Stimme lockt der starken Rufer!  
Fandst du niemals weißen Schaum am Ufer?  
Nixen sterben, die ihr Reich verlassen! . . .“  

Also sang das Wasserweib im Schweben  
auf der Flut, und der dort dunkel lehnte  
an die Brücke und den Tod ersehnte,  
faßte sich und ging zurück ins Leben.

Alfred Margul-Sperber

Czernowitzer Morgenblatt, 20. Jg.,  Nr. 5779, 5. Dezember 1937, S. 6.

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[23. Mai 1937. Itzik Manger: Mit stillem Schritt. Übertragung von Alfred Margul-Sperber] 

Itzik Manger

Mit stillem Schritt  

(Anläßlich des Besuches des Dichters in Czernăuti)

Mit stillem Schritt in gelbem Sand  
schreit ich, ein König ohne Land;  
in meinen Kleidern heult der Wind:  
auch er ist hündisch mir gesinnt.  

Das Weib, der Krämer, der Soldat,  
sie krähen heiseren „Verrat!“  
Mein Haß wird, wie ein Messer toll,  
schon treffen, wo er treffen soll!  

Zerbrochen ist jetzt jeder Zaum:  
ich bin ein Wind, ich bin ein Traum,  
ich schleudre von mir sonnenwärts  
wie eine Schlange meinen Schmerz!  

Was sagst du, Bruder Nutel, ha?  
Die Krähe ewig kräht ihr „Krah“!  
Sie ist’s nun einmal so gewohnt,  
selbst wenn man ihr mit Kronen lohnt.  

Und Krähe, Bürger und Soldat,  
sie krähen heiseren „Verrat!“  
Mit tausend Spießen tobt der Krieg,  
und wie ein Apfel fault der Sieg.  

Der Krüppel nur hinkt auf Gewein:  
der große Mörder geht allein.  
Sein Haß wird, wie ein Messer toll,  
schon treffen, wo er treffen soll!  

(Uebertragung von Alfred Margul-Sperber.)

Czernowitzer Tagblatt, 3. Jg., Nr. 535, 23. Mai 1937, S. 3.

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[25. Juli 1937. Alfred Kittner: Gute Stimme. Dank für Alfred Margul-Sperber]

Alfred Kittner

Gute Stimme

Dank für Alfred Margul Sperber

Tot sind die Wiesen, alle Straßen führen
den müden Schritt in Irrsal und in Stein;
der Mund bleibt stumm: nicht kann die Lippe rühren
das Lied der Klage und der Sang der Pein.
In Not und Qual der heißen Stadt geschlagen,
der Mauern Beute und der Trauer Spiel,
kann ich dir nur die alten Weisen sagen
der frühern Tage. Sieh, sie sind nicht viel:

Doch send’ ich sie dir, Sänger, in die Triften,
worin du Herr bist, machtvoll und verträumt,
dann blüh’n sie auf und prangen in den Lüften,
dann fühl’ ich glücklich: sie sind nicht versäumt!
Ihr Atem weht zu deinem tiefen Wissen
um ihre scheue, bange Melodie...
Und ist ihr Klang zerstört, das Wort zerrissen,
du hegst sie gütig, du vergißt sie nie.

Die Pfade, die zu deinem Wald sich neigen,
sie sind verwachsen meinem schweren Fuß;
dort darfst du weilen in dem großen Schweigen,
die Bäume brausen und der alte Fluss
hat für dich Kühle, und des Brunnens Dunkel,
aus dem du Schwermut und Vergessen trinkst,
spiegelt des Himmels heiligen Karfunkel,
dess Lied du in den klaren Nächten singst.

Ich aber muss stets fremde Worte sagen
In fremdem Wind in ewig dunkler Nacht;
Laternenschein und dumpfe Wände ragen
in meine wehe und verlorene Wacht. —
Kaum weiß ich noch, dass fern wo Wälder rauschen
und Sterne blüh'n dem Wanderer in's Gesicht...
So lass' mich deiner guten Stimme lauschen,
sie sei mir Tröstung, sei mir Gruß und Licht.

Czernowitzer Tagblatt, 3. Jg., Nr. 586, 25. Juli 1937, S. 3.

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[22. August 1968. Paul Schuster: Mit Wort und Tat]

Mit Wort und Tat 

Von Paul Schuster 

Die jüngsten Ereignisse in der Tschechoslowakei haben die Weltöffentlichkeit in eine spannungsvolle Unruhe versetzt. Der Einmarsch militärischer Einheiten aus fünf sozialistischen Staaten auf das Territorium eines verbündeten Staates ohne in Kenntnissetzung der Regierung dieses Staates ist eine krasse Verletzung des Völkerrechts. Seit Januar verfolgt die Weltöffentlichkeit mit wachsendem Interesse, mit Sympathie und Anteilnahme die Erfolge, die das tschechische und das slowakische Volk unter Führung der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei in seinem umfassenden Demokratisierungswerk erreicht hat — mit tiefer Bestürzung müssen wir heute feststellen, dass diese Erfolge in Gefahr sind. Zugleich ist das Ansehen des Sozialismus und des Kommunismus in den Augen der ganzen Welt gefährdet; das Vertrauen in die Idee des Sozialismus, das alle jene Völker beflügelt, die seit Jahrzehnten einen harten, aufopferungsvollen Kampf um ihre nationale Freiheit führen, ist einer schweren Prüfung ausgesetzt. 
Aber bei aller Besorgnis, die jeder Bürger auch unseres Staates angesichts der Vorfälle in der Tschechoslowakei in sich trägt, besitzen wir doch alle auch eine beruhigende Gewissheit: Die Kommunistische Partei Rumäniens, unsere Partei, hat in klarer Einschätzung der Lage und in konsequenter Befolgung des Prinzips der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten eines souveränen Staates, durch ihren ersten Vertreter, durch Genossen Nicolae Ceauşescu, ungesäumt ihre Einstellung dem ganzen Volk zur Kenntnis gebracht. Es dürfte kaum einen Bürger in unserem Land geben, der die Rede unseres Staatschefs auf dem Bukarester Grossmeeting nicht gehört hätte. Und kaum einen, der das Einverständnis zwischen unserer Partei und dem ganzen Volk jemals stärker erlebt hätte. 
Genosse Nicolae Ceauşescu unterstrich ausdrücklich, dass es keinerlei Vorwand zur gewaltsamen Besetzung eines anderen Staates geben kann. Genosse Ceauşescu sagte, dass es auf der ganzen Welt keinen wahren Kommunisten geben könne, der sich mit der Besetzung der Tschechoslowakei einverstanden erklären wird. Und auch in diesem Sinne ist das ganze rumänische Volk — einstimmig mit allen in Rumänien lebenden Nationalitäten — kommunistisch. 
Und darum steht es. im Namen seiner Liebe zur eigenen Heimat, im Namen seines Friedenswillens und Freiheitswillens, aus kommunistischem Denken heraus, solidarisch auf seiten des freiheitsliebenden, friedensliebenden Volkes der Tschechoslowakei. In Worten und in Taten. Als verlässlicher, treuer Freund. 

Neuer Weg, 20. Jg., Nr. 6003, 22. August 1968, S. 3.


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Neue Bücher - Cărţi noi 

22.5. 2026

Hausleitner, Mariana: Bukowina. Eine europäische Vielvölkerregion. Herausgegeben vom Deutschen Kulturforum östliches Europa. Potsdamer Bibliothek östliches Europa – Geschichte, Potsdam 2026. 
Siehe auch: Neue Bücher

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2. 6. 2026

Aktualisiert und ergänzt - Actualizat și completat 


Hermann Schlandt und die Kronstädter Zeitung / Hermann Schlandt şi ziarul Kronstädter Zeitung

Siehe laufende Zahl 13 in der Liste mit den als Kriegsverbrecher beschuldigten Personen

A se vedea poziția 13 din tabelul cu persoanele învinuite de crime de război. Neu!Nou!  

24. Juni 1941. Andreas Schmidt: Aufruf - An die Deutsche Volksgruppe in Rumänien / 24 iunie 1941. Andreas Schmidt: Chemare – Către Grupul Etnic German din România

26. März 1946. Haftbefehl erlassen vom Hauptankläger des Volksgerichtshofes aus Klausenburg, Eugen Man / 26 martie 1946. Mandat de arestare emis de acuzorul public şef al Tribunalului Poporului din Cluj, Eugen Man



"Mediascher Zeitung", "Arader Zeitung"

Siehe laufende Zahl 20 in der Liste mit den als Kriegsverbrecher beschuldigten Personen
A se vedea poziția 20 din tabelul cu persoanele învinuite de crime de război.

11. April 1941. Otto Ließ: Der Osten im Aufbau / 11 aprilie 1941.  Otto Ließ: Estul în reconstrucție

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17.4. 2026

Aktualisiert und ergänzt - Actualizat și completat 




1939. Gerda Mieß: Heimkehr

3. Dezember 1943. Gemeinsame Front auch im Geistigen / 3 decembrie 1943. Front comun și în plan spiritual  

Bernhard Capesius: Deutsch-rumänische Verständigung durch die Dichtung von heute, 1938 und 1940



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30.4. 2026

Răzvan Filip, Bianca Felseghi: „Palantir de România”. Trecutul neolegionar al antreprenorului care vinde „AI suveran” pentru SRI, SPP și MApN, PressONE, 29.4. 2026




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29. 4. 2026

Un „grup de intelectuali clujeni” și „despăducherea României”

Clarificări necesare

 

Aflăm din presa locală că „intelectualii clujeni se opun eliminării numelui lui Octavian Goga din spațiul public” (https://ziarulfaclia.ro/un-atentat-la-identitatea-nationala-intelectualii-clujeni-se-opun-eliminarii-numelui-lui-octavian-goga-din-spatiul-public/).

Câteva clarificări sunt necesare:

   În Declarația de la Cluj se afirmă că „a pedepsi un astfel de om ni se pare o greșeală impardonabilă, pe care nici ideologii sovietizării nu au comis-o”. În fapt, protestul  își propune să salveze construcția memoriei publice a poetului Octavian Goga, materializată prin busturi, denumiri de străzi, instituții publice etc. Altminteri pe Goga nu îl mai poate nimeni pedepsi sau salva, el este decedat de 88 de ani.

Dar, cu rațiune și bun simț, să ne întoarcem la realitatea zilelor noastre. În decembrie 2025 a fost promulgată de președintele țării legea care modifică OUG nr. 31/2002. Între altele, art. 5 a fost completat și sună astfel: „Fapta persoanei de a promova, în public, cultul persoanelor vinovate de săvârșirea unor infracțiuni de genocid, contra umanității și de război, al persoanelor care au făcut parte din conducerea organizațiilor fasciste, legionare, rasiste sau xenofobe, precum și fapta de a promova, în public, idei, concepții sau doctrine fasciste, legionare, rasiste sau xenofobe, în sensul art. 2 lit. a), se pedepsesc cu închisoare de la 3 luni la 3 ani sau amendă și interzicerea unor drepturi”. Mai pe înțelesul celor de la Cluj, a promova în spațiul public memoria unor persoane care, într-un moment sau altul al vieții lor, s-au încadrat într-una din situațiile prevăzute la art. 5, reprezintă o faptă penală, deci interzisă.

Or, Octavian Goga a înființat alături de A.C. Cuza, în 1935, Partidul Național Creștin rămânând președintele lui până la moarte. Partidul Național Creștin a fost un partid de extremă dreaptă, fascist, xenofob și antisemit. Emblema partidului era tricolorul cu zvastica în mijloc, iar sloganul acestuia a fost „România a românilor”! În campania electorală din 1937 afișele antisemite au constituit suport de campanie electorală. În ianuarie 1938, poetul și-a pus apostila de Prim Ministru pe Decretul-lege nr. 169 privind revizuirea cetățeniei. A fost prima lege a Holocaustului din România, în urma căreia o treime dintre evreii din România au rămas fără protecția statului. În mai 1938, pentru a-i marca poziția de lider al PNC, sicriul lui Octavian Goga a fost însoțit de o coroană în formă de zvastică. Tot Octavian Goga a fost personajul pe care a mizat Alfred Rosenberg, ideologul german al național-socialismului, pentru a-l influența pe Carol al II lea să orienteze politica externă spre Germania nazistă.

De asemenea, guvernul Goga a dat ordonanțe privind, între altele: interzicerea ziarelor redactate şi conduse de jurnaliști evrei, excluderea evreilor din administrația publică, eliminarea evreilor de la vânzarea produselor aflate sub monopol de stat, expulzarea rabinilor care nu erau cetățeni români şi interzicerea predării religiei evreiești în școlile de stat etc.

„Grupul de intelectuali din jurul revistei «Orașul» și filiala clujeană a asociației ASTRA”, semnatarii „declarației comune de protest” operează, deliberat, cu confuzii. Ei afirmă, aseptizat și omisiv, că PNC a fost un simplu partid „de dreapta”. În realitate, PNC a fost un partid de extremă dreaptă, structural nazist, xenofob și antisemit. O. Goga a fost un lider pro-nazist. Încercarea de normalizare a identității ideologice a PNC și a liderului acestuia este o acțiune de denaturare a istoriei și un atentat la ordinea democratică. Falsificarea istoriei, astăzi, nu mai este un act inocent.

„Grupului de intelectuali” din Cluj le-am reaminti câteva fragmente din gândirea intelectualului pe care-l venerează:

-        „Germania, după război a fost socotită ca un stat bolnav, și pe ea au năvălit paraziții, și cu toate că această țară nu avea decât 600.000 jidani, nu mai putea rezista, căci ei țineau în mână, comerțul și finanțele și ceea ce era mai grav, era faptul de a fi pătruns în sufletul german cu scrisul lor. S-a socotit ca un act de barbarie arderea cărților – produse jidovești – la Berlin. Faptul trebuie socotit ca un simbol al distrugerii produselor cerebrale jidănești. Noi, acum am dat drumul acestor jidani să năvălească în țara noastră și sunt acum în țară, aproape două milioane, față de 14 milioane de români. Tot ce năzuim noi, tot ce vrem și tot ce creem, ei distrug. Suntem insultați, scuipați, batjocoriți de toți străinii ce vin aci, în Târgoviștea străveche, și-și schimbă numele cu acelea ale marilor noștri Basarabi” (...) „Munca noastră românească, se va desăvârși prin legiferări în sensul vederilor programului partidului Național-Creștin. Atunci când am spus că voim a scoate din țara 500.000 de jidani, am înțeles să ușurez țara noastră. Când vom închide gazetele jidănești, vom avea garanția că nu se va mai difuza otrava jidănească (Congresul organizației național creștine din jud. Dâmbovița, Târgoviște, 6 noiembrie 1937);

-        „Sunt două categorii de vrăjmași: streinii, ca tendințe centrifugale nemărturisite, elemente parazitare și partidele politice, care cred că au luat în arendă țara. S-a spus că suntem hitleriști sau fasciști. Nu-i o rușine dacă am fi, dar nu suntem. Ne-au acuzat că ne-am dus la Nuernberg. Eu am fost la Roma și la Berlin, am vorbit cu Mussolini și cu Fuehrer-ul, mă felicit că am văzut organizarea sentimentului patriotic și regret că nu v-am putut duce pe voi tinerii la Nuernberg să vedeți cum defilează batalioanele de asalt” (O. Goga, București, Clubul central al PNC, 2 octombrie 1935);

-         „Noi, generația războiului de acum 20 de ani, am făcut o țară mare și puternică. Dar țara nu e încă dezrobită. E mult putregai care trebuie dat deoparte și străinul, jidanul și-a înfipt ghearele în trupul națiunei și îi suge vlaga. Vrem să despăduchem România, să o facem curată!” (O. Goga, Vaslui, decembrie 1937).

Orice persoană de-a lungul vieții, publice și/sau private, joacă mai multe roluri. Postmortem aceste roluri se reașează, nu în funcție de timp și spațiu, ci în strânsă legătură cu principiile etice și civice democrate. Prin urmare, un lider politic antisemit și fascizant, care s-a aflat la cârma țării și a fost responsabil pentru marginalizarea sau excluderea socială a unor cetățeni români, nu are ce căuta în spațiul public. Acesta este panteonul civismului si eticii democrate. Așa a decis Parlamentul democrat al României.

În încheiere, menționăm un aspect banal pentru o societate civică și democrată. Promovarea publică, prin orice mijloace, ca modele salvatoare, valori, idei, principii, reprezentări memoriale din arsenalul iliberalismului, fascismului, legionarismului, antisemitismului, rasismului sau discriminării de orice fel, înseamnă subminarea democrației, bazată pe principiile libertății, demnității și solidarității umane.

Dar nu vă încruntați, dragi clujeni. Legea nu cenzurează studiul operei literare sau publicistice a lui O. Goga. Validarea, însă, a omului politic Goga, prin monumente de for public, este o acțiune pe care ordinea democratică din România, construită pe memoria celor două totalitarisme, o consideră ilegală și intolerabilă. Democrația are două mari calități care dau speranța în mai bine fiecăruia dintre noi: (1) nimeni nu e mai presus de lege și (2) spiritul critic este substanța spiritului civic.

 

 

Gidó Attila

Ingrid Baltag

Ana Bărbulescu

Dalia Báthory

Alexandru Berceanu

Andreea Ionescu-Berechet

Cristian Iacob Bogdan

Ștefan Bosomitu

Cătălin Botoșineanu

Horia Bozdoghina

Mihai Burcea

Ovidiu Buruiană

Daniel Buti

Igor Cașu

Marius Cazan

Mihai Chiper

Adrian Cioflâncă

Eugen Ciurtin

Emanuel Copilaș

Andrei Cusco

Dennis Deletant

Oana Demetriade

Mihai Demetriade

Dorin Dobrincu

Alina Dragolea

Nicolae Drăgușin

Alexandru Florian

Călin Goina

Armand Goșu

Zoltán Györke 

Georg Herbstritt

Valentina Iancu

Radu Ioanid

Florea Ioncioaia

Fatma Ilmaz

Ruxandra Ivan

Alexandru László

Marius Lazăr

Daniela Maci

Mihai Maci

Petre Matei

Vlad Mercori

Oana Mihalache

Silviu Miloiu

Alexandru Muraru

Andrei Muraru

Lucian Nastasă-Kovács

Ciprian Necula

Adrian Niculescu

Alina Pavelescu

Claudiu Pădurean

Brîndușa Palade

Vlad Pașca

Cristian Pîrvulescu

Alina Popescu

Maria Roth

Liviu Rotman

Oliver Schmitt

Lavinia Stan

Flavius Solomon

Daniel Stejerean

Carmen Stratone

Svetlana Suveică

Virgiliu Țârău

Mircea Toma

Zoltán Tibori-Szabó

William Totok

Ottmar Trașcă

Cristian Vasile

Smaranda Vultur


Țara noastră, 5 ianuarie 1938



***



9. 3. 2026

Timişoara refuză să îndepărteze numele unor fascişti din spaţiul public

Temeswar weigert sich, die Umbennung von Straßennamen vorzunehmen und beharrt auf der öffentlichen Ehrung von Faschisten, Rassisten, Antisemiten und Kriegsverbrechern 

Refuz sau tergiversare? În pofida legislaţiei care interzice omagierea unor rasişti, fascişti şi criminali de război în spaţiul public, municipiul Timişoara încă nu a schimbat numele unor străzi. Într-o petiţie, lansată pe 23 mai 2023, semnatarii au solicitat autorităţilor locale „renunțarea la omagierea în spațiul public din oraș a unor persoane care prin activitatea lor antidemocratică și contrară principiilor toleranței au contribuit la răspândirea unor concepții și practici politice în contradicție cu imaginea unui oraș multicultural și multietnic”. Cererea de îndepărtarea din spaţiul public a denumirilor unor străzi care poartă numele unor persoane care, în trecut, au activat în organizaţii extremiste de dreapta sau au publicat scrieri rasiste şi antisemite, ca Octavian Goga, Nicolae Paulescu, Petre Ţuţea, Spiru Blănaru şi Nicolae Ilieşiu, practic a fost ignorată. Tot aşa şi solicitarea legată de îndepărtarea unei inscripţii cu versurile poetului legionar, Radu Gyr.

Şi atenţionarea autorităţilor timişorene de către Institutul Naţional pentru Studierea Holocaustului din România – Elie Wiesel (INSHR-EW) a rămas fără ecou. Un ultim răspuns la solicitarea INSHR-EW de a schimba denumirile unor străzi din Timişoara a sosit pe data de 6 martie 2026, semnat de Instituţia arhitectului şef al Municipiului Timişoara în care se spune textual:

„Referitor la cererea dumneavoastră cu nr. MTM2025-41566, prin care ne solicitați inițierea demersurilor legale pentru înlăturarea, de pe raza Municipiului Timișoara a formelor de cult public dedicate unor persoane care nu reprezintă modele civice democrate: Radu Gyr, Nicolae Paulescu, Petre Țuțea, Spiru Blănaru, Nicolae Ilieșiu, vă aducem la cunoștință că solicitarea a fost analizată de către Comisia de Atribuire sau Schimbare de Denumiri la Străzi, Parcuri, Piețe, etc.

În urma întrunirii Comisiei, ce a avut loc în data de 28.11.2025, s-a hotărât amânarea luării unei decizii până la o nouă convocare, în vederea continuării dezbaterilor asupra acestor propuneri.”

Alte detalii: News 2023, News 2024 şi News 2025

Presa locală din Timișoara (Tion, 11.3. 2026)  a anunțat că în perioada următoare se va da aprobarea legată de denumiri pentru 23 de străzi din oraș.  Intre acestea se află și Strada „Maria Dogaru”  (care va fi extinsă). Strada poartă numele unei legionare. 

Facebook, 16.4. 2026



***

16. 6. 2026

Hellmut Seiler (* 19.4. 1953 -  † 16. 6. 2026)

Heute Vormittag ist der Schriftsteller Hellmut Seiler nach kurzer schwerer Krankheit verstorben.


Scriitorul Hellmut Seiler a murit în această dimineață.


Hellmut Seiler mit Texten in der NBZ-Beilage, Wortmeldungen '82, vom 16. Juni 1982

HELLMUT SEILER 

heimkehr 

wir sind jetzt so weit 
mit keiner wimper mehr zu zucken 
sind wir doch noch 
mit einem blauen auge davongekommen 
müssen wir auch dies zudrücken keine sorge 
wir kommen schon an: 
uns wird heimgeleuchtet 


drückeberger

            (für Rolf auf seine gegenteilige gesinnung) 

kaum auszudenken wie sie 
voller überdruss 
trübsinnig 
der muschel die rosa 
rote brille aufsetzen 
sich geradewegs draufhocken 
zu ihrer sichtlichen erleichterung 

das schaffen sie grad noch!





***


17. 2. 2026



*** 

26. 1. 2026

Ziua de naştere a lui Ceauşescu sărbătorită în urmă cu 40 de ani în presa românească – 26 ianuarie 1986

Geburtstag Ceauşescus gefeiert vor 40 Jahren in der rumänischen Presse – 26. Januar 1986


Poezii din perioada Ceauşescu – 1965-1989 - Gedichte aus der Ceauşescu-Zeit

Buchet de cîntece şi flori 

Hans Liebhardt

— 26 ianuarie — 

Împletit-am mirtul veşnic verde
Cu trandafirii plaiurilor transilvănene
Şi ale Cîmpiei Banatului flori albastre
Însemnul preţuirii noastre 

Urăm din inimă, solemn: 
MULŢI ANI! în limba românească — mamă,
ÉLJEN! şi LANG SOLL ER LEBEN!
În maghiară şi în germană 

Corurile reunite în sărbătoare
Răsună la această aniversare
Scump dar de cîntece şi flori
Cununi de stele şi de aurori. 

Versiune în româneşte de Irimie Străuţ

Scînteia Tineretului, anul 41, nr. 11091, 28 ianuarie 1985, p. 4. 

Textul a apărut sub titlul "Flori la aniversare" şi în România liberă, anul 43, nr. 12513, 26 ianuarie 1985, p. 4. 

#

Simbol al luptei şi al omeniei

Hans Liebhardt

Toate anotimpurile şi-au dăruit florile
Intîmpinînd cu parfumul lor zorile
Vestind aşteptata sărbătoare
A conducătorului partidului.
Alesul ţării, al poporului

„La mulţi ani!“ răsună în româneşte,
„Éljen!“ şi „Lang soll er leben!“
Maghiarul şi germanul rostind
În graiul din străbuni, matern

Şi toţi au în gînd pe Fiul României
Simbol al Luptei şi al Omeniei
Al Patriei iubit preşedinte
Care ne conduce ferm înainte
Spre un viitor luminos de aur
Al Comunismului nepreţuit tezaur.

In româneşte de Irimie Străuţ

Contemporanul, nr. 5, 25 ianuarie 1985, p. 2.

#

Ein Begriff

Franz Liebhard

Ceauşescu, Partei und Vaterland — 
umschlungen vom innigsten Herzensband
des Volkes auf diesem dakischen Boden,
gehärtet von Kämpfen, Leiden und Roden,
erfüllt vom Lichte der hellsten Lehren,
alles, was dienlich dem Leben zu mehren,
das Samenkorn des Glückes zu bauen,
kraftvoll in die Zukunft zu schauen
unter des Rufes Hoheitsbrand: 
Ceauşescu, Partei und Vaterland.

Neue Literatur, 29. Jg., Heft 1, 1978 S. 3. 

#

Ceauşescu! Patria! Partidul!

Franz Liebhard

Ceauşescu! Patria! Partidul!
Din adîncul inimii fierbinţi 
sună-n patru zări, nestăvilitul 
glas al marii noastre nâzuinţi.

În lumina care nu apune, 
sub un steag ce-a biruit furtuni, 
vestitor ne e de vremuri bune 
pe pâmîntul dacilor străbuni.

Şi în freamăt auriu de spice 
şi în murmur proaşpăt de izvor 
e rostit de un popor ferice 
ce-şi clădeşte-un falnic viitor,

ale cărui porţi străluminate 
de pe-acum în lături se deschid 
sub ecoul glasurilor toate:
Ceauşescu! Patrie! Partid!

Versiune românească de Victor Tulbure

România liberă, anul XLII, Nr. 12381, 22 august 1984, p. 6.

#

Partid

Ana Blandiana

Candoarea mi-a-nflorit în ochi definitiv
Întîiul plîns în curtea şcolii sub castani,
Cînd clasa mea primea cravata roşie festiv,
Şi sufeream respinsă grav de colectiv
Că nu-mplinisem încă nouă ani.

Candoarea mi-a crescut de-atuncea dureros,
Cu brațul ridicat deasupra frunții mult,
Simbolizînd că viața-mi fi-va socotită mai prejos
Decît tulburătorul luptelor tumult,
Că niciodată n-o să mă separ orgolios.
De imnul colectiv şi luminos.

Candoarea scrijelată de mîna ta lucid
În ochii mei, dramatic deschişi spre mîna ta,
Oricîte mîluri s-ar sedimenta,
Nu-mi vor putea-o şterge. Candoarea ca un rid
Va măsura maturitatea mea, Partid.

România literară, anul 5, nr. 30, 20 iulie, 1972, p. 16.

#

Laudă ție

Ivo Muncian

Laudă ție, om revoluționar în gând,
cutezător în faptă
Dorințelor noastre aevea, aidoma năzuințelor
noastre, laudă!
Milioane de oameni înfrățiți întru sentimente
și gînduri
Astăzi urarea ți-o adresează, milioane pe
plaiuri carpatine.
Laudă ție, conducător al națiunii libere și
prospere,
Care, pe-al anilor noian, zămislești
magistrale comuniste,
Ieșirea falnică a pămîntului mioritic în largul
talazurilor fericirii, laudă!
Această țară, spațiu al viselor tale,
Niciodată îngenunchiată sub povara
pustiului,
Această țară îți aduce, îți va aduce drept
omagiu
Iubirea în pîine și sare-ntruchipată, această
țară.
Clarvăzător în gând și faptă, comunist și în
vise,
Urarea ne-o primește, urarea arzîndă în
iubire!
Fiii neamului, din care seva-ți tragi întru
veșnicie,
Esență a dăinuirii milenare,
Rostesc astăzi de pe treapta existenței tale
Imnuri de culoarea stelelor nobile
Cîntece ciorchine de aroma devenirii
comuniste a patriei –
Iubire supremă în orice limbă-am fi învățat
abecedarul!
Rodnici și fără seamăn fie-ți anii ce urmează,
ție,
Chintesență a zborului nostru vertical, ție,
Chezășie a edificării României ce mîndră
Străluci-va
În comunista eră!

România literară, anul 21, nr. 5, 28 ianuarie 1988, p. 6.

#

Omul si opera

Virgil Teodorescu

Arhitectura ţării se vede de oriunde
Şi liniile-i suple ţîşnesc de pretutindeni: 
Constructorii sínt harnici şi sint sprinteni, 
Mişcarea nu încape în spaţiile scunde.

In mare şi in cerul senin, arhitectura 
Îşi oglindeşte chipul în zilele de aur,
Işi oglindeşte chipul şi principalul faur, 
Cel care-i dă durata şi măsura.

Şi noi a căror viaţă a fost să fie 
Să-şi aibă împlinirea in anii de avînt 
Îi proslăvim în faptă şi-n cuvînt 
Vizionara, ampla ctitorie.

Căci anii ce-au trecut suind la deal,
Au încrustat în inimă şi cuget
Metopa cutezanţei şi a muncii fără preget
Ce-l urcă pe supremul iubirii piedestal.

România literară, anul 13, nr. 14, 3 aprilie 1980, p. 1. 
(Număr dedicat: Patriei, Partidului, Preşedintelui ţării)


*

15. 1. 2026

Eminescu și hermeneutica CNSAS

Material nesemnat, fără trimiterile la surse (cotele pentru identificarea și eventuala verificarea independentă a documentelor și facsimilelor citate, respectiv postate).

Lipsa totală a criticii față de interpretarea poeziei naționaliste "Doina" a lui Eminescu de către scriitori moldoveni, prezenți la simpozionul 100 de ani de la moartea lui Eminescu, din 1989.

În ce măsură regimul de la București susținea naționalismul, incorporat în ideologia etnocentristă a partidului, în structurile securității, în învățământ și alte instituții statele este eludat.

De remarcat ar fi limbajul autorului anonim al postării.

Citez doar un pasaj dintr-un document, din 14.7.1989, care ar fi fost folositor pentru contextualizarea momentului.

14.7.1989

Notă 

U.M. 0500 București 

[...]

Situaţia internă actuală din U.R.S.S. a permis o mobilizare a forțelor liberale din R.S.S. Moldovenească, în frunte cu cele scriitoricești. Scriitorii controlează o instituție obstească, Uniunea Scriitorilor, şi tutelează Cenaclul Alexei Mateevici (cu audiență la adolescenți și tineri), precum și revistele Uniunii Scriitorilor, având influență și asupra unei părți a presei. Mai există Frontul Popular, care, deşi condus de scriitori, este în curs de autonomizare, ca organizație independentă. Dezideratele acestei mişcări sunt de ordin social, economic, cultural și politic. Se dorește ca toți moldovenii (românii) să aibă de lucru în R.S.S. Moldovenească şi să se oprească, în același timp, intrarea în republică a elementelor străine etnic, care ocupă printr-o politică veche un loc privilegiat. Se mai cer: alfabet latin, limbă unică de stat moldovenească, comunicarea liberă a creației culturale românești în R.S.S. Moldovenească și invers. Din punct de vedere economic, năzuiesc să se gospodărească singuri, să înceteze subordonarea întreprinderilor către verigile centrale, dezvoltarea cooperării economice cu România au cel puțin contracte preferențiale.

Din punct de vedere politic, cer ca R.S.S. Moldovenească să reintre în granițele din anul 1918, adică să-i fie restituite Bucovina și Bugeacul (partea de sud a Basarabiei). Manifestă o rezervă ascunsă față de cadrele care provin din fosta republică moldovenească de peste Nistru, pe care le numesc şantişti.

Intelectualii din Chişinău apreciază la circa 5 milioane numărul românilor moldoveni din U.R.S.S., adică din R.S.S. Moldovenească, Bucovina și Buceag, ca și de dincolo de Nistru, până în Siberia. Chişinăul - cu peste 700 000 de locuitori este considerat al doilea oraș românesc ca număr de locuitori.

Au ştiinţă şi ţin legătura cu românii din Maramureşul istoric, din Ucraina subcarpatică, dedicați comertului, afacerilor, vorbitori încă de limba română, dar în curs de ucrainizare. Fenomenul slavizării este susţinut printr-o politică dură, opresivă, mai ales în Bucovina și cu Fenal Moldovei istorice. Deşi în R.S.S. Moldovenească rusa este limba de stat, implicit limba de școală, influența rusă manifestându-se prin intonație și împrumuturile lexicale. [...] 

D, 11180, v. 4, ff. 98-100

Document în care Ceaușescu citează din poezia naționalistă a lui Eminescu, „Doina”

Preţuind toate popoarele şi valorile create de ele, Eminescu i-a urît pe cei care s-au rupt de popor şi s-au pus în slujba străinilor. Neîndurătoare, dar profund îndreptăţite, izvorite din cel mai curat patriotism, răsună versurile sale din „Doina”: „Cine-a îndrăgit străinii / Mînca-i-ar inima cîinii, / Mînca-i-ar casa pustia, / Și neamul nemernicia!”

Scînteia tineretului, 14 iunie 1989, p. 1

Botschaft des Genossen Nicolae Ceaușescu, Generalsekretär der Rumänischen Kommunistischen Partei, Präsident der Sozialistischen Republik Rumänien anlässlich des Ehrensymposions „Mihai Eminescu“ 

Telegramm an Genossen Nicolae Ceaușescu, Generalsekretär der Rumänischen Kommunistischen Partei, Präsident der Sozialistischen Republik Rumänien seitens der Teilnehmer am Ehrensymposion zur Hundertjahr-Feier „Mihai Eminescu“

Eminescu schätzte alle Völker und die von ihnen geschaffenen Werte, er hasste jedoch alle diejenigen, die sich vom Volk losgerissen und in den Dienst von Landfremden gestellt haben. Unerbittlich, jedoch in höchstem Masse berechtigt, einem tiefempfundenen Patriotismus entsprungen, klingen die Verse aus seinem Gedicht „Doina”: „Wer den Fremdlingen frönt, / Des Herz sei Hunden zum Frass vergönnt, / Das Haus soll ihm zur Wüste werden / Und gleich Schuften sein Geschlecht verderben!”
 




Neuer Weg, 41.Jg., Nr. 12453, 15. Juni 1989, S. 1 und 5

A se vedea şi:

25.8. 1876. Mihai Eminescu vs. Karl Emil Franzos
31. 1. 1904. Karl Emil Franzos: Todesanzeige & Nekrolog / Ferpar & necrolog, in: Neue Freie Presse, 31. 1. 1904, pp. 30, 32-33
15. 7 1893. Karl Emil Franzos: Biographisches Vorwort zu seinem Roman, Der Pojaz / Prefaţă autobiografică în romanul său, Der Pojaz (Paiaţa) 
1.9. 2020. William Totok: Eminescu, Franzos şi Moses Rosen, RFI, 1.9. 2020
29.8. 1878. „Verjudete Literatur” / „literatură jidovită”;

în: Blut und Boden 5 - Sînge şi glie 5 


*




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Blut und Boden 7 - Sînge şi glie 7 (Radu Gyr. Demnächst - în curînd:  Das Innere Reich, Harald Krasser etc.)
Blut und Boden 6 - Sînge şi glie 6 (Nichifor Crainic, Erwin Wittstock.)  

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  • Kunst-Kultur 3 – Artă-cultură 3 („Radu Constantin", Eginald Schlattner, Hans Bergel, „Gert Grundich" - Friedrich Böhmches, „Neamțu" etc.)
  • Blut und Boden 5 - Sînge şi glie 5 (Mihai Eminescu vs. Karl Emil Franzos, Adam Müller-Guttenbrunn - 1903, Otto Alscher, Der Alldeutsche Verband in Belgrad / Uniunea pan-germană la Belgrad - 1941, etc.)
  • Linke und Securitate 3 – Stînga şi Securitatea 3  (Nikolaus Berwanger, „Lucian”, Mircea Vaida, etc.)
  • News 2020 

  • ▼ 2019

  • Linke und Securitate 2 – Stînga şi Securitatea 2 (Nikolaus Berwanger, „Voicu”, „Claudia”, „Hans Roth” - critic muzical , membru fondator al FDGR/ Musikkritiker, Gründungsmitglied des DFDR)
  • Kunst-Kultur 2 – Artă-cultură 2 (UAP, Florin Medeleţ, Francisc Kiraly, ACIER, Frieder Schuller, Paul Celan, „Matei“ - Alexander Ternovits etc.)
  • Linke und Securitate – Stînga şi Securitatea (Lupta, Traian Novac, Zoltán Franyó, Georg Hromadka, Erich Wayand, Ștefan Foriș, Constantin Titel Petrescu, Iosif Jumanca, Eftimie Gherman - „Laurenţiu”, Vladimir Krasnosselski, Duiliu Vinogradski - „Vladimir”, „Luca”, Gheorghe Cristescu-Plăpumaru, Adrian Dimitriu, Mira Moscovici, Constantin Avramescu, Mircea Iscru Stănescu, Sergiu Cunescu etc.)
  • News 2019 

  • ▼ 2018

  • 100 Jahre Rumänien – România 100
  • Kunst-Kultur – Artă-cultură (
  • Helga Reiter, Neue Literatur 1981, Emmerich Reichrath, Mihai Isbăşescu, 
  • Arnold Hauser, Georg Maurer etc.)
  • Securitate vs. Securitate  (Tito-Rajk-Kostov, Dobrivoi Stanoiev, Vidosa Nedici, Sava Bugarschi, Nicolae Ighişan, Scânteia - 1950, Neagu Cosma etc.)
  • Die Schere - Foarfeca (III)   
  • News 2018 
  • Blut und Boden 4 - Sînge şi glie 4 (Heinrich Zillich, Adolf Bartels,  Alfred Pomarius, Carol II vs. Toponyme, Dumitru Stăniloae etc.)
  • Blut und Boden 3 - Sînge şi glie 3 - Erwin Neustädter (1897-1992); Bernhard Capesius (1889-1981); Ernst [Emil] Gamillscheg (1887-1971); Johann [Hans] Wolf (1905–1982); Anton Valentin (1898-1967); Annie Schmidt-Endres (1903-1977); Bruno Kremling (1889-1962); Karl von Möller (1886-1943); Viktor Orendi-Hommenau (1870-1954; Hans Beller (1896-1955); Hans-Wolfram Hockl (1912-1998); Hans Diplich (1909-1990); Josef Gabriel d.J. (1907-1947); Gerda Mieß (1896-1954); Peter Barth (1898–1984); Richard Oschanitzky (1901-1971), Walter Schlandt; Andreas Fall; G. I. Brătianu; 

  • ▼ 2017
    • ▼ 2016

    • Paranoia - Der Fall - cazul Nikolaus Haupt (Peter Geiss, Josef Gaßner, Hans Beller, Kaspar Muth, Ioan [Hans] Heber, Patricia Zimmermann, Neueste Nachrichten, Banater Deutsche Zeitung,  Südostdeutsche Tageszeitung, Eduard Pamfil, Cornel Pacoste, Banater Post vs. Herta Müller 1984) 
         ▼ 2015

    ·         (▼  Mai
    * ▼  November
    * ▼  Oktober

    * ▼  September


        * ▼  August

              o Der Fall „Bega“


    * ▼  EU-Wahl 2009:

    ▼  28. Mai 2009: Schwulenparade in Bukarest 



    ▼  18. April 2009: Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit. Ein virtueller Stammtisch

    ▼  8. April 2009: Aufruhr in der Republik Moldau 

    ▼  1. April 2009: „Holocaust an der Peripherie“
    ▼  27. März 2009:  Johann Böhm: Bischofsvikar Friedrich Müller als Widerständler? - August Georg Kenstler, Herausgeber der Monatsschrift „Blut und Boden“  (Anhang: 1. Zum Verständnis der politischen Gruppen (Parteien) der deutschen Volksgruppe in Rumänien von 1922 bis zum 23. August 1944    2. Organisationsplan der NSDAP der DViR Ende 1943. Tabelle mit den Unterorganisationen der NSDAP der DViR)
    ▼  27. März 2009: Urme pierdute, urme regăsite






    Erstellt: 31. 12. 2025 - Aktualisiert: 11. 10. 2026, 15:30 h