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Dienstag, Juni 02, 2026

Vergessene Nazis - Naziști uitați



Vergessene Nazis - Naziști uitați

Aus dem Inhalt dieser Seite - Din cuprinsul acestei pagini 

 

Bruno (Hillebrandt) Skrehunetz (1898-1978)

Fritz Poppenberger (1904-1992)


Antisemitische Hetze in der Czernowitzer Deutschen Tagespost - Instigare antisemită în Czernowitzer Deutsche Tagespost

[3. November 1937. Der Fackelläufer von Burdujeni]

[
5. November 1937. Cato: Der Fackelläufer von Burdujeni – 2]

                                [17. Oktober 1937. Alfred Margul-Sperber: Oktoberfrühe]

                                [24. Oktober 1937. Alfred Margul-Sperber: Traumflucht]

[10. November 1937. Alfred Margul-Sperber: Zur Abwehr einer Anflegelung]


 

***

 

Bruno (Hillebrandt) Skrehunetz (1898-1978)

Fritz Poppenberger (1904-1992)

Fritz Poppenberger, Mitherausgeber und Schriftleiter der Czernowitzer Deutschen Tagespost, unterzeichnete viele seiner Beiträge mit dem Pseudonym „Cato“ (vgl. In der Sprache der Mörder, S. 120).



Czernowitzer Deutsche Tagespost. Allgemeine deutsche Volkszeitung - Tagblatt des Bukowiner Deutschtums, 14. Jg., Nr. 4128, 17. Dezember 1937.


#

Antisemitische Hetze in der Czernowitzer Deutschen Tagespost - Instigare antisemită în Czernowitzer Deutsche Tagespost

 

Die beiden Artikel (Der Fackelläufer von Burdujeni) sind im November 1937 in der Czernowitzer Deutschen Tagespost, dem zentralen Sprachrohr der nationalsozialistisch ausgerichteten Bewegung der Rumäniendeutschen in der Bukowina, erschienen. Unter dem Pseudonym „Cato“ (in Anlehnung an den Namen des römischen Geschichtsschreibers, bekannt auch unter dem Namen: Cato der Zensor) wurde hier gezielte antisemitische Denunziation betrieben.

Das Angriffsziel von „Cato“ ist Alfred Margul-Sperber (1898–1967), einer der bekanntesten deutschsprachigen jüdischen Dichter aus der Bukowina. Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete er unter anderem als Redakteur für das liberale Czernowitzer Morgenblatt. Später verdiente er seinen Lebensunterhalt zeitweise in einem Export-Schlachthaus im rumänischen Burdujeni – ein Umstand, den der Verfasser der Artikel hämisch ausschlachtet.

Sperber hatte tatsächlich den Nazidichtern Josef Weinheber, einem österreichischen Lyriker, und Ludwig Friedrich Barthel Gedichte gewidmet und versucht in literarischen Publikationen im nationalsozialistischen Deutschland zu publizieren. Aber auch in der von dem Antisemiten Heinrich Zillich in Kronstadt/Braşov herausgegebenen Zeitschrift Klingsor.

Die Tagespost deutet diese Widmungen als „Anbiederung“ und nutzt Barthels völkische Literaturansichten, um Sperber das Recht auf die deutsche Sprache abzusprechen.

Das im ersten Artikel abgedruckte Gedicht von Margul-Sperber ist eine hochgradig symbolische, düstere Vision und eine kritische Auseinandersetzung mit der Situation im Dritten Reich und der Inszenierung während der Olympiade von 1936. Die Olympiade thematisierte Sperber übrigens auch in seinem viel zitierten Gedicht: „Der Neger Jessy Owens erläuft den Olympiarekord“ (cf. Ins Leere gesprochen, S. 78. Der Text ist in einigen Gedichtbänden unter verschiedenen Namen publiziert worden. „Ein Neger bringt olympischen Lorbeer für die USA“, in: Sperber, Alfred-Margul: Ausgewählte Gedichte, hg. von Alfred Kittner und Dieter Schlesak, Literaturverlag, Bukarest 1968, 156-157.„Ein Neger erringt den Olympiarekor  für die USA“, in: Sperber, Alfred-Margul: Mit offenen Augen. Gedichte für die Jugend, Jugendverlag, Bukarest 1956, S. 132-133). 

In seinem „Fackelläufer“ (Ins Leere gesprochen, S. 76-77) setzt er die olympische Fackel als Metapher ein, um den Reichstagsbrand und Hitlers Kriegspläne sichtbar zu machen. Während das NS-Regime den Brandstifter Marinus van der Lubbe als kommunistischen Einzeltäter (oder Werkzeug) darstellte, deutet Sperbers Gedicht den Brand als ein unaufhaltsames, gespenstisches Verhängnis, das über Deutschland zieht – befohlen von einem „Unsichtbaren, dem man [...] stumm gehorchen muß“ (eine klare Anspielung auf Adolf Hitler und die NS-Führung als wahre Profiteure des Brandes).

Die Artikel verfolgen eine perfide Doppelstrategie, die typisch für die nationalsozialistische und antisemitische Presse jener Jahre war.

Dem jüdischen Dichter Alfred Margul-Sperber wird das Recht abgesprochen, sich in deutscher Sprache auszudrücken oder Teil der deutschen Literaturgeschichte zu sein (daher der Vergleich mit einem „Straßenköter“). 

Mit ähnlichen Argumenten wurden auch andere deutsch-jüdische Autoren beschuldigt, die deutsche Sprache missbraucht zu haben, um das deutsche Volk anzugreifen. Gleichzeitig wurde ihnen vorgehalten, sie seien außerstande, die geistige Dimension des Deutschtums zu begreifen. Ein beliebtes Ziel solcher anti-semitischer Vorwürfe war vor allem Heinrich Heine (cf. Gemeinsame Front auch im Geistigen; Bernhard Capesius: Deutsch-rumänische Verständigung durch die Dichtung von heute, 1938 und 1940). 

Die Artikel von „Cato“ verweisen explizit darauf, dass Sperber noch in deutschen Standardwerken (Kürschners Deutscher Literatur-Kalender) und Anthologien geführt wird. Der Satz, dass es „Sache zuständiger Stellen im Reiche sein [wird], diese Maskeraden aufzuklären“, ist ein direkter Aufruf an die Reichsschrifttumskammer in Berlin, Margul-Sperber im Deutschen Reich auf die „schwarze Liste“ zu setzen.

Margul-Sperber reagiert mit einem polemischen Gegenangriff im Czernowitzer Morgenblatt, in dem er  „Cato“ als notorischen Alkoholiker  und Lügner beschreibt. 

 

În noiembrie 1937, publicația pro-nazistă a minorităţii germane din Bucovina, Czernowitzer Deutsche Tagespost, a lansat un atac antisemit împotriva scriitorului germano-evreu, Alfred Margul-Sperber. Articolele au fost semnate cu pseudonimul „Cato”. Autorul a exploatat situația profesională a lui Sperber și a folosit teorii rasiste şi antisemite pentru a-i contesta dreptul de a folosi limba germană, cerînd intervenția autorităţilor naziste din Berlin pentru a-i interzice orice acces la publicaţii literare.

Pe data de 10 noiembrie 1937 Margul-Sperber reacţionează şi publică un răspuns polemic în ziarul Czernowitzer Morgenblatt în care îl descrie pe „Cato“ (alias Fritz Poppenberger, redactorul principal al ziarului Czernowitzer Deutsche Tagespost) în culori stridente ca alcoolic iresponsabil şi mincinos.

În articolul său, Alfred Margul-Sperber respinge, așijderea, toate calomniile și acuzația de plagiat aduse de Poppenberger.

Wiesner, Herbert / Wichner, Ernest (Hrsg.): In der Sprache der Mörder. Eine Literatur aus Czernowitz, Bukowina, Literaturhaus Berlin 1993


Sperber, Alfred-Margul: Ins Leere gesprochen. Ausgewählte Gedichte. 1914-1966. Herausgegeben und mit einem Nachwort von Peter Motzan, Rimbaud, Aachen 2002
Hausleitner, Mariana: Bukowina. Eine europäische Vielvölkerregion. Herausgegeben vom Deutschen Kulturforum östliches Europa. Potsdamer Bibliothek östliches Europa – Geschichte, Potsdam 2026




 [3. November 1937. Der Fackelläufer von Burdujeni]

Der Fackelläufer von Burdujeni

„Der Rausch der hohen Feste muß verwehn,
doch ob den Glanz auch ganz Vergessen bleiche,
in fernster Zeit noch wird ein Raunen gehn
vom Läufer durch die Nacht der sieben Reiche.

Der Greis in späten Tagen noch erzählt
den Enkeln, die am Ofen schauernd lauschen,
wie er dem Wanderer, der den Weg verfehlt,
vorübersauste wie ein Sturmeslauschen:

Nicht Jener, der die Opferflamme trug
vom griechischen Altar zum fernen Norden
ein Läufer ohne Kopf, ein bleicher Spuk
der Nacht, gespenstisch aus dem Nichts geworden!

Sein Lauf ging unaufhaltsam durch das Land,
der blutige Stumpf auf seinem Nacken glühte
noch röter durch das Dunkel, als der Brand
der Fackel, die in seiner Hand versprühte.

Und wo er weilte, barst die Flamme schon:
die Bauern, die aus ihren Hütten traten,
sahn starr vor Schrecken rings die Wälder lohn,
und wie ein breites Flammenmeer die Saaten.

Weit hinter ihm wies riesig in das Land
durch schwarze Nacht den Weg, den er genommen,
ein weißes Schwehlen wie ein Schlangenband,
doch endlich schien er an ein Ziel gekommen.

Er stand im Dunkel einer großen Stadt,
die wie ein Tier im Schlaf sich keuchend regte,
und vor ihm lag das Haus, in dem der Rat
der Männer jenes Lands zu tagen pflegte.

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Bei späten Enkeln wird die Sage gehn,
wie er dort stand, im ersten Schein der Frühe,
der Läufer ohne Kopf, ein Graun zu sehn,
Und starr die Fackell hob, und sie mit Mühe

- wie einer, den ein schwerer Auftrag zwang -
in jenes Hauses Halle warf, und harrte,
bis sieghaft eine Riesenflamme sprang
aus dem Gebälk und in den Himmel starrte.

Und daß er dann den Arm erhob zum Gruß
an einen Unsichtbaren, dem man immer,
selbst in der Ferne, stumm gehorchen muß
und wie ein Rauch zerging im Morgenschimmer.“

Dieses Gedicht veröffentlichte Herr Alfred Margul-Sperber, gew. Redakteur des hiesigen jüdischen (und selbstverständlich deutschfeindlichen) „Morgenblattes“, dzt. Angestellter des Schlachthauses Burdujeni, in der Nr. 340 des hiesigen jüdischen Greuelhetzblattes „Tagblatt“ vom 27. September 1936 unter der Überschrift „Der Fackelläufer“. Anregung zu seinem Hetzgedicht gaben ihm, wie leicht zu erkennen, die Berliner Olympiade, der Reichstagsbrand, der verbrecherische Brandstifter van der Lubbe und sein Haß gegen das heutige Deutsche Reich. Das alles bleibt ihm unbenommen, möge er sich im Geiste und im Worte zu einem Verbrecher wie van der Lubbe bekennen, wenn es Herrn Alfred Margul-Sperber zu ihm zieht.

Nun hindert Herrn Sperber andererseits sein Haß nicht daran, sich dessen zu rühmen, daß seine Dichtungen im Nazibarbarenland Anerkennung fänden, und er versteht es auch in glänzender, geschickter Tarnung, mal anders zu sein und anders zu dichten, nur um in Zeitschriften des Dritten Reiches Eingang zu finden und dort gedruckt zu werden. So finden wir seinen Namen in dem kürzlich erschienenen „Kürschners Deutschenliteratur-Kalender 1937/38“ verzeichnet, der angeblich bereits judenrein sein soll und am allerwenigsten Greuelhetzern wie einem Margul-Sperber offenstehen dürfte. Aber der vielseitige Herr Sperber bringt noch mehr zustande. So finden wir einige Gedichte von ihm in einer Sammlung „junger deutscher Dichtung jenseits der Grenzen“, veröffentlicht im Septemberheft 1935 der in Hamburg erscheinenden Schriftenreihe „Das Gedicht“, Blätter für deutsche Dichtung. (Es wird auch Sache zuständiger Stellen im Reiche sein, diese Maskeraden aufzuklären und dafür zu sorgen, daß der Wiederholung solcher empörender Betrügereien ein Riegel vorgeschoben werde.)

Liest man Sperbers Gedicht „Der Fackelläufer“, so könnte man unter Berücksichtigung der Umwelt, in der er seinen Beruf im Schweineschlachthaus von Burdujeni ausüben muß, vielleicht noch annehmen, er sei beim Dichten von einem Schweineblutrausch erfaßt worden. Aber derselbe Herr Sperber kann seinen Lubbeschen fackelläuferischen Blutrausch auch ablegen und mit kühler Berechnung etwa ein Gedicht „Traumflucht“ („Tagblatt“ vom 24. Oktober 1937) einem Ludwig Friedrich Barthel widmen, oder ein anderes Gedicht „Oktoberfrühe “ („Tagblatt“ vom 17. Oktober 1937) dem Dichter Josef Weinheber als Widmung versetzen. Diese Anbiederung trägt dann schon einmal ihre Früchte, mag sie Herr Sperber denken. „Der Fackelläufer“ ist gut für Burdujeni, er ist gut für Cernăuți und die Juden in der ganzen Bucovina. Eine Widmung für Barthel und Josef Weinheber zeitigt aber in „Kürschners Deutschen Literatur-Kalender“ und in Sammlungen „junger deutscher Dichter jenseits der Grenzen“ im Dritten Reich Erfolge!

Josef Weinheber, erst im Vorjahr mit dem Münchener Mozartpreis ausgezeichnet, ist einer der nationalsten deutschen Dichter der Gegenwart und der denkbar stärkste Gegenpol des ihn besingenden Margul-Sperber. Er steht im Lager jener, die Sperber durch seinen kopflosen Fackelläufer verbrennen lassen will. Dasselbe gilt noch mehr für Ludwig Friedrich Barthel (nicht zu verwechseln mit dem Literaturhistoriker Adolf Bartels), der auch in seinem geistigen Schaffen ein verschworener Vorkämpfer des Nationalsozialismus ist. Das alles schützt sie aber nicht davor, von einem Margul-Sperber angedichtet zu werden. Großzügig setzt er sich über seinen Fackelläufer hinweg und dichtet - „Kürschners Literaturkalender“ usw. vor Augen - für Weinheber und Barthlel drauflos. (Dazu kann man nur sagen, daß die Säule aus edlem Marmor vor dem Portal eines vornehmen Hauses auch nichts dagegen tun kann, wenn vorbeilaufende Straßenköter vor ihr ein Bein heben...)

Solchen Edelknaben der Feder wie Sperber, für die sein blutiger Fackelläufer ohne Kopf fürwahr ein Symbol ist, gibt der von Margul- Sperber angedichtete Barthel selbst eine den Nagel auf den Kopf treffende Antwort. Wir führen aus einem Beitrag Ludwig Friedrich Barthels „Der Dichter in seiner Zeit“ im Almanach des Verlags Eugen Diederichs für das Jahr 1936 an:

„Bemüht, ein Ewiges zu offenbaren, ist er (der Dichter; Anm. d. Tgp.) durch das Mittel des Wortes an seine Zeit, an sein Volk ... gebunden.“

„Hölderlin wird keinem Franzosen - er deutsche sich denn ein und das hieße nicht nur unsere Sprache erlernen — aufrichtig nahekommen, wie es nur einen Faust gibt, den deutschen.“

„Der Dichter aber muß es von vornherein wissen, daß er als Deutscher allein unter Deutschen, als Grieche allein unter Griechen seine legitime Heimat haben kann, und diese Schicksalsverflochtenheit treibt ihn vollends hinein in das Erlebnis und in die Wirklichkeit seines Volkes.“

„Man will nicht Dichter seiner Zeit, seines Staates und seines Volkes werden, sondern man ist und wird das durch das Geblüt und Erlebnis, wie etwa Geblüt und Erlebnis den Dichter der Landschaft oder der Liebe bestimmen.“

„Wir leben nun einmal in einer kämpferischen Anspannung und nicht in einem Zustand seligen Besitzes. Unsere Freiheit atmet darum knapp. Sie wird um so natürlicher und gelassener atmen, je weiter die innere Durchbildung des neuen Staates voranschreitet und je eher das in einen Willen und eine Meinung zusammengeschworene Deutschland sich jeder fremden Bedrohung Herr weiß.“

„Es wird aber der Dichter unserer Zeit durch nichts so sehr aufgerufen, wie Durch den neuen Willen zum Ewigen, wie ihn der Staat und die Bewegung dartun und wie ihn der Führer gerade auch dem künstlerischen Gestalten des Dritten Reiches zur Richtschnur gibt.“     

*

Wir denken, daß, diese Ohrfeigen für Herrn Sperber genügen. Sie sind umso wirksamer und er muß sie umso mehr schweigend hinnehmen, als sie ihm von einem Mann versetzt werden, dem er selbst verehrungsvoll ein Gedicht widmete. (Ein zweiter Aufsatz folgt.)

Czernowitzer Deutsche Tagespost, 14. Jg., Nr. 4090, 3. November 1937, S. 2.

+++

[5. November 1937. Cato: Der Fackelläufer von Burdujeni – 2]

Der Fackelläufer von Burdujeni

2.

Herr Margul-Sperber und seinesgleichen — es gibt nämlich noch verschiedene „Sperbers“ in der Bucovina - mögen wirklich begabte Dichter sein oder nicht: das wollen wir nicht untersuchen und es ist uns gleichgültig. Wogegen wir uns wenden, ist das Streben dieser Leute, einerseits das heutige Deutschland und das Deutschtum zu besudeln und sich andererseits demselben Deutschland und dem deutschen Volke aufzudrängen, wie gewisse Tierchen dem im Bette schlummernden Menschen. Wogegen wir uns wenden, ist die Überheblichkeit, mit der diese dichtenden Zeitgenossen sich dabei gegenseitig beweihräuchern, ohne die Wahrheit des alten Sprichwortes zu beachten, das da sagt, daß eigenes Lob stinkt.

Wenn man die in unserer Stadt erscheinenden jüdischen Blätter einige Zeit regelmäßig und aufmerksam verfolgt, wird man draufkommen, nach welchem System diese dichtenden, Fackelläufer „ohne Kopf“ arbeiten. Da veröffentlicht der Dichter A einen Artikel, in dem er die Dichtkunst seines dichtenden Geistesgenossen B preist. Eine Woche später erhält man einen Artikel des Dichters B vorgesetzt, der ein Loblied auf das dichterische Schaffen des Herrn C beinhaltet. Und wieder nach einigen Tagen schließt der Dichter C den Reigen, indem er dem Zeitungsleser Lob und Preis für die Gedichte des Dichtens A darbietet. Der naive und kritiklose Zeitungsleser, d. h. die große Masse, führt sich diese Lobgesänge zu Gemüte und schwört darauf, denn es sind ja Dichter, also geaichte Kenner, die dem oder jenem Kollegen solche Urteile spenden. Daß dieses Lob unter Lobenden und Gelobten im Kreise herumwandert und auf diese Weise eine Art Rückversicherung in der Familie darstellt, entgeht dem kritiklosen Zeitungsleser.

Genau so arbeiteten auch die aus östlichen, kaftangesegneten Gefilden in das Deutsche Reich zugewanderten Dichter, Schriftsteller und Journalisten im Nachkriegsdeutschland im großen Maßstabe, so machten sie sich gegenseitig groß und so ließen sie nur ihresgleichen aufkommen, das hochbegabte, bodenständige deutsche Schrifttum durch Totschweigen unterdrückend. Dieses System des Lobens im Kreise, das an eine sich in den eigenen Schwanz beißende Schlange (Symbol der Freimaurerei!) erinnert, hatte im Nachkriegsdeutschland zur Folge, daß dem deutschen Volke eine ihm völlig wesensfremde, nicht bodenständige „Dichtkunst“ aufgezwungen wurde, die unwesentlich zur moralischen Zersetzung und politischen Verknechtung der Nation beitrug.

Im Reiche sind dem Judentum heute solche Methoden Gott sei Dank verschlossen. Mit echt orientalischer Findigkeit werden sie dafür von dichtenden Juden im Ausland angewandt; um aber auch im Reiche gedruckt und gelesen zu werden, wandte man sich — wie Herr Margul-Sperber — dem System der sogenannten „Mastdarmtouristik“ zu. In dem vorigen Artikel (siehe „D. Tgp.“ Nr. 4090 vom 3. d. M.) wurde gezeigt, wie dies gemacht wird: einmal veröffentlicht man ein Gedicht „Der Fackelläufer“, in dem man das ganze Dritte Reich in Brand setzt. Einige Zeit später veröffentlicht man im selben Blatt Gedichte, die man speichelleckerisch deutschen Dichtern widmet, die durch und durch Nationalsozialisten sind. Fürwahr, eine Rekordleistung an Rückgratlosigkeit und „Mastdarmtouristik“, die Herr Margul-Sperber zustandegebracht hat.

Daß diese Dichter auch andere Leistungen vollbringen können; daß man beispielsweise in ihren Gedichten Worte wie „Aufbruch“ und andere Ausdrücke nationalsozialistischer Prägung findet; daß Margul-Sperber z. B. unlängst ein Gedicht veröffentlichte, das einem vor langen Jahren von Max Dauthendey geschriebenen Gedicht, na, sagen wir sehr stark nachempfunden ist und dieselbe Überschrift („Die schwarze Sonne“) wie dieses hat — über all das und ähnliche Kleinigkeiten sei hier ohne Kleinlichkeit hinweggegangen. Interessanter ist die Frage, was der letzte Sinn der Betätigung einer solchen Gesinnung in der Dichtkunst ist. Ist es nur Eitelkeit, ist es Geltungsdrang? Vielleicht gibt darauf ein Artikel Antwort, der unlängst — sonderbarer Zufall! — ausgerechnet neben einer Gedichtübertragung Sperbers in einem hiesigen jüdischen Blatt zu lesen war,

In diesem Artikel wurde der Hoffnung Ausdruck gegeben, „daß der Nationalsozialismus doch noch eine weniger radikale Lösung des anscheinend unlösbaren Problems finden würde, denn eine Mischung mit jüdischem Blut könnte außerordentlich wertvoll sein“. Also darum geht es letzten Endes! Man erhält Fußtritte — und will dennoch „mischen“. Man will in beispielloser Überheblichkeit ein Volk beglücken, das von diesem Glück nichts wissen will und es Gott sei Dank abgeschüttelt hat. Warum diese beharrliche Aufdringlichkeit, wie sie bei keinem anderen Volke zu finden ist? Findet man beispielsweise Deutsche, die unbedingt dem jüdischen Volke in Palästina ihre Geistesprodukte in hebräischer Sprache aufdrängen wollen? Oder kann man sich Polen vorstellen, die unbedingt das deutsche Geistesleben bereichern, oder Ungarn, die das rumänische Volk und das rumänische Schrifttum mit rumänisch geschriebenen Gedichten beglücken wollen? Gewiß nicht. Diese Sucht des Beglückens und des „Mischens“ findet man nur bei einem Volke der Welt, und alle Völker empfinden sie immer mehr als freches Aufdrängen ungebetener Gäste und Schmarotzer. Uns so ist es auch zu verstehen, daß die Abwehr, fälschlich auch „Antisemitismus” genannt, immer stärker wird, so wie man sich gegen eine zunehmende Warzenplage nur durch Anwendung größerer Mengen immer schärferen Insektenpulvers wehren kann.

Cato

Czernowitzer Deutsche Tagespost, 14. Jg., Nr. 4092, 5. November 1937, S. 4.


#

[17. Oktober 1937. Alfred Margul-Sperber: Oktoberfrühe]


Oktoberfrühe

Alfred Margul-Sperber


                    für Josef Weinheber


Tritt aus dem gärenden Wald,
trinke das duftende Licht!
Purpurne Röte umstrahlt
flackernd dir Stirn und Gesicht.


Siehe, im Osten entfacht
feurige Meiler der Tag,
Wolken am Rande der Nacht
glühn wie die Rosen im Hag.


Schon sind die Wölbungen hell
wie ein erleuchtetes Tor;
aber aus innerstem Quell
dunkelt noch Frühlicht empor.


Wie einst am Morgen der Welt
leer und zum erstenmal schön,
atmet im Herbstschlaf das Feld
goldenen Rauch zu den Höhn.


Selig in Flammen getränkt
steht der entblätterte Wald:
der sich so edel verschenkt,
bleibt als die reine Gestalt.


Schlinge das bronzene Laub
reich dir um Schläfen und Haar!
Eh' es verweht in den Staub,
keltre das alternde Jahr!

Tagblatt, 3. Jg., Nr. 656, 17. Oktober 1937, S. 3.


[24. Oktober 1937. Alfred Margul-Sperber: Traumflucht]

Traumflucht

Alfred Margul-Sperber

                    für Ludwig Friedrich Barthel

Ich fühlte mich wieder im Winde – im Winde, und nicht mehr im Leide,
ich hing als ein funkelnder Tropfen vor Tag an den Blättern der Weide.

Wie uferlos weh war der Abschied von allem, was lange mich quälte,
wie schwer ich mich nur und wie zögernd aus allem Vergangenen schälte!

Nun kühlte mich sanft das Vergessen, nun war mir so leicht und so leise,
ich wiegte mich zärtlich im Aufbruch zu einer unendlichen Reise.

Ich spürte das Duften der Heimkehr, ich konnte die leuchtenden Auen
und Wälder von ferne im Schimmer der Morgenröte erschauen.

Ich war durch alle die Jahre so weit in die Irre gegangen –
noch wollte ein letztes Erinnern nach mir aus der Dunkelheit langen.

Da ahnt' ich das Nahen der Sonne, und bebend, als ob ich entflöhe,
zerfloß ich beim Flammen des Aufgangs als schimmernder Rauch in die Höhe.


Tagblatt, 3. Jg., Nr. 662, 24. Oktober 1937, S. 3.

#

[10. November 1937. Alfred Margul-Sperber: Zur Abwehr einer Anflegelung]

 

Zur Abwehr einer Anflegelung

Alfred Margul-Sperber

In der „Tagespost“ vom 3. und 5. November also in zwei Folgen, veröffentlicht Cato einen Angriff gegen mich, der das Ungeheuerlichste, Beispielloseste und Schäbigste an perfider Ehreabschneiderei, verleumderischen Fälschungen und lügnerischen Unterstellungen vorstellt, das mir je unter die Augen gekommen ist. Mit der Gesinnungslosigkeit der angewendeten Methode hält der ordinäre Tonfall gleichen Schritt. Es ist der Tonfall des Wirtshauses, wenn alle Hemmungen gelöst sind und der Radau beginnt. Cato vergleicht mich mit einem beinehebenden Straßenköter, nennt meine Veröffentlichung von Gedichten in einer deutschen Zeitschrift „empörende Betrügereien“ und zeiht mich der „Rückgratlosigkeit und Mastdarmtouristik“. Man wird in der Folge sehen, weshalb. Also Cato heißt der Kavalier, diese nicht nur als Charakterbild, sondern auch in späten Nachtstunden leiblich schwankende Gestalt, die sich solches gegen mich leistet! Wer anders könnte es sein? Wem sonst käme der Einfall, ich hätte ein Gedicht im „Schweineblutrausch“ geschrieben, als einem, der wähnt, Gedichte würden, ebenso wie seine Zeitungsartikel, vornehmlich im Rausch geschrieben? Wem anders stünde der Vergleich mit einem beinehebenden Straßenköter so fix zu Gebote, als einem, der, an und für sich Träger eines in der Regel nur als Hundenamen verwendeten Pseudonyms, sich einmal in aller Öffentlichkeit, in einem menschenerfüllten Saale, in der durch jenen Vergleich angedeuteten Verrichtung gefallen hat, wobei er nicht einmal das Bein zu heben brauchte? Cato hat nun, ein für alle Male, die Schonung verwirkt, die ich ihm, ganz unverständlicher Weise, seit Jahren angedeihen lasse. Er ist von mir unlängst auf das nachdrücklichste verwarnt worden, sich ja nicht wieder an meinem Privatleben zu vergreifen. Habeat sibi!

Cato ist nicht nur in seinem publizistischen Leben ein rüder Polemiker. In Cernăuți erfreut er sich des Leumunds, in besonders angeregter Stimmung lebhaft mit Flaschen und Bierkrügeln um sich zu werfen. Nun gehört das allerdings zu den Dingen seiner privaten Lebenshaltung. Aber ein Trinker ist solange Privatmensch, als er nicht gemeingefährlich wird. Ist er das einmal, dann wird seine Leidenschaft unfehlbar Gegenstand des öffentlichen Interesses. Insbesondere bei einem Manne, der durch seine publizistische Tätigkeit Einfluß auf die Gestaltung des öffentlichen Lebens nimmt, hat die Öffentlichkeit ein Recht zu wissen, ob er nüchtern ist, wenn er die Feder in die Hand nimmt. Denn das Unheil, das ein benebeltes Gehirn stiften kann, wenn es sich in Druckerschwärze umsetzt, läßt alle Möglichkeiten eines gewöhnlichen alkoholischen Exzesses weit hinter sich. Wenn in einem Blatte, dessen Schriftleiter im Rufe des Gewohnheitstrinkers steht, unausgesetzt, hemmungs- und skrupellos mit den niedrigsten Mitteln gegen eine andere Nation gehetzt wird, dann muß man sich schon fragen, ob ein solches Blatt nicht gerade diese seine spezifische „Richtung“ den schädlichen Auswirkungen des Alkohols verdankt. Ich bin hier bei einem Punkte angelangt, wo ich den mehr oder minder wichtigen persönlichen Anlaß, der zu meinen Betrachtungen geführt hat, weit hinter mir lassen muß. Es ist eine Frage von brennendstem öffentlichen Interesse, die ich da anschneide. Das Pressegesetz bietet leider keine Handhabe gegen einen solchen publizistischen Uebelstand. Es schreibt zwar neuestens vor, daß Hauptschriftleiter akademisch gebildet sein müssen, aber es sieht nirgends die Unvereinbarkeit von geistigen Getränken und geistigen Berufen, wie der Journalismus einer ist, vor. —

Im Schenkenzwielicht also, in einer alkoholdunstgeschwängerten Atmosphäre, ist über mich von Cato ein „literarisches Gericht“ gehalten worden. Es sieht auch ganz darnach aus: die gegen mich ins Treffen geführten Argumente sind Rülpse, die Anwürfe Stänkereien. Wer kann unter solchen Umständen erwarten, daß ich mich ernsthaft mit den Details, die er vorbringt, befassen werde? Wer was über mich lügt, glaubt ihm ohnehin kein Mensch. Wer wird die hirnrissige Logik seiner Beweisführung ernstnehmen, die da faselt, oder besser gesagt: fuselt, ich hätte im Oktober 1937 zwei deutschen Dichtern Gedichte gewidmet, um im September 1936 in einer deutschen Zeitschrift gedruckt zu werden? Er hat die Stirn, ein Gedicht von mir, in welchem die Gestalt des von einem deutschen Reichsgerichte wegen kommunistischer Brandstiftung abgeurteilten und hingerichteten Van der Lubbe als zeitloses Symbol des mordbrennerischen Amoklaufs einer irren Welt gespenstisch beschworen wird, abzudrucken und hinterdrein zu behaupten, es sei ein „Hetzgedicht“, inspiriert von „Haß gegen das heutige Deutsche Reich“. Wer glaubt ihm das, wenn er das Gedicht gelesen hat? Das Gleiche ließe sich ebensogut von Schillers „Kampf mit dem Drachen“ behaupten! Wer kann das Lachen unterdrücken bei seiner Behauptung, ich bekennte mich zu zeitgenössischen deutschen nationalen Dichtern ausgerechnet in Cernăuțier jüdischen Zeitungen — die Cato als Greuelhetzblätter bezeichnet — zu dem Zwecke, um mich bei diesen nationalen Dichtern Liebkind zu machen! Wer wird es erst darauf ankommen lassen, daß er seine Lüge, ich habe ein Gedicht von Max Dauthendey „na, sagen wir: sehr stark nachempfunden“, unter Beweis stelle, und nicht sofort vermuten, daß er mein Gedicht doppelt gesehen hat? Wer weiß nicht, daß das Wort „Aufbruch“, dessen Verwendung Cato den Juden verwehren will, weil es nach ihm ein „Ausdruck nationalsozialistischer Prägung“ sein soll, in seiner heutigen Bedeutung schon 1914 von dem Adolf Bartels zufolge jüdischen, in Frankreich gefallenen Dichter Ernst Stadler als Buchtitel verwendet worden ist? Wer liest Catos Quasselei von der „Mischung“, mit der er mich, es ist gar nicht abzusehen, warum, in Zusammenhang bringt, ohne sofort zwangsläufig zu denken, daß ihm dabei verschwommen ein Cocktail vorgeschwebt haben muß? Aber wer bringt es überhaupt zustande, diese denkwürdigen zwei Catoartikel gegen mich ganz zu Ende zu lesen, ohne daß ihm dabei übel wird?

Denn, um es geradeheraus zu sagen: sie riechen nicht überall nach Alkohol, es ist manchmal auch der säuerliche Geruch des Katzenjammers zu spüren, in dem Cato, aus irgend einem dumpfen Grollen der Verärgerung über mich, die Inspiration zu seinem Husarenritt gekommen sein dürfte. Wenn er meine Antwort liest, und nicht gerade einen Rausch hat, wird er sich fein bescheiden und in Zukunft [hüten], mit mir wieder anzubinden. Denn das nächste Mal würde es viel schlimmer kommen. Hat er aber einen sitzen und es ist gerade ein Bierkrügel in seiner greifbaren Nähe, dann wird halt ein Unschuldiger daran glauben müssen.

Einen Unfug muß er aber sofort abstellen: sich weiterhin Cato zu nennen. Das geht schon darum nicht, weil jener Cato Censorius bekanntlich ein sehr sittenstrenger Mann gewesen ist. Wenn ihm aber dieses Pseudonym durch den jahrelangen Gebrauch so sehr ans Herz gewachsen ist, daß er sich davon nicht zu trennen vermag, dann soll er sich wenigstens, zur „reinlichen Scheidung“ von seinem römischen Namensvetter, von Stund' an: Cato Schikorius nennen.

Czernowitzer Morgenblatt, 20. Jg., Nr. 5737, 10. November 1937, S. 5.







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Erstellt: 2. 6. 2026 - Aktualisiert: 15. 6. 2026, 10:55 h







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Donnerstag, Mai 02, 2024

Securitate und evangelische Kirche 2 - Securitatea şi Biserica Evanghelică - 2



Securitate und evangelische Kirche 2 - Securitatea şi Biserica Evanghelică - 2 


Inhalt - Cuprins


Vorbemerkung – Observaţie preliminară

I.

Eine misslungene Securitateverschwörung

II.

Dokumente - Documente  

[27. Mai 1941. Walther Scheiner. Deutsche Pfingsten] 

[16. September 1941. Predigt von Bischofsvikar Friedrich Müller am 12. Sonntag nach Trinitatis, „Wovon und wozu befreit Christus?“]

[7. April 1942. Ekkehart Lebouten: Bericht über die gründende Tagung der Arbeitsgemeinschaft des „Institutes zur Erforschung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben“ in der evangelischen Landeskirche A. B. in Rumänien, Hermannstadt]

[7. April 1942. Ansprache zur Eröffnung der gründenden Tagung der Arbeitsgemeinschaft des „Institutes zur Erforschung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben“ in der evangelischen Landeskirche A. B. in Rumänien, Hermannstadt am 4. und 5. März 1942* in Hermannstadt duch den wissenschaftlichen Leiter Pf. Andreas Scheiner - Mergeln] 

[24. Februar 1942. Baldur von Schirach: Christus. / Hans Petri: Einiges über unsere Glaubensgenossen in Transnistrien / Kriegspfarrer Ekkehart Lebouton: Im befreiten Transnistrien / Viktor Kristoffy: In den deutschen Gemeinden bei Odessa] 

[13. Juli 1943. Tagung der Arbeitsgemeinschaft des „Institutes zur Erforschung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben“] 

[31. August 1943. Die Zerstörung der christlichen Dome – ein jüdischer Gedanke]  

[17 aprilie 1946. Cornel Pietraru: Intre prieteni şi prieteni]

[19 aprilie 1946. Cornel Pietraru: Problema saşilor]

[24 mai 1946. Cornel Pietraru: De ce purtăm campanie împotriva saşilor]

[4 decembrie 1946. Cornel Pietraru: Portrete cu mai multe feţe. Hans Otto Roth şi episcopul Friedrich Müller]

[6 decembrie 1946. Cornel Pietraru: Portrete cu mai multe feţe. Hans Otto Roth. II]

[8 decembrie 1946. Cornel Pietraru: Portrete cu două feţe. Colaboraţionistul Hans Otto Roth]

[19 decembrie 1946. Cornel Pietraru: Portrete cu două feţe. Episcop Friedrich Müller]

[5 ianuarie 1947. Cornel Pietraru: Pentru lămurirea dlui Episcop Müller]

[20 martie 1952. Maiorul de Securitate, Heinz Stănescu întocmeşte un plan în vederea eliminării episcopului evanghelic de Sibiu, Friedrich Müller, printr-o uneltire bine ticluită, şi înlocuirea acestuia cu un preot servil cît şi a subminării conducerii bisericii prin infiltrarea în forul superior a unor colaboratori neoficiali ai Securităţii care vor participa la complotul aprobat de către şeful direcţiei I a poliţiei secrete, col. Gavril Birtaş]

[20. März 1952. Auszüge aus dem Maßnahmenplan der Securitate, Übersetzung aus dem Rumänischen]

[8 ianuarie 1958. Dr. Petru Groza a încetat din viaţă]

[8. Januar 1958. Genosse Dr. Petru Groza aus dem Leben geschieden]

[10. Januar 1958. Bischof D. Friedrich Müller, Abgeordneter der Großen Nationalversammlung: Menschlichkeit und Verantwortung. Dachzeile: Dr. Petru Groza]

[22. Mai 1990. Ernst Breitenstein gestorben] Neu! Nou!  


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Vorbemerkung - Observaţie preliminară

 

Vorliegender Text („Eine misslungene Securitateverschwörung”) diente als Ausgangspunkt für einen Beitrag, der in der Zeitschrift „Horch und Guck” (Heft 4, 2012, S. 72-75) unter dem Titel, „Im Visier der Securitate. Wie der Bischof der siebenbürgisch-evangelischen Kirche, Friedrich Müller-Langenthal, gestürzt werden sollte” erschienen ist. Die hier gepostete Fassung wurde nicht überarbeitet, sondern nur durch einen Anhang, bestehend aus Dokumenten und Artikel aus der zeitgenössischen Presse, ergänzt.

In den nächsten Wochen werden hier weitere Dokumente gepostet, um das komplexe Thema Evangelische Kirche (AB) in Rumänien kritisch auszuleuchten und der selektiven Aufarbeitung der nationalsozialistischen und kommunistischen Vergangenheit dokumentarische Zeugnisse entgegenzusetzen. 

 

I.


Eine misslungene Securitateverschwörung


Der Bischof der siebenbürgisch-evangelischen Kirche (AB), Friedrich Müller-Langenthal (28. Oktober 1884 in Langenthal - 1. Februar 1969 in Hermannstadt /Sibiu) im Visier des Geheimdienstes

Von William Totok

„Man möge sofort den Plan zur Amtsenthebung und Verhaftung des Bischofs Friedrich Müller durchführen“[1], heißt es in einem Referat vom 9. Juli 1952, in dem ein übereifriger Securitateoffizier sämtliche operativ-informativen Erkenntnisse zusammenfasst, die dazu beitragen sollten, den beabsichtigten Sturz des kirchlichen Würdenträgers erfolgreich zu Ende zu bringen. „Wir sind der Meinung, dass die Operation zur Amtsenthebung und Festnahme von Bischof Müller, mit all ihren daraus resultierenden positiven Ergebnissen, ganz im Geiste des vom Genossen Innenminister Al[exandru] Drăghici[2] erlassenen Befehls bezüglich der von unseren Organen zu ergreifenden Maßnahmen erfolgt […].“[3]

Der von dem Securitateoffizier skizzierte Entwurf konnte wegen taktischer Mängel und nachrichtendienstlicher Unzulänglichkeiten nicht durchgeführt werden. Um den Bischof aus dem Verkehr zu ziehen, wurde ein anderes Strategiepaket entwickelt, was den Einsatz einer ganzen Reihe von inoffiziellen Mitarbeitern und gewieften Offizieren voraussetzte, die sich des „Falles“ annahmen. Der Vorschlag, den Bischof einfach zu verhaften und ihn damit auch aus seinem Amt zu entfernen, wurde verworfen und eine Intrige gesponnen, die darauf hinaus lief, jeglichen Verdacht vom Geheimdienst als geistigen Inspirator der geplanten Aktion abzulenken.

Wer war Friedrich Müller?

Bildquelle: CNSAS
Friedrich Müller, der seinem Namen den Zusatz Langenthal
[4] gab, als Hinweis auf seinen siebenbürgischen Geburtsort, übernahm kurz nach dem Sturz des faschistischen Militärdiktators und rumänischen Hitlerverbündeten Ion Antonescu, am 23. August 1944, die Leitung der evangelischen Landeskirche. Bis dahin fungierte Wilhelm Staedel (1890-1971) als Bischof. Staedel hatte sich dem Nationalsozialismus verschrieben.[5] Er wurde 1941 praktisch von der NSDAP der Deutschen Volksgruppe in Rumänien als Oberhaupt der evangelischen Kirche eingesetzt und leitete diese als Bischof bis 1944. Sein Vorgänger, Viktor Glondys (1881-1949), der von 1932 bis 1941 Bischof war und sich der Nazipropaganda und den NS-Gleichschaltungsbestrebungen[6] widersetzt hatte, war zuvor zum Rücktritt gezwungen worden.[7] Friedrich Müller wirkte ab 1932 als Bischofsvikar. Für die deutschen Nazis hatte er gewisse Sympathien[8], gleichzeitig nahm er ihnen gegenüber eine ambivalente Haltung ein. Dies verdeutlichen auch einige seiner Predigten, in denen er die Politik Hitlers lobte und sich dabei der antisemitischen Kampfsprache der Nazis bediente. „Und das ‚Heil Hitler’ wird gerade uns Christen in diesen Tagen zum Gebet“, sagte er 1941 in einer Predigt. „Hier handelt der Führer ganz gewiss als Gottes Werkzeug“.[9] Sein Verhältnis zu den lokalen, vor allem radikalen rumäniendeutschen Nazis war oft ein angespanntes, was mitunter zu Auseinandersetzungen führte. Nach dem Ende des Krieges interpretierte er die Konflikte mit einzelnen NS-Funktionären der rumäniendeutschen Volksgruppenführung als antifaschistische Widerstandshandlungen, was aber nicht nur von Altbischof Glondys mit großer Skepsis aufgenommen und kommentiert wurde.[10]

 Ein verschlagener Geheimpolizist

Im Sommer 1951 reiste Securitatemajor Heinz Stănescu nach Hermannstadt / Sibiu, um mit dem Bischof der evangelischen Kirche (Augsburger Bekenntnisses - AB), Friedrich Müller zu sprechen und ihn auszuhorchen.[11] Stănescu gab sich als Beauftragter einer Schiedskommission aus, die den Konflikt zwischen Müller und einzelnen Vertretern der kommunistischen Parteibürokratie und der zuständigen Behörden für die religiösen Kulte beilegen sollte.

Stănescu war ein glattzüngiger Offizier, dem es auf raffinierte Weise gelang, sein Zielobjekt zum Sprechen zu bringen, es mit unverbindlichen Versprechungen zu besänftigen und in die Irre zu führen.

Stănescu wurde als Sohn einer in die rumänische Stadt Brăila übergesiedelten deutschsprachigen jüdischen Familie in Wien geboren. Als Gymnasialschüler hatte er sich linksgerichteten Zirkeln angeschlossen. Während der faschistischen Militärdiktatur Antonescus entkam er dank einer Intervention der Deportation in die Todeslager von Transnistrien. Nach dem Sturz des Antonescuregimes am 23. August 1944 trat er der KP bei und erhielt eine Stelle als Kommissar des Geheimdienstes Siguranţa. Nach der Gründung der Securitate 1948 arbeitete er als Hauptmann der kommunistischen Geheimpolizei im Rahmen der Hauptabteilung 1, zu deren Zuständigkeitsbereich die Bekämpfung und Unterdrückung der internen Opposition gehörte. Hauptmann Stănescu machte innerhalb der Securitate eine Blitzkarriere und wurde zu einem der vier Stellvertreter des Leiters der Hauptabteilung 1, Oberst Gavril Birtaş[12]. In dieser Funktion war er für die gegen die Kirchen gerichteten repressiven Maßnahmen verantwortlich und wurde für seine Verdienste zum Major befördert. Wegen eines homosexuellen Skandals, der sich nicht mehr vertuschen ließ, wurde er 1952 verhaftet, zu einem Jahr Gefängnis verurteilt und als hauptamtlicher Offizier aus der Securitate ausgeschlossen. Noch während der Haft unterschrieb er eine Verpflichtungserklärung und wurde inoffizieller Securitatemitarbeiter, der im Laufe der nächsten Jahrzehnte in unzähligen Akten unter den Decknamen „Abrud”, „Silviu” und „Traian” auftaucht.

Nach seiner Entlassung aus der Haft arbeitete er als Hochschullehrer der Bukarester Universität innerhalb des Germanistiklehrstuhls. Er veröffentlichte zahlreiche literaturhistorische Abhandlungen, Studien und Aufsätze in der rumäniendeutschen und ostdeutschen Presse und gehörte zu den Theoretikern des sozialistischen Realismus. Als Herausgeber betreute er die Werkausgaben mehrerer Autoren aus der Zeit zwischen den Weltkriegen, beispielsweise den Roman von Franz Xaver Kappus Die lebenden Vierzehn, Kriterion Verlag, Bukarest 1970, oder die Satiren des gleichen Schriftstellers, Der Wunderleutnant, Kriterion Verlag, Bukarest 1971. In seinem 1967 im Bukarester Literaturverlag (EPL) publizierten Sammelband Berichte analysierte Stănescu die rumäniendeutsche Literatur aus der dogmatischen Perspektive der kommunistischen Kulturdoktrin. Die Texte ähneln stellenweise seinen IM-Berichten, in denen er der Securitate Analysen zur rumäniendeutschen Literatur und Informationen zu diversen Vorgängen innerhalb der Literaturszene lieferte.

Nach einer Auslandsreise 1976 kehrte er nicht mehr nach Rumänien zurück und ließ sich in der Bundesrepublik Deutschland nieder. Stănescu starb 1994 während einer Frankreichreise.[13]

 Stănescu vs. Müller

In der Zusammenfassung seiner Unterredung mit Müller hob Stănescu hervor, der Bischof habe sich als ein von der Securitate Verfolgter und als Gegner des Nationalsozialismus dargestellt. Müller äußerte auch seinen Unmut wegen der Angriffe seitens des Deutschen Antifaschistischen Komitees und der Artikel in der Zeitung „Neuer Weg“. Befriedigt unterstreicht Stănescu, dass es ihm gelungen sei, das Vertrauen Müllers zu gewinnen und der Bischof ihn sogar eingeladen habe, gelegentlich zu besuchen.[14]

Müller hatte in mehreren Eingaben gegen die gegen die Kirche und seine Person gestarteten Angriffe in der deutschsprachigen Tageszeitung „Neuer Weg“, damals Organ des deutschen antifaschistischen Komitees in der Rumänischen Volksrepublik (RVR), protestiert.[15] Einer dieser Eingaben legte er auch eine Abschrift des Artikels aus dem „Neuen Weg“ vom 6. April 1951 bei, ohne zu ahnen, dass die politische Polizei als unsichtbare Strippenzieherin bei diesen Veröffentlichungen ihre Hand im Spiele hatte.

Die Texte sind im verleumderischen Stil stalinistischer Diskreditierungen verfasst, wobei Fakten verdreht und mit denunziatorischen Attributen angereichert wurden: „Die Großbauern in Jakobsdorf, die hier früher die erste Geige spielten, versuchen auch heute noch durch Drohungen und Terror die arme und mittlere Bauernschaft zu erpressen und zu bedrücken, wobei sie sich der Kirche als Deckmantel bedienen. […] Unter dem Schlagwort Wir wollen bleiben, was wir sind! versucht die Reaktion aus ihrem Schlupfwinkel heraus, den Widerstand gegen jede Aufklärung, gegen jede Neuerung und gegen jeden Fortschritt zu organisieren. […]“[16] 

In der Vorbereitungsphase zur totalen Machtübernahme durch die Kommunisten als die rumäniendeutsche Minderheit gemäß der Kollektivschuldthese Stalins pauschal der Kollaboration mit den Nazis bezichtigt wurde und zahlreichen politischen und administrativen Schikanen und Verfolgungen[17] ausgesetzt war, wurden mehrere Pressekampagnen gegen Müller und einige Minderheitenpolitiker gestartet. Darin wurde der Bischof im klassenkämpferischen Stil proletkultistischer Publizistik wegen seiner Nähe zum Nationalsozialismus angegriffen. Einer der Autoren dieser Artikel war Ernst Breitenstein (1923-1990), Publizist, Parteimitglied seit 1939, von 1944 bis 1946 Gewerkschaftsfunktionär in Hermannstadt, Redakteur der Zeitung „România Viitoare“ [Das zukünftige Rumänien] und nach der Gründung der deutschsprachigen Tageszeitung Neuer Weg am 13. März 1949 in Bukarest, Chefredakteur dieses überregionalen Blattes (1949-1954 und 1976-1988). Die gegen Müller gerichteten bösartigen Hetzartikel, in denen er dessen frühere Tätigkeit entlarvt, unterzeichnete er mit dem Pseudonym Cornel Pietraru.[18]

In einem von der Securitate am 20. März 1952 verfassten Personalbogen wird anerkennend hervorgehoben, Breitenstein sei in seiner Eigenschaft als Sekretär des Kreiskomitees der RKP 1943 zusammen mit anderen 60 Kommunisten verhaftet und verurteilt worden. In dem gleichen Dokument charakterisiert ihn der Geheimdienst als "ruhiges, dem Regime ergebenes Element, als "beruflich kompetent“ und "ohne Laster“.[19]

In einer Erklärung vom 21. Januar 1952 fasste Breitenstein sämtliche ihm bekannte Fakten zu Müller zusammen, beschreibt ihn als einen eigensinnigen und autoritären Menschen, der von Anfang an ein Gegner des Regimes war und der sich in seinem Bekanntenkreis mit den guten Kontakten zu hochgestellten politischen Persönlichkeiten, zu denen auch Ministerpräsident Dr. Petru Groza[20] gehört, brüstet.[21]

Müller hatte tatsächlich eine ausgesprochen gute Beziehung zu Groza, der ihn in brenzligen Situationen immer wieder beschützte und ihm zur Seite stand. Das bestätigt Müller auch in seinen tagebuchartigen Aufzeichnungen, in denen er den kommunistischen Premier voller Sympathie und Anerkennung als Unterstützer schildert.[22] 

Den Verdacht der Securitate, er sei ein gefährlicher Gegner des Regimes, hatte Müller 1950 bestärkt, nachdem er sich geweigert hatte ein Telegramm der Spitzenvertreter aller Kirchen an den Friedenskongress in Warschau mit zu unterzeichnen, bevor man ihm nicht den Wortlaut der Grußadresse vorlegen würde.[23]

Der Friedenskongress war das Ergebnis einer Initiative des Kreml, der mit Beginn des Kalten Krieges eine weltweite pazifistische Kampagne gestartet hatte, an der sich in den sozialistischen Ländern sämtliche Organisationen und Institutionen beteiligen mussten. Als Grundlage der Kampagne diente der Friedensapell von Stockholm, der anlässlich des 1. Internationalen Friedenskongresses in der schwedischen Hauptstadt verabschiedet wurde. Im Zusammenhang mit dieser Kampagne entstand die sogenannte Bewegung der Partisanen des Friedens, der sich durch ihre Unterschriften auch Geistliche der verschiedenen Konfessionen anschließen sollten.

Müller war sich bewusst, dass es innerhalb der Kirche Priester gab, die ihm als Bischof kritisch gegenüberstanden. Einige dieser Priester hatten sich freiwillig in das Deutsche Antifaschistische Komitee eingeschrieben, hatten die von der Partei geforderten Unterschriften auf Apelle gegen die „anglo-amerikanischen Kriegstreiber“ und zur „Bewahrung des Weltfriedens“ gesetzt und Artikel im Sinne der kommunistischen Propaganda in der gleichgeschalteten Presse veröffentlicht. In seinen Erinnerungen bezeichnet er diese Priester als auch die Securitate als „linksradikale Kräfte“, im Gegensatz zu den von ihm als gemäßigt eingeschätzten Funktionäre und staatlichen Würdenträger an der Spitze mit Groza, mit denen er sich auf eine ambivalent-pragmatische Art arrangiert hatte, um aus ihnen das Beste für sich und die von ihm geleitete Institution herauszuholen. Obwohl ihm nicht entgangen war, dass eine Gruppe von Geistlichen um den Stadtpfarrer von Hermannstadt, Alfred Herrmann eine Palastrevolte vorbereiten, um ihn als Bischof zu stürzen, ahnte Müller nicht, dass die eigentlichen Drahtzieher für dieses Unterfangen die Organe des Staatsicherheitsdienstes Securitate sind.

Heimlicher Bischofskandidat der Securitate

Nach mehreren gescheiterten Versuchen, den Bischof seines Amtes zu entheben, versuchte die Securitate in einem neuen Anlauf die Entmachtung durchzuziehen. Dafür hatte der für Kirchenfragen zuständige Securitatemajor Heinz Stănescu am 20. März 1952 einen neuen, raffiniert ausgefeilten Plan entworfen, in dem Alfred Herrmann (1888-1962), der Wunschkandidat der Securitate als Nachfolger Müllers vorgesehen war.

Herrmann war damals Stadtpfarrer von Hermannstadt. Von 1937 bis 1946 war er Stadtpfarrer von Bukarest und von 1946 bis 1961 Bischofsvikar. In einem von der Securitate 1952 angefertigten Personalbogen wird seine frühere Tätigkeit gewürdigt, die von ihm in den 1920er Jahren herausgegebene Zeitschrift „Glaube und Heimat“ erwähnt und auf einen 1928 in der Zeitschrift „Klingsor“ veröffentlichten „fortschrittlichen“ Beitrag, „Vom Werden des siebenbürgisch-sächsischen Proletariats“, hingewiesen. Angeführt werden auch noch seine 1924 hergestellten Kontakte zur Arbeiterbewegung aus Kronstadt / Braşov und sein Einsatz für die Unterstützung und Eingliederung „sächsischer Arbeiter in die Gewerkschaften“. „Mit dem Aufkommen des Hitlerismus nach 1933“, heißt es weiter, „wurde Herrmann Alfred zur Zielscheibe systematischer Angriffe in der Presse und ein Opfer von in Umlauf gesetzten Gerüchten, infolge derer er 1933-1934 dienstlich nach Tschernowitz versetzte wurde“. Bezüglich seiner gegenwärtigen Tätigkeit wird die Mitgliedschaft im Regionalkomitee für den Friedenskampf hervorgehoben, ebenso seine guten Beziehungen zu den Personen aus dem Hermannstädter Deutschen Antifaschistischen Komitee. Auch seine publizistischen Beiträge im „Neuen Weg“ werden ausdrücklich positiv beurteilt, vor allem weil sie bei Müller auf kein positives Echo stießen; ebenso auch die Vorschläge Herrmanns für die Theologiestudenten sozial-politische Vorlesungen einzuführen. In dem Personalbogen wird auch der Sohn Herrmanns, Johannes, als ein vorbildlicher Theologe gerühmt, der sich offen für das Regime und für den Friedenskampf ausgesprochen hatte, was ihm seitens des Bischofs „Schwierigkeiten eingebracht hat“. In dem gleichen Dokument wird auch eine „fortschrittliche Zeitung“ aus Österreich genannt, in der Herrmann „als einer der demokratischsten deutschen evangelisch-lutherischen Priester aus der R.V.R.“ vorgestellt wurde.[24] „Im Februar 1952“, heißt es an einer anderen Stelle, „hat Herrmann Alfred dem Stadtpfarrer aus Stalinstadt, Möckel Konrad vor den Gläubigen in der Kirche entgegengehalten, eine nicht im Sinne des Friedenskampfes vorgenommene Auslegung der Bibel sei ein barbarischer Akt und müsse entschlossen bekämpft werden“. Der Personalbogen enthält außerdem ein psychologisches Porträt des Kandidaten in der einige Charaktereigenschaften festgehalten werden. Abschließend enthält das Dokument die Feststellung, Herrmann habe den Wunsch Bischof zu werden, obwohl er sich vor Müller fürchtet.[25]

In einem anderen Dokument wird Herrmann als Securitatemitarbeiter bezeichnet, auch ein Deckname „Prietenul“ [Der Freund] genannt und eine Loyalitätserklärung zitiert, in der er sich als ein „Freund des Regimes“ zu erkennen gab.[26]

 Intrige der Securitate

Der am 20. März 1952 von Securitatemajor Heinz Stănescu entworfene Plan zur Entmachtung Müllers umfasste technische und taktische Details, die von einer Gruppe kolaborationswilliger und geheimdienstlich instruierter Pfarrer umgesetzt werden sollten:

„1.- Unser Informant „Muller Ioan” (Schneider Friederich[27], evangelisch-lutherischer Pfarrer in der Gemeinde Jad[28] – Region Rodna), dem die Tätigkeit von MÜLLER bekannt ist, wird einen Entlarvungsbrief schreiben[29], in dem er auf die faschistische Vergangenheit des Bischofs vor dem 23. August 1944 hinweisen wird und auch dessen Anweisungen an den evangelischen Klerus erwähnt, sich nicht der Friedenskampfbewegung anzuschließen.

Vor dem Abschicken an die Zeitung wird der Brief von unseren Organen durchgesehen und der Leitung vorgelegt.

[…]

Anweisung des verantwortlichen Redakteurs der Zeitung „Neuer Weg“ (Breitenstein Ernest, unser Informant) alle Briefe zu veröffentlichen, in denen die evangelisch-lutherischen Pfarrer, Feinde des Regimes, entlarvt werden. Auf diese Weise wird Breitenstein Ernest nicht wissen, dass es sich um eine von unseren Organen durchgeführte Operation handelt und kann folglich bewusst oder unbewusst auch nichts dekonspirieren.

Nach der Veröffentlichung der Enttarnung, wird die Redaktion der Zeitung „Neuer Weg“ unter Berufung auf die früheren Anliegen MÜLLERs, alle im Zusammenhang mit Pfarrern eingereichten Beschwerden zwecks Lösung exklusiv an die Kirche weiterleiten, den Originalbrief von Schneider Friedrich an das Konsistorium der Kirche schicken.

Nach der Veröffentlichung des Briefes erhalten die in unser Agentennetz eingebundenen Dechanten (Gustav Göckler[30] aus Mediasch, Arz Gustav[31] aus Hermannstadt und Adolf Bruckner[32] aus Bukarest) den Auftrag, innerhalb der Sitzungen mit den Dechanten für den Friedenskampf einzutreten; auf diese Weise werden die Pfarrer aus eigener Initiative die Möglichkeit haben, den Bischof und andere feindliche Elemente aus der Kirchenleitung als Feinde des Friedens zu entlarven.

Etwaige neue Entlarvungen werden ebenfalls in der Zeitung „Neuer Weg” veröffentlicht.

[…]

2.- Nach der Veröffentlichung des Briefes werden unsere Organe die Informanten unseres Agentennetzes mobilisieren, damit sie die Stimmung in den Reihen der Priesterschaft und der Gläubigen erkunden; gleichzeitig werden sie einen Teil des MÜLLER nahestehenden Klerus und der Gläubigen, die sich ihm verbunden fühlen, zum Regionalsitz Hermannstadt einbestellen, sie dort befragen und schriftliche Erklärungen einfordern, um das im Brief erwähnte Material auf diese Weise zu bestätigen.

Auf diese Weise wird jeglicher mögliche Verdacht von den Securitateorganen abgelenkt, sie hätten sich im Vorfeld mit dem Fall MÜLLER beschäftigt und die Operation vorbereitet.

Gleichzeitig werden alle feindlichen Elemente, die MÜLLER nahestehen, eingeschüchtert, nachdem die Securitate sich des Falles annimmt und Ermittlungen durchführt; es besteht die Möglichkeit, dass einzelne auf eigene Initiative dem Bischof ihre Solidarität aufkündigen.

3.- Das Konsistorium wird einberufen, um eine Lösung der Situation von MÜLLER herbeizuführen.

Wenn das Konsistorium eine Amtsenthebung MÜLLERs beschließt oder dieser sein Amt freiwillig aufgibt, wird auf eine Festnahme des früheren Bischofs aufgrund des vorhandenen Materials verzichtet und erst nachdem sich die Geister in diesen Kreisen beruhigt haben, wird er verhaftet.

Falls MÜLLER vom Konsistorium nicht seines Amtes enthoben oder zum Rücktritt gezwungen wird, wird er aufgrund der vorhandenen Beweisstücke verhaftet.

Die Tagung des Konsistoriums wird womöglich im Beisein eines Inspekteurs aus dem Kultusministerium stattfinden.

X

Bevor der Entlarvungsbrief veröffentlicht wird, muss das Anwerbungsverfahren von Herrmann Alfred, bekannt als ein fortschrittliches Element und besonders empfehlenswert für die Besetzung des vakanten Bischofamtes nach der Entfernung MÜLLERs aus dieser Funktion, abgeschlossen sein.

Herrmann Alfred ist in den Reihen des evangelischen Klerus und der sächsischen Bevölkerung beliebt, gehört seit langer Zeit dem Konsistorium an, hat ein gutes Verhältnis zum Deutschen Antifaschistischen Komitee und ist Mitglied des Regionalkomitees für den Friedenskampf. Während der Illegalität unterstützte er die Rote Hilfe. Es fehlt ihm allerdings an Entschlossenheit und Beherrschung.

Die Verbindung zu Herrmann Alfred wurde von unseren Organen am 14. März 1951 hergestellt, seither lieferte er mündlich brauchbare Hinweise.

Aufgrund objektiver Einschätzungen kann Herrmann Alfred aus eigener Kraft das Bischofsamt einnehmen, denn er ist in den Kreisen des Klerus beliebt und wird von ihnen unterstützt.

Wenn wir anlässlich des allgemeinen Kirchenkongresses, der einzig und allein das Recht hat, einen neuen Bischof zu wählen, feststellen, dass es einige ernsthafte, gegen Herrmann gerichtete Tendenzen geben sollte, intervenieren wir mit unserem Agentennetz und werden neue Anwerbungen von Mitgliedern des Kirchenkongresses vornehmen.

Im Falle einer unvorhergesehenen Wendung entwerfen wir einen neuen Operationsplan.

Anlässlich seiner Anwerbung erhält Alfred Herrmann den Auftrag, in einem Bericht über die Stimmung in den Kreisen des Klerus und den Reihen der evangelisch-lutherischen Gläubigen zu informieren; HERMANN wird nicht auf die Kreise um MÜLLER angesetzt und er erhält auch keine Aufträge im Zusammenhang mit unserem Operationsplan.

Nach der Amtsenthebung des Bischofs MÜLLER entwerfen wir einen separaten Plan hinsichtlich des Verhaltens von A. Herrmann während der erwogenen Infiltrierung in die Führung.

Anlage – Personalbogen von Herrmann Alfred.

Verantwortlich für die Durchführung des Auftrags ist Genosse Major Stănescu H.“[33]

 Misslungener Handstreich

 Der Plan der Securitate ließ sich nicht verwirklichen. Nach Stalins Tod 1953 änderte sich zudem die politische Wetterlage. Der Bischof schien sich nun zunehmend mit den Gegebenheiten abzufinden und signalisierte seine Kompromissbereitschaft, was andererseits der Institution Kirche einen gewissen Spielraum innerhalb des Systems garantierte. In der zweiten Hälfte der 1950er Jahre akzeptierte Müller auch die Angebote des Regimes, sich als Abgeordneter der Großen Nationalversammlung (des kommunistischen Parlaments) zur Verfügung zu stellen. Der Bischof gehörte ab März 1957 bis an sein Lebensende 1969 dem Parlament an.[34] Für seine Verdienste wurde er 1964 mit dem Orden Stern der Rumänischen Volksrepublik, Zweiter Klasse, geehrt.

Anlässlich seines 80. Geburtstages bilanziert Müller seine bisherige Tätigkeit und spricht dabei von einer „Vertrauenskundgebung des Staates“. „Ich weiß“, schreibt der greise Bischof in seinen Memoiren, „dass nach der Ernte die neue Aussaat am wichtigsten ist, und ob ich die als Achtzigjähriger noch leisten kann, bedrückt mich, da weder die Widersacher des Herrn noch die Securitate ruhen, sondern trachten werden, stets neue Fallstricke gegen meine Weiterarbeit für die Kirche auszulegen, was sich zur Zeit in bösartigen Verleumdungen durch Mundpropaganda und durch Versuche zur Verstörung unserer Pfarrerschaft anzeigt.“[35]

 

Abkürzungen

ACNSAS – Archiv des Landesrates für das Studium der Securitateakten

ANIC – Zentrales Historisches Archiv

 


[1] Maschinengeschriebenes Referat vom 9. Juli 1952, gez. Leutnant E. Szekely (ACNSAS, I 236853, vol. 3, Bl. 165-169).

[2] Alexandru Drăghici (geb. am 26. September 1913 in Tisău, Bezirk Buzău - gest. am 12. Dezember 1993 in Budapest), hochrangiger Funktionär der Rumänischen Kommunistischen Partei (RKP), nach 1945 stellvertretendes Mitglied des ZK und des Politbüros, ab 1948 ZK-Mitglied, 1956 Politbüromitglied, von 1946 bis 1968 auch Parlamentsabgeordneter (Große Nationalversammlung), Securitategeneral und Minister des Staatssicherheitsdienstes (1952-1957), Innenminister (1952, 1957-1967), stellvertretender Ministerpräsident (1961-1965, 1967-1968). Nach dem Machtantritt Nicolae Ceauşescus wurde Drăghici wegen Machtmissbrauchs und zahlreicher Verstöße gegen die "sozialistische Gesetzlichkeit" seines Amtes enthoben und aus der Parteiführung ausgeschlossen. Wegen der Verbrechen, für die er als Innenminister verantwortlich war, wurde nach 1990 gegen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, dem er sich aber 1991 durch Flucht nach Ungarn entziehen konnte. Eine Auslieferung an Rumänien wurde von den ungarischen Behörden abgelehnt. Zwei Jahre später starb Drăghici in Budapest.

[3] ACNSAS, I 236853, vol. 3, Bl. 169.

[4] Rum. Valea Lungă, ung. Hosszúaszó, ländliche Ortschaft im siebenbürgischen Kreis Alba.

[5] Staedel  war ein Anhänger der NS-nahen Deutschen Christen (siehe dazu: Wolfgang Benz [Hrsg.], Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart, Bd. 5, Organisationen, Institutionen, Bewegungen, De Gruyter Saur, Berlin/Boston 2012, S. 145-147), er wollte die weltanschauliche Gleichschaltung der Kirche mit dem Nationalsozialismus durchsetzen. Staedel unterstützte die NS-Idee eines „judenfreien“ Christentums und initiierte die Schaffung einer siebenbürgischen Zweigstelle des antisemitischen „Instituts zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben“ (siehe dazu: Wolfgang Benz [Hrsg.], Handbuch a. a. O., S. 230-232). Staedel versuchte eine Synthese von Nationalsozialismus und Kirche durchzudrücken. (Klaus Popa [Hg.] Akten um die Deutsche Volksgruppe in Rumänien 1937-1944. Eine Auswahl, Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main 2005, S. 185).

[6] Ausführlich dazu in: Johann Böhm, Die Deutschen in Rumänien und das Dritte Reich. 1933-1940, Frankfurt a.M. 1999 und ders., Die Gleichschaltung der Deutschen Volksgruppe in Rumänien und das 'Dritte Reich'. 1941-1944, Frankfurt a.M. 2003.

[7] Siehe dazu: Viktor Glondys, Tagebuch. Aufzeichnungen von 1933 bis 1949, hg. von Johann Böhm und Dieter Braeg, AGK Verlag, Dinklage 1997.

[8] Der Leiter des Stuttgarter Ausland-Instituts, Dr. Richard Csaki bezeichnete seinen früheren „Schulkameraden“ Müller 1940 als „sehr klug, etwas umständlich“ und „politisch gut orientiert“ (vgl. Popa, Akten, a.a.O., S. 93). 

[9] Predigt von Bischofsvikar Friedrich Müller am 12. Sonntag nach Trinitatis, „Wovon und wozu befreit Christus?“, in: Kirchliche Blätter, XXXIII. Jg., Nr. 37, 16. September 1941, S. 446-448 (ACNSAS, I 236853, vol. 1, Bl. 154-155v). 

[10] Siehe u. a. den Tagebucheintrag vom 28. März 1946 in: Viktor Glondys, Tagebuch, a.a.O., S. 479.

[11] Maschinengeschriebenes Referat betr. Gespräch mit dem evangelisch-lutherischen Bischof Friedrich Müller in Hermannstadt, 19. Juni 1951, gez. Major Heinz Stănescu (ACNSAS, I 236853, vol. 1, Bl. 246-248).

[12] Gavril(ă) Birtaş, geb. 1905 in Baia Mare, Kommunist aus der Zeit der Illegalität, mitverantwortlich an der Ermordung des KP-Chefs Ştefan Foriş (1892-1946). Foriş wurde von Gheorghe Pintilie (Pantiușa Bodnarenko, 1902-1985), dem Chef der Staatssicherheit (1948-1952) totgeschlagen. Alexandru Drăghici (1913-1992) wurde der Nachfolger von Pintilie. Birtaş arbeitete innerhalb der Securitate von 1948 bis 1952 und war Chef der Hauptabteilung 1 (Direcţia 1).

[13] Zu Heinz Stănescu (geb. am 19. September 1921 in Wien - gest. am 13. Mai 1994 in Frankreich) siehe: William Totok, Episcopul, Hitler şi Securitatea. Procesul stalinist împotriva »spionilor Vaticanului« din România / Der Bischof, Hitler und die Securitate. Der stalinistische Prozess gegen die „Spione des Vatikans“ in Rumänien, Polirom Verlag, Iaşi 2008, S. 49-50, 124; ders., Cariera unui ofițer de Securitate / Die Karriere eines Securitateoffiziers, in: Radio France Internationale - RFI vom 3. August 2010, http:// www.rfi.ro/articol/stiri/politica/cariera-unui-ofiter-securitate; siehe auch die Straf- und die vier Bände umfassende IM-Akte Stănescus: ACNSAS, P 13978 und R 48661.

[14] Maschinengeschriebenes Referat betr. Gespräch mit dem evangelisch-lutherischen Bischof Friedrich Müller in Hermannstadt, 19. Juni 1951, gez. Major Heinz Stănescu (ACNSAS, I 236853, vol. 1, Bl. 246-248).

[15] Zusammenfassung in rumänische Übersetzung seiner Eingabe vom 24. Mail 1951 (ACNSAS, I 236853, vol. 1, Bl. 215-216). Original des maschinengeschriebenen Briefes an Ministerialrat Emmerich Stoffel vom 24. Mai 1951: „Gegenstand: Neue Einmischung des Neuen Weges in das Aufgabengebiet der Kirche“ (ACNSAS, I 236853, vol. 1, Bl. 218-222v). Brief von Dr. Petru Groza an Innenminister Teohari Georgescu vom 10. Juli 1951, in dem er für einen gemäßigten Umgang der Behörden mit der Kirche plädiert (ACNSAS, I 236853, vol. 1, Bl. 217).

[16]Maschinengeschriebene Abschrift:  „Sie bleiben, was sie sind“, in: Neuer Weg vom 6. April 1951 (ACNSAS, I 236853, vol. 1, Bl. 223-224).

[17] Im Januar 1945 wurden alle rumäniendeutschen Männer zwischen 17 und 45 Jahren sowie alle Frauen zwischen 18 und 30 Jahren zur sogenannten Aufbauarbeit in die Sowjetunion deportiert. Rund 70.000 Personen waren von dieser Maßnahme betroffen. 1949 wurden die Deportierten aus den Arbeitslagern entlassen.

[18] Die Artikel befinden sich als Kopien auch in der Akte Müllers und dienten der Securitate als Beweismaterial, um gegen den Bischof vorzugehen. Siehe u.a.: „Portrete cu mai multe feţe. Hans Otto Roth şi episcopul Friedrich Müller“ (Porträts mit mehreren Gesichtern. Hans Otto Roth und Bischof Friedrich Müller), in: România Viitoare, Nr. 276, 4. Dezember 1946 (ACNSAS, I 236853, vol. 4, Bl. 43); „Portrete cu două feţe. Episcopul Fredrich Müller“, (Porträt mit zwei Gesichtern. Bischof Friedrich Müller), in: România Viitoare, Nr. 289, 19. Dezember 1946 (ebenda, Bl. 44).

[19] Personalbogen vom 20. März 1952, ACNSAS, I 236853, vol. 3, Bl. 126-127. In einem von Major Heinz Stănescu am 20. März 1952 entworfenen Plan zur Entfernung Müllers aus dem Bischofsamt wird Breitenstein auch als Securitatemitarbeiter bezeichnet (ACNSAS, I 236853, vol. 3, Bl. 117-120), obwohl bislang in den Archiven keinerlei stichhaltige Beweise für diese Behauptung gesichtet wurden.

[20] Dr. Petru Groza (geb. 07. Dezember 1884 in Băcia – gest. 07. Januar 1958 in Bukarest), bürgerlicher Rechtsanwalt und Politiker, während der Zeit zwischen den Weltkriegen Parlamentsabgeordneter, Anhänger und Unterstützer linksgerichteter Organisationen, 1933 Gründer der KP nahestehenden Bauernfront (Frontul Plugarilor). Am 6. März 1945 Ministerpräsident der ersten kommunistischen Nachkriegsregierung (bis 1952). Bis zu seinem Tod 1958 Parlamentsvorsitzender (der Großen Nationalversammlung). Vgl. Nicolae C. Nicolescu, Şefii de stat şi de guvern ai României (1859-2003), Mica enciclopedie, (Die Staats- und Regierungschefs Rumäniens 1859-2003. Kleine Enzyklopädie), Editura Meronia, Bukarest 2003, S. 72-81; Dorin Liviu Bîtfoi, Petru Groza, ultimul burghez. O biografie (Petru Groza, der letzte Bourgeois. Eine Biografie), Editura Compania, Bukarest 2004.

[21] Maschinengeschriebene Kopie der Erklärung vom 21. Januar 1951, gez. Ernst Breitenstein, ACNSAS, I 236853, vol. 2, Bl. 33-58.

[22] Siehe dazu auch seinen im Neuen Weg vom 10. Januar 1958 veröffentlichten Nachruf auf Groza, betitelt „Menschlichkeit und Verantwortung“, den Müller in seiner Eigenschaft als Bischof und Abgeordneter der Großen Nationalversammlung unterzeichnete. Vgl. Bischof Friedrich Müller, Erinnerungen. Zum Weg der siebenbürgisch-sächsischen Kirche 1944-1964. Bearbeitet von Hannelore Baier, mit einem Geleitwort von Gerhard Schullerus und einer Einleitung von Ulrich Andreas Wien, Kriterion Verlag, Bukarest 1995, S. 445-446.

[23] Siehe dazu die Eingabe Müllers an den zuständigen Kultusminister Stanciu Stoian vom 20. November 1950 (ACNSAS, I 236 853, vol. 2, Bl. 205-206).

[24] Der Name der Zeitung wird nicht genannt. Aus anderen Dokumenten geht jedoch hervor, dass der Verfasser des Artikels ein gewisser Dr. Ivor Nagy war, der mit Informationen munitioniert wurde, die ihm Dr. Erhard Andrée zuspielte. In einem Brief an Andree vom 12. Dezember 1950 schreibt Nagy: „Lieber Genosse Andree! […] Deine Aufklärungen im Fall Müller waren sehr interessant und lassen unbedingt gewisse Zusammenhänge erklären. In den hiesigen sächsischen Kreisen verbreitet man nämlich hartnäckig das Gerücht, daß Müller immer mehr zu einem Märtyrer werde, und er heute der einzige ‚Kirchenfürst‘ in Rumänien ist, der eine entschlossene Haltung gegenüber der Volksdemokratie einnimmt. Auch hier ist aufgefallen, dass sein Name vom Telegramm nach Warschau gefehlt hat und man will Nachrichten haben, dass er es absichtlich unterließ und dies wird hier als Heldentat kolportiert. Der Artikel ‚Vertreter-Verräter‘, für dessen weitestgehende Kolportierung wir gesorgt haben, hat hier blendend eingeschlagen.[…]“ (ACNSAS, I 236 853, vol. 2, Bl. 210-210v). Ivor Nagy hielt noch in den 1970er Jahren politische Vorträge - auch an Universitäten der DDR (siehe, UZ Universitätszeitung, Organ der Kreisleitung der SED, Karl-Marx-Universität, 14. Juli 1978). Dr. Erhard Andrée (1911-1972) war als Historiker und auf dem Gebiete der Museografie tätig. In mehreren Erklärungen hat er sich gegen Müller ausgesprochen und diesen belastet (vgl. den maschinengeschriebenen Text, betitelt: Epilog der Taten von D. Friedrich Müller, gez. Erhard Andrée, ACNSAS, I 236 853, vol. 2, Bl. 48-50).

[25] Vgl. Personalbogen vom 20. März 1952, ACNSAS, I 236853, vol. 3, Bl. 122-125.

[26] Referat vom 20. Juni 1952 gez. Leutnant Szekely, ACNSAS, I 236853, vol. 3, Bl. 159-164.

[27] Friedrich Schneider, evangelischer Pfarrer. Laut seinem von der Securitate verfassten Personalbogen wurde er im Jahr 1900 geboren und willigte 1948 ein, sich dem Geheimdienst als Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen. In dem Dokument wird hervorgehoben, dass er bewiesen habe, „ein Anhänger des Regimes“ zu sein und die ihm „erteilten Aufträge ausführt“. „Er lieferte kompromittierendes Material zu Bischof Müller, mit dem er nicht befreundet ist“, heißt es weiter. Er ist ein „ängstliches“, „schüchternes, jedoch intelligentes Element, besitzt einen ausgeprägten Beobachtungssinn“. „Er ist unzufrieden mit seiner Besoldung, die er als unzureichend empfindet, er nimmt Geschenke an und bemüht sich, dafür eine Gegenleistung zu erbringen.“(Vgl. Personalbogen vom 20. März 1952, ACNSAS, I 236853, vol. 3, Bl. 132). 

[28] Rum. Livezile, ung. Jád, dt. Jaaden, eine Gemeinde im heutigen Kreis Bistrița-Năsăud.

[29] Vgl. Den Briefentwurf zur Demaskierung von Müller, ACNSAS, I 236853, vol. 3, Bl. 121. Im Plan ist u.a. vorgesehen, kompromittierende Zitate aus den pronazistischen und das Hitlerregime verherrlichenden Artikeln Müllers in den Brief einzubauen. Viele dieser Artikel befinden sich in einem separaten Aktenordner (vgl. ACNSAS, I 236853, vol. 1). 

[30] Dr. Gustav Ernst Göckler (1902-1962), Lehrer in Bistritz / Bistriţa, später Pfarrer in mehreren siebenbürgischen Ortschaften, von 1941 bis 1962 Dechant und Stadtpfarrer von Mediasch. In seinem am 3. März 1952 von der Securitate verfassten Personalbogen heißt es, er habe sich dem Regime gegenüber feindselig verhalten; 1950 habe er der Zeitung „Neuer Weg“ einen Brief geschickt, in dem er „die Manöver der Kriegstreiber verurteilt und dem Kampf der Partisanen des Friedens zustimmt. 1951 rief er die Gläubigen in einem Rundschreiben auf „aktiv an der Tätigkeit der örtlichen Friedenskampfkomitees mitzuwirken“ (vgl. Personalbogen vom 3. März 1952, ACNSAS, I 236853, vol. 3, Bl. 131).

[31] Gustav Joseph Arz (1894-1972), tätig als evangelischer Pfarrer in verschiedenen Ortschaften, von 1931 bis 1958 Geistlicher in Hermannstadt / Sibiu. In seinem Personalbogen steht der Vermerk, er habe sich z.Z. keinerlei feindseliger Handlungen schuldig gemacht, „beziehe Stellung angesichts der Tätigkeit von Bischof Müller und anderer feindseliger Elemente aus der Kirchenleitung“. Ferner heißt es in dem Dokument, er „ist ein Unterstützer des Stadtpfarrers Alfred Herrmann aus Hermannstadt, der bekannt ist als ein dem Regime gewogenes Element“ (vgl. Personalbogen vom 20. März 1952, ACNSAS, I 236853, vol.3, Bl. 130).

[32] Adolf Bruckner, geb. 1893, von 1947 bis 1964 Stadtpfarrer von Bukarest. Nach dem 23. August 1944 wurde er Mitglied im Verband der Patrioten (Uniunea Patrioţilor), später erfolgte der Eintritt in die Sozialdemokratische Partei. “Er ist kein Anhänger des Regimes, betätigt sich aber auch nicht feindselig, weil er ein ängstliches Element ist“ (vgl. Personalbogen vom 20. März 1952, ACNSAS, I 236853, vol. 3, Bl. 128-129).

[33] ACNSAS, I 236853, vol. 3, Bl. 117-120.

[34] Gheorghe Crişan, Piramida puterii. Oameni politici şi de stat din România (23 august 1944 – 22 decembrie 1989), (Die Pyramide der Macht. Politiker und Staatsmänner aus Rumänien. 23. August 1944 – 22. Dezember 1989), Editura Pro Historia, Bukarest 2001, S. 194.

[35] Müller, a.a.O., S. 201. 

 

II.

 

Dokumente – Documente 


[27. Mai 1941. Walther Scheiner. Deutsche Pfingsten ] (*)



Kirchliche BlätterXXXIII. Jg., Nr. 21, S, 258-259

(*) Der alte Geist wird ausgetrieben und durch einen neuen, den des Nationalsozialismus, ersetzt. Der alte Geist war der des Liberalismus, die parlamentarische Demokratie und das Mehrparteiensystem. Die deutschen Christen aus Siebenbürgen, gemeint sind die Protestanten, stehen deshalb auf der Seite Hitlers und tragen den neuen Geist in die „verkalkten Verhältnisse”, um den „tapferen Neubeginn” zu schaffen und um letztendlich die „völkische” Ordnung zu etablieren. - So könnte man den Beitrag zusammenfassen, in dem dieser Geistliche sich ganz im Sinne des deutschen Faschismus äußert, zu dessen Unterstützern er zweifelsohne gehörte. - Anm. W.T.


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[16. September 1941. Predigt von Bischofsvikar Friedrich Müller am 12. Sonntag nach Trinitatis, „Wovon und wozu befreit Christus?“]

 

Kirchliche Blätter, XXXIII. Jg., Nr. 37, 16. September 1941, S. 446-448

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[7. April 1942. Ekkehart Lebouten: Bericht über die gründende Tagung der Arbeitsgemeinschaft des „Institutes zur Erforschung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben“ in der evangelischen Landeskirche A. B. in Rumänien, Hermannstadt]

[7. April 1942. Ansprache zur Eröffnung der gründenden Tagung der Arbeitsgemeinschaft des „Institutes zur Erforschung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben“ in der evangelischen Landeskirche A. B. in Rumänien, Hermannstadt am 4. und 5. März 1942* in Hermannstadt duch den wissenschaftlichen Leiter Pf. Andreas Scheiner - Mergeln]








Kirchliche Blätter, XXXIV. Jg., Nr. 14, 7. April 1942, S. 162-164 und S. 164-168 


Für weitere Details - Pentru alte detalii 

Siehe - a se vedea

1942: Gründung des Instituts zur Erforschung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben in Hermannstadt / Înfiinţarea Institutului pentru Studierea Influenţei Evreieşti asupra Vieţii Bisericeşti Germane, la Sibiu, în:  Blut und Boden 3 - Sînge şi glie 3, în: Halbjahresschrift - hjs-online, 4. 2. 2018

Despre încercările de „deziudaizare” a creștinismului cu 80 de ani în urmă, RFE, 8.5. 2019

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[24. Februar 1942. Baldur von Schirach: Christus. / Hans Petri: Einiges über unsere Glaubensgenossen in Transnistrien / Kriegspfarrer Ekkehart Lebouton: Im befreiten Transnistrien / Viktor Kristoffy: In den deutschen Gemeinden bei Odessa] 

(Auszüge) 

Die deutschen Lehrer wurden ebenfalls im Jahre 1938 verhaftet, die deutsche Schule aufgelöst und Juden als Lehrer eingesetzt, die nur noch russisch unterrichteten. (S. 84-85).
Im Jahre 1930 begann aber erst die eigentliche Leidenszeit, nachdem nach Ablaufen der Revolution es den Bauern einige Zeit gut ging. Der Fünf-Jahresplan hub an und damit die Einführung der Kolchoswirtschaft, die Erschießung der reichsten Bauern, die sich nicht fügen wollten und die Verschleppung ihrer Familien nach Sibirien. In den so leer gewordenen schönsten Häusern der Gemeinde nisteten sich die Juden ein, die in jede Gemeinde als Lehrer, Kolchosvorsteher, Polizeikommissare und Gemeindevorsteher oder Sekretäre geschickt wurden. Diese erhielten eine Leibgarde, 10—20 junge Burschen, die kein Elternhaus kennen und seit ihren ersten Kindheitstagen durch die Schule bolschewistischer Erziehung gegangen sind. Sie durften sich alles erlauben und niemand durfte sich über sie beklagen oder gegen sie die Hand heben. Die Erzeugnisse der Kolchosmilch- und Geflügelwirtschaft kam nur den Juden und dieser Bande zugute, für die es tatsächlich ein Paradies war. [...] Die Juden trieben ihren Spott mit den Bauern und gaben ihnen altes verschimmeltes Brot; [...] Mütter töteten ihre kleinsten Kinder und verzehrten sie. [...] Trost in der Kirche durfte keiner mehr suchen und konnte auch nicht, da im selben Winter alle Kirchen aufgelöst wurden. Die Leichen wurden wie Hunde verscharrt, ohne Geläut, ohne Gebet, ohne Kreuz, die Leichenwagen, die jede Gemeinde hatte, wurden verbrannt. Hinter all diesem Jammer und Elend aber stand die höhnisch grinsende Fratze des Judentums und seiner asiatischen Helfershelfer. (S. 85) [...] Abends scharten wir uns in den Unterständen zusammen und beim müden Licht einer Stalllaterne las ich ihnen aus der „Botschaft Gottes” oder aus den „Briefen des Glaubens in Aufbruch und Krieg“, von Männern, die sich dem Führer hingeben und von Müttern und Frauen, die ihr Liebstes für Führer und Volk stolz opferten und während über uns der Geschützdonner grollte, und die Einschläge krachten, sangen wir unsere Kampf- und Glaubenslieder und sprachen vom Sieg. (S. 86) [...] Welcher Jubel, als ich unser Soldatengesangbüchlein und einige Katechismen verteilte! [...] Als Wandschmuck hingen neben dem Führerbild ein schöner Christuskopf und darunter einige kernige Bibelsprüche. Auf einem primitiv zurechtgezimmerten Ständer hingen die Gewehre, die Gasmasken und die Stahlhelme. Dies Erlebnis machte mir klar, daß der Kampf gegen den Bolschewismus mit dem endgültigen Sieg nur dann gekrönt werden wir, wenn nach dem siegreichen äußeren Waffengang Christus selbst als der geistige Sieger weiterleben wird. (S. 87) [...] Dann reichte ich meine Hand den Kammeraden ringsum zum Abschied, und als ich meine Hand in die Hand des Amtsbruders legte, sagte er, auf den Bibelspruch an der Wand deutend: „Christus lebt! Wir tun als deutsche Soldaten des Führers unsere Pflicht. Und wenn wir auch sterben müssen, der Herr der Kirche lebt!” — „Heil Hitler!” (S. 88) 

Kirchliche Blätter, XXXIV. Jg., Nr. 8, 24. Februar 1942, S. 82-88

Anmerkung: Diese Beiträge entstanden nach der Besetzung der Stadt Odessa durch rumänische Truppen. Odessa wurde ab Oktober 1941 zum Hauptsitz der von Rumänien verwalteten Region Transnistrien. Das grausame Massaker an den Juden Odessas vom 23.-25. Oktober 1941, bei dem etwa 30.000 Juden ermordet wurden, wird selbstverständlich nicht erwähnt. In die in Transnistrien errichteten Lager wurden ab dem 9. Oktober 1941 rumänische und ukrainische Juden sowie Roma deportiert. Aus dem 2004 vorgelegten Abschlussbericht der Internationalen Kommission zur Erforschung des rumänischen Holocaust geht hervor, dass in den von den rumänischen Behörden verwalteten KZ-ähnlichen Einrichtungen zwischen 280.000 und 380.000 Juden und mindestens 11.000 Roma ermordet wurden. So genannte "Volksdeutsche" aus der Region, die im "volksdeutschen Selbstschutz" aktiv waren, beteiligten sich an den antijüdischen Repressalien. Sowohl orthodoxe als auch evangelische und katholische Geistliche wurden als "Missionare" in die besetzten Gebiete berufen. Viele dieser Priester waren auch mit geheimdienstlichen Aufgaben betraut. – W. T. 

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[13. Juli 1943. Tagung der Arbeitsgemeinschaft des „Institutes zur Erforschung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben“] 


Tagung der Arbeitsgemeinschaft des „Institutes zur Erforschung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben“


Kirchliche Blätter, XXXV. Jg., Nr. 28, 13. Juli 1943, S. 291-292

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[31. August 1943. Die Zerstörung der christlichen Dome – ein jüdischer Gedanke]

 Die Zerstörung der christlichen Dome – ein jüdischer Gedanke (*)




Kirchliche Blätter, XXXV. Jg., Nr. 35, 31. August 1943, S. 384



 (*) Die Verunglimpfung Heinrich Heines als undeutscher Dichter gehörte bereits 
um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert ins Repertoire völkischer und antisemitischer Publizisten . Die antisemitischen Schriften eines Adolf Bartels beispielsweise waren auch im Banat und in Siebenbürgen bekannt. Ebenso in Rumänien. Der Antisemit A. C. Cuza schrieb in seinem Machwerk Naţionalitatea în artă. Expunere a Doctrinei Naţionaliste. Principii, Fapte, Concluzii (Die Nationalität in der Kunst. Die Erläuterung der nationalistischen Doktrin. Prinzipien, Tatsachen, Schlussfolgerungen), Editura Minerva, Bucureşti, 1915 (Bucureşti, 1  1908).: „Dar un exemplu încă şi mai caracteristic de desechilibru sufletesc, provenind dintr'un conflict de naţionalitate, ni-l oferă Heinrich Heine. Şi acesta e un poet al literaturei germane - dar oare este el un poet german, precume Schiller, de pildă, sau Uhland sau Rückert?“ (S. 18). Ähnliche Behauptungen verbreitete auch Johann Wolf in einer Artikelreihe über die Juden im Banat, die 1940 unter dem Titel „Zur Geschichte der Juden im Banat“ in der „Banater Deutschen Zeitung“ veröffentlicht und später auch als Broschüre publiziert wurde. Auszüge daraus in: Blut und Boden 3 - Sînge şi glie 3, Halbjahresschrift – hjs-online, 4. Februar 2018.


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[17 aprilie 1946. Cornel Pietraru: Intre prieteni şi prieteni]

Intre prieteni şi prieteni

Cornel Pietraru

Un cunoscut proverb grăieşte „Prietenul se cunoaşte la nevoie”.

Dacă vom asculta într'o zi toate emisiunile acelor posturi de radio din lumea întreagă unde se vorbeşte în limba noastră, ne vom da seama cât de mulţi sunt aceia care se interesează de poporul şi ţara noastră.

Ceea ce vom remarca este faptul că fiecare dintre aceştia în orice colț din lume s'ar găsi, oricărui popor ar aparţine, vor vorbi, ne vor da sfaturi, sau ne vor dojeni în numele „prieteniei" care îi leagă de noi.

Pentru lămurirea noastră este absolut necesar să facem o distincție între prieteni şi prieteni. 

Experiența tristă cu aşa zisele „prietenii" din trecut ne-au determinat să privim cu oarecare îndoială şi scepticism multele declaraţii de dragoste ce ni se adresează. Ştim cât de prieteni ne-au fost aceia care şoptindu-ne la ureche cuvinte dulci de dragoste şi iubire, şi-au făcut cele mai strălucite afaceri din bunurile solului nostru şi din exploatarea nemiloasă a poporului nostru.

In numele prieteniei ne-a târît Hitler într'un războiu crâncen şi nedrept împotriva Uniunii Sovietice.

Nenumărate sunt fără de legile ce au fost comise împotriva țării noastre și împotriva poporului nostru în numele aşa ziselor prietenii.

Toate acestea explică și motivează clar de ce atâta bănuială şi neîncredere din partea poporului față de aşa zişii lui amici.

De aceia dovezile concrete de prietenie ale Uniunii Sovietice ne surprind într'atât, încât uneori ni se par chiar ireale. Obișnuiți din trecut, că prietenia altora față de noi se rezuma la vorbărie și platonie, sau era pornită din interese meschine, personale sau de clică, ajutorul practic al vecinului nostru din răsărit este în măsură să ne uluiască.

Nu este locul şi nu ne permite spaţiul să înşirăm încă odată tot ceea ce a făcut Uniunea Sovietică pentru noi. Vom aminti numai pentru acei care eventual nu ştiu, „sau nu vor să ştie", că de săptămâni de zile mâncăm pâine făcută din grâul ce ne-a fost dat de către Uniunea Sovietică. Cea mai mare parte din industria noastră lucrează datorită materiilor prime sosite din Uniunea Sovietică. Și dacă noi astăzi cu toate greutățile o ducem mai bine decât orice alta din țările ce se află într'o situație similară cu noi, o datorăm faptului că Uniunea Sovietică pe lângă că ne-a iertat foarte multe din obligaţiile ce au reeşit din convenţiunea de armistițiu, ne-a dat un ajutor efectiv din bunurile sale. Dacă ţara noastră se va reface cu un ceas mai devreme decât alte ţări, se datoreşte faptului că Uniunea Sovietică a sprijinit şi sprijină efectiv prin furnizarea de materii prime industria noastră. Dacă într'un viitor apropiat se va simţi

(p.1.

o îmbunătăţire reală pe tărâm alimentar, asta se datoreşte pe lângă efortul poporului nostru în frunte cu guvernul său, Uniunii Sovietice care prin unităţile sale militare ne ajută la campania de însămânţări.

Noul gest de generozitate al Uniunii Sovietice de a eşalona plata restului de sarcini ce decurg din convenţia de armistiţiu nu este altceva decât o continuitate de prietenie consecventă, sinceră şi reală faţă de noi.

Uniunea Sovietică a dovedit şi dovedeşte în fiecare zi ce însemnează să fii prietenul unui popor.

Insă prietenia exteriorizată de către Uniunea Sovietică prin ajutor concret, se datoreşte faptului că în fruntea ţării noastre stă un guvern care se bucură de încrederea marelui nostru vecin, datorită structurii şi activităţii sale profund democratice.

Din toate acestea, pentru poporul român rezultă două sarcini: întâi de a aprecia just prietenia sinceră dovedită prin fapte a Uniunii Sovietice şi in al doilea rând de a sprijini cu tot elanul şi cu toată încrederea guvernul ce se află în fruntea ţării şi care este garanţia că ţara noastră a intrat şi continuă să meargă nainte pe făgaşul realei democraţii.

(p.5)

România Viitoare, anul III, nr. 90 (397), 17 aprilie 1946, pp. 1, 5

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[19 aprilie 1946. Cornel Pietraru: Problema saşilor]

Problema saşilor

Cornel Pietraru

Este incontestabil că în ţara noastră există o problemă a saşilor. Oricât de democrat ar fi cineva, sau cu atât mai mult pentru că este democrat, trebue să recunoască existenţa ei. S-au găsit şi se vor mai găsi însă mulţi aşa zişi „democraţi“, care vor afirma că în moment ce trăim într'o ţară ce se conduce pe principii democratice, nu se poate admite dăinuirea unor asemenea probleme. Toţi cetăţenii dintr'o ţară, fără niciun fel de deosebire de origină etnică de rasă sau de religie, trebuesc consideraţi egali în drepturi şi datorii în faţa legilor.

Perceptele acestea sunt perfect valabile pentru toate naţionalităţile conlocuitoare din ţara noastră cu excepţia saşilor şi a şvabilor.

Admitem premiza cât se poate de justă că massele populare nu pot şi nu trebuesc făcute responsabile pentru acţiunea unor conducători iresponzabili interesaţi.

In cazul saşilor însă, să analizăm puţin condiţiunile obiective, pentru a explica cauza, care ne determină să-i exceptăm din familia popoarelor cinstite şi iubitoare de pace şi libertate.

Nu găsim că ar fi necesar să amintim din nou politica de cocotă mult prea bine cunoscută şi care a început încă cu mult înainte de venirea nazismului la putere. Nu ne vom referi nici măcar la faptele şi trădărle comise de către saşi înainte de 23 August, la aportul lor de necontestat în fascizarea României, în declanşarea şi târirea noastră în războiul antisovietic şi la sleirea puterii economice a ţării noastre.

Nu ne vom opri nici măcar la planurile diabolice, ce au urmărit transformarea acestor meleaguri într'un teritoriu aşa zis autonom, condus de către ei prin deportarea a tot ce nu a fost săsesc dincolo de Nistru. Toate acestea sunt fapte cunoscute şi experimentate de cei ce au vieţuit cu ei.

Dar să lăsăm deoparte trecutul mai mult sau mai puţin îndepărtat care încă ajunge pentru a susţine afirmaţia noastră cu saşii care trebue să constituie o excepţie.

Să analizăm puţin prezentul. Să vedem care sunt eforturile lor de îndreptare şi adaptare în cadrul spiritului vremurilor de astăzi.

Dela 23 August 1944 şi până astăzi, ca necăieri în altă parte, România a dat o largă posibilitate populaţiei săseşti, să se lepede de păcatele trecutului şi să se alăture luptei unanime a întregului popor de a reface ţara distrusă de războiu, de acel războiu care a fost dorit şi susţinut moraliceşte şi materialiceşte tocmai de către ei.

Realitatea ne-a confirmat că nu greşim atunci când facem distincţie între populaţia săsească şi celelalte naţionalităţi făcând vinovată întreaga colectivitate pentru toate fărădelegile comise în trecut şi prezent.

Puţinele excepţii ce au existat, cele câteva elemente democrate şi care au rămas credincioase crezului lor, nu fac decât să confirme adevărul afirmaţiilor noastre.

Saşii nu au învăţat sau nu au vrut să înveţe nimic din istoria evenimentelor abia trecute. Au rămas aceiaşi de totdeauna. Închişi egoişti "asupra oameni"

(p. 1)

nu mai mult, militanţi ai vechilor lor idei. Ei încă nu au renunţat la tendinţele şi planurile imperialiste ale „alesului“ popor german. Nu vor să se obişnuiască cu gândul că Germania a pierdut pentru totdeauna partida. Au rămas şi pentru mai departe zeloşi adepţi ai Fuehrerului.

Iată de unde curajul de neînţeles cu care îşi manifestă aproape deschis năzuinţele lor criminale.

Asasinatele şi crimele comise împotriva coloniştilor sau fruntaşilor democraţi din diferite comune, agresiunile comise împotriva ţăranilor ce şi-au lucrat pământul primit prin legea de reformă agară, sabotaje în industrii, răspândirea celor mai fanteziste svonuri sunt tot atâtea motive în susţinerea celor afirmate.

Teza noastră mai este întărită şi de atitudinea pe care au adoptat-o istoricii faţă de această problemă şi vice versa. Reacţiunea s-a transformat în apărărtor al saşilor. Cârdăşia aceasta pe lângă că dovedeşte şi lămureşte încă odată caracterul „democratic“ al istoricilor ne întăreşte convingerea că saşii au rămas fascişti şi duşmani ai poporului şi democraţiei româneşti.

România Viitoare, anul III, Nr. 92 (399), 19 aprilie 1946, pp. 1, 3

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[24 mai 1946. Cornel Pietraru: De ce purtăm campanie împotriva saşilor]

De ce purtăm campanie împotriva saşilor

Cornel Pietraru

Deunăzi, unul dintre colegii noştrii a fost invitat să se prezinte la Parchet, pentru un articol publicat, în care au fost înşirate câteva adevăruri dureroase pentru concetăţenii noştrii saşi. Au făcut un denunţ natural anonim „caracteristic curajului lor proverbial“, prin care sesizează Parchetul, că prin articolul incriminat s-ar fi violat legea naţionalităţilor.

Pe de altă parte, ne-a parvenit un memoriu în care un grup anonim ,curajos de locuitori saşi ai oraşului nostru încearcă să ne argumenteze nevinovăţia lor, vrând să ne convingă de greşeala mare pe care o facem atunci, când solidarizăm toată populaţia săsească cu regimul nazist.

Din mai multe părţi, am auzit proteste mai umil sau mai vehement exprimate, de către cetăţeni de aceiaşi naţionalitate, care nemulţumiţi de atidudinea noastră în această problemă, ne compară cu „Porunca Vremii“ — deoarece ei afirmă că ziarul ar fi pentru ei, ceea ce a fost „Porunca Vremii“ pentru evrei. Poate că ar fi fost mai just şi mai aproape de ei, dacă cu tot dinadinsul vor să ne compare cu vreun ziar al regimurilor dictatoriale, să ne fi comparat cu fostul lor organ oficial „Tages Zeitung“.

Intr-adevăr ziarul nostru a demascat şi continuă să demaşte atitudinea murdară de eri şi în special cea ostilă democraţiei de astăzi a populaţiei săseşti. Oridecâte ori am scris ceva împotriva populaţiei săseşti, ne-am folosit de argumente convingătoare, care pot fi controlate de toată lumea. Cu toate acestea nu am reuşit să redăm decât o mică părticică din activitatea dăunătoare intereselor poporului român de eri şi democraţiei româneşti de astăzi, deoarece a descrie toate mârşăveniile din trecut şi de astăzi ale saşilor hitlerişti, ar însemna să ne punem ziarul exclusiv în slujba acestei probleme şi încă spaţiul nu ne-ar ajunge.

Domnilor saşi, care astăzi vă plângeţi şi protestaţi împotriva atitudinei noastre faţă de domniile voastre, ce încercaţi cele mai diverse metode pentru a ne convinge că aţi fost, sunteţi şi veţi fi întotdeauna democraţi, de ce nu aveţi curajul răspunderii? De ce, dacă afirmaţiile noastre sunt neîntemeiate, dacă nu aţi avut nimic comun cu regimul de odinioară, vă spălaţi atâta pe mâini?

De ce întocmiţi memorii pentru argumentarea „nevinovăţiei" voastre?

De ce încercaţi să conrupeţi elementele cele mai putrede din sânul populaţiei evreeşti, pentru a-i determina să vă semneze acte, care să dovedească că aţi fost întotdeauna democraţi?

De ce se transformă atâţia dintre Dvs. — după ce abea acum doi ani să băteau cu pumnii în piept că fac parte din „rasa übermensch-ilor“ — peste noapte în cehi, unguri, evrei, ect.?

De ce, dacă până mai eri aţi considerat, că este o crimă de a admite amestecul altor naţionalităţi în rândurile voastre, astăzi atâtea din fetele coreligionarilor voştrii s au îndrăgostit „subit" de tineri români sau de altă naţionalitate, orbiţi de avantajele materiale oferite de voi, căsătorindu-se?

Dacă am continua cu întrebările până la epuizare, ar însemna să nu mai putem termina în numărul de astăzi al ziarului nostru. Şi nici nu ar avea vreun rost, deoarece toate bâiguielile pe care le-aţi îndruga pentru a vă desculpa de acuzaţiile noastre precise, n'ar face altceva decât să ne convingă şi mai mult de vinovăţia voastră, sau în cel mai bun caz să vă facă de râs, aşa cum s'au făcut şvabii din Banat, când au descoperit aşa dintr'o dată în anul 1946, — după ce mai înainte cu un elan ce nu se poate compara decât cu elanul vostru, au susţinut trup şi suflet politica nefastă a Fuehrerului, — că ei de fapt sunt descendenţi ai francezilor.

Scormonind trecutul, domnilor saşi, vom descoperi mult prea multe păcate faţă de acest popor, pentru ca să mai existe acea putere din lume care să vă poată spovedi şi ierta de ele. De aceia, domnilor, vă facem o concesie. Lăsăm trecutul Dvs. prodigios pus în slujba comandamentelor superioare ale imperialismului hrăpăreţ german şi vom încerca să vedem în ce măsură aţi reuşit, sau aţi vrut măcar să vă democratizaţi după data de 23 August 1944.

(p. 1)

Orice vină trebue ispăşită. Cu atât mai mult vina voastră care a contribuit din plin, la dezastrul şi nenorocirea unui popor întreg, sau chiar la nenorocirea mai multor popoare.

Pentru toate fără de legile comise de copii voştrii din SS, în Uniunea Sovietică şi în lagărele de exterminare de la Ausschwitz şi Maidanec, în Serbia şi pe alte meleaguri, pentru toate intenţiile şi planurile voastre diabolice îndreptate împotriva securităţii şi independenţei noastre naţionale în aceste ţinuturi ale ţării româneşti, pentru toate umilinţele cu care aţi înţeles să ne răsplătiţi toleranţa şi bunătatea sufletească ce ne caracterizează, nu vi s-a cerut altceva, decât ispăşirea acestor păcate prin muncă de refacere şi de reconstrucţie.

Şi din nou se nasc fără să vrem întrebări: In ce măsură aţi înţeles să vă supuneţi hotărîrii generoase luate de către Aliaţi pentru a vă ispăşi păcatele prin muncă de reconstrucţie?

De ce a fost atât de mare numărul celor ce s'au sustras dela munca obligatorie din URSS sau din ţară?

De ce aşa dintr'o dată, când acum câtva timp până şi boşorogii de 60de ani făceau marşuri forţate cu rucksakuri pline de pietre, pregătindu-se dacă va fi nevoie să ne lovească de la spate — astăzi până şi tinerii de 20 de ani au devenit toţi bolnavi, inapţi pentru orice fel de muncă? De ce mulţi din mari industriaşi saşi care în trecut şi-au pus întregul lor potenţial de producţie în slujba intereselor fascismului, astăzi nu fac altceva decât să inventeze scuze peste scuze, care să acopere sabotajul lor sistematic?

De ce atunci, când piaţa şi economia statului democrat, cere plasamente de capitaluri în întreprinderi productive „democraţii“ industriaşi saşi, îşi învestesc banii sau îşi vând produsele pentru cocoşei sau napoleoni de aur?

Şi aici, domnilor, şirul întrebărilor ar putea să fie fără sfârşit. Insă inutil.

Atitudinea voastră de astăzi nu este altceva decât o continuare consecventă, sistematică a celei de eri.

Nu este un secret pentru nimeni, că încă foarte mulţi dintre voi nu numai că şi-au schimbat mentalitatea, dar speră în reînvierea, dacă nu a Fuehrer-ului măcar în cea a „ordinei“ preconcepute şi introduse de el.

Nu întâmplător saşii hitlerişti au găsit un aliat, să zicem „firesc“ în rămăşiţele fascisto-legionare şi reacţionare din ţara noastră.

Iată de ce, domnilor saşi, respingem protestele voastre şi le declarăm ca încercări copilăreşti ce nu mai sunt crezute de nimeni, pentru că sunt cu totul contrarii realităţilor. Iată motivele care explică, de ce purtăm campania împotriva saşilor. (p. 6)

România Viitoare, anul III, nr. 116 (423), 24 mai 1946, pp. 1, 6

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[4 decembrie 1946. Cornel Pietraru: Portrete cu mai multe feţe. Hans Otto Roth şi episcopul Friedrich Müller]

Portrete cu mai multe feţe. Hans Otto Roth şi episcopul Friedrich Müller

Cornel Pietraru

Începând cu cel de față pornim o serie de articole care au ca scop de a demasca — în lumina faptelor și realităţilor — în fața opiniei publice, doi oameni care joacă încă un rol politic destul de important: primul prin trecutul său şi legăturile sale obscurantiste pe care le mai are şi al doilea prin influenţa pe care i-o dă veştmântul şi înalta funcţiune bisericească pe care o deţine în sânul populaţiei săseşti: Dr. Hans Otto Roth şi Episcopul D. Friedrich Mueller.

Dela început trebue să facem cetitorilor o confidenţă: întreg materialul care ne-a fost pus la dispoziţie, împreună cu ideia publicării sale, aparţine unui confrate de origine etnică germană, care a crezut că este atât în interesul conaţionalilor săi, cât şi în acela al democraţiei, ca el să vadă lumina tiparului.

Vom încerca - ca ţinând cont de o anumită ordine cronologică — să demonstrăm în cele ce vor urma, rolul nefast pe care l-a jucat şi îl joacă - de aproape trei decenii - Dr. Hans Otto Roth, exponentul de totdeauna al marelui capital şi al marilor bănci săseşti pe de o parte, precum şi atitudinea meschină de care a dat şi dă dovadă actualul şef al bisericii Evanghelice, Episcopul D. Friedrich Mueller întotdeauna, după un răsboi — cum a fost şi acela pe care l-am trăit cu toţii — se găsesc un număr destul de considerabil de indivizi, care formând aşa zisa tagmă a oportuniştilor şi conjuncturiştilor încearcă, ca pescuind în haosul iminent oricărui sfârşit de răsboi, să tragă cu burete peste trecutul lor, să-şi transforme peste noapte adevăratul lor eu, devenind dintr'odată cei mai „hotărîţi" susţinători a nouilor forme de vieaţă.

Aşa s'a întâmplat, ca imediat după 23 August şi până în zilele noastre, să avem ocazia de a face cunoştința unui însemnat număr de asemenea cetăţeni, care după ce abea cu câțiva ani în urmă făceau apologia regimurilor totalitare, sau dacă situația — similară cu cea a eroilor noştri — era de aşa natură, să închee pacte, înfluențându-şi anturajul în sensul de a sprijini formele trecute de guvernământ, pentru ca astăzi, prin cine ştie ce metamorfoză, să devină peste noapte vechi luptători şi admiratori ai actualului regim democratic.

Dar, după cum însăşi actualul regim democratic, nu este ceva abstract, ci o realitate palpabilă şi nouile profesii de credința a acestor categorii de renăscuţi prin cine ştie ce minune de metempsihoză - pentru a fi crezute ar trebui să-şi găsească concretizarea în fapte şi nu în simple manifestări platonice, care de obicei nu urmăresc alt scop decât de a camufla intenţiile reale — cele de totdeauna — ale „pocăiţilor" respectivi.

In situaţia acestor ne permitem să-i aşezăm şi pe domnii Dr. Hans Otto Roth, Episcop D. Friedrich Mueller, pe care îi considerăm ca dușmani atât ai propriului lor popor, cât și ai democrației constructive, pentru care fapt îi vom prezenta în fața opiniei publice în adevărata lor înfățișare.

România Viitoare, anul III, nr. 276 (583), 4 decembrie 1946, p. 1

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[6 decembrie 1946. Cornel Pietraru: Portrete cu mai multe feţe. Hans Otto Roth. II]

Portrete cu mai multe feţe. Hans Otto Roth

II

 Cornel Pietraru

In continuarea celor promise în articolul precedent, ne vom permite ca deastă dată să facem în baza datelor cene stau la dispoziţie o sumară caracterizare a dr-ului Hans Otto Roth.

Ne vom strădui să răspundem la oserie de întrebări ce se nasc în mod firesc în creerul cetitorului care încă nu a avut ocazia să-l cunoască şi să-şi formeze o părere despre el.

Hans Otto Roth este un nume cunoscut în rândurile populaţiei săseşti precum şi în sânul cercurilor politicianiste.

Avocatul Hans Otto Roth a reprezentat colectivitatea săsească în mai multe rânduri în Parlamentul Ţării. A reuşit să pătrundă aici, datorită influenţei pe care i-a dat-o calitatea de exponent al bancherilor şi marilor bogătaşi saşi. In fond toată ascensiunea lui politică se datoreşte acestei calităţi de exponent al marelui capital săsesc, funcţie pe care a îmbrăţişat-o şi o serveşte încă cu gratitudine până în zilele noastre.

Dar avocatul Hans Otto Roth a ştiut că pentru a se menţine pe poziţie, va avea nevoe şi de legături în străinătate. Printr-o abilitate de admirat — calitate care de altfel caracterizează întreaga sa activitate — se impune în postul de preşedinte al minorităţilor din Europa cu sediul la Berna.

Reprezentantul grupului liberal — sau mai bine zis al marei finanţe săseşti — este însă suficient de priceput în materie de politică pentru ca să înţeleagă încotro va fi târîtă Europa de către acele cercuri, din care el însăşi face parte şi de aceea, odată cu cotiturile care duc Europa în braţele hitlerismului, Hans Otto Roth, face şi el cotiturile cerute de împrejurări pentru a putea să se menţină pe poziţie. După 1933 îl găsim în audienţă la Hitler, mai târziu având ca angajat în biroul său pe Andreas Schmidt — viitorul Fuehrer al grupului Etnie German din România — şi în rubedenie cu o serie de personagii din viaţa politică a Germaniei hitleriste, cum ar fi şi dr-ui Richard Csaky preşedintele D. A. I. din Stuttgart, pendinte direct de Ministerul de Externe german, prin care reuşeşte să aranjeze şi un pact de colaborare cu hitleriştii, înlăturându-l pe Fabritius, care într-o oarecare măsură reprezenta grupul democratic al saşilor din România. In timpul războiului H. O. Roth deţine postul de sfătuitor juridic al Misiunii Militare Germane din România, post bănos, pe care l-ar fi servit cu sârguinţă până la 23 August.

Insă domeniul unde maşinaţiunile machiavelice ale avocatului Hans Otto Roth au eşit mai bine la iveală a fost Biserica. De la început el a sesizat importanţa şi enorma influenţă pe care biserica o are în rândurile conaţionalilor săi. Din acest motiv a făcut tot ce i-a stat în putinţă, devenind curatorul pe ţară al Bisericiii Evanghelice, funcţiune, pe care o deţine aproape fără întrerupere până în zilele noastre. In această direcţie abilitatea şi viclenia acestui om s’a manifestat din plin. Şi astăzi în conducerea bisericii Luterane începând dela funcţia de şef spiritual, pe care o deţine omul său de încredere episcopul Mueller, — despre care ne vom ocupa la rândul lui — absolut toate posturile de conducere sunt ocupate de către oamenii lui Hans Otto Roth. In felula cesta a reușit — spre exemplu — să-l lucreze pe fostul episcop Glondys — un om cu convingeri democratice — care nu a vrut să se supună directivelor sale, înlocuindu-l cu actualul episcop. (p. 1)

Credem, că din rândurile de mai sus cetitorul va reuşi să desprindă în esenţă caracterul şi activitatea doctorului Hans Otto Roth. Cu proxima ocazie, ne vom strădui să arătăm ce a însemnat politica din trecut a acestui om atât pentru ai săi cât şi pentru democraţie în general şi să analizăm conţinutul destructiv al activităţii sale prezente, activitate tot atât de dăunătoare, pentru că este îndreptată împotriva intereselor masselor largi şi pusă în slujba apărării intereselor marilor financiari şi a vârfurilor reacţionare. (p. 3)

România Viitoare, anul III, nr. 278 (585), 6 decembrie 1946, pp. 1, 3

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[8 decembrie 1946. Cornel Pietraru: Portrete cu două feţe. Colaboraţionistul Hans Otto Roth]

Portrete cu două feţe. Colaboraţionistul Hans Otto Roth

Cornel Pietraru

S-au găsit unii dintre aceia care au urmărit campania noastră de presă împotriva dr-ului Hans Otto Roth care au fost frapaţi de realitatea pe care am demonstrat-o, că acest „domn" a fost în perioada anilor de dictatură un colaboraţionist şi adept al regimurilor totalitare.

Pentru a lămuri nedumeririle care încă ar putea exista revenim cu următoarele:

Poate oare cineva — fie el chiar dr-ul Roth — nega veracitatea afirmaţiilor pe care le înşiruim mai jos, afirmaţii care sunt în acelaş timp o gravă şi întemeiată acuză, peste care opinia publică nu poate trece.

Este adevărat că dr-ui Hans Otto Roth s’a prezentat imediat după instaurarea regimului nazist în Germania la Führer, de unde s’a reîntors lăudându-se în cercurile sale de prieteni politici şi intimi că Hitler este de acord cu programul său?

Poate nega d. Roth că Andreas Schmidt — care a fost un timp oarecare practicant în biroul său avocaţial — fusese prezentat chiar de către el ca şefal său fostului prim-ministru Gigurtu.

Este sau nu adevărat că şi dr-ul Hans Otto Roth a fost acela care a tranşat trimiterea primului vot de 1000 de tineri saşi în formaţiile SS din Germania?

Poate contesta cineva că dr-ul Hans Otto Roth a fost până la 23 August jurist-consultul Misiunii Militare Germane, post de egală importanţă politică şi imaterială? 

Poate cineva afirma că dr-ul Hans Otto Roth, în calitatea de curator general al Bisericii Luterane, s’ar fi opus la aducerea episcopului nazist Stäedel în fruntea acestei instituţii?

Dacă vom lua în considerare numai activitatea dr-ului Roth în perioada 1933—1944, încă ajunge ca să cerem celor în drept îndepărtarea sa din viaţa publică pe care a otrăvit-o îndeajuns. Dar rolul nefast al acestui pervertit politic nu a început în anul 1933, după cum nici nu se termină în 1944.

Cu mult înainte a infectat prin prezenţa sa atmosfera politică şi încă şi astăzi mai continuă să se echilibreze prin intrigi de culise, căutând disperat să-şi menţină poziţiile — în plină prăbuşire — ce le mai deţine.

Cu aceasta noi încă nu am spus totul în legătură cu acest om. Aşteptăm însă ca şi cei în drept să-şi spună măcar, de astă dată cuvântul, cuvânt care nu poate însemna altceva decât mormântul politic al dr-ului Hans Otto Roth.

România Viitoare, anul III, nr. 280 (587), 8 decembrie 1946, p. 1

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[19 decembrie 1946. Cornel Pietraru: Portrete cu două feţe. Episcop Friedrich Müller]

Portrete cu două feţe. Episcop Friedrich Müller

Cornel Pietraru

Înainte de a trece mai departe, ţinem să precizăm că încă suntem departe de a fi epuizat întregul material referitor la avocatul Hans Otto Roth. Insă pentru a putea face cuvenita legătură între acesta şi episcopul Muller, am găsit de cuviinţă să începem cu descifrarea datelor de care dispunem şi care se referă la acest înalt prelat evanghelic.

Nu suntem noi aceia care să fim în măsură de a ghida atitudinea şi purtarea unui preot care ocupă o funcţiune atât de înaltă şi cu o asemenea răspundere, cum este episcopul Müller, dar ştim un lucru precis: că linia politică pe care episcopul Müller a păşit şi pe care încearcă — cu toată influenţa pe care i-o dă haina bisericească — să-şi călăuzească credincioşii nu este cea adevărată şi conformă cu interesele, atât ale ţării întregi, cât şi ale coreligionarilor săi.

Am afirmat că episcopul Müller este omul care ascultă şi execută fără murmur dispoziţiunile curatorului general al bisericei avocatul Roth. In acelaş timp am mai precizat — spre stupoarea multora — că, cu toate aparenţele — care de astădată înşeală — episcopul Müller a fost un aderent al regimului hitlerist şi un admirator al Führer-ului. Ne vom face forţe pentru a convinge şi pe cei mai puţin creduli — cu argumente palpabile - că afimaţiunile noastre sunt bazate, pe o realitare destul de tristă pentru actualul şef al Bisericei Evanghelice din România. Dar, ceeace în momentul de faţă ni se pare nouă mai grav, este actuala activitate ce se desfăşoară prin biserică şi cu ajutorul indiscutabil al factorilor de răspundere din această instituţie, activitate care numai democratică nu poate să fie numită.

Biserica, această instituţie care — mai ales în împrejurările de astăzi — a reuşit să grupeze în jurul ei populaţia săsească, tinde a se transforma dintr’o instituţie de înaltă ţinută morală într’o oficină politicianistă, tribună de periculoase şi dubioase manevre şi intrigi a unei clici interesate. Hans Otto Roth, împreună cu uneltele de care dispune şi pe care le-a aşezat în poziţiile chee ale conducerii Bisericei Evanghelice, a ştiut să exploateze cu suficientă ingeniozitate influenţa clericală pentru a propovădui nestingherit de nimeni, crezul său personal şi al clicei în a cărui slujbă este, care este indentic cu acela al marei finanţe săseşti şi al reacţiunei naţionale şi internaţionale.

 Continuând campania noastră, nu facem altceva decât să aruncăm lumină asupra întunecoaselor manevre care se încearcă sub veştmântul autoritar al acelora, care de fapt ar trebui să slujească — în locul intereselor personale şi de gaşcă — adevărata credinţă.

 România Viitoare, anul III, nr. 289 (596), 19 decembrie 1946, p. 1

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 [5 ianuarie 1947. Cornel Pietraru: Pentru lămurirea dlui Episcop Müller]

 Pentru lămurirea dlui Episcop Müller

 Cornel Pietraru

Adevăr grăit-au aceia, care au afirmat că fiecărui om trebue să-i vorbeşti pe limba lui ca să te înţeleagă. Degeaba am vrut noi să fim cavaleri şi din respect pentru o înaltă faţă bisericească să ne oprim la un moment dat, sperând că cel vizat va fi suficient de inteligent pentru a trage concluziile dictate de împrejurările ce i-au fost creiate, pentru că tăcerea noastră a fost interpretată greşit şi considerată ca slăbiciune şi lipsă de dovezi. Mai mult, persoana vizată s-a crezut îndreptăţită nefiind în stare să priceapă aşteptarea noastră determinată de un anumit respect pe care îl păstrăm oricărei credinţe — să pornească la iniţierea de anumite măsuri, prin care a crezut că se va putea desvinovăţi în faţa autorităţilor şi a opiniei publice.

— Iată de ce, domnule Episcop Müller, ne obligaţi să vă servim cu anumite dovezi despre care nu ştim dacă Vă vor cauza o plăcere deosebită. Credem că dacă Vă veţi forţa puţin memoria, Vă veţi aduce desigur aminte de următoarea entuziastă afirmaţie:

"... Nun kommt Ihr unter die starke Obhut des Reiches, dem Gott unter der geschichtlich einmalig gesegneten Leitung des Führers Adolf Hitler einen Aufstieg sondergleichen schenkt.“

 Dar să traducem fraza pentru acei care nu ştiu nemţeşte:

 Acum ajungeţi voi sub puternica oblăduire a Reichului, căruia Dumnezeu îi dăruieşte o înălţare fără seamăn sub conducerea binecuvântată şi unică în istorie a Führerului Adolf Hitler."

Dacă totuşi, printr’un lapsus de memorie nu V’aţi mai putea aduce aminte de această frază, ne permitem să Vă amintim că ea a apărut în revista „Kirchliche Blätter“ Nr.45 pagina 546 din anul 1940, sub titlul „Abschiedswort an die Gemeinden der Dobrugea und dem südlichen Buchenland“ (Cuvânt de rămas bun către comunităţile din Dobrogea şi Bucovina de Sud) unde se găseşte reprodus un discurs rostit de Dvs., cu ocazia repatrierei germanilor din Dobrogea şi Bucovina de Sud. Comentariile credem, că sunt de prisos. Cât de curând vom reveni.

România Viitoare, anul IV, nr. 3 (605), 5 ianuarie 1947, p. 1 

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[20 martie 1952. Maiorul de Securitate, Heinz Stănescu întocmeşte un plan în vederea eliminării episcopului evanghelic de Sibiu, Friedrich Müller, printr-o uneltire bine ticluită, şi înlocuirea acestuia cu un preot servil cît şi a subminării conducerii bisericii prin infiltrarea în forul superior a unor colaboratori neoficiali ai Securităţii care vor participa la complotul aprobat de către şeful direcţiei I a poliţiei secrete, col. Gavril Birtaş]

  

343/ 20 Martie 1952[1]

 

PLAN

de combinaţii în vederea îndepărtării lui
FRIEDRICH MÜLLER din funcţia de episcop
al Bisericii evanghelice lutherane germane
şi introducerii agenturii noastre în
posturile ei de conducere.

 Folosind predicile şi articolele cu caracter fascist şi antisovietic publicate de FRIEDRICH MÜLLER între anii 1938-1944 în ziarul „Kirchliche Blätter” precum şi manifestările sale prezente de notorietate publică, prin care MÜLLER s-a făcut cunoscut ca adept al unui nou răsboiu, D.G.S.S.[2] intenţionează să pună în aplicare următorul:

PLAN DE ACŢIUNE

1.- Informatorul nostru „Muller Ioan” (Schneider Friederich[3] preot ev.[anghelic] luther[an] în com.[una] Jad[4] – Reg.[iunea] Rodna) care cunoaşte activitatea lui MÜLLER, va întocmi o scrisoare de demascare[5], în al cărui conţinut va arăta trecutul fascist al episcopului până la 23 August 1944, şi unele atitudini ale acestuia luate împotriva încadrării clerului evanghelic în lupta pentru pace.

Scrisoarea va fi revăzută de organele noastre şi prezentată conducerii, înainte de a fi trimisă ziarului.

De îndeplinirea acestei sarcini răspunde Tov. Maior Stănescu H.[6] şeful serviciului.

Anexe: - planul conspect al scrisorii de demascare;

-   fişa lui Schneider Friederich.

Îndrumarea redactorului responsabil al ziarului „Neuer Weg” (Breitenstein Ernest[7] informatorul nostru) ca să publice orice scrisori ar primi în care sunt demascaţi preoţi evanghelici lutherani, duşmani ai regimului. În acest fel Breitenstein Ernest nu va cunoaşte dirijarea de către organele noastre a acţiunii, şi nu va putea face conştient sau inconştient, vreo desconspirare.

După publicarea demascării, redacţia ziarului „Neuer Weg”, referindu-se la cererile anterioare ale lui MÜLLER ca toate sesizările despre preoţi să fie trimise exclusiv Bisericii spre soluţionare, va trimite în original scrisoarea lui Schneider Friederich, consistoriului superior al Bisericii.

După publicarea scrisorii, protopopii din agentura noastră (Gustav Göckler[8] din Mediaş, Arz Gustav[9] din Sibiu şi Adolf Bruckner[10] din Bucureşti) vor fi dirijaţi să activeze şedinţele protopopeşti pe linia luptei pentru pace; astfel preoţii vor avea posibilitatea să demaşte la rândul lor din proprie iniţiativă pe episcop sau alte elemente ostile din conducerea Bisericii, ca duşmani ai păcii.

Aceste eventuale noi demascări vor fi publicate de asemenea de ziarul „Neuer Weg”.

Anexe: fişele protopopilor Göckler G., Arz Gustav şi Bruckner Adolf şi a lui Breitenstein Ernest.

2.- După publicarea scrisorii, organele noastre vor mobiliza informatorii din agentură, pentru a urmări starea de spirit creată în rândul preoţilor şi credincioşilor, şi, de asemenea, vor invita la sediul Regiunii Sibiu o parte din clericii şi laicii apropiaţi de MÜLLER, pe care îi vor interoga şi le vor lua declaraţii scrise pentru confirmarea materialelor din scrisoare.

În acest fel se vor înlătura eventualele bănuieli că organele de Securitate s-au ocupat dinainte de cazul MÜLLER şi au pregătit acţiunea.

De asemenea, elementele duşmănoase, apropiate de MÜLLER vor fi intimidate în urma anchetării cazului de Securitate şi – este posibil – ca unii dintre ei să se desolidarizeze din proprie iniţiativă, de episcop.

3.- Consistoriul superior se va întruni pentru rezolvarea situaţiei lui MÜLLER.

Dacă Consistoriul va hotărî îndepărtarea lui MÜLLER, sau acesta se va retrage singur din funcţie, nu se va trece la reţinerea fostului episcop pe baza materialului existent, decât după ce se va linişti starea de spirit din mediu.

În cazul când nu se va ajunge la îndepărtarea lui MÜLLER de către Consistoriu, sau la retragerea sa, se va trece la reţinerea lui pe baza probelor existente.

Consistoriul superior se va întruni eventual în prezenţa unui inspector al Ministerului Cultelor.

 

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Înainte de publicarea scrisorii de demascare, se va trece la definitivarea recrutării lui Herrmann Alfred[11] cunoscut ca element progresist şi cel mai indicat să ocupe postul de episcop rămas vacant după îndepărtarea lui MÜLLER.

Herrmann Alfred se bucură de popularitate în rândul clerului evanghelic şi al credincioşilor saşi, face parte din Consistoriu de mai multă vreme, este în bune relaţii cu Comitetul Antifascist German şi este membru în comitetul regional de luptă pentru pace. De asemenea, în ilegalitate, a contribuit la Ajutorul Roşu. Nu este însă suficient de hotărât şi de calm.

Legătura cu Herrmann Alfred a fost stabilită de organele noastre la 14 martie 1951 şi de atunci a dat verbal indicaţii utilizabile.

După aprecieri obiective Herrmann Alfred poate ocupa prin propriile sale puteri postul de episcop deoarece se bucură de popularitate şi sprijin în mediul clerului.

Dacă cu ocazia congresului general bisericesc, singur în măsură să aleagă un nou episcop, vom constata unele tendinţe serioase potrivnice lui Herrmann vom interveni prin agentura existentă şi vom realiza recrutări în mediul membrilor congresului.

În această ipoteză vom prezenta un plan de acţiune separat.

Cu ocazia recrutării i se va da lui Alfred Herrmann sarcina de a informa asupra stării de spirit din mediul clerului şi al credincioşilor evanghelici lutherani; Herrmann nu va fi dirijat în mediul lui MÜLLER şi nu i se vor da sarcini din planul nostru de acţiune.

După îndepărtarea episcopului MÜLLER vom prezenta un plan separat pentru a dirija comportarea lui A. Herrmann în vederea infiltrării sale în conducere.

Anexă fişa lui Herrmann Alfred.

De această sarcină răspunde tov. Maior Stănescu H.

Planul a fost elaborat de

MAIOR DE SECURITATE,

(ss) Stănescu H.

 

Planul a fost aprobat de

COLONEL DE SECURITATE,

(ss) Birtaş G.[12]

 

ACNSAS, I 236853, vol. 3, ff. 117-120

 


[1] Document dactilografiat.

[2] D.G.S.S. - Direcţia Generală a Securităţii Statului.

[3] Friedrich Schneider, peot evanghelic lutheran. Potrivit fişei personale, întocmită de Securitate, Schneider s-a născut în anul 1900, a acceptat să colaboreze cu poliţia secretă în 1948, „a dovedit că este ataşat regimului“ şi „îndeplineşte sarcinile ce i se dau“. „A furnizat material compromiţător privind pe episcopul Müller cu care nu este în relaţii de prietenie“, este un „element fricos“, „timid dar inteligent şi cu mult spirit de observaţie.“ „Manifestă nemulţumiri faţă de salariu pe care-l consideră insuficient, primeşte cadouri şi se străduieşte să le merite.“(Cf. Fişa din 20 martie 1952, ACNSAS, I 236853, vol. 3, f. 132). 

[4] Livezile, în maghiară: Jád, în germană: Jaaden, o comună în județul Bistrița-Năsăud.

[5] Cf. Plan conspect al scrisorii de demascare a lui Müller, ACNSAS, I 236853, vol. 3, f. 121. Planul prevedea, între altele, folosirea unor citate compromiţătoare din articolele pro-naziste ale lui Müller, scrise înainte de 23 august 1944, în care omagia şi regimul lui Hitler. Multe din aceste materiale au fost adunate într-un dosar separat (cf. ACNSAS, I 236853, vol. 1).  

[6] Heinz Stănescu (de fapt: Rottenberg) s-a născut la 19 septembrie 1921 la Viena, după 23 august 1944 devine membru de partid şi comisar la Siguranţa din Brăila. În această perioadă urmează şi cursurile Facultăţii de Litere din Bucureşti. În 1947 este transferat în capitală, la Direcţia Generală a Poliţiei - Corpul Detectivilor. După înfiinţarea Securităţii, în 1948, este încadrat cu gradul de căpitan în structurile poliţiei politice - în cadrul Direcţiei 1 care răspundea de combaterea şi anihilarea opoziţiei interne, devenind unul dintre cei 4 adjuncţi ai şefului direcţiei 1, col. Gavril Birtaş, răspunzând direct de reprimarea cultelor. Din cauza unui scandal homosexual, în 1952, este scos din Securitate şi condamnat, acceptînd în perioada detenţiei să lucreze ca informator. După eliberare lucrează la catedra de germanistică din Bucureşti. Pînă la plecarea sa din ţară în 1976, Stănescu este conspirat în dosarele Securităţii sub 3 nume: „Abrud”, „Silviu” şi „Traian”. Moare pe data de 13 mai 1994 în cursul unei vizite în Franţa (cfACNSAS, P 013978; R 48661, vol. 1-4).

[7] Ern(e)st Breitenstein (1923-1990), publicist, membru de partid din 1939, din 1944 pînă-n 1946 lucrător la sindicatele din Sibiu, redactor şef al publicaţiei „România viitoare“, după înfiinţarea ziarului german „Neuer Weg“, în 1949, la Bucureşti, devine redactorul şef al acestei publicaţii. A semnat articole cu diferite pseudonime: Cornel Pietrariu, Ernst Bürger ş.a. În fişa personală, redactată de Securitate pe data de 20 martie 1952 se menţionează că în 1943, în calitate de secretar al Comitetului Judeţean PCR, fusese arestat şi condamnat împreună cu alţi 60 de comunişti. Este caracterizat ca un „element liniştit, devotat regimului, bun în profesional, lipsit de vicii“ (cf. Fişa, 20 martie 1952, ACNSAS, I 236853, vol. 3, ff. 126-127). Articole de „demascare“ a activităţii lui Müller, semnate de Cornel Pietrariu, apărute în ziarul „România viitoare“, se află în dosarul întocmite de Securitate, fiind folosite ca dovezi: „Portrete cu mai multe feţe. Hans Otto Roth şi episcopul Friedrich Müller“, în: România Viitoare, Nr. 276, 4 decembrie 1946 (ACNSAS, I 236 853, vol. 4, f. 43); „Portrete cu două feţe. Episcopul Fredrich Müller“, în România Viitoare, Nr. 289, 19 decembrie 1946 (ibid., f. 44). Într-o notă a colaboratorului „Marcu“, din 20 ianuarie 1947, acesta relatează că l-a vizitat pe Müller care este „foarte mâhnit“ din cauza articolelor şi că s-a adresat Departamentului Cultelor. Totodată spune că ar fi cerut o audienţă la Lucreţiu Pătrăşcanu şi Emil Bodnăraş pentru a lămuri „asupra netemniciei atacurilor“. „Marcu“ mai relatează că Müller va prezenta un memoriu demnitarilor români, inclusiv lui Petru Groza, în care se plînge de discriminarea colectivă a saşilor şi în care cere să li se acorde drepturile prevăzute pentru celelalte în „Statutul Naţionalităţilor“ (ibid., ff. 45-47).

[8] Dr. Gustav Ernst Göckler (1902-1962), învăţător la Bistriţa, apoi preot în mai multe localităţi cu populaţie săsească din Transilvania, preot orăşenesc şi protopop la Mediaş din 1941 pînă-n 1962.În fişa sa personală, întocmită de Securitate pe date de 3 martie 1952, se menţionează că s-a manifestat ostil faţă de regim, iar în 1950 ar fi trimis ziarului „Neuer Weg“ o scrisoare în care condamna „manevrele aţîţătorilor la război şi se declara de acord cu lupta partizanilor păcii“. În 1951 a trimis o circulară, îndemnîndu-i pe credincioşi „să colaboreze activ la lucrările Comitetelor locale de luptă pentru pace“ (cf. Fişe, 3 martie 1952, ACNSAS, I 236853, vol. 3, f. 131).

[9] Gustav Joseph Arz (1894-1972), preot evanghelic în diferite localităţi ardelene, din 1931 pînă-n 1958 preot la Sibiu. În fişa sa personală se menţionează că, în prezent, nu are manifestări ostile, „ia atitudine faţă de activitatea episcopului Müller şi a celorlalte elemente duşmănoase din conducerea Bisericii“, „este un susţinător al prim parohului Alfred Herrmann din Sibiu, cunoscut ca element ataşat regimului“ (cf. Fişa din 20 martie 1952, ACNSAS, I 236853, vol.3, f. 130).

[10] Adolf Bruckner, n. 1893, preot municipal de Bucureşti între anii 1947 şi 1964. După 23 august, se menţionează în fişa sa personală de la Securitate din 20 martie 1952, s-a înscris în Uniunea Patrioţilor, apoi în Partidul Social-Democrat. “Nu este ataşat regimului dar nici nu are manifestări ostile, deoarece este un element fricos” (cf. Fişa din 20 martie 1952, ACNSAS, I 236853, vol. 3, ff. 128-129).

[11] Alfred Herrmann (1888-1962), preot municipal evanghelic de Bucureşti, din 1937 pînă-n 1946, şi de Sibiu, din 1946-1961, vicar episcopal între anii 1954-1961. În Fişa de le Securitate, din 20 martie 1952, se subliniază că în 1923 a început să editeze revista „Glaube und Heimat“ (Credinţă şi patrie), în 1928 a publicat un articol în revista „Klingsor“: „Vom Werden des siebenbürgisch-sächsischen Proletariats“ (Despre formarea proletariatului săsesc-ardelenesc), după ce deja în 1924 a luat legătura cu mişcarea muncitorească din Braşov, iar din 1930 „a sprijinit organizarea muncitorilor saşi în sindicate“. „Odată cu infiltrarea hitlerismului în România, din anul 1933, Herrmann Alfred a fost obiectul unor atacuri sistematice prin presă şi prin propagandă verbală, după care în 1933-1934 a fost mutat cu serviciul la Cernăuţi.“ Referitor la activitatea sa prezentă, se spune că face parte din Comitetul Regional de Luptă pentru Pace şi are relaţii bune cu persoanele din Comitetul Antifascist German din Sibiu. A publicat mai multe articole în „Neuer Weg“ şi s-a lovit de episcopul Müller care nu era de acord cu propunerea lui Herrmann de a se introduce cursuri social-politice pentru teologi. Fiul său Johannes, se spune tot în fişă, „este unul din teologii care ia atitudine deschisă în favoarea regimului şi a luptei pentru pace atrăgîndu-şi asupra sa neplăceri din partea episcopului Müller“. Se mai arată că Herrmann fusese descris într-un ziar „progresist“ din Austria „ca unul din cei mai democraţi preoţi evanghelici lutherani germani din R.P.R.“ „În februarie 1952 Herrmann Alfred a combătut deasemenea în biserică, în faţa credincioşilor, pe prim parohul Möckel Konrad din Oraşul Stalin, arătînd că o explicare a Bibliei în aşa fel încît să nu contribuie la lupta pentru pace, este un barbarism care trebuie combătut cu hotărîre.“ Fişa mai cuprinde şi un „portret psihologic“ al lui Herrmann în care se reţine că este „repezit“; fără s-o recunoască deschis în cercul de prieteni, se observă „dorinţa“ lui de a deveni episcop, deşi se şi teme de Müller. (Cf. Fişa din 20 martie 1952, ACNSAS, I 236853, vol. 3, ff. 122-125.) Într-un referat întocmit de lt. Szekely pe data de 20 iunie 1952 se afirmă că ar fi colaboratorul cu numele conspirativ “Prietenul” care a semnat şi o declaraţie de leialitate considerîndu-se un prieten al regimului. (ACNSAS, I 236853, vol. 3, ff. 159-164).

[12] Gavril(ă) Birtaş, născut în 1905 la Baia Mare, comunist din ilegalitate, implicat în acţiunea de înlăturare a liderului comunist Ştefan Foriş (1892-1946), ucis de către Gheorghe Pintilie (Pantiușa Bodnarenko, 1902-1985), şeful Direcția Generală a Securității Poporului după 1948, succesorul său devenind, în 1952, Alexandru Drăghici (1913-1992). Birtaş a lucrat în Securitate din 1948 pînă-n 1952 ca şef al Direcţiei I.

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[20. März 1952. Auszüge aus dem Maßnahmenplan der Securitate. Übersetzung aus dem Rumänischen]

„1.- Unser Informant „Muller Ioan” (Schneider Friederich[1], evangelisch-lutherischer Pfarrer in der Gemeinde Jad[2] – Region Rodna), dem die Tätigkeit von MÜLLER bekannt ist, wird einen Entlarvungsbrief schreiben[3], in dem er auf die faschistische Vergangenheit des Bischofs vor dem 23. August 1944 hinweisen wird und auch dessen Anweisungen an den evangelischen Klerus erwähnt, sich nicht der Friedenskampfbewegung anzuschließen.

Vor dem Abschicken an die Zeitung wird der Brief von unseren Organen durchgesehen und der Leitung vorgelegt.

Für die Durchführung dieses Auftrags ist Genosse Major Stănescu H., der Chef der Abteilung, verantwortlich.

Anlage: - Entwurf des Entlarvungsbriefes;

-   Personalbogen von Schneider Friederich.

Anweisung des verantwortlichen Redakteurs der Zeitung „Neuer Weg“ (Breitenstein Ernest, unser Informant) alle Briefe zu veröffentlichen, in denen die evangelisch-lutherischen Pfarrer, Feinde des Regimes, entlarvt werden. Auf diese Weise wird Breitenstein Ernest nicht wissen, dass es sich um eine von unseren Organen durchgeführte Operation handelt und kann folglich bewusst oder unbewusst auch nichts dekonspirieren.

Nach der Veröffentlichung der Enttarnung, wird die Redaktion der Zeitung „Neuer Weg“ unter Berufung auf die früheren Anliegen MÜLLERs, alle im Zusammenhang mit Pfarrern eingereichten Beschwerden zwecks Lösung exklusiv an die Kirche weiterzuleiten, den Originalbrief von Schneider Friedrich an das Konsistorium der Kirche schicken.

Nach der Veröffentlichung des Briefes erhalten die in unser Agentennetz eingebundenen Dechanten (Gustav Göckler[4] aus Mediasch, Arz Gustav[5] aus Hermannstadt und Adolf Bruckner[6] aus Bukarest) den Auftrag, innerhalb der Sitzungen mit den Dechanten für den Friedenskampf einzutreten; auf diese Weise werden die Pfarrer aus eigener Initiative die Möglichkeit haben, den Bischof und andere feindliche Elemente aus der Kirchenleitung als Feinde des Friedens zu entlarven.

Etwaige neue Entlarvungen werden ebenfalls in der Zeitung „Neuer Weg” veröffentlicht.

Anlage: Personalbogen der Dechanten Göckler G., Arz Gustav und Bruckner Adolf sowie die von Breitenstein Ernest.

2.- Nach der Veröffentlichung des Briefes werden unsere Organe die Informanten unseres Agentennetzes mobilisieren, damit sie die Stimmung in den Reihen der Priesterschaft und der Gläubigen erkunden; gleichzeitig werden sie einen Teil des MÜLLER nahestehenden Klerus und der Gläubigen, die sich ihm verbunden fühlen, zum Regionalsitz Hermannstadt einbestellen, sie dort befragen und schriftliche Erklärungen einfordern, um das im Brief erwähnte Material auf diese Weise zu bestätigen.

Auf diese Weise wird jeglicher mögliche Verdacht von den Securitateorganen abgelenkt, sie hätten sich im Vorfeld mit dem Fall MÜLLER beschäftigt und die Operation vorbereitet.

Gleichzeitig werden alle feindlichen Elemente, die MÜLLER nahestehen, eingeschüchtert, nachdem die Securitate sich des Falles annimmt und Ermittlungen durchführt; es besteht die Möglichkeit, dass einzelne auf eigene Initiative dem Bischof ihre Solidarität aufkündigen.

3.- Das Konsistorium wird einberufen, um eine Lösung der Situation von MÜLLER herbeizuführen.

Wenn das Konsistorium eine Amtsenthebung MÜLLERs beschließt oder dieser sein Amt freiwillig aufgibt, wird auf eine Festnahme des früheren Bischofs aufgrund des vorhandenen Materials verzichtet und erst nachdem sich die Geister in diesen Kreisen beruhigt haben, wird er verhaftet.

Falls MÜLLER vom Konsistorium nicht seines Amtes enthoben oder zum Rücktritt gezwungen wird, wird er aufgrund der vorhandenen Beweisstücke verhaftet.

Die Tagung des Konsistoriums wird womöglich im Beisein eines Inspekteurs aus dem Kultusministerium stattfinden.

 

X       X

X

 

Bevor der Entlarvungsbrief veröffentlicht wird, muss das Anwerbungsverfahren von Herrmann Alfred, bekannt als ein fortschrittliches Element und besonders empfehlenswert für die Besetzung des vakanten Bischofamtes nach der Entfernung MÜLLERs aus dieser Funktion, abgeschlossen sein.

Herrmann Alfred ist in den Reihen des evangelischen Klerus und der sächsischen Bevölkerung beliebt, gehört seit langer Zeit dem Konsistorium an, hat ein gutes Verhältnis zum Deutschen Antifaschistischen Komitee und ist Mitglied des Regionalkomitees für den Friedenskampf. Während der Illegalität unterstützte er die Rote Hilfe. Es fehlt ihm allerdings an Entschlossenheit und Beherrschung.

Die Verbindung zu Herrmann Alfred wurde von unseren Organen am 14. März 1951 hergestellt, seither lieferte er mündlich brauchbare Hinweise.

Aufgrund objektiver Einschätzungen kann Herrmann Alfred aus eigener Kraft das Bischofsamt einnehmen, denn er ist in den Kreisen des Klerus beliebt und wird von ihnen unterstützt.

Wenn wir anlässlich des allgemeinen Kirchenkongresses, der einzig und allein das Recht hat, einen neuen Bischof zu wählen, feststellen, dass es einige ernsthafte, gegen Herrmann gerichtete Tendenzen geben sollte, intervenieren wir mit unserem Agentennetz und werden neue Anwerbungen von Mitgliedern des Kirchenkongresses vornehmen.

Im Falle einer unvorhergesehenen Wendung entwerfen wir einen neuen Operationsplan.

Anlässlich seiner Anwerbung erhält Alfred Herrmann den Auftrag, in einem Bericht über die Stimmung in den Kreisen des Klerus und den Reihen der evangelisch-lutherischen Gläubigen zu informieren; HERMANN wird nicht auf die Kreise um MÜLLER angesetzt und er erhält auch keine Aufträge im Zusammenhang mit unserem Operationsplan.

Nach der Amtsenthebung des Bischofs MÜLLER entwerfen wir einen separaten Plan hinsichtlich des Verhaltens von A. Herrmann während der erwogenen Infiltrierung in die Führung.

Anlage – Personalbogen von Herrmann Alfred.

Verantwortlich für die Durchführung des Auftrags ist Genosse Major Stănescu H.“

Der Entwurf des Plans stammt von

SECURITATEMAJOR,

(gez.) Stănescu H.

Der Plan wurde genehmigt von

SECURITATEOBERST,

(gez.) Birtaş G.

 

ACNSAS, I 236853, vol. 3, ff. 117-120

[1] Friedrich Schneider, evangelischer Pfarrer. Laut seinem von der Securitate verfassten Personalbogen wurde er im Jahr 1900 geboren und willigte 1948 ein, sich dem Geheimdienst als Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen, In dem Dokument wird hervorgehoben, dass er bewiesen habe, „ein Anhänger des Regimes“ zu sein und die ihm „erteilten Aufträge ausführt“. „Er lieferte kompromittierendes Material zu Bischof Müller, mit dem er nicht befreundet ist“, heißt es weiter. Er ist ein „ängstliches“, „schüchternes, jedoch intelligentes Element, besitzt einen ausgeprägten Beobachtungssinn“. „Er ist unzufrieden mit seiner Besoldung, die er als unzureichend empfindet, er nimmt Geschenke an und bemüht sich, dafür eine Gegenleistung zu erbringen.“(Vgl. Personalbogen vom 20. März 1952, ACNSAS, I 236853, vol. 3, Bl. 132). 

[2] Rum. Livezile, ung. Jád, dt. Jaaden, eine Gemeinde im heutigen Kreis Bistrița-Năsăud.

[3] Vgl. Den Briefentwurf zur Demaskierung von Müller, ACNSAS, I 236853, vol. 3, Bl. 121. Im Plan ist u.a. vorgesehen, kompromittierende Zitate aus den pronazistischen und das Hitlerregime verherrlichenden Artikeln Müllers in den Brief einzubauen. Viele dieser Artikel befinden sich in einem separaten Aktenordner (vgl. ACNSAS, I 236853, vol. 1). 

[4] Dr. Gustav Ernst Göckler (1902-1962), Lehrer in Bistritz / Bistriţa, später Pfarrer in mehreren siebenbürgischen Ortschaften, von 1941 bis 1962 Dechant und Stadtpfarrer von Mediasch. In seinem am 3. März 1952 von der Securitate verfassten Personalbogen heißt es, er habe sich dem Regime gegenüber feindselig verhalten; 1950 habe er der Zeitung „Neuer Weg“ einen Brief geschickt, in dem er „die Manöver der Kriegstreiber verurteilt und dem Kampf der Partisanen des Friedens zustimmt. 1951 rief er die Gläubigen in einem Rundschreiben auf „aktiv an der Tätigkeit der örtlichen Friedenskampfkomitees mitzuwirken“ (vgl. Personalbogen vom 3. März 1952, ACNSAS, I 236853, vol. 3, Bl. 131).

[5] Gustav Joseph Arz (1894-1972), tätig als evangelischer Pfarrer in verschiedenen Ortschaften, von 1931 bis 1958 Geistlicher in Hermannstadt / Sibiu. In seinem Personalbogen steht der Vermerk, er habe sich z.Z. keinerlei feindseliger Handlungen schuldig gemacht, „beziehe Stellung angesichts der Tätigkeit von Bischof Müller und anderer feindseliger Elemente aus der Kirchenleitung“. Ferner heißt es in dem Dokument, er „ist ein Unterstützer des Stadtpfarrers Alfred Herrmann aus Hermannstadt, der bekannt ist, als ein dem Regime gewogenes Element“ (vgl. Personalbogen vom 20. März 1952, ACNSAS, I 236853, vol.3, Bl. 130).

[6] Adolf Bruckner, geb. 1893, von 1947 bis 1964 Stadtpfarrer von Bukarest. Nach dem 23. August 1944 wurde er Mitglied im Verband der Patrioten (Uniunea Patrioţilor), später erfolgte der Eintritt in die Sozialdemokratische Partei. “Er ist kein Anhänger des Regimes, betätigt sich aber auch nicht feindselig, weil er ein ängstliches Element ist“ (vgl. Personalbogen vom 20. März 1952, ACNSAS, I 236853, vol. 3, Bl. 128-129).

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[8 ianuarie 1958. Dr. Petru Groza a încetat din viaţă]


Scînteia, anul XXVII, nr. 4107, 8 ianuarie 1958, p. 1


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[8. Januar 1958. Genosse Dr. Petru Groza aus dem Leben geschieden]

NW, IX. Jg., Nr. 2709, 8. Januar 1958, S. 1


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[10. Januar 1958. Bischof D. Friedrich Müller, Abgeordneter der Großen Nationalversammlung: Menschlichkeit und Verantwortung. Dachzeile: Dr. Petru Groza]

Menschlichkeit und Verantwortung 

Bischof D. Friedrich Müller


NW, IX. Jg., Nr. 2711, 10. Januar 1958, S. 2

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[22. Mai 1990. Ernst Breitenstein gestorben]

Neuer Weg, 22. Mai 1990, S. 3




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Siehe auch - a se mai vedea: 

Johann Böhm: Bischofsvikar Friedrich Müller als Widerständler?, in: Halbjahresschrift - hjs-online, 27. 3. 2009 

Franz-Werfel-Menschenrechtspreis für Herta Müller, in: Halbjahresschrift - hjs-online, 2. 11. 2009


„Dumitrescu“ &; „Breban“, in: Halbjahresschrift - hjs-online, 16. 3. 2011

Geschichten aus dem Kalten Krieg - Din vremurile războiului rece , in:  Halbjahresschrift - hjs-online, 30. 4. 2014

Hannelore Baier: Der Wunschkandidat fällt durch. Securitate und Kultusdepartement manipulieren die Wahl des Hermannstädter Stadtpfarrers. in: Halbjahresschrift für Geschichte und Zeitgeschehen in Zentral- und Südosteuropa, Ausgabe 2023, Band 1 und 2, S. 154-205





Erstellt: 2. 5. 2024 Aktualisiert - actualizat: 4. 1. 2025 15:30 h




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