22.05.2011

Die Securitateoperation "Scutul"

In der Wiener Zeitung ist ein Artikel über den so genannten "Freikauf" erschienen, ausgehend von einer in Bukarest veröffentlichten Dokumentation (Actiunea "Recuperarea"). Eine erste Kurzpräsentation - in rumänischer Sprache - der fast 1000 Seiten umfassenden Publikation wird hier verlinkt: "Între legendă şi realitate. Vînzarea sau cumpărarea germanilor din România comunistă", RFE, 29.6.2011 AUDIO  mit einem Interviewausschnitt - TEXT. Neue Erkenntnisse bezüglich der Unterwanderung des rumäniendeutschen Kulturbetriebs durch die Securitate werden hier demnächst gepostet; Schwerpunkt: Deutsches Staatstheater aus Temeswar, Neue Banater Zeitung, Neuer Weg (Büro Temeswar), Temeswarer Universität etc.; die Rolle der Securitateoffiziere Constantin Feraru und Andrei Uram und deren inoffizielle Verbindungen. 


Aktualisiert - actualizat, 6.3.2015, 13:35 h




"Niemals forderte ich meine Freunde zum Bleiben auf; zu schrecklich waren ihre Geschichten. Das Leid allerdings, das sich mit einer derartigen Ankündigung verband, das unsichere Warten, jede Abschiedsfete, jede ausgeräumte Wohnung, jedes Begleiten zum Bahnhof, die unter Schwierigkeiten hin- und hergehenden, nach und nach spärlicher werdenden Briefe und die daheim immer schwerer zu ertragenden Belastungen waren furchtbar."
Zsófia Balla, "Wespennest", in: dies. Schönes, trauriges Land. Gedichte. Ausgewählt und aus dem Ungarischen übertragen von Hans-Henning Paetzke, Suhrkamp, Frankfurt am Main 1998, S. 61

Rumäniendeutsche


Operationen der Securitate zur Eindämmung der Auswanderung 


In zahlreichen Aufsätzen, die in den letzten Jahren erschienen sind, ist im Zusammenhang mit der Auswanderung der rumäniendeutschen Bevölkerung zumeist von "Menschenhandel", "Freikauf" und "Kopfgeld" die Rede.
Die rumänischen Partei- und Staatsorgane versuchten jedoch mit allen Mitteln den Auswanderungswunsch und den damit verbundenen Exodus einer Minderheit zu unterbinden. Die Geheimpolizei Securitate spielte dabei eine Schlüsselrolle.
Aus den verschiedenen Dokumenten, die von der Securitate im Laufe der Jahre erstellt wurden, geht hervor, wie und mit welchen Mitteln die Auswanderung gelenkt und unterbunden werden sollte.
Als willige Helfer der Geheimpolizei entpuppten sich in diesem Zusammenhang nicht nur die offiziellen Vertreter der Rumäniendeutschen, die innerhalb des Staats- und Parteiapparats tätig waren, sondern auch die Repräsentanten der Kirche, insbesondere der evangelischen Kirche (AB), aber auch zahlreiche individuell agierende Personen, die sich - mehr oder minder aus Überzeugung - als Agenten oder Einflussagenten von der politischen Polizei instrumentalisieren ließen. Die Interessen der Securitate und die dem zuletzt erwähnten Kreis zugehörigen Personen weisen zahlreiche Überschneidungen auf, die sich anhand der Dokumente nachweisen lassen.

Allerdings gab es auch nach dem 2. Weltkrieg mindestens zwei Rückkehrerschübe. Etliche junge Rumäniendeutsche, die vorwiegend in der Waffen-SS den Krieg und später auch die Gefangenschaft in Kriegsgefangenenlagern der westlichen Alliierten überstanden hatten, machten sich auf den beschwerlichen Weg in ihre alte Heimat. Es gelang ihnen mehrere Grenzen zu überwinden und nach Rumänien zurückzukehren, ohne zu ahnen, dass sie sich dadurch auch eventuellen Repressalien aussetzen würden. Das von der katholischen Kirche des Banats initiierte Heimkehrer-Hilfswerk[1] sollte diese Leute karitativ unterstützen und ihnen de Reintegration erleichtern. Ebenso Hilfsbedürftige, deren Angehörige 1945 in die Sowjetunion zur so genannten Aufbauarbeit verschleppt worden waren. Mit dem Einsetzen des stalinistischen Terrors nach 1948 gerieten auch die Initiatoren und Unterstützer des Hilfswerks ins Visier der Geheimpolizei und kamen anschließend als „Nazisympathisanten“ und „Hitleristen“ unter die Räder der „volkdemokratischen Klassenjustiz“. Unter diesen befanden sich der römisch-katholische Bischof aus Temeswar Augustin Pacha und Prälat Josef Nischbach, denen man nicht nur Spionage zugunsten des Vatikans vorgeworfen, sondern sie auch der Beihilfe zur illegalen Rückkehr von Nazis beschuldigt hatte. Josef Nischbach wurde  zudem auch noch zur Last gelegt, 1946 deutsche Kriegsgefangene, die aus einem in der Nähe von Bukarest gelegenen Lager geflohen waren, geholfen und sie nicht angezeigt zu haben. [2]
Personalbogen von Josef Nischbach

Ein zweiter Schub von Heimkehrern konnte Mitte der 1950-er Jahre verzeichnet werden. Mit dem Einsetzen des politischen Tauwetters nach Stalins Tod, 1953, verbesserte das Bukarester Regime auch seine Haltung den Deutschen gegenüber. Die 1951 in den Bărăgan Deportierten konnten 1956 in ihre Ortschaften zurückkehren, die meisten enteigneten Häuser der Rumäniendeutschen wurden an ihre rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben und das strikte Ausreiseverbot gelockert. Bis dahin durften nur sehr wenige Personen im Zuge einer streng gesteuerten Familienzusammenführung in die Bundesrepublik ausreisen. Inklusive Personen mit Zwangsaufenthalt im Bărăgan. Anfang 1956 wurde zudem auf Geheiß der Rumänischen Arbeiterpartei eine für Minderheitenfragen zuständige Kommission gegründet, der auch die Rumäniendeutschen Filip Gelz und Anton Breitenhofer angehörten, und die bis 1959 existierte.[3]
In einer großangelegten Propagandaaktion versuchte nun das Regime ehemalige Bürger Rumäniens, die im Ausland lebten, in ihre alte Heimat zurückzuholen. Die Repatriierung wurde aufgrund einer 1955 erlassenen Verordnung in Gang gesetzt. Zu den Mitgliedern des Repatriierungskomitees gehörten auch die rumäniendeutschen Autoren Franz Johannes Bulhardt und Hans Kehrer (Stefan Heinz). In seinen 2003 in Bukarest veröffentlichten Erinnerungen[4] berichtet Kehrer (Heinz), er sei damals von einer Flut von Briefen überschüttet worden, in denen Frauen ihn baten, ihre in der B. R. Deutschland verbliebenen Männer zu überzeugen, nach Hause zurückzukehren. Kehrer schätzt die Zahl jener, die im Zuge der Repatriierung nach Rumänien zurückgekommen sind auf etwa 3000. [5] Mit dem Einsetzen der 2. Phase des Stalinismus - nach der Niederschlagung der ungarischen Revolution im Herbst 1956 - versandete auch die Repatriierungsaktion. Bis 1964, dem Beginn des eigenständigen national-kommunistischen Kurses und der Abnabelung von Moskau, erhielten im Rahmen der Familienzusammenführung nur einzelne Rumäniendeutsche eine Ausreisegenehmigung. Das änderte sich nach dem Machtantritt Ceauşescus, 1965. Dem anschwellenden Auswanderungsdrang sollte die Securitate entgegenwirken und dafür adäquate nachrichtendienstliche Mittel einsetzen.


Operation "Scutul"

Die unter dem Decknamen "Scutul" (Der Schild)[6] in den 1970-er Jahren eingeleitete Securitate-Operation umfasste eine ganze Palette komplexer nachrichtendienstlicher Maßnahmen, die darauf abzielten, den Auswanderungsprozess zu stoppen und die immer stärker um sich greifende Ausreisepsychose einzudämmen.
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William Totok



[1] „Fişă informativă“ (Informeller Mitteilungsbogen), ACNSAS, P 15563, vol. 15, Bl. 4.
[2] „În anul 1946 a favorizat doi foşti prizonieri germani, evadaţi dintr-un lagăr de lîngă Bucureşti prin nedenunţare.“ (Vgl. ACNSAS, P 014662, Bl. 4-5.) Nischbach und weitere 9 Mitangeklagte wurden am 14. Januar 1951 von einem Militärgericht verurteilt. Nischbach wurde u.a. wegen Hochverrats zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt (vgl. ACNSAS, P 006649, vol.2, Bl. 53), jedoch 1959 aus der Haft entlassen und zusammen mit Dr. Franz Kräuter, den Nonnen Patricia Zimmermann und Hildegardis Wulff sowie dem Studenten Herbert Winkler nach Ostberlin ausgeflogen und anschließend den Westberliner Behörden übergeben (vgl. William Totok, Episcopul, Hitler şi Securitatea. Procesul stalinist împotriva »spionilor Vaticanului« din România (Der Bischof, Hitler und die Securitate. Der stalinistische Prozess gegen die „Spione des Vatikans“ in Rumänien), Polirom Verlag, Iaşi 2008. S. 97)
[3] Siehe: Hannelore Baier, “Die deutsche Minderheit in Rumänien”, in: Rudolf Gräf / Gerald Volkmer (Hg.), Zwischen Tauwettersozialismus und Neostalinismus. Deutsche und andere Minderheiten in Ostmittel- und Südosteuropa 1953-1964, IKGS Verlag, München 2011, S. 115 und S. 117.
[4] Siehe dazu: William Totok, „O viaţă în anecdote. Memoriile lui Stefan Heinz-Kehrer“, in: Observator Cultural, nr. 203, 13.1. 2004, http://www.observatorcultural.ro/O-viata-in-anecdote*articleID_9967-articles_details.html
[5] Stefan Heinz-Kehrer, Im Zangengriff der Zeiten. Ein langes Leben – in kurzen Geschichten, ADZ-Verlag, Bukarest 2003, S. 328. Siehe auch: „Raport [de] activitate în cadrul Comitetului Romîn pentru repatriere“ (Bericht über die Tätigkeit im rumänischen Repatriierungskomittee), vom 14. März 1957, ACNSAS, R 292332, Bl. 23.
[6] Siehe dazu auch: Stefan Sienerth, „Operative Vorgänge der »Securitate« im Problemfeld »Deutsche Faschisten und Nationalisten«. Anmerkungen zu den Aktionen »Epilog« und »Scutul« in den Jahren 1971-1976“, in: Spiegelungen, 5 (59) Jg., Heft 2, 2010, S. 153-162.



[29. September 1976. IM „Rotaru“ aus dem Kreis Hermannstadt soll vor einer Besuchsreise in die Bundesrepublik nachrichtendienstlich in die Operation „Scutul“ - der „Schild“ - eingebunden werden] 
[29 septembrie 1976. Informatorul „Rotaru“ din Judeţul Sibiu înaintea unei vizite în R.F.G. urmează a fi prelucrat în vederea rezolvării unor sarcini pe linia acţiunii „Scutul“]  
ACNSAS, D 013381 vol. 6, f. 133
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[17. Januar 1978. Ein Mitarbeiter der Kronstädter Wochenschrift Karpatenrundschau, der den Protestbrief von Paul Goma unterschrieben hat, wird in einer Redaktionssitzung der Publikation kritisiert und aus der Partei ausgeschlossen, weil er nicht gewillt ist auf seinen Ausreiseantrag zu verzichten; falls man ihm die Ausreise nicht erlaubt, droht er mit Selbstverbrennung; letztendlich erhalten er und seine Familie die Ausreisepapiere] 
[17 ianuarie 1978. Un angajat al hebdomadarului de limbă germană din Braşov, Karpatenrundschau, a fost criticat de către colectivul redacţional şi exclus din partid după ce semnase scrisoarea de protest a lui Paul Goma; a ameninţat autorităţile că-şi dă foc dacă nu i se aprobă plecarea definitivă; el şi familia sa au primit, în ultimă instanţă, paşapoartele de călătorie] 

ACNSAS, D 13381, vol. 12, ff. 235-235v
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[21. Januar 1978. Die Securitate aus dem Kreis Sathmar berichtet über die Informationen, die nach dem Besuch von Bundeskanzler Helmut Schmidt in Rumänien - vom 6.-7. Januar 1978 - unter der deutschen Bevölkerung über ein Auswanderungsabkommen zwischen Rumänien und der BR Deutschland zirkulierten und die von der politischen Polizei geplanten Einschüchterungsmaßnahmen zur Eindämmung derartiger „Gerüchte“] 
[21 ianuarie 1978. Securitatea din judeţul Satu Mare raportează despre informaţiile care circulau în rîndurile etnicilor germani după vizita cancelarului Helmut Schmidt în România - 6-7 ianuarie 1978 - în legătură cu un acord care reglementa emigrările şi măsurile de intimidare planificate de către poliţia politică în vederea stopării „zvonurilor“] 


ACNSAS, D 13381, vol. 12, ff. 49-49v
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[14. April 1978. Beispiel für plumpe Gegenpropaganda: Brief eines "empörten" Arbeiters aus Kronstadt an die „Frankfurter Rundschau“, in dem auf die angeblich falsche Rumänienberichterstattung hingeweisen wird] 
[14 aprilie 1978. Exemplu de contrapropagandă primitivă; scrisoarea unui muncitor din Braşov către ziarul german „Frankfurter Rundschau“ în care acesta îşi manifestă dezaprobarea faţă de o relatare, chipurile, neobiectivă despre România]  
ACNSAS, D 13381, vol. 12, ff. 231-231v


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Titlu de proprietate a pământului, dat cu ocazia Reformei agrare din 1945, ţăranilor fără pământ sau cu pământ puţin.(1945), Fotografia #W027, Fototeca online a comunismului românesc, (1945), [Arhivele Naţionale Istorice Centrale ale României, acum: Arhivele Naţionale ale RomânieiANIC, 19/1945
Nicolae Ceauşescu, secretar general al P.C.R, rostindu-şi cuvântarea la consfătuirea cu cadrele de bază de securitate, miliţie şi justiţie, (9 aprilie 1970), Fotografia #Z198, Fototeca online a comunismului românesc, (9 aprilie 1970), ANIC, 13/1970


Plenara Consiliului oamenilor muncii de naţionalitate germană. Februarie 1971 (19 februarie 1971), Fotografia #Z325, Fototeca online a comunismului românesc, (19 februarie 1971), ANIC, 30/1971

Aspecte de la vizita oficială de prietenie în Republica Federală Germania a preşedintelui Consiliului de Stat al României, Nicolae Ceauşescu, (iunie 1973), Fotografia #AA138, Fototeca online a comunismului românesc, (iunie 1973), ANIC, 25/1973
Primirea la Nicolae Ceauşescu a dr. Helmut Kohl, preşedintele Uniunii Creştin-Democrate din R. F. Germania. În fotografie mai apar: Elena Ceuşescu şi soţia lui Kohl, (8 iunie 1976), Fotografia #LA095, Fototeca online a comunismului românesc, (8 iunie 1976), ANIC, 95/1976


Plenara comună a consiliilor oamenilor muncii de naţionalitate maghiară şi germană. Aspect din sală (14-15.III.1978), Fotografia #BA286, Fototeca online a comunismului românesc, (14-15.III.1978), ANIC, 56/1978

Cuvântarea lui Nicolae Ceauşescu la Plenara comună a consiliilor oamenilor muncii de naţionalitate maghiară şi germană.(15.III.1978), Fotografia #BA287, Fototeca online a comunismului românesc, (15.III.1978), ANIC, 57/1978
Preşedintele Nicolae Ceauşescu a primit pe Hans-Dietrich Genscher, vicecancelar şi ministru federal de externe al R.F.Germania, care a făcut o vizită oficială în ţara noastră. La primire a participat Ştefan Andrei, ministrul afacerilor externe. (12.X.1979), Fotografia #L169, Fototeca online a comunismului românesc, (12.X.1979), ANIC, 169/1979
Vizita oficială în ţara noastră a cancelarului federal al Republicii Federale Germania, Helmut Schmidt. În timpul întâlnirii dintre preşedintele Nicolae Ceauşescu şi cancelarul federal.(6-7.I.1978), Fotografia #BA238, Fototeca online a comunismului românesc, (6-7.I.1978), ANIC, 8/1978
Aspect de la dineul oficial oferit de preşedintele Nicolae Ceauşescu şi Elena Ceauşescu în onoarea cancelarului R.F. Germania, Helmut Schmidt, care au făcut o vizită în România.(6-7.I.1978), Fotografia #BA242, Fototeca online a comunismului românesc, (6-7.I.1978), ANIC, 12/1978
Vizita oficială în ţara noastră a cancelarului federal al Republicii Federale Germania, Helmut Schmidt. Aspect de la solemnitatea semnării Declaraţiei comune.(7.I.1978), Fotografia #BA245, Fototeca online a comunismului românesc, (7.I.1978), ANIC, 15/1978
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In den nächsten Wochen werden wir hier einige relevante Dokumente und Fälle vorstellen, anhand derer sich das Auswanderungsphänomen vielleicht etwas klarer verdeutlichen lässt. Ein Aufsatz zu diesem Thema wird zudem im Herbst in der Printausgabe der Halbjahresschrift für südosteuropäische Geschichte, Literatur und Politik, Heft 1-2, 2011, erscheinen. 

William Totok 


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[1. November 1976. Generalmajor Dumitru Borşan, Leiter der Hauptabteilung 1, wird vom Chef der Sonderabteilung „S“, Generalmajor Nicolae Bucur über einen abgefangenen Apell informiert, in dem gegen die Beschränkung der Ausreisemöglichkeiten in Rumänien protestiert wird]
[1 noiembrie 1976. General-maiorul de Securitate, Dumitru Borşan, şeful Direcţiei 1, este informat din partea şefului Unităţii speciale „S“, general-maiorul Nicolae Bucur, despre interceptarea unui apel în care se protestează împotriva împiedecării persoanelor dornice să emigreze din România]


[*] Auf mehrere Protestaktionen von Erika Schäffer reagierte die Securitate mit einer gesteuerten Diskreditierungskampagne. Ein Ergebnis dieser Kampagane war die im April 1977 in der "Neuen Banater Zeitung" veröffentlichte Artikelreihe: "Wer ist Erika Schäfer". 

ACNSAS, D 013381 vol, 6, ff. 92-93v


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[20. Juni 1978. Von etwa 98.000 Deutschen, die 1978 im Kreis Temesch lebten, hatten 17.850 einen Ausreiseantrag gestellt. 
[20 iunie 1978. Din cei aproximativ 98.000 de germani care trăiau în 1978 în judeţul Timiş, 17.850 au depus o cerere de plecare definitivă din ţară]


ACNSAS, D 013381 vol. 13, ff. 114-115


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[9. September 1977. Verwarnung eines Rumäniendeutschen aus dem Kreis Arad, dem ein Reisepass verweigert wurde und der die Absicht geäußert hatte, den UN-Generalsekretär Kurt Waldheim um Hilfe zu bitten] 
[9 septembrie 1977. Avertizarea unui etnic german din judeţul Arad căruia i-a fost refuzat paşoportul şi care şi-a exprimat intenţia de a se adresa secretarului general ONU, Kurt Waldheim pentru a-i cere ajutorul] 

ACNSAS, D 13381, vol. 10, ff. 8-8v

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Die Securitateoperation "Asanarea" (Die Sanierung), die 1977 im Zusammenhang mit der Protestaktion von Paul Goma (OV "Bărbosul" - Der Bärtige) eingeleitet wurde, um die Unterzeichner mit einem Reisepass zu belohnen, wenn sie sich bereit erklärten, ihre Unterschrift zurückzuziehen und sich von dem Schriftsteller zu distanzieren

Acţiunea „Asanarea“ iniţiată în 1977 de către Securitate în vederea convingerii unor aderenţi la protestul lui Paul Goma (DUI „Bărbosul“) de a-şi retrage semnătura în schimbul unui paşaport de călătorie 


[6. April 1977. Schriftliche Erklärung von K.I., in der er sich von Paul Goma lossagt] 
[6 aprilie 1977. Declaraţie scrisă a lui K.I., în care se dezice de acţiunea lui Paul Goma]


ACNSAS, I 235099, ff. 52-53


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[7. April 1977. Die Arader Securitate teilt der übergeordneten Behörde in Bukarest, der Hauptabteilung 1, mit, dass K.I., der das Protestschreiben von Paul Goma unterzeichnet hat, sich von der Aktion losgesagt hat] 
[7 aprilie 1977. Securitatea din Arad anunţă Direcţia I din Bucureşti că semnatarul protestului lui Paul Goma, K.I., s-a dezis de acţiunea iniţiată de scriitor] 


ACNSAS, I 235099, f. 51
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[7. April 1977. Mitteilung der Arader Securitate an die Hauptabteilung 1 in Bukarest, dass K.I. sich trotzdem weigert, sein Versprechen einzuhalten und nicht gewillt ist, sich von Goma zu distanzieren] 
[7 aprilie 1977. Adresă către Direcţia 1 din partea Securităţii din Arad privind refuzul lui K.I. de a se distanţa de Paul Goma în pofida unor promisiuni anterioare] 


ACNSAS, I 235099, ff. 56-57
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[9. September 1977. Im Beisein lokaler Obrigkeiten verwarnte die Arader Securitate eine Person, die Kenntnis von den Fluchatbsichten anderer Personen, darunter auch K.I., und dies verschwiegen hatte; außer Gefängnisstrafen wegen Republikflucht oder versuchter Flucht setzte die rumänische Geheimpolizei in den 1970-er Jahren verstärkt auf derartige Einschüchterungsmaßnahmen, die zur Entmutigung potentieller „Täter“ führen sollten] 
[9 septembrie 1977. În prezenţa oficialităţilor locale Securitatea din Arad a avertizat o persoană care a „tăinuit“ planul unui grup de persoane, între care se afla şi  K.I., de a trece fraudulos frontiera; în anii 1970 poliţia secretă din România miza pe astfel de măsuri de intimidare, sperînd că ele vor contribui la descurajarea celor care au intenţii de „evaziune“. Adresa trimisă Direcţiei I este semnată de şeful Securităţii, col. Ioan Coşer şi şeful serviciului, lt. col. Dumitru Gafencu] 

ACNSAS, D 13381, vol. 10, f. 7

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[4. Januar 1978. Die Securitate stellt K.I. einen gültigen Pass zur Verfügung, mit dem er für 30 Tage nach Österreich reisen kann] 
[4 ianuarie 1978. Securitatea îi dă lui K.I. un paşaport valabil pentru efectuarea unei călătorii de 30 de zile în Austria] 


ACNSAS, I 235099, f. 19
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Weiterführende (Erinnerungs-)Literatur - externer Link