26.03.2009

Viktor Glondys: Tagebuch



    VERGANGENHEITSBEWÄLTIGUNG




Polemik
Glondys


Zur Geschichte der Rumäniendeutschen




P
O
L
E
M
I
K
Rezension einer Rezension von Ulrich Andreas Wien zum Glondys-Tagebuch veröffentlicht in der "Zeitschrift für Siebenbürgische Landeskunde" Falsch angelegte Demontage führt zur Selbstdemontage
Meine Publikation des Tagebuches von Bischof Glondys hat den Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde dazu veranlaßt, mit einem von Ulrich Andreas Wien gezeichneten Text im Rezensionsteil der "Zeitschrift für Siebenbürgische Landeskunde" [20. (91) Jg., 1997, Heft 2, S. 202-210] prompt zu reagieren. Es ist zeitlich die erste, obendrein auch die einzige Stellungnahme, die durch die Vehemenz ihrer Wortwahl und polemische Ausbrüche auffällt. Indem die Redaktion der "Zeitschrift für Siebenbürgische Landeskunde" den Titel meiner Veröffentlichung mit einer Anmerkung versieht (S. 202), in der sie die vollinhaltliche Drucklegung der Rezension damit begründet, daß ich, nachdem ich genannten Wien schriftlich um eine Rezension gebeten hatte, den Kontakt mit dem Rezensenten nach der Zusendung der Besprechung abgebrochen habe und nicht bereit war, der Zeitschrift ein Rezensionsexemplar zur Verfügung zu stellen, blligt sie doch gänzlich die Ausführungen des Rezensenten. Es entfällt also der auf dem Umschlagblatt der Zeitschrift vermerkte Vorbehalt: Die "mit Namen gekennzeichneten Artikel stellen nicht unbedingt die Meinung der Redaktion dar. Für den Inhalt der Beiträge sind die jeweiligen Autoren verantwortlich". Heißt das also, daß die herabwürdigende Tonlage, in der Bischof Glondys als Verfasser und ich als Herausgeber angegriffen werden, von der Redaktion der Zeitschrift geteilt wird? Ich möchte klarstellen, daß ich zwar Wien veranlaßt habe, eine Rezension zu verfassen, und das im Glauben an Fairneß und Wissenschaftlichkeit. Als ich jedoch die unsachliche und polemisch angelegte Rezension las, in der Wien den Schwerpunkt lediglich auf die Übernahme des Bischofsamtes durch D. Dr. Viktor Glondys kurz nach dem 23. August 1944 und den Querelen zwischen ihm und Müller setzt, womit er bewiesen hat, daß ihm die elementarsten Kenntnisse der historischen Entwicklung im deutschen Siedlungsgebiet von Rumänien und deren Parteigeschichte in der angesprochenen Zeit fehlen, mußte ich von einer Veröffentlichung absehen. In einem mit ihm geführten Telefongespräch stellte ich fest, daß er die Predigt "Wovon und wozu befreit Christus?" von Müller nicht gelesen hatte, fotokopierte ich sie ihm freundlicherweise und schickte sie ihm zu. Neben antisemitischen Äußerungen sagt Müller darin wörtlich: "Und das 'Heil Hitler' wird gerade uns Christen in diesen Tagen zum Gebet. Hier handelt der Führer ganz gewiß als Gottes Werkzeug." Der Glaube an das Charisma Hitlers ist demnach nicht von einem damit korrespondierenden Glauben an die Existenz und Macht Gottes zu trennen. In seinem Glauben an das Charisma Hitlers kreuzt er göttlich-arischen Blutes mit der Sendung durch einen allmächtigen Gott.
Von dem Briefwechsel zwischen Müller und den deutschen Reichsstellen, in denen Müller eindeutig seine politische Einstellung zu erkennen gibt, hat Wien ebenfalls keine Kenntnis. An dieser Stelle sei nur eine Äußerung Müllers aus einem seiner Schreiben an die Reichsstellen wiedergegeben: "In der hiesigen nationalsozialistischen Bewegung ist eine Spaltung entstanden. Eine Gruppe vom Typus der permanenten Revolutionäre unter Führung von Dr. Waldemar Gust hat genau ein Jahr nach dem Röhm-Putsch am 30. Juni d. Js. eine technisch zunächst gelungene Verschwörung gegen den Führer der hiesigen nationalsozialistischen Bewegung, Rittmeister a.D. Fritz Fabritius, durchgeführt. Fabritius hat daraufhin alle aufbauenden Elemente der nationalsozialistischen Bewegung um sich geschart, und die beiden Gruppen stehen nun in heftigstem Kampf gegeneinander. Wenn dieser Zustand lange dauert, wird die Reaktion, die schon Morgenluft wittert, wieder aufkommen und letzten Endes doch das Feld behalten. Über die Folgen einer solchen Wendung brauche ich Ihnen nichts mehr weiter zu sagen, da wir darüber eingehend gesprochen hatten. [...] um zu verhindern, daß durch gut gemeinte, aber falsch angewendete deutsche Unterstützung eine Lage im hiesigen Deutschtum heraufgeführt werde, die letzten Endes die Früchte der Reaktion zum Reifen brächte und unsere Aufgeschlossenheit für die Einwirkungen aus dem Reich lahm legte [...]"(im: Politischen Archiv des Auswärtigen Amtes Bonn, R - 189. Staatssekretär Lammers von der Reichskanzlei übersendet dem Auswärtigen Amt mit Rk. 6304/35 vom 5. August ein Schreiben Müllers vom 19. Juli 1935 zur Kenntnisnahme. Das Schreiben ist im Buch von Johann Böhm: "Die Deutschen in Rumänien und das Dritte Reich 1933-1940", Frankfurt am Main, Berlin, Bern, New York, Paris, Wien: Peter Lang, abgedruckt).
Dieser von Müller verwendete Jargon spiegelt denjenigen der nationalsozialistischen Bewegung im deutschen Siedlungsgebiet von Rumänien wider. Es ist erstaunlich, daß Müller die altbewährte Führung der Siebenbürger Sachsen mit Dr. Hans Otto Roth an der Spitze wie die Nazis als "Reaktion" bezeichnet und befürchtet, daß sie, falls Deutschland nicht eingreift, wieder "das Feld behalten".
Nicht nur diese Feststellungen veranlaßten mich dazu, diese eigenwillige Rezension, die die historischen Fakten und die menschlichen Qualitäten Glondys ignoriert, in unserer Zeitschrift nicht aufzunehmen, sondern auch sein Begleitschreiben vom 9.9.1997 in welchem er sich im Ton vergriff: "Änderungen werde ich allerdings nicht vornehmen. Mit Ihnen zu zanken oder mich mit Ihnen zu balgen, habe ich nicht die Absicht."
Wer die Aufgabe der Religion in dieser Zeit (1933-1949) verkennt, so wie das Wien bewiesen hat, erkennt Politik nicht. Auch die Möglichkeit, daß die politische Wirklichkeit von religiösem Bewußtsein abhängt, ist dadurch gegeben, daß Politik ein Zusammengesetztes ist, daß die Struktur der Gesellschaft stets konstituiert werden muß - ob in Form von Bewahrung oder Veränderung, so wie Glondys das in seinen Aufzeichnungen darstellt. Daß dabei das Bewußtsein von dem, was Realität ist oder sein könnte, das politische Sein bestimmt, hat Wien ebenfalls nicht wahrgenommen. Er hat nicht danach gefragt, wie die Auffassungen und Wahrnehmungen von der deutschen Volksgruppe in Rumänien in das Urteilen und Handeln eingeflossen sind, wie die nationalsozialistischen Ideologen der "völkischen Weltanschauung" Welt und Volk betrachteten, was ihnen das "Wesen" von Volk und Welt bedeutete. Auch den Zusammenhang von Politik und Religion in der Zeit von 1933 bis 1949 hat Wien nicht hinterfragt, sondern sich lediglich mit der Person Glondys - und das aus dem Blickwinkel seiner Gegner - beschäftigt, anstatt sich mit den politischen Phänomenen wie Macht, Institutionen, Ethik, Modelle gesellschaftlicher Existenz, Ideologien usw. unter besonderer Berücksichtigung religiöser Implikationen auseinanderzusetzen.
Daraus ist zu schließen, daß Wien nicht erkannt hat, daß die Siebenbürger Sachsen auf Schritt und Tritt die Tradition, die Gesichtspunkte und Gefühlsmomente vergangener Geschichtsbilder noch immer mit sich herumschleppen. Hinzu kommt aber das überwältigende Gefühl, daß alle bisherigen Maßstäbe auf das Erleben unserer Zeit nicht mehr recht passen wollen. Wir müssen spüren, daß wir uns in einem Umbruch befinden, einem Ende und einem Neubeginn zugleich. Dies erfordert eine völlig neue Sicht und eine geistige Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, in der Einseitigkeit fehl am Platze ist.
Wiens Rezension reiht sich nahtlos in die seit der Veröffentlichung meiner Dissertation "Das Nationalsozialistische Deutschland und die Deutsche Volksgruppe in Rumänien 1936-1944", Peter Lang Frankfurt am Main, Bern, New York 1985, gegen mich geführte Verleumdungskampagne. Dieser Text bedient sich derselben Diversionsmechanismen wie seinerzeit Karl M. Reinerth: Es wird keinerlei Stellung zu objektbezogenen Fragen oder Aspekten bezogen, hingegen eine unwissenschaftliche Textkritik betrieben. Wien ignoriert "traditionsgetreu" die faktische Brisanz der Tagebuchaufzeichnungen sowie meine dokumentarischen Enthüllungen. Hätte Wien die Abschlußworte von Bischof Glondys auf der Sitzung des Landeskonsistoriums und der Dechanten der fünfzehn Kirchenbezirke vom 30. Januar 1934 (Unsere Kirche als Bollwerk der sächsischen Volksgemeinschaft, in: SDT, Nr. 18241, 61. Jg., 2. Februar 1934) gelesen, in denen dieser auf die Bedeutung des bischöflichen Amtes hingewiesen hat und die nationalsozialistischen Kräfte aufforderte, sich vom einsetzenden Machthunger zu distanzieren, weil die "Kollektivrechte des sächsischen Volkes auf der Autonomie unserer Kirche ruhen", hätte er Glondys Einstellung und Arbeit mit anderen Augen gesehen. Seine Motivation ist daher leicht auszumachen: Der Wille zur Verdrängung der nationalsozialistischen Verstrickung der Siebenbürger Sachsen ist noch immer stärker als die Bereitschaft, sich mit der Vergangenheit ernsthaft auseinanderzusetzen.
Wien macht keinen Hehl aus seiner Bewunderung für Friedrich Müller und dessen "Erinnerungen" (1995), ohne dabei eine solide Quellenanalyse gemacht zu haben. Diese Voreingenommenheit veranlaßt ihn im Vorwort und in den Anmerkungen zum "Tagebuch", bei mir eine vorgefaßte Meinung von Bischof Glondys anzuführen, wodurch ich "die vorliegende Textfassung zu beschönigen bzw. zu verwässern" suchte. Schmerzt es Wien und Auftraggeber, daß durch meine Edition weitere Fakten in Umlauf gelangen, die die nationalsozialistische Verstrickung der Siebenbürger Sachsen erneut belegen und ergänzen, und daß die Tagebuchaufzeichnungen von Glondys mit dem reichlich vorhandenen Quellenmaterial, welches Wien nicht hinterfragt hat, im Einklang stehen? Sämtliche Besprechungen meiner Edition sind sich einig über den hervorragenden Zeugniswert der Tagebuchaufzeichnungen sowie der Wissenschaftlichkeit der Edition, lediglich die "Zeitschrift für Siebenbürgische Landeskunde" behauptet das Gegenteil. Z.B. Prof. Dr. Theol. Peter Maser erblickt im "Tagebuch" ein ganz wichtiges Zeugnis der siebenbürgischen kirchlichen Zeitgeschichte (Ostkirchliche Information, in: Siebenbürgische Zeitung, 25. Februar 1998, S. 10); Ralph Hennigs unterstreicht das Verdienst der Herausgeber und Bearbeiter und "Wert und Brisanz der Veröffentlichung" (in: Deutsches Pfarrerblatt 5/98, S. 314; Oldenburger Pfarrerblatt Februar 1998, S. 7-10); Michael Kroner meint, das "Tagebuch" biete, "da wir aus dieser Zeit keine andere Primärquelle von solchem Umfang besitzen [...], viele bisher nicht bekannte Details" und räumt ein, daß "der Forschung eine wichtige Quelle zugänglich gemacht" wurde (Globus 1/98 -hg. vom Verein für das Deutschtum im Ausland, S.28). Derselbe begrüßt in seiner Rezension in der Siebenbürgischen Zeitung vom 15. März 1998, S. 9 das "Tagebuch" als editorisches Ereignis und bescheinigt mir "eine beachtliche editorische Fleißarbeit". Klaus Popa hält den "außerordentlichen dokumentarischen Wert" des "Tagebuches" fest und meint, die Herausgabe war "überfällig" (Karpaten Rundschau, 31. (42.) Jg., Nr. 17 (2448), 1. Mai 1998, S. 3). William Totok findet, daß das "Tagebuch" wichtige Informationen zur rumänischen Geschichte enthält (Altera, Jg. IV, Folge 8, 1998, Tîrgu-Mureº, Rumänien). Die zehnminütige Radiosendung "Mosaik" des WDR vom 14.1.1998 kam zu der Schlußfolgerung, daß das "Tagebuch" von Bischof Glondys eines der wichtigsten Zeitdokumente ist, mir wurde eine fundierte wissenschaftliche Arbeit bescheinigt.
Die "Zeitschrift für Siebenbürgische Landeskunde" steht mit ihrer konträren Einstellung alleine da. Das sollte die Redaktion zur Einsicht gelangen lassen, daß sie dem Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde, dessen Presseorgan sie redigiert, durch ihr voreiliges und anmaßendes Vorsprechen unter der Federführung von Ulrich Andreas Wien einen Bärendienst erwiesen hat.
Wien wirft mir vor, "zur Legendenbildung" beizutragen. Ferner, daß die Edition ein "Versuch eines profanen Kanonisierungsverfahrens" (der Person von Glondys) sei (Zeitschrift für Siebenbürgische Landeskunde, S. 203). Solche Kommentare verdeutlichen, daß Wien und Auftraggeber befürchten, meine Edition könnte eine ihnen unannehmbare Rückbesinnung auf Bischof Glondys und die von ihm vertretene und verkörperte intellektuelle, demokratische, christliche und konservative Weltanschauung und politische Option bewirken.
Der Versuch Wiens, die Lauterkeit meiner Textedition auf textkritischer Grundlage infrage zu stellen, beansprucht insgesamt 3 Spalten (Zeitschrift für Sieb. Landeskunde, S. 204f.). Anhand des Umfanges der durch Bischof Friedrich Müller für den Zeitraum 24. April - 27. Juli 1945 erstellten Typoskriptfassung (die von uns noch zu übersetzen sein wird), die 282 Zeilen lang ist (bzw. sein soll), während in meiner Edition nur 129 Zeilen vorliegen, wird "für die zukünftige historische Forschung die Aufgabe" ausgemacht, "mit der Differenzierung von Lang- und Kurzfassung zu rechnen und diese zu berücksichtigen" (S. 203). Nun werden zukünftige Forschungsaufgaben abgesteckt, jedoch kein Wort über die zentrale Aufgabe historischer Forschung verloren, die personen- und gruppenbezogenen Fakten der Jahre 1933-1945 herauszuarbeiten und zu veröffentlichen. Niemand wird bestreiten, daß es Textunterschiede gibt (oder geben kann), aber die Kernfrage um das "Tagebuch" von Glondys dreht sich nicht um die Konfrontation zweier oder mehrerer Textvarianten, wenn es die überhaupt gibt, sondern um den faktischen Informationswert. Die Positionierung Wiens und seines Auftraggebers, Textfragen Priorität einzuräumen, dient wenigstens zwei erkennbaren Zielen:
a) der von mir veröffentlichten Textvariante die Glaubhaftigkeit zu nehmen;
b) von der kirchen-, personen- und parteigeschichtlichen Brisanz der Textaussagen abzulenken;
Federführer Wien entfesselt auf insgesamt dreieinhalb Spalten (S. 206-208) eine textkritische "Hexenjagd", indem er mir Text- und Anmerkungsversäumnisse nachträgt. Die meisten beanstandeten Schreibungsabweichungen sind näher betrachtet darauf zurückzuführen, daß die Vorlagen jeweils verschiedene Lesarten des in Gabelsberger Kurzschrift verfaßten Urtextes bringen. Die Anmerkungen mit biografischer Bezugnahme verdanke ich den Informationen von Mitarbeitern, die im Editorial, Seite XXVI angeführt sind.
In seiner Voreiligkeit zieht Wien den Schluß, daß das Buch ernsthaft "keine quellenkritische Basis wissenschaftlicher Kirchen- und Profangeschichtsschreibung darstellen" kann (S. 205). Die bereits angeführten Pressestimmen belegen die Fehlerhaftigkeit dieser Einschätzung. Außerdem liefert Prof. Dr. Peter Maser eine kirchengeschichtliche Würdigung. Er betont, "daß die deutsche kirchliche Zeitgeschichtsforschung allmählich auch um jene Aspekte erweitert werden muß, die die verschiedenen Gruppen des deutschsprachigen Protestantismus im östlichen Europa betreffen" (Siebenbürgische Zeitung, 25. Januar 1998, S. 10).
Wien wirft mir ferner vor, "fast sklavisch am Typoskript festgehalten" zu haben. Ich habe den Auftrag von Frau Irmgard Glondys respektiert, das Typoskript in seiner vorhandenen Form zu veröffentlichen. Als Höhepunkt seiner Behauptungen betrachte ich das vorgespielte Bedauern, "daß Böhm im Alleingang und ohne kompetente Konsultationspartner, die sicher der Sache wegen zur Mitarbeit bereit gewesen wären, vorgegangen ist" (S. 209).
Eine voraussichtlich in weiteren Verdrängungsmanövern ausartende Mitarbeit kann ich verständlicherweise entbehren. Die Formulierung "der Sache wegen" ist außerdem so schleierhaft, daß damit kaum das eigentliche Objekt der Mitarbeit, der Informationsreichtum des Tagebuches, gemeint sein kann. Auffallend ist, daß ausgerechnet die Stelle mir Alleingang und Inkompetenz vorwirft, die eine Publikationsofferte von Dieter Braeg ausgeschlagen hat. Daß nun ausgerechnet dort "kompetente Konsultationspartner" säßen, ist äußerst fragwürdig.
Ein weiterer Kritikpunkt Wiens ist mein Umgang mit dem Lebenswandel von Bischof Glondys. Da Wien einseitig für den lebenslangen Widersacher von Glondys, Friedrich Müller, Partei ergreift, ist es nicht verwunderlich, daß er bei Glondys die nationalsozialistische Verstrickung finden möchte, welche eigentlich auf Müller zutrifft. Glondys war es doch, der den rücksichtslosen und ehrabschneiderischen Kampagnen der radikalen Nationalsozialisten ausgesetzt war und unter deren Druck er schließlich sein Bischofsamt aufgeben mußte. Und Müller rettete durch geschicktes Taktieren sein Bischofsamt in die Volksguppenzeit von Andreas Schmidt hinüber. Auch war es nicht Glondys sondern Müller, der 1943 die mit der Volksgruppenführung ausgehandelte Vereinbarung der Kirchenführung unterzeichnete.
Makaber ist die Unterstellung, Glondys sei in den Kriegsjahren geistig eingeschränkt gewesen (S. 209). Diese Behauptung zeigt, wo die eigentlichen "Legendenbilder" stehen. Es handelt sich zweifelsohne um eine Wunschprojektion, die zur Bildung der Legende um die geistige Unzurechnungsfähigkeit von Glondys führte. So etwas kann nur aus dem verleumderischen Repertoire damaliger Glondys-Feinde stammen, das augenscheinlich auch heute noch Früchte trägt. Müller soll laut Wien der unbefleckte, "führende Kopf der innerkirchlichen Opposition gegen die gleichgeschaltete Kirchenleitung" gewesen sein (S. 210). Diese Art der Parteinahme hinterläßt einen bitteren Beigeschmack.
Wien vollbringt schließlich auch das Kunststück, mich in die "Tradition des Kronstädter 'Donnerstagabend', der Glondys als dessen Fanclub geradezu kultische Verehrung entgegenbrachte" (S. 210) zu stellen. Er tut so, als ob die Mitgliedschaft in oder Sympathie für den "Donnerstagabend" und für Glondys ein Vergehen sei und auch heute noch als solches gelte. Das ist eine Stigmatisierung, die Glondys, die liberal-konservativen Kräfte und alle, die Glondys verehrten und heute noch verehren, treffen soll.
Im Punkt des "Donnerstagabend" gibt Wien uns seine geistigen Väter unmißverständlich zu erkennen, woher sie ihr polemisches Instrumentarium beziehen: aus dem schmutzigen Arsenal der radikalsten Gegner und Verleumder von Glondys.
Bis heute nachwirkender Haß und Zorn sprechen aus dem Versuch, den "Donnerstagabend" karrikaturhaft als "Fanclub" von Bischof Glondys zu entwürdigen. Hier treten die Ressentiments, die Wiens Flickwerk speisen, klar zutage und belegen, daß sein Text den Zweck verfolgt, diese Ressentiments abzureagieren auf die Herausgeber des "Tagebuchs" und auf die Wertvorstellungen, die Glondys verkörpert.
Johann Böhm


    Vorwortzu Viktor Glondys' Tagebuch. 
Aufzeichnungen von 1933 bis 1949, AGK-Verlag, Dinklage 1997
Die meisten Tagebücher werden nicht mit dem Ziel einer Veröffentlichung geschrieben; dieses jedoch ist von Anfang an mit dem Gedanken angefertigt worden, es eines Tages zu veröffentlichen.
Dem scharfsinnigen Denker D. Dr. Viktor Glondys, ehemaliger Bischof der deutschen evangelischen Landeskirche Augsburgischen Bekenntnisses (A.B.) in Rumänien von 1932 bis 1941, ist es gelungen, nicht nur die religiös-kirchliche und politische Entwicklung von 1932 bis 1949 im deutschen Siedlungsgebiet von Rumänien kritisch unter die Lupe zu nehmen, sondern vor allem auch diejenige im "Dritten Reich" und in Europa. Sein Tagebuch ist ein fesselndes, authentisches Zeugnis zur deutschen Zeitgeschichte, das nicht nur über die Treffen dieses Bischofs mit den offiziellen Repräsentanten des "Dritten Reiches", seine Reisen in verschiedene Gegenden Deutschlands und Europas und seine Beobachtungen als Vorstandsmitglied im "Lutherischen Weltkonvent" , im Internationalen Verband für Innere Mission und Diakonie sowie als Vorsitzender der deutschen evangelischen Kirchen des südosteuropäischen Raumes Auskunft gibt. Es hält vielmehr auch seine Eindrücke vom alltäglichen Leben während der Nazidiktatur, von den Begegnungen mit den Persönlichkeiten der "Bekennenden Kirche", der "Deutschen Christen" und dem Reichsbischof Müller sowie mit den "gewöhnlichen Leuten" in Nazideutschland und in anderen Ländern Europas fest.
Gegenstand dieses Buches ist daher nicht nur der Autor Glondys, sondern Hitlerdeutschland und seine Ausstrahlung auf die deutschen Volksgruppen außerhalb der Reichsgrenze. Dabei werden mit verblüffender Genauigkeit die Reichskirche, die Bekenntniskirche, die Volkskirche im Umbruch und in der Kontinuität im deutschen Protestantismus von 1933 bis 1945 sowie der Kirchenkampf im "Dritten Reich" und im deutschen Siedlungsgebiet von Rumänien dargestellt. Nicht zu kurz kommt im Tagebuch die Etablierung des Nationalsozialismus in Deutschland, Österreich und im deutschen Siedlungsgebiet von Rumänien sowie die Gleichschaltung der Rumäniendeutschen nach 1940 und deren Auslieferung als "Kanonenfutter" an Hitlerdeutschland. Angesprochen wird auch die Kapitulation Rumäniens am 23. August 1944 sowie die darauffolgende Verschleppung der deutschen Bevölkerung nach Rußland.
All diese Beobachtungen werden nicht in einen engen nationalen Rahmen gesetzt, sondern in den Rahmen "Europa". Mit wachsender Faszination und mit Schrecken beo-bachtet Glondys, wie die Strömungen in der zweiten Hälfte der dreißiger Jahre in Bewegung gerieten, die zum Weltkrieg führen sollten. Primäre Ursachen für den Umbruch des Kontinents waren für Glondys ein Land, Deutschland und seine Deutschen außerhalb der Reichsgrenze, und ein Mann, Adolf Hitler, und seine Helfershelfer.
An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, daß die religiös-kirchliche und politische Lage in Deutschland von jeher einen maßgeblichen Einfluß auf die Verhältnisse bei den Siebenbürger Sachsen hatte. Als der Nationalsozialismus die Religion ersetzen, sie überflüssig machen wollte und seit 1935 aus herrschenden und maßgeblichen Kreisen christentumsfeindliche Äußerungen laut wurden, in denen als Gegensatz zum überlieferten Christentum eine "arteigene" germanische Religion propagiert wurde, widersetzte sich Glondys aufgrund seines reformatorischen Bekenntnisses dieser Tendenz.
Daß es dabei zwischen ihm und einem Teil der kirchlichen Angestellten (Pfarrern und Lehrern), die dem Nationalsozialismus nahestanden, zu erregten Diskussionen und kirchlichen Maßnahmen kam, war für Glondys in seiner Bischofseigenschaft eine Selbstverständlichkeit.
Auch wenn die taktisch-neutrale und konfessionsindifferente Gesamtlinie der Erneuerungsbewegung um Fritz Fabritius bis 1934 von der entschiedenen Abwehr völkisch-neuheidnischer Konzeptionen charakterisiert war, sollte sich das in der Folgezeit ändern. Die Annäherung an nationalsozialistische Strömungen verstärkte sich, obwohl sich die Bewegung in Abkommen und Vereinbarungen mit der Kirchenleitung - auf starken Druck von Glondys - zur Kirche und der Kirchenordnung bekannte. Die Bereitschaft Glondys', mit den völkisch-sittlichen Elementen der Erneuerungsbewegung zusammenzuarbeiten und sie der Kirchenordnung untertänig zu machen, beruht in dieser Phase auf der kirchenpolitischen Zusicherung Hitlers und auf dem Programmpunkt 24 des NSDAP-Pro-gramms ("positives Christentum"). Darum zeigten sich nach der Machtübernahme Hitlers auch bei solchen Geistlichen im deutschen Siedlungsgebiet von Siebenbürgen, die gravierende Vorbehalte gegenüber dem NS-Regime und der sich etablierenden Erneuerungsbewegung hatten, Neigungen, den Nationalsozialismus unter politischen Vorzeichen zu rezi-pieren. Die Gefahren pervertierender pseudoreligiöser Überfremdung politischer Ordnung werden von Glondys kritisch aufgezeigt und von ihm vorerst nur als bedrohliche Möglichkeit dargestellt.
Zum Verständnis des Lesers soll hier darauf hingewiesen werden, daß neben den Problemen der Evangelischen Landeskirche A. B. in Rumänien die der Volksorganisation standen und diese von der Kirchenführung berücksichtigt werden mußten. Die Vertretung der Belange der Siebenbürger Sachsen wurde durch den Volksrat und dessen Kreisausschüsse wahrgenommen. Die Volksorganisation war keine Partei im eigentlichen Sinne innerhalb des parlamentarischen Systems im rumänischen Staat; ihre Vertreter im Parlament und im Senat schlossen sich meistens der Regierungspartei an und konnten so die Interessen der deutschen Bevölkerung vertreten und bewahren. Die Parlamentarier schlossen sich nach 1918 in der "Deutschen Parlamentspartei", die sich nach 1929 "Deutsche Partei" nannte, zusammen. Die führenden Persönlichkeiten der Siebenbürger Sachsen ka-men vor und nach 1918 ausschließlich aus dem akademisch gebildeten Großbürgertum. Das Wahlsystem ermöglichte es ihnen, führende Positionen unter ihren Familien oder Angehörigen zu verteilen, ohne dabei auf Widerstand zu stoßen. Auch die Kandidaten für die "Deutsche Parlamentspartei" wurden offiziell von den Kreisausschüssen gewählt, in Wirklichkeit aber von der Oberschicht des Bürgertums bestimmt. Diese Gruppe der siebenbürgisch-sächsischen Politiker, die im rumänischen Abgeordnetenhaus und im Senat saßen, blieb bis 1940 nahezu konstant.
Die evangelische Landeskirche Augsburgischen Bekenntnisses, an deren Spitze der auf Lebenszeit gewählte Bischof stand, war die Trägerin des Schulwesens und besaß auch darum eine wichtige gesellschaftliche Stellung. Neben dem Obmann des Volksrates war der Bischof der oberste Repräsentant der Siebenbürger Sachsen. Diese hohe Stellung wurde auch von der rumänischen Regierung anerkannt, die ihn zum Senator "ex officio" ernannte. Die Amtsträger der evangelischen Kirche gehörten mit wenigen Ausnahmen auch der Oberschicht (Bürgertum) an und erhielten meistens eine Doppelausbildung als Theologen und Pädagogen. Ein Funktionswechsel war keine Seltenheit, da in kleineren Ortschaften der Lehrer auch den Pfarrer ersetzen mußte und umgekehrt der Pfarrer den Lehrer.
Wenn Anfang 1918 die Siebenbürger Sachsen in politischer und wirtschaftlicher Hin-sicht als eine geschlossene Gemeinschaft erschienen, so sollte sich das in der Folgezeit ändern.
Als Bischof der deutschen evangelischen Landeskirche A. B. in Rumänien vertrat Glondys den Standpunkt, daß Freiheit und Verantwortung untrennbar miteinander verbunden sind und daß Verantwortung jedes Individuum und nicht das Kollektiv zu tragen hat. Diese demokratische Auffassung wurde ihm von seinen Gegnern, die ihm einen diktatorischen Führungsstil vorwarfen, negativ angekreidet,.
Seine Bischofswahl (14. November 1932) fiel in eine Zeit voller politischer Gegensätze und einschneidender Ereignisse im wirtschaftlichen und sozialen Leben der Siebenbürger Sachsen. Glondys' Entschlossenheit, die evangelische Landeskirche aus der finanziellen Verschuldung herauszuführen, die Autonomie der Kirche zu sichern und sie ebenso wie die Schulen mit den notwendigen materiellen Mitteln zu versehen und den nazistischen Umtrieben entgegenzutreten, verlangte von ihm in seiner Eigenschaft als Bischof ein autoritäres Auftreten, das sich jedoch nicht destruktiv, sondern konstruktiv auswirkte. Glondys ist in kirchlichen und öffentlichen Fragen, die die Volksgruppe und ihr Wohl betrafen, nie eigenmächtig vorgegangen. Alle kirchlichen Anordnungen und Vorschriften wurden an die zuständigen Gremien verwiesen, wo sie besprochen und erst nach deren Zustimmung in die Tat umgesetzt wurden. Glondys' Richtung trägt von Anfang an klare Züge: das volkskirchliche Erbe der Siebenbürger Sachsen zu wahren, die Kulturaufgabe der Kirche zu festigen und von fremden ideologischen und religiösen Einflüssen zu bewahren. Dieser Gedankengang schlägt sich auch in seiner Festpredigt bei der Bischofseinführung am 29. Mai 1933 nieder, in der er sich "zum Erbe der lutherischen Lehre und zur sittlich-religiösen Kraft des christlichen Glaubens bekennt" und darauf verweist, daß "zwischen der Erneuerungsbewegung und dem christlichen Glauben kein Zwiespalt aufgerissen werden darf". Dieses bedeutet, daß Glondys schon damals erkannt hat, welche Gefahr die nazistische Erneuerungsbewegung für die Gläubigen in Siebenbürgen bedeutete. Darum war er auch von Anfang an bestrebt, zwischen Kirche und den politischen Gruppierungen eine klare Linie zu ziehen. Dennoch blieb auch Glondys nicht von den völkisch-nationalen Ideen unbeeindruckt. Durch häufige Reisen nach Deutschland, wo er mit den Nazigrößen und Kirchenhäuptern zusammentraf, lernte er die Ideologie unmittelbar kennen. Von diesem Beobachtungsposten aus sah er die europäischen Demokratien straucheln. Aber er beobachtete auch, wie Hitler - mit Zynismus agierend, voller Entschlossenheit und Klarheit in seinem Programm - von Sieg zu Sieg eilte, wie er Deutschland einte und bewaffnete, wie er seine Nachbarn vernichtete und annektierte. All dies beeindruckte Glondys nicht unwesentlich. Daraus ist auch seine anfängliche Bereitschaft zu erklären, mit der nazistischen Erneuerungsbewegung um Fritz Fabritius zusammenzuarbeiten. Jedoch erfolgte sie mit dem Zweck, sie der Kirchenordnung zu unterstellen und sie für die Kirche und für die Volksgruppe fruchtbar zu machen. Die protestantische Tradition bei den Siebenbürger Sachsen entsprach zudem der Vorstellung einer starken Obrigkeit mit enger Verbindung von Altar und Volksführung. Dieser wollte Glondys treu bleiben und sie nicht dem nazistischen Kadavergehorsam aussetzen. Für viele Pfarrer und Lehrer entstand eine paradoxe Situation. Die Mehrzahl stellte sich anfangs auf Glondys' Seite, als die Erneuerungsbewegung versuchte, die Kirchenführung (das Landeskonsistorium) der Bewegung untertänig zu machen.
Die kategorische Ansicht Glondys' war, daß eine friedliche Zusammenarbeit nur dann möglich sei, wenn die Führung der Erneuerungsbewegung sich verpflichte, keine Forderungen an die Mitglieder der evangelischen Landeskirche A. B. zu richten, die mit der kirchlichen Verkündigung, der Kirchenordnung und den sonstigen Vorschriften im Widerspruch stünden.
Da Deutschland zu dieser Zeit keine offenen Konflikte mit Rumänien heraufbeschwören wollte, wurde Fritz Fabritius, Führer dieser Bewegung, in einem Schreiben von Rudolf Heß 1933 aufgefordert, mit den anderen politischen Gruppen und vor allem mit der Kirchenleitung eine friedliche Zusammenarbeit anzustreben, was jedoch nicht respektiert wurde.
Als dann die "Nationalsozialistische Selbsthilfebewegung der Deutschen in Rumänien" (NSDR) von Fritz Fabritius auf dem 5. Sachsentag (Oktober 1933) die absolute Mehrheit im Volksrat erringen konnte, versuchte der neue Volksrat von Siebenbürgen, die deutsche Presse im Siedlungsgebiet zu unterdrücken, was zu einem zeitweiligen Verbot (29. November 1933) der Bewegung durch die rumänische Regierung führte. Bereits 1934 änderte die NSDR ihren Namen in "Nationale Erneuerungsbewegung der Deutschen in Rumänien" (NEDR) um. Trotz ihrer exponierten Stellung begann sie einen offenen ideologischen Kampf gegen all diejenigen, die nicht in ihrem Lager standen, und gegen die Kirchenleitung. Als Glondys während seiner Ansprache auf der Volksratssitzung am 22. Januar 1934, in der er versuchte, die rivalisierenden Gruppen (NEDR und die Konservativen um Dr. Hans Otto Roth) zu versöhnen, vom Chefideologen der NEDR, Dr. Waldemar Gust, durch Zwischenrufe gestört wurde, verließen er und die Mehrheit des Volksrates den Saal. Dieser Zwischenfall war der Start zu einer leidenschaftlichen Auseinandersetzung zwischen den rivalisierenden politischen Gruppen und der evangelischen Kirche. In der Flugschrift "Zur Klarstellung der Lage. Ein Wort an alle Siebenbürger Sachsen" (erschie-nen im Siebenbürgisch-Deutschen Tageblatt vom 24. Februar 1934) erläuterte Glondys den Tatbestand und machte gegen die nazistischen Methoden der NEDR-Führung Front. In eindrucksvollen Kundgebungen stellten sich die Bezirkskonsistorien, die Presbyterien der Kirchengemeinden sowie viele Einzelpersonen hinter ihren Bischof.
Wenn Glondys bis zu diesem Ereignis ein gewisses Vertrauen in die neuen Verhältnisse signalisierte, so ermahnte er von nun an die Gläubigen zur Treue zur rechtmäßigen Obrigkeit (gemeint war damit die Kirchenleitung).
Die Mehrheit der Pfarrer, der Lehrer und der Siebenbürger Sachsen widersetzte sich den Versuchen der NEDR, die sich gegen traditionelle Selbstverwaltungsstrukturen der Landeskirche und kirchlicher Vereine richteten, und lehnte die autoritär-diktatorisch agierenden Führer der Bewegung ab. Darum forderte Glondys die Angestellten der Kirche (Pfarrer und Lehrer), die Mitglieder der Erneuerungsbewegung waren, auf, ihre Mitgliedschaft ab sofort zu kündigen. Er drohte gleichzeitig mit der Amtsenthebung, die er dann auch durchsetzte.
Die Landeskirche war von nun an in zwei Lager gespalten. Die Fronten waren durch die Anhänger der NEDR, die immer mehr in grundsätzliche Opposition zu Glondys und Kirchenleitung gerieten, bestimmt. Darum mußte Glondys, seinem Gewissen verpflichtet und oft ganz auf sich gestellt, mit allen Mitteln gegen geplante Übergriffe der NEDR-Führung ins kirchliche Leben und schließlich gegen die praktizierte nationalsozialistische Ideologie kämpfen. Dabei wendete er sich auch gegen einen christlichen Glauben, der sich mit "neuheidnischen Irrlehren" vermischte. Dazu gehörte die Forderung nach einem "hel-dischen Jesus" ebenso wie das Verlangen nach "artgemäßem" Glauben, gegründet auf "Rasse, Volkstum und Nation".
Glondys' selbstbewußtes Auftreten gegen derartige Auffassungen veranlaßte den "Völkischen Beobachter" vom 25. August 1934, ihn und den Landeskirchenkurator Dr. Hans Otto Roth als "Verräter an der deutschen Sache" darzustellen. Die alltäglich inszenierten Angriffe der NEDR-Führung gegen die Kirchenleitung schreckten die Mehrheit der Pfarrer und der Mitglieder der Kirchengemeinden auf.
Mit brennender Sorge und steigendem Befremden beobachtete Glondys die Tendenz der Erneuerungsbewegung, die darauf zielte, die Kirchenleitung ihrer ideologischen Auffassung anzupassen. Diese Praktiken veranlaßten ihn, die Mitglieder des Landeskonsistoriums in der Sitzung vom 2. März 1934 auf die Mißstände aufmerksam zu machen. Er bewirkte, daß das Landeskonsistorium dem Rundschreiben Z. 1268/1934 zustimmte, in dem den Angestellten der Kirche und Schule sowie den Mitgliedern der kirchlichen Körperschaften empfohlen wurde, ihre "parteimäßigen Bindungen zur NEDR sowie zu anderen Parteien und Bewegungen zu lösen". Dieses energische Durchgreifen veranlaßte die NEDR-Führung zu einer Vereinbarung mit dem Landeskonsistorium, die im Rundschreiben Z. 1486 vom 16. März 1934 bekanntgegeben wurde. Die NEDR verpflichtete sich, "an die Mitglieder der evangelischen Landeskirche A. B. in Rumänien keine Forderungen zu richten, die mit der kirchlichen Verkündigung oder mit den aus der Kirchenordnung und den Vorschriften der evangelischen Landeskirche A. B. in Rumänien fließenden Verpflichtungen im Widerspruch stehen". Alle Angestellten der evangelischen Landeskirche mußten eine Erklärung abgeben, in der sie erklärten, "daß sie Anordnungen, die im Widerspruch mit der vorliegenden grundsätzlichen Vereinbarung stehen, für sich nicht anerkennen...". Die oben angeführten Rundschreiben wurden an alle Bezirkskonsistorien, Bezirksdekanate, Presbyterien (Kirchenräte), Pfarrämter, an das Diasporapfarramt sowie an die Leitungen der Schulen mit dem Ziel geschickt, sie den kirchlichen Angestellten bekanntzugeben.
Eine bestimmte Anzahl von Pfarrern und Lehrern war aber in der Folgezeit nicht bereit, auf Konfrontationskurs zur nazistischen Erneuerungsbewegung zu gehen. Sie blieb zu Kompromissen geneigt, auch als die Bewegung versteckte Eingriffe in die Rechte der Kirche erhob. Statt der energischen Auseinandersetzung mit importierten Methoden und Zielen nationalsozialistischer Politik aus Deutschland, die Bischof Glondys immer wieder forderte, beließen diese es bei einem gleichgültigen Verhalten. Man dürfe das kirchliche Leben nicht gefährden und noch mehr erschweren, lautete ihr Argument. Geistliche wie Konrad Möckel, Stadtpfarrer von Kronstadt, und Dr. G. W. Seraphin, Pfarrer in Rosenau, u.a., die immer wieder auf eine entschiedenere Politik drängten, waren die Ausnahme.
Die Erfolgsmeldungen Deutschlands, die in allen deutschen Tageszeitungen im deutschen Siedlungsgebiet von Rumänien abgedruckt wurden, trugen in einem wesentlichen Maße dazu bei, daß die NEDR immer mehr an politischem Gewicht gewann, was zur Fol-ge hatte, daß sich innerhalb dieser nazistischen Bewegung ein radikaler und ein gemäßigter Flügel bildete. Fabritius, Führer der NEDR, gehörte dem gemäßigten Flügel an. Ihm ging es in erster Linie darum, die Unabhängigkeit seiner Bewegung durch Eingriffe aus dem Reich zu verteidigen, was zum Einschwenken der alten Führungskräfte beitrug, weil diese den Zwist innerhalb der Volksgruppe und mit Bischof Glondys beilegen wollten. Der gemäßigte Flügel der NEDR schloß sich mit dem gemäßigten Flügel der Konservativen um Dr. Hans Otto Roth am 29. Juni 1935 in dem "Verband (Volksgemeinschaft) der Deutschen in Rumänien" (VDR) zusammen. Fritz Fabritius übernahm den Vorsitz des neuen Verbandes. Der radikale Flügel um Dr. Alfred Bonfert, Dr. Waldemar Gust, Herwart Scheiner und Fritz Cloos gründete am 14. Juli 1935 die radikal-nazistische "Deutsche Volkspartei in Rumänien" (DVR). In der Folgezeit entbrannte zwischen den beiden politischen Gruppierungen (VDR und DVR) ein heftiger Kampf um die Ausübung der Führung innerhalb der deutschen Volksgruppe in Rumänien und spaltete daher die deutsche Bevölkerung in zwei entgegengesetzte Lager, was sich negativ auf das geistige und kulturelle Leben der Deutschen auswirkte.
Am 14. Januar 1936 traf die evangelische Landeskirche A. B. mit dem Volksrat der Deutschen in Rumänien eine Vereinbarung bezüglich der Durchführung des "Volkspro-gramms der Deutschen in Rumänien" aus dem Jahr 1935. Der Volksrat verpflichtete sich, "die Eigenständigkeit (Autonomie) der evangelischen Landeskirche A. B. in Rumänien" sowie die "Kirchenordnung" anzuerkennen und zu respektieren. Die radikal-nazistische DVR jedoch nahm gegen die Kirchenführung und ganz besonders gegen Bischof Glondys eine aufwieglerische Haltung ein, was diesen veranlaßte, aufrührerische Pfarrer und Lehrer sowie Kandidaten und Studierende der Theologie und des Lehramtes, die Mitglieder der DVR waren, laut Rundschreiben Z. 924 vom 14. Februar 1936 ihres Amtes zu entheben, falls diese ihre Zugehörigkeit zur DVR nicht lösten. Bevor Glondys sich zur Amtsenthebung entschloß, regte er ein seelsorgerisches Gespräch mit den Betroffenen an, um diese von ihrem Irrweg abzuhalten. Einige Betroffene widersetzten sich dem "Verbot der Zugehörigkeit zu politischen Gruppen und Parteien" und einem Gespräch und wurden somit aus ihrem Amt entfernt. Diese schlossen sich nun in der "Kampfgemeinschaft der enthobenen Angestellten" innerhalb der DVR zusammen und sagten der evangelischen Landeskirche einen offenen Kampf an. Die Kampfgemeinschaft berief eine "Ordenswo-che" in Großschenk ein, wo sich deren Mitglieder zur "neuen Kirche" im Sinne der nationalsozialistischen Weltanschauung bekannten und daher in die Geschichte der evangelischen Landeskirche A. B. in Rumänien als die sechzehn Apostel der "neuen Kirche" eingingen.
Die "Kampfgemeinschaft" nutzte das Disziplinarverfahren aus und führte, unterstützt von der DVR-Führung, eine intensive Verleumdungspropaganda gegen Glondys und die Kirchenleitung durch. In den Kirchengemeinden begann sie, werbende Vorträge zu halten, und gleichzeitig sammelte sie Unterschriften gegen das Rundschreiben Z. 924/1936. Die obere Kirchenleitung - und ganz besonders Glondys - rief alle verantwortungsbewußten Deutschen auf, für die Lokalisierung dieser Nazihetze entschlossen einzutreten.
Obwohl Bischof Glondys Pfarrer und Lehrer sowie Mitglieder des Landeskonsistoriums warnte, ließen sich diese vom scheinheiligen Verhalten der nazistischen Gruppierungen (DVR und VDR) täuschen, weil diese sich immer wieder zur Kirche bekannten.
Die Warnung, sich nicht in die tagespolitischen Probleme einzumischen, war innerhalb der evangelischen Landeskirche nichts Neues. Bereits vor der Jahrhundertwende forderte Bischof Friedrich Teutsch die Geistlichen auf, sich der angeregten Auseinandersetzung zwischen den "Schwarzen" und den "Grünen" fernzuhalten. Die Anwendung und Durchführung des Rundschreibens des Landeskonsistoriums Z. 924/1936 war daher nichts Ungewöhnliches, sondern ein Gebot der Stunde, um die Kirche vor den Übergriffen der nazistischen Erneuerungsbewegung zu schützen. Trotzdem gab es eine breite Schicht von Geistlichen und Lehrern, die eine klare Stellungnahme im Kampf zwischen Kirche und Erneuerungsbewegung zu vermeiden versuchten. In der Tat stand es in völligem Widerspruch zu den Traditionen des Luthertums, der staatlichen (öffentlichen) Obrigkeit widersprechen zu müssen. Es war aber ein weiter Weg vom herkömmlichen Untertangehorsam des frommen Luthertums bis zum Widerstand gegen die nationalsozialistischen Gruppierungen DVR und VDR. Darum versuchte die Mehrheit, einen völligen Bruch mit der VDR zu vermeiden; gegen die Hetzkampagne der DVR wurde jedoch Front gemacht. Doch mit den Jahren mußten immer mehr Gläubige, Theologen wie Laien, einsehen, daß eine scharfe Trennung von Kirche und Volksgemeinschaft, von der täglichen Politik und der Religion, angesichts des Totalitätsanspruchs der nationalsozialistischen Ideologie und somit auch der DVR und VDR, eine Illusion war.
Daß die rivalisierenden politischen Gruppen in ihrem oppositionellen Verhalten der Kirche gegenüber manchmal auch unsachliche Argumente vorbrachten und daher in manchen Situationen Unklarheit herrschte, war für die damalige Zeit charakteristisch.
Die innervölkischen Auseinandersetzungen beanspruchten Glondys nicht vollständig. Während eines Vortrages vor dem "Bürgerabend" in Hermannstadt am 7. Februar 1936 und einem Bürgerabend in Hammersdorf bei Hermannstadt im April nahm er zur Lage der Landeskirche Stellung. Er versuchte, den Anwesenden die für die Landeskirche in Frage kommenden Gesichtspunkte und die daraus resultierenden Aufgaben deutlich zu machen. Zuerst wies er auf die schwierige wirtschaftliche Lage der Kirche und auch auf die Erfolge während seiner Amtszeit hin. Besondere Aufmerksamkeit schenkte er dem Schulwesen und der Autonomie der Kirche. Dabei stellte er sich ganz auf den Boden der volkskirchlichen Überlieferung und nahm eine entschlossene Haltung gegen den politischen Zwist, der sich negativ auf die Deutschen Siebenbürgens auswirken würde, sowie gegen Pfarrer und Lehrer, die in der Jugenderziehung das Bekenntnis zum Christentum ablehnten und es als eine "undeutsche" und "widerdeutsche Sache" darstellten, ein. Er erklärte, die Volkskirche könne solche Zustände nicht dulden, weil sie sich dadurch selbst aufgeben würde.
"Beziehungen zu gewissen Gruppen", die gegen die Kirche agierten, müßten abgebrochen werden. Glondys wies auch nachdrücklich darauf hin, daß eine Kirche nicht auf Dauer aufrechterhalten werden könne, wenn sie sich bloß als eine Einrichtung zum Schutz von volksorganisatorischen Problemen und Formen verstehen würde. Er versäumte auch nicht, die überspitzten Formulierungen des völkischen Gedankens anzusprechen, und sagte auf dem Gemeindeabend in Hammersdorf, daß innerhalb der evangelischen Landeskirche ungarische und slowakische Glaubensbrüder auch Heimatrecht hätten. Danach sprach er die Arbeit und die Aufgaben des internationalen Protestantismus und dessen Verbände an, die zur äußeren Festigung der evangelischen Kirchen beitrügen. Die evangelische Landeskirche A. B. in Rumänien, die innerhalb dieser Verbände eine wichtige Aufgabe zu erfüllen habe, sei auf die "zusammengeschlossene Kraft des Christentums in der Welt" angewiesen und gleichzeitig aufgefordert, in den großen Weltverbänden des evangelischen Christentums mitzuarbeiten.
Ausgehend von dieser Einstellung sagte Glondys während eines Vortrages vor der Honterusgemeinde unter anderem folgendes: "Es ist eine Torheit, wenn gegenüber der zusammengeballten Kraft der organisierten Gottlosenbewegung von seiten der Kirche nichts geschieht, abgesehen davon, daß es eine Pflichterfüllung ist. Nun wird unsere Kirche verleumdet, sie arbeite mit an einer neuen Internationale. Nein, sondern sie arbeitet mit an der großen Front des Christentums gegenüber der organisierten Gottlosigkeit. Das ist die Wahrheit. Und ich kann hinzufügen, die kleine Sachsenkirche war berufen, diese Front entscheidend zu fördern. Die großen Solidaritätskundgebungen von 80 Millionen Lutheranern und von 180 Millionen Protestanten sind erfolgt über Anregung der kleinen Sachsenkirche. Und in diesen großen Verbänden muß das Wesen und die Aufgabe des volkskirchlichen Aufbaues erörtert und dem Verständnis nahegebracht werden. Die Arbeit in diesen Verbänden trägt nicht nur dazu bei, uns in den Blickpunkt einer nach Hunderten von Millionen zählenden Protestantenschar zu rücken, uns Schutz zu geben, sondern auch dazu, das Bündnis für die Pflicht einer evangelischen Kirche gegenüber dem Volk zu wecken und Assimilierungsbestrebungen gegenüber aufzutreten."
So hatte die Kirche gleichzeitig auf dem geistigen Gebiet gegen das nationalsozialistische Neuheidentum, das besonders von Geistlichen, die der radikal-nazistischen DVR nahestanden, vertreten wurde, und auf dem politischen Sektor gegen Amtsanmaßungen von Führungspersönlichkeiten der DVR und VDR zu kämpfen. Trotz dieser hemmenden Tendenzen innerhalb der Volksgruppe können die Jahre 1937/1938 als Höhepunkte in Glondys Bischofsaktivität, aber zugleich auch als seine schwersten bezeichnet werden.
Ein Höhepunkt seiner Bischofskarriere war die 36. Landeskirchenversammlung vom Juli 1938. In seiner Eröffnungsansprache konnte Glondys mit Genugtuung darauf hinweisen, daß unter seiner Regie die "Unbotmäßigkeit" im wirtschaftlichen Bereich "gegen-über den selbstgegebenen kirchlichen Ordnungen, die stellenweise geradezu schon in eine Anarchie im Taxenwesen übergegangen war", beseitigt werden konnte. Die Schulden der Landeskirche konnten "in diesen fünfeinhalb Jahren von über 37 Millionen Lei auf etwa 12,5 Millionen Lei" gesenkt werden. "Die früheren jährlichen Fehlbeträge von 5 bis 6 Millionen Lei sind seit einer Reihe von Jahren völlig verschwunden." In seiner Ansprache ging er auch auf die Schwierigkeiten bei der Sammlung der Kräfte innerhalb der Volkskirche ein und betonte: "Was das Ausschlaggebende ist, ist die innerliche Bejahung der Volkskirche als Kirche um der entscheidenden Bedeutung ihrer Botschaft willen, also die seelisch-geistig-glaubensmäßige Verbundenheit mit ihr, das Werden einer wirklichen Glaubensgemeinschaft auf dem Boden des Evangeliums. Denn ohne diese Glaubensgemeinschaft gibt es überhaupt keine Kirche, sondern höchstens eine ihres eigentlichen Geistes entkleidete völkische Organisation neben anderen."
Als großer Erfolg der Landeskirchenversammlung kann auch die Kundgebung des Gauobmanns Dr. Helmut Wolff gewertet werden, der das "kirchliche Arbeitsprogramm" des Freundeskreises um Fritz Fabritius (VDR) bekanntgab. Somit wurde ein wesentlicher Schritt auf dem Wege der Sammlung der Kräfte um die Kirche getan, der jedoch von nicht langer Dauer sein sollte.
Die Arbeiten an einem kirchlichen Schulungsheim in Heltau, das der volksmissionarischen Arbeit im südosteuropäischen Raum dienen sollte, standen ebenfalls vor der Fertigstellung. So konnte die Landeskirchenversammlung auf eine Anzahl von Erfolgen hinweisen und beschloß auch eine Reihe von Vorschriften für die innere Ordnung des kirchlichen Lebens, die längere Zeit ihre Rechtsmäßigkeit beibehalten sollten.
Ein prüfender Blick in die auswärtigen kirchlichen Ereignisse dieser Jahre läßt die evangelische Landeskirche A. B. in Rumänien in einem helleren Licht erscheinen, vor allem im Vergleich zur evangelischen Kirche in Deutschland, wo im Jahr 1937 der Kirchenkampf seinen Höhepunkt fand: Kollektenverbot für die Bekennende Kirche, Schließung freier theologischer Hochschulen, weitere Verhaftungen von Pfarrern und Kirchenjuristen wegen angeblichen Ungehorsams gegen die Staatsgesetze. Am 1. Juli 1937 wurde Pastor Niemöller verhaftet. Er sollte bis Kriegsende trotz wiederholter kirchlicher Fürbitte nicht mehr auf die Kanzel zurückkehren. Dieses Einschreiten setzte der deutschen evangelischen Kirche gewisse Schranken, so daß ihre Vertreter an der Weltkirchenkonferenz in Oxford 1937 nicht teilnehmen konnten. Die evangelische Landeskirche A. B. in Rumänien wurde jedoch vom Kronstädter Stadtpfarrer, Dr. Konrad Möckel, vertreten. Da in der Entschließung der Konferenz gegen die Kirchenführung in Deutschland schwere Vorwürfe erhoben wurden, wurde die Teilnahme der Kirche durch Pfarrer Möckel von der radikal-nazistischen DVR heftig angegriffen. In einem Aufsatz in der "Deutschen Tageszeitung" vom 8. August 1937, Seite 3, warf Herwart Scheiner die Frage auf, "warum die evangelische Landeskirche A. B. in Rumänien den seit Jahrhunderten bewährten geistigen Gleichschritt mit der Deutschen Evangelischen Kirche heute verrät". Glondys hielt dem entgegen und verwies auf die Zustimmung der Teilnahme der evangelischen Landeskirche durch das kirchliche Außenamt der evangelischen Kirchen Deutschlands in Berlin.
Die evangelische Landeskirche in Rumänien wurde nun vor die Frage gestellt, ob sie von nun an den Weg der Bekenntniskirche in Deutschland einschlagen solle. Da aber die Bekennende Kirche in Deutschland gegen staatliche Zwangsmaßnahmen kämpfen mußte, die den Zweck verfolgten, die evangelische Kirche in Deutschland unter Kontrolle zu bringen und gefügig zu machen, waren derartige Tendenzen von seiten des rumänischen Staates nicht zu spüren.
Ein weiterer Umstand, der nicht außer acht gelassen werden darf, war die verworrene Lage im deutschen Kirchenkampf. Glondys erkannte diese und entschloß sich, die evangelische Landeskirche A. B. in Rumänien und die anderen auslandsdeutschen evangelischen Kirchen von einer zielstrebigen Parteinahme fernzuhalten. Für diese Haltung sprach auch das Abkommen mit der VDR-Führung vor der 36. Landeskirchenversammlung, das nicht mehr rückgängig gemacht werden konnte. Glondys ging daher von der Annahme aus, daß "Weltanschauung" und religiöser Glaube streng zu unterscheiden seien. Weil aber der Nationalsozialismus den Totalitätsanspruch der "Weltanschauung" beanspruchte, wurde die Unterscheidung in der darauffolgenden Zeit in Frage gestellt.
Da die Auseinandersetzungen zwischen den rivalisierenden Gruppen und der evangelischen Landeskirche immer wieder neu entbrannten und der Streit immer heftiger wurde, sah Glondys sich in seiner Eigenschaft als Bischof gezwungen, schlichtend einzugreifen. Die Notwendigkeit dieses Eingreifens leitete er aus der christlichen Grundposition ab, daß die Kirche an die Stelle der Volksführung treten muß, wenn diese zu wenig an Ordnung und Recht verwirklicht. Seine diesbezüglichen Bestrebungen konnte er in seiner Amtszeit zum Teil in die Tat umsetzen.
Als aber in der zweiten Jahreshälfte 1940 eine gänzlich neue politische Konstellation entstand und Andreas Schmidt von der SS-Zentrale Berlin Ende September 1940 als neuer Volksgruppenführer der Deutschen in Rumänien eingesetzt wurde, änderte sich die Situation. Bereits bei der Gründung der NSDAP der Deutschen Volksgruppe in Rumänien (NSDAP der DVR) am 9. November 1940 verkündete Schmidt, daß die neue Partei, die auf Druck Hitlerdeutschlands per Dekret von der faschistischen Antonescu-Regierung als juristische Person des öffentlichen Rechtes anerkannt wurde, der alleinige Willensträger der Deutschen Volksgruppe in Rumänien sei. Daß Glondys nicht mehr in dieses machtpolitische Konzept hineinpaßte, war verständlich. Seine Widersacher, mit Pfarrer Staedel und den sogenannten Aposteln der "neuen Kirche" an der Spitze, waren nun am Zuge und zögerten keinen Moment, Glondys von seinem einflußreichen Amt zu beseitigen und ihn wegen seiner ablehnenden Haltung gegenüber der nationalsozialistischen Ideologie und deren Einfluß ins kirchliche Leben zu demütigen.
Mit Andreas Schmidt kamen die "extremen" Nationalsozialisten an die Macht, deren Ziel es war, alle früheren bewährten Politiker zu beseitigen und die deutsche Volksgruppe gleichzuschalten. Da die Nationalsozialisten nun auch im Landeskonsistorium die Entscheidungsgewalt erobert hatten und Glondys sie in ihren kirchenfeindlichen Entscheidungen gebremst hätte, wird deutlich, warum er als Bischof ausgeschaltet werden mußte.
Nach seiner Rückkehr aus dem Krankenurlaub (30. November 1940) lehnte er eine ultimative Aufforderung (9. Dezember 1940) des Gauleiters von Siebenbürgen, Dr. Helmut Wolff, sein Bischofsamt niederzulegen, ab. Daraufhin erschien am 11. Dezember, um 12:30 Uhr, Stabsführer Andreas Rührig bei Glondys und legte diesem im Namen Andreas Schmidts nahe, sein Amt freiwillig niederzulegen, andernfalls sehe sich der Volksgruppenführer zu einer zwanghaften Amtsenthebung genötigt. Da er sich dem Verlangen Schmidts, der die Funktion eines Nazi-Verwalters im deutschen Siedlungsgebiet von Rumänien zu erfüllen hatte, nicht widersetzten konnte, legte Glondys mit widerwilliger Zustimmung sein Amt nieder.
Dazu sagt Irmgard Glondys: "Die Intervention von Dr. Hans Otto Roth, mit der er meinem Schwiegervater zusetzte, vom Bischofsamt zurückzutreten, hat dabei eine wesentliche Rolle gespielt."
Mit der Einsetzung Staedels, des Kulturamtsleiters der radikal-nazistischen DVR, als Bischof der evangelischen Landeskirche A. B. in Rumänien (16. Februar 1941) begann eine der dunkelsten Perioden in der Geschichte der evangelischen Landeskirche. Die Kirche wurde zum Handlanger einer nazistischen Volksgruppenführung und verlor somit ihre Eigenständigkeit. Mit Unterstützung der Kirche wurden die deutschen evangelischen Kirchengemeinden in Rumänien ebenso wie in Deutschland politisch entmündigt und entrechtet und damit zu Untertanen gemacht. Schmidt, der in Deutschland im Geiste des Nationalsozialismus geschult worden war, schaltete Individualismus, Liberalismus und Demokratie aus. Die großen Werte und Ideale der demokratischen Einstellung der Siebenbürger Sachsen sowie die Idee der Humanität, für die sich Glondys in seiner Amtszeit eingesetzt hatte und sich auch nach 1941 einsetzte, fanden bei Schmidt und seinem Nazi-Stab kein Verständnis. Dieses zeigt, daß sowohl für Schmidt wie für jene, die seine Nazipläne ausführten, der Wille bestand, sich der menschenfeindlichen Ideologie des Nationalsozialismus unterzuordnen. Wie diese Unterordnung mobilisiert wurde und welche verheerende Form sie dann annahm, wurde von einem ganzen Esemble von Faktoren be-stimmt: materielle, situationsbedingte, strategische und ideologische, die Glondys in seinem Tagebuch ausführlich darstellt und entwickelt.
Die Volksgruppenführung ergriff, was Glondys' Entfernung aus dem Bischofsamt anbelangte, widersprüchliche Maßnahmen. Das geschah vermutlich mit der Absicht, den wahren Grund der Amtsbeseitigung zu vertuschen. Glondys wurde sogar eine angemessene Pension und eine Ehrenzulage versprochen; nach eigenen Aufzeichnungen hat er sie jedoch nie erhalten.
Welche Richtung die neue Kirchenführung mit Bischof Staedel einschlug, geht aus einer Ansprache, die dieser bei einem Amtsbesuch beim Volksgruppenführer Andreas Schmidt machte (vgl. Fußnote 591 und Bild auf Seite 343), hervor. Nach der Anlegung des Bischofskreuzes am 23. März 1941 sagte Staedel unter anderem: "Wie wirklichkeitsnahe sind die Worte des Führers: 'Mein christliches Gefühl weist mich hin auf meinen Herrn und Heiland als Kämpfer [...] Als Christ [...] habe ich die Verpflichtung, ein Streiter zu sein für die Wahrheit und für das Recht'. Der Querbalken des Kreuzes bedeutet somit nicht das 'Nein' der Unfruchtbarkeit, sondern das 'Nein' des Kämpfers wider alle dunklen Mächte, geboren aus dem 'Ja' des Glaubens an ein besseres und höheres Leben. [...] Da stürmt der Kämpfer - wie gerade auch heute - oft mit der Waffe in der Hand todtrotzend voran und wehrt sich bis zum letzten Hauch. Die Frau wartet in tätiger Treue zu Hause, und wenn ihr Liebster im Sturme fällt, dann kommt für sie auch bei stolzer Trauer ein geduldiges Stillhalten unter der wuchtigen Hand des Schicksals. [...] Und wenn sie einem Kinde zum Dasein hilft, so ist das wieder leidendes Heldentum."
Staedel und die Nazi-Clique um Andreas Schmidt gingen so weit, daß sie Glondys öffentliche Auftritte untersagten, weil sie befürchteten, er könne ihnen gefährlich werden. Nur einige konservativ und liberal denkende Bürger aus Kronstadt und Hermannstadt, die auf Glondys Seite standen, waren von Anfang an gegenüber der Volksgruppenführung unter Andreas Schmidt skeptisch eingestellt; aber auch sie zogen sich nach 1941 immer mehr in die innere Emigration zurück. Nur in Anwesenheit Glondys wurden politische und religiöse Ereignisse sowie Lebensumstände kritisch kommentiert. Angesichts des augenscheinlichen Erfolges Nazideutschlands hatte auch diese letzten Anhänger eine Art Lähmung befallen, und so mußte Glondys sein schweres und erniedrigendes Schicksal alleine durchstehen.
Als dann der rumänisch-alliierte Waffenstillstand und das offizielle Ausscheiden Rumäniens als deutscher Kriegspartner in der Königsproklamation vom 23. August 1944 bekanntgegeben wurden und die sowjetischen Truppen kurz darauf nach und nach Rumänien besetzten, sah Glondys als rechtmäßig gewähltes bischöfliches Oberhaupt der evangelischen Landeskirche A. B. in Rumänien den günstigen Zeitpunkt für gekommen, das Bischofsamt wieder anzutreten. Dies teilte er in einem Schreiben dem Kultusministerium mit und richtete gleichzeitig einen "Hirtenbrief" (9. Oktober 1944) an alle Gemeinden der evangelischen Landeskirche A. B. in Rumänien. Darin zog er eine kurze Bilanz der verhängnisvollen Politik der nazistischen Volksgruppenführung unter Andreas Schmidt und der Kirchenleitung unter Bischof Staedel (1941-1944) und wies darauf hin, daß diese das "Heiligste" antasteten: "unseren evangelischen Glauben. Er wurde in Versammlungen und Schulungen verächtlich gemacht. Das Bekenntnis zum evangelischen Christentum wurde Gegenstand des Spottes. [...] Die Kirchenleitung hat aber die Umkehrung dieses christlichen Maßstabes nicht nur geduldet, sondern strengste Maßnahmen zur Sicherung dieser unchristlichen Haltung getroffen".
Im weiteren forderte Glondys alle Christen der evangelischen Landeskirche auf, am "Wiederaufbau" mitzuwirken, um das gestörte "Verhältnis zum Staat wieder in Ordnung" zu bringen.
Sein berechtigter Versuch, im Herbst 1944 das Bischofsamt in der neu entstandenen politischen Situation wieder anzutreten, scheiterte wieder an heimlichen Ränken gegen ihn, die untersucht werden müßten, um Klarheit in diese politische Verwirrung zu bringen. Trotzdem steckte Glondys nicht zurück und entfaltete auch als "Altbischof" eine rege geistige Tätigkeit. Er gründete 1945 die "Lutherakademie" in Hermannstadt und nahm somit seinen "Lieblingsgedanken" auf, "die biblisch-reformatorische Wahrheit dem Denken der Gegenwart nahezubringen. Ebenso sammelte er um sich einige Pfarrer, mit denen er die sonntägliche Verkündigung besprach und ihnen dafür wertvolle Gedanken vermittelte."
Für Glondys war die Kirche folglich mehr als nur gesittete Erbaulichkeit, die dafür zu sorgen habe, daß sich am guten Alten nichts ändere. Die Kirche mußte seines Erachtens ein Ort sein, an dem klare Entscheidungen getroffen werden. Darum haßte er Intrigen und Beratungen von Verschwörern und trat derartigen Tendenzen im kirchlichen Bereich, die in seiner Amtszeit immer wieder zu beobachten waren, entschieden entgegen. Klare Entscheidungen und nicht vermessene Pläne zum Volksaufbau und die Aufforderung zum Gehorsam zu Gott waren für Glondys charakteristisch.
Als es galt, das evangelische Bekenntnis den ideologischen Angriffen gegenüber reinzuhalten, zögerte Glondys keinen Moment, diesen bedeutenden Schritt zu tun. Er betonte immer wieder, daß "satanische Mächte" am Werk seien, die die Ordnung der evangelischen Landeskirche zu untergraben versuchten. Darum müsse die Kirche ihrer Pflicht und Berufung nachkommen, den Gläubigen die Augen zu öffnen, indem man ihnen verständlich mache, daß es innerhalb der Erneuerungsbewegung Menschen gebe, die der kirchlichen Verkündigung gegenüber nicht das geringste Verständnis aufbringen würden. Mit derartigen Worten signalisierte er die drohende Gefahr der Nazibewegung und lehrte, man müsse bereit sein, die wahre Kirche zu sehen. Als Bischof der Ev. Landeskirche A.B. in Rumänien hat sich Glondys - wie im Tagebuch naturgemäß aus sehr persönlicher Sicht dargestellt - durch entschiedene Abwehr der nationalsozialistischen "Erneuerungsbewe-gung" unter den Deutschen Rumäniens hervorgetan.
Die fehlende Erwähnung des Bischofs, der immerhin als einer der wenigen gegen den Nationalsozialismus agierte, im Begleitheft zur Ausstellung "850 Jahre Siebenbürger Sachsen" erscheint aus heutiger Sicht unverständlich. Ein nur unzulängliches Bild konnte ebenfalls Ludwig Binder von D. Dr. Viktor Glondys skizzieren. Er verschließt sich der Zeit vom Herbst 1932 bis zum Frühjahr 1942 und läßt damit eines der wichtigsten Kapitel unberücksichtigt. Mit der Äußerung: "Der nachdenkliche Betrachter ist versucht, das Geschehen dieser achteinhalb Jahre als ein Drama darzustellen, in dem die einzelnen Akteure unter bestimmten vorausgegebenen Notwendigkeiten handeln und in mehrere, einander sich widersprechenden Kraftfelder hineingeraten, in denen sie sich zu verlieren scheinen. V. Glondys macht dabei keine Ausnahme. Sein Verzicht aufs Bischofsamt trägt im tiefsten Sinne tragische Züge" gibt er den Weg für Angriffe und Spekulationen frei.
Das vorliegende Tagebuch beweist, daß eine einseitige Darstellung der Entwicklung sowie die der darin verstrickten Personen nicht ausreichen kann. Darum braucht man sich nicht zu wundern, wenn der Schriftsteller und Ideologe der deutschen Mission in Südosteuropa, Heinrich Zillich, in einer Rezension Binder Oberflächlichkeit in der Darstellung der Bischöfe D. Dr. Viktor Glondys und Friedrich Müller vorwirft. Zwar geht Zillich in seiner Rezension weiter in die Tiefe, dennoch entstellt er auf unzulängliche Weise die geschichtlichen Tatsachen. Ohne Quellenangabe würdigt er Glondys herab und bescheinigt dem "Donnerstag-Abend" Stammtischfreunden von Glondys, [...] "keine geistige Idee, wie sie beim 'Freitagabend' und dem 'Klingsorkreis'" anzutreffen seien, entwickeln zu können (S. 225). Zudem verfälscht Zillich den bereits geschilderten Vorfall während der Volksratssitzung am 22. Januar 1934, bei dem Glondys die Sitzung wegen Anschuldigungen seiten der Nazis verließ. Zillich beschreibt diese Situation ausschließlich aus der Sicht der Nationalsozialisten und macht sich damit des gleichen Vergehens schuldig, das er Binder vorwirft: Oberflächlichkeit. Zillich, der sich als Kenner der Geschichte der Deutschen in Rumänien ausgibt, macht in deren Deutung grobe Fehler. Auf Seite 277 schreibt er: "Müller und Glondys [...] gehörten, wie Staedel der 'Nationalen Arbeitsfront' (NAF) der Volksgruppenführung Andreas Schmidt an." Glondys hat nie der NAF des Volksgruppenführers Andreas Schmidt angehört, wie Zillich behauptet. Solche und andere grobe Unterstellungen, die in seiner Rezension anzutreffen sind, müssen daher revidiert werden.
Eine politische Kultur verändert und entwickelt sich, so wie sich die deutsche politische Kultur seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland verändert hat. Bei der älteren Generation der Siebenbürger Sachsen jedoch, die fast alle in der Bundesrepublik Deutschland und in anderen westlichen Staaten leben, hat noch keine umfassende Auseinandersetzung mit der Vergangenheit stattgefunden. Auch aus wissenschaftlicher Sicht sind - nicht zuletzt wegen bislang fehlender Quellen - noch viele Forschungsfragen offen. In der Auseinandersetzung mit den Ereignissen der Zeit, die von totalitären Ideologien geprägt war, geht es nicht um das Aussprechen einer Kollektivschuld. Es ist allerdings meines Erachtens befremdend, daß die Siebenbürger Sachsen nach dem NS-Debakel, das sie immerhin um Hab und Gut brachte, nicht nach den Schuldigen gefragt haben.
Wenn die deutschen Geschichtsschreiber nach 1945 sich die Frage stellten, wie ein Kulturvolk wie das deutsche einem Mann wie Hitler verfallen konnte, und bemüht waren, darauf eine Antwort zu geben, so muß man auch die Siebenbürger Sachsen fragen, wie sie einer fanatisierten Clique um Andreas Schmidt ihr Vertrauen schenken konnten. Diese deutsche Volksgruppe, die allen Stürmen der Vergangenheit die Stirn geboten hatte, gab diesmal alles auf und wagte es auch nach 1945 nicht, diejenigen, die sie in die tiefste Katastrophe ihrer Geschichte gestürzt hatten, zur Verantwortung zu ziehen. Der Historiker stellt sich hier die Frage: "Warum?"
Dinklage, am 16. Januar 1997 Dr. Johann Böhm

Biographische Daten
Viktor Glondys wurde am 7. November 1882 in dem heute zu Polen gehörenden schlesischen Biala bei Bielitz geboren. Sein Vater Joseph Glondys (1834-1906) und seine Mutter Johanna waren wie seine vier Geschwister katholisch und deutscher Abstammung. Glondys besuchte von 1889 bis 1893 die deutsche Volksschule in Biala und von 1894 bis 1901 das staatliche Obergymnasium im gleichen Ort.
Am 27. Juni 1902 nahm er sein Studium an der Universität in Graz auf, wo er 1903 zum evangelischen Glauben konvertierte. Dies geschah in einer Zeit, in der in Österreich Übertritte vom Katholizismus zum Protestantismus üblich waren. Für seinen Übertritt gab Glondys zwei Gründe an: die Beschäftigung mit Luthers Kleinem Katechismus und der Besuch eines evangelischen Sonntagsgottesdienstes mit der Predigt des Seniors Eckart, die ihn tief beeindruckte. Dieser Übertritt sollte von nun an seinen weiteren Studiengang wesentlich bestimmen.
Nach drei Semestern in Graz studierte Glondys Theologie an der evangelischen theologischen Fakultät der Universität Wien, wobei sein Interesse für das Philosophiestudium nicht abnahm. Evangelische Theologie und philosophische Grundideen ergänzten sich zu einer Einheit, für die Glondys in beispielhafter Weise bis zu seinem Lebensende 1949 lebte.
Seine Amtsprüfung bestand er im Ausbildungsjahr 1906/1907. Von 1907 bis 1909 war er Personalvikar und Religionslehrer des Pfarrers von Eisenau und arbeitete und predigte in verschiedenen verstreuten Gemeinden des Buchenlandes. Am 1. Dezember 1909 trat er sein Amt als Personalvikar des Czernowitzer Stadtpfarrers Robert Fronius (Siebenbürger Sachse) und Religionsprofessor an. Die Landesuniversität bot ihm einen umfangreichen Wirkungskreis, so daß er hier zu rumänischen, polnischen, ukrainischen und jüdischen deutschsprachigen Akademikern Kontakt aufnahm. Am 1. Februar 1912 wurde Glondys zum Stadtpfarrer in Czernowitz berufen. Im Februar 1913 heiratete er die Hofratstochter Alice Mayer, die ihm am 3. November 1913 einen Sohn (Kurt) gebar. Die Heirat mit Alice ermöglichte es ihm, persönliche Kontakte zum Czernowitzer Bürgertum herzustellen.
In Graz promovierte er 1916 zum Dr. phil. und 1931 in Breslau zum Dr. theol.
Während des Ersten Weltkrieges war er Flüchtlingsseelsorger in den österreichischen Alpenländern, von wo er nach Kriegsende wieder nach Czernowitz zurückkehrte. Wie seinen Tagebuchaufzeichnungen zu entnehmen ist, hatte Glondys an der Anschlußerklärung der Deutschen des Buchenlandes an Großrumänien vom 27. Oktober 1918 großen Anteil. 1919 war Glondys als Privatdozent an der Czernowitzer Universität tätig, wo er Vorlesungen über Geschichte der Philosophie und Erkenntniskritik hielt. Durch den Anschluß des Czernowitzer Senoriats an die siebenbürgisch-evangelische Landeskirche und durch die in Hermannstadt eingerichteten Hochschulkurse machte er die Bekanntschaft mit führenden Siebenbürger Sachsen.
Am 23. April 1922 wurde er mit 87 von 157 Stimmen zum Stadtpfarrer von Kronstadt gewählt und am 8. Juni in sein Amt eingeführt. Wegen seiner rhetorischen Begabung und seiner geistreichen Auseinandersetzungen mit den Themen der Zeit erfreute er sich bald großer Beliebtheit in Kronstadt.
Von 1930 bis zu seiner Wahl zum Bischof der evangelischen Landeskirche A. B. in Rumänien am 14. November 1932 war er Bischofsvikar. Seine Tätigkeit als Bischof von 1932 bis 1941 war von Höhen und Tiefen gekennzeichnet, die er mit erstaunlicher Sachlichkeit und Akribie in seinen Tagebuchaufzeichnungen festgehalten hat.
Der erzwungene Rücktritt am 9.2.1941 durch die nationalsozialistische Volksgruppenführung unter Andreas Schmidt und die Behandlung dieses Bischofs bis Kriegsende brachen Glondys Willen nicht, sich für das volkskirchliche Erbe und die Kulturaufgabe der Kirche einzusetzen. Sein Anliegen war und blieb, das lutherische Bekenntnis gegen Verfälschungen und unsachliche Angriffe zu verteidigen.
Nach dem 23. August 1944 versuchte Glondys unter den neuen und harten Bedingungen in Rumänien, sein Bischofsamt wieder anzutreten, wobei er nach kurzer Zeit jedoch scheiterte. Auch als "Altbischof" entfaltete er eine unermüdlich geistige Tätigkeit, indem er die "Lutherakademie" in Hermannstadt gründete. Am 28. Oktober 1949 starb Glondys an einem Herzschlag und schied als "Wahrheitszeuge" aus einer Welt, die durch Wirren und Erniedrigungen der Deutschen in Rumänien gekennzeichnet war. (AdLEKR, Index 1939, S.15, Grundzahl 1159, Personaldaten des Bischof Glondys für den Kultusminister; vgl auch: Lexikon der Siebenbürger Sachsen, Wort und Welt Verlag, Thaur bei Innsbruck, 1993, S. 151)
Auswahl seiner Werke: Einführung in die Erkenntnistheorie I. Wien/Leipzig 1923; Zur Problematik des christlichen Gottesglaubens, 1929; Das Gewissen als Erkenntnisquelle, in: Zeitschrift für systematische Theologie 13 (1936), S. 652-681; Predigtbuch: Auf ewigem Grunde, Verlag von Krafft & Drotleff AG, Hermannstadt 1933 u.a.
E d i t o r i a l
Die Aufzeichnungen von Bischof D. Dr. Viktor Glondys, die in einem 392 Seiten umfassenden stenographischen Tagebuch in Gabelsbergerscher Kurzschrift festgehalten sind, wurde von seiner Ehefrau Alice Glondys nach 1954 in Normalschrift in acht Hefte übertragen. Nach ihrem Tod nahm der Sohn, Kurt Glondys, das Original und (nur) sieben Hefte mit den handschriftlichen Übertragungen in Besitz. Als Kurt Glondys 1987 starb, übergab seine Ehefrau Irmgard Glondys das Original samt den sieben Heften Fritz Breckner, der dann das Material an Karl M. Reinerth weiterleitete. Dieser fotokopierte das Tagebuch und die Übertragungen in Normalschrift und leitete das Originaltagebuch samt den Fotokopien der sieben Hefte an die Siebenbürgische Bibliothek in Gundelsheim weiter. So wie besprochen, schickte Reinerth Irmgard Glondys am 28.11.1988 die sieben Hefte wieder zurück. Da die Siebenbürgische Bibliothek in Gundelsheim für die fehlenden 29 Seiten des Originals keinen Kenner der Gabelsbergerschen Kurzschrift fand und Dieter Braeg, Stiefenkel von Glondys und Mitherausgeber, an einer Veröffentlichung dieses sehr wichtigen Tagebuches interessiert war, besorgte er sich eine Kopie der 29 Originalseiten in Gabelsbergersche Kurzschrift und entdeckte schließlich jemanden, der ihm die Seiten in Normalschrift übertrug. Von 1992 bis zum 12.04.1993 schrieb er alles mit der Maschine ab. Daraus entstand ein 792 Seiten langes (1,5zeilig) Typoskript, das er dann zu veröffentlichen versuchte. Nach vergeblichen Versuchen beim "Südostdeutschen Kulturwerk" und bei der "Siebenbürgischen Bibliothek" in Gundelsheim, das Tagebuch zu veröffentlichen, übergab er mir das Typoskript, das ich bearbeitete und im AGK-Verlag herausbrachte.
Um dem Leser Geschichtsereignisse, die Auseinandersetzungen zwischen den rivalisierenden Gruppen im deutschen Siedlungsgebiet von Rumänien (NSDR, NEDR, DVR, VDR und Konservativen) und der Kirche, Namen von Personen und Ortschaften, Äußerungen von Personen, Tagungen, Sitzungen und Versammlungen sowie kirchliche und politische Maßnahmen, die im Tagebuch angesprochen werden, verständlich zu machen, werden diese in den Fußnoten anhand von Quellenmaterial und zeitgenössischer Literatur erläutert.
Als das wichtigste deutsche Quellenmaterial erwiesen sich die Akten des Archivs des Landeskonsistoriums der evangelischen Landeskirche A. B. in Hermannstadt/Rumänien, die des Politischen Archivs des Auswärtigen Amtes Bonn, die Restbestände der Akten der Volksdeutschen Mittelstelle und des Reichsnährstandes im Bundesarchiv Potsdam sowie die des rumänischen Staatsarchivs Bukarest und Hermannstadt. Wertvolle Informationen zu Glondys Aufzeichnungen konnten aus den "Kirchlichen Blättern", dem "Siebenbür-gisch-Deutschen Tageblatt", der "Südostdeutschen Tageszeitung", der "Kronstädter Zeitung", der "Deutschen Tageszeitung" und dem "Völkischen Beobachter" entnommen wer-den. Hilfreich waren mir auch Veröffentlichungen des "Arbeitskreises für siebenbürgische Landeskunde" wie: Bischof Friedrich Müller, Erinnerungen 1944-1964, bearbeitet von Hannelore Baier, Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 1995; Ludwig Binder und Josef Scheerer, Die Bischöfe der evangelischen Kirche A. B. in Siebenbürgen, II. Teil: Die Bischöfe der Jahre 1867-1969, Böhlau Verlag, Köln, Wien, 1980, S. 111-149, aus denen Schlüsse auf Glondys' Handeln und die gegen ihn geschmiedeten Ränke gezogen werden konnten.
Da meine Ehefrau und ich bei den Recherchen im Archiv des Landeskonsistoriums der evangelischen Landeskirche A. B. in Hermannstadt gezielt nach einschlägigem Quellenmaterial für die Ausführungen Glondys' suchten, stießen wir auf Mappen, die im Index mit den betreffenden Dokumenten eingetragen, jedoch leer waren. So ist z. B. Index 1938, in dem wertvolle Dokumente notiert waren, die die radikal-nazistische DVR-Führung im Kampf gegen die Kirche belasten könnten, spurlos verschwunden. Im folgenden werden einige Angaben über die anderen fehlenden, jedoch eingetragenen Dokumente aufgeführt:




IndexSeite

Kapitelüberschrift
Grundzahl desDokumentes
1937307

Landeskonsistorium 
Landesjugendtag - Kirche und Jugend
178Bündel 3160 u. 3202
667VDR - Bündel 1488, 538516
237

Jahresberichte
Jahresberichte der Sekundarschulen 1936/37

2645, 2870, 3870
1939435

VDR
Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit zwischen Landeskirche und völkischer Jugendorganisation
Mappen: 2922, 3097, 3018

 1274
194017

Bischof der Landeskirche
Pensionsgesuch des Bischofs Glondys, Mappe: 2844

1148
283

Landeskirchenversammlung
38. Landeskirchenversammlung (Einberufung)
Ergänzung der Disziplinarvorschrift Z. 2503 - Entwurf

28742876
194117

Bischof der Landeskirche
Bischof D. Dr. Glondys' halbamtliche Korrespondenz.
Porträt des Bischofs D. Dr. Glondys.
Bischof D. Dr. Glondys' Anfrage an die deutsch-
evangelische Kirche, betr.: Rücktritt; (die ganze Mappe ist leer - Anm. J.B.)
Bericht über Glondys' Vorsprache bei Vizeministerpräsident M. Antonescu.
Angriffe gegen Pfarrer Dr. G. W. Seraphin.

105181

308
3171
1518
235

Kirchenordnung
Entwurf einer Kirchenordnung für die ev. Landeskirche A. B. in Rumänien
1790
403

VDR
Einstellung des Jugendbund-Blattes

189 u.a.
Auch die öffentlichen Schreiben Z.K. 1662/43 und Z.K. 3574/43, die das Landeskonsistorium an Glondys aufgrund seiner Beschwerdeschreiben wegen der Nichtrespektierung der Pensionsbezüge richtete, sind aus dem Archiv verschwunden.
Die zeitgeschichtlichen Dokumentationen und Einzeldarstellungen erbrachten zahlreiche Aufschlüsse über die politischen Gruppen innerhalb der deutschen Minderheit in Rumänien und ergänzten somit die Aufzeichnungen Glondys' und das Quellenmaterial.
Die Dissertationen von Wolfgang Miege: "Das Dritte Reich und die Deutsche Volksgruppe in Rumänien 1933-38", Herbert Lang Verlag, Bern, Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main, 1972 und Johann Böhm: "Das Nationalsozialistische Deutschland und die Deutsche Volksgruppe in Rumänien 1936-1944", Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main, Bern, New York, 1985; die Beiträge von Hans Wolfram Hockl: "Offene Karten, Donauschwäbische Beiträge", Eigenverlag 1980; "Deutscher als die Deutschen", Eigenverlag 1987; "Offenheit hat überzeugt", Pro Vobis Verlag, Metzingen, 1990, das Buch von Karl M. Reinerth und Fritz Cloos: "Zur Geschichte der Deutschen in Rumänien 1935-1945. Beiträge und Berichte", Verlag der Arbeitsgemeinschaft für südostdeutsche Volks- und Heimatforschung, Bad Tölz, 1988 sowie Karl M. Reinerth: "Zur politischen Entwicklung der Deutschen in Rumänien 1918-1928. Aus einer siebenbürgisch-sächsischen Sicht", Wort und Welt Verlag, Thaur/Tirol, 1993 sowie die Beiträge von Vasile Ciobanu und Constantin Draghici, in: Forschungen zur Volks- und Landeskunde, 16. Band, Heft Nr. 1/1973, S. 79-83, geben einen Einblick in die Verhaltensweisen einiger nationalsozialistischer Politiker und in den Widerstand der deutschen Minderheit gegen die nationalsozialistische Politik im Siedlungsgebiet.
Wichtige politische Einzelfragen auf erweiterter Quellengrundlage behandeln die Monographie von Harald Roth: "Politische Strukturen und Strömungen bei den Siebenbürger Sachsen 1919-1933", Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien, 1994, die Beiträge von Cornelius Zach: "Der Status der Siebenbürger Sachsen in Rumänien - Gesetzliche Verankerung und Wirklichkeit 1919-1933", in: Aspekte ethnischer Identität. Ergebnisse des Forschungsprojekts: "Deutsche und Magyaren als nationale Minderheiten im Donauraum", Hrsg. Edgar Hösch/Gerhard Seewann, München, Oldenbourg, 1991, S. 233-255 und Anton Sterbling: "Die Entwicklung der ethnischen Konflikte und Beziehungen in Rumänien im 20. Jahrhundert", in: Die Deutschen in Ostmittel- und Südosteuropa, Bd. 1. Hrsg. Gerhard Grimm/Krista Zach, Verlag Südostdeutsches Kulturwerk, München, 1995, S. 297-311.
Anhand des angegebenen Quellenmaterials lassen sich eine Vielzahl der persönlichen Ereignisschilderungen anschaulich nachvollziehen. Die vorliegenden Tagebuchaufzeichnungen bieten daher einen hervorragenden Einblick in die kirchliche und politische Entwicklung der Deutschen in Rumänien. Das vorliegende Tagebuch bereichert die Informationen über das Zeitgeschehen ganz besonders und kann daher für Historiker von besonderer Bedeutung sein.
Problematisch bei der Bearbeitung des Typoskriptes waren einige Namen, die nicht korrekt übertragen wurden und daher eine eingehende Recherchearbeit in Anspruch nahmen. Mit Hilfe der von Gustav Arz zusammengestellten "Series Pastorum" (Manuskript), des "Lexikons der Siebenbürger Sachsen", Wort und Welt Verlag, Thaur bei Innsbruck, 1993 sowie dem Werk von Mads Ole Balling: "Von Reval bis Bukarest", Dokumentation Verlag, Kopenhagen, 1991, Bd. 2, ist es uns gelungen, Namen und Lebensdaten der im Tagebuch erwähnten Pfarrer und Lehrer und anderer Persönlichkeiten der deutschen Minderheit Rumäniens zu identifizieren.
Namen und Lebensdaten der Kirchenhäupter aus Österreich konnten wir zum Teil aus dem "Biographisch-Bibliographischen Kirchenlexikon", Herzberg, 1993, entnehmen. Zur Identifizierung der Namen und Lebensdaten der deutschen Kirchenhäupter dienten uns die "Stenographischen Aufzeichnungen und Mitschriften von Landesbischof Hans Meiser 1933-1955", Bd. 1, bearbeitet von Hannelore Braun und Carsten Nicolaisen, Göttingen, 1985; das "Evangelische Lexikon für Theologie und Gemeinde", Bd. 2, Hrsg. Helmut Burkhardt u. a., Wuppertal, 1993; das Buch von Erich Stockhorst: "5000 Köpfe. Wer war was im 3. Reich". Arndt Verlag, Kiel, 1985; das "Wörterbuch des Christentums", Hrsg. Volker Drehsen, Gütersloher Verlag, 1988 und das "Ökumene-Lexikon", Hrsg. Hanfried Krüger u. a., Frankfurt am Main, 1987. Auch aus "Der Große Brockhaus", Jubiläumsausgabe, F.A. Brockhaus Verlag, Wiesbaden, 1979 sowie "Meyers Enzyklopädischen Lexikon", 9. Auflage, Bibliographisches Institut, 1971, konnten wir Namen und Lebensdaten der im Tagebuch erwähnten Personen entnehmen.
Die Funktionen der wichtigsten Personen im Tagebuch werden in den Fußnoten und nicht im Personenregister angeführt. Wenn im Tagebuch Informationen über Personen und deren Funktionen gegeben werden, finden sie in den Fußnoten keine Erwähnung mehr.
Der Text des Typoskriptes wurde nicht verändert. Lediglich unvollständige, bruchstückhafte Passagen wurden sinngemäß ergänzt sowie einzelne Sätze an das heutige standardschriftliche Niveau angepaßt. Inhaltliche Änderungen wurden dadurch nicht vorgenommen.
Die jeweiligen Aufzeichnungsdaten, die nur selten mit dem Namen des Ortes, an dem sie niedergeschrieben wurden, versehen waren, sind unverändert wiedergegeben worden. Auch beim Quellenmaterial, das im Anhang abgedruckt ist, wurden keine Korrekturen vorgenommen.
Statt "Lutherischer Weltkonvent" verwendet Glondys auf den Seiten 116, 130, 162, 222, 227, 334, 335, 337 und 468 den Ausdruck "Protestantischer Weltverband". Diese Bezeichnung wurde auch von der damaligen deutschen Presse im Siedlungsgebiet übernommen. Im vorliegenden Tagebuch haben wir diese Benennung nicht geändert.
Bei der schwierigen Materialbeschaffung standen mir folgende Institutionen mit Rat und Tat zur Seite, denen ich auf diesem Wege noch einmal meinen aufrichtigen Dank aussprechen möchte: Das Archiv des Landeskonsistoriums der evangelischen Landeskirche A. B. in Hermannstadt/Rumänien (Frau Savescu); das Staatsarchiv Hermannstadt (Frau Vlaicu); das Politische Archiv des Auswärtigen Amtes Bonn (Frau Dr. Keipert); das Bundesarchiv Potsdam und das Institut für Auslandsbeziehungen Stuttgart. Mein besonderer Dank gilt auch Dr. Rudolf Keller vom Martin-Luther-Bund Nürnberg und Waltraud Stangl, Archivarin der evangelischen Kirche in Österreich, für ihre Hilfe in Einzelfragen über evangelische Kirchenhäupter in Deutschland und Österreich.
Besonders habe ich meiner Frau (Hildegard Böhm) für die mit mir durchgeführten Recherchearbeiten und das entgegengebrachte Verständnis zu danken.
Dinklage, am 16. Januar 1997
Dr. Johann B ö h m
(Die Fußnoten und Anmerkungen wurden weggelassen.)
© All rights reserved by AGK-Verlag Dinklage





          Bemerkungen e-Mail an:
Redaktion der Halbjahresschrift oder AGK-Verlag
Zurück
Homepage: HJS 
                  ©   HJS 1997